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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Wurdet ihr beim Vorstellungsgespraech auch verarscht?

Autor: Tyler Durden (tylerdurden)
Datum: 09.05.2008 03:52

Oh Mann... ich arbeite sozusagen auf meiner Traumposition... Wenigstens
wurde das so im Vorstellungsgespraech vereinbart... sollte HW
entwickeln.

Es wurde gesagt das es schon bestehende HW von einem Externen gibt,
diese jedoch von mir Schritt fuer Schritt uebernommen werden sollte bzw
verbessert / rausgeschmissen werden sollte.

Alles wunderbar, jedoch stelle ich immer mehr fest das dieser Externe
immer noch fuer die Firma arbeitet (es gibt immer wieder neue HW
Schaltungen) und ich eigentlch immer mehr nur zum Testen, Debuggen und
ein wenig Organisieren da bin. Von Ideen und Einflussnahme auf das
speaetere Design ueberhaupt nicht zu reden.

Problematisch ist halt das einer der Direktoren auf diesem Externen
immer wieder zurueckgreift...

Natuerlich moechte man sich weiter entwickeln und auch irgendwie doch
mal kurz oder lang einen beruflichen Fortschritt sehen. Leider sieht das
zur Zeit hier irgendwie sehr duester aus...

Hat jemand aehnliche Erfahrungen gemacht und wie seit ihr damit
umgegangen...
Autor: Anja zoe Christen (zoe)
Datum: 09.05.2008 07:06

Ja, ich wurde beim Vorstellungsgespräch auch schon verarscht. Ich hatte
jemand für LabView Programmierung gesucht und eine der Bewerber(innen)
hatte eine brauchbare Vorstellung geschickt. Eingeladen, und dann hat
sich herausgestellt daß die Guteste leider keinen Peil von LabView und
auch sonst wenig Ahnung von den geforderten Sachen hatte. Der muß
irgendein Freund die Bewerbung geschrieben haben...

Zoe
Autor: Niedlich (Gast)
Datum: 09.05.2008 07:48

Labview ? Dieses Klickibunti Dingens wo man u.a. Schleifen und
Verzweigungen auf die umständlichste Art und Weise in Stunden
"programmiert" äh malt um das zu erreichen was man mit 10 Zeilen C in 5
Minuten erledigt hat? Ich sehe es eher vom Vorteil wenn jemand kein
Labview beherrscht oder beherrschen will ;-)

Zum eigentlichen Thema , ja ich denke das ist sogar Normal beim
Vorstellungsgespräch verarscht zu werden. Bin seiner Zeit auch mal für
die HW Entwicklung eingstelle wurden. Nach rund einer halben Dekade
Firmenangehörigkeit darf ich das nun auch machen , davor war ich mehr
oder weniger Messgeräte Bedienungspersonal und Handlanger des Senior
Ingenieurs -> HW Debuggen,Testen,etwas Organisatorisches,Ideen klauen
lassen....
Mein Tipp: Entweder abwarten und etwas nachhelfen das man zum zuge
kommt, oder Firma wechseln und hoffen das man woanders einen besseren
Start hat.
Autor: Daniel Duesentrieb (daniel1976d)
Datum: 09.05.2008 08:04

Hallo Zoe das ist natuerlich mal die andere Seite...
Autor: Dummdödel (Gast)
Datum: 09.05.2008 08:28

War gestern beim Vorstellungsgespräch: Personaldienstleister
Ingenieurwesen.

Hab mich mal als das was ich bin hingestellt: Unerfahrener Uni
Absolvent.
Man hat der mir Honig ums Maul geschmiert. 'Sie sind derjenige den wir
unbedingt brauchen','gleich morgen zum Kunden'. Dann kommt die Frage
nach dem Gehalt: Aber egal was du sagst, die runden erstmal um 5000 ab.
Wer da als anfänger kein verhandlungsgeschickt hat!!
Hab dem Personalmenschen insgesamt 7 Fallen gestellt, an denen ich merke
ob er mich ausbeuten möchte oder nicht, und er ist in alle reingetreten.
Autor: sachmal (Gast)
Datum: 09.05.2008 08:31

Na jetzt wollen wir die 7 Fallen aber auch hören.. Wenn sie gut sind,
schreib ich ein Buch drüber ;-)

Nee sachmal wirklich, das ist interessant.
Autor: 3351 (Gast)
Datum: 09.05.2008 08:45

@ Tyler Durden (tylerdurden)

Ja, das kennen wir. Die Firma, oder gewisse Teile der Firma, moechte
unabhaengig von einem Externen werden, glaubt es guenstiger machen zu
koennen, da der eh viel zu teuer ist. Ein ewig wiederkehrendes Thema,
wie Hamlet.

