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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Was soll ich weiter machen?


Autor: Thorsten (Gast)
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Hallo!
Ich bin jetzt 24.
habe nach der Schule meine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und 
Systeme gemacht. Danach wurde ich für ein Jahr in der Firma übernommen.
Elektroniker wollte ich schon immer werden.
Ich der Ausbildung habe ich zu 100% Freiheit bekommen.
ich konnte alles bestellen was ich wollte, ich durfte mich mit Allem 
beschäftigen was ich möchte. Der Meister hat mir komplett vertraut.
auch nach der Ausbildung hat sich nichts geändert. 1 Jahr lang war ich 
noch in der Firma, und habe immer aufs Neue meine Mitarbeiter 
begeistert.
Ich war ein Mitarbeiter, der immer Interesse hatte, und Initiative 
gezeigt hat. Ich war auch ehrlich, offen und sehr zuverlässig. Ich 
konnte alles selbst entscheiden wie, wann und wo ich meine Aufgaben 
mache. Der Meister fragte nur: Fertig?! ich: Ja!
Alles Andere wollte mein Vorgesetzter nicht wissen, er hat mit wie sich 
selbst vertraut (so komisch es auch klingt).
Leider konnte ich wegen Platzmangel nicht länger als ein Jahr dort 
bleiben und musste gehen.
Das war meine ERSTE Erfahrung im beruflichen Leben.

Meine Freundin und ich haben uns eine Wohnung gemietet, jetzt wohnen wir 
zusammen.
Ich habe mich dann auf die Arbeitssuche gemacht. Mein Selbstbewusstsein 
war natürlich ganz oben. Ich dachte ich finde sofort eine gute 
Arbeitsstelle.
Habe schon sogar nach einem Vorstellungsgespräch eine Stelle bekommen. 
13,50 euro wollte mir der Arbeitgeber zahlen. Leider war das doch etwas 
weit zu fahren (70km einfache Fahrt). Ich habe das mit meiner Freundin 
abgesprochen und die Stelle doch noch abgesagt. Der Auszug (wegen 70km) 
aus einer frisch und teuer renovierten Wohnung hat uns schon Angst 
gemacht.

Dann war ich noch 4 Monate Arbeitslos, weil ich nichts passendes finden 
konnte.
Der Arbeitsamt wollte mich nicht in Ruhe lassen, und ich habe ein 
Vertrag bei einer Zeitfirma als Elektroinstallatior unterschrieben.
Die haben mich auf eine Baustelle geschickt. Ich konnte vom ersten Tag 
an nicht mit dem Chef da klarkommen. Ich habe mich wie eine Hure 
gefüllt: Geh mal dahin, mach das usw.
Sowas war ich gar nicht gewohnt. Ich wollte weiter mehr oder weniger 
selbstständig arbeiten und selbst entscheiden, ob ich das Kabel mit den 
Seitenschner abisolieren darf oder nicht, usw.
Als die Baustelle fertig geworden ist, war ich nur froh darüber, und 
habe ich der Zeitfirma gesagt, dass ich NIE Elektroinstallatior werde 
wollte, und dass ich es nicht meht weiter machen werde.
Die Zeitfirma war so nett und hatt mich selbst gekündigt.
-> Hallo Arbeitsamt!

Nach einer Woche hat mich eine Andere Zeitfirma angerufen, und mir einen 
Platz als ELEKTRONIKER vorgeschlagen. Ich habe dann die Stelle 
angenommen.

Jetzt sitze ich schon seit paar Wochen in der Werkstatt.
Das ist auf jeden Fall für mich besser als die Baustelle.
Leider ist hier "dumme" Arbeit.
Mehr als "Kannst du mal hier ein Kabel anlöten?!" ist hier nichts los.
Ich kann sehr viel mehr.

Ich mache mit Gedanken, dass es so nicht weiter gehen kann. ich verdiene 
jetzt 10 euro pro Stunde. Die Kohle ist also nicht dick.

Was anderes als Elektronik (oder diese Richting) will und kann ich nicht 
machen. Ich kann mich nicht als Kaufmann, Schweisser oder Pilot 
vorstellen.


Ich weiss also nicht was ich machen soll. Habe hier der Thread über 
Elektrostudium gelesen. So wie ich das verstanden habe, ist das nichts 
für mich.
Lohnt es sich einen Techniker zu machen? Wie viel grösser sind die 
Chancen eine GUTE Arbeitsstelle zu bekommen, als ein Facharbeiter?

Ich wollte auf keinen Fall Mitleid erwecken, habe das nur geschrieben, 
damit das klar ist, was genau passiert.

Danke

Autor: soso (Gast)
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warum ist Studium nichts für dich?

