Moin!
Die meisten (USB-) Oszilloskope bewegen sich im Bereich von einigen 10 -
100 MHz. Gibt es eigentlich langsame (sagen wir 10 bis 100 KILOHertz,
nicht MHz) USB-Oszilloskope mit 2 oder 4 Kanälen mit entsprechender PC
Software fertig zu kaufen?
In Anbetracht dessen, dass es Mikrokontroller gibt, die 13x 12-bit AD
Wandler mit 500 ksps haben und 3 Euro kosten, müsste so etwas doch
grundsätzlich machbar sein, oder?
http://www.microchip.com/wwwproducts/Devices.aspx?...
http://www.microchipdirect.com/ProductSearch.aspx?...
Hintergrund dabei ist, dass ich häufiger zur Fehlerdiagnose an bis zu
sieben Kilovolt messen muss. Durch die schlechte Zugänglichkeit der
zudem bewegten Messpunkte und räumliche Enge in Industriemaschinen sind
die Messpunkte sehr schlecht erreichbar. Zudem muss ich an meine eigene
Sicherheit denken. Infolge fällt die Masseleitung während des Messens
manchmal ab. Außerdem gibt es durch notwendig vorzunehmende Änderungen
zum Anbringen der Messleitungen bisweilen Überschläge. Als Folge all
dieser Widrigkeiten stirbt da bisweilen ein Ossi, was mir jedesmal einen
bösen Brief vom Boss beschert. Darum suche ich nach einer langsamem aber
dafür billigen Lösung.
Kennt jemand solche Produkte?
Hallo Heiter,
im Prinzip schon.
http://yveslebrac.blogspot.com/2008/10/cheapest-dual-trace-scope-in-galaxy.html
Aber wenn Du ein 100kHz-Rechtecksignal als solches auch sehen willst,
musst Du schon mal 1MHz abbilden koennen.
Alles ist eine Frage von Angebot und Nachfrage.
Ueberleg mal, wieviele User mit einem Oszilloskop fuer Netzfrequenz ;-)
zufrieden sind......
Wenn dann dochmal ein Quarzoszillator geprueft werden soll, stehst Du
damit dumm da.
Klar ist es eiune Kostenfrage, aber soooo schlimm ja auch nicht mehr.
Ich habe hier ein USB-DSO bis 10MHz, ein "grosses" DSO bis 200MHz fuer
500 EUR und ein "gutes" bis 500MHz.
Das USB-DSO benutze ich eigentlich nur fuer Audio, das 500MHz Teil
haette ich mir nie selber gekauft (Office) aber 200MHz sollte schon
sein, wenn man mit uControllern arbeitet (und genau darum geht es ja in
diesem Forum)
Gruss
Michael
Gruss
Michael
Heiter schrieb:> im Prinzip schon.> http://yveslebrac.blogspot.com/2008/10/cheapest-du...
Danke :-) Fehlt jetzt nur noch eine Oszilloskop Software für den PC.
> Aber wenn Du ein 100kHz-Rechtecksignal als solches auch sehen willst,> musst Du schon mal 1MHz abbilden koennen.
Ist schon klar, der Faktor 10 ist schon eingerechnet. Die zu
beobachtenden Vorgänge sind langsam genug.
> Alles ist eine Frage von Angebot und Nachfrage.> Ueberleg mal, wieviele User mit einem Oszilloskop fuer Netzfrequenz ;-)> zufrieden sind......> Wenn dann dochmal ein Quarzoszillator geprueft werden soll, stehst Du> damit dumm da.
Es existiert ja ein besseres Oszilloskop für 400 Euro(, was laut unserem
Boss eigentlich schon zu teuer ist). Bloß möchte ich das nicht mehr für
diesen zerstörungsgeneigten Job benutzen und für diesen ein billiges
zweites vorhalten.
Michael Roek-ramirez schrieb:>> Als Folge all dieser Widrigkeiten stirbt da bisweilen ein Ossi>> Das ist furchtbar und nicht hinnehmbar!
Da bist Du mit meinem Boss einer Meinung.
Darum hat er mir in einem zweiseitigen Brief vorgehalten, wie sehr die
Ausgaben für die zerstörten Ossis die Firma belasten und ich daher ein
schlechtes Beispiel für die Kollegen darstelle. Er hat gnädigerweise
letztmalig ein neues Oszilloskop genehmigt mit der Maßgabe, dass ich das
Problem zu lösen hätte. Ansonsten müsse er meine Kompetenz anzweifeln.
