Sekundenkleber - Industriekleber

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von Ovular

Einleitung[Bearbeiten]

Das hier ist kein wissenschaftlicher Artikel, nur eine kleine Sammlung von Informationen.

Viele kennen den Sekundenkleber, er enthält mehr als 90% Cyanacrylatsäure und klebt nur mäßig. Moderne Cyanacrylat-Klebstoffe mit weniger als 5% Cyanacrylat kleben 20x besser als herkömmliche Sekundenkleber, versprechen die Hersteller.

Zusammenfassend soll er folgende verbesserte Eigenschaften haben:

  • wasserbeständig
  • hitzebeständig bis 80-120°C
  • elastische Typen erhältlich
  • länger haltbar

Beschreibung[Bearbeiten]

Hier ein paar Zitate von den Herstellern.

Der kleine Unterschied

Was ist der Unterschied zwischen Sekundenklebern und Industrieklebstoffen? Im Prinzip werden alle Reaktionsklebstoffe der Welt nach ein und der selben Methode produziert. Das Zauberwort heißt "CYANACRYLAT". Dies ist eine Art Grundsubstanz oder "Ursuppe" auf der alle "Schnellkleber" aufgebaut sind. Je nach Anforderung an den Klebstoff werden dann noch spezielle Aditive und Substanzen zugefügt. Ist dieses Rezept dann fertig kommt das Ganze in einen riesigen Kessel und wird destilliert - genau wie ein Weinbrand. Jetzt wird es spannend - der Destillationsprozess setzt ein. Je höher der Destillationsgrad - um so besser der Klebstoff. ABER !!! Je höher der Destillationsgrad - um so weniger bleibt in dem großen Kessel übrig - also - um so teurer wird die Geschichte. Deswegen wird auch während der Destillation immer wieder Klebstoff in verschiedenen Qualitäten abgepumpt. Das ist das ganze Geheimnis.
Quelle: PascoFix

Chemische Basis

Auf zwei Unterscheidungsmerkmale, die das Typenprogramm eines jeden Cyanacrylat Klebstoffherstellers bestimmen, soll hier kurz eingegangen werden.

Zunächst einmal ist die chemische Basis eines solchen Klebstoffes wichtig, d. h. welches Ausgangsmonomer ist Hauptbestandteil der Rezeptur? Dies bedingt wiederum den Eignungsgrad des Klebstoffes bei der Verklebung spezieller Materialien. Man unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Estergruppen, wobei die Ethylester bei weitem das größte Anwendungsspektrum abdecken. Generell zum Einsatz kommen aber auch Methyl-, Butyl-, Alkoxylester und einige andere mehr. Als zweites Kriterium zählt die Viskosität. Es werden Klebstoffe dünn wie Wasser bis hin zu gelförmigen Produkten angeboten. Allgemein kann man sagen, dass bei Handapplikation Viskositäten von ca. 80 bis 200 mPa*s als angenehm eingestuft werden. Ausnahme sind hierbei schnelle Elastomerverklebungen, bei denen deutlich dünnere (ca. 10 bis 30 mPa*s) Produkte zum Einsatz kommen, die einen relativ weichen Klebstofffilm ermöglichen. Treten leichte Spalte auf oder muss länger nachjustiert werden, sind Viskositäten von ca. 700 bis 2.000 sehr geeignet. Gelförmige (thixotropierte) Cyanacrylate erzielen bei porösen Materialien gute Eigenschaften oder wenn größere Spalte überbrückt werden müssen. Dabei sollte man ganz klar darauf hinweisen, dass die Überbrückung von Spalten über 0,2 mm für Cyanacrylate im industriellen Maßstab nicht geeignet ist. Der Einsatz von thixotropierten Produkten ist in der Serienfertigung nur bedingt möglich.
Quelle: Schwanheimer Industriekleber GmbH

