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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Lithium Ionen Akku habe ich alles bedacht?


Autor: Sebastian (Gast)
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Hallo,

Ich baue eine Mobile Schaltung mit einem relativ hohem Strombedarf (und 
sehr wenig platz), es wird ein LED-Treiber. Ich möchte dafür einen 
Lithium Ionen Akku verwenden. ICh habe mich jetzt einige Zeit damit 
auseinander gesetzt.
Könntet ihr mir bitte sagen ob ich eine Schutzschaltung vergessen habe 
die ich noch ergänzen muss?

Ich habe (Verbraucher):
-Unterspannung (bei 2.0V wird der Akku vom Gerät getrennt)
-Überstrom (Konstantstromquelle mit max. 500mA)

Zum Laden verwende ich einen Spannungsregler (eingestellt auf die 4,1V 
ladespannung). Dahinter eine Konstantstromquelle. (etwa 200mA für die 
Akkus).

Geht das so in Ordnung?
Und kennt jemand einen deutschen Distributor der Li_Ionen akkus mit max. 
14mm durchmesser im Angebot hat?
ICh hab in dem Bereich bis jetzt nur einige Ausländische anbieter 
gefunden (die ich lieber meiden würde weil ich nicht will das alles 
explodiert ;) ).
Vielen dank.
mfg. Sebastian

Autor: X- Rocka (x-rocka)
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2V ist doch schon tiefentladen, oder? Leg das mal besser auf mind. 3V.

und einen Linearregler mit 4.1V und dahinter eine JFET Strombegrenzung?
da wird der Akku nie voll, weil du ne menge Spannungsabfall an der 
Strombegrenzung hast.

LiIon Akkus werden erst mit Konstantstrom, dann mit konstanter Spannung 
geladen.

Und am besten läßt man das nen Chip alles machen, zB MAX8606.

Autor: avion23 (Gast)
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>-Unterspannung (bei 2.0V wird der Akku vom Gerät getrennt)
Wie wird er getrennt? Welcher Strom fließt nach dem trennen, und was 
wird weiter versorgt (Spannungsregler, µC, elkos, spannungsteiler)?

Autor: Sebastian (Gast)
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So ich hab mich inzwischen weiter schlau gemacht und bin jetzt auf ganz 
was tolles gestoßen: was ich suche trägt die Kennnummer 14500 und wird 
von verschiedenen herstellern meist mit integrierten Schutzschaltungen 
angeboten. Da ich nur eine Zelle einsetze ist das ganze auch relativ 
ungefährlich.

Ich die Schaltung habe ich noch nicht entwickelt, das ist erstmal nur 
der Anforderungen-KAtalog. Die Trennung bei Unterspannung ist 
vollständig gedacht. (evtl über relais)

Die Ladeschaltung. Ich hatte es auch so verstanden das ich 
beispielsweise erst mit 300mA lade und eine maximale spannung von 4,1V 
habe.
Aber die idee mit dem fertigen IC finde ich super. Dann brauch ich keine 
diskrete/OPV schaltung entwickeln.
HAbe jetzt noch gelesen das das anlegen einer konstanten spannung den 
akku auch weiterhin lädt. Das kann zu ganz bösen unfällen führen:

http://www.messerforum.net/showthread.php?t=86475

Ich lerne daraus:

Bei erreichen der ladeschwelle sofort die verbindung zwischen akku und 
ladegerät unterbrechen. (Schaltungstechnisch)

hochwertige akkus wählen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Ich habe gute Erfahrungen mit MAX1551 als Ladeschaltung gemacht.
Du musst halt nur die Wärme abführen, aber man kann dann bspw. aus
einer Wandwarze mit 5 V laden.