Aus der Vergangenheit weiß die Belegschaft, dass im Klartext in Zukunft
ein anderer Mechatroniker-Facharbeiter an meiner Stelle die Probleme in
der Fabrik zu lösen hätte, wenn das nicht gelingt.
<Ironie> Unser Boss ist sehr besorgt darum, dass sich seine Mitarbeiter
in der Freizeit zu Tode langweilen könnten und weiß dem mit
entsprechender Beschäftigungstherapie vorzubeugen, wie dieser Fall
zeigt. Damit der Mitarbeiter zum Kostenbewusssein erzogen wird, darf er
die Suche nach einer Lösung auch aus seinem Privatsäckel finanzieren.
</Ironie>
Irgendwie funktioniert das "Markierten Text zitieren" nicht richtig. Es
wird zwar auf die richtigen zitierten Artikel verlinkt, aber die
falschen Autoren genannt.
Petrischale schrieb:> Vielleicht hilft dir auch schon ein LWL-Tastkopf weiter, z.B.:>> Beitrag "LWL-Messadapter für Oszi -> Strom 0-20mA auf Diode aufprägen">> Ob es soetwas fertig zu kaufen gibt, weiß ich leider nicht.
Danke für den Hinweis. Grundsätzlich hätte ich dieses Teil mit
Bordmitteln leicht herstellen können und der Kauf einer fertigen Lösung
wäre von daher nicht notwendig. Allerdings geht es bei mir darum, den
tatsächlichen Spannungsverlauf zu beobachten. Ich muss also die
tatsächliche Augenblicksspannung ablesen können. Von daher schließt sich
diese Lösung leider aus, da sie den Gleichspannungsanteil durch den
Längskondensator eleminiert.
Vielleicht tuts auch einfach ein AD-Wandler mit SPDIF-Ausgang und eine
Soundkarte mit optischem Digitaleingang? Soundkarten-Oszisoftware sollte
es genügend geben.
Hallo zusammen,
vielleicht hab ich ja was falsch verstanden, aber wenn durch die hohe
Spannung ab und an mal ein Oszi stirbt, dann dürfte es bei einer
USB-Lösung doch wohl den angeschlossenen PC auch beschädigen.
Der Gesamtschaden könnte dann in der gleichen Region wie bei einem Oszi
liegen und du hast gar nichts gewonnen.
Die billigen USB-Teile sind idR nicht galvanisch vom PC getrennt, von
einer Trennung, die 7kV aushält mal ganz zu schweigen. Die guten
USB-Dinger mit Trennung kosten dann gleich wieder richtig viel Geld.
Schau dir mal bei Reichelt den Artikel SCOPE HPS10 an. Das ist das
billigste/langsamste dort gelistete Handheld-Gerät. Du kannst damit also
messen ohne einen angeschlossenen PC zu gefährden.
Ob man das Teil aber noch anfassen kann wenn 7kV an der Messspitze
anliegen?
Ein anderer Vorschlag wäre Selbstbau mit einem der von dir zu Anfang
erwähnten Microcontroller und einer Bluetooth-Übertragung zum PC. Du
brauchst dazu ein Bluetooth-Modul mit möglichst flottem SPP-Profil.
Trotzdem wird dir die serielle Übertragung noch vor dem AD-Wandler die
Bandbreite limitieren.
Mit welcher Schadenssumme kann denn dein Chef noch leben falls mal
wieder was abraucht?
mfg
Harri
Harri schrieb:> vielleicht hab ich ja was falsch verstanden, aber wenn durch die hohe> Spannung ab und an mal ein Oszi stirbt, dann dürfte es bei einer> USB-Lösung doch wohl den angeschlossenen PC auch beschädigen.> Der Gesamtschaden könnte dann in der gleichen Region wie bei einem Oszi> liegen und du hast gar nichts gewonnen.
Ich dachte zur PC Anbindung an einen Bluetooth USB Hub. Wahrscheinlich
werden später auch die Wireless USB Hubs billiger, die es bei Aldi
kürzlich für 50 Euro gab. Möglicherweise werden die am Ende auch als
USB-Sticks mit B-Stecker angeboten.
>Schau dir mal bei Reichelt den Artikel SCOPE HPS10 an. Das ist das>billigste/langsamste dort gelistete Handheld-Gerät.
Ich bin inzwischen für 20 Euro fündig geworden:
http://cgi.ebay.de/2-Kanal-USB-Speicher-Oszilloskop-digital-PC-NEU-/250694155368?pt=Mess_Pr%C3%BCftechnik&hash=item3a5e893c68> Mit welcher Schadenssumme kann denn dein Chef noch leben falls mal> wieder was abraucht?