Festigkeiten

Cyanacrylate weisen hohe Adhäsionskräfte auf, d. h., es entsteht eine sehr gute Haftung zu dem zu verklebenden auch glatten Material. Insofern stellen Zugfestigkeit wie Zugscherfestigkeit keine großen Probleme dar. Da der Klebstofffilm jedoch im Allgemeinen hart und nicht elastisch ist, sind Schälbelastungen zu vermeiden. Wird die bei einer Schälbelastung auftretende Verformungsenergie durch das zu verklebende Material aufgefangen (z. B. Gummi, weich-PVC usw.), ist eine Beanspruchung auch auf Schälung möglich. Es erfolgt in den meisten Fällen Materialbruch. Hierbei reicht es schon aus, wenn nur eines der zu verbindenden Werkstücke elastische Eigenschaften besitzt. Allerdings entwickelten wir mit der „RE/HT opac und schwarz“ Serie neue, teilflexibilisierte Cyanacrylat Klebstoffe, die darüber hinaus auch sehr temperaturbeständig sind.
Quelle: Schwanheimer Industriekleber GmbH

Basis-Monomere

Dieses Thema ist sehr wichtig, entscheidet es doch maßgeblich über den Erfolg einer Klebung. Bei der Herstellung eines Cyanacrylats benötigt man als Ausgangslage zunächst einmal so genannten Cyanessigester. Da immer wieder eine Verbindung zum Präfix „Cyan…“ und damit „Blausäure“ hergestellt wird, sei an dieser Stelle angemerkt, dass Cyanessigester chemisch eine ganz andere Verbindungsgruppe darstellt und als nicht gesundheitsschädlich eingestuft ist. Zum Cyanacrylat, also dem Klebstoff selbst, kommt man dann vereinfacht gesprochen über ein Crack- und Destillationsverfahren. Vor allen Dingen im Destillationsprozess wird über die spätere Qualität eines Produktes entschieden, denn die Ausbeute bzw. die Höhe der Reinheit haben einen erheblichen Einfluss auf die Gleichmäßigkeit, die Lagerstabilität vereinfacht gesagt die allgemeine Qualität eines Produktes. Kosten spielen hier natürlich auch eine wesentliche Rolle. Ein so destilliertes Produkt nennen wir zunächst einmal „Monomer“. Dieses Monomer klebt und ist wasserdünn. In einem Formulierungsprozess müssen nun die gewünschten Eigenschaften wie Viskosität, Aushärtegeschwindigkeit etc. genau eingestellt werden. Hierzu werden dem Monomer Polymere (Feststoffe) und andere Chemikalien zugesetzt. Da es sich beim Monomer bereits um einen Reaktionsklebstoff handelt, muss man mit den Zutaten sehr vorsichtig sein, da es sonst zu einer unerwünschten Reaktion – also dem Aushärten des gesamten Klebstoffansatzes – kommen kann. Die Art des Cyanessigesters (Ethyl-, Methyl-Basis etc.) als Ausgang bestimmt natürlich auch die Esterbasis des Cyanacrylats als Klebstoff. Ein wesentliches Unterscheidungskriterium der verschiedenen Basen ist dabei die sich im Aushärteprozess aufbauende Molekülkettenlänge.
Quelle: Schwanheimer Industriekleber GmbH

Zusatzprodukte[Bearbeiten]

Die meisten Hersteller verkaufen passend zum "Industrie"-Klebstoff auch:

  • Aktivator - Zum Auslösen einer sehr schnellen Aushärtung. Bei Hochleistungsaktivatoren mit Pinselflasche lohnt sich die VORbehandlung, Sprühen ist ca. 70% Verschwendung. Aktivator kann die Klebekraft um 30% erhöhen.
  • Füllstoff - ein voraktiviertes Kunststoff- oder Glasgranulat. Kunstoffgranulat kann sehr gut gebort und geschliffen werden (nach Klebstoffkontakt).
  • Primer - zum Kleben von PE, PP, Teflon, Silikone und weiteren schwer verklebaren Kunststoffen. Kann als Verzögerer (ca. 3sec) eingesetzt werden.
  • Löser und Reiniger

