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Forum: HF, Funk und Felder Keramik-Filter

Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum: 29.04.2008 11:09

Wie funktionieren eigentlich diese gelb-braunen Keramikfilter?
Früher zur Röhren-zeit hatte man in einem UKW-Radio so 10 oder mehr
Kreise für FM und so 7 Kreise bei AM. In meinem wohl 15 Jahre alten UKW
Tuner ist so ein 3-beiniges Keramikfilter von Murata. Kann mir wohl
jemand sagen, wie so ein Teil innen aufgebaut ist und wie es
funktioniert?
Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum: 29.04.2008 11:14

Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum: 29.04.2008 12:19

Jörg Wunsch wrote:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Filtertechnik#Keramikfilter
> Keramikfilter  Das Funktionsprinzip der Keramikfilter, auch >dieelektrische
Filter genannt, gleicht dem der Quarzfilter; sie haben >allerdings schlechtere
technische Eigenschaften, sind aber weitaus >kostengünstiger. Sie werden
vorwiegend im ZF-Pfad eingesetzt.

Das erklärt überhaupt nix, die Frage ist wie ist es innen aufgebaut.
Welche Struktur würde man finden wenn man es zerlegen könnte. Es ersetzt
ja immerhin 10 konventionelle LC-Schwingkreise. Die Durchlasskurve eines
sochen Filters ist ja fast recheckig...
Autor: Jürgen (Gast)
Datum: 29.04.2008 12:43

oder auch oberflächenfilter genannt (saw-filter)

http://de.wikipedia.org/wiki/SAW-Filter

.
Autor: Christoph Kessler (Firma db1uq) (christoph_kessler)
Datum: 29.04.2008 13:15

Der Hersteller Murata schreibt wenig zur Funktionsweise:
http://www.murata.com/catalog/p50e3.pdf
Seite 18:
"SFELF10M7 series for FM-receivers are monolithic type
ceramic filters which use the thickness expander mode
of the piezoelectric ceramic."
es gibt noch drei kurze Applikationsschriften
http://www.murata.com/articles/index.html#ceralock
Autor: Wolfgang Horn (Gast)
Datum: 29.04.2008 16:33

Hi, Peter,

Du: "Wie funktionieren eigentlich diese gelb-braunen Keramikfilter?"

Wie ein Schwingquarz. Nur, daß das piezoelektrische Material eine
Keramik ist, gesintert unter Druck, Temperatur und Hochspannung.

Dann googele mal unter "Dual", durch Formgebung und Elektroden kann man
das piezokeramische Material auf zwei eng benachbarten Frequenzen in
Resonanz bringen - damit kriegen wir eine Bandfilter-Charakteristik.


Ciao
Wolfgang Horn
Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum: 29.04.2008 16:38
Dateianhang: Keramikfilter_10_7.jpg (4,1 KB, 9 Downloads)
preview image for Keramikfilter_10_7.jpg

Habe mal ein Bild gemacht, so das man sehen kann wie sowas aussieht.
Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum: 29.04.2008 17:00
Dateianhang: Durchlasskurve.GIF (9,3 KB, 39 Downloads)
preview image for Durchlasskurve.GIF

Habe hier mal eine Durchlasskurve. Die Form im Durchlassbereich und die
vielen Polstellen im Sperrbereich lassen ein Filter mit hoher
Ordnungszahl vermuten. In einer anderen Durchlasskurve scheinen an den
Flanken sogar Notch-Filter zu sein. Der Formfaktor solcher Filter ist
für einen einfachen Bandpass, der aus zwei LC-Kreisen besteht, einfach
zu gut.
Autor: Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)
Datum: 30.04.2008 10:07

Diese 'Notch-Filter' haben einen einfachen Grund: Keramikresonatoren,
aus diesen so ein Filter besteht, haben eine ausgeprägte Nullstelle. Bei
der Herstellung kann man diese Nullstellen passend plazieren und damit
die Flankensteilheit merklich verbessern.

Gruß
Jadeclaw.
Autor: Wolfgang Horn (Gast)
Datum: 05.05.2008 13:25

Hi, Peter,

Du: "Die Form im Durchlassbereich und die vielen Polstellen im
Sperrbereich lassen ein Filter mit hoher Ordnungszahl vermuten."

Nö.
Die vielen Einbrüche, die Du im Diagramm siehst, die beruhen auf
1. unerwünschten Nebenresonanzen außerhalb des eigentlichen
Übertragungsbereiches, (weshalb man ein breitbandiges Filter dem
schmalbandige vorschaltet)
2. Reflektionen aufgrund Fehlanpassung in Generator und Detektor (bei
den Nebenresonanzen kannst Du nie impedanzrichtig abschließen)
3. Kopplungen - kapazitiv übertragene Anteile interferieren mit denen,
die gefiltert übertragen wurden.

Diejenigen Null- und Polstellen, mit denen man die Durchlaßkurve eines
Keramikfilters bei Nennabschluß berechnet, die ergeben sich aus dem
physikalischen Modell des Filters.

Laß Dich davon nicht verunsichern, schalte einfach einen
LC-Resonanzkreis vor das Filter, benutze es gleichzeitig zur
Impedanzanpassung.


Ciao
Wolfgang Horn

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