Zur Beantwortung dieser Frage muss ich weiter ausholen.
Der Boss versteht überhaupt nicht, was ich hier mache. Der Maschinen
habe ich von vorgefundenen 1,6 kV in mehreren Stufen auf 7 kV
aufgebohrt, weil immer anspruchsvollere Produkte darauf gefertigt werden
sollten. Was ich genau tue, um die angeordneten Produkte fertigen zu
können, kann hier im Detail niemand nachvollziehen. Ich bin der Einzige
mit eingehenden Elektronik Kenntnissen.
Den Boss selbst kenne ich nur von Weitem, wenn er mal auf Kurzbesuch am
Standort war. Es ist hier schwierig, etwas zu bestellen, was nicht
direkt zur Produktion notwendig ist. Ich bin der Erste, der überhaupt
ein Oszilloskop bestellt hat. Selbst wegen einem billigen Multimeter
gibt es schon Theater beim Betriebsleiter, während das
Verbrauchsmaterial in die Million geht. Und der muss muss mich
bezüglich des Vorgang mit den Ossis wohl an den Boss gemeldet haben. Und
dem wiederum ist es sch...egal, wie das Problem gelöst wird und wer das
tut. Der will nur neue Produkte sehen. Und der Betriebsleiter hat dafür
zu sorgen, dass es diese gibt. Der ist Kaufmann, soweit ich weiß. Wenn
es Probleme gibt, versucht dieser offensichtlich, den Unmut des Bosses
darüber auf andere zu lenken, um sich reinzuwaschen. Dass es einen
Vorgang "Aufrüstung auf 7 kV" gibt und dass dieser messtechnisch und von
der Durchführung immer schwieriger beherrschbar ist, weiß der Boss wohl
nicht und interessiert ihn auch nicht.
Also kann man nicht von einer für ihn akzeptablen Schadenssumme reden.
Das Problem muss lediglich irgendwie so gelöst werden, dass es ihm nicht
auffällt. Zum Beispiel, die Beschaffung im Rahmen der laufenden Ersatz
Bauteile untergeht. Es könnte auch beispielsweise so gelöst werden, dass
ich angesichts der 7kV weniger vorsichtig vorgehe und die Klemmen
beherzter am bewegten Objekt anbringe, so dass sie nicht abfallen. Die
gekapselte Kammer, die das Bedienpersonal vor Gefahren schützt, macht
für mich wegen der Enge die Diagnose schwerer und gefährlicher. Da
Fehler nur bei laufenden Maschinen auftreten, sind diese auch nur so zu
messen. Einige elektrische Schläge pro Jahr sind da kaum zu vermeiden
und bei Fertigungselelektronikern nicht unbekannt. Aber 7 kV tun richtig
weh. Da erscheint mir die Billig Ossi Methode deutlich gesünder.
Mußt Du bei den 7Kv feststellen, ob sie vorhanden sind oder mußt Du die
Kurvenform feststellen?
Im ersten Fall wäre es vielleicht angebracht, mit einer relativ
einfachen Meßschaltung mit Spannungsteiler und LED deren Vorhandensein
festzustellen.
Im zweiten Fall könntest Du (wenn es immer die selben Prüfpunkte und
nicht all zu viele davon sind) diese mit Leitungen an einen Punkt
führen, der leicht zu erreichen ist. Das sollte die Gefahr mindern,
einen falschen Messpunkt zu erwischen oder sogar einen Stromschlag zu
bekommen.
Und wenn es zu viele Stromunfälle gibt (die hoffentlich gemeldet
werden???) wird die Berufsgenossenschaft mit Sicherheit einschreiten und
die Maschinen mal genauer unter die lupe nehmen.
Denn anhand Deiner Beschreibung kommt es mir so vor als würde das Thema
Arbeitssicherheit bei Euch viel zu klein geschrieben.
Dein beschriebenes Problem sollte nicht mit anderen Meßmethoden gelöst
werden sondern konstruktiv an den Maschinen.
Frank
Rüste wieder ab auf die originalen 1,6kV. Dann wird es ein Projekt für
die Aufrüstung geben, incl. Budget und Kostenstelle. Dann versteht auch
der Kaufmann, dass die ganze Aktion nicht so einfach ist und dabei auch
laufende Kosten anfallen. Oszilloskope werden dann eben zum
Verbrauchsmaterial gerechnet. Gehe das ganze nicht lösungsorientiert an,
sondern kaufmännisch/politisch - dein "Gegner" arbeitet auch so.
