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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik 20V~ -> 30V= Für Verbraucher ein Problem ?


Autor: Andi (Gast)
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Hallo

ich hoffe jemand kann mir Ahnungslosem etwas auf die Sprünge helfen. Und 
zwar habe ich hier ein altes Druckernetzteil mit einer Wechselspannung 
am Ausgang: 20V laut Aufschrift, ca 24V gemessen mit angeschlossenem 
Gleichrichter und Kondensator aber ohne Verbraucher.

Die einfache Gleichrichterschaltung besteht aus 8x 4001-Dioden (jeweils 
2 parallel wegen der Belastung) und einem dicken 4700µF/50V-Elko.

Jetzt habe ich dahinter mehr als 30 Volt gemesen. Denke das liegt am 
Elko, oder. soweit ja nicht ungewöhnliches da noch ohne Last. Schliesse 
ich jetzt aber die Pumpe an, welche gut Strom ziehen sollte, sollte die 
Spannung ja auch wieder entsprechend abfallen, oder ?

Gemessen -> Trotz Pumpenbetrieb ca 30 Volt

Kann mir das jemand erklären und mir sagen, ob das für die 24V-Pumpe ein 
Risiko darstellt ?

Danke

Autor: johnny.m (Gast)
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1.: Dioden parallelschalten ist Unsinn. Wenn Spezifikationen der 
verwendeten Dioden nicht ausreichen, dann welche für mehr Strom 
besorgen. Sonst fliegen die Dinger Dir um die Ohren...

2.: Eine 20V-Wechselspannung hat einen Scheitelwert von 20V * Wurzel(2) 
= 28,3V. Der Gleichrichtwert liegt bei mäßiger Belastung und 
ordentlicher Glättung nicht wesentlich darunter. Wenn Dein Netzteil 
schon mehr als 20V ausspuckt, sollte Dich das nicht wirklich wundern, 
wenn da 30V oder mehr rauskommen.

Autor: johnny.m (Gast)
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...3.: Ob Deine Pumpe das lange mitmacht, kann ich nicht sagen. 
Vermutlich aber eher nicht.

Autor: Andi (Gast)
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Ah, danke jetzt geht mir ein Licht auf. Wäre nie darauf gekommen, dass 
es möglich ist den Scheitelwert konstant zu halten, halt noch nicht 
allzuviel Theorie- und fast Null Praxiserfahreung :(

Lösung wäre wohl, dass ich ein kleineres Wechselspannungsnetzteil 
anschließe. 15V hätte ich noch da, müsste ja besser klappen.

Bei Widerständen verstehe ich, warum Parallelschalten von Mehreren eine 
Lösung sein kann, wenn man gerade keine anderen da hat. Und bei Dioden 
funktioniert das wohl nicht, da nichts da ist, was die Kontrolle 
übernimmt, durch welche Diode wieviel Strom fliesst oder wie darf ich 
das verstehen ?

Danke

Autor: Rolf Magnus (Gast)
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> Wäre nie darauf gekommen, dass es möglich ist den Scheitelwert konstant
> zu halten,

Ja, was denkst du denn, wozu du der dicken Elko da reingebaut hast?

Autor: johnny.m (Gast)
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> Und bei Dioden funktioniert das wohl nicht, da nichts da ist, was die
> Kontrolle übernimmt, durch welche Diode wieviel Strom fliesst oder wie darf > 
ich das verstehen ?
Dass man Dioden nicht parallelschalten darf liegt daran, dass erstens 
die Flussspannung der Dioden praktisch immer ein winziges bisschen 
unterschiedlich ist und dadurch die Diode mit der geringeren 
Flussspannung den meisten Strom abkriegt (und das kann wg. der Steilheit 
der Strom-Spannungs-Kennlinie der Diode bereits bei geringfügigen 
Abweichungen ganz erheblich mehr Strom ausmachen) und zweitens die 
Flussspannung einen negativen Temperaturkoeffizienten besitzt. Zweitens 
führt dazu, dass die Diode mit der geringeren Flussspannung, die ja 
bereits im Ausgangszustand mehr Strom führt, wärmer wird als ihre 
parallel geschalteten "Kollegen". Dadurch sinkt die Flussspannung 
nochmals und der Strom nimmt wieder zu und die Diode wird wärmer und die 
Flussspannung sinkt und es fließt noch mehr Strom und die Diode wird 
wärmer und... Tja, und irgendwann verabschiedet sich die betreffende 
Diode nach Indianerart. Und das wiederum führt dann dazu, dass die der 
Reihe nach die parallelgeschalteten Dioden ebenfalls abrauchen. Das geht 
dann nur noch ein bisschen schneller...

Prinzipiell kann man bei parallelgeschalteten Dioden die Stromaufteilung 
durch (kleine) Vorwiderstände symmetrieren. Das führt aber zu 
zusätzlichen Spannungsabfällen und Verlusten und sollte nur zu 
Experimentierzwecken gemacht werden, wenn es eilt und man grad keine 
anderen Dioden da hat. Ansonsten besser gleich ne größere Diode nehmen.

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