Hallo Zusammen,
meine Frage bezieht sich auf den Optokoppler M43T
(http://www.avagotech.com/docs/AV02-0565EN )
Dort ist die Angabe 1MBd für die Geschwindigkeit (High Speed)
Jetzt würde ich gerne wissen, wie ich daraus schlussfolgern kann, mit
welcher PWM-Frequenz ich den Optokoppler maximal betreiben darf.
Kann man das Überhaupt aus dem angegeben Wert schlussfolgern?
Wird hier in dem Fall der Baud als eine Zustandänderung angesehen?
Wenn ja, dann könnte man den Koppler mit 1MHz betreiben.
Diese würde dann auch zu den Standartzeitwerten, die im Datenblatt
angegeben sind, ungefähr passen.
Hier mal dazu meine Rechnung:
Propagation Delay Time to Logic Low at Output = 0,2 µs
Propagation Delay Time to Logic High at Output = 0,3 µs
Pulse Width Distortion = 0,4 µs
Daraus ergibt sich eine Gesamtzeit von 0,9 µs, welches somit einer
Frequenz von 1,1 MHz entspricht, die maximal über diesen Optokoppler
übertragen werden kann.
Ist diese Vorgehensweise richtig?
Gruß
Mani
@Mani (Gast)
>Dort ist die Angabe 1MBd für die Geschwindigkeit (High Speed)
1 Mbd sind 1 MegaBaud, was hier gleichzeitg 1 Mbit/s ist. Sprich, die
minimale Pulsbreite ist 1us.
>Jetzt würde ich gerne wissen, wie ich daraus schlussfolgern kann, mit>welcher PWM-Frequenz ich den Optokoppler maximal betreiben darf.
So hoch, dass die minimale Pulsbreite 1us nicht unterschreitet. Bei 8
Bit wären das 256us Periodendauer oder ~39 kHz.
>Kann man das Überhaupt aus dem angegeben Wert schlussfolgern?
Ja.
>Wird hier in dem Fall der Baud als eine Zustandänderung angesehen?>Wenn ja, dann könnte man den Koppler mit 1MHz betreiben.
Nein, 1 Mbit/s sind pulse mit 1us Breite, das entspricht einem
Rechtecksignal mit 500kHz und 50% Tastverhältnis.
>Hier mal dazu meine Rechnung:>Propagation Delay Time to Logic Low at Output = 0,2 µs>Propagation Delay Time to Logic High at Output = 0,3 µs>Pulse Width Distortion = 0,4 µs>Daraus ergibt sich eine Gesamtzeit von 0,9 µs, welches somit einer>Frequenz von 1,1 MHz entspricht, die maximal über diesen Optokoppler>übertragen werden kann.>Ist diese Vorgehensweise richtig?
Nein, man kann die Zeiten nicht einfach addieren. 100m Koaxkabel haben
~550ns Verzögerungszeit, trotzdem kann man deutlich höhere Freqeunzen
als 2 MHz übertragen.
Verzögerungszeit ist nicht Schaltzeit!
MfG
Falk
Mani schrieb:> Propagation Delay Time to Logic Low at Output = 0,2 µs> Propagation Delay Time to Logic High at Output = 0,3 µs> Pulse Width Distortion = 0,4 µs>> Daraus ergibt sich eine Gesamtzeit von 0,9 µs, welches somit einer> Frequenz von 1,1 MHz entspricht, die maximal über diesen Optokoppler> übertragen werden kann.>> Ist diese Vorgehensweise richtig?
Teils, teils...
Die Duchgangsverzögerung (Propagation-Delay) ist ist für die maximale
Taktfrequenz eigentlich uninteressant, denn der Puls wird dadurch
einfach nur verzögert, aber nicht (im Puls-Pausen-Verhältnis) verformt.
Es ist eigentlich nur die Verzerrung für die maximale Taktfrequenz
relevant. Denn wenn ich ein 1MHz Signal habe, das 0,5us high und 0,5us
low ist, dann kommt bei einer Verzerrung von 0,4us evtl. nur noch 0,1us
low und 0,9us high heraus...
