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Forum: Platinen Isolationsabstände


Autor: Klaus (Gast)
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Hi @All,

Ich möchte eine Relaisplatine Routen welche mir 230Volt schaltet! Wie 
groß müssen die Abstände zwischen den Leiterbahnen sein! Ich habe mal 
was von 3,17mm gehört! Stimmt das (Sprich meine Schaltspannung zu den 
230Volt)??

Und wie groß muß der Abstand von L zu N sein?? Auch 3,17mm??

Liebe Grüße
Klaus

Autor: ??? (Gast)
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Die 3mm dürften der untere Anschlag sein (LP beschichtet). Wenn Du Dir 
z.B. Schaltnetzteile anschaust, oder Sachen von ELV da werden meistens 
8mm eingehalten (z.B. Optokoppler in DIP auf RM 10,16 aufgebogen - 
Pads). Allerdings hängt es natürlich auch davon ab, wie Du Deine 
Relaisplaine verbaust: isoliertes Gehäuse, keine Anschlüsse nach aussen 
mit einem eigenen Netzteil, in dem z.B. die 8mm eingehalten sind, und 
Taster und Anzeigen, die auch eine entsprechende Kriechstrecke aufweisen 
- da kannst Du theoretisch sogar Masse und Nullleiter zusammenhängen.

Google liefert für Kriechstrecke als erstes z.B.:
http://www.harkis.harting.com/WebHelp/DGds/WebHelp...

aber in diesen Abständen (Luft-/Kriechstrecke ca. 3mm bei 300V 
[230V+15%=275V]) sind noch keine Sicherheitsabstände drinnen, die z.B. 
andere Vorschriften fordern. Wenn Du nicht genauweist, welche Normen 
einzuhalten sind, würde ich an Deiner Stelle versuchen wo es geht die 
8mm einzuhalten und nirgendwo die 3mm zu unterschreiten. Und wenn es 
eine selbstgeätzte Leiterplatte ist: lackieren!

Autor: Reinhard Pölzleithner (carnival)
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Soweit ich weiß sind die Abstände:

L <-> N ... 2mm
L/N <-> PE ...2,5mm
L/N/PE <-> Schutzkleinspannung ... 5mm

Autor: Jürgen (Gast)
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Hallo,

bin gerade auf diesen Thread gestossen.
Da ich auch gerade ein Relais auf einer Platine verbauen möchte wollte 
ich mich vorher kundig machen.
Habe hier ein Finder 36.11.9.005.0000 (5V, Schaltspannung 250V/10A).
Bei diesem Relais sind die Kontakte der Relaisspule zum Arbeitskontakt 
gerade mal 5,5 mm voneinander entfernt.

Da bei meinen Recherchen (Google und diverse Foren) die 8mm 
Leiterbahnabstand bei 230V schon öfters aufgetaucht sind hier meine 
Frage:

Wie soll ich da einen Abstand von 8mm einhalten es muss ja sogar noch 
der Restring dazugerechnet werden.
Muss ich mir ein anderes Relais besorgen oder stimmen die 2 - 2,5 - 3,17 
mm von den Posts oben ?
4mm könnt ich ja einhalten ;-)

Autor: PeterL (Gast)
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hier ist eine gute Beschreibung:
www.harkis.harting.com/WebHelp/DGds/WebHelp/DgdsLuft_und_Kriechstrecken. 
htm

Autor: Reinhard Pölzleithner (carnival)
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Normalerweise hängt der Sicherheitsabstand vom Einsatz der Baugruppe ab.

Bei manchen Layouts reicht es wenn man eine Funkionsisolierung ausführt.

Theoretisch hat man 1000V/mm in Luft. Weiters, rein theoretisch, würden 
bei 230Vac ca 0.4mm Leiterbahnabstand reichen. Wären da nicht diese 
Kleinigkeiten wie Kriechstrecken, Feuchtigkeit und Schmutz.

Die in meinem vorigen Post geschriebenen Abstände gelten für 
Haushaltsgeräte.

