Löten bei Prototypen

OP #1834263
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Hallo zusammen!

Mir ist bekannt, dass man im Bastler/Hobby-Bereich noch mit bleihaltigem 
Lot arbeiten darf...
Aber wie sieht das aus bei Prototypen?
Darf man bei der Fertigung nur bleifreies Lot verwenden?
Hat jemand anschauliche/aussagekräftige Links dazu parat?

Danke!!
Gast #1834368
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Sinnvollerweise lötet man den Prototypen möglichst mit dem in etwa 
gleichen Lot welches später in der Serie verwendet wird. So sieht man ob 
das Design Probleme hat mit dem Lot (Tumbstones, Whisker etc.). Was 
nicht alle wissen, die Lötpads sind für Blei und Bleifreie Lötungen 
unterschiedlich in der Geometrie.
Gast #1836055
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Hä-jetzt Noch schrieb:
>>Mir ist bekannt, dass man im Bastler/Hobby-Bereich noch mit bleihaltigem
> Lot arbeiten darf...
> Es ist unwahrscheinlich toll, beim Loeten Bleidaempfe ansaugen zu
> duerfen...
Hat 60 Jahre keinen Menschen interessiert und schau sie dir an, die 
sterben einfach nicht sondern liegen uns wie Blei (welch Wortspiel) auf 
der Rentenkasse. ;-)
Mal im Ernst, das bleifreie Zeug ist nur anders ungesund, es ging 
dabei auch nie um den, der lötet, sondern nur um das einfachere 
Recycling.
#1836143
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@  Hä-jetzt Noch (Firma: Oha) (hacky)

>Es ist unwahrscheinlich toll, beim Loeten Bleidaempfe ansaugen zu
>duerfen...

Lötest du noch oder schweißt du schon?

Bei 300°C Löttemperatur verdampft Blei praktisch gar nicht.
Der Siedepunkt liegt bei 1749°C.
Das meiste was man da bei unsachgemäßem Löten einsaugt ist verdampfendes 
Kolophonium. Nicht schön, aber in moderaten Mengen erträglich.

MFG
Falk
Gast #1836270
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Hallo, hallo...

Danke für die ganzen Beiträge!
Leider weiß ich jetzt immer noch nicht, ob bleihaltiges Löten bei 
Prototypen erlaubt ist...
Es erscheint natürlich logisch, dass man für den Prototypen genau 
denselben Lötzinn benutzen sollte, wie für die Serie...
Für den Prototypen würde aber per Hand gelötet werden, sodass man das 
komplette Equipment auf bleifrei umstellen müsste...
Das ist das eigentliche Problem... :/
Persönliche Seite #1836394
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Debora W. schrieb:
> Für den Prototypen würde aber per Hand gelötet werden, sodass man das
> komplette Equipment auf bleifrei umstellen müsste...
> Das ist das eigentliche Problem... :/

Müsste man für Reparaturen an neueren, bereits RoHS konformen Geräten, 
doch sowieso. Wir haben auch komplett umgestellt, im Prinzip ist es doch 
auch mit ein paar Sätzen neuer Spitzen, neuem Lot und Flussmittel sowie 
eventuell noch Lötpaste, die sich ja sowieso nicht so lange hält, getan.
Persönliche Seite #1837063
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Debora W. schrieb:
> Hmm...
> Ja... Das wäre echt eine Überlegung Wert!
> Aber ist es denn nun erlaubt oder verboten bleibehaftet zu Löten bei
> Prototypen?

Die RoHS-Richtlinie sagt ziemlich eindeutig, dass Geräte, die in der EU 
verkauft werden, RoHS konform sein müssen. Werden die Prototypen 
verkauft, fallen sie unter die Richtlinie, bei firmeninternen Prototypen 
ist es jedoch egal. Wie bereits gesagt wurde, würde ich aber auch hier 
auf RoHS konformes Lot und neue Werkzeuge umstellen, alles andere 
liefert zum einen keine reproduzierbaren Ergebnisse und kann eben auch 
zu Fehlern führen, wenn doch mal ein Gerät mit dem falschen Lot gelötet 
wird.
Gast #1846483
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Es geht nicht nur um Verkauf, sondern um "Inverkehrbringung". Schon 
dann, wenn du für ein anderes Unternehmen ein Gerät baust, was kostenlos 
zur Nutzung zur Verfügung gestellt wird, ist das schon Inverkehrbringen.

Praktisch wird das in den meisten Fällen niemanden interessieren.

Andererseits: Vieles wird praktischer, wenn man sich von bleihaltigem 
Lot ganz verabschiedet. Es gibt nur noch wenige Gründe, überhaupt 
bleihaltig zu löten.
Moderator Persönliche Seite #1846649
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Debora W. schrieb:
> Hmm...
> Ja... Das wäre echt eine Überlegung Wert!
> Aber ist es denn nun erlaubt oder verboten bleibehaftet zu Löten bei
> Prototypen?

Was Du im Labor machst, ist Deine Sache - es wird erst interessant, wenn 
Du die Dinger in Verkehr bringst.

Bleifreie Lötungen sind aber bei Handbestückung(?) wirklich kein Problem 
mehr - es gibt mittlerweile sehr gute Lote und passende Flussmittel. Der 
einzige Unterschied ist das matte Aussehen.
Wichtig ist reichlich Flussmittel.

Bei unseren Kunden gab es jedenfalls aufgrund der Bleifreiheit noch 
keinerlei Ausfälle. Auch bei planmäßigem Austausch sind die Lötungen 
unauffällig (also keine "Nadeln" usw.)

Wie gesagt: wir löten per Hand. Wie es in der automatischen Bestückung 
aussieht, weiß ich natürlich nicht.
Vielleicht kann dazu mal jemand etwas ausführlicher Stellung nehmen 
(würde mich auch interessieren).

Alternativ legt man 10kg Backsteine ins Gehäuse ... und schon ist man 
unter 0,1% Gewichtsprozenten Blei :-)

Ein CNC-Zentrum mit 2-3 Tonnen sollte also problemlos verbleit gelötet 
werden dürfen ;-)

Chris D.
Gast #3093223
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Leider funktioniert das mit den Backsteinen nicht. Die RoHS spricht von 
homogenen Werkstoffen, auf die sich die Konzentration bezieht.
Anders ist es bei REACH mit den SVHC. Diese beziehen sich auf die Masse 
des Produkts.
#3093247
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> es gibt mittlerweile sehr gute Lote und passende Flussmittel.

Gibts was davon auch bei Reichelt? Ich hab das Edsyn-Lötzinn von da und 
das ist einfach nur Mist. Das Flussmittel legt sich nach ca. 1s Löten 
als ein unauflösbarer grauer Schleier auf alles in 1mm Umkreis und 
verhindert zuverlässig jede weitere Verlötung.

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