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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Style Guide für Schaltpläne


Autor: Matthias G. (mgottke)
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Hat jemand schon mal so was wie ein Style Guide für den 
Schaltplanentwurft gesehen? Bisher konnte ich leider nichts dazu finden.

Ich habe das Gefühl, dass da jeder so das macht was er will. Auch bei 
den ganzen Eval-Boards die man kaufen kann, sehen die Schaltpläne von 
sch*** bis brauchbar aus. Bei sehr einfachen Schaltungen die locker auf 
eine DIN A4 Seite passt ist die Lesbarkeit (Übersichtlichkeit) meist 
leicht gegeben. Aber bei sehr komplexen Schaltungen eben nicht mehr.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Matthias G. (mgottke)

>Hat jemand schon mal so was wie ein Style Guide für den
>Schaltplanentwurft gesehen? Bisher konnte ich leider nichts dazu finden.

Mehr oder weniger.

Schaltplan richtig zeichnen

>Ich habe das Gefühl, dass da jeder so das macht was er will.

Nicht ganz. Ein paar wesentlich grundreglen sollte man schon beachten.

MFG
Falk

Autor: MaWin (Gast)
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Möglichst oben positivere Spannungen als unten,
möglichst links die Eingänge und rechts die Ausgänge,
möglichst wenig Leitungskreuzungen (aber nicht auf Kosten übermässiger 
Leitungslänge)
möglichst wenig Leitungsabbiegeungen durch ausreichend weit auseinander 
platzierte und in der gegenseitige Lage zueinander passende 
Bauteilplatzierung,
bei kritischen Schaltungen Leitungen ggf. so führen, wie sie im Layout 
auch liegen sollen, also gemeinsame Sternpunkte oder so,
möglichst sinnvolle Aufteilung falls es grösser als ein Blatt wird damit 
nicht zu viele Leitungen die Blätter kreuzen und man Funktionsblöcke 
wiedererkennt.

Dran denken, daß Chinesen und Araber andersrum schreiben und deswegen 
nicht unbedingt unsere Richtunegn bevorzugen.

Autor: Matthias G. (mgottke)
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Naja, die Ratschläge sind aber noch recht allgemein. Das sind weitgehend 
Selbstverständlichkeiten und bestenfalls ausreichend für den einfachen 
Bastler.

Es bleiben etliche Fragen offen, so z.B.:
- Gestaltung von Top-Sheets
- Nutzung grafischer Elemente zur Darstellung
- Bezeichnungsregeln für Netznamen (insbesondere wenn die Signale duch 
Bauteile getrennt werden)
- Verwendung von textuellen Hinweise z.B. für Layout etc.
- Verwendung von Bussen und "Harness"-Verbindungen (So heißen die 
zumindest im Altiumdesigner)
- Vermeidung von doppelten Netznamen
- Bauteilreferenzen
- ...

Der Schaltplan der zum Artikel "Schaltplan richtig zeichnen" führte ist 
natürlich kein Maßstab. Ich würde behaupten, dass selbst 99% der Bastler 
solche Schaltpläne nicht zeichnen.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Matthias G. (mgottke)

>- Gestaltung von Top-Sheets

Bei größeren Sachen eine Übersicht bzw. Blockschaltbild

>- Nutzung grafischer Elemente zur Darstellung

???

>- Bezeichnungsregeln für Netznamen (insbesondere wenn die Signale duch
>Bauteile getrennt werden)

Logisch und hierarschisch

z.B. MAC_D0..15, MAC_RW, MAC_INT, IO_BUS0..31

>- Verwendung von textuellen Hinweise z.B. für Layout etc.

Halte ich gar nichts von. Vor allem bei größeren Sachen reicht weder der 
Platz noch ist es im Schaltplan sinnvoll platziert.- Sowas kommt bei mir 
in eine extra Textdatei.

>- Vermeidung von doppelten Netznamen

Das wäre ja auch ein Fehler.

>- Bauteilreferenzen

NICHT die dämliche neue DIN, die ist der letzte Unsinn, entworfen von 
Bürokraten fern der Realität.

MfG
Falk

Autor: Matthias G. (mgottke)
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@ Falk

Hast Du schon mal irgendwo was "schriftliches" dazu gesehen. Für die 
ganzen Programmiersprachen findet man ja auch massenhaft dazu im 
Internet. Interessant wäre ja auch eine Erörterung verschiedener Details 
mit Beispielen um die Vor- und Nachteile der jeweiligen Herangehensweise 
zu veranschaulichen.