Wie es bei Industriegeräten aussieht kann ich net sagen.

Autor: ??? (Gast)
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@Jürgen

die Frage ist mmer was willst Du mit dem Relais schalten und wo. Wenn Du 
dir die Tabellen z.B. bei Hartung (s. link oben) anschaust, hast Du erst 
mal die Überspannungskategorien: dabei gilt, je höher die Kategorie 
desto näher bist Du mit deinem Gerät am Hauptanschluß des 
Stromversorgers. Da die Leitungen in deiner Hausinstallation 
überspannungen dämpfen, hilft es bei den Abständen, wenn Du das Gerät 
(Relais) irgendwo an einer Steckdose hinter einem Unterverteiler hängen 
hast (sind zwar evtl nur einige Meter vom Hauptanschluss weg, aber das 
reicht schon). Dann kannst Du normalerweise von Kat. II ausgehen, das 
würde bedeuten zwischen den Anschluss-Leitungen zu den Relaiskontakten 
2,5mm Abstand (Tab. 00.01). Du hast aber auch noch den Abstand zwischen 
dem 'heissen Ende' des Relais (230V+15%) und der Steuerseite 
(Niederspg.). Da Du hier bei Kat. II mit Überspannung bis ca. 3kV 
rechnen kannst: nimm 4kV dann brauchst Du min. 3mm Luftstrecke (Tab. 
00.02), das ist dann auch gleichzeitig deine min. Kriechstrecke. 
Zwischen der Niederspgs- und der Schaltspannungsseite hast Du eine 
Bemessungspg. von ca. 230V+15-20% = 275V - nach Tab. 00.04 kommst Du 
dann auf ca. 2,8mm.
Also halt zwischen deiner Schaltspg. 2,5mm ein, zwischen Steuer- und 
Schaltspgsseite überall min. 3mm ein, wenn es geht mehr, dann solltest 
Du auf der sicheren Seite sein. Wenn Du planst, das Teil direkt am 
Hauptanschluss nachdem Zähler des EVU anzuklemmen - nimm lieber die 
Werte für Kat. IV.

Zu den 8mm die da immer wieder genannt werden: damit bist Du auf jeden 
Fall immer auf der sicheren Seite - die Abstände betreffend - und wenn 
man sie einhalten kann, sollte man sie auch einhalten, weil man 
zusätzliche Sicherheit bekommt - ausserdem muss man sich dann nicht 
mühsam durch irgendwelche Tabellen wälzen. Ausserdem musst Du mmer 
unterscheiden: will ich nur keinen Spannungsüberschlag zwischen den 
Leitungen, oder will ich zusätzlich auch noch keinen Spannungsüberschlag 
auf den Bediener. Hier sind dann Kriechströme an einem berührbaren Teil 
auf der Niederspannungsseite von Interesse -> siehe Kriechstrecken. Die 
Werte sind nicht mal so gross, ABER falls es zu einem Überschlag kommt, 
können sich  leitfähige (permanent) Kanäle auf der Leiterplatte bilden 
und dann wird es gefährlich - daher je mehr Abstand desto besser, da 
dann die Gefahr eines Überschlages deutlich reduziert wird. Und wie 
schon in meinem ersten posting: wenn es mit den Abständen etwas eng 
wird, oder man zusätzliche Reserve haben will, hilft lackieren - das ist 
besonders für selbst geätzte Leiterplatten wichtig, da die Tabellen bei 
Harting (glaub ich) nur für beschichtete Leiterplatten (also mit 
Lötstopp üer den Leiterbahnen) gelten.

hoffe nicht noch mehr verwirrt zu haben ...

Autor: eckel (Gast)
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Bitte nicht verwechseln, es sind 1kv/cm

Autor: Frank B. (frankman)
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3mm Abstand ist notwendig zwischen AC230V und AC230V
Dieser Abstand kann sich steigern auf 5/5mm zwischen Primär und 
Sekundärseite.

