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Forum: Mikrocontroller und Elektronik AVR32: Wofür entwickelt?

Autor: mr.chip (Gast)
Datum: 22.12.2007 20:15

Hallo

Man sagt ja, Atmel habe die AVR32-Architektur nur entwickelt, um für
einen sehr grossen Auftrag die Lizenzgebühren an ARM zu sparen. Die
enthaltene Peripherie lässt auf irgend etwas multimediafähiges,
beispielsweise eine Handheld-Spielkonsole schliessen. Da es sich um
riesige Stückzahlen handeln muss um eine Neuentwicklung gegenüber der
Lizenzierung zu rechtfertigen, wird wohl ein recht grosser Hersteller
dahinter stecken, irgend ein in grosser Stückzahl hergestelltes
Consumer-Gerät liegt nahe. Weiss jemand, wofür konkret die AVR32
entwickelt wurden? Und ist dieses Gerät bereits im Handel?

Gruss

Michael
Autor: Verwirrter (Gast)
Datum: 22.12.2007 22:42

Keine Ahnung, aber wie hoch wird wohl die Lizenzgebühr sein und wieviele
Mannjahre stecken im Design eines 32-Bit-Prozessors mit allem was dazu
gehört? Ich meine jetzt nur so zur Abschätzung der Stückzahl, müssen ja
dann schon ein paar Millionen sein...
Autor: Andreas Kaiser (a-k)
Datum: 22.12.2007 22:48

Bei 8051 vs AVR hat diese Strategie immerhin voll eingeschlagen. Aber
AVR war wenigstens eine deutliche Innovation, während AVR32 sich nicht
allzu sehr von ARM/Thumb2 oder MIPS16 abhebt.
Autor: Sascha (Gast)
Datum: 29.12.2007 11:14

Hallo, intressantes Thema, das habe ich mich allerdings auch schon
gefragt.
Das Atmel damit Lizensen umgehen wollte glaube ich nicht, der Aufwand
steht da in keinem Verhältniss ??? Wenn man bedenkt, das die Entwicklung
von ARM9 und aufwärts sehr rasant geht, könnte es auch ein umstritener
Alleingang werden. Oder Atmel hat sich da mehr versprochen und versucht
es letzt endlich über den Preis zu regulieren. Weil eins ist klar, der
Preis macht die Musik und nicht die Technik. Übrigens finde ich es
bemerkenswert, das schon in manchen Allerweltskatalogen der AVR32 zum
verkauf steht. Also versucht man das Ding stark zu Puschen. Nur schade,
das die flash Controller noch keinen Grafikkontroller mit embedded RAM
haben. Sonst wäre es auch für mich intressanter. Ich habe da auf einer
Messe mal einen Preis aufgeschnappt, wo es um sehr hohe Stückzahlen ging
ich glaube der lag dann so bei 4$. Also war die Absicht eigentlich schon
da für MP3-Player und Handy in den Konsumermarkt einzusteigen.
Aber vorerst mache ich mit ARM und Renesas weiter.
Autor: Thilo M. (power)
Datum: 29.12.2007 11:19

Scheint irendwie 'ne eierlegende Wollmilchsau zu sein! Riecht stark nach
Handy.
>Nur schade, das die flash Controller noch keinen Grafikkontroller mit embedded
RAM haben.
Es gibt ja auch die Entwicklungsboards:
http://shop.embedit.de/product__590.php

Für den Preis ist schon einiges drauf!
Autor: Markus (Gast)
Datum: 29.12.2007 11:36

Handy, kleine Multimediakonsolen usw. Die Funktionalität ist nicht neu,
aber der Stromverbrauch im Vergleich zum Takt und der Rechenleistung
sieht schon besser aus als bei ARM9, zumindest soweit ich das bisher
sehen konnte.

Interessant finde ich auch das mit den AT32UC3 gleich eine Konkurenz zu
den ARM7 aufgestellt wird. Ich bin mal darauf gespannt was die kosten
werden.

Mal gespannt ob die ähnlich erfolgreich werden wie die AVR
Autor: Sascha (Gast)
Datum: 29.12.2007 19:03

Hallo,
@Markus schau mal rein bei Schukat (www.schukat.de) das habe ich zum
bleistift gemeint. Dort müssten auch preise zu sehen sein, also in
meinem Katalog liegen die um ca 9€.
Autor: Albi G. (deralbi)
Datum: 29.12.2007 19:56

Der Stromverbrauch machts. Ich verbaue 2 von den Dingern in einem
Mp3-Player-Projekt. Ausgerechnet habe ich mir <25mA bei voller
Lautstärke. Das kann kein anderer Prozessor toppen. Ich glaubs zumindest
nicht ;-)
Autor: Sascha (Gast)
Datum: 30.12.2007 11:47

Hallo Albi,
warum gleich zwei ? (welche Strategie ist dahinter ?)

Der Stromverbrauch ist natürlich einzigartig genial, muss man lassen.
Mir welchem Takt laufen die ? Quarz und PLL ?
Würde mich stark intressieren.

