Im Moment bin ich noch relativ neu auf dem Gebiet des 3D-Drucks.
Da das Drucken relativ lange braucht, gleich mal eine Frage: Was tut
Ihr, um Material zu sparen und schneller zu drucken?
Man könnte ja theoretisch Ideen aus der Bionik nehmen und z.B.
Verstrebungen geschickt einzusetzen um Material zu sparen und eine hohe
Festigkeit zu erreichen.
Gibt es irgendwo Beispieldrucke für so was?
Eine praktische Anwendung für den eigenen 3D-Drucker ist, Gehäuse zu
machen.
Hier gibt es eine Box, die Material durch Hexagonale Löcher spart:
http://www.thingiverse.com/thing:21593/#files
Das macht der "Slicer" schon automatisch.
Wenn du weniger als 100% Füllung für ein Objekt nimmst (meistens reichen
schon 10% aus) dann wird nur die Wandsolide gebaut während das innere
mit einem luftigem Muster gefüllt wird.
Bei Gelegeneheit mache ich mal ein Schnittbild von so einem Teil.
chris_ schrieb:> Eine praktische Anwendung für den eigenen 3D-Drucker ist, Gehäuse zu> machen.>> Hier gibt es eine Box, die Material durch Hexagonale Löcher spart:>> http://www.thingiverse.com/thing:21593/#files
Bei der Einsparung bin ich mir nicht sicher.
Außenwände werden üblicherweise deutlich dicker (= mehr Material)
gedruckt als der Innenbereich. Durch die vielen Waben wird man da also
eher nicht einsparen, außerdem dürfte der Druck deutlich länger dauern
als wenn man einfache solide Wände verwendet hätte. Es sieht so eben
einfach gut aus :-)
Wie WW-Tech schon schrieb, ist ein Füllgrad von 10% meist mehr als
ausreichend, selbst bei einfacher diagonaler Struktur. Es ist wirklich
erstaunlich, wie stabil die Dinge trotzdem werden :-)
Das Ninjaflex haben wir hier auf jeden Fall auf dem Schirm - das
eröffnet interessante neue Anwendungen. Zumindest die Videos auf YT sind
vielversprechend.
Hier hat auch jemand getestet:
Beitrag "Vellemann K8200 und Ninja-flex"
Weitere Einschätzungen und Tipps für Modifikationen des Druckers:
Beitrag "Re: 3D-Drucker für 160,- kann der was taugen?"http://www.thingiverse.com/thing:391803
Danke für die Links
Beim Ninja Flex Druck von hier
>http://www.kisslicertalk.com/viewtopic.php?f=15&t=47
frage ich mich, wie die Kette gedruckt wurde. Wenn man sie flach druckt,
muss man sie zusammenkleben.
Man könnte sie in einem Stück drucken, aber nur hochkannt. Da es sich
aber um flexibles Material handelt, könnte das ganze so "wabbeln" dass
der Druck nicht sehr genau wird.
chris_ schrieb:> frage ich mich, wie die Kette gedruckt wurde. Wenn man sie flach druckt,> muss man sie zusammenkleben. Man könnte sie in einem Stück drucken, aber> nur hochkannt. Da es sich aber um flexibles Material handelt, könnte das> ganze so "wabbeln" dass der Druck nicht sehr genau wird.
Doch die ist hochkant gedruckt. Das Material ist zwar flexibel aber fest
genug dass die nächste Schicht richtig aufgetragen wird. Günstiger als
ninjaflex ist übrigens TPU, ca 30€/kg bei ebay. Ist flexibel und sehr
strapazierfähig. (quasi ninja semiflex)
> TPU, ca 30€/kg bei ebay.
Danke für den Tipp. Ich habe einen 1.75mm Filament / 0.1mm Düse Drucker.
Kann man das Filament einfach verwenden, ober muss irgend was am
Druckkopf verändert werden?
chris_ schrieb:> Kann man das Filament einfach verwenden
Das kommt u.a. auf den Vortrieb an. Da das Filament recht weich ist,
muss sichergestellt sein, daß der Vortrieb es vernünftig transportieren
kann. Bei direktangetriebenen Extrudern ist das einfacher als bei
"Bowden"-Extrudern (wo der antreibende Schrittmotor vom Extruder
abgesetzt ist).
die Riefen/Zähne in der Antriebswelle müssen das weichere
Filamentmaterial ausreichend gut transportieren können, und der Extruder
muss so konstruiert sein, daß das Filament nicht seitlich ausweichen
kann.