3mm zwischen Primär und Sekundärseite scheinen mir recht knapp bemessen 
sein.

Bei medizinischen Geräten kann die Luft/Kriechstrecke auf 5/8mm 
ansteigen zwischen Primär und Sekundärseite.

Wie Du siehst, wird zwischen Luft und Kriechstrecke unterschieden.
Die Luftstrecke ist immer sozusagen Luftlinie von Teil a zu Teil b
Die Kriechstrecke ist immer der Weg, den der Strom sozusagen an der 
Oberfläche entlangkrichen würde. Die Kriechstrecke ist normalerweise 
länger als die Luftstrecke, da man davon ausgeht, das die Leiterplatte 
schmutzig wird und der Schmierfilm den Strom besser leiten kann, als die 
Luft.
Wenn die die Kriechstrecken auf der Leiterplatte nicht hinbekommst, 
könntest du zwischen den Leiterbahnen eine Schlitz fräsen lassen, damit 
kannst du die Krichstrecke sozusagen in ein Luftstrecke umbauen.

Denke auch an die Abstände zwischen Primärseite und Gehäuse, sowie 
zwischen Sekundärseite und Gehäuse.

Autor: Dietmar E (Gast)
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>Habe hier ein Finder 36.11.9.005.0000 (5V, Schaltspannung 250V/10A).
Bei diesem Relais sind die Kontakte der Relaisspule zum Arbeitskontakt
gerade mal 5,5 mm voneinander entfernt.

Und wenn man dann noch das Pad mitrechnet, wird es wirklich knapp - dann 
bleiben noch (je nach Breite der 230V-Bahn) ~4 mm. Ansonst ist das aber 
ein schönes Relais. Ich habe auf Tips hier im Forum hin per Fräser etwas 
für die Situation getan - ein "U" zwischen 230V und 5V.

Autor: Lanhazza (Gast)
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@ eckel

Faustformel 10kV durchschlagen 1cm Luft.
Isolationsabstände haben enorme Sicherheits Beaufschlagungen.
deshalb wie beschrieben mind. 3mm bei 300V sind ok - einfach noch 
Lackieren und gut ist :)
Falls das Gerät irgendwelche Zulassungen benötigt kommst du um das 
Normenwälzen nicht rum :) da geht es dann nach den herrschenden 
Umweltbedingungen - macht ja auch sinn :)

Autor: Gast (Gast)
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Hallo,

eine Frage zu Kriechstrecken.

Wenn man auf einer Leiterplattenebene (Top)eine Kriechstrecke von 4mm 
einhalten muß. (L-N z.B.)


Wie ist die Kriechstrecke durch die Leiterplatte hindurch zu werten?

Darf sich da auf der Bottom Seite N, mit L auf der Top Seite kreuzen?


Denke ja. Genau weiß ich es nicht.

Oder muß auch hier die geforderte Kriechstrecke von 4mm eingehalten 
werden.
Dann müßte meine Platine ja 4mm dick sein.

Ich weiß also, wie ich Kriechstrecken auf einer Top oder Bottom Lage 
auslegen soll.
Weiß aber nicht, wie sich das zwischen den Lagen verhält.
(Bottom zu Top z.B.)

Danke für Antworten.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Gast (Gast)

>Wie ist die Kriechstrecke durch die Leiterplatte hindurch zu werten?

Da gibt es keine. Nur ein Durchschlagstrecke. Und die schafft ~20kV/mm 
im homogenen Feld.

>Darf sich da auf der Bottom Seite N, mit L auf der Top Seite kreuzen?

Ja.

>Weiß aber nicht, wie sich das zwischen den Lagen verhält.
>(Bottom zu Top z.B.)

Die Kriechstrecke führt immer an der Oberfläche bzw. Grenzfläche 
zwischen zwei Werkstoffen entlang, aber nicht durch ein festes, 
homogenes Material.