Weshalb willst den Externen denn unbedingt raushaben ? Kannste es denn
schneller, besser, guenstiger ? Wenn das der Studienkollege vom Chef ist
... kannste vielleicht was von ihm lernen. Falls der allerdings nur
Muell produziert, denn du ausbaden kannst... Dann muss der Checf dich
erst mal als Entwickler wahrnehmen.
Autor: AC/DC (Gast)
Datum: 09.05.2008 09:22

Bin sogar mehrfach verarscht worden.

1. Kleinbetrieb 6MA
   Drei Bewerber waren avisiert, einer wollte nicht, einer kam net.
   Wurde eingestellt um Geräte zu bauen weil Personal fehlte.
   (Kein schriftl.Vertrag weil der in der PZ (6Wo) nicht nötig sei).
   Arbeit war nach 3 Wochen erledigt (Wer kann, der kann).
   Dann gekündigt weil ich angeblich nicht zu denen passte.
   Von wegen, der AP war von einem Schwerbehinderten besetzt, der
   ein halbes Jahr (was ich alles beiläufig erfuhr) schon krank war
   und für den Betrieb nutzlos war. Ein Zeitarbeiter war denen zu
   teuer. Aber die versuchten noch eine Woche vor der Kündigung mein
   Gehalt grundlos und erfolglos  zu drücken. Schlimmer geht`s nimmer.

2. Mittelstandsbetrieb 70MA
   Eingestellt als Layouter (Mentor/Unix(ca.zwei Abstürze pro Tag,
   kannte ich vorher nicht, dafür aber ein anderes System/auch Unix).
   Sieben Boards fristgerecht (für ne Messe) designd und die Muster-
   leiterplatten beim Hauslieferanten bestellt. Mußte mir Sprüche
   anhören das die Fa. Anbieter hat die Ihre Leute zur
Auftragserledigung
   vor Ort entsendet hätten. Wohl so ne Art Drohmotivation. Über-
   stunden gekloppt bis zum erbrechen, wurden aber nur hälftig bezahlt.
   Dann,ohne erkennbaren Grund nach drei Monaten gekündigt worden
   (paar Tage nach der Messe). Die Stelle scheint auch nie wieder
   besetzt worden zu sein. Übrigens hat der Chef sich dann feige
   verkrochen, solange ich noch da war und hat seine Personalnutte
   vorgeschickt(ziemlich aufdringlich und anmaßend, eklig).

3. Kleinbetrieb 10MA
   Bei einer Firma wo ich mich mal vorgestellt hatte, hatte der Chef
   den gleichen Nachnamen(sowas gibt`s). Damit war für mich die Sache
   schon erledigt(ohne Kommentar). Durfte ohne ein Trinkmöglichkeit
   eine 1/4 Std. in einem fensterlosen Raum schmoren (Hochsommer)
   und einen  Personalfragebogen ausfüllen, trotz Vorlage meiner BM
   zzgl. Gehaltswunsch wofür sich der AG nach Vorgespräch nach
   Schema F, nur interessierte und es zum Streit ums Geld kam, obwohl
   die Stelle von leitender Natur war. Bin einfach gegangen, da
   der AG ein verquerter unfreundlicher Patriarch war, der glaubte
   ich müßte bei im arbeiten nach Knecht/Gutsherrenart.

Seiddem achte ich auf eine respektable Behandlung, ein schlüssiges
Beschäftigungskonzept und einen schriftlichen Vertrag den ich vorab
sorgfältig prüfen kann, wenn ich Gelegenheit dazu habe. Bitte keine
personenbezogene Kritik (wie v. Peter), interessiert mich einen Dreck.
Autor: .... (Gast)
Datum: 09.05.2008 09:30

@ ac/dc

wenigstens hast du was gelernt.
Manche tappen mit 50 noch in solche Fallen!
Autor: ... (Gast)
Datum: 09.05.2008 09:48