Der K8200 (um jetzt mal ein Beispiel für einen Drucker zu nennen)
verwendet einen direkt angetriebenen Extruder, und hier sind trotzdem
Anpassungen erforderlich, da zwischen Hotend und Vortriebswelle etwas
Platz ist.
http://www.thingiverse.com/thing:391803
Dabei ist das beim K8200 noch relativ unkritisch, da der mit
3mm-Filament arbeitet, das naturgemäß deutlich steifer ist als
1.75mm-Filament.
chris_ schrieb:> Danke für den Tipp. Ich habe einen 1.75mm Filament / 0.1mm Düse Drucker.> Kann man das Filament einfach verwenden, ober muss irgend was am> Druckkopf verändert werden?
Also ich drucke TPU praktisch genauso wie PLA. Glasplatte mit ABS-Saft
und ca. 70°C Druckbetttemperatur/230° Extruder. Geschwindigkeit ca.
50mm/s. Wenn man zu langsam und/oder zu heiss druckt fängt das Filament
an zu "verbrennen" und hat eine schlechte Layer-Haftung und druckt
unsauber. Ansonsten ist das Zeug echt genial. Selbst zwei Shells (0.8mm)
als Ring gedruckt ist verdammt strapazierfähig und kaum zu zerreißen. An
einen Ring aus 8 Shells zu je 0.4mm Lagen kann man mindestens 200kg
hängen ohne dass er zerreißt.
Bei 0.1mm Düse weiß ich leider nicht wie sich das verhält. Mit Bowden
Antrieb ist flexibles Filament wie bereits gesagt problematisch.
TPU hat übrigens nicht so eine hohe Haftreibung wie z.B. Gummi. TPU ist
relativ "glatt" und lässt sich relativ leicht über eine Glatte
Oberfläche schieben. Das klassische NinjaFlex "backt" etwas besser, ist
aber relativ schnell überdehnt und lässt sich auch mit Direktantrieb am
Extruder nur sehr schwer drucken.
chris_ schrieb:> um Material zu sparen und schneller zu drucken?
Ich überlasse den meisten Kram dem Slicer. Sprich Infill entsprechend
der benötigten Stabilität.
Solche Löchrigen Modelle wie Richard sie zeigt, sparen zwar Material,
sind in der Regel aber nicht unbedingt schneller gedruckt, da der
Drucker viel öfter absetzen muss und mehr Outlines (shells), welche
meist mit Underspeed gedruckt werden, drucken muss.
Am Beispiel des "lid_with_holes.stl" druckt der Drucker mit gleichen
Parametern am lid_with_holes.stl 20 Minuten, und wenn ich das Modell
"massiv" Designe und dann mit 20% Infill drucke braucht es auch nur 2
Minuten länger, braucht dafür jedoch ca. 1,4g mehr Material (3.67g vs
5g). Ob das bei den Filamentpreisen (~20€/kg) jetzt so eine Einsparung
ist....
Wenn ich druckzeit sparen will, versuche ich zumindest feine Strukturen
(z.B. Gehäuseaußenwände) immer ganzzahlig teilbar durch den
Nozzle-Diameter zu machen. Also dünne Strukturen lieber 0.8mm, 1.2mm
oder 1.6mm anstatt 0.9mm, 1.0mm oder 1.4mm. Damit kann man unter anderem
auch die Stabilität und Flexibilität beeinflussen.
>@WW Ich denke der TO hat eher etwas in der Richtung gemeint ->
Ja, ich meine die Optimierung der geometrischen Form. Im Anhang habe ich
ein einfaches Rad für einen Roboter gedruckt. Optimierungskriterien sind
Druckgeschwindigkeit sowie Materialeinsatz, d.h. die Felge wird so dünn
wie möglich gedruckt, so dass die Stabilität gerade noch ausreicht.
In der Zeit, in der dein 3d-Drucker das druckt, hat aber eine Drehbank
schon 10 (manuell) oder 100 (CNC) davon rausgeworfen, und billiger und
haltbarer auch noch, wahlweise auch aus Aluminium.
Haltbarer Sicherlich, aber billiger? Eher nicht. Bei Drehteilen muss ich
immer Vollmaterial nutzen welches ich dann Spanabhebend reduziere (Um
bei dem Beispiel des Rades zu bleiben). Beim 3D Drucker entsteht
praktisch kein Abfall, da (fast) nur gedruckt wird, was auch ans Modell
gehört. Dazu kommt, daß bei weitem nicht alle Hobbybastler eine Drehbank
haben und vermutlich kaum welche eine mit CNC und automatischer
Materialzuführung besitzen. Wenn ich mir eine neue Maschine anschaffen
würde und die Wahl zwischen Drehbank und 3D Drucker hätte, würde ich
erst den Drucker kaufen, da er vielseitiger ist. Die Drehbank ist zwar
die universellste Werkzeugmaschine, aber mit einem 3D Drucker kann ich
Dinge herstellen, die ich teilweise gar nicht spanabhebend fertigen
könnte (Ich hab mal ein Turbinenrad gedruckt, 70mm Außendurchmesser mit
sehr dünnen Schaufeln, die sich zunehmend überlappten, sowas ist nur mit
höchstem Aufwand mechanisch herstellbar. Im 3D Drucker hats 2h gedauert
und es hällt die geforderten 9k U/min locker aus.