MFG
Falk

Autor: Gast (Gast)
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>>
>>Die Kriechstrecke führt immer an der Oberfläche bzw. Grenzfläche
>>zwischen zwei Werkstoffen entlang, aber nicht durch ein festes,
>>homogenes Material.
>>

Durch die LP hindurch habe ich also "keine" Kriechstrecke einzuhalten.

Wohl aber auf einer Innenlage selbst, wenn ich Dich richtig verstanden 
habe.

Eine 4 Lagen PCB z.B.

Auf jeder Ebene, habe ich Kriechstrecken einzuhalten.
Nicht aber von einer Ebene zur anderen.

Die Ebenen sind ja miteinander verklebt oder verpresst.
Gilt also auf einer inneren Ebene, die gleiche Kriechstrecke wie auf 
einer äusseren Lage?

Autor: Michael M. (Gast)
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"richtig"

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Gast (Gast)

>Gilt also auf einer inneren Ebene, die gleiche Kriechstrecke wie auf
>einer äusseren Lage?

Nein, die kann man kleiner machen, da diese keinerlei Verschmutzung 
erfahren.

MFG
Falk

Autor: Michael_ (Gast)
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Es gibt Relais-Schaltungen, wo die Ansteuerung auf dem gleichen 
Potential wie die Schaltkontakte liegen. Typisch dafür sind die 
Steckdosen-Schaltuhren.

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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Gast schrieb:
> Die Ebenen sind ja miteinander verklebt oder verpresst.
> Gilt also auf einer inneren Ebene, die gleiche Kriechstrecke wie auf
> einer äusseren Lage?

Nein, das ist wie festes Material. Es sei denn du kaufst solchen Murks, 
dass sich die Lagen ablösen, aber dann holt dich der Teufel in Gestalt 
der Produkthaftung sowieso.

Gruss Reinhard

Autor: Zottel Thier (zotty)
Datum:

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>Nein, das ist wie festes Material.

Falsch, wie Falk weiter oben schon schrieb ist das nur 
Verschmutzungsgrad 1.

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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Zottel Tier schrieb:
>>Nein, das ist wie festes Material.
>
> Falsch, wie Falk weiter oben schon schrieb ist das nur
> Verschmutzungsgrad 1.

Das Folgende ist sehr viel offizieller als deine persönliche (und 
technisch ziemlich unsinnige) Meinung:

Zitat:
Betreff: Re: Leiterbahnabstände bei hohen Spannungen auf Multilayer

: Beim Design von Netzteilen müssen bei Netzspannung führenden 
Leiterbahnen 3mm Abstand (Luft- / Kriechstrecke) auf den Aussenlagen 
eingehalten werden. Welche Abstände müssen bei Multilayer-Platinen bei 
400V und 650V Gleichspannung zwischen Mittellagen und 
Durchkontaktierungen eingehalten werden ohne Spannungsüberschläge in der 
Mittelage der Platine zu riskieren.

Laut FED-Richtline 22-02 Kapitel 3.5.3:
Bei Spannung zwischen 301-500V:
B2(außenligend unbeschichtet):
mindestabstand 2,54mm
B1 (innenligende Leiter):
mindestabstand 0,25mm

Bei Spannung über 500V (pro Volt):
B2(außenligend unbeschichtet):
mindestabstand 0,005mm
B1 (innenligende Leiter):
mindestabstand 0,0025mm

(Der FED ist der Fachverband Elektronik-Design, der Dachverband der 
Leiterplatten-Designer und -hersteller in Deutschland

Zitat Ende

Autor: Stockalper (Gast)
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Hier wird auch nur gefährliches Halbwissen erzählt.

Es gibt nur eine Referenz die justiziabel belastbare Vorschriften heraus 
gibt, z.B.:

"Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel, und 
Laborgeräte VDE 0411 EN 61010-1"

Beuth-Verlag, ca. 120 EUR

Autor: ..... (Gast)
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FED ist schon OK!

Autor: ..... (Gast)
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>B1 (innenligende Leiter):
>mindestabstand 0,0025mm

Sicher?
Abgeschrieben, umgerechnet von mil?

