Hallo,
ich habe hier eine kleine "Bastel-Schaltung" mit einem Atmega88P und
einem FTDI FT232R. Der FT232R läuft im Bus-Powered Modus, der Atmega ist
an ein Labornetzteil angeschlossen. Verbunden sind jeweils nur die
RX->TX und TX->RX Anschlüsse. Senden und Empfangen funktioniert soweit
einwandfrei, steckt man jedoch "im laufenden Betrieb" das USB-Kabel an
den FT kann es scheinbar passieren, dass der Atmega88 am RX-Pin zu viel
Strom zieht. Jedenfalls sind mir schon 2 MCs dabei draufgegangen. Die RX
und TX Pins des Atmega sind danach permanent auf high und der Chip
verbraucht plötzlich 130mA.
Kann man bedenkenlos Schutzwiderstände in die RX und TX-Leitungen
hängen? Wenn ja wie groß sollten die sein bzw. dürften die maximal sein?
@ Peter Irmer (Gast)
>einwandfrei, steckt man jedoch "im laufenden Betrieb" das USB-Kabel an>den FT kann es scheinbar passieren, dass der Atmega88 am RX-Pin zu viel>Strom zieht.
Dann stimmt deine Schaltung nicht.
> Jedenfalls sind mir schon 2 MCs dabei draufgegangen. Die RX>und TX Pins des Atmega sind danach permanent auf high und der Chip>verbraucht plötzlich 130mA.
Klingt schlecht.
>Kann man bedenkenlos Schutzwiderstände in die RX und TX-Leitungen>hängen?
Kann man, ist aber nur das Vertuschen eines Fehlers.
MfG
Falk
>Kann man bedenkenlos Schutzwiderstände in die RX und TX-Leitungen>hängen?
Ausprobieren obs noch funktioniert.
Größe:
R=U/I 1k = 5mA dürften bei 5V fliessen.
AVRuser schrieb:> Die Masse hoffentlich auch ...
Nein, die bislang noch nicht. Das Massepotential des PC/USB-Anschlusses
muss ja nich zwingend gleich der des Gerätes sein. Ich würde den
USB-Anschluss später gerne in einer batteriebetriebenen Schaltung
einsetzen an der nicht immer ein PC hängt.
Wenn ich die Masse nicht verbinde kann ich doch nur 2 Probleme bekommen:
- Eingangspegel am FT232R ist nicht hoch genug wenn dessen
Massepotential wesentlich höher ist als das des AVR. Folge: es kann
keine Verbindung aufgebaut werden
- Ausgangspegel am FT232R ist (aus Sicht des AVR mit dessen
Massepotential) viel zu hoch. Folge: zu Hohe Spannung am Input-Pin und
damit kaputter AVR
Fall #2 lässt sich ja vermindern in dem man den Ausgangspegel auf 3,3V
setzt, dann dürfte der Potentialunterschied Masse AVR und Masse USB ja
schon 3V betragen damit der RX-Pin 6,3V abbekommt.
Oder habe ich da einen Denkfehler drin? Das ganze funktioniert übrigens
mit den 1k-Widerständen sehr gut. Die Schutzwiderstände dürften doch nur
Probleme bei hohen Übertragungsgeschwindigkeiten (wengen parasitärer
Kapazitäten im Widerstand)
Peter Irmer schrieb:> Fall #2 lässt sich ja vermindern in dem man den Ausgangspegel auf 3,3V> setzt, dann dürfte der Potentialunterschied Masse AVR und Masse USB ja> schon 3V betragen damit der RX-Pin 6,3V abbekommt.
Urg? Ich verstehe nichts. Wieso kann der Masseunterschied zwischen den
Schaltungen nicht meinetwegen 230V betragen? Selbst wenn sich da nur
kapazitiv etwas aufgebaut hat?
@ Peter Irmer (Gast)
>> Die Masse hoffentlich auch ...>Nein, die bislang noch nicht. Das Massepotential des PC/USB-Anschlusses>muss ja nich zwingend gleich der des Gerätes sein.
AUA!
Wie kann es eigentlich sein, dass Leute mit recht hochintegrierten ICs
wie dem FT232 arbeiten, aber von den elementarsten Grundlagen keinen
Plan haben?
> Ich würde den>USB-Anschluss später gerne in einer batteriebetriebenen Schaltung>einsetzen an der nicht immer ein PC hängt.
Ohje. Ja und?
Masse ist Masse ist Masse. Die MUSS verbunden sein. Es sei denn, man hat
eine Galvanische Trennung. Hast du aber nicht.
>Wenn ich die Masse nicht verbinde kann ich doch nur 2 Probleme bekommen:
Nö, es gibt nur ein problem. Dein Schaltung holt sich Masse woanders
her, z.B. über den eingesteckten Programieradapter. Und wenn der mal
nicht steckt, über die Pins vom AVR. Das mögen die eher weniger.
>Oder habe ich da einen Denkfehler drin?
JA! Du hast keine Ahung vom elektrischen Grundstromkreis!
