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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Leistungsaufnahme Steckernetzteile


Autor: Winfried (Gast)
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Hallo,

ich hab mir ein neues Energiekostenmessgerät bei Conrad gekauft: Energy 
Check 3000. Dieses Gerät soll eigentlich Wirkleistung messen. Die Werte 
weichen aber gerade bei unbelasteten Trafo-Steckernetzteilen ziemlich ab 
zu meinem bisherigen Gerät - auch von Conrad, aber schon ca. 15 Jahre 
alt.

Deshalb mal die Frage, was ihr für typisch haltet: Ein recht groß 
gebautes Trafo-Steckernetzteil mit 12 V/1A unbelastet:

Neues Gerät: 0.6 Watt
Altes Gerät: 4 Watt

Ich traue im Moment meinem alten Gerät mehr. Hat jemand Erfahrungswerte?

Autor: JÜrgen Grieshofer (Firma: 4CKnowLedge) (psicom) Benutzerseite
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Ist da wirklich ein Trafo drinnen od. ein SNT?

Über den Daumen sagt man etwa 5-10% der Nennleistung, die 
Leerlaufleistung ist.

Ich würde eher dem neuen Gerät vertrauen... Vorraussetzung: Trafo

Autor: Winfried (Gast)
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Ja, ist definitiv ein ganz gewöhnlicher Trafo mit 50 Hz und viel Eisen 
:-)

Nicht dieser neumodische Kram ;-)

Autor: JÜrgen Grieshofer (Firma: 4CKnowLedge) (psicom) Benutzerseite
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Also von der alten Schule xP

Aber um es wirklich festzustellen wär eine U/I-Messung angebracht... 
Aber rein dem Gefühl nach würd ich dem neuen Gerät vertrauen.

Autor: Thomas B. (detritus)
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Einfach mal nach längerer Einschaltdauer die Hand draufhalten, den 
Unterschied zwischen 0,6 und 4W spürt man definitv...

Autor: Jorge (Gast)
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Ich habe ähnliche paradoxe Ergebnisse bei Funksteckdosen. Die haben in 
ihrem Netzteil einen Hochvoltkondensator in Serie um den grossen Trafo 
einzusparen. Jedenfalls bringt das die Leistungsmessung per 
Digitalvoltmeter total durcheinander. Wenn man zusätzlich zu diesem 
Steckernetzteil eine 8 Watt Glühbirne parallel schaltet wird es 
realistischer. Aus den vermeintlichen 4 Watt für die Funksteckdose 
werden dann erfreuliche 0,2 Watt im Leerlauf. Woran es genau liegt kann 
ich nur spekulieren. Wundern tut es mich jedenfalls nicht. Für die 
Leistungsmessung reicht eigentlich die Strommessung aus. Die 
Netzspannung ändert sich zwar unter Belastung - das kommt vom Widerstand 
der Kabel - berechnet wird aber nur was der Stromzähler anzeigt.

Deswegen ist es vielleicht ziemlich ärgerlich wenn solch ein Steckerteil 
den Stromzähler foppt. Das müsstest du mal überprüfen. Ich habe zu 
meinem Stromzähler leider und zum Glück für den Versorger keinen Zugang.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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Eine U/I-Messung wird nur leider nicht allzu viel bringen... (warum, 
lasse ich mal als Denksportaufgabe).
Die 0,6W erscheinen mir auch plausibler, auch wenn ich von den 
Conrad-"Messgeräten" soviel halte wie von dem Versuch, die 
Leerlaufleistungsaufnahme mit einer Schieblehre zu bestimmen.
Das alte Teil hat vielleicht 4Var gemessen...

@Jorge: Oh oh, da fehlen so ziemlich alle E-Technikgrundlagen... mit 
einem vernünftigen Leistungsgessgerät messen, dann kommt auch kein 
Unsinn heraus. Vernünftige Messgeräte erkennt man daran, dass sie 
>1.000€ kosten.
Der Zähler zählt übrigens ausschließlich WIRKleistung.

Autor: JÜrgen Grieshofer (Firma: 4CKnowLedge) (psicom) Benutzerseite
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Jorge wrote:
> Ich habe zu meinem Stromzähler leider und zum Glück für den Versorger keinen 
Zugang.


Mir gehts genauso xP



Ich bin generell von solchen "Energiesparhelfern" wenig überzeugt... Am 
besten die Zeit nehmen und die Geräte ausschalten!