Anwendungen[Bearbeiten]

  • kleine Flächen
  • ausgebrochene Teile
  • Rastnasen von Kunstoffgeräten
  • Rekonstruktion verlorener oder ausgebrochener Teile
  • Loctite bietet beispielsweise ein O-Ring-Set an, mit dem man mithilfe des Loctite 427 und verschiedenen Gummitsträngen seine O-Ringe selbst kleben kann. (nicht dynamisch)
  • usw

Beispiele[Bearbeiten]

Wer nicht weis was er mit Sekundenkleber anfangen soll, kann sich hier Ideen holen. Aussagekräftige Bilder zeigen verschiedene Beispiele. (in Arbeit)
Beschreibung jeweils beim Bild.

Schaumstoffdekup.jpg Ruecklicht-Bolzen-Reparatur.jpg

Klebehinweise[Bearbeiten]

Allgemeine Hinweise[Bearbeiten]

  • Oberflächen müssen fett- und staubfrei sein, dürfen nicht sauer sein
  • Klebstoff einseitig auftragen
  • Weniger ist mehr!
  • Füllstoff immer schichtweise aufbringen und mit Sekundenkleber beträufeln (schnelle Füllstoffe)

poröses[Bearbeiten]

Holz, Leder, Keramik, Stein, usw.

  • einseitig mit Aktivator benetzen, 60sec ablüften lassen, andere Seite mit Klebstoff benetzen und zusammenfügen
  • Lücken mit Füllstoff füllen um mehr Fläche zu erhalten.
  • Je nach Anwendung Klebstoff in das Material eindiffundieren lassen, nochmal auftragen und dann erst Klebepartner zusammenfügen

Kunststoffe[Bearbeiten]

Gummi, PVC, ABS,...

  • einseitig dünn auftragen und zusammenfügen
  • Primer kann die Adhäsion verbessern

Schwerverklebbare Kunststoffe[Bearbeiten]

PE, PP, POM, Silikon, Teflon,...

  • mit Primer alle zuverklebenden, schwerverklebaren Kunststoffe benetzen und auslüften lassen (ca 60sec), danach Kleben

Technik für Extremfälle: Thermoplastische Kunststoffe lassen sich anschmelzen und auf diese Art auch verbinden (Schmelzverschweißen). Auch können handelsübliche Glasfasermaterialen z.B. sehr einfach mit einem temperierten Lötkolben halb eingeschmolzen werden, um dann in einem zweiten Gang mit einem klebekompatiblen Kunststoff beaufschlagt zu werden.

Hersteller[Bearbeiten]

Name €/20g Füllstoff Füllstoff Material Besonderheit Bemerkung andere Produkte
Mammut 15 mittel (<10sec)v Mammut-Remover greift Kunststoff nicht an heißt bald "One1Klebetechnik" Montage- und 2K-Klebstoff, Kitt, Band, Schraubensicherung
Hosch 21 schnell (<5sec)v Bericht auf Vox 2K, Kitt, Selbstverschweisendes Band
Schwanheimer 23 schnell (<5sec)t Kunststoff sehr gut aufeinander abgestimmte Produkte, Löser greift Kunsttoffe nicht an (mit Wasser verdünnt) und ist nicht flüchtig, kann somit mehrere Stunden einwirken "bis zum höchsten Grad destilliert" Kitt, Sprühklebstoff, UV-Kleber und weitere Produkte auf Anfrage
Blitzfix 3 mittel (<10sec)v UV-GFK-Folie, 2K
Berfix 19 schnell (<5sec)v Klebstoffberater, Verschluss mit Teflon-Stift Bericht auf ZDF UV-, Montage-, Textil-, Spiegel-, 2K-Klebstoff, UV-GFK-Folie,50ml Kartuschen,
GS-Industries 8 langsam (>2min)t Kunststoff Drehverschluss "Super-Power" Leichtbauspachtel, Silikonkautschuk, Sprays, Aquaristik
Pasco Fix 19 schnell (<5sec)v Löser auf Acetonbasis 2K-, Textilklebstoff, Kitt
Eurobond 19  ? "weltweit bekannt" 2K-, Textilklebstoff, doppelseitiges und selbstverschweißendes Klebeband, Antirutschmatte
Loctite 20-35 -kein- 2K-Sofortklebstoff 3090 erhältlich in der Industrie verbreitet, 4 stellige Bezeichnung sind die neusten
Panzerkleber 20  ? 2K-Klebstoff
Marston Domsel  ? -kein- Dichtstoffe, Schraubensicherung, 2K u.a.
Wiko 2,50 schnell (<5sec)t Glas guter, günstiger Remover. Greift Kunststoffe nicht an. großes Klebstoffsortiment