Autor: MaWin (Gast)
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> Ich lerne daraus:
> Bei erreichen der ladeschwelle sofort die verbindung zwischen akku und
> ladegerät unterbrechen. (Schaltungstechnisch)

Der Akku ist zwar übel hochgegangen, aber nicht beim Laden.
Die in den Forum gepostete Meinung

> Einen Lithium Ionen Akku über Nacht im Ladegerät lassen ist ein grober
> Fehler! Niemals nie nicht sowas tun!

ist sachlich unbegründet.

So lange die Ladespannung unter der vom Hersteller angebenen 
Maximalspannung liegt (meist 4.2V), darf man den Akku an der 
Spannungsquelle lassen. Er hat weder im Ladegerät noch bie der späteren 
Verwendung so zu explodieren.

Ob das Ladegerät in Ordnung war, ist natürlich eine andere Frage. 
Allerdings sind die üblichen, auf eBay aus HongKong für ungeschützte 
18500 Zellen verkauften Ladegeräte nicht so schlecht, ein TL431A 
überbimmt die Spannungsüberwachung genau genug.

Angeblich handelt es sich aber auch noch um geschützte Zellen mit 
eigener Elektronik. Vermutlich sind deren Ladegeräte anders.

Wenn man im Web so eine hanebüchenen Unverstand liest:

"I have read that they seem to overcharge unprotected cells more than 
protected."

weiß man, daß manche Idioten Zellen ohne protection in Ladegeräte 
stecken, die auf der Protection bauen, das WF-139 ist explizit nur für 
PROTECTETE LiIon Zellen. Dann muß man sich natürlich nicht wundern.

Autor: Marko B. (glagnar)
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Sorry MaWin, aber was du erzaehlst ist einfach nur gefaehrlich. 
Dauerladung bei Lithium Akkus ist ein ganz grosses no-no! Im besten Fall 
geht der Akku schneller kaputt. Im schlimmsten Fall verliert man ein 
paar Finger. Ich verweise auf meinen Beitrag:

Beitrag "Re: Lipo einfach laden"

"It is important to note that trickle charging is not acceptable for 
lithium batteries. The Li-ion chemistry cannot accept an overcharge 
without causing damage to the cell, possibly plating out lithium metal 
and becoming hazardous."

http://www.powerstream.com/li.htm

"No trickle charge is applied because lithium-ion is unable to absorb 
overcharge. A continuous trickle charge above 4.05V/cell would causes 
plating of metallic lithium that could lead to instabilities and 
compromise safety."

http://www.batteryuniversity.com/partone-12.htm

"The Li-ion battery cannot absorb over-charge. Trickle charge would be 
harmfull."

http://www.st.com/stonline/products/literature/an/7221.pdf

Unter diesem Gesichtspunkt wuerde ich die Maxim-ICs sehr kritisch 
betrachten, denn weder der MAX1811 noch der MAX1551 schalten die 
Ladespannung ab. Eine bessere Alternative waere z.B. der LTC1733.

Autor: MaWin (Gast)
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> Ich verweise auf meinen Beitrag:

Lern Lesen !

Da steht NIRGENDS, daß ein anklemmen eine LiIon Akkus an eine konstante 
Versorgung von 4.2V (ja nach Datenblatt) nicht erlaubt wäre.

Es steht 3 mal nur da, daß ein ÜBERLADEN verboten ist, ein TRICKLE 
CHARGE, also das dauernde weiterfliessen von Strom in den Akku (von z.B. 
C/100).

Ein LiIon Akku, der mit CCCV (constant current wenn leer, constant 
voltage wenn voll) geladen wird, also nicht mehr als 4.2V sieht, wird 
nicht überladen und nimmt, wenn er voll ist, keinen weiteren Ladestrom 
an, wird also auch nicht trickle geladen, und wird nicht geschädigt.

> Unter diesem Gesichtspunkt wuerde ich die Maxim-ICs sehr kritisch
> betrachten

Klar, wenn man auf dem Holzweg ist, kommt einem die ganze Autobahn wie 
Geisterfahrer vor.

