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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Selbstständigkeit


Autor: Firma (Gast)
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Hallo

ich sehe gerade dass sehr viele Leute in diesem Forum selbstständig 
sind.

Mich würde interessieren was euch getrieben hat selbstständig zu werden 
was genau ihr macht, vieviel Erfahrung ihr hattet wie ihr das 
Unternehmen gegründet habt, ob die Gründung im jüngeren oder älteren 
Alter war und ob es eher ein Erfolg oder Flop war die Firma zu gründen.

Mich interessiert eher die Entstehungsstory, Namen oder irgendwelche 
genauen Daten sind für mich nicht so wichtig.

MfG

Autor: 3351 (Gast)
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Nach dem Studium hatte ich eine befristete Stelle, dann 6 monate ferien, 
nochmals eine befristete Stelle, 3 Monate Ferien, dann eine 2 jaehrige 
Stelle, die mich etwas desillusionierte, dann 6 monate Ferien und als 
ich zurueckkam hatte ein Kollege ein Projekt zuviel, heisst, er wollte 
dabei sein, hatte aber selbst keine Zeit. Dieses Projekt bekam ich dann 
als  Selbststaendiger. Die Investitionen waren marginal, einen PC und 
einen Compiler hatte ich eh schon. Nach diesen Projekt hatte ich dann 
wieder eine Stelle. Seither hab ich noch ein paar Male zwischen Stelle 
und selbstaendig gewechselt.

Autor: Dr. G. Reed (Gast)
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Ich bin selbständig.
Angefangen habe ich mit ca 30 Jahren, vor etwa 10 Jahren.
Der Grund:

Unfähige Chefs

Ich war damals Computer-Netzwerk-Techniker, mitten im DotCom Boom. Ich 
hab damals in einem kleinen Unternehmen, ca 10 Mitarbeiter , gearbeitet, 
und bei soviel Mist wie die beiden Chefs verbockt haben, habe ich mir 
gedacht, das kann ich alleine viel besser.
Praktisch vom Start weg hatte ich genug Kunden und alles lief ohne 
Probleme.
Netzwerke einrichten, Internet-Zugänge einrichten etc.
Damals war man noch ein begehrter Fachmann, wenn man ein POP3-Konto 
einrichten konnte...

Mit der Zeit liess allerdings die Nachfage stark nach,so ca 2004 war 
das, auch gab es nun viel mehr 'EDV Dienstleister', so dass ich mich 
jetzt ausschliesslich mit Programmierungen (Oracle Datenbankanwendungen) 
beschäftige. Das ist eine kleine Nische, aber ich hab gut zu tun.

In diesem Jahr feiere ich also 10-Jähriges, und es gab praktisch keinen 
Tag, an dem ich nicht gern ins Büro gegangen wäre, im Gegensatz zu 
meinen Jahren als Angestellter.
Ach ja: Ich bin ein Ein-Personen-Unternehmen, arbeite aber mit einigen 
anderen Leuten locker zusammen.

Autor: AC/DC (Gast)
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Studien sollen gezeigt haben, das Menschen, die sich
selbständig gemacht haben, dies in erster Linie wegen
der Freiheit getan haben sich beruflich freier zu
entfalten als dies bei einem abhängigen Beschäftigungs-
verhältniss je möglich gewesen wäre. Zweitrangig soll
die Einkommenserzielung sein, welche auch nicht immer
regelmäßig ist, dafür aber höher oder niedriger ausfallen
kann. Regelmäßige Einkünfte und Planungsicherheit sind
für den normalen Arbeitnehmer eher ausschlaggebend.

Autor: Sag ich lieber nicht (Gast)
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Getrieben haben mich dazu: die 89er Ereignisse, plötzlich war mein 
Industrieforschungsinstitut, für das ich mir den Hintern aufgerissen 
hatte,
weg. Meine hirntoten Chefs verstanden es in ihrer schleimigen Art, sich 
mit einer Resttruppe bei einem mittelgroßen Konzern anheischig zu 
machen.
Zu diesem Zeitpunkt war ich 12 Jahre im Beruf und zuletzt 
Hauptabteilungsleiter in F&E.

Deshalb 1990: Gründung einer GmbH mit weiteren elf Gesellschaftern im 
Bereich Nachrichtentechnik. Wir waren wohl alle etwas blauäugig, 
jedenfalls war es wohl kein gutes Konzept und im Sommer 92 war Schluß. 
Bankschulden durch 12 geteilt.

Mit drei weiteren Leuten dann einen perspektivreichen Auftrag über 
200.000,-- DM mitgenommen und dann die nächste GmbH gegründet. Ging 
lange Zeit wie Butter, Gehalt war nicht ganz standesgemäß, hat aber Spaß 
gemacht.
Leider haben wir zu lange unser Leben mit Dienstleistungen gefristet, 
anstatt auf Produkte zu setzen. Einen MA wegen Faulheit rausgeworfen, 
einen
anderen wegen erheblicher fachlicher Defizite. Herzinfarkt durch eigenes 
Verschulden (Fressen, Rauchen). Zuletzt hatte mein Kompagnon keine Lust 
mehr und hat mir Ende 2001 den ganzen Kram vor die Füße geworfen, 
nachdem er sich bereits lange vorher nach einer Anstellung
umgesehen hatte. Firma ehrenvoll und ohne Verbindlichkeiten liquidiert.

2002 und 2003 als Angestellter geknechtet. Über die Firma kann man 
nichts schlechtes sagen. Sie kam aber selbst ins Schleudern und hat mich 
Ende 2003 rausgeworfen. Allerdings hat mich der Chef der Firma wegen 
völliger Nichtigkeiten in beiden Jahren aus dem Jahresurlaub geholt. So 
etwas verabscheue ich und würde es selbst niemandem antun wollen.