Autor: Stockalper (Gast)
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> FED ist schon OK!

Darum gehts nicht, sondern, wer  Personen- und Sachschäden vermeiden 
will und vor Gericht bestehen will der layoutet VDE-konform.

Alle anderen gutgemeinten Vorschläge(FED) helfen da nicht weiter.

Autor: Zottel Thier (zotty)
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>wer  Personen- und Sachschäden vermeiden
>will und vor Gericht bestehen will der layoutet VDE-konform.

>Alle anderen gutgemeinten Vorschläge(FED) helfen da nicht weiter.

Und der VDE verlangt bei Innenlagen von Leiterbahnen die 
Mindestkriechstrecken mit Verschmutzungsgrad 1, manchmal sogar 2(!), 
ansonsten ist eine recht aufwendige Prüfung über 
Wärmealterung/Temperaturwechseltests etc durchzufuhren.
s. z.B. VDE60950, Punkte 2.10.5.5, 2.10.8.2., 2.10.9

Faustregeln bringen hier einen nicht weiter. Halbwissen ist hier 
besonders gefährlich. Die FED "Vorschläge" sind ein Witz.

Autor: ..... (Gast)
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wenn in der FED wirklich derartiger Mist enthalten ist (was ich erstmal 
nicht glaube) so solltest du denen das mal mailen.

FED ist kein Laden mit "Halbwissen".
Da kann man schon fast von "Stand der Technik" ausgehen.
Für viele Leute ist das die Bibel!

Also bitte hier oder direkt an die FED aufklären. Da geht es mehr als 
nur "Recht haben", hier geht es lebensgefährliche Spannung!

Autor: Zottel Thier (zotty)
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Ich will keineswegs die Bemühungen des FED diskreditieren, aber ich habe 
noch nie ein Schaltnetzteil bei dem FED zugelassen. Das dafür zuständige 
deutsche Institut heißt VDE, die entsprechende Norm ist die 60950.
Ich weiß nicht was genau bei dem FED steht, wie sie diese Abstände 
evaluiert haben, und mir ist es auch egal, da es für meine Arbeit und 
meine Zulassungen vollkommen irrelevant ist.

Niemand hier hier in diesem Forum wird aber seine privaten Basteleien 
beim VDE zulassen. Für den "Hausgebrauch" können die Werte der FED 
eventuell schon ausreichen, das kann ich nicht beurteilen.

Wenn man aber auf der sicheren Seite sein will, sollte man auch private 
"Basteleien" VDE-Konform entwickeln, da man so im Fall der Fälle 
nachweisen kann, das man eine "zulassungsfähige" Platine im Einsatz 
hatte, die auch ohne entsprechende tatsächliche Zertifizierung diese 
hätte haben können und dem aktuellen Stand der Vorschriften entspricht. 
Aus diesem Grund wurde auch der WIKI-Artikel erstellt, der (leider noch 
nicht) vollständig ist. Ansonsten würde ich vorschlagen, die 
Diskussionen darüber im Zusammenhang mit diesem WIKI-Artikel zu führen 
und die Erkentnisse dort festzuhalten.
Tabellen und Vorschläge etc., auch die des FED, kann/sollte man dort 
unbedingt mit aufnehmen. Ich habe dort auch die Werte für den 
MIL-Standard eingetragen, der rechtlich gesehen auch vollkommen 
irrelevant ist.
Eventuell könnte Reinhard Kern ja beim WIKI-Artikel mithelfen.

Autor: ..... (Gast)
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Ok,

da Du auch vom Fach bist:
Ich weiß nicht ob Du / Deine Firma in der FED sind.
Möchte hier auch keine Werbung machen, aber soweit ich das (bislang) 
beurteilen konnte, sind da auch clevere Leute unterwegs.
Ich habe zur Zeit die Unterlagen der FED nicht zur Hand.

Wenn Du die Unterlagen zur Hand hast (oder jemand anders) schau doch 
bitte mal nach, ob wir vom gleichen Thema reden.