Lern Lesen !

Autor: Marko B. (glagnar)
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MaWin, sag mal, trollst Du oder meinst du das ernst was du so schreibst?

Hast du dich ueberhaupt schon mal mit Akkus beschaeftigt? Ist dir nicht 
klar, dass bei Lithium Akkus (so wie bei allen Akkus) auch bei Erreichen 
der Ladeschlussspannung der Strom nicht null wird? So wie ich es im 
verlinkten Beitrag geschrieben habe? Weisst du nicht, dass das die 
Definition von "trickle charge" ist? Was sollte sonst mit "trickle 
charge" gemeint sein?

Du brauchst mir nicht einmal zu glauben, alles was Du benoetigst ist 
eine 4,2V Spannungsquelle, einen Lithium Akku und ein Multimeter.

Autor: MartinK (Gast)
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@ Marko B.
Es gibt zig Millionen Handys und andere Geräte, die Lithium-Ionen-Akkus 
haben. Die kann ich ohne Probleme wochenlang am Ladegerät anschließen, 
ohne dass etwas geschieht.

@ Sebastian
Es gibt keine hochwertigen 14500-Akkus.
Trustfire, Ultrafire etc. sind Chinaware. Keiner weiß, welche Fabriken 
die Akkus produzieren. Ich habe auch noch nie ein Datenblatt gesehen.
Die Kapazitätsangaben der 14500er sind gelogen, statt der aufgedruckten 
900mAh sind max. 700 enthalten.
Ich selbst benutze diese Zellen:
http://www.dealextreme.com/details.dx/sku.26124
Zum Aufladen nehme ich ein uraltes NiCd-Konstantstromladegerät.
Bei Erreichen von etwa 4.25V spricht die interne Schutzschaltung der 
Akkus an und unterbricht die Stromzufuhr. Ich weiß, dass diese Art der 
Akkuaufladung sau dämlich ist, aber sie funktioniert bei mir recht 
zuverlässig, und in dem Raum sind keine brennbaren Materialien, falls 
die Schutzschaltung mal nicht funktionieren sollte.

Autor: MaWin (Gast)
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Marko, du weisst offenbar nicht, daß ein LiIon Akku, der mal auf 4.2V 
aufgeladen wurde, nun auch 4.2V behält, und zwar sehr sehr lange 
(nämlich so lange, bis er durch Stromverbrauch z.B, der protection 
Schaltung, Selbstentladung etc. an Ladung verliert).
Da wäre es witzlos, die Spanungsversorgung auf z.B. 4V zu reduzieren, 
wenn der Akku selbst schon 4.2V liefert, mit denen quasi die eine Region 
des Akkus die andere Region weiter mit eben diesen 4.2V aufladen würde.
Die Klemmenspannung eines auf 4.2V voll aufgeladenen LiIOn Akkus geht 
NICHT auf z.B. 4V zurück, wenn man das Ladegerät abklemmt.
Im Gegensatz zu Bleiakkus, die mit 14.4V über der Gasungsspannung liegen 
und leiden, wenn die dauerhaft daran bleiben und dauerhaft nur 13.8V 
vertragen weil sich sonst der Elektrolyt verduftet, haben LiIon keine 
Gasungsspannung. Man lädt sie auch nicht mit Überspannung /z.B: 4.5V) 
auf damit sie schneller voll werden, denn sie vertragen diese 
Überspannung über 4.2 (siehe Datenblatt) nicht.
Bei LiIon geht die Akkuspannung nicht wie bei NiCd/NiMH relevant zurück, 
wenn man das Laden beendet. Daher sind LiIon auch gut per 
Spannungsanzeige in ihrem Ladezustand voll/leer zu bewerten.
Aber das ist alles zu hoch für dich...

