Hallo!
Tja mir is gerade ein blöder Gedanke gekommen:
Ich betreibe einen PTC mit Konstantstromquelle an einem µController.
Aber was ist, wenn man ohne die Schaltung auszuschalten, den PTC
entnimmt? (Was bei der Konstruktion ohne weiteres möglich wär)
Dann würde die Spannung auf ca 9,5V ansteigen (12V Versorgung - 2,5V
Bandgap-Referenz) --> Der ADC (3,3V max.) würde wohl abrauchen. Wie kann
ich das verhindern?
mfg!
Kommt auf den Strom deiner Quelle an. Bei überschreiten der PIC
Versorgungsspannung wird die Diode am Eingang des AD gegen Vcc leitend.
Vielleicht kannst Du ja den Strom Deiner Stromquelle so einstellen, dass
es für die Clamp-Dioden ungefährlich ist.
> Wie kann ich das verhindern?
Einfach einen Vorwiderstand vor den Pin.
Mit einem PTC kann die Temperaturmessung sowieso nicht soooo genau sein,
da dürfte so ein kleiner Serienwiderstand auch nichts mehr ausmachen.
@ Der Hinweiser (Gast)
> phillip, warum denn "PIC"? könnte doch auch "AVR-Atmel" sein
Da würden mir auf die Schnelle noch mindestens 6 andere uC Familien
einfallen, die auch einen ADC haben ;-)
Spontan käme mir da eine Z-Diode in den Sinn, die die Spannung begrenzt,
parallel geschaltet zum PTC. Wie hoch darf die Spannung am µC denn sein?
3.3 V? Dann schalte doch einfach eine Z-Diode mit diesem Wert vor.
Der Serienwiderstand zielt ja dabei auf die gleiche Problematik ab
(Clamp-Diode nicht zerstören). Wenn es ohnehin eine kontinuierliche
Temperaturmessung ist, dann würde ich hinter dem Serienwiderstand noch
einen Kondensator spendieren um den S&H-Kondensator ausreichend schnell
laden zu können.
Setze einen Single-Supply Rail-to-Rail-OP (Impedanzwandler) vor den
Eingang (z.B. TS912), versorgt von der µC-Versorgung. Dann kann nix mehr
passieren.
Da finde ich die Lösung mit dem RC Glied vor dem AD Wandler aber noch am
saubersten. Der AD mag mit dem OP zwar geschützt sein, aber an den OP
Spannungen zu legen die größer als seine Versorgung sind ist auch nicht
schön.
Nicht nur überspannungen am OP sind unschön. Die Frage ist doch dann,
wenn der PTC weg ist muss der Strom aus der Stromquelle ja irgendwo hin
und in einen OP einen Strom reinzuprügeln ist auch net so schön.
However, ich würd ne Z-Diode einsetzen. Bei nem halben Watt Leistung und
3.3 V darf da schon bis zu 150 mA Strom durch und irgendwas sagt mir,
dass seine Stromquelle keine 150 mA durch den PTC prügelt, das werden
doch eher nur so 15 sein ;)
Michael wrote:
> Nicht nur überspannungen am OP sind unschön. Die Frage ist doch dann,> wenn der PTC weg ist muss der Strom aus der Stromquelle ja irgendwo hin> und in einen OP einen Strom reinzuprügeln ist auch net so schön.> However, ich würd ne Z-Diode einsetzen. Bei nem halben Watt Leistung und> 3.3 V darf da schon bis zu 150 mA Strom durch und irgendwas sagt mir,> dass seine Stromquelle keine 150 mA durch den PTC prügelt, das werden> doch eher nur so 15 sein ;)
Naja, der Strom der Quelle muss ja nicht irgendwo verbraten werden, im
schlechtesten Fall liegt eben die maximale Spannung an, die die
Stromquelle treiben kann.
Für den TS912 gilt: maximal Ub +0.3V, das ist natürlich nix. :(
Die Methode mit der Z-Diode (und einem Widerstand gegen Masse) wäre als
Schutz wohl am Besten.
Selbst 15mA sind ja nicht so wenig wegen Eigenerwärmung usw. Bei so
einer Schaltung kann man wohl aber sogar mit den Leckströmen leben die
Z-Dioden so mit sich bringen. Obwohl ich da nicht den Vorteil sehe. Wozu
eine weitere Diode mit ihren Leckströmen einbauen, wenns ein simpler
Widerstand tut? Zumal sich ein RC Tiefpass an so einem Eingang eh nicht
schlecht macht und man durch den Kondensator weniger Probleme mit der
Ausgangsimpedanz der Schaltung hat.
