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Forum: Mikrocontroller und Elektronik UART mit MSP430 geht nicht

Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:18

Hallo,

ich bin ein ziemlicher µC-Neuling und da ich mittlerweile schon fast am
verzweifeln bin, richte ich mich an euch und hoffe, dass ihr mir
weiterhelfen könnt!

Und zwar geht es um eine einfache UART-Kommunikation. Ich habe schon
alle damit zusammenhängende Beiträge durchforstet, kam jedoch trotzdem
nicht weiter.

Ich benutze einen MSP430FG4619 und möchte lediglich mit dem
Hyperterminal die Eingaben echoen.

Der Code lautet folgendermaßen:

#include "io430xG46x.h"

__interrupt void uartReceiveHandler( void );

unsigned char RxChar;


void main( void )
{
  WDTCTL = WDTPW + WDTHOLD;             // Watchdog aus

  U1CTL |= UCSWRST;                     // Disabel interrupt

  P2SEL    |= BIT4 + BIT5;              // Verwendung der Ports 2.4 und
2.5
  P2DIR    |= BIT4 ;
  P2DIR    &= ~BIT5;

  U1CTL |= BIT4;                        // 8-bit character
  U1CTL &= ~BIT7 + BIT5;                // no parity, 1 Stopbit
  U1TCTL |= BIT4 + BIT5;                // UCLK = SMCLK
  U1BR0 = 0xB4;                         // 32k/2400 - 13.65
  U1BR1 = 0x01;                         //
  U1MCTL = 0xFF;                        // modulation

  ME2 |= BIT4 + BIT5;                   // Enable USART0 TXD/RXD
  IE2 |= BIT4 + BIT5;                   // Enable USART0 RX interrupt

  U1CTL &= ~UCSWRST;                    // Enable Interrupt
}


#pragma vector=USART1RX_VECTOR

__interrupt void uartReceiveHandler( void )
{

  U1TXBUF = U1RXBUF;                    // empfangenes Byte sofort
wieder verschicken

}

Vielen Dank schon mal im Voraus!

Viele Grüße
Johannes
Autor: Jörg S. (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:27

> geht nicht
Was geht nicht? Springt er denn in die Interrupt Schleife? Kannst du
Zeichen senden und sie kommen am PC an? Warum schaltest du den TX
Interrupt an? Sind die globalen Interrupts überhaupt eingeschaltet?
Autor: Christian R. (supachris)
Datum: 17.03.2008 10:29

Was meinst du wohl, was passiert, wenn du das erste Zeichen vom MSP an
den PC geschickt hast, und der Sende-Interrupt ausgelöst wird, ohne dass
du einen Interrupt-Handler dafür hast?
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:38

ok, den Sende-Interrupt hatte ich schon drin, habe ihn (dummerweise) für
den Thread rausgenommen. Das heißt, der folgende Code würde noch dazu
kommen:

#pragma vector=USART1TX_VECTOR

__interrupt void uartSendHandler( void )
{

}

Muss ich dann im Interrupt den Buffer wieder löschen?

Aber trotz alledem wird kein Interrupt ausgelöst, weder wenn ich mit dem
Hyperterminal etwas verschicke noch wenn ich bewusst etwas in den
SendeBuffer schreibe.
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:43

Den TX-Interrupt schalte ich an, weil ich ja wieder etwas senden möchte.
Die globalen Interrupts schalte ich mit dem folgenden Code an,oder? :

 __bis_SR_register(GIE);

Das hatte ich auch schon mal , hatte aber auch nicht funktioniert...
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:43

>U1CTL &= ~BIT7 + BIT5;                // no parity, 1 Stopbit
aktiviert Parity, Listen-Mode und vorallem SPI !

Ich vermute mal, Du wolltest:
U1CTL &= ~BIT7;
U1CTL |=  BIT5;
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:52

Hallo Stefan,

also ich möchte USART im UART-Mode verwenden. In dem Datenblatt dazu
steht doch, dass beim Reseten von BIT 5 und BIT 7 zum einen ein Stopbit
eingestellt wird und zum anderen die Parity disabled wird, oder?