Wenn du wirklich so "frei" arbeiten möchtest, kommt es hauptsächlich auf 
den Arbeitgeber an. Aber du wirst eher als Ing. frei arbeiten können 
denn als Fachkraft oder Techniker. Du bist trotzdem meistens relativ 
gebunden was Arbeit, Zubehör und Zeitbudget angeht.

Autor: Thorsten (Gast)
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Ich habe mit das zur Studium durchlesen
Beitrag "elektrotechnik studium"
Die Perspektive ist eher beschissen :(

Autor: etechniker (Gast)
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Mit der Perspektive kann dir jetzt keiner sagen!

Vor 2 Jahren war alles mies aber im Moment gehts ja wieder richtig 
bergauf!
Was in 3 Jahren (Bachelorstudium) los ist kann leider auch keiner sagen.


Mach doch ein Studium. Oder setz dich mal in Vorlesungen rein zur Probe 
oder sowas ...
Such dir nach dem Studium Arbeit, wenns nicht klappt -> Master

Autor: Dennis (Gast)
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Dort steht aber auch nur die halbe Wahrheit ... :-)

Das sagt ein Ing, der es so ziemlich anders erlebt hat. Wenn du wirklich 
gut bist, dann ist eine gute Stelle zu finden nach wie vor möglich und 
machbar.

Die Geister scheiden sich allerdings an der Frage, was einen guten Ing 
ausmacht. Meiner Meinung nach nicht das, was einem an der Uni / FH 
eingetrichtert wird. Mit dieser Einstellung fahre ich ganz gut und hatte 
bisher keine wirklichen Probleme.

Gruß

Dennis

Autor: Mine Fields (Gast)
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Aber man muss schon ehrlich sein: So viel Freiheiten wie bei deinem 
alten Job wirst du auch als Ingenieur kaum bekommen.

Autor: Thorsten (Gast)
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Was brauche ich eigentlich, um einen Techniker zu machen?
Ich kenne mich da leider gar nicht aus.
geht man da an die Technikerschule, oder wie heisst diese Schule 
richtig?
Kann man das auch nach der Arbeit machen? also abends meine ich.

Autor: Paul (Gast)
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>Was brauche ich eigentlich, um einen Techniker zu machen?

Berufsausbildung und mind. 1 Jahre Berufserfahrung

>geht man da an die Technikerschule, oder wie heisst diese Schule
>richtig?

Ja im Volksmund Technikerschule, richtig Fachschule für Technik oder 
neuerdings auch Akademie (ist aber vom Status eine Fachschule)

>Kann man das auch nach der Arbeit machen? also abends meine ich.

Weiterbildung zum Techniker kann man in Vollzeit machen -> 2 Jahre
oder aber in Abendschulform -> 4 Jahre

Autor: Thorsten (Gast)
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Danke!
ich werde dann überlegen die Technikerschule in Teilzeit zu besuchen.
Ist das dann eigentlich praxisbezogen? Muss ich irgendwie aufpassen, 
dann ich Elektronik mache und nicht Elektrik?
Sorry für die blöden Fragen

Autor: eklige Tunke (Gast)
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Thorsten schrieb:
> ich werde dann überlegen die Technikerschule in Teilzeit zu besuchen.
> Ist das dann eigentlich praxisbezogen? Muss ich irgendwie aufpassen,
> dann ich Elektronik mache und nicht Elektrik?
Du willst ja nicht umziehen, also kommt sowieso nur eine örtliche 
Einrichtung in Frage, nun schau doch einfach auf deren Internetseite und 
informiere dich über die Lerninhalte oder ruf da an und lass dir 
Informationsmaterial zu schicken.

Autor: olibert (Gast)
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Falls du irgendwann einmal plannen solltest ins Ausland zu gehen, wuerde 
ich ein Studium den Vorzug geben. Soweit ich weiss, ist die 
Technikerschule ein
rein deutsches Phänomen und der Abschluss wuerde dir im Ausland nicht 
viel bringen.

Autor: Thorsten (Gast)
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ok, danke erst mal allen.
Gruss

Autor: Franz (Gast)
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Dir ist aber schon klar, daß mit höherer Bildung (Techniker/Ing.) die 
Auswahl an Arbeitsplätzen rapide abnimmt?
Wenn jetzt schon Anpassungsprobleme so stark im Spiel sind, es wird in 
Zukunft nicht besser oder einfacher.
Selbst in F&E ist das kein Zuckerlecken oder Spaziergang mehr.
Unsere Konsum- u. Wirtschaftswelt verlangt nach gnadenloser Leistung.
Als einzig möglicher Weg würde wohl noch der Ausbilder deinen 
Vorstellungen am Nächsten kommen, darüber schon mal nachgedacht?
Oder Entwickler in Elektronik und ähnl. Richtungen.

