Hallo,
Also die interessanten Adapter von Atmel würd ich mal knapp so
zusammenfassen:
AVRISP-MK2: Günstiges, robustes Gerät, kann über SPI (-> Atmega und
AtTiny) und PDI (-> AtXMega) programmieren. Hat erstmal nur nen
Anschluss, um µC, die fest in einer Schaltung verbaut sind, zu
programmieren. Über selbstgebaute Adapater gehts auch ausserhalb.
AVRDragon: Kann zusätzlich Debuggen über JTAG und Debugwire(für kleine
µC), bei den AtXmegas nur die größeren Varianten. Damit kannst du,
während deine echte Schaltung läuft z.B. den µC anhalten und
nachschauen, wo er gerade im Programm ist, was in deinen Variablen und
Registern steht und einiges mehr. Ist sehr praktisch um Programm-Fehler
zu finden.
Dann kann er noch HV-Programmierung. Bei den AtMegas und Tinys besteht
die Möglichkeit, sich aus dem Prozessor auszusperren, wenn man nicht
aufpasst (Verfusen). Mit HV-Programmierung kommt man wieder rein.
Kommt als rohe Platine, also ohne Gehäuse, ohne Kabel. Bei der ersten
Version konnte man ein Bauteil zerstören, wenn der USB-Port zu wenig
Saft hat, oder wenn man im Betrieb mit dem Finger die falsche Stelle
berührt. Um µC ausserhalb einer Schaltung zu programmieren gibts ein
Feld, in das man selbst IC-Sockel einlöten kann, wo die µC reingesteckt
werden. Ein selbstgebautes Gehäuse ist in jedem Fall empfehlenswert.
JtagIce-Mk2: Kann alle AtMegas, AtTinys, AtXmegas und AVR32
programmieren und debuggen. Sehr robustes Gerät.
STK500: Entwicklungsboard, auf dem schon einige Sachen wie Taster und
LEDs, Spannungsversorgung und mehr zum direkt Loslegen verbaut sind.
Kann SPI und HV-Programmierung.
Ich hab den Dragon und bin eigentlich ganz glücklich damit. Der ist halt
immer mit n bisschen basteln verbunden. die anderen sind alle etwas
komfortabler. z.B. musst ich ne Weile suchen, um die aktuelle Firmware
drauf zu bekommen. Musst erst ein älteres AVRStudio installieren,
updaten, nächstes installieren, updaten, bis ich auf dem aktuellen Stand
war. Das Programmieren von AtXMegas funktioniert auch nicht ohne
Weiteres. Da heißts dann viel im Forum schaun, wie andere ihre Probleme
gelöst haben. Ein kleines Entwicklungsboard hab ich mir selbst gemacht,
das STK500 war mir zu teuer und ich brauch die anderen Sachen nicht. Der
JtagIce war mir ebenfalls zu teuer.
Für den Einstieg und einige Zeit danach reicht m.M.n. ein ISPMK2
vollkommen aus. Ist immer die Frage, ob man z.B. die Features des Dragon
tatsächlich nutzt. Falls dich etwas basteln und Fehlersuche im Forum
nicht schreckt, ist der Dragon aber auf jeden Fall sehr mächtig für nur
wenig mehr Geld. "Einiges fehlen" heißt hier halt Kabel, Gehäuse, evtl.
IC-Sockel, wenn du mal nicht in der Schaltung programmieren willst. Ich
seh darin kein Problem, eher schon in den vielen kleinen Macken, die ich
oben angedeutet hab.
Wenn du erstmal vor allem Software schreiben willst und dich nicht groß
mit der Elektronik beschäftigen, ist das STK500 sicher auch interessant.
Gibt aber auch günstigere Entwicklungsboards z.B. von Olimex oder bei
Pollin, die dann mit einem der anderen Programmieradapter
zusammenarbeiten.
So, ein wahrer Roman^^ Ich hoffe es hilft und ich hab nichts Wichtiges
vergessen oder falsch geschrieben. Zum Dragon wurds halt am meisten,
weil ich den selber hab :-P Noch eins: Wenn du Student bist, gibts bei
www.eproo-student.de einige Adapter von Atmel fast zum halben Preis,
allerdings ab und zu mit langen Lieferzeiten (ich musste fast 2 Monate
warten, war aber direkt nach der Umstellung auf neue Homepage). Wie es
da im Moment aussieht, weiß ich leider nicht, könnt also aktuell auch
gut in weniger als ner Woche da sein.
@all: Bei Fehlern bitte berichtig-schimpfen!
Grüße, Alex