Sicherheitsabstände (Lebensgefahr für Mensch & Co.) und 
Überspannungsabstände sind ja (gerade bei Leiterplatten) zwei komplett 
unterschiedliche Geschichten.

Nur mal so am Rande:
Wenn ich (allerdings schon ein paar Jahre alte) Geschichte richtig im 
Kopf habe, wird Lötstopplack nicht bei der VDE in die Berechnung mit 
einbezogen. Ich rede hier nicht von Verschmutzung, sondern das 
technische Verhalten vom Lack.
Andere Teilnehmer (insbesondere Hersteller und ich meine auch ein Ami) 
waren da komplett anderer Auffassung. Wobei die beschriebenen Probleme 
an den Kanten der Leiterbahnen laut Lackhersteller im "Griff" sind. Wenn 
man sich die Durchschlagfestigkeit von den verwendeten Lacken anschaut, 
kommt einiges zusammmen. Langzeitstabilität soll wie bei Trafos (Plus X) 
liegen.

Autor: Zottel Thier (zotty)
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Der VDE betrachtet Lötstopplack so als wäre er nicht vorhanden. Ob das 
Sinn macht ist egal. Einiges in den VDE/CENELEC Normen ist nicht 
wirklich logisch. Als Hersteller ist mir das aber egal, ich brauch ja 
die Zulassung, als mache ich es so wie der VDE es will, gut ist.

Zum FED habe ich keinen Kontakt, schlecht sind die nicht, da gibts schon 
gute Infos. Ic wollt die vorhin echt nicht mießmachen, nur daraufhin 
weisen. das der FED nicht zuläßt.

Auf Grund eines ähnlichen Threads enstand ja in Folge der WIKI-Artikel. 
Ich habe Zugriff auf ein paar Normen, und kann da etwas einbringen, 
allerdings hab ich noch nie WIKIs geschrieben, weiß nicht wie das mit 
der Diskussion über WIKI geht. Problematisch ist auch, daß man 
eigentlich die Normen nicht veröffentliche darf. Mods hier im Forum sind 
der Meinung, das die eigentlichen Tabellenwert durchaus hier 
veröffentlicht werden dürfen, die Erklärung, was die Tabellen und 
Begriffe bedeuten müssen aber umformuliert werden.
Das nächste Problem und auch das Hauptproblem an der geschichte ist die 
enorme Komplexität durch die vielen Begriffe etc. Alleine zum thema 
Sicherheitsabsände gibt es verschieden Begriffe (Basisisolierung, 
verstärkte Isolierung), es wird auch Unterschieden nach abständen 
Primär-Sekundär und Primär-PE, obwohl die Spannungen eigentlich gleich 
sind (wenn sek galv. getrennt und auf PE).

Das ganze mit mehren Leuten "vom Fach" mal richtig gründlich im WIKI zu 
machen wäre schon schön.

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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Zottel Tier schrieb:
> Der VDE betrachtet Lötstopplack so als wäre er nicht vorhanden. Ob das
> Sinn macht ist egal. Einiges in den VDE/CENELEC Normen ist nicht
> wirklich logisch. Als Hersteller ist mir das aber egal, ich brauch ja
> die Zulassung, als mache ich es so wie der VDE es will, gut ist.

Bezüglich der Kriechstrecken auf Leiterplatten habe ich schon vor vielen 
Jahren den Tipp erhalten, Lötstopplack zu verwenden - und zwar vom TÜV 
Rheinland, der eben diese LP für ein Medizingerät mit dem GS-Zeichen 
zertifizieren sollte (und auch hat). Allerdings war das eher ein 
halboffizieller Hinweis hinter vorgehaltener Hand, kein Wunder, wenn der 
VDE das anders sieht.

Kriechstrecken sind leider ein ziemlich chaotisches Thema.