Autor: Matthias (Gast)
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Ich finde schon wenn man Techniker ist, dass man mehr Freiheiten hat.
Zum Beispiel: wenn du Techniker bist, kannst du leichter einen Endprüfer 
machen, der die Endprüfungstests enwickelt und dazu wenn es sein muss 
kleine Testgerät baut, damit die Funktion von den einzelen Karten/Geräte 
die der Ingieneur entwickelt hat getestet werden können.

Dann hast du etwas kleines, für das du verantwortlich bist.

Gruß

Matthias K.

Autor: Franz (Gast)
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Matthias, liest du auch mal so für dich die Stellenausschreibungen, 
damit du den Bezug der Realität zu deinem Empfinden verstehst?
Solche Tätigkeiten werden schon längere Zeit in vollem Umfang erfahrenen 
Facharbeitern (Elektroniker für dies und das - Geräte und Systeme z.B.) 
zugeschrieben, selbst Meister heißen heute bauleitende Monteure oder 
Vorarbeiter aufm Bau.
Es wird gespart und getrickst wo es geht, die Leute in der Produktion ob 
Instandhaltung oder Montage dürfen sich ganz nebenbei auch noch ums 
Material und Werkzeug kümmern.
Da gab es Füher mal einen festen Posten - Lagerverwalter 
Material/Werkzeug - heute alles passee.
In großen wohlhabenden Firmen funktioniert die alte Theorie so vllt. 
noch, aber schau dir da mal an was du als Techniker da noch ans Bein 
gebunden bekommst, Kunden- und MA-Schulungen, Einweisung und Anbnahmen, 
Hotline und Support - praktisch Mädchen für alles, wenn man den 
Ansprüchen aus den Stellenausschreibungen glauben darf.
Ob dann noch das bischen mehr Geld dafür gerechtfertigt ist?
Hatte selbst mal so einen Stelle, medizin. Gerätebau, mein erster 
direkter Vorgesetzet war E-Techniker, der hat die Abnahmeprüfungen 
(Kontrollen) an den lebenswichtigen (Bluttransfusion) Geräten gemacht. 
Als dann das Tempo dort zu langsam wurde und scih die Gerät stapelten 
wer durfte da mit ran? Nicht daß ich damit ein Problem hatte - von der 
Bewältigung der Abläufe, hat sogar mal richtig Spaß gemacht, seine 
eigenen zusammengebauten Geräte selber endzuprüfen. Viel mir auch viel 
leichter und ging auch ganz flott, bis dann der Hinweis auf die 
Verantwortung kam, mit einem Bein steht man damit im Knast.
Verreckt ein Mensch an der Maschine (Gerät) wg. techn. Problem 
(Elektronik/Mechanik), wer steht dann vor dem Staatsanwalt?
War mir dann ehrlich gesagt zu schlecht bezahlt der Job, gleiche Arbeit 
für gleiches Geld, der Titel E-Techniker kann ja wohl den Unterschied 
nicht machen.
Und Fehler machen bekanntlich alle, nur wirken sich die in den höheren, 
besser bezahlten Regionen extrem krasser aus, als da unten.

Autor: Matthias (Gast)
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@ Franz

Das was ich vorhin geschrieben habe, das war meine Meinung von meinen 
ganz kleinen Suppenteller, wie dies hier auch.

Das ist keine Frage, das jeder Facherbeiter wenn er will und auch ich 
sag mal von der Firma gefördert/gefortert wird, das er die Leistung im 
praktischen Sinne umsetzen kann, nach einer gewissen Anzahl von 
Berufsjahren, wie ein Techniker.

Ich will nächstes Jahr neben meinen Beruf die Technikerweiterbildung in 
Teilzeit machen.
Damit ich meine praktischen Fähigkeiten noch verbessere, diese dann mit 
theoretischen Wissen stützen kann.

Meine Meinung nach um einen guten Posten zu bekommen ist es immer 
stetiges lernen und weiterbilden. Man will ja auch Wissen von was man 
redet, zu mindesten ich :)



Gruß

Matthias K.

Autor: Franz (Gast)
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Matthias K. , das mit der fachl. Weiterbildung ist nur eine von vielen 
Voraussetzungen, damit man seine berufl. Basis verbessert.
I.d.R. wohl auch die wichtigste, aus der Sichtweise von Leistung und 
Wertschöpfung.
Nur interessiert die meisten Chefs u. Personaler eher der persönl. Teil 
deiner Person, vom fachl. Teil gehen die bei allen potentiellen 
Bewerbern gleich aus.
Was dich dann von der Masse abhebt, mußt du für dich dann selbst 
entscheiden.

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