Ich hab mich vor 2 Jahren bei einem Leuchtmittelhersteller vorgestellt;
Ausgeschriebene stelle:
"Entwickler für Mikrocontrolleranwendungen... experimentielle
Arbeitsweise gewünscht, C/C++ Erfahrung..."
Klang ganz gut.
Beim Vorstellungsgespräch wollte ich mehr über die verwendeten
Mikrocontroller erfahren, da die 3 Herren immer von etwas anderem
gesprochen haben. Alle (diplomatischen) Versuche zu Erfahren, welche
Aufgaben man da genau hätte wurden umschiffft, bis ich direkter
wurde:"In der Stelle auf die ich mich beworben habe, heißt es..."
Antwort: "Das wissen wir doch nicht auf welche Stelle Sie sich beworben
haben, bei uns läuft das so dass alle Bewerber in einen Pool kommen und
jeder Abteilungsleiter der Interesse am Bewerber hat kommt dann zum
Bewerbungsgespräch..."
Wie bitte? Ich konnte es nicht glauben... Dann wurden mir Fragen zu
Wellengleichungen gestellt - am Anfang konnte ich noch gut die Stellung
halten. Als mir jedoch klar wurde dass die eigentlich einen Physiker /
Technische Physik o.ä. suchen und keinen E-Ing. der eigentlich
Programmieren will hab ich das ganze dann mal abgebrochen.
Na ja jetzt bin ich nicht bei Leuchtmittel sondern - wie so viele - im
Automotive Bereich...
Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
Datum: 09.05.2008 10:25

Ich bin nicht direkt "verarscht" worden aber ich mache immo in meiner
Firma was ganz anderes als das fuer was ich urspruenglich eingestellt
wurde, das war naemlich Web-Entwicklung. War nen Projekt an dem ich nach
nem guten halben Jahr fertig war (ca. 20h/Woche). Jetzt programmiere ich
an einer GUI in Java und an nem Tcl-Server - mit beiden Sprachen und
auch mit der API hatte ich vorher keinerlei Erfahrung. OK aber nachdem
ich noch Werkstudent bin denke ich ist es OK, andere Firmen haetten mich
wahrscheinlich eher rausgeschmissen bevor sie mir was anderes zugeteilt
haetten, so wie z.B. Novell (SUSE). Ich denke meine Arbeit war gut
deswegen haben's halt ueberlegt wie sie mich dauerhaft einsetzen
koennten.

Michael
Autor: Tyler Durden (tylerdurden)
Datum: 09.05.2008 12:02

Erstmal Danke fuer die Antworten / Kommentare...

Na ja bin erst ein halbes Jahr dort und werde erstmal sehen wohin die
Reise geht. OK dieser Externe ist halt ein Freund von diesem Direktor
... also nicht ganz einfach an dem vorbei zu kommen... Bin halt zur Zeit
nur ein wenig  gefrustet, denn an mir bleiben die Scheissjobs haengen
und er hat als Freiberufler / Rentner alle Zeit der Welt und damit mir
gegenueber klar einen Vorteil.

Ich kann nicht sagen das alles was er abliefet Schrott waere. Ist aber
auch nicht alles toll. Er ist vom Design eher so ein Unitype und
manchmal ein wenig Realitaetsfremd. Ich versuch so viel wie moeglich von
ihm zu lernen.

Sehe das Ganze aber schon wider positiver und es wird auch meine Zet
kommen. Eine paar Verbesserungsvorschlaege meinerseits haben ja schon
Platz gefunden und tollerweise funktionieren die auch... Also von der
Seite kann ich schon was vorweisen...

Gruesse an alle gefrusteten... :)
Autor: Willi Wacker (williwacker)
Datum: 09.05.2008 12:49

Ist doch immer dasselbe:

Zum einen wissen die Entscheidungsträger und Personaler nicht, was sie
denn nun wirklich wollen. Teamforming ist ein Fremdwort, wahrscheinlich
chinesischen Ursprungs ;-). Manchmal überlegen sie sich - erst - anhand
der Bewerbungslage, zu was sie denn tendieren.

Manchmal schreiben sie die Stellenausschreibung aber auch einfach nur
so, dass sich sicher ein paar bewerben (gut dotiert rabarber rabarber).
Wen sie Dich dann erstmal im Sack haben, kann man natürlich auch nicht
mehr einfach so gehen.

Ist mir auch mal passiert, eingestellt worden als Software-Entwickler,
allen möglichen Sch.. gemacht, bis sie dann endlich gemerkt haben, dass
der aktuelle SW-Entwickler es nicht wirklich blickt, und dann musste es
schnell gehen. OK, ich war verfügbar, wollte es auch und konnte das
Problem auch gut lösen. Ausgeschieden bin ich dann als Gruppenleiter,
nachdem ich über 4 Jahre keine müde Mark (ja ja wie die Zeit vergeht)
Gehaltserhöhung bekommen hatte.

Als AN wird man laufend - und ich sach mal - überall vera__t,
Unterschiede: der eine mehr und der andere weniger.