Autor: Überstrom (Gast)
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MaWin hat recht.
Mann muss halt diese Spannung auf 50mV (behauptete ich mal) genau 
einhalten. Wenn die Zelle Laut Hersteller 4.2V Ladeschlussspannung hat 
dann Sollte man das lieber nicht bis 4.25V laden, sonnst kann es zu 
einem Schluss in der Zelle kommen.
Allerdings wird man nie einen Ladestrom von 0A bekommen. Li Zellen 
entladen sich voll aufgeladen relative schnell, was auch das Altern 
beschleunigt.

Wenn man nich die ganze Kapazität voll ausnutzen muss sollte man seine 
Akkus nur bis 90% Laden und auch nicht tiefer als 10% Dann halten die 
Akkus ewig.
Also besser nur bis 4.15V laden, und früh genug trennen. Dann passiert 
es auch nicht das ein leerer Akku sich selbst tief entlädt.

Autor: Sebastian (Gast)
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Ich hab gerade mal auf das Ladegerät von meinem Nokia geschaut... 5V.
Hier wird die ladeelektronik vermutlich im Handy verbaut sein.

Ich stimme eigentlich nach meinem Wissensstand MaWin zu, aber etwas 
weniger spannung wird wohl angebrach sein (zumal ich ja mit 
Messtolleranzen planen muss).

Die Taschenlampe ist zu allamierend als das ich da was schiefgehen 
lassen will. Eine automatische Trennung des akkus kommt auf jedem fall 
mit dran. Schaden wird es nicht.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Sebastian schrieb:
> Ich hab gerade mal auf das Ladegerät von meinem Nokia geschaut... 5V.
> Hier wird die ladeelektronik vermutlich im Handy verbaut sein.

Yep, siehe den genannten MAX1551, der macht genau dieses.  Ja, der
schaltet wirklich dann ab, und man kann sich das auch mit einer LED
anzeigen lassen.

Autor: Stephan M. (nahpets)
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Hallo, mein Name ist Stephan, ich bin Modellflieger und beschäftige mich 
seit über 10 Jahren mit Li-Akkus, also praktisch seit es sie gibt. Ich 
war und bin auch an der Entwicklung von Ladegeräten eines namhaften 
Herstellers beteiligt. Ich habe praktisch alle Arten von Lithium-Akkus 
persönlich verwendet und getestet. Vom 50mAh Mikroakku bis zum 12S4P 
5000mAH Scale Flyer Akku.

Ich muß sagen, Marko B. hat vollkommen recht wenn er sagt, daß 
Lithium-Akkus beschädigt werden, wenn man sie an der Ladespannung läßt. 
Als die ersten Li-Akkus in Modellbaukreisen auftauchten, und alle noch 
ihr Labornetzgerät zum Laden benutzten, weil es noch keine Ladegeräte zu 
kaufen gab, gab es viele "unerklärliche" Ausfälle. Was die Leute gemacht 
haben, weil ein Lithium-Akku mit normalen Ladeverfahren 3 Stunden 
braucht bis er voll ist, war die Akkus über Nacht ans Labornetzgerät zu 
hängen. Manchmal blieben sie auch länger dran. Auch ich habs so gemacht. 
Eines Tages ging mir ein sehr teurer Heli mitten im Flug in Flammen auf. 
Auch mußte ich feststellen, dass die Akkus nach bereits 100 Zyklen nur 
noch einen Bruchteil ihrer Leistung brachten. Bis dahin hatte ich immer 
"vollgeladen". Also Labornetzteil auf 4,1/4,2V, je nach Akkutyp, und 
über Nacht drangelassen. Auf die Spannung hatte ich immer peinlichst 
geachtet, also war klar, daß es andere Gründe geben mußte warum die 
Akkus so schnell kaputtgingen. Danach fing ich mit verschiedenen 
Versuchsreihen an. Niedrigere Ladespannungen, verschiedene Ladeströme, 
verschiedene Abschaltmethoden. Dabei habe ich herausgefunden, daß es die 
Überladung durch dauerndes Anlegen der Ladespannung ist, die 
Lithium-Akkus wirklich killt. Der Innenwiderstand steigt zunächst sehr 
unmerklich. Aber, nach 100 Zyklen ist er bereits auf das Doppelte 
angestiegen. Was aber noch viel schlimmer ist, ist daß der Akku chemisch 
instabil wird. Bei dem erwähnten Heli war es so, daß ich zuerst ganz 
normal flog, und dann beim Vollgasgeben plötzlich der ganze Heli in 
einer Stichflamme auseinanderplatzte. Das passiert, wenn sich im Akku 
metallisches Lithium ansammelt: ab einer bestimmten Stromstärke gibt es 
dann eine Kettenreaktion, die zum Abbrennen des Akkus führt. Bei kleinen 
Stromstärken (Handy) mag das vielleicht nicht passieren (obwohl es ja in 
diesem Bereich auch schon zu Rückrufen wegen brennenden Akkus kam, also 
kann man auch hier Pech haben), aber der Akku geht auf jeden Fall 
schneller kaputt.