Abkürzungen:
v: von Video abgeleitet
t: getestet

Tipps[Bearbeiten]

Füllstoffe[Bearbeiten]

  • Ich habe Backsoda (Natriumhydrogencarbonat) als Füllstoff erfolgreich verwendet. Das leicht basische Salz reagiert gut mit Sekundenkleber. Die ausgehärtet Masse ist stabil und lässt sich leicht schleifen. Witterungs- und Temperaturbeständigkeit noch nicht getestet. (Amazon-Link)
  • Glasgefüllte Füllstoffe sind schlecht schleifbar (z.B. Wiko Füllstoff)

Verschließen und Lagern[Bearbeiten]

  • Am besten kalt und stehend lagern. Am Besten zwischen 2 und 8°C. (Im verschlossenen Marmeladenglas soll eine mit Pinwandnadel verschlossene Klebstoffflasche trotz mehrmaliger Verwendung ca. 10 Jahre alt worden sein und bliebe verwendungsfähig)
  • Pinnwandnadel. Neue Flaschenspitze mit der Nadel aufstechen. Pinnwandnadel zum Verschließen in das vorhandene Loch zurück stecken. Gegebenenfalls die Nadel mit Aceton reinigen.
  • Wachs. Wachs erwärmen damit es knetfähig ist und Flaschenspitze verschließen.
  • Metallkanüle. Durch das Aushärten des Klebstoffs in der Kanüle wird die Flasche verschlossen. Mit dem Feuerzeug die Kanüle erhitzen, um Sie vom Klebstoff zu befreien. (>0,45mm sinnvoll)
  • Alufolie. Durch verschliessen/verkleben der Tubenöffnung mit einem kleinen Stück Alufolie verhindert man das Aushärten des Tubeninhalts. Bei erneuter Benutzung des Sekundenklebers einfach die Alufolie durchstechen.

Weitere Tipps[Bearbeiten]

  • verklebte Haut kann durch "abrollen" leicht gelöst werden (Klebstoff löst die Fettschicht der Haut nicht an). Wer mit fettlösenden Reinigern arbeitet immer Hände nachfetten (reiben reicht meistens aus).
  • Kleberückstände auf der Haut können durch einen Bimsstein oder ein zu einer festen Kugel zummengeknülltes Stück Alufolie (ca. 30 x 40 cm) durch reiben entfernt werden.
  • keine Metallkanülen verwenden (nach mehreren Tagen total zu (0,45mm)), besser Kunststoff-"Düsen" wie bei Schwanheimer oder Mammut. Diese nach Gebrauch entfernen und Klebstofftube verschließen. Kunststoff-Düsen können zum Reinigen in Aceton eingelegt werden.
  • Deckel und Sprühaufsätze für die Flaschen (Klebstoff/Primer/Aktivator) gibts in der Apotheke <2€ (Sprühaufsätze nicht unbedingt sinnvoll)
  • Schwerverklebbarer Kunststoff? Einen kleinen Tropfen an eine nicht sichtbare Stelle und den Finger (oder geeignete Alternative) aufdrücken. Wenn's nicht klebt ist der Kunstoff schwerverklebbar
  • es gibt spezielles Zubehör für diese Klebstoffe siehe "Zusatzprodukte"

Siehe auch[Bearbeiten]


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