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Forum: FPGA, VHDL & Co. high speed camera

Autor: J.S. (Gast)
Datum: 24.03.2008 12:29

Ich finde es jedesmal wieder beeindruckend:

http://thomaspfeifer.net/fpga_dsp_bildverarbeitung.htm


Eine kurze Suche ergab Preise mehrerer tausend Euro für eine
Hochgeschwindigkeitskamera, daher würde ich gerne von euch Profis
wissen, wie folgendes Vorhaben realisiert werden könnte.

Es soll ein periodischer Vorgang bei Fehler aufgezeichnet werden.
Periode 1-3s. Der Vorgang selbst liegt bei ca. 1/10s.

Ob man bei 300fps schon brauchbare Erkenntnisse bekommen kann, lässt
sich leider nicht einschätzen.

Die Entwicklung müsste also getriggert für einen Moment aufnehmen, und
wenn ein Fehler vorliegt, das Video anschließend übertragen.

Ideal wäre eine komprimierte Übertragung über USB, wo der HOST die Daten
auf Flash speichern könnte.

Da das im Laborbetrieb verwendung findet, muss nicht eigens eine
komplette Schaltung gefertigt werden, kann auch gut auf Basis von
Entwicklungsboards sein.

Wie schätzt Ihr die Machbarkeit, Zeitaufwand und Materialkosten ein?

Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit, mich mit programmierbarer
Logik zu beschäftigen, aber das wäre eine Ausrede, um mal damit zu
'spielen'. Ich wäre daher sehr verbunden, wenn die Antworten
Anfängertauglich wären. Danke schonmal!
Autor: Mathi (Gast)
Datum: 24.03.2008 12:38

> Die Entwicklung müsste also getriggert für einen Moment aufnehmen, und
> wenn ein Fehler vorliegt, das Video anschließend übertragen.

Dies ist mir nicht ganz klar. Heißt das Du willst das das FPGA den
Fehlerfall erkennt und dann die Aufnahme überträgt? Was ist das für ein
Fehler?
Autor: J.S. (Gast)
Datum: 24.03.2008 13:24

Nein, externe Triggerung, keine Analyse.

Trigger
Graustufen-CCD auslesen 1/10s
zwischenspeichern
bei Fehlersignal komprimieren und ausgeben
warten (ca. 1s)
Autor: Kest (Gast)
Datum: 24.03.2008 15:10

Ist schwer zu sagen. Mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, ob Du das
alleine (hobbymässig) machen möchtest, oder ist es eine "richtige"
Entwicklung.

Von der HArdware ist nicht besonders kompliziert. Du brauchst einen
Sensor, FPGA, Zwischenspeicher (SRAM/SDRAM), USB-Controller. Ich denke,
komprimieren ist nicht notwendig.

Ansonsten hängt vieles davon ab, wie hoch die Auflösung ist, denn die
Preise für Sensoren schnellen sehr schnell in die Höhe ;-)

Grüße,

Kest
Autor: Johnny Maxwell (Gast)
Datum: 24.03.2008 21:49

> Es soll ein periodischer Vorgang bei Fehler aufgezeichnet werden.
> Periode 1-3s. Der Vorgang selbst liegt bei ca. 1/10s.

Wiederholt sich der Fehler auch bei jedem Zyklus? Dann hast du gewonnen,
du musst nur bei jedem Zyklus eine (Foto-)Kamera immer ein wenig später
triggern, schon hast du ein "Hochgeschwindigkeitsvideo".
Belichtungszeiten sehr viel kleiner als 1/10s sollten ja kein Problem
sein.
Autor: Rick Dangerus (Gast)
Datum: 25.03.2008 20:31

Achtung, 1/10s sind zwar kein Problem, aber wenn es schneller als 1/180s
wird, wandert bei den SLRs nur ein Schlitz über den Film/Sensor
(Schlitzverschluss). Das könnte u.U nicht im Sinne des Beobachters sein.
Wie die Zeiten bei einem Zentralverschluss aussehen (Bridgekamera) weiß
ich nicht.

Rick
Autor: J.S. (Gast)
Datum: 25.03.2008 22:20

Hier entwickelt sich ein Mißverständnis:

Es soll innerhalb einer 10tel Sekunde ein Video aufgenommen werden,
nicht ein Bild. Es gibt (könnte geben) zwei externe Signale, z.B.
event_trigger und event_keep.

Bei event_trigger soll die Aufnahme starten, was mit 'Hobbymitteln'
machbar ist. Bei event_keep (Fehler aufgetreten) sollen die Daten aus
dem Zwischenspeicher dann über USB an einen Host, der auf Flash
speichert.
Im Fehlerfall blieben also 9/10s um den Zwischenspeicher zu übertragen.


> Von der HArdware ist nicht besonders kompliziert. Du brauchst einen
> Sensor, FPGA, Zwischenspeicher (SRAM/SDRAM), USB-Controller. Ich denke,
> komprimieren ist nicht notwendig.

Kennt ihr vielleicht noch andere Projekte ähnlich des genannten?

MfG
Autor: Kest (Gast)
Datum: 25.03.2008 22:29

>> Von der HArdware ist nicht besonders kompliziert. Du brauchst einen
>> Sensor, FPGA, Zwischenspeicher (SRAM/SDRAM), USB-Controller. Ich denke,
>> komprimieren ist nicht notwendig.
>
> Kennt ihr vielleicht noch andere Projekte ähnlich des genannten?

Na ja, in der Industrie-Elektroik gibt es zu Hauf solche Projekte! ;-)
Alle sind irgendwie gleich... und doch sind alle verschieden.

Fang anfach an alles zu dimensionieren:
- wie groß sind die Images?
- wie lange sind die Sequencen?
  -> Größe des Speichers
- wie schnell müssen die Bilder aufgenommen werden?
  -> Bandbreite des Speichers
- wie schnell willst Du alls zum PC übertragen?
  -> Schnittstelle: USB, Firewire, RS232, ...
- Trigger latenz
  -> über USB?
  -> Timer?
...

Irgendwann ergibt sich alles automatisch :-)


Grüße,

Kest
Autor: high_speed (Gast)
Datum: 26.03.2008 12:59

Nehmen wir mal an:
Auflösung (VGA) 640x480   Schwarz/weiß  8 bit

Damit braucht jedes Bild  307 200 Byte .

Die zu speichernde Zeit beträgt 100ms.
300 Bilder/s sollen aufgezeichnet werden.

Das macht 30 Bilder pro Ereignis.

=> 9 216 000 Byte = 8,790 MiByte

Diese Daten müssen innerhalb von 900ms übertragen werden.

Das macht dann eine Netodatenrate innerhalb dieser Zeitspanne von
81,92 Mbit/s.

MfG
Holger
Autor: Stephan (Gast)
Datum: 26.03.2008 19:53

blöde Frage: Hast du denn schon eine Kamera die die erforderliche
Framerate liefert?

Es wird hier munter über die weitere Verarbeitung (Kompression,
Triggerung, etc.) spekuliert, die Daten sind aber noch nicht mal im
FPGA.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass geeignete Kameras auch schon
nicht billig sind und die Mehrzahl auch eher für die direkte Integration
mit einer ersten Verarbeitungsstufe ausgelegt sind. Die Kamera müßte bei
dem vorherigen (Minimal-)Beispiel ja immerhin knapp ein Gigabit/s
während der Aufnahme zum FPGA schaffen. Die Kamera muss da wohl wirklich
für die Datenanbindung über "längere" Strecken (mind. 1 m) gebaut sein.

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