mikrocontroller.net

Forum: Offtopic Kunststoffteile für Kleinserien selber herstellen ?


Autor: Kriss (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi,

ich wollte hier nochmal ein Thema ansprechen, was wahrscheinlich schon 
so Manchen beschätigt hat: das Herstellen von mehr oder weniger recht 
einfachen Kunststoffteilen für Kleinserien in einer Größenordnung, dass 
sich Spritzguss nich lohnt.

Nun habe ich gelesen, dass sich auch mit Vakuumguss gute Qualitäten 
erreichen lassen.

- Prototypen herstellen (lassen)
- Silikonkautschukform
- In Vakuumkammer mit entsprechendem Harz etc befüllen

Leider halten diese Formen aber nur wenige Stück des herzustellenden 
Teils weit ...

Ist es prinzipiell denkbar, vorrausgesetzt man hat selber die 
Möglichkeit entsprechende Formen aus Alu herzustellen, diese in 
Verbindung mit dem Vakuumgießverfahren anzuwenden ?
Oder hat jemand noch weitere Anregungen, die man mittels kostengünstig 
zu kaufender / selbst zu bauender Maschinen sowie Formen anwenden kann, 
um Teile in Stückzahlen zwischen 100 und 500 herzustellen ?

Autor: Gerhard (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Was spricht dagegen, eine klappbare Form aus Alu zu fräsen, die du dann 
selbst ausgießt oder von mir aus auch ein Vakkuum drauf ziehst?

Ist halt sehr aufwendig das ganze, funktionieren würde es aber schon.

Ohne Nachbearbeiten des Teils wirst du aber kaum auskommen, zumindest, 
wenn das für den Nutzer "sichtbar" ist.

Autor: Kriss (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Was spricht dagegen, eine klappbare Form aus Alu zu fräsen, die du dann
>selbst ausgießt ...

Weiß ich nicht. Wird bei den konkreten Verfahren von Firmen nur so nicht 
angegeben, deshalb frage ich ja, ob es da einen Haken bei Formen aus 
anderen Materialien als Silikonkautschuk gibt.

>Ohne Nachbearbeiten des Teils wirst du aber kaum auskommen, zumindest,
>wenn das für den Nutzer "sichtbar" ist.

Die Ergebnisse, jedenfalls die, die man mit Silikon-Kautschuk-Formen 
erzielt, sind laut Aussage diverser Firmen im Internet für Laien von 
Spritzgussteilen kaum bis gar nicht zu unterscheiden.

Autor: Robin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Gegen das selber Form machen und "einfach" ausgießen spricht eine 
Kleinigkeit: Die Viskosität von Kunststoff. Die meisten Kunststoffe sind 
auch im geschmolzenen Zustand nur mit sehr hohem Druck zu verarbeiten 
(teilweise mehrere Hundert Bar).
Dazu kommt das Problem, dass (vor allem kleine) Kunststoffobjekte 
schnell auskühlen, zwischen erhitzen und Ende des Gussvorganges dürfen 
unter Umständen nur Sekunden liegen.

Was aber möglich wäre: Keine Thermoplaste nehmen, sondern Duroplaste 
(Beispiele: Bauschaum, Epoxid-Harz). Ich weiss zwar nicht, wie man die 
als Privatmann leicht beziehen kann, aber einen Vorteil gibt es: Diese 
Kunststoffe werden bei einer Reaktion vernetzt und sind dann auch nicht 
mehr einschmelzbar. Lässt man diese Reaktion in der Form ablaufen, kann 
man diese unter umständen leichter verarbeiten.


Wer Kunststoff in Formen verarbeiten will sollte sich mal mit folgenden 
Themen beschäftigen: Wandstärken (-Unterschiede), Auszugsschräge, 
Auswerfen, Position des Angusses, Probleme beim auftrennen des 
Gußsstromes, Luftabfuhr beim Guss, Schwindung, Gleichmäßiges auskühlen, 
....

Das ist ein eigenes Fachgebiet und gar nicht so simpel wie man auf den 
ersten Blick meinen könnte.