Dein ebay-Artikel hat nur 8kHz Abtastrate. Da kannst du ja fast schon
ein normales Multimeter nehmen :-)
Nochmal zum Verständnis: die Oszis gehen kaputt falls die Masseleitung
zum Messobjekt abfällt? Wie sehen dann die Potentiale aus?
So ein Oszi ist ja normalerweise geerdet, am Eingang liegen also 7kV
gegen Erde an. Aber wie macht eine nicht abgefallene Klemme diese
Situation für das Oszi verträglicher?
Was für ein Tastkopf ist denn davor?
mfg
Harri
Heiter schrieb:> Der Boss versteht überhaupt nicht, was ich hier mache. Der Maschinen> habe ich von vorgefundenen 1,6 kV in mehreren Stufen auf 7 kV> aufgebohrt, weil immer anspruchsvollere Produkte darauf gefertigt werden> sollten.
Was sollen das bitteschön für "Maschinen" sein??
Frank B. schrieb:> Mußt Du bei den 7Kv feststellen, ob sie vorhanden sind oder mußt Du die> Kurvenform feststellen?
Kurvenform, sonst würde auch ein Multimeter oder gar eine ungefährliche
Funkenprüfung reichen.
> Im ersten Fall wäre es vielleicht angebracht, mit einer relativ> einfachen Meßschaltung mit Spannungsteiler und LED deren Vorhandensein> festzustellen.> Im zweiten Fall könntest Du (wenn es immer die selben Prüfpunkte und> nicht all zu viele davon sind) diese mit Leitungen an einen Punkt> führen, der leicht zu erreichen ist. Das sollte die Gefahr mindern,> einen falschen Messpunkt zu erwischen oder sogar einen Stromschlag zu> bekommen.
Die Hochspannungsquelle wird mitbewegt, damit die Hochspannungsleitung
nicht mehr bewegt werden muss und zuvor trotz aufwendiger
Lösungsversuche wegen der widrigen Umstände zuvor immer abriß. Somit
würde auch eine rausführende Leitung immer wieder abreißen. Die näheren
Umstände sind zu komplex, als dass ich sie hier angemessen beschreiben
könnte.
> Und wenn es zu viele Stromunfälle gibt (die hoffentlich gemeldet> werden???) wird die Berufsgenossenschaft mit Sicherheit einschreiten und> die Maschinen mal genauer unter die lupe nehmen.> Denn anhand Deiner Beschreibung kommt es mir so vor als würde das Thema> Arbeitssicherheit bei Euch viel zu klein geschrieben.
Die Sicherheit wird eigentlich für das Bedienpersonal groß geschrieben.
Nur im Störungsfall bedingt genau diese Sicherheit die Unsicherheit für
den Reparierenden, da alles verriegelt und verrammelt ist und man
nirgendwo drankommt. Man muss zig Sicherungen überbrücken, damit die
Maschine nach dem Abbau der Sicherungsvorrichtungen weiterläuft. Da die
Maschine im Regelfall abgedeckt ist, wird es in der Maschine immer
gefährlicher. Zum Beispiel wird von Pneumatik auf Motorantrieb
umgestellt, was zwar schneller läuft aber einem Gliedmaß keine Chance
mehr lässt. Und man muss dann als Einziger Obbacht geben, dass man nicht
in die bewegte Mechanik gerät. Da existieren wunderbare VDE
Vorschriften, dass bei Arbeiten an einer Maschine der Hauptschalter
auszuschalten und mit Schloss gesichert werden muss. So lernte ich es
schon in der Berufsschule. Aber eine ausgeschaltete Maschine lässt sich
genau so wenig debuggen, wie eine ausgeschalteter Microcontroller. Die
Vorschriften sind für den A....
Außerdem wird man vom Bedienpersonal und deren Vorgesetzten gehetzt, da
ihre Sollstückzahl den Bach runtergeht. Dieselben Probleme haben
diejenigen, die mich auf dem Handy anrufen, warum ich nicht bei Ihnen
auftauche, um dort die Störungen zu beheben. Was man auch tut ... man
muss sich dauernd rechtfertigen und macht sich überall unbeliebt, weil
man für die langen Stillstandszeiten verantwortlich gemacht wird. Und
dann wird man eben unkonzentriert, rutscht (insbesondere an den schlecht
erreichbaren und bewegten Messpunkten) ab und bekommt eben einen
Stromschlag. Aber den bemerkt bei dem Lärmteppich natürlich niemand.
