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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik ARM startup Code und Linkerscripte


Autor: Thomas Otto (tarzanwiejane)
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Hallo,

momentan bin ich dabei mich in die ARM-Programmierung einzuarbeiten. Ich 
habe mir als Einfuehrung auch schon das ARM-gcc-tutorial hier aus dem 
Forum durchgelesen. Dort wird empfohlen nur die von "uns" getesteten 
Startups und Linkerscripte zu verwenden um unschoene Effekte zu 
vermeiden. Nu ist die Frage wo finde ich diese von "uns" getesteten 
Scripte? Im speziellen Suche ich die fuer den LPC2138.
Ja man koennte jetzt zu Keil klauen gehen, aber wie ists denn wenn man 
seine Projekte als open source rausgeben sollte? Das ist doch mit 
Sicherheit problematisch.
Gibts vielleicht offen verwendbare vom Hersteller?

cu Tarzanwiejane

Autor: Robert Teufel (Gast)
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Tja ist schon witzig, es ist OK die Keil Startups und Beispiele in ein 
kommerzielles Projekt einzubauen aber es ist (natuerlich) nicht erlaubt 
einen Code, der von jemand mit Copyright versehen ist, ploetzlich als 
Open Source zu deklarieren, so wie das andesrum auch nicht geht.

Da prallen zwei Welten aufeinander, diejenigen, die irgendwann in einem 
Lebensabschnitt Code erzeugen der fuer die ganze Welt bestimmt sein soll 
und diejenigen, die ueber sehr viele Jahre ihren Lebensunterhalt mit 
Software verdienen muessen.

Ich weiss, dass mindestens bis 2007 bei NXP keine eigenen Start Ups 
generiert wurden, die jetzt als Open Source zur Verfuegung gestellt 
werden koennten. Vielleicht ist das bei Atmel und ST ander, weiss ich 
nicht.

Robert

Autor: Martin Thomas (mthomas) (Moderator) Benutzerseite
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Das arm-gcc Tutorial im Wiki ist etwas in den Kinderschuhen stecken 
geblieben. Es gibt halt bis auf die Verwendung der eigentlichen 
Toolchain nicht so sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen 
Controllern sobald es um die Verwendung integrierter Funktionen geht. 
Tutorial würde sehr ausführlich und wahrscheinlich hat niemand die Zeit 
dafür.

Bin kein Experte für Lizenzfragen, dennoch ein paar Anmerkungen. Hoffe, 
alle Hunde bleiben in Nachtruhe:
Habe mir schon Beispielcodes von einigen Herstellern von Controllern und 
Compilern angesehen (nicht nur für solche mit ARM-core). In Sachen 
Lizenz ein ziemliches Wirrwar.
Anfangs habe ich auch oft - wie viele andere - für Experimente mit der 
GNU-Toolchain für ARM auf Beispiele von Keil für die GNU-Toolchain als 
Vorlage zurückgegriffen. Es gab halt wenig anderes. Aber irgendwann 
tauchten zusätzliche Kommentarzeile in Keil-Beispielcode auf: "This 
software may only be used under the terms of a valid, current, end user 
licence from KEIL for a compatible version of KEIL software development 
tools. Nothing else gives you the right to use this software." Danach 
einen Bogen um diese Codes gemacht, was ich hiermit auch dem OP 
empfehle. Hat man nun als jemand der gelegentlich mit der Eval-Version 
(nicht kommerziell) spielt das Recht den Code zu verwenden (to use)? 
Wenn nicht, warum liegt dann überhaupt Beispielcode bei? So man denn 
auch als Eval-User eine "Evaluierungslizenz hat", dann könnte man den 
Code auch verwenden. O.k. rhetorische Fragen, jemand von Keil/ARM wird 
sich kaum in dieses Forum verirren. Sicher hat sich bei Keil jemand 
Arbeit gemacht aber die Arbeit beim Startup-Code bestand wohl 
vermutlich, zumindest zu ADS-Zeiten, meist darin, vorhandenen 
Startup-Beispielcode von Controllerherstellern zu nehmen und um 
Textmarken für den uVision-Wizard zu erweitern. So unähnlich sind die 
Startup-Codes in MDK-ARM eval und EWARM-KS nicht, abgesehen von den 
Toolchain-spezifischen Anpassungen. Es gibt ja einen technisch 
erforderlichen kl. gemeinsamen Nenner aus ein paar Zeilen 
Assembler-Code. Mit startup-code verdient - hoffentlich - niemand seinen 
Lebensunterhalt, mit der Bereitstellung einer anwenderfreundlichen IDE 
und eines guten Compilers hoffentlich möglichst viele. Angepasster 
Startup-code ist dann Mittel zum Zweck. Dennoch: zumindest der Text in 
den Codes von Keil lassen wenig/keinen Spielraum, also besser kein 
"copy-paste". Jetzt, da Keil zu ARM gehört, ist es auch nicht wirklich 
gut nachvollziehbar, warum man derartige Restriktionen auferlegt.
- Anwender die einen Cross-Compiler unter Linux betreiben werden 
ausgeschlossen. MDK-ARM ist "MS-only"
- Anwender die sich MDK-ARM nicht leisten können werden ausgeschlossen
- Anwender die eine andere Toolchain nutzen müssen werden ausgeschlossen
Kann alles nicht wirklich im Sinne von ARM als Prozessorlizenzverkäufer 
sein, sicher aber im Sinne von ARM als Compilerverkäufer. Wird wohl der 
Grund sein.