Ein weiterer Vorteil ist, wenn man das Gesamtmodell im CAD konstruiert,
brauch ich das Einzelteil nur als Stereolithographieteil auszugeben und
kann es direkt drucken, ohne erst eine Maßzeichnung machen zu müssen.
Das ist also vom Arbeitsablauf der gleiche wie bei der CNC Maschine (CAM
brauch ich in beiden Verfahren)
Michael B. schrieb:> In der Zeit, in der dein 3d-Drucker das druckt
Sicher. Aber eine Drehbank hat man nicht mal eben im Arbeitszimmer
stehen, und eine Drehbank ist auch doch ein bisschen teurer als ein
3d-Drucker, insbesondere, wenn sie CNC-gesteuert ist.
Mein 3D-Drucker kann Objekte drucken, die in einen Würfel mit 20 cm
Seitenlänge passen. Also auch Räder mit knapp 20cm Durchmesser.
Kann man mit 'ner Drehbank auch machen, keine Frage, aber die kann man
dann erst recht nicht mehr in einer Wohnung aufstellen (die Statik, ach,
die Statik), und die kostet dann auch noch etwas mehr.
Mein 3D-Drucker kann aber auch Objekte drucken, die mit einer Drehbank
nicht angefertigt werden können - Zahnräder, Speichenräder ... und
diverse nicht runde Gegenstände.
Man müsste also die Drehbank mindestens mit einer CNC-Fräse kombinieren.
Kann man alles machen, wenn man viel Geld hat, und wenn man viel Zeit
hat, den ganzen Kram bedienen zu lernen. Feinmechanik & Co. sind nicht
ohne Grund Lehrberufe, und Werkzeugmaschinen nicht ganz ungefährlich.
Jeder, der schon mal mit 'ner Drehmaschine in Ausbildung oder Praktikum
zu tun hatte, kennt die Geschichten vom steckengelassenen
Futterschlüssel ...
Der 3D-Drucker hat hier den Vorteil, daß er auch ohne Berufausbildung
bedienbar ist und daß das Unfallrisiko um etliche Größenordnungen
geringer ist - und auch der anrichtbare Schaden. Fährt man mit einem
Fräser ins Maschinenbett, ist mehr Geld hops als ein neuer 3D-Drucker
kostet.
Natürlich: Wenn es wirklich stabil werden soll, dann nimmt man richtige
Werkzeugmaschinen bzw. lässt welche von jemandem verwenden, der sich
damit auskennt. Für viele Basteleien aber genügt die Stabilität üblicher
3D-Drucke völlig.
Ich hab' kürzlich Lampenschirme gedruckt. Aus weißem, leicht
transluzentem PLA-Filament. Funktioniert wunderbar (allerdings nicht mit
Glühlampen als Lichtquelle, die werden zu heiß).
Die Aktion hat um die vier Stunden pro Lampenschirm gedauert. Ich hätte
mit 'ner Drehmaschine vermutlich kaum weniger lang gebraucht, weil es
über 25 Jahre her ist, daß ich das letzte mal eine bedienen durfte, und
obendrein ich erst mal passendes Halbzeug hätte organisieren müssen.
Da stimme ich Rufus und Christian zu - und ich habe hier eine recht gut
eingerichtete feinmechnische Werkstatt mit vernünftiger Drehbank und
Fräse.
Trotzdem habe ich mich für den Bau eines 3D-Druckers entschieden.
Es entstehen einfach völlig neue Fertigungsmöglichkeiten: sei es die
angesprochene Konstruktion von Teilen, die spanend überhaupt nicht
gefertigt werden können oder auch die Möglichkeit, flexible Teile zu
drucken (Stichwort Ninjaflex).
Rufus' Argument, dass auch absolute Laien die Drucker bedienen könne,
hatte ich noch nicht auf dem Schirm, aber das ist natürlich ein starkes.
Ein Designer muss nicht mehr wissen, ob das Teil so überhaupt spanend
gefertigt werden kann und ebenso muss er keine Maschinen bedienen
können.
Darüberhinaus fällt keine Arbeitszeit für die Einrichtung der Werkstücke
an, ebenso sind die Werkzeugkosten quasi null.
