primitiver Synthi/Keyboard mit Atmega

Gast #5236070
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Hallo,

kennt jemand ein fertiges Synthi-Keyboard-Projekt, das mit einem Atmega 
arbeitet?

Ich will so etwas für Anschauungszwecke aufbauen.

Das ganze kann ruhig einfach polyphon sein (also "nur eine Taste 
gleichzeitig gedrückt möglich" reicht aus).
Die Klaviatur soll aus einer Platine gefräst und mit einem Metallstift 
bespielt werden, so ähnlich wie hier:
https://www.thomann.de/pics/bdb/249145/11576429_800.jpg

VG
Gast #5236639
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Danke für die Antworten und die Links!

@Hugo: genau, ich meinte "monophon"

Habe auch das hier noch gefunden:
https://janostman.wordpress.com/the-tiny-ts-diy-touch-synthesizer/


Ich hätte lieber eine Klaviatur mit mehr Tönen, z.B. zwei Oktaven mit 
Zwischentönen und statt kapazitiver "Tasten" lieber "Stift-Verbindung" 
mit Kabel für den Anschlag.
Könnte das auch selber programmieren.

Ist es schwer, eine Hertz-genaue Tonausgabe zu programmieren?
(Sound = Dreieck-Form)
Gast #5236679
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Stefan U. schrieb:

>> Ist es schwer
>
> Auf einem ATmega ja. Für so etwas wurden DSP erfunden. Oder die Midi
> Module von Yamaha/Roland.

So ein 8bitter reicht aus. Der macht das Midi (bzw Tasteneinlesen) und 
erzeugt die Grundfrequenz, und gefiltert wird analog (VCF/VCA).
https://mutable-instruments.net/archive/shruthi/build/

Man kann auch fertige Soundchips ansteuern (hier mit PIC statt ATmega):
http://www.ucapps.de/midibox_sid.html
Gast #5236952
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>> Ist es schwer
> Auf einem ATmega ja

Damit meinte ich, dass es schwierig ist, auf einem ATmega schöne Töne zu 
erzeugen.

> So ein 8bitter reicht aus. Der macht das Midi
Ja wenn er Midi Signale erzeugt. Die Hauptarbeit (schöne Töne erzeugen) 
liegt dann ja beim Midi Synthesizer.
Gast #5236962
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Stefan U. schrieb:
>> So ein 8bitter reicht aus. Der macht das Midi
> Ja wenn er Midi Signale erzeugt. Die Hauptarbeit (schöne Töne erzeugen)
> liegt dann ja beim Midi Synthesizer.

Warum brichst du dein Zitat mitten im Satz ab?
Vollständig lautet es:

soul e. schrieb:
> So ein 8bitter reicht aus. Der macht das Midi (bzw Tasteneinlesen) und
> erzeugt die Grundfrequenz, und gefiltert wird analog (VCF/VCA).
> https://mutable-instruments.net/archive/shruthi/build/
Gast #5236970
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> Warum brichst du dein Zitat mitten im Satz ab?

Weil ich mit "ja" nur diesem Teil des Satzes zustimmen wollte.

> und erzeugt die Grundfrequenz

Ist der Teil, dem ich weder zustimmen noch widersprechen möchte. Ich 
weiß, dass man mit ATmegas Töne erzeugen kann, aber damit es gut klingt 
und die Frequenzen nicht hörbar daneben liegen muss man schon mehr 
machen, als ein bisschen Arduino zusammen zu klicken.
#5237013
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Das ist ein monophoner Synth nach Moog, Tastaturabfrage mit einigen
40xx und Ad/Wandler aus den 80ern...


Der Rest ist Elektor, das Gehäuse aus 19 mm Novopan, lackiert, gewalzt,
die Einschübe in 19 Zoll, Platinen selbst hergestellt und von Hand
gelötet, später in der Firma durch das "Schwallbad" geschickt, die
Lackierung der Alu-Frontplatten wurde im Backrohr einige Stunden
eingebrannt und die Beschriftung in weiß wurde mit einer
Röhrchenfeder und spirituslöslicher Farbe mittels Schablone hergestellt,
oft auch nur Punkt für Punkt weitergetupft...

Viel Arbeit, und alleine die Drehknöpfe (ohne Potis) haben mich
Anfang 80 etwas mehr als 2000 öS, 285 D-Mark gekostet...

Ach ja!

Da ist nichts programmierbar, die Einstellungen musste man sich merken
oder aufzeichnen...


Und lange ist es her, aber das Gerät funktioniert heute noch!
Angehängte Dateien:
Gast #5237108
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Autor: Max P. (Gast)
>schau Dir mal https://www.pollin.de/p/bausatz-synthesizer-v1-0-810768
>an.

Gibt es von dem irgendwo ein Soundbeispiel? Auf Youtube habe ich nichts 
gefunden.

Stefan U. schrieb:

>> Ist es schwer
>
> Auf einem ATmega ja. Für so etwas wurden DSP erfunden. Oder die Midi
> Module von Yamaha/Roland.

