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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik MOSFET leitet immer von Drain nach Source? N-Kanal BS170


Autor: Funkenschlosser (Gast)
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Ich habe ein Problem mit einem N-Kanal Anreicherungstyp BS170. Der 
sollte ohne Gatespannung ja definitiv zwischen Drain und Source sperren. 
Selbst wenn ich den neu aus dem Paket nehme, ist die D-S Strecke 
niederohmig. Dann habe ich eine elektrostatische Aufladung vermutet und 
mal das Gate mit Source kurzgeschlossen. Trotzdem war D-S niederohmig. 
Was mache ich falsch?

Autor: Philipp Burch (philipp_burch)
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Verkehrt rum gemessen? -> BodyDiode. Wie misst du denn?

Autor: Funkenschlosser (Gast)
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Ich messe von Drain nach Source. Die Diode leitet ja nur von Source nach 
Drain, was ich auch überprüft habe. Also der MOSFET ist in beiden 
Richtungen durchlässig.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Wenn die Gate-Source Spannung wirklich 0V beträgt, dann ist er wohl 
wirklich kaputt.

Autor: Philipp Burch (philipp_burch)
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Ich meinte eigentlich, womit du denn misst. Mit einem Ohmmeter? Lass 
vielleicht mal ein kleines Strömchen fliessen. Wenn er dann immernoch 
niederohmig bleibt kannst du ihn wohl wegschmeissen. Oder es ist ein 
anderer Typ als du eigentlich meinst ;)

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Aber bitte "Ohne Gatespannung" nicht als Gate unbeschaltet verstehen.

Auch statische Ladungen auf dem Gate können den FET schon aufsteuern.

Am besten einen Ableitwiderstand zwischen G und S schalten, dann sollte 
der FET auch ordentlich sperren.

Autor: Funkenschlosser (Gast)
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Ich schalte mit dem MOSFET zum Test eine LED. Sie leuchtet also immer. 
Jetzt habe ich gerade durch Zufall gemerkt, dass wenn ich mit dem Finger 
eine Verbindung zwischen Gate und Source herstelle, der MOSFET plötzlich 
sperrt. Was hat das zu bedeuten? Ist er gesperrt und ich schließe das 
Gate gegen Masse kurz, so wird er wieder niederohmig und die LED 
leuchtet.

Das sieht jetzt irgendwie so aus, als wäre das ein Verarmungstyp. Aber 
ich habe nochmal das Datenblatt überprüft und es ist wirklich ein 
Anreicherungstyp, der ohne Gatespannung sperrt.

Es können doch kaum alle aus dem Paket defekt sein?

Autor: Aktivlautsprecher (Gast)
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Vielleicht hast du gefälschte Schrottware erhalten.

Autor: Funkenschlosser (Gast)
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@ Dieter Wernen

Wenn ich das Gate mit Source bzw. Masse kurschließen habe ich doch 
garantiert 0V am Gate. Da dürfte es doch keinen Unterschied machen, ob 
ich einen Ableitwiederstand nehme?

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Stammt der Mosfet zufällig von Pollin ?

Autor: yalu (Gast)
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Irgendwie habe ich noch nicht ganz verstanden, wie du den Mosfet nun
wirklich geschaltet hast:

> Dann habe ich eine elektrostatische Aufladung vermutet ...

Solange das Gate offen ist, hängt die Gate-Source-Spannung von allen
möglichen unvorhersehbaren Faktoren ab, es ist also Zufall, ob der
Mosfet leitet oder nicht.

> ... und mal das Gate mit Source kurzgeschlossen. Trotzdem war D-S
> niederohmig. Was mache ich falsch?

Dann sollte er eigendlich sperren.

> Ich schalte mit dem MOSFET zum Test eine LED. Sie leuchtet also
> immer.

Ich nehme an, die LED liegt zusammen mit einem Vorwiderstand zwischen
der positiven Versorgungsspannung und Drain des Mosfets, und Source
ist mit Masse verbunden. Wenn nicht, poste doch mal deine
Testschaltung.

> Jetzt habe ich gerade durch Zufall gemerkt, dass wenn ich mit dem
> Finger eine Verbindung zwischen Gate und Source herstelle, der
> MOSFET plötzlich sperrt.