Autor: JÜrgen Grieshofer (Firma: 4CKnowLedge) (psicom) Benutzerseite
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Tcf Kat wrote:
> Eine U/I-Messung wird nur leider nicht allzu viel bringen... (warum,
> lasse ich mal als Denksportaufgabe).

U/I/cos - Messung

Autor: Geniesser (Gast)
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Die Conrad Energy Check sind nicht schlecht. Die hatte die Stiftung 
Warentest auch schon mal lobend erwähnt bzw. die c't hatte mal 
Vergleichsmessungen angestellt. Ob der 3000er im 1 Watt bereich noch 
richtig misst würde mich auch interessieren, der Energie Monitor 3000 
(etwas teurer) soll das aber können.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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JÜrgen G. wrote:
> Tcf Kat wrote:
>> Eine U/I-Messung wird nur leider nicht allzu viel bringen... (warum,
>> lasse ich mal als Denksportaufgabe).
>
> U/I/cos - Messung

Aber nur bei sinusförmigen Strömen, also linearen Verbrauchern...

Wer wirklich GENAU Leistung messen will, geht mit der Stoppuhr an den 
Zähler...

Autor: Winfried (Gast)
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Ich habe mittlerweile auch schon so einiges in der Hand gehabt, was 
diese Energiekostenmessgeräte angeht, das meiste bis 20 Euro war total 
unbrauchbar. Teilweise wurde sogar die Scheinleistung gemessen, nicht 
die Wirkleistung, was dann genau die Effekte mit 
Kondensator-Billig-Netzteillösungen mitsich bringt (vorgegaukelter hoher 
Energieverbrauch, der nicht real ist.).

Die Conrad-Teile hingegen erscheinen mir die einzig halbwegs brauchbaren 
Geräte zu sein, die auch erschwinglich sind.

Ich hab schon überlegt, mir einen billigen alten Stromzähler zu 
besorgen, um über Langzeittests mal eine passende und preiswerte Antwort 
zu bekommen, was denn nun falsch anzeigt.

Strommessung bringt natürlich nichts, wie schon oben erwähnt wurde. 
Wirkleistung ist nicht so einfach zu messen.

Autor: Holger Krull (krulli) Benutzerseite
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Ich hatte einfach mal bei den Stadtwerken angefragt und die haben mir, 
ein meiner Meinung sehr gutes, Verbrauchsmessgerät für eine Woche 
kostenlos ausgeliehen.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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Überholte und neu kalibrierte Einphasen-Stromzähler gibt es komplett mit 
Zwischenstecker in guten Baumärkten für ca. 20€. Ich habe so ein Teil 
vor den PCs geklemmt.

Autor: Lothar (Gast)
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Ich schließe mich der Meinung von Tcf Kat an, nur am Zähler hängen noch 
diverse andere Geräte. Ob diese Zähler, die in der Regel schon sehr 
betagt sind auch wissen, was ein Stromflusswinkel oder extreme 
Phasenverschiebungen wie beim Kondensatornetzteil oder rein induktive 
Lasten wie ein unbelasteter Eisentrafo sind, keine Ahnung. Also einen 
separaten Zähler, der Art wirbelstromgebremster Aluscheibe einsetzen und 
nach 100 Stunden schauen, was passiert ist. Das ist vielleicht nicht die 
verbrauchte, aber mit Sicherheit die bezahlte Leistung.
Grüßle
Lothar

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Diese Zähler haben aber eine Mindestleistung die sie benötigen ehe sie 
sich drehen. Diese liegt meist irgendwo bei <1W, was normalerweise aber 
auch egal ist, da soviel in einem Haushalt immer fließt.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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Ein Ferrantis-Zähler misst sehr genau die verbrauchte Wirkleistung, 
reine Blindleistung, egal ob kapazitiv oder induktiv, juckt den nicht. 
Ebenfalls kommt der mit nicht-sinusförmigen Strömen zurecht, das 
Massenträgheitsmoment der Scheibe integriert das.
Übrigens haben diese Zähler auch einen geringen 
Wirkleistungseigenverbrauch, den zahlt aber das EVU... ;)

Edit @ benedikt: Yep, das berühmte "Leerlaufhäkchen" (schöne Frage für 
"Genial Daneben", nachdem letztens "Zombie-Prozess" dran war). Um das zu 
überwinden, reicht aber schon der immer laufende Klingeltrafo... ;)