Hier wird der Drucker einen großen Teil seines Arbeitslebens damit
verbringen, Gehäuse für Prototypen zu drucken. Solche Dinge mit
vielleicht 1mm Wandstärke sind spanend nur äußerst mühsam zu fertigen
und 95% des eingesetzten (teuren) Materials sind nachher Späne. Beim
3D-Drucker habe ich praktisch keinen Abfall, ja muss noch nicht einmal
das Büro verlassen.
Ich habe letzte Woche eine Testdose mit 0,5mm Wandstärke gedruckt. So
etwas möchte man nicht fräsen. Schon das Aufspannen wäre fast unmöglich.
Darüberhinaus sind PLA-Teile erstaunlich stabil. Ich (80kg) hab mich
testweise auf einen Spielwürfel von 40mm Kantenlänge mit 10% Infill
gestellt, der gerade mal 7g wiegt. Das war kein Problem.
Also: beides hat natürlich seine Berechtigung. Ein Druckgefäß werde ich
sicher nicht drucken ;-)
Ein 3D-Drucker ist eine sehr gute Ergänzung - auch wenn man
Werkzeugmaschinen zur Verfügung hat.
>Rufus' Argument, dass auch absolute Laien die Drucker bedienen könne,
Ich finde auch, dass es an einem 3D-Drucker viel einfacher ist. Man muss
ihn ja eigentlich nur kalibrieren und dann los drucken.
Oben ist ein Bild einer Motorhalterung, welches ich gedruckt habe. Das
stellt sich die Frage, wie lange mit einer CNC-Maschine bräuchte.
Da der Threat hier um Fertigungstechnik geht: Wie kann man die PLA-Teile
verbinden?
Ich habe hier mal UHU-Allplast verwendet, um die Halterung auf die
Grundplatte zu kleben.
Beitrag "Re: freiBot: Roboter mit Arduino Nano"
Es scheint sehr gut zu halten.
Hmm, 3d Druck als billiger zu bezeichnen und Stereolithographie zu sagen
passt nicht zusammen. Meine Drehbank hat 600 EUR gekostet, mit Zubehör
1000, und kann 210mm Durchmesser bearbeiten, manuell.
Ich kenne keine so billige Stereolitho, eher 3000. Alleine der
Literpreis bei Stereolithographie ist hoch und das Zeug muss verbraucht
werden sonst wird es schlecht. Wenn eine Drehbank 1 Jahr rumsteht wird
da nichts schlecht.
Und während bei der Motorhalterung bedacht werden muss, dass sie im 3d
Druck entstehen kann, müsste man beim Fräsen auch an die
Fertigungsmöglichkeit denken (hier: Innenradius).
Ich hätte nichts gegen Stereolith, die Qualität ist ok, wan man von den
PLA Wurstausdrückern nicht sagen kann, wenn sie 48cm Breite verarbeiten
kann ist das aber nicht erschwinglich (so 10k).
chris_ schrieb:> wie lange mit einer CNC-Maschine bräuchte.
Angenommen 6 x 4 x 3 cm: Mit 10mm Fräser aus Alu oder POM aussen genau,
innen grob ausfräsen 2 min, dann senkrecht umspannen, ein ~12mm
Halb-Loch bohren und mit Schlagzahn seitlich ausrunden nochmal 4 min.
Leider habe ich keinen Schlagzahn an 10mm Achse, müsste man also erst
anfertigen.
MaWin schrieb:> Ich kenne keine so billige Stereolitho, eher 3000. Alleine der> Literpreis bei Stereolithographie ist hoch und das Zeug muss verbraucht> werden sonst wird es schlecht. Wenn eine Drehbank 1 Jahr rumsteht wird> da nichts schlecht.
Du hast das falsch verstanden oder nicht richtig gelesen. Ich habe die
Stereolithographie erwähnt, aber nur, weil es zufälligerweise das
Eingangsformat der meissten 3D Drucker ist (jedenfalls derer, die ich
kenne).
Es ist somit nur das Dateiformat, nicht das Verfahren an sich, zu
verwenden.
Michael B. schrieb:> In der Zeit, in der dein 3d-Drucker das druckt, hat aber eine Drehbank> schon 10 (manuell) oder 100 (CNC) davon rausgeworfen, und billiger und> haltbarer auch noch, wahlweise auch aus Aluminium.
...unter Vernachlässigung von Einricht- und Rüstzeiten vielleicht.
Bohren und abstechen ginge schnell, aber die Einstiche sind schwieriger
herzustellen, besonders der axiale. Einen passenden axialen Stechstahl
hat kaum jemand griffbereit oder im Magazin. Wir müssten ihn zuerst
anfertigen lassen, das wird Freitag Mittag schon schwierig. Also
entweder mit angetriebenem Werkzeug fräsen (man nehme so man hat) oder
auf die Fräsmaschine umspannen.
Georg W. schrieb:> Bohren und abstechen ginge schnell, aber die Einstiche sind schwieriger> herzustellen, besonders der axiale.