Gruss Reinhard

Autor: ..... (Gast)
Datum:

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Dachte ich mir, dass der VDE das noch so sieht. Anderseits müßte es 
ansonsten VDE-genormte Leiterplattenhersteller geben (wie UL).

Du mußt "Eigenschaften" nachweisen. Mit den VDE-Normen ist das OK. Alles 
andere mußt du nachweisen oder einen finden, der das nachgewisen hat und 
haftet (z. B. der Hersteller des Lackes).
VDE-Normen werden in der Regel angewendet, damit du bei einem 
Schadensfall keine Probleme bekommst. Denn die VDE-Bibel hat Recht!

So dankbar ich auch den Normen in einem Wiki bin: Vorsicht!
Ich denke wer es Genau wissen möchte, organisert sich halt die Normen 
(Stichwort UNI) oder kauft sie. Müssen ja eh aktuell sein. 
Grundsatzfragen kann man (bzw. sind ja schon) beschrieben.

Tja, zwischen Sicherheitsabstand (oder Isolationsabstand) und einer 
Krichstrecke gibt es einen Unterschied. Kannst ja mal ne alte verdreckte 
Leiterplatte durchmessen. Du wirst Du Dich wundern, was für 
"Widerstandswerte" vorhanden sind. Für Analogtechnik grauenhaft!

Autor: Gast (Gast)
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Hallo,

ein oben vorgeschlagenes Wiki zu dem Thema wäre wirklich wünschenswert.

Leider bin ich nicht vom Fach und habe somit noch einige Fragen.

Zunächst Rahmeninformationen, die ich später in die Frage einfliesen 
lassen möchte.

In Wikipedia findet man folgendes:

http://de.wikipedia.org/wiki/Durchschlagsfestigkeit

Zitat:
Durchschlagsfestigkeit von Luft:
<= 2 bis 3,3KV/mm


Möchte hier den kleineren Wert vormerken, da die Luft entsprechende 
Feuchtigkeit- und Verschmutzungsgrade aufweisen kann, und dies das 
Isolationsvermögen wohl veringert.


Weiterhin sagt Wiki
http://de.wikipedia.org/wiki/Kriechstromfestigkeit

Zitat:
Die Durchschlagsfestigkeit einer Kriechstrecke ist oft geringer als 
diejenige einer gleichlangen Luftstrecke, auch wenn der Isolierstoff 
selbst gut isoliert.

Kriechstrecken, ist klar, führen an den Materialgrenzflächen entlang.


Desweiteren gibt es 4 Überspannungskategorieen.

Überspannungskategorie
Die Überspannungskategorie ist abhängig von der Netzspannung
und dem Einbauort des Gerätes. Sie beschreibt die maximale
Überspannungsfestigkeit eines Gerätes bei einer Störung im
Stromversorgungsnetz, z. B. bei Blitzschlag.

Haushaltsgeräte fallen z.B. in die Überspannungskategorie II

Dann gibt es noch die Bemessungsstoßspannung.

Bemessungsstoßspannung
Über die Überspannungskategorie und der Nennspannung des
Netzes wird die Bemessungsstoßspannung ermittelt. Sie legt
direkt den Wert der Prüfungen zur Überspannungsfestigkeit des
Steckverbinders fest (Spannung als Wellenform in 1,2/50 μs nach
IEC 60 060-1).

Aus einer Tabelle entnehme ich also
2,5kV die über das Netz theoretisch kommen könnten, oder mit denen die 
Leiterplatte geprüft wird. (Burst- Surge- u.s.w.)


Nun gibt es auch noch Verschmutzungsgrade.
In Wohnräumen z.B. ist mit Verschmutzungsgrad II zu rechnen



Auf meiner Leiterplatte habe ich eine Bemessungsspannung (Netzspannung)
von 230V eff.

Bei einem anzunehmenden Verschmutzungsgrad II muß ich also min. 2,5mm
Abstand (Kriechstrecke) zwischen z.B. L und N halten.

siehe ......ganz unten.
http://www.harkis.harting.com/WebHelp/DGds/WebHelp...