Man muß sich wirklich vor Augen führen, daß Lithium-Akkus eine komplett 
andere Technologie sind als alle anderen Akkutypen, da sie einen 
wasserfreien Elektrolyten besitzen und ueberschuessige Energie nicht in 
Wärme umgewandelt wird, sondern in der Ablagerung von metallischem 
Lithium resultiert! Daher, ich kann es nicht oft genug wiederholen, ist 
eine rechtzeitige Abschaltung der Ladespannung das allerwichtigste.

Auch ist es kein Argument, wie Akkus in Konsumartikeln geladen werden. 
Man muß bedenken, daß die allerwenigsten Entwicklungsingenieure Ahnung 
von Akkutechnologie haben. Die halten sich einfach an die Datenblätter 
der Akkuhersteller (die manchmal auch falsche Daten und Anweisungen 
enthalten). Der Akku wird meist nebensächlich behandelt. Daher kommen 
auch die ständigen Rückrufe. Sammelklage gegen Apple wegen iPod-Akkus 
die zu schnell kaputtgehen, explodierende Handy- und Notebookakkus von 
Nokia, Dell, Sony ... und aus meiner Erfahrung wette ich darauf, daß 99% 
dieser Fälle auf eine Überladung durch fehlerhafte Abschaltung der 
Akkuladung zurückzuführen sind. Inzwischen dürften die meisten 
Hersteller es aber geschnallt haben. Ab und zu teste ich die 
Ladeschaltungen in verschiedenen Geräten, und mir ist kein aktueller 
Fall bekannt, wo der Akku nach Ladeende nicht von der Ladeschaltung 
getrennt wird. Alles andere wäre unverantwortlich. Also, ich habe hier 
nichts zu gewinnen, ich will euch nichts verkaufen, aber wenn euch euere 
Gesundheit was wert ist, dann benutzt ein richtiges Ladegerät.

Daß es tatsächlich Laderchips gibt, die keine Endabschaltung haben (die 
erwähnten Maxim-Dinger) ist wirklich ein starkes Stück. Ohne 
Zusatzschaltung sollte man die auf keinen Fall verwenden. Das 
Allermindeste ist eine Abschaltung per Timer.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Stephan M. schrieb:
> Daß es tatsächlich Laderchips gibt, die keine Endabschaltung haben (die
> erwähnten Maxim-Dinger) ist wirklich ein starkes Stück.

Nein, das hast du flahsc verstanden.  Selbstverständlich schalten
diese Teile die Ladung dann ab, wimre dann, wenn der Ladestrom auf
10 % des Anfangsladestroms gesunken ist.

Ab wann darf man sie eigentlich dann wieder laden?

Autor: John Schmitz (student)
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Wie ist es denn zu bewerten, wenn ich den LiIon Akku als Strompuffer 
verwende und ihne konstant auf 3,8 Volt halte - per Konstantspannung ?

