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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Glimmer oder Wärmeleitfolie


Autor: Latex (Gast)
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Hallo!

Mal ganz abgesehen von den Katalogdaten (Wärmeleitfähigkeit): Benutzt 
ihr lieber Glimmer und Wärmeleitpaste oder solche Wärmeleitfolien 
(Kerafol)?

http://tinyurl.com/284ck4x

Ich traue diesen Folien nicht, wenn es darum geht Wärme schnell an den 
Kühlkörper abzugeben (speziell TO3 oder TO247, wo es mal richtig heiß 
werden kann). Was sind eure Erfahrungen/Meinungen?

Autor: oszi40 (Gast)
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Im Endeffekt wird der themische Widerstand

...oder Spannungsfestigkeit ein entscheidender Faktor sein, wobei auch 
die konkrete Beschaffenheit der Kühlfäche (glatt oder krumm) noch bei 
der Montage mitspielt. Ein Versuch macht klug. Auch eine Glimmerscheibe 
kann durch Grat an der Bohrung beschädigt werden.

Autor: holger (Gast)
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>Ich traue diesen Folien nicht, wenn es darum geht Wärme schnell an den
>Kühlkörper abzugeben (speziell TO3 oder TO247, wo es mal richtig heiß
>werden kann). Was sind eure Erfahrungen/Meinungen?

Wärmeleitpaste trocknet mit der Zeit aus. Gerade wenn es heiß wird.
Mit Silikonfolien hab ich eigentlich ganz gute Erfahrungen gemacht.
Der Anpressdruck muss halt stimmen. Bei Transistoren mit 
Einlochbefestigung
kann es Probleme geben. Die heben oft einseitig ab bei Folien. Da hilft
dann ein Alu U-Profil mit Zweilochbefestigung zum anpressen.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  holger (Gast)

>Wärmeleitpaste trocknet mit der Zeit aus. Gerade wenn es heiß wird.

Das halte ich für ein Gerücht.

Autor: mhh (Gast)
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Falk Brunner schrieb:
> Das halte ich für ein Gerücht.

So eine Sorte gab es vor vielen Jahren im Elektronikversand- und 
Einzelhandel. Aber der Vorrat bei den Leuten dürfte inzwischen 
aufgebraucht sein.  :)

Spielt allerdings für die Wärmeübertragung keine große Rolle, da die 
Luft ja verdrängt bleibt.

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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Falk Brunner schrieb:
> @  holger (Gast)
>
>>Wärmeleitpaste trocknet mit der Zeit aus. Gerade wenn es heiß wird.
>
> Das halte ich für ein Gerücht.

Das ist kein Gerücht. Aus langjähriger Erfahrung kann ich das 100-%-ig 
bestätigen: Wo es über längere Zeiträume sehr warm ist, trocknen die 
Pasten durch die Bank weg aus. Egal ob bei Industrie- oder 
Unterhaltungselektronik.

Jörg

Autor: oszi40 (Gast)
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Fakt ist, daß nach Jahren die Paste meist hart ist, wenn man den 
Transistor entfernt. Interessanter wäre: zu wieviel Prozent sich das auf 
den thermischen Widerstand auswirkt im Laufe der Zeit.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@oszi40 (Gast)

>Fakt ist, daß nach Jahren die Paste meist hart ist, wenn man den
>Transistor entfernt.

Mörtel ist auch hart, wenn man ihn aus den Fugen kratzt. Denoch 
funktioniert er sehr gut. Bei Wärmeleitpaste ist es wahrscheilich 
ähnlich. Der cremige Zustand ist nur wichtig für das Auftragen, danach 
verflüchtigen sich die "Weichmacher" sowieso.

MFG
Falk

Autor: Latex (Gast)
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Die ursprüngliche Frage lautet eigentlich, ob ihr der Wärmeleitfolie 
vertraut? Fragen bezüglich der Isolation, Befestigung (Anpressdruck) und 
vertrocknete Wärmeleitpaste sind jetzt nicht relevant bzw. werden als 
optimal vorausgesetzt.

Glaubt ihr, oder habt ihr die Erfahrung gemacht, daß die Wärme über die 
Wärmeleitfolie genau so schnell an den Kühlkörper abgegeben wird, wie 
mit Glimmer und Wärmeleitpaste?

Wärmeleitfolie will man ja deshalb verwenden, weil man die Sauerei sich 
sparen will.