Autor: Jorge (Gast)
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@Tcf Kat

Dass du irgendwo Recht hast mit cos phi weiss ich natürlich, ist mir nur 
gerade entfallen :-). Und wie schön dass es die Eulersche Identität 
gibt. Trotzdem wie bereits andere schon erwähnt haben: Den Stromzählern 
als mechanisches Teil traue ich in diesem Fall nichts aber auch gar 
nichts zu. Es funktioniert nur bei sinusförmig und auch nur 
einigermassen genau wenn die Messgrösse nennenswert ist. Wenn da mehrere 
Steckdosen dran hängen und auf ihre Weise interagieren dann möchte ich 
gerne wissen wie so ein Zähler darauf reagiert.

Wenn du es weisst ich bin neugierig:

Autor: Geniesser (Gast)
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So, hab gerade mal kurz gekramt und bin auch fündig geworden. Conrad 
Energie Check 3000 wurde in der c't 13/2003 auf Seite 67 kurz 
vorgestellt. Der Messfehler soll sich laut Angabe von Conrad unterhalb 
2500 Watt bei +/- (2 % + 2 W) bewegen. Ähem, damit wird es im 1 Watt 
Bereich etwas brenzlig. Die c't schreibt dazu folgendes:

"Die Leistungsaufnahme von Kleinverbrauchern wie ATX-Rechner im Standby 
(10 bis 20 Watt) zeigt es deshalb eventuell mit einer recht hohen 
relativen Abweichung an (8 bis 22 Watt). Verglichen mit dem 
Präzisionswattmeter LMG95 aus dem c't Labor schlug sich unser Prüfling 
aber recht gut: Mit einem PC-Netzteil (Coba AP-350X), siehe S. 186) als 
Verbraucher, das sekundär zwischen 50 Watt (einfacher PC als Router) und 
250 Watt (größeres Desktop-System) abgeben musste, wich das Energie 
Check höchstens um ein Watt nach oben oder unten ab. Bei Verbrauchern 
ohne PFC (siehe S. 186) kann die Differenz aber höher sein."

Sagt jetzt zwar nichts über die Genauigkeit bei sehr kleinen Leistungen 
aus, sieht doch aber ansonsten nicht so schlecht aus. Bei getakteten 
Verbrauchern ohne PFC (= uralt) wirds wahrscheinlich zum Schätzometer. 
Ich vermute mal, dass man mit dem Energie Monitor 3000 hier besser 
bedient ist, auch und gerade bei Verbräuchen um eins, zwei Watt.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Geniesser wrote:
> Bei getakteten Verbrauchern ohne PFC (= uralt).

Das würde ich mal als falsch bezeichnen: PFC ist erst ab 70W Vorschrift. 
Abgesehen von Notebook Netzteilen, hat nahezu jedes 
Steckerschaltnetzteil keine PFC. Das gleich gilt für VCR, DVD Player, 
usw.

Autor: Jorge (Gast)
Datum:

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http://de.wikipedia.org/wiki/Stromz%C3%A4hler

Also selber nochmal schlau gemacht Fer..

Autor: Geniesser (Gast)
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gibt hier auch noch mal eine kleine Übersicht aus der Computer Bild ( 15 
/ 2006 ). Leider kaum Einzelheiten, aber immerhin eine Rangfolge ;)

http://www.etest-wohnen.de/testb_testblock-39.html

Autor: Geniesser (Gast)
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>Das würde ich mal als falsch bezeichnen: PFC ist erst ab 70W Vorschrift.

jaja, hatte mich wie im Test der c't auf PC-Netzteile bezogen. Sollte 
sich außerdem als Hinweis auch das Datum von 2003 beziehen, da wurden 
auch noch Netzteile ohne PFC verkauft.

Autor: Dieter Werner (dds5)
Datum:

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@tcfkat:
> Ein Ferrantis-Zähler ...

ist wohl 'n Tippfehler

http://de.wikipedia.org/wiki/Ferraris-Z%C3%A4hler


Ich benutze zur Messung der Wirkleistung ein H&B Wattavi K, das geht 
recht ordentlich.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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@Jorge: Die Ferraris-Zähler sind sehr genau, auch bei 
nicht-sinusförmigen Strömen - sonst hätten die EVUs seit Einzug der 
Elektronik in den Haushalten ein ziemliches Problem. Nachdem ich dieses 
Thema aber mal in einem anderen Board bis zur Erschöpfung 
durchdiskutiert hatte, habe ich irgendwie keine Lust mehr darauf...