Dann erreicht er ja nie seine volle Kapazität und gibt im Wechsel 
permanent Strom ab, bzw. wir wieder bis auf max 3,8 Volt geladen ? Wie 
gesagt, ich brauch seine maxiamle Kapazität nicht.

Danke im voraus.

Autor: John Schmitz (student)
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John Schmitz schrieb:
> Wie ist es denn zu bewerten, wenn ich den LiIon Akku als Strompuffer
> verwende und ihne konstant auf 3,8 Volt halte - per Konstantspannung ?
>
> Dann erreicht er ja nie seine volle Kapazität und gibt im Wechsel
> permanent Strom ab, bzw. wir wieder bis auf max 3,8 Volt geladen ? Wie
> gesagt, ich brauch seine maxiamle Kapazität nicht.
>
> Danke im voraus.

*** HochHol***

Autor: Marko B. (glagnar)
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@Joerg W.

In den Specs des MAX1551 unter "Charge Termination" steht "External 
Control". Der MAX1555 signalisiert am /CHG-Ausgang zwar, wenn der 
Ladestrom auf 1/10 gefallen ist, abschalten muss aber der Anwender. 
Das Datenblatt ist in der Tat etwas zweideutig zum MAX1551. Da der 
MAX1551 und der MAX1555 aber derselbe Chip, nur mit anders 
herausgefuehrten Ausgaengen sind, gehe ich davon aus, dass der MAX1551 
ebenfalls nicht abschaltet.

Im Datenblatt steht unter "MAX1555 Charge Status (CHG)": *Charging does 
not stop when CHG goes high.*

Von Maxim gibt es andere Lade-ICs, die explizit als "Standalone" 
beworben werden und auch eine Endabschaltung beinhalten, z.B. MAX1501 
oder MAX8601.

Allerdings hat LTC IMHO die schoeneren Lader, z.B. LTC4054 oder LTC4062.

Der LTC4054 schaltet z.B. bei 1/10 C ab und startet automatisch einen 
neuen Ladevorgang, sobald die Akkuspannung unter 4,05 Volt faellt, bei 
der typischen Selbstentladung von LiIonen Akkus also nach ca. 3-4 
Wochen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Marko B. schrieb:
> Der MAX1555 signalisiert am /CHG-Ausgang zwar, wenn der
> Ladestrom auf 1/10 gefallen ist, abschalten muss aber der Anwender.

Gut, das hatte ich bislang noch nicht so rausgelesen.  Andererseits
geht die LED ja auch schon bei typisch 50 mA Ladestrom aus, da ist
die Zelle noch nicht "Anschlag" voll.

Für den angedachten Betrieb mit einer "Wandwarze" ist das sicher
kein ernsthaftes Problem, denn dann entfernt man ohnehin die
externe Versorgung wieder, wenn der Akku geladen ist.  Aber ich
werd' mir das im Hinterkopf behalten.

Schade eigentlich, ist ja nicht so, dass eine Abschaltung am
Ladeende wirklich mehr Aufwand gekostet hätte im Chip.

Autor: avion23 (Gast)
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Die Diskussion über Dauerladung von lipo hatten wir schon mal: 
Beitrag "Re: LiPo-Lader: Schaltung parallel zum Akku"

Meiner Meinung nach schadet Dauerladung in vernünftigen Maßen lipo Akkus 
nicht. Ein Abschalten des ICs ist also nicht notwendig, wenn man den 
Akku innerhalb der nächsten Wochen benutzt. Wer sich dafür interessiert 
kann dort gerne nachlesen, inkl. gegenteiliger Meinung.

