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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Ethernet über Klingeldraht


Autor: Kai (Gast)
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Hallo Ethernetkundige :)

In einem recht neuen Haus, in das ich demnächst einziehen werde, hat der 
Elektriker in weiser Vorraussicht neben den im ganzen Haus verteilten 
Telefondosen auch noch genügend Adern vorgesehen, um Ethernet zu 
verlegen.

Das Problem, das ich jetzt auf mich zukommen sehe, ist, dass zwar 
genügend Adern in jedes Zimmer liegen, die Farbkodierung passt auch, es 
sind aber keine verdrillten Letungen! Die Kabel haben jeweils 10 Adern, 
wobei zwei davon für die Telefonanschlüsse verwendet werden. Die Adern 
sind "einfach so" im Kabel, also nicht verdrillt. Ein Gesamtfolienschirm 
ist aber drumrum.

Die Frage ist jetzt, ob es möglich ist, über unverdrillte Leitungen 
(max. 15m lang) Ethernet zu bekommen. Kommt da dann überhaupt was durch? 
Es muss eigentlich am Ende nur für 3mbit dsl reichen...

Grüße,
Kai

Autor: Lehrmann Michael (ubimbo)
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Hallo,

also ich kann dich nur davor warnen. Das verdrillte gibt dem Ethernet 
erst die dringendst benötigte Störfestigkeit.

Funktionieren wird das ganze mit Sicherheit. Die Frage ist nur bei 
welcher Geschwindigkeit.

Mal so als Beispiel:
Ich hab bei mir selbst Leitungen verlegt:
PC <> 10m Kabel flexibel <> Dose <> 20m Festeinbaukabel <> Dose <> 2m 
Flexkabel <> Switch <> 2,5m Kabel <> DSL Router

Bei diesem Abstand kommt bei Windows beim Einstecken des Kabels nicht 
mehr wie sonst 100MBits/s sondern 45MBits/s. Allerdings ist das alles 
ordentlichst verkabelt und verlegt. Am Switch wenn ich direkt mit 2m 
Kabel einstecke habe ich 100MBits/s.

Ich möchte nicht wissen was passiert wenn man ein ungeschirmtes Kabel 
verwendet. Ich würde die Finger davon lassen aber es wäre auch mal 
interessant was da für Ergebnisse rauskommen.

Ich hab inzwischen bei uns alles auf Lichtwellenleiter umgestellt. 
Einfach nur genial (und leider teuer).

Autor: Ingo W. (Gast)
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Hallo Kai!
Auch im Telefonkabel sind Adernpaare einzeln verseilt. Leider neigen 
Elektriker dazu, beim Absetzen der Kabel dazu, diese Paarverseilung zu 
zerstören. Da Du schreibst, das Kabel hat 10 Drähte, sag ich mal, 5 
Doppeladern. Die erste ist üblicherweise rot/blau und damit 
elektrikertauglich. Die restlichen Adernpaare sind weiß/gelb, weiß/grün, 
weiß/braun und weiß/schwarz. Wenn Du jetzt in der Dose einen Haufen 
weiße Drähte hast, die Du nicht zu den bunten zuorden kannst, schlage 
ich Kapazitätsmessung vor. Die Ader hat zu ihrem Gegenpart eine 
geringfügig höhere Kapazität als zu den Anderen. Wenn dann die Zuordnung 
der Adernpaare sauber geklärt ist, sollten 100MBit über 10-20 Meter 
eigentlich kein Problem sein, habe ich in der Not auch schon erfolgreich 
praktiziert.
mfG ingo

Autor: Werner (Gast)
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Naja, GB-Lan wird wohl nicht klappen ;-)

Ich mache mir da weniger Sorgen, dass Du was davon was am PC merkst 
(kommt aber auch auf die Länge an). Es wird warscheinlich zu einigen 
Fehlern kommen, die natürlich ohne Dein Wissen durchs Protokoll 
ausgefiltert und korrigiert werden. Darunter leidet dann natürlich die 
Geschwindigkeit.
Aber ich denke, dass Du im Telefon nachher definitiv Dein Lan hören 
wirst, wenn dort Analog-Telefone im Einsatz sind.