Gruß
Johannes
Autor: Jörg S. (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:54

Bist du dir sicher das du dir das Senden mit Interrupt antuen willst?
Senden würde ich "normal" machen.
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:56

Hallo Jörg,

wie würde es denn "normal" gehen?
Autor: Jörg S. (Gast)
Datum: 17.03.2008 10:57

TX Interrupt ausschalten und nur  U1TXBUF = Daten;  verwenden.
Autor: Christian R. (supachris)
Datum: 17.03.2008 11:00

Und am besten immer die Makros für die Register-Bits verwenden, mit Bit3
+ Bit 5 usw sieht ja kein Schwein durch. Nimm doch zum Start erst mal
ein Demo von TI und schmeiß den TX-Int raus. Das bringt nur was, wenn du
während des Sendens mit der CPU noch andere Sachen machen musst.
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 11:03

>dass beim Reseten von BIT 5 und BIT 7
Ja schon, aber Dein Code macht was anderes!
Ich korrigiere mein voriges Posting, Parity und SPI werden nicht
aktiviert, aber trotzdem glaube ich, dass Du nicht das programmiert
hast, was Du eigentlich wolltest:

>U1CTL &= ~BIT7 + BIT5;

  ~BIT7 = b01111111
+  BIT5 = b00100000
-------------------
          b10011111

Kommt zwar "zufällig"(?) was richtiges raus, ist aber nicht "schön" ;-)
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 11:04

Hab es mal ausprobiert. Habe bewusst die TX-Interrupts disabled und den
TX-Handler herausgenommen und in U1TXBUF ein 'q' geschrieben. Am
Hyperterminal kommt aber leider trotzdem nix an...
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 11:19

Ähmm...
>P2SEL    |= BIT4 + BIT5;              // Verwendung der Ports 2.4 und 2.5

P2.4 u. P2.5 gehören zur USCI-Schnittstelle, Du benutzt aber die USART!
Probier mal lieber P4.0/4.1
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 11:22

Ah, stimmt! Wollte zuerst nämlich USCI verwenden. Hat halt Anfangs auch
nicht funktioniert und bin deshalb auf USART umgestiegen. Aber ich
probiere es nochmal aus!
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 11:56

Habe nun den Code auf USCI umgeschrieben, da ich sont die hardware
umlöten hätte müssen....Somit müssten jetzt die Ports wieder stimmen,
die Kommunikation funktioniert jedoch immer noch nicht.. :-(

Was mache ich falsch???

Der Code:

#include "io430xG46x.h"
#include <intrinsics.h>



__interrupt void uartReceiveHandler( void );

unsigned char RxChar;


void main( void )
{
  WDTCTL = WDTPW + WDTHOLD;             // Watchdog aus

  UCA0CTL1 |= UCSWRST;                  // Disabel interrupt

  P2SEL    |= BIT4 + BIT5;              // Verwendung der Ports 2.4 und
2.5
  P2DIR    |= BIT4 ;
  P2DIR    &= ~BIT5;


  UCA0CTL0 &= ~BIT3;                       // 1 Stopbit
  UCA0CTL0 &= ~BIT4;                       // 8-bit character
  UCA0CTL0 &= ~BIT5;                       // LSB first
  UCA0CTL0 &= ~BIT7;                       // no parity

  UCA0CTL1 |= BIT6 + BIT7;                 // UCLK = SMCLK

  UCA0BR0 = 69;                            // 32k/115200 - 13.65
  UCA0BR1 = 0;                             //
  UCA0MCTL = UCBRS_4;                      // modulation

  IE2 |= BIT0;

  UCA0CTL1 &= ~UCSWRST;                    // Enable Interrupt

  __bis_SR_register(GIE);


}


#pragma vector=USCIAB0RX_VECTOR

__interrupt void uartReceiveHandler( void )
{

   UCA0TXBUF = UCA0RXBUF;                    // empfangenes Byte sofort
wieder verschicken

}


Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen...
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 13:57

also, ich habe jetzt mal von ganz vorne angefangen und versucht,
irgendetwas an das Hyperterminal ohne Interrupts zu schicken (siehe
folgender Code):