@Stephan
Danke für deinen Erfahrungsbericht. Der explodierende Heli in der Luft 
ist natürlich krass. Lies auch mal im verlinkten thread, da gibt's ein 
paar paper die sagen, dass Dauerladung lipos nicht bzw. kaum schadet.
Mögliche Erklärungen für die Probleme mit dem Labornetzteil habe ich 
auch:
- über ein paar Stunden geht die Spannung bei mir (ELV) auf > 4,3V hoch
- Auch die Messvorrichtung (nicht Regelung!) hat Temperaturdrift.
- Mein Multimeter (Voltcraft) hat statt 4,2V nur 3,6V angezeigt. Danke 
liebe Schutzschaltung, dass du trotzdem abgeschaltet hast! Und 
Entschuldigung an den Bleiakku :(
Und das sind alles Fälle, die bei mir persönlich aufgetreten sind. Ich 
bin vergleichsweise vorsichtig. Metallisches Lithium entwickelt sich 
m.W.n. nur bei Überladung. Für die defekten Akkus gibt es also eine 
ganze Reihe von Erklärungen. Das peinlich genau auf die Spannung achten 
ist in der Realität unmöglich.

Das Modellbauakkus nach 100 Zyklen nur den doppelten Innenwiderstand 
haben ist ein sehr guter Wert. Und eigentlich wollte ich das 
"Dauerladung schadet lipo" nur nicht so stehen lassen ;) Jetzt kann 
jeder Anwender selbst entscheiden.

Autor: Überstrom (Gast)
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Das große Problem an der Dauerladung ist das der Akku immer 100% voll 
ist. An dieser grenze ist das für den Akku Stress pur, das ist meiner 
Meinung nach auch der Grund warum dann Akkus nicht solange halten.

Autor: MaWin (Gast)
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Arme Batterien, ob aus ZinkKohle, AlkaliMangan oder Lithium. Die kommen 
auch zu 100% voll aus de Produktion und müssen das die ganze Zeit im 
Schiff, im Laden und bei dir Zuhause aushalten, bevor sie das erste mal 
verwendet werden.

Was für ein Stress...

Autor: tui (Gast)
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Nein, kommen Sie zumindest bei Lithium nicht,
sondern nur 2/3 geladen.

Autor: rcc (Gast)
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MaWin schrieb:
> Arme Batterien, ob aus ZinkKohle, AlkaliMangan oder Lithium. Die kommen
> auch zu 100% voll aus de Produktion und müssen das die ganze Zeit im
> Schiff, im Laden und bei dir Zuhause aushalten, bevor sie das erste mal
> verwendet werden.

Auch wenns Leichenfledderei ist...

mal wieder Äpfel mit Birnen vergleichen? Die von Dir genannten 
Primärzellen haben da auch kein Problem weil sie von den Potentialen und 
vom Elektrolyt her das problemlos mitmachen und auch nur einen 
Entladezyklus bei begrenzer Lagerfähigkeit durchleben.
Li-Io-Akkus sind von der Spannungslage her vollgeladen nochmal deutlich 
über üblichen Li-Primärzellen, da wirds langsam problematisch für den 
Elektrolyten. Alles mit einfacher Redox-Chemie berechenbar...

Ansonsten: solange die Zelle unterhalb bzw. auf der Ladeschlussspannung 
von 4,1 oder 4,2V je nach Hersteller bleibt ist das sicherheitsmäßig 
kein Problem. Lebensdauer verringert sich dabei aber. Der Ladestrom geht 
dabei irgendwann auf nahezu 0 und gleicht nur noch die Selbstentladung 
aus.

Autor: Thosch (Gast)
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MaWin schrieb:
> Arme Batterien, ob aus ZinkKohle, AlkaliMangan oder Lithium. Die kommen
> auch zu 100% voll aus de Produktion und müssen das die ganze Zeit im
> Schiff, im Laden und bei dir Zuhause aushalten, bevor sie das erste mal
> verwendet werden.

Primärzellen und Sekundärzellen miteinander zu vergleichen ist jetzt 
aber der sprichwörtliche Vergleich von Äpfeln und Birnen...

