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Forum: Offtopic Was kostet eigentlich der Unterhalt von Behörden?

Autor: tombaer (Gast)
Datum: 03.05.2008 14:04

Hallo!

Kann man irgendwo abfragen, wieviel der Unterhalt von Behörden kostet?

Oder andersrum ein (vielleicht total naives) Beispiel:
Wenn man die Arbeitsvermittlung komplett privatisieren würde und jedem
der keine Arbeit hat (egal aus welchen Gründen) automatisch, unbefristet
und ohne jede Bedingung aus der Staatskasse ein minimales
Arbeitslosengeld überweisen würde, wie würde dann die Bilanz ausschauen?

also:

Arbeitsamt und Satelliten-Behörden vergeben Jobs und gestaffeltes
Arbeitslosengeld, Hartz4 und was auch immer

verglichen mit

kein Arbeitsamt aber minimales Arbeitslosengeld an alle, die keine
Arbeit haben (wollen)?

Gibt es hierzu eventuell bereits Vergleiche?

Freue mich für jede Antwort.

Gruß Tom
Autor: Jorge (Gast)
Datum: 03.05.2008 14:54

Wenn du dem Staat Geld gibst ist es weg. Also kann man deine Frage nicht
beantworten. Es gelten die Parkinson'schen Gesetze:

Also zuerst gab es das Finanzamt und dann in Folge
- Bürgeramt
- Meldeamt
- Gesundheitsamt
- Vermögensamt
- Bauamt
- Kloamt
- Fülleramt
- Stempelkissenamt
- Amtamtamt


hehe
Autor: Christian Aurich (cau)
Datum: 03.05.2008 14:55

sie dir mal die Berechnungsbeispiele in dem Archiv der Mailingliste hier
an:

http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/debatte-...
leider muss man sich dazu anmelden.

Dein Ansatz ist dem Grundeinkommen schon sehr nahe. Weitere Infos auf
www.grundeinkommen.info

viele Grüße
Christian Aurich
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 03.05.2008 15:06

tombaer wrote:
> Oder andersrum ein (vielleicht total naives) Beispiel:
> Wenn man die Arbeitsvermittlung komplett privatisieren würde und jedem
> der keine Arbeit hat (egal aus welchen Gründen) automatisch, unbefristet
> und ohne jede Bedingung aus der Staatskasse ein minimales
> Arbeitslosengeld überweisen würde, wie würde dann die Bilanz ausschauen?

Die Idee ist nicht völlig abwegig und vor allem sehr menschenfreundlich.

Allerdings verkennst du, daß die 'Arbeitsagenturen' nicht zum Wohle der
Arbeitslosen eingerichtet wurden, sondern Teil eines völlig
willkürlichen Repressionsapparates gegen einen nicht unerheblichen Teil
der Bevölkerung darstellen und eine Bedrohung für alle, die nicht völlig
ausschließen können, selbst irgendwann einmal in so eine elende Lage zu
kommen.

Ich behaupte, daß die Kosten dafür von den Strategen etwa so
eingeschätzt werden, wie die für Polizei, Geheimdienste und Wehrmacht.
Wenn sie die effizienter machen können, dann tun sie das natürlich - nur
wer sich von so einer Effizienerhöhung erhofft, daß dann mehr Geld da
wäre, das sinnvoller eingesetzt werden kann, der hat die Rechnung ohne
den Wirt gemacht. Dafür werden dann Dinge angeschafft, die der
Bevölkerung auch nichts nützten: Kampfflugzeuge, Panzer oder
Transrapidverbindungen zwischen den Ministerien...
Autor: Anderer Bürger (Gast)
Datum: 03.05.2008 18:34

Uhu Uhuhu hat nur leider insofern recht, als dass die Realität leider
eher noch schlimmer ist !

Kein Kabarett kann den Zynismus der Wirklichkeit auch nur annähernd
erreichen !

Da freut sich z.B. unsere Perle der Uckermark, während der
Hannover-Messe, unbändig wie ein Säugling, der soeben das Krabbeln
gelernt hat, über die Rekordumsätze von VW in China.
Es war gar nicht lange her, da hatte noch dieselbe, auf Volkes Wohl
vereidigte Kanzler-Darstellerin, ihre naturwissenschaftliche
Fachkompetenz brutalstmöglich in die Waagschale werfend, an die
"freiwillige Selbstkontrolle" der Autohersteller appelliert, die
Produktion doch auf sparsamere Blech-Dinosaurier umzustellen, damit das
Öl wenigstens noch für 30 Jahre ausreiche ...
Autor: chilipower (Gast)
Datum: 03.05.2008 19:23

>der keine Arbeit hat (egal aus welchen Gründen) automatisch, unbefristet
>und ohne jede Bedingung aus der Staatskasse ein minimales
>Arbeitslosengeld überweisen würde, wie würde dann die Bilanz ausschauen?

das steht z.B. hier.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen
Autor: Gast (Gast)
Datum: 03.05.2008 19:44

Gibt es tatsächlich 420 Euro negative Einkommensteuer in B-W? Das würde
ja heißen dass kein Student mehr BAFÖG braucht.
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 03.05.2008 19:46

Gast wrote:
> Gibt es tatsächlich 420 Euro negative Einkommensteuer in B-W?

Nein.
Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum: 04.05.2008 00:02

Uhu Uhuhu wrote:

> Die Idee ist nicht völlig abwegig und vor allem sehr menschenfreundlich.

Menschenfreundlicher wäre es trotzdem noch, diese Leute irgendwie in
ein Team (Kollektiv, was auch immer) zu integrieren.  Du willst schon
jeden Tag noch was anderes sehen als deine eigenen vier Wände, sonst
drehst du über kurz oder lang durch.

Aber sinnvoller, als irgendwelche Anstalten zu finanzieren, wäre es
allemal.  Verzeihung, Agenturen.  Oder waren's Ämter?
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 04.05.2008 11:07

Jörg Wunsch wrote:
> Menschenfreundlicher wäre es trotzdem noch, diese Leute irgendwie in
> ein Team (Kollektiv, was auch immer) zu integrieren.  Du willst schon
> jeden Tag noch was anderes sehen als deine eigenen vier Wände, sonst
> drehst du über kurz oder lang durch.

Tja, Jörg, was meinst du wohl, warum nach nun bald 20 Jahren seit ihrem
Untergang immer noch fieberhaft am Bild eines unmenschlichen
Terrorregimes DDR gearbeitet wird?
Autor: Anderer Bürger (Gast)
Datum: 04.05.2008 18:46

Für EINEN Zweck jedenfalls wird die "DDR" bis auf weiteres, vielleicht
noch 100 Jahre lang, taugen:

Als Sündenbock für das, was jetzt und hier alles schiefläuft:

"Man sieht ja, was der Sozialismus drüben alles angerichtet hat" ...

( Die negative Gesinnung der Ostler übertrug sich sogar auf Leute, die
1990 noch gar nicht geboren waren, sowie auf jene, die nach der sog.
"Wiedervereinigung" von West nach Ost emigrierten, wahrscheinlich durch
transzendente Sozi-Gene ? )

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