Wenn du, wie oben geschrieben Gate mit Source kurzgeschlossen hast,
kann doch der Finger überhaupt nichts mehr bewirken. Oder ist das Gate
jetzt wieder offen? Dann wäre ja alles in Ordnung.

> Ist er gesperrt und ich schließe das Gate gegen Masse kurz, so wird
> er wieder niederohmig und die LED leuchtet.

Wenn, wie ich oben vermutet habe, Source auf Masse liegt, ist das doch
fast das Gleiche wie wenn du mit dem Finger Gate und Source
verbindest. Aber vielleicht reden wir aneinander vorbei und du
solltest doch mal die Schaltung posten.

> Wenn ich das Gate mit Source bzw. Masse kurschließen habe ich doch
> garantiert 0V am Gate. Da dürfte es doch keinen Unterschied machen,
> ob ich einen Ableitwiederstand nehme?

Wenn Source auf Masse liegt, sollte es (im Rahmen dieses Tests, wo die
Größe des Widerstands keine Rolle spielt) das Gleiche sein, ob du

- Gate mit Source kurzschließt
- einen Widerstand von Gate nach Masse legst
- mit dem Finger Gate und Source verbindest, wobei du hier darauf
  achten solltes, dass der Übergangswiderstand nicht zu riesig ist,
  also vorher vielleicht etwas Spucke auf den Finger ;-)

Autor: Netbird (Gast)
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Der "Hau-Ruck"-Test:

LED + Vorwiderstand zwischen Drain und +, Source an Masse, dann
- Hand zwischen Gate und +: LED leuchtet!
- Hand zwischen Gate und Source: LED leuchtet nicht.

Nach kurzer Zeir wird vermutlich dann die LED wieder leuchten, weil sich 
das Gate statisch auflädt.

Autor: Funkenschlosser (Gast)
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Also ich habe jetzt gerade nochmal alles fest verdrahtet:

Masse an Gate => LED leuchtet
+5V an Gate => LED leuchtet
Finger an Gate => LED flackert, bleibt manchmal aus
Finger zwischen Gate und Masse => LED flackert, bleibt manchmal aus
Finger zwischen Gate und +5V => LED leuchtet

Wobei die Sache mit dem Finger aber mehr Zufall ist. Vorallem der erste 
Fall verwirrt mich.

Autor: Funkenschlosser (Gast)
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Hier nochmal die Schaltung:

[img]http://www.sinusforschung.org/MOSFET.bmp[/img]

Autor: anonymous (Gast)
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Kann es sein, dass du mit deinem Finger auch auf's drain kommst? In dem 
Fall ist das Gate auf ungefähre halben potential und ändert sich mit dem 
Fingerdruck.

Autor: yalu (Gast)
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Ok, wenn dein Aufbau tatsächlich deinem Bild entspricht, keine
Wackelkontakte, Kurzschlüsse o.ä. hat und die LED leuchtet, wenn du
das Gate mit einem Stück Draht wackelkontaktfrei auf GND legst, dann
sind deine Mosfets entweder hinüber oder keine BS170.

Du kannst auch mal den Übergangswiderstand zwischen G und S bzw. G und
D in ausgebautem Zustand messen. Ist dieser Widerstand deutlich
endlich (also kleiner 1 Megohm), ist die empfindliche Isolierschicht
auf Grund von zu vielen Volts verletzt worden. Aus einem nahezu
unendlichen Widerstand kannst du allerdings nicht schließen, dass das
Teil noch in Ordnung ist.

Autor: Funkenschlosser (Gast)
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Ich habe jetzt erstmal neue bestellt (diesmal nicht von Conrad). Dann 
schauen wir mal weiter.

Autor: Funkenschlosser (Gast)
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Ich habe das Problem jetzt so ziemlich eingegrenzt! Die MOSFETs sind 
wohl durch statische Aufladung gestorben. Ich habe mich richtig geerdet 
und den letzten aus dem Paket geholt und er funktionierte so wie 
erwartet!

Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Auch MOSFETs von Pollin funktionieren in aller Regel einwandfrei - nur 
um mal eventuellen Gerüchteköchen entgegenzutreten. Die etlichen, die 
ich mir dort geordert hatte, sind alle in Betrieb und laufen.

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