Für Sekundärzellen (aka. "Akkus") gilt in der Regel, daß man sie nicht 
vollgeladen lagern sollte, wenn einem an langer Lebensdauer gelegen ist.

Aus diesem Grund lagert die NASA übrigens gerade nicht benötigte 
NiCd-Akkus für Raumsonden nicht nur entladen sondern sogar 
kurzgeschlossen(!) und bei niedrigen Temperaturen:
GUIDELINE NO. 1 - Flight batteries should be maintained in a discharged
and shorted condition and stored at cold temperatures 
Quelle: http://www.nasa.gov/offices/oce/llis/0644.html

Mir ist klar, daß dies bei Lithium-Akkus natürlich keine Möglichkeit 
wäre, aber auch deren Hersteller empfehlen eine Lagerung meist mit nur 
geringer Ladung.

Autor: Thosch (Gast)
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örcks. Da war ich wohl zu langsam...

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Thosch schrieb:
> Für Sekundärzellen (aka. "Akkus") gilt in der Regel, daß man sie nicht
> vollgeladen lagern sollte, wenn einem an langer Lebensdauer gelegen ist.

Hängt alles vom benutzten chemischen System ab.  Bleiakkus finden
es gut, wenn man sie voll lagert und nicht gut, wenn sie entladen
rumliegen.

NiCd darf man ruhig völlig entladen lagern, aber meiner Meinung nach
gilt dies schon für NiMH nicht mehr.

Autor: Bernd K. (bmk)
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Zum ersten mal bin ich dankbar, dass jemand den Thread nach 3 Jahren
aus der Versenkung geholt hat. Dadurch habe ich den Beitrag von
Stephan M. gelesen und mir wurde einiges klar. Ein Auszug:

Stephan M. schrieb:
> ...... Dabei habe ich herausgefunden, daß es die Überladung durch
> dauerndes Anlegen der Ladespannung ist, die Lithium-Akkus wirklich
> killt. Der Innenwiderstand steigt zunächst sehr unmerklich. Aber,
> nach 100 Zyklen ist er bereits auf das Doppelte angestiegen.
> Was aber noch viel schlimmer ist, ist daß der Akku chemisch instabil
> wird. Bei dem erwähnten Heli war es so, daß ich zuerst ganz normal
> flog, und dann beim Vollgasgeben plötzlich der ganze Heli in einer
> Stichflamme auseinanderplatzte. Das passiert, wenn sich im Akku
> metallisches Lithium ansammelt: ab einer bestimmten Stromstärke gibt
> es dann eine Kettenreaktion, die zum Abbrennen des Akkus führt.

Ich muss zugeben, dass ich auch meine LiIon Akkus mit einem Laborgerät
auflade: Spannung eingestellt auf 4,2V (Kontrolliert mit Fluke 189)
Strombegrenzug eingestellt auf 0,5C. Und dann... ja, schon mal über
Nacht geladen und erst am nächsten Tag (oder noch länger) entnommen.
Werde ich nun tunlichst sein lassen.

Was allerdings User 'Überstrom' bemerkte, kann ich nicht bestätigen:
> Li Zellen entladen sich voll aufgeladen relative schnell, was auch
> das Altern beschleunigt.

Ich hatte mir vor 5 Jahren aus der Bucht einige LiIon Zellen besorgt,
Aufdruck 'LG chem' und 'ICR18650A2'. Angegeben mit 2,2Ah. Seinerzeit
gemessen: Volladung auf 4,2V / Entladen bis 3,0V = 2,13...2,17Ah
Also durchaus noch akzeptabel. Anschließend wieder geladen auf 4,2V

Heute habe ich 3 davon, die ich nicht gebraucht habe, mal gemessen.
Die Spannungen liegen bei 4.01V / 4,03V / 4,08 V
Das würde ich mal als sehr geringe Selbstentladung bezeichnen.

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