Schwer ist relativ. Es geht auf jeden FAll mit einem Atmega328. Es ist 
nur eine Frage der gewünschten Qualität.
Was möglich ist, zeigt die Mozzi-Library:
https://github.com/sensorium/Mozzi

Wenn man Spaß an Assembler hat, gibt es wahrscheinlich nichts Bessers 
als das hier:
Beitrag "Re: 17 Kanal Avr Synthesizer in Asm"
Gast #5237132
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chris schrieb:
> Das hier kennt sicherlich schon jeder, der Sound ist nur die
> Nebensache:
> Youtube-Video "Craft by lft"

Da sieht man mal, daß so ein 8bitter gerade mal das Midi auf die Reihe 
kriegt. Sound und sogar Video? Das schafft der NIE! ;-)

Stefan U. schrieb:
>> Warum brichst du dein Zitat mitten im Satz ab?
>
> Weil ich mit "ja" nur diesem Teil des Satzes zustimmen wollte.
>
>> und erzeugt die Grundfrequenz
>
> Ist der Teil, dem ich weder zustimmen noch widersprechen möchte. Ich
> weiß, dass man mit ATmegas Töne erzeugen kann, aber damit es gut klingt
> und die Frequenzen nicht hörbar daneben liegen muss man schon mehr
> machen, als ein bisschen Arduino zusammen zu klicken.
Gast #5237190
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Mani W. (e-doc)
>Der Rest ist Elektor, das Gehäuse aus 19 mm Novopan, lackiert, gewalzt,
>die Einschübe in 19 Zoll, Platinen selbst hergestellt und von Hand
>gelötet, später in der Firma durch das "Schwallbad" geschickt, die
>Lackierung der Alu-Frontplatten wurde im Backrohr einige Stunden
>eingebrannt und die Beschriftung in weiß wurde mit einer
>Röhrchenfeder und spirituslöslicher Farbe mittels Schablone hergestellt,
>oft auch nur Punkt für Punkt weitergetupft...

Auf jeden Fall ein schönes Gerät. Hast Du auch selbst daran entwickelt 
oder nur nachgebaut?
#5237197
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chris schrieb:
> Auf jeden Fall ein schönes Gerät. Hast Du auch selbst daran entwickelt
> oder nur nachgebaut?

Die Tastatursteuerung digital abgefragt mit AD/Wandler habe ich selbst
entworfen und gebaut, Charakteristik ist 1 Volt/Oktave, also bei 12
Tönen dann 83,33 mV...

Dazu braucht es keinen Atmega oder sonst ein Ding, das es damals (TM)
sowieso nicht gegeben hat...
Gast #5237213
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Mani W. schrieb:
> Das ist ein monophoner Synth nach Moog, Tastaturabfrage mit
> einigen
> 40xx und Ad/Wandler aus den 80ern...
>
> Der Rest ist Elektor...

> ... Und lange ist es her, aber das Gerät funktioniert heute noch!

Sieht mir extremst nach FORMANT aus... hatte ich selbst ein paar 
Platinen angefangen, jedoch nie fertiggestellt... damals, als ich noch 
lebte ;-)
#5237598
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Michael W. schrieb:
> Sieht mir extremst nach FORMANT aus...

Ist auch einer, Bauanleitung in 2 x A4 Büchern, und eigentlich hat immer
auch alles funktioniert, hin und wieder gab es eine "Nachlese"...

Ich habe seit 1976 Elektorschaltungen nachgebaut bzw. auch manche Idee
geholt, aber ich könnte nicht sagen, dass irgend etwas nicht 
funktioniert
hätte...

Wie das heute ist, weis ich nicht...


Dass ein großes Projekt wie der Formant leicht nachzubauen war mit allen
Unterlagen ist schon eine große Leistung des damaligen Teams gewesen...
Angehängte Dateien:
Gast #5237689
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Aaahhh - bei der Betrachtung der Frontplatten-Vorschläge werden 
Erinnerungen wach...

Ja, den einen oder anderen Bauvorschlag habe ich auch nachgebaut - gern 
auch einige der sogenannten'Wegwerfschaltung' :-)
Gast #5239651
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Mit einem externen DA-Wandler mit R2R kann man leicht 8bit-Sounds 
ausgeben.