Autor: Kriss (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja sicher Duroplaste. Da wird auch nichts mit Druck gespritzt etc. 
lediglich ein Unterdruck in der Kammer erzeugt, um Lufteinschluss zu 
vermeiden.

So ein kleines Bild vom Inneren macht eigentlich das wichtigste klar:

http://www.mk-technology.com/system1.html

Nur die hier verwendete Silikonform hält nicht allzu lange, der Schnitt 
der Angaben, wie oft man so eine Form verwenden kann, liegt bei etwa 
20-25 mal.

Autor: Gerhard (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Eben.

Man kann Formen von einem Urmodell sehr einfach abnehmen. Mit Glasfaser, 
Expoxidharz und einem passenden Oberflächenmaterial. Bei Interesse 
gibt's mehr Infos dazu.

In dieser Form kann man dann wieder Teile aus Epoxidharz gießen. Sehe 
ich kein Problem drin. Nur trennen muß man die Form, beispielsweise mit 
normalem Bonerwachs.

Die Aluform funktioniert auf jeden Fall.

Flugzeuge werden so zum Beispiel gebaut. Aus Epoxidharzen, mit Fasern 
verschiedener Art verstärkt.

Autor: Rapid Prototyper (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Rapid Prototyping in Stereolithografie bzw. selektivem Lasersintern wäre 
auch was.
Anbieter hierfür sind z. B. http://www.alphaform.de

Kommt eben drauf an, ob du großen Wert auf die Qualität der Sichtflächen 
legst, bzw. was das Material meachnisch aushalten soll.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Es gibt von einer amerikanischen Firma Schweißpistolen, die 
Kunststoffdrähte verarbeiten und mit Wärme und Pressluft arbeiten. Damit 
kann man kleine Spritzgussteile selbst herstellen Das funktioniert sogar 
erstaunlich gut (selbst gesehen/gemacht).

Das Teil lag so bei 2000 Euro.

Bei Interesse suche ich das mal raus - ist schon eine Weile her ;-)

Chris

Autor: Stephan Watterott (Firma: Watterott electronic) (welectronic) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ Chris D.
Das interessiert micht auch.
Guck bitte mal nach wie der Hersteller heist.

Autor: waddehadde (Gast)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Uahh, Langweilig!
Steht alles schon hier:
Beitrag "Kunststoff - Klein- bis Grossserie"

Das Informationszeitalter hat die Suchfunktion hervorgebracht:
http://www.mikrocontroller.net/search?query=kunststoff

Darwin sagt, wer nicht suchen kann, ist doof!

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
waddehadde wrote:

> Darwin sagt, wer nicht suchen kann, ist doof!

Du bildest dir wohl ein, Darwin zu sein, was?

Autor: gast* (Gast)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
@ Stephan Watterott

Es heißt "heißt"

@waddehadde

Darwin "sagte" weil er längst tot ist.

Autor: Kriss (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Kommt eben drauf an, ob du großen Wert auf die Qualität der Sichtflächen
>legst, bzw. was das Material meachnisch aushalten soll.

Kommt auf die Anwendungs an, aber ähnliche Eigenschaften wie 
verschiedene Thermoplaste sind von Vorteil. Und das gibt es unter den 
Duroplasten.

>Es gibt von einer amerikanischen Firma Schweißpistolen, die
>Kunststoffdrähte verarbeiten und mit Wärme und Pressluft arbeiten. Damit
>kann man kleine Spritzgussteile selbst herstellen Das funktioniert sogar
>erstaunlich gut (selbst gesehen/gemacht).
>Das Teil lag so bei 2000 Euro.
>Bei Interesse suche ich das mal raus - ist schon eine Weile her ;-)

Interesse :o)
wobei ich mir vorstellen kann, dass das mit den Schweißstäben als 
Verbrauchmaterial ganz schön teuer wird.