Edit @ dds5: Sorry, hast Recht, natürlich Ferraris. Ich hatte es falsch 
im Kopf.

Autor: Jorge (Gast)
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Ich möchte auch nicht rumnerven. Das Prinzip ist mir bekannt und ich 
habe sogar solche Zähler hier rumliegen (im Keller). Aus was 
Wirkleistung ist musste ich mir in der Mittelstufe von anderen nochmal 
erklären lassen.

>Die Ferraris-Zähler sind sehr genau, auch bei
>nicht-sinusförmigen Strömen.

Ja bei 100Watt aber nicht bei 0,2Watt-

>sonst hätten die EVUs seit Einzug der
>Elektronik in den Haushalten ein ziemliches Problem.

Die haben sowieso ein Problem. Wenn die Leute so wie ich Strom sparen 
(50% seit ich es mir in den Kopf gesetzt habe) dann bleibt ihnen nur die 
Erhöhung des Grundpreises sonst gibts keinen Urlaub mehr.


>Nachdem ich dieses
>Thema aber mal in einem anderen Board bis zur Erschöpfung
>durchdiskutiert hatte, habe ich irgendwie keine Lust mehr darauf...

Ich wünsche gute Erholung und alles Gute. Danke nochmals ich hatte die 
Auffrischung des Themas aufrichtig nötig.

nix für gutt

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Mal eine dumme Frage: Wie reagiert ein Ferraris-Zähler auf DC ? Im 
Prinzip ist das ja ein Wechselstrommotor. Wenn ich also meine ganzen PCs 
über eine Diode versorgen würde, hätte ich einen DC Anteil. Würde dieser 
auch gezählt werden ?

Autor: Reinhard Pölzleithner (Gast)
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nun ja ...

ich würde sagen, dass er weiterzählt. Da ja weiterhin ein sich 
veränderndes Magnetfeld entsteht. Wär aber sicher mal interessant das 
herauszufinden.

Nur als Anmerkung am Rande: es könnte dabei (vorausgesetzt es hängt 
hinter der Diode genug Leistung) zu EMV-Technischen Problemen kommen, da 
mit dem "Abschneiden" der 2. Halbwelle jede Menge Oberwellen entstehen.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Reinhard Pölzleithner wrote:

> ich würde sagen, dass er weiterzählt. Da ja weiterhin ein sich
> veränderndes Magnetfeld entsteht. Wär aber sicher mal interessant das
> herauszufinden.

Ich weiß, dass er sich weiterdreht. Die Frage ist halt, wie schnell.

> Nur als Anmerkung am Rande: es könnte dabei (vorausgesetzt es hängt
> hinter der Diode genug Leistung) zu EMV-Technischen Problemen kommen, da
> mit dem "Abschneiden" der 2. Halbwelle jede Menge Oberwellen entstehen.

Das ist klar, aber die sind weitaus weniger schlimm als die von 
Brückengleichrichter + Elko erzeugten Oberwellen, denn es ist immer noch 
ein sinus, bzw. die Hälfte davon.
Ich habe es auch nicht vor, dies zu machen, es ist nur eine theoretische 
Frage die mir bisher niemand beantworten konnte.

Es gibt ja mittlerweile diese elektronischen Stromzähler. Von Microchip 
gibt es da z.B. den MCP390x. Dieser besitzt intern einen Hochpass, um 
den Offsetfehler zu kompensieren.
Mit einem Fön (dessen 1. Leistungsstufe ja meist mit einer Diode 
realisiert ist), hatte ich mit einem MCP3909 mal die Leistung gemessen, 
und auf der 1. Stufe ist die Leistung genau halb so groß wie bei der 2., 
obwohl der Hochpass aktiv war.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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@Jorge: Das war nicht böse gemeint, aber der Thread zog sich über 
unendlich viele Posts, ging unter anderem darum, ob die Phasenfolge bei 
einem Drehstromzähler eine Rolle für die Drehrichtung spielt (tut sie 
nicht, da es sich um drei unabhängige Systeme handelt, und nicht ein 
Drehfeld erzeugt wird wie beim Drehstrommotor).
Mit der Messungenauigkeit bei sehr kleiner Leistungsaufnahme gebe ich 
Dir Recht, aber da wird es auch elektronisch aufwändig.
50% Einsparung halte ich für eine sehr sportliche Einstellung...