Bei diesem Projekt werden zu Messzwecken Dreieck, Rechteck, Sägezahn und 
Sinus-Töne im hörbaren Bereich (und darüber hinaus) erzeugt. Ich glaube 
mit 1-Hz-Auflösung.

https://scienceprog.com/avr-dds-signal-generator-v20/

Dazugehöriger Schaltplan mit R2R-Netzwerk:
https://i2.wp.com/www.scienceprog.com/wp-content/uploads/2008i/DDS2/AVR_DDS_2_0_circuit.png

Wenn man die Software angleicht, hat man einen monophonen Synthie mit 8 
Bit und verschiedenen Wellenformen.
Gast #5239887
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Mampf F. schrieb:
> Daci schrieb:
>> kennt jemand ein fertiges Synthi-Keyboard-Projekt, das mit einem Atmega
>> arbeitet?
>
> Da gabs jetzt erst die Tage einen Thread mit NE555-elektronische Orgel
> ... Das wäre im Prinzip das, was du bräuchtest :)
>
> Sogar ohne µC :)

Das sucht der TO aber nicht, sondern eins mit ATmega :-)
#5240276
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Wer jemals einen Moog-Synth bedient hat mit Charakteristik 1 V/Oktave,
sämtlichen Modulationsarten, Kurvenformen, PWM-Modulation, Schwebungen,
Attack, Decay, Sustain, Release, Filter, LFO, Mikrofonsteuerung von
Frequenz und Filtern, Ringmodulator, Noise, etc...

...der hat auch gelernt, mehrere Regler mit mehreren Fingern zu drehen
und damit unvergessliche Klänge zu produzieren...


Das lässt sich nicht mit diversen Tipps auf Zahlen lösen, und so
kann man mit analogen Synthis immer kontinuierliche Übergänge in
mehreren Bereichen gleichzeitig erledigen, man hat ja auch 10 Finger...

Ich denke, das werden die Leute verstehen, die mit so einem Gerät
arbeiten durften...


Was mir immer wieder widerspricht bei Orgeln und Synthis der billigen
Sorte:

Man muss den Ton erst mal anwählen, dann kann man mit Pfeiltasten (+/-)
erst den Klang oder sonst was verstellen...

Aber nicht 2 gleichzeitig kontinuierlich verändern, oder auch mehrere...
#5240397
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Das erste Baubuch des FORMANT kam 1979 heraus, 1980 kaufte ich dann
ein HAMEG 203-5 mit Nachleuchtröhre, wohlweislich wegen der Abstimmung
und Justierung des Synths...

Das 2-Kanal Gerät kostete damals ziemlich genau 12.000 öS, oder
1715 DM und es funktioniert noch immer...


Der FORMANT ist meiner Meinung nach viel mehr als ein Musikinstrument,
ein synthetischer, subtraktiver Klangerzeuger...

Fast jedes Modul lässt sich für Messzwecke verwenden:


VCO  Oszillator mit Sinus, Dreieck, Rechteck (PWM), Sägezahn, spaced
     Sägezahn

VCF  Filter mit 12/24 db, Tief- Band- Hochpass

LFO  Langsame Oszillatoren mit Sinus, Rechteck, Sägezahn ca. 20 Hz

VCA  Spannungsgesteuerter Verstärker

Noise  Rauschgenerator, weißes oder rosa rauschen, Random Voltage

RFM  Resonanzfiltermodul
Gast #5240494
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> Was mir immer wieder widerspricht bei Orgeln und Synthis der billigen
> Sorte: Man muss den Ton erst mal anwählen, dann...was verstellen...
> Aber nicht 2 gleichzeitig kontinuierlich verändern, oder auch mehrere...

Ich denke, dass die digitalen Geräte auch eher dazu gedacht sind, von 
einem Computer angesteuert zu werden, der ein vorher abgespeichertes 
Programm abarbeitet. Während die analoge Technik eher zu manuellen 
Bedienung live gedacht ist.
#5257285
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Mani W. schrieb:
> Fast jedes Modul lässt sich für Messzwecke verwenden:

Habe vergessen, zu erwähnen:

Die Steuerspannung von 1 Volt pro Oktave ist legendär...

Dank eines
legendären Doppeltransistors mit Heizung, dem µA 726, leider
ausgestorben, konnten mehrere themperaturstabile VCOs über mehrere
Oktaven Schwebungen erzeugen samt PWM und sonst irgend welchen
Modulationen...


Wer jemals so einen Klang hörte, der stampft so einen Arduino oder
ähnliche KONSORTEN einfach ein, aber es ist eben immer Ansichtssache,
was elektronische Musik bedeutet...
Gast #5257339
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Mani W. (e-doc)
>Wer jemals einen Moog-Synth bedient hat mit Charakteristik 1 V/Oktave,
>sämtlichen Modulationsarten, Kurvenformen, PWM-Modulation, Schwebungen,
>Attack, Decay, Sustain, Release, Filter, LFO, Mikrofonsteuerung von
>Frequenz und Filtern, Ringmodulator, Noise, etc...

>...der hat auch gelernt, mehrere Regler mit mehreren Fingern zu drehen
>und damit unvergessliche Klänge zu produzieren...

>Das lässt sich nicht mit diversen Tipps auf Zahlen lösen, und so
>kann man mit analogen Synthis immer kontinuierliche Übergänge in
>mehreren Bereichen gleichzeitig erledigen, man hat ja auch 10 Finger...

Genau aus diesem Grunde wurde ja der Axoloti gebaut: Zum Anschließen von 
vielen Potis und Sensoren, damit man nicht ständig vor dem Rechner 
sitzen muss.

https://youtu.be/2Q1fnBYn8pQ

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