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Forum: Mikrocontroller und Elektronik Quarz anschwingen AT89S8253?

Autor: Christian Sander (Firma BONN Elektronik) (chrsander)
Datum: 21.02.2008 14:29

Liebe Newsgroup,

ich habe in ein vorhandes Design mit dem AT89S8252
den Nachfolgebaustein AT89S8283 eingebaut. Erst
bin ich über die veränderten Werte der Kondensatoren
am Quarz gestolpert. Diese habe ich jetzt komplett
entfernt. Auf manchen Platinen habe ich das Problem,
dass der Quarz zwar anschwingt, aber wohl nicht mit
der richtigen Frequenz läuft. Beim Nachmessen mit dem
Oszi oder beim Handauflegen, fängt der Quarz dann an, mit
der richtigen Frequenz zu arbeiten. Hat jemand ähnliche
Erfahrungen bei der Migration auf den AT89AS8253 gemacht,
bzw. was mache ich falsch?

Das Design mit dem AT89S8252 ist übrigens schon zig tausend
Mal verbaut worden.

Grüße aus München

Christian
Autor: Matthias (Gast)
Datum: 21.02.2008 15:51

Welche Quarz-Frequenz?
Autor: JensG (Gast)
Datum: 21.02.2008 16:46

Einmal könnte der Oszi selbst eine etwas zu geringe interne Verstärkung
haben, was letztendlich nach Quarzen verlangt, deren Güte ein gewisses
Level hat. Vor allem bei höheren Frequenzen macht sich das dann
bemerkbar. Die Kondis sollten sicherlich schon so wie im Datenblatt
angegeben einigermaßen ok sein. Wenn er damit nicht sicher schwingen
will, dann wird er vermutlich auch mit anderen Werten nicht besonders
sicher sein (mag zwar bei bestimmten Werten schwingen, aber eben nicht
sehr stabil, wie Dein Handauflegen beweist). Ich denke, entweder man
geht generell mit der Frequenz runter (weil da gibt's meist dann keine
Probleme mehr), sofern das eingebrannte Programm mit niedrigeren
Frequenzen noch gut genug performt, oder aber Du mußt einen anderen
Quarz probieren - selbst innerhalb eines Typs findet man
unterschiedliche Qualitäten.
Ich jedenfalls nehme (wenn es nicht sein muß) nicht mehr unbedingt den
schnellsten Quarz, sondern nur einen, der für die Anforderungen reicht.
Autor: hans (Gast)
Datum: 21.02.2008 19:55

Ich habe ein ähnliches Problem gehabt und konnte es aber umgehen indem
ich einen Quarz mit der halben Frequenz nahm und den AT89S8253 beim
Programmieren die Fuses auf die doppelte Verabeitungszeit eingestellt
habe 'x2'.

Damit konnte ich das Schlamassel umgehen -- inzwischen habe ich ein paar
Duzend der Platinen gebaut und nur die letzten so sicher lauffähig
bekommen.

Da ich ein Redesign des Boards gemacht habe gehe ich davon aus, daß mit
der hohen 22Mhz Quarzfrequenz das Board nicht gut genug geroutet habe.
Scheinbar ist der AT89S8253 empfindlicher als der alte.

hat jemand ähnliche Erfahrungen?

gruss hans
Autor: Ralf (Gast)
Datum: 21.02.2008 20:15

> Erst bin ich über die veränderten Werte der Kondensatoren am Quarz
> gestolpert. Diese habe ich jetzt komplett entfernt.

Ja, klar. Nimm halt mal die 4.7pF(5pF) die im Datenblatt angegeben sind,
und guck obs dann läuft :-)

Ralf
Autor: Ralf (Gast)
Datum: 21.02.2008 20:18

Ich Vergesslicher, ich sollte wohl auch begründen, warum ich glaube,
dass es an den 5pF liegt:

> Beim Nachmessen mit dem Oszi oder beim Handauflegen, fängt der Quarz dann
> an, mit der richtigen Frequenz zu arbeiten.
Ich meine, mich zu erinnern, dass eine Oszi-Messstrippe um die 10pF hat
--> mit dieser Kapazität bringst du deinen Quarz dann sicher und korrekt
ans Schwingen. Klingt für mich sehr plausibel :-)

Das Handauflegen wird vermutlich etwa die gleiche Kapazität haben,
deswegen gehts da auch.