Statt Hilfe bekommt man dann mitunter unmittelbar nach dem Stromschlag
noch den nächsten Anschiss, warum es nicht weitergeht. Man gehört eben
nicht zur Abteilung, ist daher ein Fremdkörper, meine Anwesenheit
assoziiert mit Stillstand der Maschine und daher ist es mit der
Solidarität nicht weit her.
Das kann man keinem Betriebsrat vermitteln, zu deren Abteilung ich zudem
nicht gehöre und sich daher keiner für mich zuständig fühlt. Und auch
die Berufsgenossenschaft hält sich offenbar aus diesen Nichtregelfällen
raus. Der Sonderfall läßt sich womöglich schlecht in deren Regeln
pressen und bedeutet daher nur Unannehmlichkeiten für dn Prüfer. Mich
hat jedenfalls noch nie jemand von denen angesprochen, obwohl sie gemäß
den Kollegen öfter mal vorbeischauen und den Arbeitsschutz immer als
vorbildlich ansehen. Und was meinst Du, was passiert, wenn ich als
Einziger den makellosen Ruf beschmutzen würde?
> Dein beschriebenes Problem sollte nicht mit anderen Meßmethoden gelöst> werden sondern konstruktiv an den Maschinen.
Das Problem betrifft im Grunde jede Fertigungsmaschine und nicht nur die
ursprünglich hier genannte. Alle Maschinen wurden und werden regelmässig
abgenommen und die Sicherheit als vorbildlich beschrieben. Der Service
Sonderfall ist IMHO im Regelwerk nicht konsistent gelöst. Da zumindest
einige dieser Maschinen auch an andere Fabriken verkauft werden, scheint
es auch dort keine Mangelrügen zu geben.
Harri schrieb:> Rüste wieder ab auf die originalen 1,6kV.
Na klar. Ich unterbreche eine 6/24 Fertigungslinie, an der 35
Arbeitsplätze hängen. Da gäbe es nicht nur den Betriebsleiter, der mich
daran hindert. Ich hätte so ziemlich bei jedem in der Firma verschissen
und könnte dann nur noch freiwillig das Weite suchen. Schon die Leute,
die unmittelbar an der Maschine arbeiten, werden ohne erkennbare Störung
oder einer glaubhaften Lüge von mir die Maschine nur äußerst widerwillig
herunterfahren. Die stehen selbst unter Zeitdruck, ihr Soll zu erfüllen.
Selbst wenn ich es wollte, kann man den Ausbau physisch nur zu Zweit
bewerkstelligen. da zuvor Versperrendes zu entfernen ist. Zudem sind die
alten Geräte schon anderweitig verbaut.
> Dann wird es ein Projekt für> die Aufrüstung geben, incl. Budget und Kostenstelle. Dann versteht auch> der Kaufmann, dass die ganze Aktion nicht so einfach ist und dabei auch> laufende Kosten anfallen.> Oszilloskope werden dann eben zum> Verbrauchsmaterial gerechnet.
Das liegt wohl nicht in meiner Hand, sondern in der des Betriebsleiters.
Und der wird sie auf den Mechatroniker buchen und somit diesen (mich)
dafür verantwortlich machen.
Gehe das ganze nicht lösungsorientiert an,
> sondern kaufmännisch/politisch - dein "Gegner" arbeitet auch so.
Der "Gegner" würde mich schneller Hartz4 fressen lassen, als ich gucken
könnte.
> Dein ebay-Artikel hat nur 8kHz Abtastrate. Da kannst du ja fast schon> ein normales Multimeter nehmen :-)
8 kHz reicht für diesen Fall. Durch Erfahrung kann ich in vielen aber
nicht in allen Fällen relativ zielsicher durch Abweichung von einem
Normverlauf auf ansonsten nicht unmittelbar wahrnehmbare Veränderungen
im Prozess schließen.
> Nochmal zum Verständnis: die Oszis gehen kaputt falls die Masseleitung> zum Messobjekt abfällt? Wie sehen dann die Potentiale aus?> So ein Oszi ist ja normalerweise geerdet, am Eingang liegen also 7kV> gegen Erde an. Aber wie macht eine nicht abgefallene Klemme diese> Situation für das Oszi verträglicher?
Wenn ich das wüsste. Ich stehe mit Reparaturen so unter Zeitdruck, dass
ich keine Sekunde Zeit für Anderes habe, sofern mir keine Überstunden
dafür genehmigt werden. Und das wird das nicht geschehen, da es momentan
nichts Neues zu bauen gibt. Freiwillig länger bleiben geht auch nicht,
weil dann blöde Fragen nach dem Warum und Wieso im Vorzimmer des
Betriebsleiters für den Torpassierschein beantwortet werden müssen und
dann dieser vermutlich gefragt und gestört werden muss = unnötige
Minuspunkte.