Es gibt aber auch Adapter um Lan via Telefon und sogar TV-Kabel durchs 
haus zu veteilen.

Werner

Autor: ich (Gast)
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@ Lehrmann Michael

Irgendwas hast du nicht sauber gemacht. Ethernet geht bis zu 100m weit. 
Ich habe bei mir ohne Probleme 100MBit und auch 1GBit mit einem CAT5e 
Kabel (ohne das Ganze all zu sauber verlegt zu haben) 100MBit kann ich 
voll auslasten - Gbit hab ich noch nicht getestet.

Vermutlich hast zwei Adernpaare "vermischt" oder irgendwo ein 
Kabelbruch. Dann treten solche Effekte auf.

Glasfaserfaser im Heimbereich ist meiner Meinung nach Übertrieben und 
bringt außer das du mehr Geld dafür ausgeben kannst nichts.

Autor: Hendrik L. (lbd)
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Habe ich mal auf 2 Meter Länge versucht ... Ergebnis katastrophal- 
allein die Pings haben eine immens hohe Fehlerquote.

Geht so gut wie gar nicht - erzeugt nur Frust. Habe ich ganz schnell 
wieder geändert.

Grüße

Autor: Kai (Gast)
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Ingo Wendler schrieb:
> Auch im Telefonkabel sind Adernpaare einzeln verseilt. Leider neigen
> Elektriker dazu, beim Absetzen der Kabel dazu, diese Paarverseilung zu
> zerstören.

Ja, das hab ich zunächst gehofft. Zur Probe hab ich mal 20cm abisoliert, 
und da war leider nichts verdrillt. Auch die blau/roten Leiter fürs 
Telefon nicht.

Gibt es eine Möglichkeit, rauszufinden, wie gut Ethernet über die 
Leitung läuft, wenn ich da mal probehalber vorne und hinten eine Dose 
anklemm? Also zB rausfinden, warum und wie viele Pakete 
verlorengehen/kaputt sind?

Werner schrieb:
> Aber ich denke, dass Du im Telefon nachher definitiv Dein Lan hören
> wirst, wenn dort Analog-Telefone im Einsatz sind.

Die Telefonadern werden eigentlich nicht verwendet. Nur an einem 
Anschluss, wobei da dann DSL und ISDN drüber läuft. Ich hoffe mal, dass 
das nicht mit dem Ethernet in die Quere kommt.

Autor: Kai (Gast)
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Hendrik Langendonk schrieb:
> Habe ich mal auf 2 Meter Länge versucht ... Ergebnis katastrophal-
> allein die Pings haben eine immens hohe Fehlerquote.
>
> Geht so gut wie gar nicht - erzeugt nur Frust. Habe ich ganz schnell
> wieder geändert.

Das macht mir jetzt aber keinen Mut :( Wär schon wünschenswert, dass 
über die Kabel zumindest ein paar Bits wandern...

Autor: Beck (Gast)
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Wenn du Geld hast, kannste DSL Technik nehmen.
Es gibt für solche Fälle DSL Standleitungsmodems, die machen bis zu 100 
Mbit/s über Telefonleitung

Autor: mhh (Gast)
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Wird nichts werden. 20 Meter Flachbandkabel ergaben in einem Test 13 
Kilobit. Also unbrauchbar.

Autor: Ulrich (Gast)
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DSL und Ethernet werden sich in einem kabel wahrscheinlich schon in die 
Quere kommen.  ISDN sollte relativ unempfindlichs sein und auch nicht so 
stark stören.

Neben dem Problem von Störugen im LAN hat man ggf. auch noch 
Funkströrungen durch Abstrahlungen und ggf. eine Übersprechen auf die 
ISDN Leitungen.