MFG
Falk
(Leute gibts)
avion23 schrieb:> Urg? Ich verstehe nichts. Wieso kann der Masseunterschied zwischen den> Schaltungen nicht meinetwegen 230V betragen? Selbst wenn sich da nur> kapazitiv etwas aufgebaut hat?
Korrigiert mich bitte wenn ich das falsch verstanden habe (bin noch
Anfänger auf dem Gebiet)
Die Spannung ist der Potentialunterschied 2er Punkte. Wenn Vcc1 = 6V und
GND1 = 0V herrscht eine Spannung von 6 V. Wenn ich jetzt eine Zweite
Schaltung habe mit Vcc2 = 236V und GND2 = 230V ist der
Spannungsunterschied ebenfalls 6V.
Beziehe ich jetzt aber Vcc1 auf GND2 ist der Spannungsunterschied -224V
oder?
@ Peter Irmer (Gast)
>Korrigiert mich bitte wenn ich das falsch verstanden habe (bin noch>Anfänger auf dem Gebiet)
Dann bau erstmal LED-Blinker.
>Die Spannung ist der Potentialunterschied 2er Punkte.
Ja.
>Wenn Vcc1 = 6V und GND1 = 0V herrscht eine Spannung von 6 V.
Schön.
> Wenn ich jetzt eine Zweite Schaltung habe mit Vcc2 = 236V und GND2 = 230V >ist
der
>Spannungsunterschied ebenfalls 6V.>Beziehe ich jetzt aber Vcc1 auf GND2 ist der Spannungsunterschied -224V>oder?
Nöö, man braucht ja einen GEMEINSAMEN Bezugspunkt. Erst dann kann man
Verschiedene Spannungen in Bezug setzen. Wenn man eine Batterie mit 6V
hat und daneben eine mit 24V steht, haben die NULL Bezug. Probier es
aus. Miss zwischen beiden Batterien, egal wie, es sind immer 0V. Erst
wenn man die beiden Minuspole verbindet, kann man deine obigen Gedanken
ansetzen und Spannungen zwischen den Batterien messen. Oder man schaltet
sie in Reihe, macht dann 30V.
Der Punkt ist, man braucht einen gemeinsamen Bezugspunkt, das ist meist
Masse/GND. Und dort muss alles irgendwie angeschlossen sein, nur einfach
danebenstellen geht nicht.
MFG
Falk
Falk Brunner schrieb:> Der Punkt ist, man braucht einen gemeinsamen Bezugspunkt, das ist meist> Masse/GND. Und dort muss alles irgendwie angeschlossen sein, nur einfach> danebenstellen geht nicht.
Zur Funktionsweise, der AVR gibt einen Pegel von 5V aus, bezogen auf
sein eigenes Nullpotentioal. Der FT232 schaut an seinem Eingang ob 0V
(sein Nullpotential) oder mehr als 1,8V (min. high-Pegel) anliegen. Das
Verbinden der Massen sorgt in diesem Fall ja nur dafür, dass beide ICs
die Signalpegel auf den gleichen Bezugspunkt beziehen können.
Verbinde ich die Massen nicht kann es trotzdem funktionieren, solange
die Massenpotentiale nicht zu weit auseinanderliegen?
@ Peter Irmer (Gast)
>Verbinden der Massen sorgt in diesem Fall ja nur dafür, dass beide ICs>die Signalpegel auf den gleichen Bezugspunkt beziehen können.
Genau!
>Verbinde ich die Massen nicht kann es trotzdem funktionieren,
NEIN! Das ist wie die zwei Batterien, die nebeneinander stehen.
> solange die Massenpotentiale nicht zu weit auseinanderliegen?
Sie liegen MEILENWEIT auseinander, weil der gemeinsame Bezugspunkt
fehlt. Das es manchmal in der Praxis dennoch teilweise funktioniert
liegt an vielen Dingen. Der Strom findet seinen Weg, in diesem Fall aber
den falschen. Meist kommt es zur parasitären Speisung von
ICs/Schaltungsteilen über die Schutzdioden der Eingänge, siehe
Pegelwandler. Das geht ne Weile gut, bis es kracht. Stichwort
Latchup. Dann ist der IC im Eimer. Hast du ja schon bemerkt.
MfG
Falk
Ja, theoretisch.
Praktisch hängt das ab
- von dem Strom, den der AVR/FTDI zieht.
- Induktivität der Verbindung und damit Datenrate, Anstiegszeiten.
- Luftfeuchte.
- Wie lange du damit arbeitest (Kapazität gegen (gemeinsame) Erde).
Und das sind die Sachen, die mir einfallen. Wenn ich etwas gebaut habe
waren die Fälle die ich bedacht habe nur 10% von dem, was tatsächlich
auftritt.
Wie würdest du dich fühlen, wenn du damit arbeitest und nicht genau
weißt, wo der Fehler jetzt liegt? Und wenn 20 solcher Geräte
zusammenarbeiten müssen?