Naja, würde man das Teil auf der Drehe herstellen, würde man den axialen
Einstich gar nicht machen, da er funktionell ja nicht Notwendig zu sein
scheint. Das Teil wurde ja für den 3D-Drucker materialsparend
konstruiert.
Im Prinzip würde man ne Scheibe mit nem Loch in der Mitte machen
Die Konstruktion von 3D Druck teilen ist quasi genau das Gegenteil zu
der von Zerspanungsteilen. Hier will man möglichst viel Material stehen
lassen um Bearbeitungszeit und Werkzeugverschleiß zu sparen
Grüße Henning
MaWin schrieb:> Meine Drehbank hat 600 EUR gekostet, mit Zubehör 1000, und kann 210mm> Durchmesser bearbeiten, manuell.
Das hier entscheidende Stichwort lautet manuell. Klar, schickes Teil,
keine Frage, aber was dabei herauskommt, hängt nicht nur von der
Maschine, sondern auch der Übung und Erfahrung des Bedieners ab. Dir
traue ich das zu, ich müsste (nach meinen über 25 Jahren Pause) viel
üben, um mich damit wohl zu fühlen.
Dazu kommt, daß diese Übung und Erfahrung für jedes einzelne
angefertigte Stück erforderlich sind; das ist schließlich kein
CNC-Drehautomat.
Was wiegt das gute Stück?
Hinzu kommt, daß eine Drehbank nur etwas bringt, wenn man geeignetes
Halbzeug hat. Meine Lampenschirme sind zylindrisch, und an den meisten
Stellen haben sie 2mm Wandstärke, nur nicht an der Stelle, wo sie an der
Lampe befestigt werden, da haben sie gut 5mm Wandstärke.
Wer aber käme auf die Idee, ein Kunststoffrohr mit 60mm Durchmesser und
5mm Wandstärke auf 95% der Länge von innen auf 2mm Wandstärke
auszudrehen?
Nicht daß Du mich missverstehst - eine Drehbank ist ein wundervolles
Werkzeug, das ich auch gerne hätte, aber der Anwendungsbereich ist recht
beschränkt. Ein Bajonett, wie es z.B. an Kameras zur Objektivbefestigung
verwendet wird, dürfte mit einer Drehbank nicht produzierbar sein, dazu
braucht es dann doch eine Fräse, und entweder einen Teilapparat oder die
Fräse muss eine CNC-Fräse sein. Und viel, viel Übung und Erfahrung.
Da bin ich für Prototypen, Testaufbauten und Hilfsmittel auch mit dem
zufrieden, was Du verächtlich "Wurstausdrücker" nennst.
Chris D. schrieb:> Ich habe letzte Woche eine Testdose mit 0,5mm Wandstärke gedruckt. So> etwas möchte man nicht fräsen. Schon das Aufspannen wäre fast unmöglich.
Es steht ausser Frage, daß es Teile gibt, die besser zu drucken gehen,
aber ebenso gibt es Vieles, was gar nicht zu drucken ist, schon wegen
Material und Präzision. Das wird von den 3d-Drucker-Besitzern gerne
ausgeblendet, die glauben, sie hätten eine eierlegende Wollmilchsau. Wer
nur einen Hammer hat, für den sieht alles aus wie ein Nagel.
Wie gesagt, nichts gegen ordentlichen 3d Druck, das ist aber Stereolitho
und nicht PLA, und damit leider noch zu teuer.
chris_ schrieb:> Das> stellt sich die Frage, wie lange mit einer CNC-Maschine bräuchte.
Unendlich lange, das Teil ist nicht fertigungsgerecht konstruiert. Die
Innenkontur hat weder Radien (würden auch bei einem Druck der Festigkeit
zugute kommen), noch einen Auslauf. Eine fünfachs-Maschine könnte die
Form mit einem kleinen Kugelfräser annähern, es wird aber Stunden
dauern.
Ohne die Stege an den Enden müsste man nur einen Klotz ausbohren, längs
teilen, die Flansche fräsen und die 4 Löcher bohren. Ein Einzelstück
macht dann ein Mechaniker in ein oder zwei Stunden anhand einer
schnellen Skizze, er braucht kein 3D-Modell. CNC bringt dann nur einen
Vorteil wenn es um viele gleichartige Teile geht.
Henning schrieb:> Im Prinzip würde man ne Scheibe mit nem Loch in der Mitte machen
Da ist noch ein radialer Einstich scheinbar in der Form einer
Riemenscheibe.
MaWin schrieb:> Wie gesagt, nichts gegen ordentlichen 3d Druck, das ist aber Stereolitho> und nicht PLA, und damit leider noch zu teuer.