Gruß Sascha
Autor: Stephan (Gast)
Datum: 30.12.2007 12:19

>Ausgerechnet habe ich mir <25mA bei voller Lautstärke.
>Das kann kein anderer Prozessor toppen.


Ziemlich sinnleere Aussage.
Welche Lautstärke denn?
200dB?
Autor: schmieri (Gast)
Datum: 30.12.2007 12:23

Was hat denn die Lautstärke mit dem Leistungsverbrauch des Controllers
zu tun????
Autor: Sascha (Gast)
Datum: 31.12.2007 10:56

So also, ich habe mal bei Atmel in den Datenblätter folgendes
gefunden....
CPU Clock / Stromaufnahme eines AVR32 Flash Prozessor der aus dem Flash
arbeitet:
12MHz ohne PLL 9mA
24MHz mit PLL 16mA
36MHz mit PLL 23mA
60MHz mit PLL 37mA

So ich denke um MP3 vernünftig laufen zu lassen braucht man schon 60MHz.
Und ein Stereodac braucht bestenfals ca. 30mA eventuell mit Headphone
Amplifier.
Mein Vorschlag Ti TLV320AIC23BPW, weil der auch am SPI Port im DSP-Mode
geht.
(I2S nicht unbedingt notwendig)
Und nicht zu vergessen eine SD oder MMC braucht mindestens 90 bis 200
mA.

Also dürfte das Rätsel gelöst sein oder ?

Was... noch ein Display ?????


Gruß Sascha
Autor: Stephan (Gast)
Datum: 31.12.2007 11:03

Tja, wenn dann noch ein Display dazukommt, dann ist es ja Wurst, ob der
Controller 10mA mehr oder weniger braucht. Dann greife ich lieber zu
einem de-facto-Standard wie ARM7/9/M3. Da ist dann auch die Auswahl an
Derivaten größer.
Autor: Robert Teufel (Gast)
Datum: 31.12.2007 11:18

Zum Thema Stromverbrauch und 32-bit Einstiegs-Micros:

Also ich weiss nicht, der STM32, der SAM7 oder ein LPC2106 sind da doch
recht aehnlich. Unsere Messungen mit dem 2106 bei 60 MHz vom Flash waren
immer unter 40 mA, alle Peripherals mit Takt versorgt aber nicht aktiv.
Somit koennte der Strom nochmals um ein paar mAs gesenkt werden aber
nicht mehr allzuviel. So wie ich das DS des STM32 verstehe, braucht die
CPU (Peripherals disabled) bei 72 MHz gerade mal 32.8 mA.

Da ich noch nicht mit dem AVR32 gearbeitet hab, kann ich nichts ueber
dessen Leistungsfaehigkeit basierend auf eigener Erfahrung aussagen,
aber der Strom alleine machts sicher nicht aus.

p.s. der LPC2106 is 4 Jahre alt und hat einen Wert im Datenblatt von
typisch 30 mA (und das an einem 1,8V Eingang), also lediglich 50-60 mW.

Das Rad wurde sicher nicht neu erfunden mit dem AVR32 aber es scheint
trotzdem eine Architektur mit gewissen Staerken im Consumerbereich zu
sein. Negativer Seiteneffekt Consumer, nicht gerade sehr langlebig.

Robert
Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
Datum: 31.12.2007 12:04

schmieri wrote:
> Was hat denn die Lautstärke mit dem Leistungsverbrauch des Controllers
> zu tun????

Ähem, das ist nicht ernst gemeint oder?

Wofür haben die Autos von den Spasselakken, die ordentlich "RUMS" machen
sollen denn immer die dicken Kondensatoren und Autobatterien, sowie
Lichtmaschinen drin?
Autor: opacer (Gast)
Datum: 31.12.2007 12:52

@Simon
Deine Antwort ist aber wohl der eigentlich Scherz.

Die Lautstärke treibt den Stromverbrauch allgemein bzw. den des
DA-Wandler hoch, dem Verbrauch des Controllers, der die Daten lediglich
über I2S (o.ä.) weitergibt ist die Lautstärke relativ egal. Außer der
betreffende Controller hätte einen Amplifier integriert. Aber selbst
dann hat der Verbrauch des eigentlichen Cores nix mit der Lautstärke zu
tun.
Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
Datum: 31.12.2007 12:59

opacer wrote:
> @Simon
> Deine Antwort ist aber wohl der eigentlich Scherz.
>
> Die Lautstärke treibt den Stromverbrauch allgemein bzw. den des
> DA-Wandler hoch, dem Verbrauch des Controllers, der die Daten lediglich
> über I2S (o.ä.) weitergibt ist die Lautstärke relativ egal. Außer der
> betreffende Controller hätte einen Amplifier integriert. Aber selbst
> dann hat der Verbrauch des eigentlichen Cores nix mit der Lautstärke zu
> tun.

Hehe, du Scherzkeks. Natürlich steigt der Stromverbrauch des
Mikroprozessors nicht, wenn man den Verstärker hintendran lauter
dreht...