Eine mehrschichtige Leiterplatte bestet aus Epoxidharzen und Prepreg 
Folien zwischen den Lagen.

Auf den Aussenseiten der Leiterplatte, die Umwelteinflüssen (Staub) 
ausgesetzt ist, muß ich vermutlich eine min. Kriechstrecke von 2,5mm 
einhalten um den zulässigen Kriechstrom bei der Bemessungsspannung nicht 
zu überschreiten.

Ist hier bei der Kriechstrecke auch die Bemessungsstoßspannung mit 2,5kV 
berücksichtigt ???

Wenn ja, ist alles ok.
Wenn nein, dann könnte, sofern der Abstand zwischen L und PE 2,5mm 
Kriechstrecke beinhaltet, ein Kriechstrom im Überspannungsfall 
(Blitzschlag) von L über die 2,5mm Kriechstrecke zu PE über das Gehäuse 
über den Menschen, der in dem Moment des Blitzschlages mit einer Hand 
auf dem Gehäuse lümmelt, fließen, wenn am Gerät der PE im 
Kaltgerätestecker (Kabel) gebrochen wäre.
Dann müsste man die Kriechstrecke doch nicht nach der Bemessungsspannung 
auslegen, sondern für die Bemessungsstoßspannung.

Die Frage ist also, müssen die Kriechstrecken für die 
Bemessungsspannungen
(normale Betriebsspannung) oder für die Bemessungsstoßspannungen 
ausgelegt werden (kurze hohe Überspannung)????



Von der Platinen Oberfläche möchte ich jetzt in die Innenlagen der 
Platine gehen.

Hier stellt sich mir die Frage:
"Wie weit muß ich L von PE, L von N, L,N von PE entfernt halten"?

Auf der Innenlage muß ich nicht mit Staubeinwirkung rechnen.
Hier gibt es scheinbar auch kriechstromfeste Prepregs (CTI 400).

CTI400 besagt meineswissens, dass erst bei 400V der zulässige 
Kriechstrom überschritten wird.
Mir stellt sich hier die Frage auf welcher Strecke liegen diese 400V an?

1km oder 1um ???? das ist da doch ein Unterschied.


Das Zitat von oben

Die Durchschlagsfestigkeit einer Kriechstrecke ist oft geringer als 
diejenige einer gleichlangen Luftstrecke, auch wenn der Isolierstoff 
selbst gut isoliert.

So wie ich das Verstehe, macht  mir das Prepreg also nur eine Isolierung 
in vertikaler Richtung.

In Horizontaler Richtung, ist das Prepreg nicht besser wie Luft und Luft 
hat eine Durchschlagsfestigkeit von <= 2kV/mm. (angenommen 1kV/mm)

Also dürfte ich bei einer Bemessungsspannung von 230V effektiv die 
L-N-PE Leiterbahnen mit Berücksichtigung der Durchschlagsfestigkeit von 
Luft, mit ca. 0,25mm Abstand routen.
Muss hier die Bemessungsstoßspannung berücksichtigt werden, dann werden 
aus den 0,25mm ganze 2,5mm.


Also, ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses doch recht komplizierte 
Thema so richtig interpretiere.

Kriechstrecken an den Oberflächen hängen also von
dem potentiellen Verschmutzungsgrad und  der Betriebsspannung 
(Bemessungsspannung)  ab.
Bemessungsstoßspannung ??????

Auf den Innenlagen isoliert das Prepreg nur gegen die darüber und 
darunter liegende Kupferschicht. Horizontal wäre Luft wohl der bessere 
Isolator.

Dies würde bedeuten, dass ich, da ich auf den Innenlagen mit keiner 
Verschmutzung rechnen muß, und ohne berücksichtigung der 
Bemessungsstoßspannung bei 250V mit einem min. Abstand von 0,5mm 
zwischen L-N-PE keinerlei Bedenken haben müsste.


Da ich sie doch habe, dieser post.

Autor: Gast (Gast)
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