Andererseits gibt es sicher auch endlos Stories von AGs, die ihre Firmen
vera__en, sich einstellen lassen und nach 2 Wochen wieder kündigen, weil
der alte Arbeitgeber nicht geglaubt hat, dass er ohne Gehaltserhöhung
wirklich geht, und jetzt erfolgreich mit einem höheren Gehalt winkt.
Pech für den neuen AG, der natürlich schon in den Kerle inverstiert hat.

Ciao Allerseits
Autor: Anja zoe Christen (zoe)
Datum: 09.05.2008 13:02

Michael G. wrote:
> Ich bin nicht direkt "verarscht" worden aber ich mache immo in meiner
> Firma was ganz anderes als das fuer was ich urspruenglich eingestellt
> wurde,

Das ist doch - über eine gewisse Firmenzugehörigkeit gesehen - normal.
Ich habe angefangen als Workstation Operateuse und SW Bastlerin. Über
die Jahre (Jahrzehnte?) habe ich dann Electrical Engineer, System
Engineer, Project Management Technologieprojekte, Projektleitung
Elektronikprojekte und jetzt PA Managerin gemacht.

Ich bin froh daß ich nicht mehr das mache für was ich ursprünglich
eingestellt wurde :-)

Zoe
Autor: Anja zoe Christen (zoe)
Datum: 09.05.2008 13:04

Niedlich wrote:
> Labview ? Dieses Klickibunti Dingens wo man u.a. Schleifen und
> Verzweigungen auf die umständlichste Art und Weise in Stunden
> "programmiert" äh malt um das zu erreichen was man mit 10 Zeilen C in 5
> Minuten erledigt hat? Ich sehe es eher vom Vorteil wenn jemand kein
> Labview beherrscht oder beherrschen will ;-)

Da gebe ich Dir recht, als "altmodische" Person die noch mit klassicher
Programmierung großgeworden ist, bin ich mit dem Klickibunti auch nie so
recht warmgeworden.
In dem Falle gings halt nicht anders...

Zoe
Autor: Berater Nummer 8 (Gast)
Datum: 09.05.2008 13:19

Tyler, du sollstes die Chance nutzen und Dir die Schaltungstricks des
externen ansehen und übernehmen. Nach 2 Jahren kannst du dann als etwas
erfahren wechseln.

>>LAbview
>Verzweigungen auf die umständlichste Art und Weise in Stunden
>"programmiert" äh malt um das zu erreichen was man mit 10 Zeilen
>C in 5 Minuten erledigt hat? Ich sehe es eher vom Vorteil wenn jemand
>kein Labview beherrscht oder beherrschen will ;-)

Ich bin voll mit Dir aber du glaubst nicht, wie viel Labview in der
Industrie verwendet wird.

Zu viel!
Autor: Rumpel (Gast)
Datum: 09.05.2008 13:55

Mit Labview kann man aber fast alles machen. Ein Problem ist das der
"Code" schnell unübersichtlich wird wenn er z.B. von Praktikanten
zusammengebastelt wurde.
Autor: Matthias (Gast)
Datum: 09.05.2008 14:01

Leichenwagenseite ?????
Autor: Joey (Gast)
Datum: 09.05.2008 19:15

Servus,

das kann durchaus vorkommen. So ähnlich ging es mir auch. Ich empfehle
Dir hier Hartnäckigkeit. Weise immer wieder darauf hin (höflich, aber
bestimmt), dass Du das Potential hast, die Arbeit zu übernehmen und
zeige Dich überdurchschnittlich engagiert. Meiner Erfahrung nach kommen
die wirklich engagierten Leute irgendwann auch zum Zug. Das kann
allerdings ein bis zwei Jahre dauern, je nach Umfeld.

Der Externe scheint ein Kumpel des Geschäftsführers zu sein... Mach Dich
auch bei ihm lieb Kind. ;-)

Alles gute
Autor: FH (Gast)
Datum: 09.05.2008 20:57

Die Personaler wollen doch verarscht werden bei ihren überzogenen
Anforderungen. Kein Absolvent kann mehr als 3% dessen leisten, was in
Stellenanzeigen verlangt wird, weil diese geforderten Fähigkeiten und
Kenntnisse genau Null Relevanz im Studium haben. Wer ehrlich ist, hat zu
100% eine Absage, traurig aber wahr. Denn keine Firma will Anfänger
einarbeiten. Wer sagt, er ist gewillt, sich in neue Gebiete
einzurabeiten und zu lernen, hat schon verloren. Es werden nur Leute
eingestellt, die deutlich machen können, dass sie die geforderten
Fähigkeiten/Kenntnisse schon haben und somit kaum Einarbeitungszeit
benötigen.
Autor: Andreas Kaiser (a-k)
Datum: 09.05.2008 21:30

Natürlich gibt es Fälle wie sie hier beschrieben sind. Nur sollte man
aus Threads wie diesem nicht den Schluss ziehen, dass es überall so
zugeht. Naturgemäss kotzen sich in Foren nur jene aus, die schlechte
Erfahrungen gemacht haben. Die übrigen haben keinen Grund dazu und
verhalten sich ruhig.