@benedikt: Oh Gott, das geht ja los wie in dem anderen Thread... :(
Doch, ich kann die Frage beantworten.
Einweggleichrichtung mit Diode macht keinen reinen DC. Reiner DC wäre 
di/dt=0, also ein zeitlich unveränderter Strom. Bei diesem DC wird 
während einer Halbwelle Energie dem Netz entnommen, in der anderen ins 
Netz zurück gespeist (Augenblickswerte multiplizieren). Die Summe ist 
also Null, der Zähler steht. Versuche, durch einen hohen DC die 
Stromspule des Ferraris in die Sättigung zu bringen, und damit den 
Zähler schachmatt zu setzen, funktionieren jedoch nicht.
Einweggleichrichtung mit Diode entnimmt den Netz Wirkleistung, und die 
zählt der Ferraris absolut zuverlässig!

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Tcf Kat wrote:
> Einweggleichrichtung mit Diode entnimmt den Netz Wirkleistung, und die
> zählt der Ferraris absolut zuverlässig!

Das heißt also, der Zähler zählt die volle Wirkleistung ?
Das würde dann gut zu dem Ergebnis passen, das ich mit einem induktiv 
gekoppelten (also AC Strommesszange) Wirkleistungsmessgerät gemessen 
habe.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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Ja, der Zähler misst genau die verbrauchte Wirkleistung... kein 
Schummeln möglich... ;)

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Tcf Kat wrote:
> Ja, der Zähler misst genau die verbrauchte Wirkleistung... kein
> Schummeln möglich... ;)

Außer wenn Spannung und Strom eine Gleichspannung sind...

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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Nein, auch bei Gleichstromentnahme misst der Zähler korrekt, siehe oben. 
Gleichspannung wirst Du dem Netz kaum aufzwingen können...

Autor: SNT-Opfer (Gast)
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Oder Strom und Spannung aus "irgendeinem Grund" nicht mehr in Phase 
sind.
Dann geht die Wirkleistung runter, die gemessene.
Stichwort Überkompensation, ist wohl aus dem Grund verboten ;-)

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Tcf Kat wrote:
> Nein, auch bei Gleichstromentnahme misst der Zähler korrekt, siehe oben.

Wie soll das gehen ?
"Die Wechselströme in den Magneten induzieren in der Metallscheibe 
Wirbelströme, die zusammen mit den magnetischen Flüssen ein Drehmoment 
erzeugen, das die Scheibe zur Rotation bringt"

Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Ferraris-Z%C3%A4hler

Autor: tcfkat (Gast)
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Oh man, das Mysterium Wirkleistungszähler, also nochmal: Die Phasenlage 
ist dem Zähler egal, es spielt keine Rolle, oder die Last kapazitiv oder 
induktiv ist. Es wird nur die tatsächlich verbrauchte WIRKLEISTUNG 
gezählt und gezahlt. Allerdings haben die EVUs nicht gerne zuviel 
Blindleistung im Netz, das führt zu realen R*I²-Verlusten; also entweder 
kompensieren, oder wie in der Industrie üblich über separate 
Blindleistungszähler die Blindleistung teuer bezahlen.

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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@benedikt: Bei reinem DC (di/dt=0!!!) wird ja auch keine Wirkleistung 
entnommen. Die Energie pendelt in jeder Halbwelle hin- und her, was bei 
Betrachtung der Augensblickswerte offensichtlich ist. Es kommt nichts 
heraus, was man als Kunde verwerten kann. Der Zähler zählt nichts, also 
richtig.
Einweggleichrichtung (kein DC im obigen Sinne) ist Energieentnahme, die 
korrekt erfasst wird.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Tcf Kat wrote:

> Einweggleichrichtung (kein DC im obigen Sinne) ist Energieentnahme, die
> korrekt erfasst wird.

Nicht unbedingt, les mal genau was ich geschrieben habe. Es gibt einen 
Sondernfall in dem ein Ferrariszähler nicht die Wirkleistung misst...

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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Ich habe alles gelesen, welchen Fall denn? Das mit dem MCP zählt nicht, 
ich rede von Ferraris... ich verstehe nicht, worauf Du hinaus willst.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Benedikt K. wrote:
> Tcf Kat wrote:
>> Ja, der Zähler misst genau die verbrauchte Wirkleistung... kein
>> Schummeln möglich... ;)
>
> Außer wenn Spannung und Strom eine Gleichspannung sind...