>Uahh, Langweilig!
>Steht alles schon hier:
>Beitrag "Kunststoff - Klein- bis Grossserie"
>Das Informationszeitalter hat die Suchfunktion hervorgebracht:
>http://www.mikrocontroller.net/search?query=kunststoff
>Darwin sagt, wer nicht suchen kann, ist doof!

Ich sehe nicht, dass da schon einmal konkret der Vakuumguss in 
Verbindung mit anderen Formmaterialien als Silikon-Kautschuk besprochen 
wurde. Troll ...

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hab nochmal gekramt:

Das Pistolensystem heisst "Drader Injectiweld". Näheres gibt es bei
www.drader.com

Ist aber wohl etwas teurer geworden.

> Darwin sagt, wer nicht suchen kann, ist doof!

Darwin sagt wohl eher: Thema verfehlt!

Chris

Autor: Kriss (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Das Pistolensystem heisst "Drader Injectiweld". Näheres gibt es bei
>www.drader.com

Nettes teil aber wohl doch eher neben der eigentlichen Funktion maximal 
für Prototypen geeignet. Und dann der Preis :/

Dafür baut/bekommt man aber ohne Probleme, entsprechend Freizeit 
vorrausgesetzt, eine Vakuumkammer sogar mit Differenzdruckverfahren + 2 
Wärmeöfen zum Vorheizen, Tempern etc. + eine kleine Fräse umgerüstet auf 
CNC.

Denke die Videos 3 und 4 erklären alles: 
http://www.mk-technology.com/videos.html

Bleibt eben immer noch die Frage inwiefern das gut mit starren Formen 
funktioniert (herauslösen, Tempern)

>Man kann Formen von einem Urmodell sehr einfach abnehmen. Mit Glasfaser,
>Expoxidharz und einem passenden Oberflächenmaterial. Bei Interesse
>gibt's mehr Infos dazu.

Also nach dem Prinzip, wie KFZ-Zubehörteile in kleineren Mengen 
hergestellt werden (GFK) ? Habe das selber schon gemacht, vielleicht ein 
bisschen viel Aufwand, da ja nicht gegossen wird sondern mit Matten / 
Gewebe belegt und geharzt ...

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Kriss wrote:
>>Das Pistolensystem heisst "Drader Injectiweld". Näheres gibt es bei
>>www.drader.com
>
> Nettes teil aber wohl doch eher neben der eigentlichen Funktion maximal
> für Prototypen geeignet. Und dann der Preis :/

Umsonst ist der Tod - und der kostet das Leben ;-)

Ja, das ist natürlich nicht für Großserien gedacht. Aber wenn man mal 
eben schnell ein Gussteil benötigt, ist das schon eine feine Sache. Und 
Kunststoff perfekt verschweissen kann das Ding auch noch :-)

> Dafür baut/bekommt man aber ohne Probleme, entsprechend Freizeit
> vorrausgesetzt, eine Vakuumkammer sogar mit Differenzdruckverfahren + 2
> Wärmeöfen zum Vorheizen, Tempern etc. + eine kleine Fräse umgerüstet auf
> CNC.

Du schreibst es selbst: "Entsprechend Freizeit"
Ich würde mal sagen: "Entsprechend viel Freizeit" :-)

Bis das alles steht und läuft ist man selbst bei 10 Euro Stundensatz 
wohl locker über den 3000 Euronen.

Ich glaube, Du unterschätzt die Investitionen in so ein Projekt 
deutlich. Alleine schon für "eine kleine Fräse, umgerüstet auf CNC" bist 
Du mit deutlich über 1000 Euro dabei - und dann hast Du noch nichts 
Vernünftiges.

Ich weiß, wovon ich rede - ich hab mir letztes Jahr eine manuelle Fräse 
gebaut. Wenn Du etwas ordentliches haben willst, geht schon dort unter 
1000 Euro nix (reine Materialkosten wohlgemerkt!).

Vom Rest fang ich gar nicht erst an ...

Nein, der Drader ist nicht wirklich teuer ... ;-)

Chris

Autor: Kriss (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Ich glaube, Du unterschätzt die Investitionen in so ein Projekt
>deutlich. Alleine schon für "eine kleine Fräse, umgerüstet auf CNC" bist
>Du mit deutlich über 1000 Euro dabei - und dann hast Du noch nichts
>Vernünftiges.