>Zumal sich ein RC Tiefpass an so einem Eingang eh nicht schlecht macht
Da musst du aufpassen, Keramikkondensatoren wirken wie VDRs und können
bei Defekten schon bei niedrigen Spannungen (<8V) leitend werden. Das
würde ich nicht empfehlen. Wenn schon Cs, dann MKS-4.
Ein Widerstand vor dem Eingang verändert die Messwerte auch, wenn er zu
hoch gewählt wird, das Ganze ist nicht grade einfach zu bewerkstelligen.
Den richtigen C mal ausgewählt würde ich das ganze für nicht so
aufwendig zu dimensionieren halten. Bei einer Temperaturmessung ist
ohnehin keine hohe Bandbreite gefragt. Und man kann sich ja den Worst
Case Spannungsfehler leicht ausrechnen indem man annimmt der Widerstand
wäre so ungünstig hoch, dass er keinen Strom in den Kondensator
nachliefert während der Messung. Dann teilt sich die Ladung aus dem
vorgeschaltetem C nach aufschalten des S&H Kondensators auf die beiden
Kondensatoren auf. U1/U2 = C / (C+Csh) Wird C ausreichend große
gegenüber Csh so ist der Spannungenunterschied auch sehr klein und das
ganze auch wenn der R unendlich wäre. Man darf natürlich nicht so oft
sampeln, sonnst kann der C nicht nachgeladen werden.
So jetzt bin ich auch mal wieder da :)
Erst mal Danke euch für die zahlreichen Antworten.
Wenn ich so zusammenfasse, gibts 2 Möglichkeiten:
- eine Z-Diode, parallel zum PTC + ein Widerstand vor en ADC-Eingang
- einen Folienkondensator ||zum PTC + Widerstand
Eine Frage zur Methode mit Z-Diode... da könnt ich doch auch eine 2,5V
Bandgap-Referenz nehmen, von denen hab ich noch zig rumliegen, oda?
Dann noch eine Frage zu dem Widerstand: Als Konstantstrom hab ich 1mA
gewählt. Auf wieviel muss ich das begrenzen --> wie groß muss der
Widerstand sein?
Letzte Frage: Was davon soll ich jetzt letztendlich nehmen?
"Beide Varianten haben natürlich ihre Vor- und Nachteile ;)"
mfg...
> - einen Folienkondensator ||zum PTC + Widerstand
PTC -- Widerstand -- Folienkondensator nach Masse -- AD-Wandler
Die Lösung mit Z-Diode halte ich für nicht sehr gut, wegen dem Strom vor
dem Knick. Einfach mal die Kennlinie anschauen.
Ok. Welche Größenordnung für den C?
Hab hier:
4,7nF
6,8nF
(lange nix)
0,1µF
0,22µF
(und wieder lange nix)
4,7µF (der hat aber ca. 4cm³)
und Widerstand is ziemlich egal?
Der Widerstand ist nicht völlig egal, der bestimmt die Grenzfrequenz
deines Tiefpasses. Oder in deinem Fall vielleicht interessanter: Die
Zeitkonstante der Aufladung. Der Kondensator ist nach ca. 5 * RC nahezu
vollständig auf die Spannung vor dem Widerstand aufgeladen. Das ist die
Zeit die Du mindestens zwischen 2 Samples warten solltest.
Der R sollte dabei nicht so groß werden, dass evtl. Leckströme usw den
Kondensator merklich entladen, er sollte aber so groß sein, dass er den
Strom über die Clamp-Diode auf ein für sie verträgliches Maß begrenzt,
wenn deine Stromquelle die maximale Spannung liefert.
Das mit der Z-Diode ist halt so ne Sache. Ihr Leckstrom sollte schon
weitaus kleiner sein als der Strom den deine Stromquelle losschickt. So
aus dem Bauch heraus würde ich sagen Faktor 10 sollte dazwischen liegen.
2.5 V können reichen sofern dir das reicht. Kommt halt drauf an wie hoch
die zu erwartende Spannung am PTC sein wird. Ist sie 2.7V dann vergiss
die 2.5 V Z-Diode, ist die zu erwartende Spannung bei 2.1 V geht die 2.5
V Z-Diode durchaus.
Für mich stellen sich die Vorteile der einen Variante gegenüber der
anderen so dar:
Vorteile der Z-Diode:
---------------------
- größere Bandbreite möglich (bei Temp uninteressant)
Vorteile RC:
------------
- Glättung des evtl. unsauberen Signal bei langen Leitungen
- schnelle Ladung des S&H-Cs möglich
- Bauteile normalerweise in der Schublade !!
- volle Ausnutzun des AD-Bereichs möglich
- der Strom wird begrenzt und nicht verheizt
...
Vielleicht hab ich ja aber auch nur die rosarote Brille auf
Spannung: 9,5V - 3,3V = 6V
max Strom der Diode: 1mA
R = U / I = 6V / 1mA = 6kOhm
Nimm zur Sicherheit das zwei bis dreifache davon.
