Die Datenblätter der Hersteller liefern bei Kleintrafos leider immer nur
Eckdaten zu Leerlauf und Nennlast. Ich stand auch schon mal vor diesem
Problem, mußte mehrere jeweils gleiche Muster bei den Herstellern
bestellen, und repräsentative Meßreihen machen.
Eine allgemeingültige Verlustformel gibt es nicht, dafür spielen zu
viele Faktoren/Parameter mit. Es gibt wohl eine Ersatzschaltung, aber
damit macht man auch nichts, die Werte kann man nämlich auch erst aus
den selbst aufgenommenen Meßreihen ermitteln. Wir hatten es an der FH
zufällig im GET-Labor, und die passende Klausur dazu war nicht ganz
"ohne".
Einen hohen Leerlaufverlust erhält man, wenn beim Trafo Material gespart
wurde (Kupfer, Eisen, schlechtes billiges Trafoblech). D.h., er nicht
manierlichst konstruiert ist. Und sowas liegt ja heute schon mal nahe,
daß man Herstellungskosten spart. Ich hatte schon ganz schlimme Trafos,
wobei es fast gleich war, ob sie im Leerlauf oder unter Volllast liefen.
Die sind allerdings dann auch dauerkurzschlußfest. Ja, das gibt es
tatsächlich. Auch ist das Gehäuse eines Steckernetzteiles bei mir schon
mal aufgeplatzt, einfach dadurch, weil man sich am Trafo schon ohne Last
die Finger verbrennt...
Ein richtig guter Netztrafo hat auch schon mal Leerlaufverluste unter
1%, unabhängig von Abmessungen, aber ich fürchte, die guten Zeiten bis
etwa 1980 sind da längst vorbei...
Wenn ich nur schon sehe, wie aus Rationalisierungsgründen die EI-Kerne
oft einfach nur verschweißt werden (Wirbelstromverluste)...