#include "io430xG46x.h"
#include <intrinsics.h>


void main( void )
{
  WDTCTL = WDTPW + WDTHOLD;             // Watchdog aus

  P2SEL    |= BIT4 + BIT5;              // Verwendung der Ports 2.4 und
2.5
  P2DIR    |= BIT4 ;
  P2DIR    &= ~BIT5;

  UCA0CTL0 &= ~BIT3;                       // 1 Stopbit
  UCA0CTL0 &= ~BIT4;                       // 8-bit character
  UCA0CTL0 &= ~BIT5;                       // LSB first
  UCA0CTL0 &= ~BIT7;                       // no parity

  UCA0CTL1 |= BIT6 + BIT7;                 // UCLK = SMCLK

  UCA0BR0 = 0x03;                           // 32k/9600 - 3.41
  UCA0BR1 = 0x00;                           //
  UCA0MCTL = 0x06;


  while(1)
    {
      while (!(IFG2 & UCA0TXIFG));         // Warten bis TX Buffer leer
      UCA0TXBUF = '5';                      // Testzeichen senden
    }
}

Er kommt jedoch nie in die letzte Zeile, in der die 5 in den Buffer
geschrieben wird. Aber wieso nicht??? Hat irgendjemand eine Idee?
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 14:55

UCA0CTL1 &= ~UCSWRST;
fehlt, damit ist USCI nicht aktiv!

Halte Dich doch mal an die Init-Anweisung im User-Guide!!!

"Note: Initializing or Re-Configuring the USCI Module
 The recommended USCI initialization/re-configuration process is:
 1) Set UCSWRST (BIS.B #UCSWRST,&UCAxCTL1)
 2) Initialize all USCI registers with UCSWRST = 1 (including UCAxCTL1)
 3) Configure ports.
 4) Clear UCSWRST via software (BIC.B #UCSWRST,&UCAxCTL1)
 5) Enable interrupts (optional) via UCAxRXIE and/or UCAxTXIE"
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 15:44

ok, vielen Dank für den guten Tipp...Jetzt kommt er auch in die letzte
Zeile! Mit dem Oszilloskop kann ich jetzt schon mal erkennen, dass er
irgendwas sendet. Nur leider interresiert das dem Hyperterminal nicht im
geringsten.... Baudrate, Stopbits und Parity habe ich alles so
eingestellt wie im Quellcode.....

Woran kann das noch liegen?!
Autor: Christian R. (supachris)
Datum: 17.03.2008 15:48

Ja ist denn da überhaupt ein MAX3232 oder ähnliches dazwischen?
Autor: MartinH (Gast)
Datum: 17.03.2008 15:55

Evtl passt einfach deine Baudrateneinstellung noch nicht.
Hier -> http://mspgcc.sourceforge.net/baudrate.html kann man sich bequem
die Werte ausrechnen lassen.

Ist dein Takt schnell genug für die eingestellte Rate?
Stellst du irgendwo überhaupt deine Taktquellen ein, oder verwendest du
den internen? Der läuft defaultäßig so ca.(!) bei 800kHz denke ich. Was
für 9600 baud eher problematisch ist ;)
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:19

@ Christian: Ja, habe einen MAX3232 dazwischen.

@ Martin: Ich verwende den internen Takt. Welche Baudrate ist denn dann
zu bevorzugen? Die Einstellungen für die Baudrate habe ich von einem
Codeexample von TI.
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:24

>Die Einstellungen für die Baudrate habe ich von einem
>Codeexample von TI.

Dann muss man aber auch die Hardware wie im TI-Bsp. verwenden, nämlich
einen 32kHz-Uhrenquarz!
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:28

Ja ok, aber den habe ich nicht. Ich möchte zunächst erst mal ohne
externen Quarz arbeiten. Was für eine Baudrate muss ich denn dann am
besten nehmen?