Daher sind Aussagen wie "Denn keine Firma will Anfänger einarbeiten."
und "Wer sagt, er ist gewillt, sich in neue Gebiete einzuarbeiten und zu
lernen, hat schon verloren." derart allgemein ausgedrückt schlichtweg
Unfug. Das ist logisch auf einfachste Art beweisbar, denn von nix kommt
nix.

So gibt es durchaus Firmen, die Leute einstellen, die erst auf die
Aufgabe vorbereitet werden müssen. Das hat auch etwas mit dem
Gehaltsniveau zu tun. Wer jemanden sucht, der sofort in einem besonders
qualifizierten Fachgebiet produktiv anfangen kann, der muss bereits
sein, dafür entsprechend mehr zu zahlen. Manche Firmen lassen sich
deshalb mehr Zeit und akzeptieren auch Leute, von denen Sie wissen, dass
sie nicht sofort 100% passen. Weil die weniger kosten und weil
möglicherweise kein unmittelbarer Termindruck besteht.

Daher kann ein Kandidat, der sich erst über etliche Monate einarbeiten
muss, nicht mit höchsten Gehaltsvorstellungen ankommen. Wenn er sich
dann später aufgrund mittlerweile erworbener Fähigkeiten unterbezahlt
fühlt, kann er sich ja anderswo bei Firmen umsehen, die grad
entsprechende Leute suchen. Muss halt im wirtschaftlichen Schweinezyklus
den richtigen Zeitpunkt abpassen.
Autor: Irritierter (Gast)
Datum: 10.05.2008 12:58

Meine Erfahrung ( selbst gemacht und aus diversen Schilderungen von
Konkurrenten entnommen ):
Es ist keine Verarschung, vielmehr ganz einfach Sozial-, Lohn- und
sonstiges Dumping, unverblümt ( hat nichts mit N. Blüm zu tun, für mich
einer der wenigen ehrlichen Minister, die es je gab, er war wohl ein
bisschen naiv ) geäußert:

Ist man Absolvent, heisst es:

"Sie sind doch schon fast 30J., haben nur Praktika gemacht und nie
richtig gearbeitet. Wir haben x Kandidaten mit zig-Jahren
Berufserfahrung, die würden zu 3/4 ihres gewünschten Gehaltes sofort
anfangen !"

Ist man der betreffende, ältere Kandidat, hört sich das ganz anders an:

Nanu, in Ihrem Alter glauben Sie noch, den voll-fitten Absolventen
Konkurrenz machen zu wollen ? Ihre Erfahrung wird doch gar nicht mehr
gebraucht, dass aktuell nötige Wissen eignen sich die Jung-Spunde mal
eben am Wochenende an, da können Sie doch niemals mehr mithalten !
Und erst Ihre Gehaltsvorstellungen !?

So sieht's halt aus !

Und unsere Ober-Tussi, "DDR"-Physikerin, plappert den Schwachsinn auf
jeder Technik-Messe nach ( ist halt vom BDI etc. gut eingenordet,
Verzeihung eingewestet ).

Viel Glück an alle !
Autor: Rumpel (Gast)
Datum: 10.05.2008 13:14

Ja,solche Leute kenne ich auch. Die ehemalige DDR- "Elite" sind die
größten Opportunisten. Damals konnte nur studieren und Kariere machen
wer, zumindest äußerlich, sich voll und ganz zum Sozialismus und zur DDR
bekannte. Hauptsache alles brav nachplappern und keinesfalls eigene
Gedanken haben.
Jetzt machen Sie es mit der selben Einstellung andersrum. Versuchen den
Ausbeuterkapitalismus durchzuziehen, so wie sie ihn damals in den
Marxismus-Leninismus Vorlesungen gelehrt bekommen haben.
Schlimm ist das solche Menschen nun Ingenieure ausbilden oder führen
sollen.
Das musste mal raus...
Autor: lach (Gast)
Datum: 10.05.2008 22:31