Den Kondensator berechnest du nun wie Philipp erklärt hat.
Der Stromverbrauch deiner Schaltung muss immer deutlich über 1mA
bleiben.
Vorschlag: 33k und 0,2µF
Naja hört sich doch ganz gut an soweit :)
Was wäre denn ein verträgliches Maß für die Diode im ADC?
Ach ja, die Uref des ADCs ist bei 2,4V, Maximal-Uref ist 3,3V.
--> Spannungsbegrenzung auf 2,5V würde optimal sein.
Ich hab also durch keine der 2 Methoden Schwierigkeiten mit der
Ausnutzung der Ressourcen des ADC.
(Nebenbei bemerkt: der PTC hat als Maximum 150°C und da 2,277kOhm
Widerstand --> Maximalspannung durch PTC 2,277V)
Ok ich rechne mal:
Angenommen, ein verträgliches Maß wäre 10µA.
9,5V sind das Maximum, was zustande kommen könnte.
Demnach: R=950kOhm
was mir schon relativ viel erscheint.
Angenommen ich nehm dann einen 100nF-Kondensator, dann komm ich auf
0,475. Sekunden? Wenn ja, dann wär mir das fast ein bisschen zu langsam.
Spricht was dagegen, einen kleineren C zu nehmen?
2,277V bei 2,277kOhm? Also 1mA aus der Quelle? Na dann kannst es ja fast
komplett weglassen.
Zu dem C würde ich mal im Datenblatt schauen welche Kapazität
aufgeschaltet wird. Bei dem von mir hier gerade verwendetem LTC1864
warens imho 7pF. Ich würde es so dimensionieren, dass der
Spannungsfehler möglichst kleiner als 1 LSB bleibt selbst bei
pessimistischer Betrachtung.
Ok hab mal nachgeschaut, da steht folgendes:
Power Supply Current (AV+ supplied to ADC): 450-900μA
Input Capacitance: 10pF
Ist es das was du meinst?
Dann sollte der C vielleicht auch ned recht viel größer sein?
Und was den Strom betrifft... dann pass ich das Ganze halt für 0,5mA
an...
"2,277V bei 2,277kOhm? Also 1mA aus der Quelle? Na dann kannst es ja
fast
komplett weglassen."
Also du denkst, dass ich gar nix machen muss? Was passiert denn
eigentlich, wenn der ADC an einem Kanal zu viel Spannung abkriegt?
Messen dann die anderen Kanäle wenigstens noch richtig? (wär schon
wichtig für mich)
Es gibt zum Einen die Eingangskapazität des Pins, Gehäuse usw und auf
die wird dann noch der Sample Kondensator geschaltet. Wenns nicht
genauer angegeben ist würde ich mit den 10pF rechnen. Wie groß die
Spannungsänderung dadurch maximal sein darf hängt davon ab wie groß ein
LSB bei Dir ist.
Die Spannung an dem AD Eingang kann nie größer werden als Vcc +
Clampdiodenspannungsfall. Ausser Du brennst die Diode durch. Typische
Werte sind da wie von Alexander schon erwähnt 1mA. Aber auch da lieber
nochmal nachlesen. Was Alexander auch schon ansprach ist der Verbrauch
der Schaltung. Wenn Du einen Linearregler verwendest um die 3,3V zu
erzeugen, so kann dieser nicht als Stromsenke arbeiten. Wenn Du jetzt
von einem höherem Potential einen Strom durch die Clamp-Diode schickst
der größer als die Stromaufnahme der Schaltung ist, so wird Vcc auch
steigen.
Nun, man darf nicht vergessen, dass zwar die Spannung gemessen werden
soll aber das ganze aus einer Stromquelle gespeist wird. Damit fällt
schonmal der Vorteil des schnellen Ladens des S&H-Cs weg. Ist der
nämlich entladen (Seine Spannung also 0) dann stellt der doch ne ideale
Senke für den Strom da.
Auch die ein und andere Z-Diode hab zumindest ich für gewöhnlich in der
Schublade liegen, also auch nicht wirklich ein Vorteil.
Warum mit passend gewählter Z-Diode der AD-Bereich nicht ausnutzbar sein
sollte erschließt sich mir auch noch nicht.
Den Strom wird begrenzt?? Bei einer Spannungsquelle ja aber wir haben
hier doch eine Stromquelle.
Bei der Z-Diode braucht man nur ein Bauteil, nämlich die Z-Diode. Wir
haben ja schon festgestellt dass der Strom, der hier auftritt gewiss
unter 10 mA liegen wird, das schafft jede 0.5W Z-Diode für diese
Anwendung locker ohne Vorwiderstand.