> Was für ein Tastkopf ist denn davor?
Ein normaler Hochspannungstastkopf passt wegen der Enge nicht. Daher
habe ich selbst einen Spannungsteiler in einen dickwandigen flexiblen
Pneumatikschlauch gebaut. 5 x (1 MOhm/3kV) in Reihe und Fußwiderstand
(mit ein paar pF drüber) auf 1:1000 mit Festwiderständen (inkl Ossi
Innenwiderstand) getrimmt. Auf Koppelkondensatoren kann wegen der
Langsamkeit des Signals verzichtet und somit eine kapazitive Kopplung
der Hochspannung und damit Gefährdung auf den Ossieingang vermieden
werden. Wenn die Masseklemme abfällt, bleibt der Fusswiderstand
erhalten. Theoretisch dürften maximal 7 Volt am Ossi anliegen. Der Ossi
geht ja auch nicht jedesmal vor die Hunde, nur manchmal. An einem
anderen Arbeitsplatz habe ich den ansonsten selben Spannungsteiler auf
2,56 Volt geteilt und auf den Analogeingang eines Microcontrollers
gegeben. Das funktioniert anstandslos seit etwa einem Jahr.
Gruß
Heiter
Rechne mal damit, dass Sie Dich früher oder später am Arsch kriegen.
Also
a) Bewerbungen schreiben, neuen Job suchen
b) Vorhandenes Material sammeln (Bestellungen, böse Briefe vom Chef,
Informationen über den Umbau, Gefahren, usw.). Alles was es auf Papier
gibt und Dir helfen kann. Alles, bei dem die Firma schlecht aussieht und
aus dem man einen Verstoß gegen irgendeine Regelung konstruieren kann.
Auch Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen, Abrechnungstricks der Firma,
Geschummel bei der Abfallbeseitigung, usw.
c) Wenn irgendwas noch nicht dokumentiert ist, unauffällig Material
erstellen (Hinweise auf Gefahren in irgendwelche Schreiben und
Wartungsunterlagen einflechten. Bedenken über Standfestigkeit der
Maschine, mangelnde persönliche Schutzausrüstung usw. dokumentieren).
Und zwar so dokumentieren, dass die Papiere nicht einfach verschwinden
können. Private Kopien sind eventuell heikel (Firmengeheimnisse), aber
...
d) Sich schon mal auf den Gang zum Arbeitsgericht vorbereiten, um die
Abfindung und (ganz wichtig!) das Arbeitszeugnis zu verbessern.
Vielleicht schon jetzt mit einem Anwalt reden, aber sich nicht unbedingt
vom Anwalt zu irgendwelchen Taten (anwaltliches Schreiben oder Klage)
überreden lassen.
Um das Oszilloskop würde ich mich nicht kümmern. Das zögert das Elend
nur hinaus-
moin moin,
nachdem das mit dem Arbeitgeber jetzt geklärt ist ;-)
vielleicht noch mal zum Problem...
"Messen im Servicefall an laufenden Maschinen"
Die UVV dürfen natürlich nicht umgangen werden, so dass in der Maschine
immer eine "entsprechende Service-Schnittstelle" eingebaut werden muss!
OKOK, das das erhöht natürlich die Kosten der Maschine
ABER dein Service-Einsatz wird verkürzt!
Letzteres ist das Hauptargument, was deinem Betriebsleiter hoffentlich
auch überzeugt. (Wenn ihm dein Überleben schon nicht intererssiert .-)
Wenn ich dem Text folge, hast du doch schon eine sehr preiswerte
Schaltung aufgebaut, die du vermutlich für ~20-50€/Stück CE-konform
bestücken lassen kannst. Das Ding "einfach" bei deinen 7kV-Erzeugern
fest mit einbauen und die Leitung entweder immer mit über die
Kabeltrasse einziehen (oder nur im Servicefall, je nachdem, was es wann
kosten soll.)
Als Alternative zum Arbeitgeberwechsel:
Als "Einäugiger" kann man vielleicht ja auch folgendes Versuchen (ich
hatte damit meistens Erfolg):
Wenn ihr (unfertige) Maschinen erstellt, müsst (!) ihr die Risikoanalyse
erstellen, ansonsten dürft ihr innerhalb der EU nicht vertreiben.
