Draht schrieb:
> Ich habe ein Problem, ich verstehe einfach nicht was es mit dem
> Wellenwiderstand einer Leitung auf sich hat.
Hi, Draht, interessante Gelegenheit, mal Selbstverständliches und längst
wieder vergessenes wieder herauszuholen.
Übrigen, es geht nicht um Spannung und Strom im allgemeinen Sinne.
Sondern nur um hochfrequente Spannung und hochfrequenten Strom.
Bitte nimm eine Paralleldrahtleitung als Beispiel. Wie sie früher mal
für UKW-Antennen üblich waren zu 240 Ohm Wellenwiderstand.
Kannst Du Dir zwischen den Leitern die Kapazitäten vorstellen? Wir
können sie messen und kommen dann auf eine Größe von pF/Meter.
Kannst Du Dir die einzelnen Leiter auch als Spule vorstellen? Wir können
auch diese messen in nH/Meter.
Kannst Du im Geiste die Wellen sehen, wie sie sich entlang der Leitung
voran bewegen? Wie Wellen im Bach. Die mittlere Spannung ist 0, ebenso
der mittlere Strom.
Beide Blindwiderstände verzögern die Wellengeschwindigkeit.
Aus der Kapazität und Induktivität pro Meter können wir den
Wellenwiderstand errechnen.
Was geschieht, wenn wir den Abstand halbieren? Dann reduzieren wir auch
die Kapazität, der Wellenwiderstand sinkt.
Was geschieht, wenn wir den Querschnitt der Leitungen halbieren? Schau
unter Spule und induktivität nach, und Du liest, dann steigt die
Induktivität.
Die Verteilung von Induktivität und Kapazität bewirkt eine Verlangsamung
der Wellenausbreitung.
Wunderschön wäre eine Antenenleitung mit Lichtgeschwindigkeit, dann
könnten wir tolle Antennen bauen.
Was geschieht im Sender, an den die Antennenleitung angeschlossen ist?
Der hat einen eigenen hochfrequenten Innenwiderstand.
Folge: Er gibt Spannung und Strom nicht in beliebigen Verhältnissen ab,
sondern nur im Verhältnis seines Innenwiderstandes.
Die Antennenleitung aber nimmt Hochfrequenzspannung und -strom nur im
Verhältnis ihrer Impedanz an. Den Rest der eingespeisten Energie
reflektiert sie zurück. Das heißt dann "Fehlanpassung" - und wenn der
Sender dagegen nicht geschützt ist, kann er daran zugrunde gehen.
Und nu lies Deine Bücher noch mal.
Ciao
Wolfgang Horn