Hallo Zusammen,
entweder versteh ich das Datenblat nicht oder der IRF7401 kann
tatsaechlich 8.7A schalten... Irgendwie scheint mir das zuviel zu sein
in Anbetracht dessen, dass das ding nur 2x5mm gross ist.
Ich habe einen in meine Schaltung eingebaut und der soll auch "nur" 4A
schalten aber ich trau mich nicht es auszuprobieren :)
Es steht im Datenblatt:
Power dissipation of greater than 0.8W is possible in a typical PCB
mount application.
Hängt also von dir ab ob die Beine genügend Wärme ableiten können.
Naja die 8,7A sind auch bei TA = 25°C...
bei einer verlustleistung von etwa 0,4W bei 4A dürfte das eigentlich
kein Problem sein... Einschalten, und die erste zeit mal mit dem Finger
Temperaturkontrolle machen, aber müsste gehen..
4.5V Gatespannung, bei 4,1A -> RDS(on) = 0.022R
4²A² * 0.022R = 0.35W Verlustleistung
Thermal Resistance beträgt 50K/W (Fußnote 4 beachten. Ein Footprint ist
leider nicht angegeben).
Das bedeutet Pi*Daumen ca 20K Erwärmung gegenüber der Außenluft.
Angenommen die wird nicht umgewälzt sondern steht, dann kannst du
vielleicht mit 40°-50° Umgebungstemperatur rechnen (Abhängig von
Jahreszeit, Gehäuseform, Kühlschlitze, Lüfter, etc pp.) Da kommen noch
die 20K drauf. Dann hat das Teil 70°C Junction Temperatur.
Da 150°C Junction Temperatur erlaubt sind, haste also noch Luft.
Die Werte sind natürlich relativ pessimistisch gewählt. Wurst-Käs
(Worst-Case) halt ;-)
PS: So viel ist das aber nicht. Schau dir mal den IRF6201PBF an.
simon wrote:
>.... Schau dir mal den IRF6201PBF an.
Nicht schlecht, der hat ja richtig wenig Rdson.
Aber Qg ist mit 130nC schon heftig, fast ein Supercap ;-)
Da braucht man schon einen kräftigen Treiber.
Ich hätte denn mal den IRF3708 (TO220AB) vorgeschlagen,
für Leute die den MOSFETs im Marienkäfer-Gehäuse SO8 hitzemäßig
nicht so recht trauen und genügend Platz auf der Platine haben.
Der ist auch für 2,8V Vgs spezifiziert und hat nur 24nC
und ist bei Reichelt leicht erhältlich.
mfg
Bernd
BMK schrieb:> simon wrote:>>>.... Schau dir mal den IRF6201PBF an.>> Nicht schlecht, der hat ja richtig wenig Rdson.> Aber Qg ist mit 130nC schon heftig, fast ein Supercap ;-)> Da braucht man schon einen kräftigen Treiber.
Hehe, ja, da hast du Recht. Sonst passiert relativ schnell das, was
TravelRec. sagte :-D
> Ich hätte denn mal den IRF3708 (TO220AB) vorgeschlagen,> für Leute die den MOSFETs im Marienkäfer-Gehäuse SO8 hitzemäßig> nicht so recht trauen und genügend Platz auf der Platine haben.> Der ist auch für 2,8V Vgs spezifiziert und hat nur 24nC> und ist bei Reichelt leicht erhältlich.
Habe jetzt extra einen mit SO8 herausgesucht. Aber SO8 ist sowieso kein
optimales Gehäuse für Leistungs-MOSFETs. Die DirectFETs sind extrem viel
besser und gleichzeitig Kleiner. Beim SO8 kommen die Kontaktwiderstände
ja schon in den heute üblichen Bereich des RDS(on). Die DirectFETs
werden direkt auf die Platine gelötet über Kupferinseln. Gleichzeitig
haben die eine Metallkappe für EMV Abschirmung und als kleiner
Kühlkörper, der (sofern an den Seiten verlötet) auch noch auf der
Platine vergrößert werden kann.
Blöd bei MOSFET ist, dass der Strom quadratisch in die Verlustleistung
eingeht. Das heißt irgendwann ist einfach Schluss bei MOSFETs, da die
Verlustleistung quadratisch steigt. Irgendwann kann man besser mit
Bipolaren Transistoren, bzw. IGBTs arbeiten.
Hm, so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ach so, ich habe
mal eine 4-fach BLDC Motorbrücke gebaut, da habe ich auch SO8 FETs
verwendet.
IRF7834 an IR2104 an ATxmega128A1, PWM mit 16kHz. Da hing dann ein Motor
mit durchschnittlicher Stromaufnahme (Volllast mit Luftschraube) so
8-9A.
Das haben die locker mitgemacht.
So sieht das Ganze aus:
http://klinkerstein.m-faq.de/Images/Image.php?url=QXv2_-_Quadrokopter/3D_PowerTop.jpghttp://klinkerstein.m-faq.de/Images/Image.php?url=QXv2_-_Quadrokopter/BILD0288.jpg
Fürs Größenverhältnis: Der innere TQFP ist einer mit .5mm Pitch. Die
Platine misst 65x65mm²
@ Simon K. (simon) Benutzerseite
>Habe jetzt extra einen mit SO8 herausgesucht. Aber SO8 ist sowieso kein>optimales Gehäuse für Leistungs-MOSFETs.