Wir sind mit unserem Wurstdrucker zufrieden. Für ein schnelles
schauen-sie-mal-so-wird-es-aussehen braucht es keine perfekte
Oberfläche. Wir sehen ob alles passt und unser Kunde kann schnell sehen
ob es bei der Montage Probleme geben könnte.
Georg W. schrieb:> Ohne die Stege an den Enden müsste man nur einen Klotz ausbohren, längs> teilen, die Flansche fräsen und die 4 Löcher bohren. Ein Einzelstück> macht dann ein Mechaniker in ein oder zwei Stunden anhand einer> schnellen Skizze, er braucht kein 3D-Modell. CNC bringt dann nur einen> Vorteil wenn es um viele gleichartige Teile geht.
Ein Mechaniker würde ein Alu-L-Profil nehmen, 4 Löcher zur Befestigung
am Boden und 2 Löcher zur Befestigung des Motorschilds anbringen, ein
Loch für die Motorachse bohren, und wäre in 2 Minuten fertig.
http://truddel.bplaced.net/motorhalterung.png
MaWin schrieb:> http://truddel.bplaced.net/motorhalterung.png
Wenn der Motor Befestigungsgewinde im Lagerschild hat, aus meiner
Modellbahnzeit habe ich noch einige ohne liegen, der Hersteller müsste
Prefo gewesen sein.
Druckbar wäre auch dieses Teil, innen noch ein kleines Dreieck zur
Versteifung und fertig ist die Laube.
2 Minuten halte ich für sehr sportlich.
Der Motor ist ein einfacher kleiner Elektromotor von Polin.
Hier das OpenScad-Modell des Motors:
https://github.com/ChrisMicro/freiBot/blob/master/openscad/JohnsonNF243G-20242.scad
Man muss ihn eigentlich nicht mal schrauben, die Halterung ist so eng,
dass er durch das rein drücken schon hält.
Hier das File. Ihr könnt es mit OpenScad drehen und von allen Seiten
anschauen:
https://github.com/ChrisMicro/freiBot/blob/master/openscad/motorHolder.scad
Ich war allerdings verwundert, dass der Motor so fest in der Halterung
hält, eigentlich hatte ich noch 1/10mm Luft gegeben. Vielleicht muss ich
das Motormodell noch etwas vergrößern.
Da ich neu im 3D-Druck bin, habe ich meine ersten Gehversuche mit
OpenScad gemacht.
Allerdings ist das Design damit etwas langwierig. Welches CAD Programm
nutzt ihr, um schnell Modelle zu entwerfen?
Mir hat jemand DesignSparc empfohlen. Das kann ich aber nur in der
VirtualBox laufen lassen.
Hallo,
chris_ schrieb:> Da ich neu im 3D-Druck bin, habe ich meine ersten Gehversuche mit> OpenScad gemacht.> Allerdings ist das Design damit etwas langwierig. Welches CAD Programm> nutzt ihr, um schnell Modelle zu entwerfen?> Mir hat jemand DesignSparc empfohlen. Das kann ich aber nur in der> VirtualBox laufen lassen.
ich benutze ViaCad und bin ausgesprochen angetan.
vlg
Timm
MaWin schrieb:> Chris D. schrieb:>> Ich habe letzte Woche eine Testdose mit 0,5mm Wandstärke gedruckt. So>> etwas möchte man nicht fräsen. Schon das Aufspannen wäre fast unmöglich.>> Es steht ausser Frage, daß es Teile gibt, die besser zu drucken gehen,> aber ebenso gibt es Vieles, was gar nicht zu drucken ist, schon wegen> Material und Präzision. Das wird von den 3d-Drucker-Besitzern gerne> ausgeblendet, die glauben, sie hätten eine eierlegende Wollmilchsau.
Ja. Ich meine, dass sich beides gut ergänzt. Man muss aber auch sehen,
dass mittlerweile vernünftige 3D-FDM-Drucker für unter 500 Euro zu haben
sind und ich direkt loslegen kann. Für eine vernünftige Drehbank lege
ich das Doppelte hin und brauche nochmal so viel für gutes Zubehör. Und
dann habe ich eben nur eine Drehbank.
> Wie gesagt, nichts gegen ordentlichen 3d Druck, das ist aber Stereolitho> und nicht PLA, und damit leider noch zu teuer.MaWin schrieb:> Ich hätte nichts gegen Stereolith, die Qualität ist ok, wan man von den> PLA Wurstausdrückern nicht sagen kann, wenn sie 48cm Breite verarbeiten> kann ist das aber nicht erschwinglich (so 10k).
Das stimmt so glücklicherweise nicht mehr. Gute FDM-Modelle liefern
schon sehr gute Drucke, die im 1/10mm-Bereich maßhaltig sind. Es gibt da
eine enorme Entwicklung in den letzten Jahren.