Die Einbauerklärung bei Anlagen gemäß MRL
erforderliche Risikoanalyse
darf für nicht nur für
den "normalen Betrieb" erstellt werden,
sondern muss für ALLE Betriebszustände erfolgen.
(D. h. auch Service (!):-)
Also: lieber mal 'ne Schnittstelle einbauen, da ansonsten ein "Risiko"
besteht, dass nur konstruktiv (also durch die Schnittstelle) behoben
werden kann...
Gruß
> Bewerbungen schreiben, neuen Job suchen
Diese Option fällt wohl aus. Offenbar liest niemand mehr weiter, wenn
schon das Geburtsdatum verrät, dass man stramm auf die 50 zugeht.
hiwi schrieb:
[...]
Wenn ihr (unfertige) Maschinen erstellt, müsst (!) ihr die Risikoanalyse
erstellen, ansonsten dürft ihr innerhalb der EU nicht vertreiben.
Die Einbauerklärung bei Anlagen gemäß MRL
erforderliche Risikoanalyse
darf für nicht nur für
den "normalen Betrieb" erstellt werden,
sondern muss für ALLE Betriebszustände erfolgen.
(D. h. auch Service (!):-)
Das ist jetzt was falsch rübergekommen. Nicht wir, sondern die
Hersteller der Maschinen verkaufen die auch an Andere. Hier wird
höchstens die ein oder andere Modifikation vorgenommen. Es steht hier
auch nicht nur die beschriebene Maschine, sondern auch viele andere und
verschiedene.
> Also: lieber mal 'ne Schnittstelle einbauen, da ansonsten ein "Risiko"> besteht, dass nur konstruktiv (also durch die Schnittstelle) behoben> werden kann...
Und wie soll ich eine Schnittstelle in von Anderen konstruierte
hochkomplexe Maschinen einbauen? Ganz abgesehen davon, dass man mich das
nicht ließe?
Im Grunde wird bei fast keiner Maschine jeder Servicefall eingerechnet.
Und das nicht nur bei uns. Um jetzt eine hier nicht beschreibbare
Komplexität zu umgehen, denke man zum Beispiel an eine CNC Dreh-
Fräsmaschine von der Stange, die nur dann startet, wenn der Bediener
eine Haube drüberrollt. Die Herstellerfirma sitzt in China. Sagen wir,
Du bekämst vom Bediener die Aussage, dass sehr selten z.b. bei etwa
einem von 1000 Werkstücken an einer Stelle trotz Werkzeugtausch eine
unzulässige Riefe auftritt. Er kann Durch reines Beobachten den Fehler
nicht ausmachen, weil es viel zu schnell geht und zu selten passiert. Es
ist schlichtweg unmöglich, jeden möglichen Fehler schon bei der
Konstruktion zu berücksichtigen. Wie will der Konstrukteur einen Fehler
dieser Art berücksichtigen? Es bleibt einem also gar nichts Anderes
übrig, als die Haube zu öffnen, um zu identifizieren, woran es liegt.
Und da der Fehler nur bei laufender Maschine auftritt, muss sie auch
laufen.
In einem anderen Fall sagt man Dir, der Bediener einer beliebigen
Maschine habe während der Nachtschicht "eine gewischt bekommen". War das
jetzt nur eine statische Aufladung des Pullovers oder ein Anstoßen des
Ellebogens mit dem Auslösen des "Stolperreflexes" oder ein
ernstzunehmender Fehler? Wo genau ist das geschehen und in welchem
Zusammenhang? Die diffuse Fehlerbeschreibung lässt Dich eine
ausgefallene Schutzvorrichtung in Betracht ziehen. Dann bist Du trotz
möglicherweise ausgefallener Sicherheitsvorrichtung gezwungen, den
Vorgang nachzuvollziehen, um überhaupt eine präzise Fehlerbeschreibung
abgeben zu können.
Ich habe hier einmal einfach verständliche Fälle dargelegt. Es gibt
viele weitere komplexere, die nicht in Kürze zu beschreiben sind. Wie
soll der Konstrukteur einer Maschine solche Fälle abfangen?
Das von mir beschriebene Problem des Service an Industriemaschinen ist
ein Grundsätzliches, das in vielen Firmen mit komplexen Maschinen
auftritt, da bei der Abnahme durch die Berufsgenossenschaft oder wen
auch immer von einer funktionierenden Maschine ausgegangen wird. Niemand
kann bei der Konstruktion einer Maschine alle Servicefälle in Betracht
ziehen, wie z.B. das Unvermögen eines Bedieners, "eine gewischt zu
bekommen" ausreichend genau zu spezifizieren.