Autor: Jörg S. (joerg-s)
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Ich würde es trotzdem erst mal probieren. Ein Freund von mir hat auch 
mal einige Meter mit Flachband Telefonkabeln überbrückt. Weiss nicht wie 
schnell das noch war, aber funktioniert hat es.
Ich würde die Netzwerkkarte zur Sicherheit aber fest auf 10MBit 
einstellen.

Autor: ... ... ... (Gast)
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Kai schrieb:
> Gibt es eine Möglichkeit, rauszufinden, wie gut Ethernet über die
> Leitung läuft, wenn ich da mal probehalber vorne und hinten eine Dose
> anklemm? Also zB rausfinden, warum und wie viele Pakete
> verlorengehen/kaputt sind?
Warum weißt du schon, nicht gut geeignetes Kabel.
Wie viele müsste mit einem guten (managed) Switch gehen, oder einem 
Netzwerkanalyse-Tool vielleicht... 
http://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerkanalyse_%28In...

Werner schrieb:
> Es gibt aber auch Adapter um Lan via Telefon und sogar TV-Kabel durchs
> haus zu veteilen.
Es gibt auch dLAN oder Powerline Communication (PLC), da gibt es Adapter 
für die Steckdose, neuerdings haben diese Adapter wiederum einen 
Steckdose, somit ist die Steckdose dann noch weiter als Steckdose 
verwendbar.

Autor: Reinhard S. (rezz)
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Ich hab hier Ethernet über ca. 15m Telefonkabel (verdrillt) laufen, was 
zwar geschirmt ist, aber der Schirm ist nirgends aufgelegt. 100 MBit/s 
(mehr macht die Gegenstelle nicht mit) funktionieren problemlos.

Autor: Versuch macht kluch! (Gast)
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Anstatt sich von den Märchenerzählungen der Sofa-Theoretiker hier 
einschüchtern zu lassen, würde ich das einfach in der Praxis testen.

Für viele PC-Netzwerk-Karten und -Treiber sind inzwischen 
Diagnose-Programme verfügbar, die einen ersten Test ohne teures 
Equipment ermöglichen - siehe Screenshots.

Mit zwei PCs und ihren Netzwerkkarten, jeweils am Ende des 
Übertragungsweges, und einem als Paket-Sender und dem anderen als 
Paket-Empfänger konfiguriert, erhält man schnell Ergebnisse und 
Überblick.

Und für die Sofa-Fraktion und langweilige Sonntage noch folgender Tip:

Ein paar hundert Meter Leitung nach eigener Wahl, zwei Netzwerkdosen, 
zwei Patchkabel und zwei PCs genügen, um ganz gemütlich 
Übertragungsqualitäten auszutesten. Angefangen mit der maximalen 
Kabellänge zwischen beiden Dosen, die dann Stück für Stück verkürzt 
wird. Der Unterschied zwischen aufgerolltem oder im Zimmer verteiltem 
Kabel kann natürlich auch erforscht werden. Und nicht vergessen: Schritt 
für Schritt die Übertragungseingenschaften dokumentieren. Viel Spaß!

MfG

Autor: David .. (david1)
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Als der Router bei uns noch im Büro stand lief Ethernet für den rest vom 
Haus auch über ne Telefonleitung, verdillt, hab nur 4 Adren verwendet im 
gleichen Kabel lief noch ein analoges Telefon.

Lief 1-2 Jahre problemlos, mit 100mBit mehr konnt ich nich testen, dann 
haben wir den Router ausem Büro in den Raum verlegt wo der Hausanschluss 
für Telefon usw ist und von dort aus ein richtiges Ethernet Kabel ins 
Büro gelegt und auch sonst alles auf gescheites Netzwrkkabel umgestellt 
weils einfach sauberer is.