Wenn Du 50cm Arbeitsbreite benötigst: Was spricht gegen Selbstbau?
Für unseren 500x500x500mm-Drucker haben wir keine 700 Euro an reinen
Materialkosten gehabt. Mit Deinem Hintergrund und Deiner Ausstattung
sollte das kein Problem darstellen.
Chris D. schrieb:
> Wenn Du 50cm Arbeitsbreite benötigst: Was spricht gegen Selbstbau?
Nichts, hab ja schliesslich Fräse und Drehbank, aber billiger als ein
Fertigprodukt wird das wohl auch nicht.
http://www.solidator.com/3D-Printer.html
DLP, starke UV Lichtquelle, da ist die Mechanik zum anheben der
Plattform das einfachste, die UV-stabile Optik wohl das teure.
Leider ver(sch)wendet man zu viel Epoxy: Immer 1 Liter kaufen,
aufmachen, reinschütten und nach dem Projekt steht die Kiste so lange
rum, bis das Resin von alleine aushärtet. Das ist nicht sinnvoll.
Achsoja, sagte ich schon: FDM ist inakzeptabel (die Pixelauflösung vom
Solidator übrigens auch, B9Creator macht 10um x 30um).
Der Vorteil des 3D-Drucker ist vielleicht, dass man Sachen aus einem
Guss drucken kann, ohne Werkzeuge umspannen zu müssen.
Ich mache das gerade mit der Robotergrundplatte. Die Einzelteile habe
ich für die Konstruktion erst mal einzeln ausgedruckt um sie
auszuprobieren. Danach habe ich alle Teile im CAD Programm zu einem Teil
zusammengefügt und versuche jetzt, alles auf einmal zu drucken.
Gerade eben habe ich versucht, einen Legostein zu drucken:
https://www.thingiverse.com/thing:1095326/#files
Aber es ging schief. Kein Wunder, der Stein steht ja quasi auf seinen
Noppen und hat waagrechte Überhänge. Wie soll man den so was drucken?
Gibt es in Slic3r dazu irgend welche Einstellungen?
In der Position halte ich den Druck auch für ungünstig - eben wegen der
Überhänge.
Ich würde den Stein um 180°C drehen, so dass die Noppen oben sind.
Brücken sind kein großes Problem, weil man unterstützte Anfangs- und
Endpunkte hat.
>Ich würde den Stein um 180°C drehen, so dass die Noppen oben sind.
Ja, das habe ich auch schon gedacht. Ich verwende im Moment die
Programme Openscad und Slic3r. Damit kann man leider kein STL drehen.
Viele verwenden wahrscheinlich Design-Sparc. Das habe ich vor kurzem in
der virtuellen Windows Maschine installiert ( Ich verwende eigentlich
nur Linux ) und in der VM läuft Design-Sparc nicht richtig.
> der virtuellen Windows Maschine installiert ( Ich verwende eigentlich> nur Linux ) und in der VM läuft Design-Sparc nicht richtig.
Vielleicht mal als Tip. Ich verwende Viacad in einer virtuellen Maschine
unter Linux. Das laeuft auch sehr gut. Natuerlich waere mir ein natives
Programm lieber, aber was ich bisher fuer Linux gesehen habe war leider
nix.
Olaf
Wenn es nur ums drehen und kleine Korrekturen geht würde ich einfach
freecad nehmen. Zum designen finde ich Desigbspark mechanical allerdings
am besten.
chris_ schrieb:>>Ich würde den Stein um 180°C drehen, so dass die Noppen oben sind.>> Ja, das habe ich auch schon gedacht. Ich verwende im Moment die> Programme Openscad und Slic3r. Damit kann man leider kein STL drehen.> Viele verwenden wahrscheinlich Design-Sparc. Das habe ich vor kurzem in> der virtuellen Windows Maschine installiert ( Ich verwende eigentlich> nur Linux ) und in der VM läuft Design-Sparc nicht richtig.
Hmm, das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Im Slic3r ist es doch kein
Problem, die Modelle in jede beliebige Lage zu bringen.
Hab ich gerade nochmal mit dem Legobaustein getestet.
Object -> Rotate -> Around Y axis -> 180
Fertig :-)
MaWin schrieb:> Leider ver(sch)wendet man zu viel Epoxy: Immer 1 Liter kaufen,> aufmachen, reinschütten und nach dem Projekt steht die Kiste so lange> rum, bis das Resin von alleine aushärtet. Das ist nicht sinnvoll.
Ja, das ist nicht wirklich komfortabel, falls man nur gelegentlich
druckt :-/
Dazu kommt, dass man offenbar nur ein Material zum Druck zur Verfügung
hat.