Gruß Matthias

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Matthias G. (mgottke)

>Hast Du schon mal irgendwo was "schriftliches" dazu gesehen.

Weiß nicht genau.

Autor: spess53 (Gast)
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Hi

>Hast Du schon mal irgendwo was "schriftliches" dazu gesehen.

Ja. In Elektronikzeitschriften/Büchern seit Ende der 60-er Jahre des 
vorigen Jahrtausends. Heutzutage braucht irgendwie jeder ein Tutorial, 
das mit dem Klopapierabreissen anfängt (oder schon davor), und alle 
nachfolgeden Schritte ausführlich dokumentiert.

Da du anscheinend mit Altium Designer arbeiten willst/sollst/must..., 
dann sieh dir mal die Beispiel-Projekte an.

MfG Spess

Autor: Jochen Fe. (jamesy)
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Was mich bei fremden Schaltbildern nervt, ist die ziemlich zufällige 
Beschriftung der Referenznummern und Bauteilwerte am Bauteil, in alle 
Richtungen und überlappend, zu nah am Bauteil. Das geht besser.
Dann sieht man recht schnell, ob der Zeichner die Schaltung verstanden 
hat oder nicht - beides geht, nur die eine sieht so aus, daß man sie in 
kurzer Zeit nachvollziehen kann, und andere Pläne sind elektrisch 
äquivalent, aber komplett kryptisch. Auch ein Ansatzpunkt. Dies gilt 
insbesondere auch für komplexe Digitalschaltungen!
Dann Hierarchie, eventuell mehrere Ebenen anlegen, das erleichtert bei 
großen Projekten die Lesbarkeit.

Autor: Marktlücke! (Gast)
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Na Matthias,

da scheint tatsächlich eine Buch - Marktlücke zu sein:
NEU: "Schaltplanzeichnen unter ästhetischen, ethischen, didaktisch 
ganzheitlichen, globallogischen Aspekten" .

Nein nicht für Vogel-  oder Franzis- , sondern natürlich den Springer 
(Fachbuch-)Verlag geschrieben.
Pulitzer- Preis winkt !

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Was mich bei fremden Schaltbildern nervt, ist die ziemlich zufällige
> Beschriftung der Referenznummern und Bauteilwerte am Bauteil, in alle
> Richtungen und überlappend, zu nah am Bauteil. Das geht besser.

Im Studium wurde uns beigebogen bei den Referenznummer oben links zu 
beginnen, dann nach unten zu gehen, dann weiter von oben etwas weiter 
rechts, dann nach unten und so weiter im Zickzack über das Blatt.
(Haupt-)Signalflussrichtung von links nach rechts, oben Plus unten Minus 
bzw. Masse.
Der funktionsrelevante Teil der Schaltung kommt auf die ersten Blätter, 
Hilfsschaltungen auf die letzten.
Der Wirkschaltplan bzw. Übersichtsschaltplan (vulgo Blockschaltbild) ist 
ein gesondertes Dokument mit eigener Zeichnungsnummer.

Besonders hassenswert sind für mich Stromläufe, bei denen das Bauelement 
irgendwo hingekotzt wurde und an den Anschlüssen nur noch Abbrüche mit 
den Netznamen dranhängen.

Gute Besserung!

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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Noch beschissener ist es, wenn gespart wird und der Stromlauf auf 
Hunderten Einzelblättern in A4 bzw. Postkartengröße geliefert wird.
Ich zeichne alle Stromläufe auf A1 und drucke sie auch so aus (Epson 24 
Nadeln) .

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Bürovorsteher (Gast)

>Ich zeichne alle Stromläufe auf A1 und drucke sie auch so aus (Epson 24
>Nadeln) .