@ Andreas Kaiser

Was redest du für ein Blech! Ich habe studiert, um etwas zu bewegen, um
mich in aktuelle Technik einarbeiten zu können, um zu lernen auch nach
dem Studium. Das Gehalt war mir immer nicht so wichtig, auch der
Einsatzort ist zweitrangig und sofern in Deutschland, ist mir dieser
völlig egal. Aber nach fünfjährigen Bewerbungsmarathon mit nur einer
Handvoll Vorstellungsgesprächen, davon die meisten bei
Zeitarbeitsfirmen, hat man langsam sie Schnauze voll. Da arbeite ich
jetzt für 8€/h. Die Arbeit ist langweilig und nicht erfüllend aber man
hat nur eine 40h-Woche, also auch Zeit für Familie, was man als
Ingenieur in der Regel vergessen kann. Soviel also zum Märchen des
Fachkräftemangels.
Autor: Karl (Gast)
Datum: 10.05.2008 22:54

@Andreas Kaiser: Alles richtig, volle Zustimmung!

@Jammerlappen: Fasst euch mal an die eigene Nase. Wer nach fünf Jahren
intensiver Suche nicht das richtige gefunden hat, sollte langsam auf die
Idee kommen, dass es auch an einem selbst liegen kann. Sei es nur das
eigene Unvermögen, die Arbeitsstelle richtig einzuschätzen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es auch gute Firmen gibt. Und für 8
Euro/h mach ich schon gar keinen Finger mehr krumm.
Autor: Der Schelm (derschelm)
Datum: 11.05.2008 13:04

lach wrote:
> Was redest du für ein Blech! Ich habe studiert, um etwas zu bewegen, um
> mich in aktuelle Technik einarbeiten zu können, um zu lernen auch nach
> dem Studium. Das Gehalt war mir immer nicht so wichtig, auch der
> Einsatzort ist zweitrangig und sofern in Deutschland, ist mir dieser
> völlig egal. Aber nach fünfjährigen Bewerbungsmarathon mit nur einer
> Handvoll Vorstellungsgesprächen, davon die meisten bei
> Zeitarbeitsfirmen, hat man langsam sie Schnauze voll. Da arbeite ich
> jetzt für 8€/h. Die Arbeit ist langweilig und nicht erfüllend aber man
> hat nur eine 40h-Woche, also auch Zeit für Familie, was man als
> Ingenieur in der Regel vergessen kann. Soviel also zum Märchen des
> Fachkräftemangels.

Ich seh das auch so wie Karl, Dein Gejammer hilft Dir nicht weiter. Du
musst jetzt, da Du einen festen Job hast, Deine Person und Deine
Situation in Ruhe analysieren.

- Was sind meine Stärken
- Was sind meine Schwächen
- Wo sehen andere meine Stärken (hier vermute ich eine böse
Überraschung)
- Wo sehen andere meine Schwächen ( dito Überraschung)
- Was mache ich gern
- Was mache ich nicht gern
- Wie sieht meine Bewerbung aus (nach Deiner Beschreibung sicher nicht
ansprechend)
und so weiter und so weiter.

Und danach: Wie verbessere ich die Quote von oben.

Merke: Es ist absolut unwichtig, ob Du schlau bist, es ist nur wichtig,
ob man Dich für schlau hält!

Sorry, trotzdem schöne Pfingsten
Autor: bla (Gast)
Datum: 12.05.2008 11:35

So ein Schwachsinn kann nur von einem Personaler kommen oder von
jemanden bei dem der Jobeinstieg nach dem Studium zufällig
zufriedenstellend geklappt hat.  Eine Jobsuche ist gleich einem
Lotteriespiel und einen Job wo man das macht, was man gerne macht,
finden nur gaaaanz wenige Leute. Das gilt besonders für Ingenieure wo
ein Überangebot an Bewerbern vorhanden ist.
Autor: Gast (Gast)
Datum: 12.05.2008 12:47

Das traurige daran ist, dass " bla (Gast)" diesen Unsinn auch noch
glaubt.

Nun ja, soll er ruhig. So kann man sich das Leben auch ausfüllen.
Autor: Gast123 (Gast)
Datum: 12.05.2008 12:53

> Eine Jobsuche ist gleich einem Lotteriespiel
Bei einem Lotteriespiel hast du keine Einflussmöglichkeiten.
Merkste was?
Autor: Dietmar (Gast)
Datum: 12.05.2008 14:56

jetzt für 8€/h.




??????



Ingenieure arbeiten nach IGZ für 14 Euro/Stunde.

Also, leg` Dich wieder hin Du Pfosten.
Autor: AC/DC (Gast)
Datum: 12.05.2008 15:10

>Bei einem Lotteriespiel hast du keine Einflussmöglichkeiten.
>Merkste was?