> Achsoja, sagte ich schon: FDM ist inakzeptabel
Hmm, weshalb?
Natürlich ist das kein Lasersintern und STL ergibt natürlich schönere
Oberflächen - aber diese Verfahren sind eben auch um ein Vielfaches
teurer.
Über die Maßhaltigkeit, die Stabilität und (zumindest bei unserem
Drucker) auch die Oberflächengüte/max. Bauteilgröße kann ich mich nicht
beschweren.
Ich hatte vor ein paar Jahren, als die ersten, groben Teile mit
Schmierfäden auf den Messen zu sehen waren, auch gedacht: "Naja, das
sieht ja ziemlich hingesch.... aus".
Aber die Zeiten haben sich geändert und insbesondere die Slicer sind
viel besser geworden. Nach ein paar Testdrucken habe ich hier gute
Einstellungen für unseren Drucker gefunden und die Oberfläche der
Bauteile ist erstaunlich gut. (Und wenn es dann wirklich absolut glatt
sein muss, könnte man zur Not immer noch lackieren.)
Auch mein Glaube, dass die Teile leicht splittern oder brechen, hat sich
als Trugschluss herausgestellt. Selbst die allerersten Teile, die
unseren Drucker verlassen haben, sind nur mit grober Gewalt (Hammer)
zerstörbar gewesen und unterscheiden sich von der Belastungsfähigkeit
erstaunlich wenig von normalen Spritzgussteilen. Und wir drucken im
Moment nur PLA.
Ich habe neulich Zahnräder aus PLA in der Hand gehabt, die an einem
3mm-Extruderantrieb (also mit ordentlicher Kraftübertragung) weit über
2000 Stunden gelaufen waren und da ist praktisch kein Abrieb zu sehen.
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, was FDM-Teile aushalten.
Dazu kommt, dass das Druckmaterial recht preiswert (hier 800g PLA für 15
Euro) ist und sich problemlos in vielen Farben über Jahre lagern lässt.
Die Druckkosten sind sehr gering.
Außerdem habe ich die Möglichkeit, PLA, ABS, Nylon usw. und auch
Polycarbonate zu drucken. Darüberhinaus gibt es silikonartige weiche
Materialien etc.
Hinzu kommt die Möglichkeit, auswaschbares Stützmaterial zu verwenden
und so wirklich fast alle möglichen 3D-Modelle drucken zu können.
Und letztendlich: die FDM-Lösung ist sehr preiswert umzusetzen.
Wenn man die Wahl hat, ob man "nur" einen FDM-Drucker oder gar keinen
3D-Drucker sein Eigen nennt (weil die anderen Lösungen zu teuer sind),
dann würde ich die erstere wählen ;-)
Give it a try! ;-)
>Hmm, das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Im Slic3r ist es doch kein>Problem, die Modelle in jede beliebige Lage zu bringen.>Object -> Rotate -> Around Y axis -> 180
Danke, das geht. Ich hatte versucht, das Objekt durch "darauf klicken"
zu verdrehen.
Seltsamerweise kann man mit der Maus ein Objekt auf dem Tisch
verschieben, es rutscht aber danach selbständig auf seine
Ausgangsposition zurück.
>Ich verwende Viacad in einer virtuellen Maschine unter Linux.
Ich habe mal nach einer Demoversion zum ausprobieren in der VM gesucht,
aber die haben scheinbar nur die Kaufversion.
Hallo,
>>Ich verwende Viacad in einer virtuellen Maschine unter Linux.> Ich habe mal nach einer Demoversion zum ausprobieren in der VM gesucht,> aber die haben scheinbar nur die Kaufversion.http://www.punchcad.com/trial.aspx
Oder?
Viele liebe Grüße
Timm
chris_ schrieb:>>Hmm, das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Im Slic3r ist es doch kein>>Problem, die Modelle in jede beliebige Lage zu bringen.>>Object -> Rotate -> Around Y axis -> 180>> Danke, das geht. Ich hatte versucht, das Objekt durch "darauf klicken"> zu verdrehen.> Seltsamerweise kann man mit der Maus ein Objekt auf dem Tisch> verschieben, es rutscht aber danach selbständig auf seine> Ausgangsposition zurück.
Jepp, das ist für die meisten Teile ja auch praktisch, weil die genaue
Position üblicherweise egal ist, aber so sichergestellt ist, dass das
Teil auf's Bett passt und irgendwelche Offsets in der STL-Datei
beseitigt werden. Hat man mehrere Teile, so gruppiert Slic3r diese dann
so um den Mittelpunkt herum, dass die gewählte Fläche minimal ist.
Das Verhalten kannst Du übrigens abstellen, wenn Du den Haken hier
entfernst: File -> Preferences -> Auto-center parts