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Forum: Platinen KiCad vs. Altium Orcad und co

Autor: jupp (Gast)
Datum: 10.11.2007 12:05

Nach dem ich mir diesen Thread in Gänze antat stelle ich fest, dass es
offensichtlich einige User gibt, die mit sehr kostspieligen
professionellen Paketen arbeiten. Wie schön für Sie. In anbetracht der
zahlreichen Kritik frage ich mich gerade, für welche Zielgruppe KiCAD
wohl gedacht ist? Ob es wohl Unternehmen wie Siemens, Philips, DT-KOM,
usw sind, deren Budget der Entwicklungsabteilung es zulässt. CAD-Systeme
mit einem Wimpernzucken anschaffen, deren Preis locker mal 5 Stellig
ist, oder ob die Zielgruppe ehr Firmen oder Heim-Layouter/Bastler ist,
deren Platinen-Volumen evtl. mal eine oder zwei kleinere Leiterkarten
per Anno umfasst?
Man kann natürlich mit dem Kampfstern Galaktika auf eine Zitronenschale
schießen statt sie einfach aufzuheben und zu entsorgen. Die
Verhältnismässigkeit bleibt jedoch auf der Strecke.
KiCAD ist ein freies System - man muss es nicht benutzenaber aber man
kann. Wer einen 100%-Autorouter mit Optimierungsmethoden, und evtl. auch
noch ein Versionskontrollsystem braucht, der nehme bitte ca. €15000.-
und kaufe eine Lizenz eines ProfiPaks. Dort wird er alles finden. Die
Zeit sich einzuarbeiten, bevor die erste brauchbare Leiterkarte
produziert wird, will ich mal unbetrachtet lassen.
Allen anderen empfehle ich auch mal ein Blick auf KiCADm zu werfen. Es
kann noch nicht alles was ein gutes Cad ausmacht, aber es ist schon auf
einem gten Weg und für viele kleinere Projekte ist es brauchbar und kann
auch schon mal ein Eagle oder Protel ersetzten. (vedammt, jetzt spart es
ja sogar auch noch etwas Geld)

Ein Software Paket wie Altium Designer oder OrCad STD/PCB hat es bisher
nichts entgegen zu setzen. Ich glaube auch nicht, dass es das Ziel der
Autoren war, dies zu tun.
Wer Zugriff auf ein Profipaket wie Orcad, Altium oder bessere
CAD-Systeme (und die gibt es) hat, der möge die auch nutzen und sich
bitte nicht mit KiCAD beschäftigen. :-)

Timo, und da schliesse ich mich kommentarlos an, sieht KiCAD im
Marksegment von Eagle & Co.
Ich würde zu KiCad noch ergänzen wollen dass es eine Funktionalität
beinhaltet, die weder Protel noch Eagle unterstützt. Es sind
Streifenleitungen (Strip-Line). Jeder, der schon mal mit Frequenzen im
GHZ-Bereich gearbeitet hat wird sich darüber sehr freuen, denn es macht
immer viel Arbeit Streifenleitungen mit herkömmlichen CAD-Systemen zu
erstellen.
Profi-Pakte können sowas natürlich - kosten aber sehr sehr viel Geld.
Ein dicker Pluspunkt für KiCAD, und dass auch noch kostenlos.

Fazit:
Mir gefällt es und ich werde es auch einsetzten wenn der Bedarf da ist.
Sollte es mal nicht ausreichen, so werde auch auf ein kommerzielles
EDA-System zurückgreifen.
Autor: Roland (Gast)
Datum: 10.11.2007 12:51

Hallo,

Kann dir zustimmen.

Früher (ca.1980++) als "Anfänger mit 10 Jahren" hätte ich gerne mal ein
CAD gehabt. Traum!
Aber: kein PC, kein Internet, kein Geld, keine Ahnung, usw...

Erstes CAD war Eagle der frühen V2.x version.( Inoffizell!) mit vielen
Bugs, Cracks und Abstürzen. :-)

mfg
Roland

PS: Arbeite mit Eagle4.16 und Altium Designer6.7 beruflich!
Autor: Chris (Gast)
Datum: 10.11.2007 13:48

Ich bin eigentlich noch Anfänger auf dem Gebiet, da ich die paar wenigen
Layouts, die ich bisher gemacht habe, mit Sprint Layout realisiert
hatte.