Autor: Tcf Kat (tcfkat)
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Ach so, ok. Ist aber in der Praxis unmöglich, weil, wie ich bereits 
sagte, die an der Spannungsspule des Zähles anliegende Wechselspannung 
durch das EVU vorgegeben wird. Du wirst es nicht schaffen, diese durch 
eine echte Gleichspannung (du/dt=0) zu ersetzen. Was Du hinter dem 
Zähler als "Gleichspannung" bezeichnest, interessiert nicht.

Autor: Unbekannter (Gast)
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Ganz einfach:

   Wirkleistung + Blindleistung = Scheinleistung

Der Zähler des EVUs misst Wirkleistung, egal wie groß der 
Blindleistungsanteil ist.

EVUs mögen hohen Blindleistungsanteil aber nicht, weil der für hohe 
Verluste ( P = R * I² ) in den Netzen sorgt (vor dem Stromzähler).

Autor: otto27 (Gast)
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Hallo,
nochmal zur Messung kleiner Ströme (17.09.07 ff):
Mit einem separaten mobilen Wechselstromzähler (WZ) habe ich meinen 
Haushalt komplett durchgemessen und bilanziert. Dabei komme ich auf eine 
nicht aufgeklärte Reststrommenge von ca. 30 Watt/h, egal zu welcher 
Uhrzeit. Habe diesen Grundverbrauch auf div. Kleinverbraucher 
zurückgeführt (PC, Radiowecker, Kaffeemaschine, Telefon, Kofferradio 
usw.) und diese systematisch mit dem obigen WZ geprüft: alle ergaben 
keinen Verbrauch.
Habe deshalb ein Meßgerät bei meinem Versorger ausgeliehen (WSE, Typ 
LVM210), erneut geprüft und in vielen Fällen Strom im Bereich 1,5 bis 
5,7 W gefunden. Merkwürdig ist dabei nur, daß bei diesem Gerät beim 
Zusammenschalten mehrerer Kleinverbraucher über eine Steckerleiste der 
Gesamtstrom immer kleiner ist als die Summe der Einzelströme (z.B. 6,8 
anstatt 7,9 W bzw. 7,5 anstatt 10,2 W).
Habe in einem weiteren Schritt 5 Kleinverbraucher über eine 
Steckerleiste zusammengeschaltet und dabei folgendes ermittelt (in 
Watt):

Verbraucher     LVM210 einzeln     LVM210 Summe     WZ über 23h
1               4,2
2               4,5
3               1,5
4               5,7
5               2,7
1 bis 5         18,6               13,2             13,5

Hieraus ergibt sich:
1) Die Einzelmessung kleiner Ströme mit dem LVM210 fällt zu hoch aus, 
ergibt aber ein Indiz, daß überhaupt Strom verbraucht wird. Bei 13 W 
ergibt sich gute Übereinstimmung mit dem WZ.
2) Der WZ fängt erst irgendwo zwischen 5 und 13 W an zu zählen. Ob dies 
mit dem sog. "Anlaufstrom" für WZ von üblicherweise 25 mA (entspricht 
5,75 W) zu erklären ist?
3) Kleine Ströme lassen sich theor. auch mit dem WZ messen (allerdings 
ungenau), wenn man jeweils zusammen mit einem bekannten Verbraucher mißt 
(um zusammen über die erforderliche Mindeststrommenge zu kommen) und den 
Gesamtmeßwert um den Wert des bekannten Verbrauchers reduziert (muß ich 
noch verifizieren).

Über Eure Stellungnahme würde ich mich freuen,

Otto

Autor: Peter Dannegger (peda)
Datum:

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@Otto,

diese Kleinstmengenungenauigkeiten sind pillepalle.

Rechne dochmal nach, wenn Du Waschmaschine, E-Herd, Staubsauger 
anschaltest sinds bestimmt 10kW, die der Zähler messen können muß.

Daß dann bei nur 10W (0,1%) Last erhebliche Meßfehler auftreten, ist 
normal. Es gibt keine idealen Meßgeräte bzw. der Zähler soll ja auch 
noch bezahlbar sein.

Oder möchtest Du lieber 50€ Grundgebühr im Monat mehr bezahlen für einen 
genaueren Zähler?