Klar hat er die. Immer mehr Geld in Lose (Bewerbungen) stecken und
sich über die vielen Nieten wundern.
Autor: Jupp (Gast)
Datum: 12.05.2008 15:23

> Die Arbeit ist langweilig und nicht erfüllend aber man
> hat nur eine 40h-Woche, also auch Zeit für Familie, was man als
> Ingenieur in der Regel vergessen kann.

Die 40h-Woche habe ich als Ing auch. Schon deshalb, weil in meinem
Arbeitsvertrag steht, dass Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind
und Freizeitausgleich ausgeschlossen ist. Wenn mein Arbeitgeber
nennenswerte Überstunden von mir verlangt, soll er mehr bezahlen, basta.
Tut er dies nicht, gibt's auch keine Überstunden. Er muss damit leben
oder er spricht mir die Kündigung aus. Juckt mich wenig, es gibt viele
gute Arbeitgeber. Und schreibt er mir ein Arbeitszeugnis mit der
Bewertung "Arbeitsverweigerer", geht's halt vor das Arbeitsgericht.

Muss dazu sagen, dass ich in einer recht kleinen Firma bin, die seit
über einem Jahr Ingenieure im Bereich Hardwareentwicklung sucht und
keine findet. Ist mir persönlich schleierhaft aber eben aus dem Grund
wird sich die Firma sehr gut überlegen, ob sie es sich mit mir
verscherzt.
Autor: Das ist ja ein Ding! (Gast)
Datum: 12.05.2008 15:49

> Muss dazu sagen, dass ich in einer recht kleinen Firma bin, die seit
> über einem Jahr Ingenieure im Bereich Hardwareentwicklung sucht und
> keine findet.

Hallo Jupp, was ist das denn für eine sagenhafte Region, wo die Leute so
knapp sind? Ohne dir die Arbeit wegnehmen zu wollen, aber hat dein Boss
mal daran gedacht, Arbeiten in gewissem Umfang zu mir auszulagern?
Autor: Jupp (Gast)
Datum: 12.05.2008 16:14

Die Region ist Nordbayern.
Autor: AC/DC (Gast)
Datum: 12.05.2008 16:17

> Muss dazu sagen, dass ich in einer recht kleinen Firma bin, die seit
> über einem Jahr Ingenieure im Bereich Hardwareentwicklung sucht und
> keine findet.

Ohne das zu sehr vorzuverurteilen. Die Zeiten ändern sich und
wo Bewerber noch Initiativbewerbungen geschrieben haben, die für
einen Stapel an Kandidaten sorgten, sind in Zeiten des Fachkräfte-
mangels eben nicht mehr gegeben. Nur einige Chefs sind unfähig
sich auf geänderte Marktbedingungen anzupassen und selbst mal
die Werbetrommel zu schlagen. Die bekommen es einfach nicht in Ihre
Betonköpfe. Da muß man schon was anbieten, wenn man da noch Leute
hinterm Ofen hervorlocken will. Wenn er das nicht kann oder will,
hat er auch keine verdient.
Autor: Das ist ja ein Ding! (Gast)
Datum: 12.05.2008 16:17

Ich bin platt wie eine Flunder!
Autor: testknecht (Gast)
Datum: 12.05.2008 16:46

labview nix seriös
Autor: Jupp (Gast)
Datum: 12.05.2008 18:29

>Wenn er das nicht kann oder will, hat er auch keine verdient.

Ist halt schwierig. Sind ja ständig Leute zum VG eingeladen und die
müssen bei  uns einen kleinen Test machen. Da könnte man schreien, was
da teilweise abgeliefert wird. Sind alles Bitautisten, die von
praktischer Elektronik keine Ahnung haben. Ist ja auch nicht schlimm,
man kann schließlich alles lernen. Aber es fehlt vielen einfach auch die
Bereitschaft, mal etwas praktischen zu machen.

Aber generell gebe ich dir schon Recht, er will nicht. Lieber die
wenigen Mitarbeiter mit Arbeit vollstopfen, als mal das Risiko eingehen,
jemanden einzustellen. Den optimalen Mitarbeiter wird es nicht
geben...egal, meine Firma für das Leben wird das eh nicht; schon rein
finanziell gesehen.
Autor: AC/DC (Gast)
Datum: 12.05.2008 19:35

@ Jupp
>Ist ja auch nicht schlimm, man kann schließlich alles lernen.

Wie eine Bypassoperation am offenen Herzen vielleicht?