Wie auch immer, zurück zur eigentlichen Frage: die Kommentare im Code 
sind eindeutig und man sieht besser davon ab, Startup-Code von Keil zu 
portieren, kann sich ja dennoch davon inspirieren lassen. Man muss 
ohnehin für GNU einiges mehr beim Startup erledigen, was bei Realview 
durch Libraryfunktionen realisiert wird (z.B. data-copy, bss init) und 
einen "open-source" Wizard ähnlich dem in uVision gibt es meines Wissens 
ohnehin nicht. Bei nxp.com gibt es ein Code-Bundle für LPC213x/4x mit 
Startupcode für andere Assembler.

> Ich weiss, dass mindestens bis 2007 bei NXP keine eigenen Start Ups
> generiert wurden, die jetzt als Open Source zur Verfuegung gestellt
> werden koennten.
Hmm, wirklich? Im code-bundle für LPC213x/214x (heruntergeladen Januar 
2007 von philips.com (oder war es schon nxp.com?) ist in common/src ein 
Startup-Code enthalten. Ist zwar für RealView bzw. den alten 
Keil-Assembler, aber leicht auf GNU-as zu portieren. Damit ist ein Teil 
der ursprünglichen Frage hoffentlich beantwortet. Dennoch wieder 
Lizenz-Wirrwar: Zu Beginn der Datei findet man folgendes: "Copyright(C) 
2006, Philips Semiconductor, All rights reserved". In der readme-Datei: 
"Software that is described herein is for illustrative purposes only 
which provides customers with programming information regarding the 
products." gefolgt von einer Reihe Haftungsausschlüssen. Bleibt offen, 
was man jetzt mit "all rights reserverd" anfangen soll. Ich habe es so 
verstanden, dass ich den Code nehmen und für GNU-tools 
anpassen/erweitern kann. Damit also den Code als "programming 
information for the product" genutzt und - hoffentlich - der Lizenz 
entsprochen.

> Vielleicht ist das bei Atmel und ST ander, weiss ich nicht.
Wüsste auf Anhieb keinen Hersteller, der in seinen Beispielen keinen 
Startup-Code für mindestens eine Toolchain bereitstellt. Nicht unüblich, 
aber leider auch nicht immer, unter einer BSD-(-ähnlichen) Lizenz, also 
ganz grob: lass das Copyright der ursprünglichen Autoren drin; wir geben 
keine Garantie, dass der Code so o.k. ist; ansonsten mach damit was zu 
willst. Gelegentlich findet man noch die Einschränkung, dass der Code 
nur mit Controllern des Herstellers genutzt werden darf (z.B. bei 
Luminary, alten Sharp-Beispielen). Verständlich und akzeptabel aber 
zumindest bei low-level Treibern sinnlos, da man diese ohnehin nicht auf 
anderen Controllern verwenden kann.

Zum Linker-Skript: zur Einstellung des Linkers braut ohnehin jeder 
Toolchain-Hersteller sein eigenes Süppchen. Scatter-File für Realview 
oder Scripte für den IAR-Linker helfen also für GNU nicht wirklich 
weiter. Allenfalls um darin Speicheraddressen abzulesen aber die findet 
man im Datenblatt schneller. Die Linker-Skripte für ARM-Controller und 
GNU-toolchain sind aber sehr ähnlich. Für den Anfang genügt es, sich ein 
freies Linker-Skript als Vorlage zu nehmen und die Speicheraddressen und 
-größen an den verwendeten Controller anzupassen. (Die einfachen 
Linker-Skripte für GNU im MDK-ARM Packet sind lustigerweise bis auf 
Copyright-Mitteilung und geänderte Speicheraddressen identisch mit 
"uralten" Skripten, die man noch im Internet findet.) Für den Anfang 
reicht vielleicht sogar das default-linker-script, man muss aber dem 
Linker dann ein paar Kommandozeilenoptionen mit 
Flash/RAM-Speicheraddressen mitgeben.

Oh je, schon wieder so viel getippt. Zum Schluss noch ein 
"möglicherweise hilfreich" für den OP:
http://www.siwawi.arubi.uni-kl.de/avr_projects/arm...