>Ich weiß, wovon ich rede - ich hab mir letztes Jahr eine manuelle Fräse
>gebaut. Wenn Du etwas ordentliches haben willst, geht schon dort unter
>1000 Euro nix (reine Materialkosten wohlgemerkt!).

Naja ich rede da wirklich vom einfachsten Geräten.

HBM-Maschinen BF-16, kleine konstruktive Änderungen, Stepper ankoppeln + 
Elektronik ist insgesamt für 600-700 Euro drin (ausgenommen Software). 
Ohne Bestellung+Wartezeit, Einarbeitung in die Software sowie Doku 
(braucht man ja für sich selber nicht in jedem Fall) etc. ist das auch 
an einem Wochenende erledigt.

Ich weiss, das ist ganz und gar nichts Tolles aber um mal eine kleine 
Form in Alu zu fräsen, wenn man ein wenig Geduld hat, welche sowieso 
noch manuell nachbearbeitet wird (schleifen, polieren), reicht es.

Bei den anderen Sache verhält es sich ähnlich preiswert, wenn man alte 
Öfen zu Wärmekammern umbaut und sich nicht davor scheut mal zu 
Gebrauchtteilen (z.B. Vakuumpumpe) zu greifen.

Möchte jetzt aber nicht zu sehr vom Thema abkommen.

Autor: Kriss (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Übrigens: ich wollte nicht sagen, die etwas über 3000,- Euro 
(Vertriebspreis in Holland) wären zu viel für das Gerät, aber wenn man 
es nicht im eigentlichen Sinne einsetzt doch schon eine ganz schöne 
Summe.
Dazu kommen die sicherlich nicht ganz günstigen Schweißstäbe in 
begrenzter Materialsuwahl, so wird das z.B. mit einem individuellen, 
günstigen  Kleingehäuse mit bestimmten Eigenschaften von sagen wir mal 
200 Stück nichts ...

Autor: Rüdiger Knörig (sleipnir)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
gast* wrote:
> @ Stephan Watterott
>
> Es heißt "heißt"
>
> @waddehadde
>
> Darwin "sagte" weil er längst tot ist.
Sagte wer? ;-)

Autor: Björn Wegener (burnedchicken)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi Leute,

also obwohl das Thema hier schon etwas älter ist....

Ich kenne eine Firma, die in Polen für kleines Geld einfache Formen 
machen kann, und dann das ganze auch in ganz variabler Stückzahl 
produzieren kann. Es funktioniert eigentlich ganz einfach. Man gibt 
seine Zeichnung und/oder Entwurf zur Firma, dann wird das ggf. in CAD 
gezeichnet.

Als nächstes Erfolg ein Ausdruck auf nem 3D-Drucker, der Ausdruck wird 
zurück geschickt, und man kann das dann überprüfen.

Wenn alles geklärt ist, zahlt man den Preis für die Form (bei einfachen 
Sachen kaum teurer als 2000€ und für ein paar Cent kann man dann die 
Teile wieder abrufen.

Ich denke, dass ist 1000x besser, als selbst mit irgendwelchen Geräten 
zu experimentieren.

Ach ja, die Leute in der Firma sprechen natürlich Deutsch und Englisch 
;)

Autor: Alexander Schmidt (esko) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Björn Wegener schrieb:
> Man gibt seine Zeichnung und/oder Entwurf zur Firma, dann wird das
> ggf. in CAD gezeichnet.
Das kostet aber sicher extra.

Da du dort sicher schon was hast machen lassen, kannst du mal Fotos 
einstellen, von der Form und von den Spritzgussteilen und den Preis für 
diese Form nennen.

: Bearbeitet durch User
Autor: Liro Moosbach (Firma: Designer) (moosbach) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
wie heisst die Firma in Polen?

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail, Yahoo oder Facebook? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen | Mit Facebook-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.