Also mein Fazit es geht wunderbar, ich denke das dürfte auch mit einem 
nicht verdrillten Kabel zu erreichen zu sein, ansonsten wenn du das 
Telefon eh nicht brauchst würd ich den Vermieter fragen ob du ein 
richtiges Kabel zusätzlich legen darfst oder einfach machen wenns noch 
genug Platz hat.

Autor: oszi40 (Gast)
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David S. schrieb:
> Fazit es geht wunderbar

Telefonkabel kann behelfsweise funktionieren, muß aber nicht, da wir die 
lokalen Gegebenheiten zu wenig kennen. Solange keine größeren Störfelder 
entstehen oder eingestreut werden wird es einigermaßen funktionieren je 
nach eingesetzten Netzwerkkomponenten. Nur der Versuch macht klug.

Autor: Klaus Wachtler (mfgkw)
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Die Abschirmung (ebenso wie das Verdrillen) hat übrigens zum
Einen die ehrenvolle Aufgabe, Störungen von außen auf die
Daten zu verringern, zum Anderen Abstrahlungen zu verringern.

Selbst wenn man etwas Daten übertragen bekommt, hat man damit
siegreich einen tollen Sender gebaut.

Vergiß das mit dem Murkskabel, nimm was ordentliches oder WLAN
zur Not.
Dann klappts auch mit dem Nachbarn.

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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>... oder WLAN zur Not. Dann klappts auch mit dem Nachbarn.

Zumindest gibt es ja nahezu beliebig viele WLAN Kanaele ...
zuruecklehn

Autor: Peter (Gast)
Datum:

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Weils nicht anders ging:
Router im Keller, Telefonanlage im Keller und keine Netzwerkleitungen 
sonden ganz normale geschirmte Telefonleitungen zu den Zimmern im 
Erdgeschoss und 1. Stock.
Telefon a/b benutzt ein Adernpaar, 2 Adernpaare werden für Ethernet 
100mb benutzt.
In den Telefonen sind keine Störgeräusche zu hören, Ethernet läuft auch 
problemlos. Leitungslänge maximal 20m.
Läuft seit ca. 6 Jahren problemlos.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Reinhard S. schrieb:
> Ich hab hier Ethernet über ca. 15m Telefonkabel (verdrillt) laufen, was
> zwar geschirmt ist, aber der Schirm ist nirgends aufgelegt. 100 MBit/s
> (mehr macht die Gegenstelle nicht mit) funktionieren problemlos.

Der Schirm wird von Ethernet auch gar nicht gefordert. Wichtig ist das 
Verdrillen, aber ein Schirm ist auch für 100 MBit-Ethernet nicht 
erforderlich - UTP steht für "unshielded twisted pair".

Ein Schirm wird erst dann erforderlich, wenn starke Störeinflüsse z.B. 
durch parallelgeführte Netzleitungen, "Starkstromkabel" o.ä. vorhanden 
sind. Aber auch das ist bei wohnungsüblichen Kabellängen, die ja doch 
deutlich unter 100 m liegen, eher unkritisch.

Autor: Klaus Wachtler (mfgkw)
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Aber spätestens bei 1GB geht es nicht mehr ohne, und ich verlege doch
nicht A.D.2010 Kabel, die mit 100MB/s gerade noch gehen (mit
Glück).

Autor: Bernhard B. (schluchti)
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Klaus Wachtler schrieb:
> Aber spätestens bei 1GB geht es nicht mehr ohne, und ich verlege doch
> nicht A.D.2010 Kabel, die mit 100MB/s gerade noch gehen (mit
> Glück).

Verlegen würd ich solche Kabel auch nicht mehr, aber wenn das Kabel 
schon vorhanden ist - warum es nicht gleich nutzen bzw. zumindest mal 
testen ob die gewünschte Datenübertragungsrate erreicht werden kann?