Man kann nur lernen was man lernen will und kann und die
Rahmenbedingungen stimmen. Nur beim Thema Mitarbeiter-
motivation bzw. bei der Mitarbeiteraquise fällt den Chefs
doch nur wieder ihre alte stereotype Verhaltensweise ein,
mit einem hohen Anspruchsdenken des AG einseits und dem
Bescheidenheitszuspruch gegenüber dem AN andererseits.
Fortbildung und Qualifizierung nebs Einkommensförderung
werden und wurden von vielen AG einfach nicht genutzt,
so das die BA die Mittel stark reduzieren mußte, weil
es einfach nicht gefunzt hat.

>Aber es fehlt vielen einfach auch die Bereitschaft, mal
>etwas praktischen zu machen.

Wenn der AG die entsprechende Geduld hätte einen willigen
Mitarbeiter wie ein Mentor zu unterstützen wäre das alles
kein Problem, aber da will heute kein AG mehr das Risiko eingehen,
weil die Gefahr besteht, das die Mühe sich nicht gelohnt hat,
wenn der AN dann eine attraktivere dotierte Stelle findet.
Das unternehmerische Risiko kann aber nicht auf die Belegschaft
abgewälzt werden. Die leiden nur an den Folgen.
Wenn der AG die Gesetze des Marktes, sofern diese mal nicht
zum Nutzen des AG sind, missachtet, steht das Unternehmen bald
ziemlich wackelig dar, weil der Wachstum dann stagniert und
der Laden dann sehr schnell den Bach runtergeht.
Meist verkriecht sich die Stammbelegschaft dann in ihr geistiges
Schneckenhaus und das Unternehmen kommt langsam zum Stillstand.
Ich glaube, ich kann das beurteilen, weil ich schon vier Pleiten
als AN miterlebt habe. Wenn du innerlich schon gekündigt hast,
fang mal an wieder Bewerbungen zu schreiben. Manchmal brauch
der Mensch einfach mal ne Luftveränderung.
Autor: Klaus (Gast)
Datum: 12.05.2008 19:54

Jupp, was ist denn das für eine Vorzeigefirma, die Leute sucht, und die
Mitarbeiter die nicht freiwillig unbezahlte Überstunden schieben nicht
rausmobbt?

Auch schonmal daran gedacht, warum die Firma keine Bewerber findet? Wird
vielleicht keine Werbung gemacht? Sucht man nur erfahrene Spezialisten
für 30000Euro brutto? Den passenden Bewerber gibt es nicht. Man muss
auch Anfänger einarbeiten.
Autor: Willi Wacker (williwacker)
Datum: 13.05.2008 12:57

Jupp wrote:
> Ist halt schwierig. Sind ja ständig Leute zum VG eingeladen und die
> müssen bei  uns einen kleinen Test machen. Da könnte man schreien, was
> da teilweise abgeliefert wird. Sind alles Bitautisten, die von
> praktischer Elektronik keine Ahnung haben. Ist ja auch nicht schlimm,
> man kann schließlich alles lernen. Aber es fehlt vielen einfach auch die
> Bereitschaft, mal etwas praktischen zu machen.

Wenn ich beim VG einen Test machen sollte, würde ich wieder gehen.
Vielleicht würde ich den Test auch machen (je nachdem, wie ich Lust
habe).

Vielleicht so: Wie lautet das Ohmsche Gesetz? Schwyz ? oder wars URI ?

Aber ich würde ganz sicher dort nicht anfangen.
Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
Datum: 13.05.2008 17:29

>Wie lautet das Ohmsche Gesetz? Schwyz ? oder wars URI ?

Was ist Baustoff und Geräusch zugleich? Ton...
Autor: David (Gast)
Datum: 13.05.2008 19:51

>>@Klaus (Gast)
>>Jupp, was ist denn das für eine Vorzeigefirma, die Leute sucht, und die
>>Mitarbeiter die nicht freiwillig unbezahlte Überstunden schieben nicht
>>rausmobbt?

was bitte sind unbezahlte überstunden?
Autor: Irritierter (Gast)
Datum: 13.05.2008 20:06

David:

"was bitte sind unbezahlte überstunden?"

Genau DIE Leute werden sofort eingestellt, jedenfalls dann, wenn sie
nicht älter als 26 sind, Gesellenbrief, 3 Jahre Tätigkeit als Techniker,
Abitur mit 1,7 sowie mindestens 4 Jahre Auslandserfahrung haben und nach
Möglichkeit unfruchtbar sind ...

Weitere Positiv-Kriterien werden berücksichtigt !!

Gruss I.

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