Hat auch keiner behauptet, wenn gleich die heute verfügbaren MOSFETs da
sehr viel leisten.
>Blöd bei MOSFET ist, dass der Strom quadratisch in die Verlustleistung>eingeht.
Ach ja, das liebe Gejammer. Schon mal überlegt, wie sich der RDS-ON der
MOSFETs in den letzten 20 Jahren verringert hat?
> Das heißt irgendwann ist einfach Schluss bei MOSFETs,
Es ist IMMMER irgendwann schluss, selbst bei der Lichtgeschwindigkeit.
:-0
> da die>Verlustleistung quadratisch steigt. Irgendwann kann man besser mit>Bipolaren Transistoren, bzw. IGBTs arbeiten.
Aber erst bei hohen Spannungen.
http://www.mikrocontroller.net/articles/Transistor#Wann_setzt_man_einen_MOSFET.2C_Bipolartransistor.2C_IGBT_oder_Thyristor_ein_.3F
MfG
Falk
Falk Brunner schrieb:> @ Simon K. (simon) Benutzerseite>>>Habe jetzt extra einen mit SO8 herausgesucht. Aber SO8 ist sowieso kein>>optimales Gehäuse für Leistungs-MOSFETs.>> Hat auch keiner behauptet, wenn gleich die heute verfügbaren MOSFETs da> sehr viel leisten.
Nö, muss jemand erst etwas behaupten, damit man was sagen darf? Falk, du
bist ein Vogel ;-)
Es ging nur eingangs darum, dass der "sehr kleine" IRF7401 doch ganz
nette Ströme tragen kann. Daran habe ich sinngemäß angeschlossen.
>>Blöd bei MOSFET ist, dass der Strom quadratisch in die Verlustleistung>>eingeht.>> Ach ja, das liebe Gejammer. Schon mal überlegt, wie sich der RDS-ON der> MOSFETs in den letzten 20 Jahren verringert hat?
Klar.
>> da die>>Verlustleistung quadratisch steigt. Irgendwann kann man besser mit>>Bipolaren Transistoren, bzw. IGBTs arbeiten.>> Aber erst bei hohen Spannungen.
Äh ja, weil eben dann der RDS(on) "prinzipbedingt" höher ist. Bei
niedrigeren Spannungen (niedrigeren RDS(on)s) beginnt die Grenze erst
später.
Aber ja, in der Praxis sieht es dann eben so aus. Steht ja auch alles im
Artikel, den du verlinkt hast, dessen Sub-Kapitel ich noch gar nicht
kannte.
> http://www.mikrocontroller.net/articles/Transistor#Wann_setzt_man_einen_MOSFET.2C_Bipolartransistor.2C_IGBT_oder_Thyristor_ein_.3F
Simon K. schrieb:>> Habe jetzt extra einen mit SO8 herausgesucht. Aber SO8 ist sowieso kein> optimales Gehäuse für Leistungs-MOSFETs. Die DirectFETs sind extrem viel> besser und gleichzeitig Kleiner. Beim SO8 kommen die Kontaktwiderstände> ja schon in den heute üblichen Bereich des RDS(on).
Was hast du gegen SO8? Die Weiterentwicklung in Richtung höherer
Verlustleistung heisst SOT669 oder LFPAK.
http://www.nxp.com/#/ps/ps=[i=48014,f=c6853:76dd9]|pp=[t=pfp,i=48014]
und Automotive unter
http://www.nxp.com/#/ps/ps=[i=50933,f=c7153:76dd9]|pp=[t=pfp,i=50933]
Andere Hersteller (z.B. Vishay und IR) haben ähnliches, aber hier gucken
die Füsse noch raus und man kann das Teil noch von Hand löten.
Arno
Die Werte gelten aber nur, wenn der FET die ganze Zeit eingeschalten ist
oder?
Bei relativ hoher Frequenz und/oder zu langsamer Ansteuerung schaut das
anders aus.
MfG
Jürgen
Arno H. schrieb:> Simon K. schrieb:>>>>> Habe jetzt extra einen mit SO8 herausgesucht. Aber SO8 ist sowieso kein>> optimales Gehäuse für Leistungs-MOSFETs. Die DirectFETs sind extrem viel>> besser und gleichzeitig Kleiner. Beim SO8 kommen die Kontaktwiderstände>> ja schon in den heute üblichen Bereich des RDS(on).>> Was hast du gegen SO8? Die Weiterentwicklung in Richtung höherer> Verlustleistung heisst SOT669 oder LFPAK.
Wenn ich was gegen SO8 hätte, hätte ich die wohl kaum eingesetzt oder?
Außerdem schrieb ich oben schon, dass der Widerstand der
Anschlussbeinchen keine höheren Ströme zulässt. Und deswegen DirectFET
bei ca. gleicher Gehäusegröße etwas leistungsfähiger sind.
J. K. schrieb:> Die Werte gelten aber nur, wenn der FET die ganze Zeit eingeschalten ist> oder?
Das ist richtig.
> Bei relativ hoher Frequenz und/oder zu langsamer Ansteuerung schaut das> anders aus.
Das ist auch richtig. Genau so bei einer 3 Phasen Ansteuerung, wo nie
alle Transistoren gleichzeitig angeschaltet sind.