Autor: mkeller (Gast)
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Probier es doch aus! Zumindest 10Mbit sollten gehen. Hatte ich hier mit 
Telefonleitung über 40m problemlos am laufen. Die meisten 
Telefonleitungen schaffen Cat3 und somit 10Mbit. 100Mbit kann gehen muss 
aber nicht. Kommt vor allem darauf an ob du über ein Kabel noch mehr 
hast.
Besonders ISDN strahlt sehr stark durch die hohen Pegel.

Wenn es nur um eine Verbindung geht die dann schneller sein muss, kannst 
du ein VDSL Modem-Paar nehmen. Damit solltest du dann deutlich mehr 
schaffen.
Etwas ältere DSL Modems schaffen aber auch nur 10-20Mbit.

Mit diesem hier
http://www.amazon.de/Zyxel-Prestige-Modem-extern-1...
habe ich die 15Mbit über 50m Klingeldraht geschafft...
Die neueren arbeiten aber alle mit VDSL und damit >100Mbit

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Kai schrieb:
> Hallo Ethernetkundige :)
>
> In einem recht neuen Haus, in das ich demnächst einziehen werde, hat der
> Elektriker in weiser Vorraussicht neben den im ganzen Haus verteilten
> Telefondosen auch noch genügend Adern vorgesehen, um Ethernet zu
> verlegen.
>
> Das Problem, das ich jetzt auf mich zukommen sehe, ist, dass zwar
> genügend Adern in jedes Zimmer liegen, die Farbkodierung passt auch, es
> sind aber keine verdrillten Letungen! Die Kabel haben jeweils 10 Adern,
> wobei zwei davon für die Telefonanschlüsse verwendet werden. Die Adern
> sind "einfach so" im Kabel, also nicht verdrillt. Ein Gesamtfolienschirm
> ist aber drumrum.


Die Adern sind aber paarig, und für die 2 Paare die Du benötigst und 15 
m Länge: Überhaupt kein Problem  bis 20 MBit/s mit Deinem Kabel.

Autor: neanderthaler (Gast)
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In der Nachbarhöhle musste ich auch mal 10m Klingelleitung ins Netzwerk 
einstricken.
Dabei brach die Datenrate zunächst auf unbrauchbare Werte ein. Manuelles 
Einstellen der Netzwerkkarte auf 10MBit war fruchtlos.
Abhilfe brachte ein zwischengesetzter alter 10MBit-Hub aus der 
Restekiste, läuft jetzt seit einigen Jahren sauber (und lahm, logisch, 
aber fürs Internetz reichts).

--
Jörn

Autor: Uwe ... (uwegw)
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Ich musste auch schon mal zwei Ethernetleitungen über ca. 10m 
Telefonkabel (war ursprünglich für ISDN vorgesehen, also immerhin 
verseilte Aderpaare) verdrahten. Dahinter dann noch mal 6m CAT5. Damit 
die Verbindung zuverlässig lief, musste ich die Netzwerkkarten auf 
10Mbit begrenzen. Damit läuft es nun aber problemlos.

Autor: Steinzeit-Optimist (Gast)
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Uwe ... schrieb:
> Damit läuft es nun aber problemlos.

Spätestens wenn einer dann Datenmengen wie Filme mit 10Mbit versucht zu 
bewegen wird er den Unterschied zu Gigabit deutlich merken.

Dann besteht die Gelegenheit mit viel Schmutz die Wand aufzuschlitzen 
und richtige Kabel zu verlegen.

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Andrew Taylor schrieb:

> Überhaupt kein Problem  bis 20 MBit/s mit Deinem Kabel.

Kann je nach Netzwerkkarte und/oder Switch/Hub funktionieren oder auch 
nicht. Tendenz eher nicht. Und wenn das Netz funktioniert, hat man (bei 
diesem Kabeltyp) immer noch eine ganz ordentliche Abstrahlung, die bspw. 
parallel laufende Telefonleitungen bis zur Unbrauchbarkeit stören kann.