Peter

Autor: I_ H. (i_h)
Datum:

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http://de.wikipedia.org/wiki/Stromz%C3%A4hler

>Ferraris-Zähler zählen auch bei hohen Oberwellen- oder Blindstromanteilen der 
Verbraucher nur den Wirkstromanteil. Sind die Oberwellen oder deren Harmonien 
jedoch mit hohen Amplituden versehen, so kann es - je nach Frequenz - zu einer 
deutlich höheren Verbrauchsmessung kommen.

Autor: Alexander (Gast)
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Also das gleiche wie "otto27" habe ich auch mal gemacht. Aber zum Glück 
stand in meiner Reichweite ein "Zimmer LMG310" rum. Das ist das 
ultimative 3-Phasen Leistungsmeßgerät und kostet deshalb meines Wissens 
um die 10-15' Teuro. Damit stimmt's aber auch - bis auf die dritte 
Nachkommastelle. Wir haben dann zwei oder drei Baumarkt 
Energiekostenmeßgeräte verglichen und festgestellt, daß die (im unteren 
Bereich) allenfalls die Tendenz anzeigen können. Beispiele:
               Billig-Meßgerät <> LMG310
Trafonetzteil: 9W zu 2,5W
Kleinstnetzteile: 0 zu 1-2W
Notebook unbelastet: 22W zu 27W
Notebook belastet: 30W zu 29W
Irgendwas stimmt da net soo genau, deshalb springen die auch öfters in 
der Anzeige. Naja, die sollen halt auch die Spülmaschine vermessen 
können und ein umschaltbarer Meßbereich wäre da sicher von Vorteil.
Noch etwas wissenswertes: Schaltnetzteile, z.B. das Reichelt 1A Teil 
braucht  700mW im Leerlauf, eine Steckdosenleiste mit beleuchtetem 
Schalter 300mW, Nokia Trafonetzteile 820mW (beim Laden 5,5W), Siemens 
WLAN Router 8W mit SNT, 12W mit Trafonetzteil,...

Autor: otto27 (Gast)
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@ peda:
Ziel meiner Messungen war die syst. Suche nach Einsparmöglichkeiten. 
Dazu gehört eine Bestandsaufnahme. Die dabei gefundene "Grundlast" von 
30 W machte mich neugierig, stellt sie doch immerhin eine m.E. nicht zu 
vernachlässigende Strommenge von jährlich ca. 260 kWh dar. Außerdem 
wollte ich auch, daß meine Gesamtbilanz aufgeht.
Natürlich werde ich mich zuerst um die Optimierung der großen 
Verbraucher kümmern. Dazu melde ich mich später separat.

@ Alexander:
Ich habe mein Meßproblem gelöst. Wie in meinem Beitrag vom 02.11.07 
erwähnt, habe ich gemäß dortigem Pkt. 3 eine Differenzmessung 
durchgeführt, indem ich immer zusammen mit einer 15 W Glühlampe (Meßwert 
15,9 W) maß. Dabei zeigte sich, daß auch Geräte, die bei der 
Einzelmessung 0,0 W ergaben, Strom verbrauchten, wobei mein niedrigster 
gemessener Wert 0,4 W betrug. Die Meßwerte nach Differenzmessung waren 
gut reproduzierbar. Mehrere Geräte vereinigt über eine Steckerleiste 
ergaben in allen Fällen die Summe der einzeln gemessenen Werte.

@alle:
Vielen Dank für Eure Antworten.
Zu Punkt 2 meines Beitrages vom 02.11.07: Was bedeutet der "Anlaufstrom" 
eines Zählers? Versteht man darunter, daß der Zähler bei kleineren 
Strömen nicht anläuft, diese also nicht mißt? Begrenzt dieser Wert den 
unteren Meßbereich des Zählers?

MfG, Otto

Autor: Roland Z. (r-zimmermann)
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@otto27,

der "Anlaufstrom" des Stromzähler begrenzt tatsächlich den Bereich des 
Zählers nach unten. Bei einer Energieentnahme von sagen wir mal 1W läuft 
der nicht. Der Grund dafür ist daß das Feld zwischen den Feldwicklungen 
im Zähler nicht Stark genug wird um das Losbrechdrehmoment der 
Scheibenlagerung zu überwinden. Das ganze zählt natürlich nur für die 
elektromechanischen Direktzähler. Elektronische Zähler haben dieses 
"feature" nicht. Zugegeben große elektronische Meßwandlerzähler haben 
auch einen unteren totbereich, bei den Strömen die da gemessen werden 
sollte das aber kein Problem sein. :)

MfG
Roland

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