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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Lagerfähigkeit belichteter fotopositiver Platinen


Autor: Wolfgang Horn (Gast)
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Hi, Freunde des Erfindens und Schaffens mit dem Lötkolben,


zwei Abschnitte derselben fotopositiv beschichteten und belichteten 
Platine, eins sofort entwickelt und ok., das andere eine Nacht liegen 
gelassen mit noch aufgeklebter Kontaktmaske, dann entwickelt - Schrott.

Wo finde ich Aussagen über die Lagerfähigkeit < nach > Belichtung?


Ciao
Wolfgang Horn

Autor: Michael J. (jogibaer)
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Hallo,

was meinst Du mit Kontaktmaske ?

Jogibär

Autor: Jemand (Gast)
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Anscheinend die Belichtungsvorlage.

idR. sollte man nach dem Belichten als bald als möglich das Ding 
entwickeln, soo lang sollte das Entwickeln schliesslich nicht dauern, 
dass man das verschieben muss. Nach dem Entwickeln kann man's dann 
prinzipiell ne ganze Zeit lang liegen lassen, ohne dass man dann nach 
dem Ätzen qualitativen Müll in der Hand hält.

Autor: Michael J. (jogibaer)
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Hallo,

naja ich frage bloß nach.

Ich kann dieses Problem bestätigen.

Ich benutze einen Tintenstrahldrucker und lege die bedruckte Seite
auf den Fotolack auf.
Wenn ich längere Zeit nach dem Belichten die Folie nicht entferne,
ist die Platine Schrott.
Anscheinend reagiert der belichtete Lack mit der Tinte, und die
Ätzbeständigkeit nimmt stark ab.


Weiß eigentlich jemand, wie sich genau der Lack verändert ?
( technisch fundiert !)

Jogibär

Autor: Andreas Kramer (Gast)
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Hab mal ne Frege hast du was über die Vorlage getan damit kein licht 
mehr an die Platine kommt ? Auch normales Licht entwickelt geringfügig 
^^

Gruß Andreas

Autor: Sebastian Eckert (Gast)
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Das wirft die Frage auf, ob die Druckertinte vielleicht alkalische 
Bestandteile oder Lösungsmittel enthält.

1. Theorie:
-----------
Fotolack, auch unbelichteter, wird durch starke Laugen zerstört, wie 
jeder weiß, der seinen Entwickler versehentlich schon mal zu stark 
angesetzt hat, und möglicherweise reichen Spuren von Glykol aus der 
Tinte, um den unbelichteten Lack anzulösen und seine Beständigkeit 
gegenüber dem Entwickler herabzusetzen. Da sich der Lack in Ethanol 
(Spiritus) oder Aceton leicht löst, ist er wahrscheinlich gegen andere 
organische Lösungsmittel nicht resistent.

Ich nehme an, der Fotolack wird im Entwickler dann vollständig 
aufgelöst?

2. Theorie:
-----------
Unbelichteter Fotolack wird möglicherweise durch längere 
Feuchtigkeitseinwirkung geschädigt. Schließlich enthält die Druckertinte 
trotz eines gewissen Lösungsmittelanteiils vorwiegend Wasser, zudem oft 
auch wasseranziehend wirkendes Glycerin, und ein Ausdruck wirkt oftmals 
trocken, obwohl die Tinte nur in das Papier eingezogen ist.

Gegen diese Annahme spricht, daß der Fotolack dem ebenfalls überwiegend 
wasserhaltigen Ätzbad lange standhält.

3. Theorie:
-----------
Die photochemische Reaktion, die den belichteten Fotolack löslich macht, 
setzt sich auch nach Ende der Lichteinwirkung fort, möglicherweise 
katalysiert durch unter Lichteinwirkung entstehende Reaktionsprodukte.

Man könnte zunächst annehmen, daß dies in Widerspruch zu der Beobachtung 
steht, daß der auf einer fertig entwickelten Platine befindliche 
Fotolack sich nicht von selbst zersetzt. Hierzu sind aber zwei Dinge 
anzumerken: Erstens wird die fertig entwickelte Platine kein zweites Mal 
dem Entwickler ausgesetzt - vielleicht übersteht sie das ja nicht, 
selbst bei dunkler Lagerung in der Zwischenzeit - und zweitens kann es 
ja sein, daß der Entwickler die zuvor erwähnten Reaktionsprodukte 
auswäscht und sich die allmähliche Selbstzersetzung des Fotolackes nach 
der Belichtung deswegen nicht fortsetzt.

4. Theorie:
-----------
Der Fotolack verliert auf Dauer auch durch Luftsauerstoff an 
Entwickler-Resistenz; die Schutzfolie schützt die Platinen auch davor.

Ein starkes Argument hiergegen ist allerdings, daß Effekte dieser Art 
bei aus der Spraydose aufgetragenen Fotolacken in der Vergangenheit 
schon oft zu Problemem geführt haben müßten.


Ein Versuch, der hier vielleicht weiterführt, wäre, zu überprüfen, ob 
das beschriebene Verhalten auch mit lasergedruckten Vorlagen auftritt. 
Wenn ja, kann man die Tinte als Ursache getrost vergessen.

Autor: Wolfgang Horn (Gast)
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Hi, Michael, Andreas und Jemand,

Danke.

Ja, Vorlage: Laserdrucker auf Transparentpapier, das starke und dünne 
Papier, das ich noch aus der Zeit der Zeichenmaschine kenne.
Tonerseite in Kontakt mit photopositiver Schicht.

Das ganze doppelt, einmal gleich entwickelt, das andere als Reserve 
gedacht, ist so wie belichtet mit Belichtungsvorlage drauf eine Nacht 
liegen geblieben.

Weitere Lichtquellen? Nachts, ein bißchen Natriumdampfgelb von der 
Straßenlaterne an die Decke und von dort Rückstreulicht. Scheint mir 
vernachlässigbar zu sein.

Michael, das halte ich für interessant - die Farbstoffe dünsten aus und 
beschädigen den Lack.

Überlegt hatte ich auch, ob das Belichten Ionen in der Photolackschicht 
freisetzt, die anschließend vagabundieren. Aber dann hätte eine Art 
Schatten erscheinen müssen.


Ciao

Wolfgang Horn

Autor: Sebastian Eckert (Gast)
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Ach ja, ein technischer Nachtrag: Meiner Ansicht nach ist der Fotolack 
ein Polymer mit Sollbruchstellen, langkettige Moleküle mit 
Doppelbindungen, die unter Einfluß der UV-Strahlung aufbrechen. Die 
dabei entstehenden kürzeren Ketten sind leichter löslich und werden 
daher vom Entwickler ausgewaschen.
Meinen bescheidenen Chemiekenntnissen nach liegt die Annahme nahe, daß 
diese UV-empfindlichen Sollbruchstellen auch durch andere chemische oder 
physikalische Einflüsse beeinflußt werden können.

Ansonsten ist natürlich Andreas' Frage so naheliegend, daß ich gar nicht 
darauf gekommen bin. Eine mit einem Tintenstrahldrucker erstellte 
Vorlage ist nie vollkommen lichtdicht. Auch normale Raumbeleuchtung oder 
Tageslicht führt zwangsläufig auf Dauer zu einer Überbelichtung, außer, 
wenn die Platine samt Vorlage dunkel gelagert wird.

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