Wegen dem Leckstrom hab ich eben mal aus meinem
Festspannungsreglersortiment von Conrad (Nummer: 179000) eine Z-Diode
rausgepickt. Ist eine BZX55C2V4 gewesen, die hat einen Leckstrom von
sage und schreibe <50 µA. Wenn also die Stromquelle nicht grad nur 1 µA
Strom liefert (ich schätze einfach mal das es gar mehr als 0.5 mA sein
werden) dann spricht da absolut nix dagegen eine Z-Diode einzusetzen.
However, wie ich schon sagte, jedes System hat seine Vor- und Nachteile.
Der Vorteil des schnellen Ladens fällt nicht weg sobald der C aufgeladen
ist. Dieser teilt sich beim samplen die Ladung mit dem Wandler und die
Ausgangsimpedanz der Messschaltung ist dann zu vernachlässigen.
Die Probleme mit der Z-Diode und dem nicht ausnutzen wurden weiter ober
schon erötert.
Mit der Strom wird begrenzt war gemeint, dass er Strom nicht unnötig
durch die Z-Diode fließt (ok, ist hier wirklich egal) sondern nur ein
kleiner Strom fliesst, der von der maximalen SPANNUNG der Stromquelle
und dem Widerstand abhängt.
Klar, wenn man die Z-Diode liegen hat kann man auch die verwenden, man
verliert dann aber halt die Tiefpass Vorteile.
Tjaaa... gute Frage ^^
Die Z-Diode bzw. Bandgap-Referenz müsste nur 7mW aushalten..
zum LSB: Ich hab zwar noch nie damit zu tan gehabt :D aber ich schätz
mal, damit ist die Auflösung in Verbindung mit Uref gemeint? Naja
Uref=2,4V und die Auflösung ist 12Bit.
<korinthenkackerei>Die 50µA der Z-Diode machen schon 2 LSB Messfehler
aus</korinthenkackerei>
Sollte jetzt aber keine Diskussion aufflammen lassen ;) Bei dieser
Messung ist das wohl völlig egal.
Nochmal zu dem Kondensatorhinweis von Michael. Es ist ja wie er schon
sagte eine Stromquelle. Man müsste es also als Spannungsquelle mit dem
Innenwiderstand des PTC ansehen. Also nochmal die 2,xk in Reihe zu dem R
bei der Berechnung der Zeitkonstanten.
@Freak ja genau. Ein LSB ist bei Dir dann 2,4V / 2^12
>Der Vorteil des schnellen Ladens fällt nicht weg sobald der C aufgeladen>ist.
Öhm...irgendwie kann ich nicht wirklich folgen. Wenn der C geladen ist
ist er geladen, da ist dann nix mehr mit schnellem Laden. Ich glaub ich
kann dir da grad net folgen bzw. versteh nicht was du meinst.
Wo oben das nicht ausnutzen des AD-Wandlers durch die Z-Diode erörter
wurde muss mir entgangen sein. Ich hab nur gelesen, dass dem so sein
soll aber erklärt warum hats keiner.
Das schnelle Laden bezieht sich nicht auf den externen C sondern auf den
Sample&Hold Kondensator.
Die Z-Diode funktioniert in diesem Fall weil die maximale zu wandelnde
Spannung kleiner ist als die maximale Spannung die man an den Pin legen
sollte. Ansonsten bekommt man mit einer Z-Diode keinen scharfen "Knick"
bei Vcc, so dass man darunter noch bis an die Kante messen kann.
> Dann würde die Spannung auf ca 9,5V ansteigen (12V Versorgung - 2,5V
Nein, würde sie nicht, genauer: Sie würde nur auf VCC des Controllers
plus ca. 0,7 Volt ansteigen, wenn der Eingangping Clamping-Dioden hat,
was anzunehmen ist.
Genaues steht im Datenblatt des Controllers.
Und wenn Du eh schon das Datenblatt liest, kannst Du auch nachlesen,
welchen Strom diese Dioden vertragen und überprüfen ob die Stromquelle
schwach genug ist.
Ausserdem musst Du noch garantieren, dass der Strom der Stromquelle über
VCC auch "verbraucht" werden kann. D.h. die minimale Stromaufnahme der
Elektronik auf VCC größer ist als der Strom Konstantstromquelle.
RC ja, wenn Du nicht öfter als 50 mal pro Sekunde messen willst.
Zum zweiten, kommt auf die Referenz an. Geht nur wenn die auch einen
Strom senken kann.
Sollte gehen
Edit: Hab mir gerade mal in Spice die LT1009 angesehen (ist wohl das
gleich in grün, zumindest laut dem internen Aufbau). Da hat die einen
richtig schönen Knick bei 2,5V.