www.mikrocontroller.net

Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Reflexionen an Knotenpunkte


Autor: Richard (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
hallo,

ich hab einen externen Bus; an diesem werden mehrere Teilnehmer 
angeschlossen (z.B. SRAM, Flash, LCD, und eine Stiftleiste (mit der ich 
den Bus an andere Anschlussplatinen übertragen kann). Jede Abzweigung 
stellt eine Reflexion dar und verschlechtert somit auch das Signal 
selbst.

µC Datenbus 0----|-----SRAM
                 |-----Flash
                 |-----LCD
                 |-----Stiftleiste

schaltet man das trotz der entstehenden Reflexionen so? Welche 
möglichkeiten gibt es die Reflexionen einzudämmen?

Richard

Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ Richard (Gast)

>den Bus an andere Anschlussplatinen übertragen kann). Jede Abzweigung
>stellt eine Reflexion dar und verschlechtert somit auch das Signal
>selbst.

Alles relativ. Wie schnell ist denn der Bus?

>schaltet man das trotz der entstehenden Reflexionen so? Welche

Meistens ja.

>möglichkeiten gibt es die Reflexionen einzudämmen?

Terminierung, hier meist AC-Terminierung mit ~50 Ohm und 220pF.

MFG
Falk

Autor: Richard (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
noch eine frage zur AC-Terminierung: normalerweise terminiert man das 
Ende und den Anfang.

Wenn aber z.B. mein µC sich genau in der Mitte befindet von der 
Schaltung und die speicher links davon und der anschluss für den lcd 
rechts davon? Wo macht man dann diese AC-Terminierung?


SRAM---------------|-----|-----------LCD
                   |    µC
Flash--------------|


in büchern sieht man immer nur den fall der daisy chain aufgezeigt - wo 
es klar ist...

Richard

Autor: Stephan (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Am schnelleren Ende. Dürfte Dein RAM sein.

Oder Du routest korrekt, also von der CPU zum Speicher, dann 'rüber zum 
LCD. Ist meistens nicht notwendig, solche Verrenkungen zu machen, wenn 
Du richtig platzierst.

Stephan.

Autor: Richard (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
ok, d.h. man platziert die CPU immer am rande und von dort geht alles in 
eine bis zwei richtungen weg (aber nihcts in entgegengesetzter 
richtung)?

Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ Richard (Gast)

>noch eine frage zur AC-Terminierung: normalerweise terminiert man das
>Ende und den Anfang.

Ja.

>Wenn aber z.B. mein µC sich genau in der Mitte befindet von der
>Schaltung und die speicher links davon und der anschluss für den lcd
>rechts davon? Wo macht man dann diese AC-Terminierung?

Wie lang sind denn die jeweiligen Leitungen und mit welchen 
Anstiegszeiten sowie Frequenzen arbeitet das Ganze?

>in büchern sieht man immer nur den fall der daisy chain aufgezeigt - wo
>es klar ist...

Ist es das? Auch Daisy Chain hat seine Tücken. Adress-und Steuerbus ist 
klar, das ist unidirektional vom uC zu den RAMs etc. Terminierung am 
Ende. Aber was ist mit dem bidirektionen Datenbus? Dort braucht man 
theoretisch eine Terminierung an beiden Seiten. Das ist aber je nach 
Situation nur selten nötig, und wenn doch, dann sind die IO-Standards 
darauf ausgelegt (DDR-RAM mit SSTL etc.). Für "normale" uC mit 3.3V 
LVCMOS IOs braucht man selten Terminierungen.

MfG
Falk

Autor: Richard (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Wie lang sind denn die jeweiligen Leitungen und mit welchen
>Anstiegszeiten sowie Frequenzen arbeitet das Ganze?

arbeitet bei 33.33 MHz-Takt und die Anstiegszeiten betragen 10ns - die 
Leitungslängen (wenn der µC sich in der Mitte befindet) nach links und 
rechts ca. 3.5cm


>Für "normale" uC mit 3.3V LVCMOS IOs braucht man selten Terminierungen.

das hab ich acuh gelesen, dass diese Technologie so augelegt ist, dass 
man darauf verzichten kann - aber ausprobiert hab ich es noch nicht... 
ich arbeite selbst auch mit CMOS 3.3V

Richard

Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ Richard (Gast)

>arbeitet bei 33.33 MHz-Takt und die Anstiegszeiten betragen 10ns - die
>Leitungslängen (wenn der µC sich in der Mitte befindet) nach links und
>rechts ca. 3.5cm

Ahhh, da brauchst du dir keine Gedanken um Reflexionen machen.

Pi mal Dauem gilt.

Wenn die Laufzeit eines Signals länger als 1/6 der Anstiegszeit ist, 
kommen Reflexionen zum tragen.

Bei 10ns Anstiegszeit sind ~1,7ns Laufzeit zulässig.
Auf FR4 beträgt die Laufzeit ca. 5ns/m. Macht bei 3,5cm ~175ps.
Die Grenze wäre etwa bei 30cm. Das ist schon ne Menge.

http://www.signalintegrity.com

>das hab ich acuh gelesen, dass diese Technologie so augelegt ist, dass
>man darauf verzichten kann

Naja, das stimmt so nicht ganz. Sie ist eher NICHT auf Terminierung 
ausgelegt, und man sollte bei der Anwendung eben nur kurze Leitungen 
nutzen (nach obiger Anschätzung).

MfG
Falk

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.