Ab 2004 dann wieder selbständig als GmbH und Alleinunterhalter. Es läuft 
so lala. Immernoch zu viel Dienstleistungsanteil, ging aber nicht 
anders.
Ganz langsam kommen die Selbstläuferprodukte, OEM-Erzeugnisse für einen 
Maschinenbauer. Gehalt immer noch nicht standesgemäß. Fresse weniger 
(BMI 24), Rauchen seit Herzinfarkt sowieso nicht mehr.

Ich bin weiterhin unbelehrbar und würde nicht mehr knechten gehen, da 
mir die Unterordnung unter irgendwelche Pseudoautoritäten nicht mehr 
gelingt.
So kann ich mir wenigstens einbilden, unabhängig zu sein.

Autor: hmm (Gast)
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>>Ich bin weiterhin unbelehrbar und würde nicht mehr knechten gehen, da
>>mir die Unterordnung unter irgendwelche Pseudoautoritäten nicht mehr
>>gelingt.

Hm das höre ich verstärkt auch von den Leuten, die eigentlich nur selbst 
dafür verantwortlich sind. Dank den Waldorfschulen können sich viele 
nicht unterordnen, wobei das zu der natürlichen angeübten Versklavung 
der heutigen Gesellschaft gehört.

Ich bin zur Zeit dabei selbständig neben dem Beruf zu werden, ich lasse 
mir schön Zeit und plane/setze alles mit Köpfchen um, dabei habe ich 
immer noch ein festes Gehalt. Mal sehen, wenn es nichts wird, habe ich 
nichts außer Zeit verloren.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Ich habe mich vor drei Jahren selbstständig gemacht - der klassische 
Sprung ins kalte Wasser (allerdings nicht unvorbereitet).

Bei mir ging es damals ganz klar nicht um viel Geld sondern um die 
Verwirklichung meiner Ideen.
Was mache ich: tja, schwierig zu sagen. Ich entwickle mal dies, mal das, 
Elektronik ist da nur ein Hilfsmittel, um meine Ideen umzusetzen. Von 
HF-Technik über chemische Prozessstraßen und Bionik war schon alles 
dabei.

Das Schöne ist, dass mir die Leute meine Ideen/Produkte abkaufen, so 
dass ich keine externen Aufträge annehmen muss :-)

Als Angestellter nach Ende der regulären Arbeitszeit noch eigene 
Projekte durchziehen, wäre mir wohl sehr schwer gefallen, zumal es sich 
bei meinen neueren Entwicklungen um mehrjährige Sachen im Bereich 
Prozesstechnik/chemische Industrie handelt.

Und wenn ich dann dazu keinen Bock mehr habe, dann mache ich eben wieder 
etwas komplett anderes :-)

Die Freiheit, nur dann zu entwickeln, wenn ich kreativ bin und nur das, 
was mir auch Spaß macht, würde ich gegen kein Geld eintauschen.
Für mich ist die Vorstellung albtraumhaft, morgens Punkt acht kreativ 
werden und um 17 Uhr aufhören zu müssen. Manchmal geht einfach mal einen 
Vormittag nichts - dann mache ich eben andere Dinge, die erledigt werden 
müssen (Buchhaltung, Rasenmähen oder wie dieses WE Efeu schneiden ;-).

Ich habe mein Hobby (= Technologien entwickeln) zum Beruf gemacht und 
das soll auch noch 30 Jahre so bleiben :-)

Aber natürlich erfordert Selbstständigkeit eine intensive Vorbereitung: 
ich habe ein Jahr nichts anderes gemacht, als meinen Webauftritt 
vorzubereiten, mich in Buchhaltung und rechtlichen Fragen fit zu machen 
und den Markt zu sondieren.

Belohnt werde ich jetzt dadurch, dass seit Start Umsatz und Gewinn 
kontinuierlich gestiegen sind und ich mit meinen bisher entwickelten 
Dingen schon gut leben kann. Dazu habe ich jetzt schon Rücklagen für ein 
komplettes Jahr ohne jegliche Einnahme - das gibt Planungssicherheit :-)
Und ich denke über die Anmietung einer Halle + EInstellung von 
Mitarbeitern nach.

Die Banken wollten mir damals nichts geben - jetzt brauche ich nichts 
mehr. Ich benötige zuverlässige Geschäftspartner - Banken fallen bisher 
nicht darunter.

Noch etwas zum Schluss: Ohne meine Frau wäre ich nicht so weit gekommen 
und wenn ich mich zwischen Unternehmen und ihr entscheiden müsste, würde 
ich immer sie wählen. Sie ist meine engste und beste Beraterin und im 
Laufe diesen Jahres werde ich sie als ersten Mitarbeiter einstellen :-)
Als "echter" Einzelkämpfer dürfte man es sehr schwer haben.

Chris

Autor: Noch en Selbständiger (Gast)
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> Ohne meine Frau wäre ich nicht so weit gekommen

Das ist das A&O einer Selbständigkeit!

Wenn die Frau/Partnerin nicht mitspielt geht die Ehe oder die Firma 
kaputt.
Bei mir ging die Ehe kaputt und durch Unterhaltzahlung an die Ex wäre 
auch die Firma eingegangen.
Heute bin ich glücklich geschieden und meine Ex arbeitet bei mir in der 
Platinenbestückung.

Autor: Lötkünstler (Gast)
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> Heute bin ich glücklich geschieden und meine Ex arbeitet bei mir in der
> Platinenbestückung.

Einfach nur geil!!!

Autor: Mousse-T (Gast)
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Das muss ich mir merken ;-)

Autor: Gast99 (Gast)
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yes!

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