Ralf
Autor: Christian Sander (Firma BONN Elektronik) (chrsander)
Datum: 22.02.2008 16:46

Vielen Dank für die vielen Ratschläge. Das Einbauen
der Kondensatoren mit den verschiedensten Werten hat
leider nicht zum Erfolg geführt.

Wie im Beitrag von JensG schon mal angeschnitten, so
habe ich auch den Verdacht, dass es an den Quarzen liegen könnte.
Ich habe von Epson 22.1184 MHz Quarze im CRMA-406 Gehäuse. Testweise
habe ich bedrahtete, im Metallgehäuse, direkt auf die XTAL Pins gelötet.
Lief schon besser, aber bei ca. jedem 50 mal einschalten, kam der Fehler
wieder.
Leider kann ich mit der Frequenz auch nicht runter, da die Leiterplatte
teil eines größeren Bussystems mit 115.200 Kbs ist.

Ich habe das Datenblatt nochmal ausführlich studiert und keinen
Parameter zum setzen oder löschen von zuschaltbaren Kondensatoren
gefunden.

Hat jemand noch eine Idee? Ich bin schon fast am verzweifeln:)

Grüße aus München

Christian
Autor: Matthias (Gast)
Datum: 22.02.2008 18:13

Könnte es sein, das Du keine Grundwellen-Quarze hast, sondern welche die
auf dem 3. Oberton schwingen? Dann geht es nicht, oder nicht
zuverlässig, weil man dafür eine andere Osziollatorschaltung braucht.
Ggf. mal R mit 1M über den Quarz legen.

Ich habe 22.1184 MHz Quarze von Reichelt im Einsatz, zusammen mit
AT98S8253, was funktioniert. Ein Grundsatzproblem ist es also nicht.
Autor: JensG (Gast)
Datum: 22.02.2008 20:14

@ Matthias
>AT98S8253, was funktioniert. Ein Grundsatzproblem ist es also nicht.

Ein Grundsatzproblem ist das schon. Wird der Oszillator schon am Rande
der Spezifikation betrieben, dann machen sich Quarze schlechter Güte
sehr gern durch Arbeitsverweigerung bemerkbar. Und das ist nicht nur ein
Atmel-Problem, sondern konnte ich auch bei PICs beobachten. Und zwar mit
Reichelt-Quarzen.
Hier muß man eben mal einen anderen Quarztyp (bzw. Hersteller)
versuchen. Wenn man auf halbe zulässige Frequenz geht, dann hat man
eigentlich nie mehr das Problem, weil dann der Oszi einfach im besseren
Bereich arbeitet (höhere innere Verstärkung)
Autor: hans (Gast)
Datum: 25.02.2008 20:39

woher sieht man daß der Quarz auf der 3. Oberfrequenz herumhirscht?

habe einen SMD Quarz von Bürlin mit 22Mhz eingesetzt.

gruss hans
Autor: Christian Sander (Firma BONN Elektronik) (chrsander)
Datum: 26.02.2008 13:08
Dateianhang: MA406H.pdf (29 KB, 52 Downloads)

Die Quarze sollten auf dem Grundton schwingen, wenn ich das
Datenblatt richtig verstanden habe. Datenblatt ist als
PDF angehängt.

Gruß

Christian
Autor: Volker (Gast)
Datum: 26.02.2008 13:48

Ich würde mich an deiner Stelle direkt an Atmel wenden.
Autor: Birger (Gast)
Datum: 10.03.2008 12:39
Dateianhang: PCN_AT89S8253_Design_Revision__sc073701_.pdf (34,9 KB, 47 Downloads)

Hallo Christian,

der Grund liegt in einem etwas schlappen Treiber im 8253.

Bei uns (18,432MHz) half die Reduzierung der Kapazitäten auf 5p6 und ein
zusätzlicher 5M Widerstand von XATL1 nach GND !

Auf Anfragen beim deutschen Atmel-Support gab es kaum brauchbare Hilfe;
der amerikanische Support bestätigte uns lediglich unsere eigenen
Erkenntnisse.

Prüf am besten gleichzeitig die Möglichkeit auf einen anderen Controller
umzusteigen oder einen Oszillator einzusetzen.

Die aktuelle Siliziumrevision des 8253 ist übrigends V (Unterseite des
Chip, zweite Zeile, letzer Buchstabe), PCN siehe Anhang.

Gruß Birger



p.s. Übrigens sind andere Ports des 8253 auch ein wenig kraftlos,
Pullups bringen hier eine Besserung ...

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