Gruß

Autor: eddi888 (Gast)
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Ich habe mit den Wärmeleitfolien nur gute Erfahrungen gemacht und
bin damit vollauf zufrieden. Die Wärmeleitplaste wird eh viel zu dick 
aufgetragen und ist damit kontraproduktiv. Die Paste soll ja 
Lufteinschlüsse zwischen Halbleiter und Glimmer und Kühler beseitigen. 
Dazu darf man sie aber nur wirklich Hauchdünn auftragen. Was ich da 
schon in z.Zt. auch professionellen Geräten gesehen habe läßt mir die 
Haare zu Berge stehen. Bei Folien hat man solche Probleme nicht.

Autor: Thomas Burkhart (escamoteur)
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Nur zur Info: Dell verwendet Folien zur kontaktierung von CPU und 
Grafikkarte zur Heatpipe in Laptops.

Gruß
Tom

Autor: MaWin (Gast)
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> Die ursprüngliche Frage lautet eigentlich, ob ihr der Wärmeleitfolie
> vertraut?

Vertraust du natürlich gewachsenem Muskovit ?
Welcher dann von Hand zerteilt wird, wobei man glaubt, daß jede 
abgespaltene Lage gleich dick und vor allem fehlerfrei ist ?
Ich weiß noch nicht mal, ob die danach (links Wasser, rechts Wasser, 
Leitfähigkeit prüfen) auf Isolation geprüft werden, ich vermute: Nein.

Sorry, aber Glimmer ist ein Naturmaterial mit den Fehlern der Natur, da 
sind künstlich hergestellte Folien sicherlich zuverlässiger, und 
vermutlich getestet.

> Glaubt ihr, oder habt ihr die Erfahrung gemacht, daß die Wärme über die
> Wärmeleitfolie genau so schnell an den Kühlkörper abgegeben wird, wie
> mit Glimmer und Wärmeleitpaste?

Sicher. Abhängig vom verwendeten Pad:

http://www.freescale.com/files/rf_if/doc/app_note/AN1040.pdf

Autor: Markus F. (5volt) Benutzerseite
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Du kannst doch mal die Wärmewiderstände vergleichen.
Ein großes Problem bei Glimmer ist schon mal, dass man zwei 
Wärmeübergänge hat, die mit Paste "gefüllt" werden müssen. Und übliche 
Wärmeleitpaste leitet gar nicht so gut Wärme (meist ist die 
Wärmeleitfähigkeit bei 0,5...1W/mK).
"Arctic Silver" und andere hochwertige Pasten haben so 6...10W/mK, also 
ca. Faktor 10 besser als Standard-Paste.
Wie groß der messbare Temperatur-Unterschied aber wirklich ist weiß ich 
nicht. Das kann man auch kaum berechnen, denn dafür ich die Schichtdicke 
der Paste entscheidend.

Eine TO247-Glimmerscheibe hat wohl knapp 1,0 K/W Wärmewiderstand. 
Zusammen mit den beiden Wärme-Übergängen (TO247=>Glimmer und 
Glimmer=>Kühlkörper) kommen da schätzungsweise 1,2...1,4K/W zusammen.

Die beste mir bekannte Wärmeleitfolie ist diese hier:
http://www.conrad.de/ce/de/product/189056/
Sie hat 6,5W/mK Wärmeleitfähigkeit. Und wie man daraus den 
Wärmewiderstand berechnet, habe ich in einem anderen Thread schon mal 
geschrieben:
Beitrag "Re: Kühlkörper - Dimmensionierung - Leistung auf 10 Transistoren"
Ich komme da für den TO247 auf 0,22K/W. Also viel weniger als mit 
Glimmer.

Nur für hohe Spannungen halte ich die Folien für ungeeignet: 
Insbesondere bei Hochfrequenz schlagen Isolierfolien schnell durch, 
zudem isoliert die Folie eh nur 1000V DC; bei HF also vermutlich 
deutlich weniger.

Mein Favorit für hohe Spannungen wären Aluminiumoxid-Scheiben:
http://www.conrad.de/ce/de/product/180978/
Isoliert im Prinzip 15kV, aber 15kV wird man wohl kaum über einen TO247 
schicken: Dafür ist allein schon der Abstand der Pins zu gering ;)
Diese Scheibe hat einen Wärmewiderstand von ca. 0,34K/W.

Autor: Latex (Gast)
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Danke für Eure Hinweise! Ich werde einfach mal ein paar Transistoren 
opfern und mit Folie ein paar Tests machen...

Gruß

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