Niemand - auch nicht der Konstrukteur oder die Berufsgenossenschaft oder
ein administrativer Funktionsträger beim Anwender - ist in der Lage oder
hat die Lust dazu, das komplexe Ineinandergreifen von Technik, Mensch
und Organisation zu erfassen und ohne Glaskugel vorherzusehen. Dies
trifft insbesondere auf solche Maschinen zu, die einen sehr speziellen
Zweck erfüllen und nur in geringer Stückzahl - mitunter auch nur von
einem einzigen Hersteller weltweit - gefertigt werden oder auf spezielle
Bestellung entwickelt wurden.
Auch Der Berufsgenossenschaftler kann einen Prozess nicht überblicken,
der nur die langjährige und kollektive Gesamterfahrung vieler Personen
beherrschbar ist. Daher weiss er auch nicht, was alles schiefgehen kann.
Wenn es also niemand überblicken kann, gibt es eigentlich auch niemand,
der wirklich in der Lage ist, eine EU-Vertriebsapprobation zu erteilen.
Diese kann also erst dann entzogen werden, falls das Kind in den Brunnen
gefallen ist. Und ich bin mal so frech, zu behaupten, dass dies für jede
noch so sorgfältig konstruierte Maschine passieren kann. Auch der
Straßenverkehr geht nicht ohne Tote ab. Mit diesem Problem steht der
Service Techniker allein - und das nicht nur in unserer Firma. Die damit
einhergehenden und mit zunehmender Komplexität und steigender
Geschwindigkeit unüberblickbaren und daher zunehmenden Gefahren sind
offensichtlich Berufsrisiko.
Gruß
Heiter
Das ist ja eine traurige Situation.
Schon mal an Trenntrafo gedacht.?.
Wie kann eine Firma ueberlen in der Stumme,Blinde und
Hoerbeschaedigte Wesen arbeiten...nicht zusammenarbeiten.?
Gibt es denn keine einzige vernuenftige Person bei euch mit der du reden
kannst.?. So etwas truebes im HochtechnologieLand D.!.
Vielleicht kannst du aber auch Fehler bei DIR finden.
Maerthyrer spielen...oh was fuer eine edle Aufgabe !
Arbeit kann Spass machen.....sooo nicht !
Hallo Heiter,
ich habe selber konstruiert und war somit "gezwungen", mir über die HMIs
und Fehlbedienungen Gedanken zu machen. Ich kann nur sagen: Der
Entwickler muss sich die Zeit nehmen, dies zu tun. Für die Risikoanalyse
sollten aus unterschiedlichen Abteilungen Personen hinzugezogen werden
(auch aus dem Service). Und da du offensichtlich schon viel gesehen
hast, wirst du viel zu berichten haben...
Wenn die Arbeitgeber den ersten Verstümmelten/Toten Maschinenbediener zu
beklagen hat, kann es passieren, das "ALLE" Maschinen
geprüft/stillgelegt werden. Das ist mit Sicherheit nicht erfreulich und
hat nur noch wenig mit "Lust zum Erarbeiten von möglichen Fehlern" zu
tun.
Wie auch immer: Entweder du möchtest etwas Ändern, oder du suchst
jemanden zum Zuhören. Letzteres ist nichts Verwerfliches und wenn es dir
hilft, so ist hier auch ein guter (anonymer) Ort!
-Gewischt kommt man nur einen, wenn Potentialausgleich/Erdung nicht ganz
Stimmig ist. Das sollte sich eigentlich Finden lassen, die Messgeräte
muss dein Chef jedoch schon kaufen ;-)
- Dein CNC-Beispiel ist da schon interessanter...
Ich hatte mal einen Plattenaufteilsäge in Dänemark, die spielte
"zwischendurch immer mal wieder verrückt". Nach einer Woche hatte ich
so'ne Art Bitfilter vor alle Eingangsabfragen programmiert und konnte
dadurch ein Ventil ausfindig machen. Es saß mitten in der Maschine in
Nähe des Vorritzers und hatte keine Freilaufdiode...
Hätte ich mir die Mühe gemacht / die Zeit genommen,
die Filter VORHER einzubauen, wäre uns das sehr viel billiger gekommen!
Wie auch immer, wenn du etwas ändern möchtest, versuch es mal über die
Maschinenrichtlinie. Davor haben die meisten Vorgesetzten Respekt...
Ansonsten kauf ein paar billige Oszis und bleib in Zukunft weit genug
weg von den 7 kV :-)
Gruß.