Leider haben 9 von 10 Elektrikern nicht die allergeringste Ahnung von 
Netzwerktechnik, deshalb werden immer wieder ungeeignete Kabel verlegt. 
Aber ein ITler braucht schwachsinnigerweise 'nen Meisterbrief, um das 
offiziell machen zu dürfen...

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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Was übrigends ganz schlecht gehen dürfte, ist, ein CAT5 Kabel mit einem 
Telephonkabel hintereinanderzuschalten. An der Schnittstellle dürfte es 
heftige Relexionen geben. Dann schon lieber das Telefonkabel durchgehend 
verwenden.

Gruss
Axel

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Axel Laufenberg schrieb:
> Was übrigends ganz schlecht gehen dürfte, ist, ein CAT5 Kabel mit einem
>
> Telephonkabel hintereinanderzuschalten. An der Schnittstellle dürfte es
>
> heftige Relexionen geben.


Nö, das klappt gut und problemlos. Deine Bedenken sind unbegründet,  bis 
20MBit/s muß man sich dazu keinen Kopf machen.

Autor: frank (Gast)
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Steinzeit-Optimist schrieb:
> Spätestens wenn einer dann Datenmengen wie Filme mit 10Mbit versucht zu
> bewegen wird er den Unterschied zu Gigabit deutlich merken.

Dazu der Threadstarter:
Kai schrieb:
> Es muss eigentlich am Ende nur für 3mbit dsl reichen...

Kopfschüttelnd...
frank

Autor: oszi40 (Gast)
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frank schrieb:
>> Es muss eigentlich am Ende nur für 3mbit dsl reichen...

Mit der Zeit wachsen die Ansprüche.
Für Windows reichen heute auch 640k ???

Kopschüttel oder Fugenfräse ?

Autor: frank (Gast)
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Die Fugenfräse kann man ja immer noch rausholen, wenn DSL schneller als 
der Durchsatz auf dem vorhanden Kabel geworden ist (oder man anderweitig 
mehr Power braucht). Evtl. ist man dann auch schon wieder ausgezogen ;-)
frank

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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War Telefonkabel nicht CAT3?
Naja, 10MBit wurden seinerzeit erfolgreich über CAT3 gejagt. 100MBit 
brauchen schon besseres, aber bei 15m dürfte sich das relativieren. Die 
Übertragung ist doch sehr robust.
Versuch macht kluch.
Ach ja, die Impedanz ist fast bei jedem TP um die 100...120Ohm.

Autor: Peter (Gast)
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Ähhhh, habt ihr meine Antwort nicht gelesen?
Es funktioniert problemlos bei ca. 20m mit 100mb

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Michael X. schrieb:
> War Telefonkabel nicht CAT3?

Nicht jedes. In älteren Installationen finden sich manchmal noch 
unverdrillte Kabel. Und damit stehen die Chancen dann schlecht.

Autor: Johnny B. (johnnyb)
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ich schrieb:
> Ethernet geht bis zu 100m weit.

In der Theorie mag das korrekt sein. Aus eigener Erfahrung und späteren 
Nachfrage beim Spezialisten kann ich jedoch sagen, dass mit normalen 
Netzwerkkarten und Switches für den Heimanwender nach ca. 80m bereits 
nur noch 10Mbit/s gehen, wenn überhaupt. Und das war mit einem 
ordentlich verlegten Cat.5e Kabel.
Anfangs war es genau 100m, da ging überhaupt nichts. Habe dann das Kabel 
nach 80m getrennt und einen Switch dazwischen gehängt, dann ging 
10Mbit/s. Es war dann zwar langsam, reichte für die Anwendung jedoch aus 
und ich ärgerte mich, dass 100Mbit/s nicht möglich waren...

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> hat der Elektriker in weiser Vorraussicht

so weise war der dann doch nicht, irgendwelche alte Klingel-Strippen zu 
nehmen.