Aber ein Lautsprecher/Kopfhörer braucht auch Strom. Und wenn man mehr
"LAUT" will, braucht man zwangsläufig auch mehr Strom.
Autor: Arc Net (arc)
Datum: 31.12.2007 14:19

> So ich denke um MP3 vernünftig laufen zu lassen braucht man schon 60MHz.

Der uralte (2000) Implementation von ARM benötigt bei 320 kBit/s MP3s 29
MHz auf einem ARM7TDMI (1).

> Und ein Stereodac braucht bestenfals ca. 30mA eventuell mit Headphone
> Amplifier.

Das lässt sich mit besser geeigneten Codecs/DACs drastisch reduzieren.
Z.B. AK4366, X3006 oder z.B. PCM1770 liegen ohne Last zw. 5 mW und 9 mW

1. "An Optimised Software Solution for an ARM Powered MP3 Decoder"
Autor: Peter Dannegger (peda)
Datum: 31.12.2007 15:08

Sascha wrote:

> So ich denke um MP3 vernünftig laufen zu lassen braucht man schon 60MHz.

Nö, es reicht ein 8Bit 8051 mit max 24MHz voll aus.

Z.B. Atmel AT85C51SND3


Peter
Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite
Datum: 31.12.2007 15:25

Das MP3-dekodieren erledigt beim AT85C51SND3 ein Coprozessor, nicht der
8051.
Autor: Sascha (Gast)
Datum: 01.01.2008 16:15

Ahh hört sich ja gut an (MHz Take bei ARM für MP3), den AT89C51SND1C
habe ich auch in meiner Bastellkiste, scheint für einen MP3 Player ganz
gut zu reichen.
Aber ich suche auch noch Ogg-Vorbis für ARM, kennt da jemand was ?

Der AVR32 unterstützt mit seiner Registervielzahl schon manches besser
bis hin zur MP4 optimierung, aber da tut sich für mich schon die Frage
auf, wass mann alles an Tools $$$ braucht. Sicherlich ist er für
Ogg-Vorbis auch besser geeignet als ein ARM7.
Autor: Rolf Magnus (Gast)
Datum: 03.01.2008 19:45

> Aber ich suche auch noch Ogg-Vorbis für ARM, kennt da jemand was ?

Für ogg halt die libogg, für vorbis tremor.
Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite
Datum: 03.01.2008 19:59

Dafür sollte es aber schon ein ARM9 mit > 100 kB RAM sein.
Autor: loeter (Gast)
Datum: 03.01.2008 20:16

Um die Frage zur Umgehung einer Lizensierung des ARM zu beantworten. Im
AVR32 steckt ein lizensierter MIPS Kern. Microchip hat den Kern aber
noch etwas angepasst und um seine Peripheriebausteine erweitert. Ob das
nun billiger oder teurer ist als ARM kann ich nicht sagen.
Eine reine Neuentwicklung ist der Kern jedenfalls nicht, was auch unklug
wäre. Mit der jetzigen Lösung habe sie den Vorteil, dass es von jetzt
auf Nachher jede Menge erprobte Compiler, Entwicklungsumgebungen,
Libraries und, und und für den AVR32 gibt. Ich bin mal gespannt wer als
erster ein kleines Linux auf dem AVR32 bootet. Da es vermutlich einen
MIPS Port gibt, dürfte es nicht viel dazu brauchen.
Autor: Karl (Gast)
Datum: 03.01.2008 20:26

Schlechtes Gras geraucht? AVR32 != Microchip. Da war doch was mit einem
PIC32 und MIPS Kern.
Autor: loeter (Gast)
Datum: 03.01.2008 20:28

Uoops,

sorry habe grad meinen Freudschen Fehler entdeckt, habe AVR32 gelesen
und PIC32 gedacht. Also vergesst das letzte Posting einfach. Ich meinte
den PIC32, und nehm mir vor in Zukunft die Threads etwas langsamer zu
überfliegen.
Autor: Uwe ... (uwegw)
Datum: 03.01.2008 20:48

loeter wrote:
> Ich bin mal gespannt wer als
> erster ein kleines Linux auf dem AVR32 bootet.
Auf die Idee ist Atmel auch schon gekommen. Gibts als fertiges Eval-Kit:
http://atmel.com/dyn/products/tools_card.asp?tool_id=4102
Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite
Datum: 03.01.2008 20:57

Die PIC32 haben nur sehr wenig RAM und keinen externen Bus, ein
Linux-Port dürfte zumindest mit den aktuellen Modellen aussichtslos
sein.
Autor: Sascha (Gast)
Datum: 04.01.2008 18:15

Hallo, hat von euch schon jemand den Mips Kern der im PIC32 ist genauer
betrachtet ?????
Ich finde das Ding ultra beknakt wenn man nur die teilweise
schwachsinnigen assembler Befehle anschaut......besonders den multiplay.
Da lobe ich mir doch den ARM7TDMI mit seinem 32x32 bit multiplizierer
auf 64 bit.
Ich verstehe das auch nicht das Microchip da immer eine extra Wurst
machen muss, warum nicht ARM7 ? Dann würden die doch viel mehr verkaufen
?!?

Aber der AVR32 ist da schon eher der vorzugskandidat.

Grüßle

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