> Jetzt würde ich gerne wissen, wie ich daraus schlussfolgern kann, mit> welcher PWM-Frequenz ich den Optokoppler maximal betreiben darf.> Kann man das Überhaupt aus dem angegeben Wert schlussfolgern?
Nein, das geht allein mit der Frequenz nicht.
Genausowenig kannst du z.B. aus der Leistung eines KFZ auf die
Endgeschwindigkeit schliessen: 200 PS in einem Auto bringen da schon mal
240km/h, 200 PS in einem Schlepper reichen gerade mal für 50...
Warum die Frequenz trotzdem angegeben wird, ist weil man damit einen
groben Anhaltspunkt zur möglichen Leistungsfähigkeit hat. So wie ein KFZ
mit 200 PS eher für höhere Geschwindigkeiten geeignet ist, als eines mit
20 PS...
Du mußt also in der Praxis abwägen, ob deine PWM mit der Verzerrung
leben kann. Und wenn die PWM-Bitdauer größer ist als diese 0,4us, dann
kannst du damit ausreichend genau auflösen.
Hallo Falk Brunner und Lothar Miller,
erstmal Danke ich euch für die Erläuterungen.
Ob ich es wirklich verstanden habe, wird sich jetzt an meinem folgendem
Beispiel zeigen:
Wenn ich eine PWM mit 10kHz über den erwähnten Optokoppler schicken
möchte, ist dieser mehr als ausreichend, weil bei dieser Frequenz alle
100µs ein Pegelwechsel statt finden kann.
Unter der Verzerrung verstehe ich, dass sozusagen das Umschalten immer
um 0,4 µs später stattfinden, als wenn es ohne Optokoppler betrieben
wird. Richtig?
Wenn das so ist, dann stört diese nicht, weil somit das gesamte
verzögert wird und das darf sein ;)
Gruß
Ach ja:
Laut Wiki ist " 1 Baud die Geschwindigkeit, wenn 1 Symbol pro Sekunde
übertragen wird"
Dabei kann das zu übertragende Symbol mehrere Pegelwechsel
mitsichführen. Richtig?
@ Mani (Gast)
>Wenn ich eine PWM mit 10kHz über den erwähnten Optokoppler schicken>möchte, ist dieser mehr als ausreichend,
Wahrscheinlich.
> weil bei dieser Frequenz alle 100µs ein Pegelwechsel statt finden kann.
Nö, falsch. Wenn man eine 8 Bit PWM macht, dann erzeugt man bei 1/256
Pulsbreite einen 390ns schmalen Puls, der wahrscheinlich NICHT mehr
sauber durch den Optokoppler geht.
>Unter der Verzerrung verstehe ich, dass sozusagen das Umschalten immer>um 0,4 µs später stattfinden, als wenn es ohne Optokoppler betrieben>wird. Richtig?
Falsch. Das macht die Verzögerung. Verzerrung heißßt, dass dein Puls am
Ausgang um 0,4us schmaler oder breiter als das Original sein kann.
>Wenn das so ist, dann stört diese nicht, weil somit das gesamte>verzögert wird und das darf sein ;)
Ist aber nicht so.
Ach ja, hab mich oben wohl um Faktor 10 verrechnet, es sind max. 3,9kHz
bei einer 8 Bit PWM und 1us minimaler Pulsbreite
MFG
Falk
@Mani (Gast)
>Laut Wiki ist " 1 Baud die Geschwindigkeit, wenn 1 Symbol pro Sekunde>übertragen wird"
Stimmt, siehe Baudd.
>Dabei kann das zu übertragende Symbol mehrere Pegelwechsel>mitsichführen. Richtig?
Ja, aber nicht bei deinem Optokoppler, der ist nämlich binär. Da gibt es
nur LOW oder HIGH und damit ist 1 Mbaud = 1Mbit/s.
MFG
Falk