Hat sich das bei den Elektrikern noch nicht rumgesprochen, daß 
Klingeldraht nicht mehr "in" ist? Diesen Elektriker würde ich nackt zum 
Nordpol jagen! Selbst wenn der Meter 1 EUR mehr gekostet hätte an 
Material, ist der dadurch entstandene "Schaden" bzw. "Minder-Nutzen" um 
ein vielfaches höher ....

Autor: Binsenweisheit (Gast)
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Johnny B. schrieb:
> Anfangs war es genau 100m, da ging überhaupt nichts. Habe dann das Kabel
> nach 80m getrennt

Da sind mindestens 2 Fehler drin
-die 100m gelten über ALLES auch mit allen Patchkabeln (wg. Laufzeit)
-evtl. sind Paare falsch beschaltet?
-Störeinflüsse?
-Masseprobleme?
-Laufzeitprobleme/Reflexionen durch Kabelübergänge?

Es reicht nicht wenn ein "Elektriker" Strippen zieht. Manchmal muß man 
auch messen und Radien einhalten...
http://www.netzmafia.de/skripten/netze/

Autor: Kai (Gast)
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Erstmal vielen Dank für die rege Erfahrungsweitergabe :)

Ich hab heute mal an beide Enden der längsten Strecke Dosen getüddelt 
und einfach mal ausprobiert.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es doch verdrillte Adernpaare sind, aber 
deutlich "weniger", als bei normalen Ethernet-Kabeln. Eine Umdrehung ist 
da auf über 30cm. Darum ist mir das auch nach 10cm abisolieren am Anfang 
nicht aufgefallen.

Von Laptop zu Laptop liefen problemlos 30+ MB/s ohne Packetverluste, 
also scheint sogar GBit zu tun. Das Fax hat leider auf dem mitgeführten 
Telefondraht einen aussichtslosen Kampf geführt und hat die Grätsche 
gemacht. Da insgesamt noch 2 Adernpaare pro Leitung übrig sind, wird 
wohl ISDN nebenher laufen. ISDN lief bei mir bisher IMMER, egal bei was 
für einer Leitung, solang 4 Drähte drin waren.

Zum Elektriker:
Den hab ich heute auch getroffen. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, 
dass er sehr wohl Ahnung von Datenkommunikation hat, und dass die 
12-Adrigen Telefonkabel wohl standardmäßig verwendet werden, auch wenn 
man nur 2 Adern braucht. Ethernet war da wohl nie vorgesehen. Er konnte 
auch nicht so ganz glauben, dass da überhaupt Ethernet drüber 
funktioniert :D

Hoffe mal, dass ISDN das Ethernet dann nicht stört und alles klappt :)

Grüße,
Kai

Autor: faustian (Gast)
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"Die Abschirmung (ebenso wie das Verdrillen) hat übrigens zum
Einen die ehrenvolle Aufgabe, Störungen von außen auf die
Daten zu verringern, zum Anderen Abstrahlungen zu verringern."

Die Verdrillung beeinflusst aber auch den Wellenwiderstand des Kabels.

Autor: RainerK (Gast)
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faustian schrieb:
> Die Verdrillung beeinflusst aber auch den Wellenwiderstand des Kabels.

Die üblichen Verdrillungen erhöhen nur geringfügig die Länge (2-5%).
Das heisst, R, L u. C und damit die Dämpfung werden entsprechend 
grösser.
Der Wellenwiderstand wird nur vom Verhältnis der Parameter zueinander 
bestimmt, ist also von der Länge unabhängig.
Um ihn spürbar zu verändern, müsste das Leiterpaar so stark verdrillt 
werden, dass sich die Geometrie der beiden Leitern zueinander deutlich 
ändern.
Das würde aber erst bei sehr starken, völlig praxisfernen Verdrillungen 
wirksam, wenn der "Steigungswinkel der Schraube" irreal flach wird.

Es grüßt RainerK

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