Übrigens schon mal vielen Dank für die rege Beteiligung, weiß ich
wirklich zu schätzen!
Autor: Christian R. (supachris)
Datum: 17.03.2008 16:30

Ohje...naja, 9600 kriegt man meistens noch recht gut hin mit dem
internen Takt. Aber mehr ist schwierig, dann darf sich die Temp nicht
ändern. Schließ lieber einen Quarz an.
Autor: MartinH (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:31

Wenn du keinen externen Quarz hast, musst du erstmal den internen DCO
(Digital Controlled Oscilator) einstelln. Wie gesagt defaultmäßig läuft
er auf ein paar kHz. Müsste aber auf bis zu 4MHz einstellbar sein.
Hier ( Beitrag "MSP430 DCO einstellen" ) gibts einige Infos
dazu.

In den Ergebnissen vom Baudratenrechner ist auch der Fehler in Prozent
angegeben. Der sollte unter 1% liegen.

Ich habe z.b. einen externen 4MHz Quarz habe UART mit 57600 baud laufen.
Das sind dann so 0,8% Fehler, klappt wunderbar.

Es gibt auch einen Pins, an dem du direkt die Taktfrequenzen der
verschiedenen Takleitungen des MSP abgreifen kannst. Damit kannst du
dann deine Takteinstellungen prüfen.

An deiner Stelle würde ich mir erstmal die wichtigsten Kapitel des
Family User´s Guide zu deinem MSP durchlesen. Also UART, Basic Clock
Module(!)
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:32

Aller Anfang ist schwer... OK, zumindest nicht ganz leicht... das wissen
wir alle. Aber was um Himmels Willen hindert Dich daran, mal das
entsprechende Kapitel (USCI - UART mode) im User Guide von vorne bis
hinten durchzulesen?
Da steht alles -wirklich alles- was Du wissen musst drin, auch wie man
die Baudrate einstellt!

Zuvor solltest Du dann vielleicht noch das Kapitel Basic Clock Settings
durch lesen, um herauszufinden, wie man den internen Clock konfiguriert,
denn davon hängt letzendlich auch Deine Baudrate ab!
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:33

JAAAAAAAAAAA, ich kann immerhin schon mal was raussenden!!! Die 5 kommt
am Hyperterminal an!!!! Es lag tatsächlich an der Baudrate. Habe jetzt
folgende Einstellung gewählt:


  UCA0BR0 = 0x09;                           // 1MHz 115200
  UCA0BR1 = 0x00;                           // 1MHz 115200
  UCA0MCTL = 0x02;                          // Modulation

Damit gehts. Jetzt werde ich nach und nach versuchen, das ganze mit
Interrupts aufzubauen.

Vielen vielen dank für die Tipps!
Viele Grüße
Johannes

P.S.: Ich hoffe, das ich den Rest alleine hinbekomme :-)
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:35

Ehrenwort, den User Guide kann ich schon fast auswendig... :-I Aber das
eine Baudrate von 9600 beim internen Takt problematisch ist, steht da
nicht drin... :-(
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:37

>Aber das eine Baudrate von 9600 beim internen Takt problematisch ist,
>steht da nicht drin... :-(
Weil das auch Quatsch ist !!!
Es geht darum, dass
  UCA0BR0 = 0x03;                           // 32k/9600 - 3.41
  UCA0BR1 = 0x00;                           //
  UCA0MCTL = 0x06;
bei einem internen Takt ungleich 32kHz nicht passt!
Autor: Johannes (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:40

Ja ok. Da hast du Recht. Ich beschäftige mich damit halt erst seit einer
Woche und so was liest man, aber versteht bzw. erkennt man nicht 100%ig
und dann macht man so doofe Fehler...
Autor: Stefan (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:44

>Ja ok. Da hast du Recht.
Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung :-))

Es gibt als "Anfänger" keine "doofen" Fehler...
Aber man sollte sich nicht verführen lassen, blindlings jeden
Sample-Code einfach so zu übernehmen, ohne ihn zu hinterfragen, bzw.
zumindest mal im User-Guide nach zu schauen, was die Kollegen da
programmiert haben. Genau dadurch lernt man ja!
Viel Erfolg weiterhin!

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