Habe inzwischen mit dem einen oder Anderen System schon einmal
herumprobiert und war recht angetan von Kicad und den Möglichkeiten
dafür, dass es kostenlos ist. Allerdings gibt es da auch noch einige
Punkte, die mich wirklich stören.

- Die Software zickt hier und da, was die Verbindungen im Schlatplan
angeht, herum. D.h. ERC bringt Fehler, dass etwas nicht verbunden ist
und ich bekomme das auch irgendwie manchmal nicht hin.

- Beim verschieben im Schlatplan-Modul gingen glaube ich die Verbinungen
verloren .

- spärlich ausgestattetet Bibliotheken, ist ja nicht unbekannt, aber
glücklicherweise kann man ja Eagle-Lips exportieren.

- Voransicht bei der Bauteile-Auswahl fehlt mir auch

- Kann man eigentlich ein "µ" eingeben? Das letzte mal als ich dran war
wollte es nicht so, wenn ich mich recht erinnere

- Ansonsten finde ich die herauskommenden Schaltpläne recht hässlich,
aber das lässt sich verkraften.

- Gehäusezuordnung ich sehr unübersichtlich

- Nur mal so ein Gedanke, auch wenn ich es noch nicht praktisch
eingesetzt habe: Nimmt man einen NPN / PNP - Transistor (jeweils nur 1x
vorhanden) aus der Lib und will dann ein Gehäuse zuordnunen müsste man
ja dahingehend mitdenken, dass es da verschiedene Anschlussbelegungen
gibt (?)

- Undo-Funktion im Layout-Modus fehlt

- Ein Auto-Place würde ich mir noch wünschen. Klar, da kommt meist eh
nichts sinnvolles dabei raus, trotzdem ist es angenehmer, als wenn alles
auf einem Haufen sitzt und man zusehen muss, welches Gehäuse man jetzt
wieder mit der Maus erwischt hat.

Das mag jetzt alles nicht so positiv klingen, trotzdem sehe ich an der
Ein- oder anderen Stelle sogar gewisse Vorteile gegenüber sonst oft
verwendeten Programmen im "Lowcost-Bereich" (z.B. Eagle), welche für
mehrere k Euro hatte ich noch nicht in den Fingern.

Soweit die Meinung eines Noch-Noobs auf dem Gebiet ...
Autor: Andreas (Gast)
Datum: 10.11.2007 13:57

@Chris:
Würdest Du KiCad dem Sprint (+ev. SPlan) vorziehen?
Autor: Chris (Gast)
Datum: 10.11.2007 14:52

Du hast halt ganz andere Möglichkeiten, es bedarf aber auch
Einarbeitungszeit. Für sehr einfache Sachen würde ich weiter Sprint
Layout nehmen, es gibt auch Leute die designen aufwändigere Sachen noch
mit Sprint Layout.
Beispielsweise der Simplesizer, ein recht ordentlich ausgestatteter
analoger, monophoner Synthesizer, wurde vom Entwickler komplett in
Sprint Layout gelayoutet. Verständlicherweise hat sich aber auch der
ein- oder andere kleine Fehler eingeschlichen, der durch eine direkte
Verbindung zwischen Schaltplan und Layout eventuell vermeidbar gewesen
wäre.
Autor: Chris (Gast)
Datum: 10.11.2007 14:56

Kleine Ergänzung:
Die in der neuen Version von Sprint Layout inzwischen möglichen
Luftlinien dürften bei richtiger Anwendung (zunächst eine Art
Schaltplan, eben nur mit den Gehäusen statt Symolen, erstellen) das
Risiko, Fehler zu machen, noch einmal deutlichlich verringen.
Autor: Jupp (Gast)
Datum: 07.01.2008 00:57

Probleme habe ich nicht - schon gar nicht mit dem ERC. Der funktioniert
einwandfrei, bis jetzt jedenfalls. Mir fehlen noch ein paar
Bauteiledefinitionen zum produktiven Einsatz.Alle Standartteile sind
vorhanden und mit dem bauteileeditor ist ein Teil schnell definiert. Ein
paar kleinigkeiten wie ein Tastenfeld oder eine Inverterplatine für ein
LCD-Grafik Display habe ich schon erstellt.

Jupp

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