Autor: tom (Gast)
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Hi,

das Problem mit dem Startup-Code und Linkerscripten ist bekannt. Und 
nicht nur bei ARM-Prozessoren vorhanden. Und im Prinzip auch einfach zu 
lösen: Reqisiten sind Datenblatt des Prozessors, Beschreibung 
Linker-Script-Sprache des Compilers-Toolkits resp. des Linkers. 
Eventuell ein "anderes" Linkerscript bzw. Startupcode als Blaupause 
daneben legen (nicht im Sinne von Copy-And-Paste sondern im Sinne von 
verstehen, was da gemacht wird). Ein Experimentierboard samt Programmer 
bzw. Debugger etc. ist hilfreich. Und dann, in die Hände gespuckt und 
tippen ...

Klar, ich weiß, das klingt so einfach. Ich weiß aber auch, das 
vermutlich mehr als 90% der Programmierer dies nicht können. 
Linker-Scripte schreiben bzw. modifizieren ist schon etwas leicht 
elitäres, Literatur selten bis Ausnahme. Und auch das Verständnis, was 
der Startupcode machen soll/muß ist nicht wirklich verbreitet (ich 
erinnere mich da an bereits legendäre Diskussionen: "... der RAM ist am 
Anfang IMMER zu Null initialisiert, das macht doch schon der Prozessor 
...". Nun ja, was der Mensch glaubt, läßt er nicht so schnell los ... 
;-)

Leider hat mich bisher noch niemand genötigt, mit ARM und arm-gcc zu 
arbeiten ... ;-), sonst könnte ich da etwas mehr zu einbringen. Aber es 
gibt ja auch andere "Verwandte", wie PPC, Tricore, kleine AVR, PIC und 
auch sehr "interessante" Compiler-Hersteller, wie Tasking etc.

Schönen Tag noch,
Thomas

Autor: Tilo L. (katagia)
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Wobei ich finde, dass der Startup-Code nicht soo kompliziert ist.
Da finde ich es schwieriger die Makefile zu verstehen.

Ich saß zwar auch eine Weile dran, nur so lange man eine Vorlage, z.B.
die aus dem ARM-Turorial von J. Lynch kann man diese anpassen.
Ausser dem Stack und den Vektoren für IRQ etc. wird doch gar nichts
im Code gemacht oder?

Mit dem Makefile war es bei mir schon schwieriger. Ich hatte von
einem Kommilitonen funktionierenden Startup-Code und Makefile für
einen ADUC7000. Beides konnte ich so unter Eclipse/Openocd nicht
mehr einsetzten. Ich war froh, ein Tutorial zum entlanghangeln haben,
einfach war es aber trotzdem nicht, da ich mich plötzlich mit dem
Compiler auseinander setzen musste.

Autor: Robert Teufel (robertteufel)
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@ Martin

Mit startup-code verdient - hoffentlich - niemand seinen
> Lebensunterhalt, mit der Bereitstellung einer anwenderfreundlichen IDE
> und eines guten Compilers hoffentlich möglichst viele. Angepasster
> Startup-code ist dann Mittel zum Zweck.
Kein Einspruch, hast Du vollkommen Recht

> kann sich ja dennoch davon inspirieren lassen.
Da hast Du einfach die besseren Worte gewaehlt. Kein Compilerhersteller 
wird jemand an die Wolle gehen fuer "Aehnlichkeiten" im Startup. Nur 
eben nicht ohne irgendwelche Aenderungen kupfern.

> Bei nxp.com gibt es ein Code-Bundle für LPC213x/4x mit Startupcode für
> andere Assembler.
Das ist die o.g. Prozedur in Anwendung.

> Wüsste auf Anhieb keinen Hersteller, der in seinen Beispielen keinen
> Startup-Code für mindestens eine Toolchain bereitstellt.

Vielleicht muesste der Satz eher so lauten:
"Wüsste auf Anhieb keinen Hersteller, der in seinen Beispielen keinen
Startup-Code von mindestens einer existierenden Toolchain benuetzt."?
Aus Erfahrung sehen die "Startups" in den Entwicklungsabteilungen der 
Hersteller so aus, dass eine Weitergabe an moegliche Kunden eher nicht 
so gut waere. Wenig Struktur, viel Kraut und Rueben.

Wenn ein Chip Hersteller auch ueberall Copyright rein macht, dann hat 
das viel mit der rechtlichen Lage in den USA zu tun. Jeder John Smith 
kann eine Klage einreichen, dass der Code des Herstellers soundso dafuer 
verantwortlich ist, dass sein Waschmaschine das ganze Haus ueberschwemmt 
hat (obwohle er vergessen hatte den Schlauch richtig dran zu machen).
Ist vielleicht etwas uebertrieben aber nicht sehr.

An alle, die Startups und Linker Scripts erstellen wollen, lasst Euch 
sehr viel inspirieren und macht einige wichtige Aenderungen, z.B. in den 
Kommentaren, in der Reihenfolge der Befehle, bestimmt braucht jeder noch 
ein paar spezielle Initialisierungen dafuer andere eher nicht.....
Use your fantasy ;-)

Robert

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