Alle Verallgemeinerungen sind falsch. ;-)

Autor: Matthias G. (mgottke)
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@ Marktlücke (komischer Name ;-)

da ich selbst schon viele Jahre Schaltpläne zeichne, habe ich mir 
natürlich wie alle anderen auch einen gewissen Stil angeeignet. Aber wie 
es eben so ist, haben natürlich nicht alle den gleichen Stil und in 
größeren Projekten müssen oft mehrere an den Schaltplänen arbeiten und 
auch mehrere mit diesen. Und schon fangen die Probleme an. Deshalb z.B. 
auch "wie kann man die Vergabe doppelter Netznamen vermeiden" oder der 
Softwerker moniert die Benamung und Strukturierung an, da diese sich 
nicht sinnvoll in der Software verwenden lässt und sich dadurch der 
Bezug zwischen Hardware und Software nur sehr mühselig für dritte (und 
nach einem Jahr auch für sich selbst) erschließt. Wie sieht es mit der 
Dokumentation der Schaltung aus? Lässt sich z.B. ein Top-Sheet der 
Schaltung gleichzeitig als eine Art Blockschaltbild verwenden?

Es gibt da also viele Bereiche die beachtet werden sollten. Bei einer 
Erstellung eines Style Guides wäre es schön wenn man nicht das Rad neu 
erfinden müsste und ev. auch Dinge mit berücksichtigt die man bis dato 
einfach nicht gesehen hat. Da würde ein Buch oder andere Artikel im Netz 
schon helfen.

... und hast Du das Script zu Deinem Buch schon fertig?

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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@ Falk

> Alle Verallgemeinerungen sind falsch. ;-)

Nö, in dem Falle nicht. Auf meinem CAD-System ist das A1-Blatt mit den 
Markierungen für das richtige Zusammenfalten und meinem Firmenkopf das 
einzige, das ich angelegt habe. Ich wollte weder die bescheuerten 
Ami-Papierformate noch deren bescheuerten Kopffelder mit völlig 
irrelevanten Eintragsfeldern benutzen. Außerdem hängt der genannte 
Drucker mit dem entsprechenden Leporello-Papier ständig an dem 
CAD-Arbeitsplatzrechner.
Seit nun... ogott, 19 Jahren.

Autor: gerd (Gast)
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Für harte Männer:

Tranparentpapier, Tuschstift, Linieal und Rasierklinge.
Layout dann  mit Rubbelsymbolen auf Folie.

Da weiß man bei einer Schaltung über 100 Seiten was man gemacht hat und 
gewöhnt sich automatisch einen guten Stil an! Da brauchs dann auch keine 
Bücher und Tutorial oder Software >1000,-EUR mehr

- gerd

PS: ;-)

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Bürovorsteher schrieb:
> Ich zeichne alle Stromläufe auf A1 und drucke sie auch so aus (Epson 24

Na schönen Dank auch, Du bist wohl der Erfinder der Faltungsvorschrift.

Stehe mal an der Anlage und falte ein A1 auseinander. Da wos schmort, 
steht dann der Lötkolben drunter.

Ne, ne, ich mache alles auf A4, nix mit falten und alles schön handlich.
Man muß natürlich alles schön nach Funktionsgruppen sortieren.
Ich hab Blätter, da sind nur 5 Bauteile drauf. Wenn die eine Einheit 
bilden, ist das o.k..

Schlimm sind Schaltpläne, wo keine Funktionsgruppen erkennbar sind und 
alle Bauteile irgendwo liegen und ein Leitungswust wie ein Spinnennetz.

Bei mir fließt der Strom von oben nach unten und die Signale von links 
nach rechts.
Ein OPV mit Pin 7 unten und Pin 4 oben, kommt mir nicht aufs Blatt.


Peter

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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>  Na schönen Dank auch, Du bist wohl der Erfinder der Faltungsvorschrift.

Nein, das nun gerade nicht, aber ich habe das so übernommen, weil ich 
das Falten von Dokumenten in meiner Jungingenieurszeit lieben gelernt 
habe.
Aber du bringst mich auf einen Gedanken: Pv (Prüfvorschriften) gibt es 
z.B. in meiner Dokumentationsordnung. Über eine Fv und deren Aufnahme in 
die Dok-ordnung werde ich mal nachdenken. :-)

> Stehe mal an der Anlage und falte ein A1 auseinander. Da wos schmort,
> steht dann der Lötkolben drunter.

Tja, das hängt wohl von der Art der Tätigkeit ab - mein Nick drückt es 
aus. Meine Stromläufe bekommt der Kunde in den seltensten Fällen zu 
Gesicht. Gerätefehler könnten in der Anlage ohnehin nicht behoben werden 
und in meinem Büro hängen die Dinger (auseinandergefaltet) mit Magneten 
an der Wand, wenn sie nicht gerade auf einem Monitor zu sehen sind.

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