mikrocontroller.net

Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schaltplan - könnte mal einer drüber gucken? EMV usw.


Autor: Dennis (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo zusammen!

Dies soll eine Schutzbeschaltung zur EMV-Unterdrückung werden. Rechts 
ist der Eingang, links kommt die Versorgung für meine Schaltung raus - 
hier dann hoffentlich sicher gegen Fremdeinwirkungen.

Kann mir mal einer ein Feedback dazu geben? Ist das so OK, oder was 
sollte ich noch verändern?

Vielen Dank für jede Kritik (wenn sich konstruktiv ist :)!

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Dennis schrieb:
> Dies soll eine Schutzbeschaltung zur EMV-Unterdrückung werden.
Wenn ich mir das so ansehe komme ich zur Meinung: Du hast zu viel Angst, 
hast du dir mal die Finger am Thema EMV verbrannt?   :-o

> Rechts ist der Eingang,
Was kommt da rein?
> links kommt die Versorgung für meine Schaltung raus -
Und was ist das für eine Schaltung?
> hier dann hoffentlich sicher gegen Fremdeinwirkungen.
Welche Fremdeinwirkungen erwartest du?

Meinst du nicht, dass an anderen Stellen (EA, Schnittstellen, ...) noch 
viel mehr passieren könnte?

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Du magst zwar versucht haben, supply abzublocken
(wobei Spulen in Reihe mit Dioden eher blöd wirken)
aber wenn du ein dutzend Leitungen rausführst, die
um deine Schaltung drumrumgehen, wird das mit dem
entstören nichts.

Mir kommt die Schaltung komplett abgekupfert vor,
und zwar von einer Wechselspannungsentstörung.

Normal baut man anders: Man baut erst mal, misst dann,
überlegt was stört, und bekämpft diese Störung.

Da sind dann 1/4 der Bauteile für nötrig, und man hat
wirklich das getroffen was störte, und nicht den
Schrotschuss drumrum gegeben.

Du hast z.B. mit der Gleichtaktdrossel versucht,
das Eingangsleiterpaar hochfrequenztechnisch vom
Ausgangsleiterpaar zu isolieren, so daß eine
Störung, die beider Eingangsleiter gleich trifft,
eher nur hochohmig mit dem Gerät verbunden ist,
also nicht ins Gerät weitergeleitet wird.

Dann koppelst du aber über C1/C4 und C2/C5 eben genau
diese hochfrequente Störung wieder niederohmig in deine
Schaltung ein und machst damit die ganze Gleichtaktdrossel
zunichte.

Sorry, so ein Murks kommt dabei raus, wenn man blind
Bauteile zusammenstöpselt.

Autor: Tobi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Noch ein Tip:

Die Y-Kondensatoren möglichst nah an die Störquelle setzten!
Das bringt viel!
Die Frage ist, wie mein Vorschreiber schon sagte, wie sehen die
Randbedingungen aus?? Sollen Normen , vgl 55022A/B eingehalten werden?
Wie groß sind die Störspannungen?

Gruß Tobi

Autor: Dennis (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Lothar Miller schrieb:
> Wenn ich mir das so ansehe komme ich zur Meinung: Du hast zu viel Angst,
> hast du dir mal die Finger am Thema EMV verbrannt?   :-o

Noch nicht, aber ich möchte es auch erst garnicht :) Das ist ein 
Uni-Projekt - wir hatten das auch schonmal hier drin, damals noch ohne 
CMC - da wurde geraten, diese noch mit zu integrieren...auf jeden Fall 
wird die Schaltung dann gegen EMV getestet und sollte den Test auch 
bestehen.

Lothar Miller schrieb:
> Was kommt da rein?

Da kommen 12-36V DC rein.

Lothar Miller schrieb:
> Und was ist das für eine Schaltung?

Ein 4-20mA Transmitter.

Lothar Miller schrieb:
> Welche Fremdeinwirkungen erwartest du?

Damit meinte ich die Störeinstrahlungen und HV-Tests.

Autor: Dennis (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Tobi schrieb:
> Sollen Normen , vgl 55022A/B eingehalten werden?
> Wie groß sind die Störspannungen?

Es werden Tests nach Industrienorm durchgeführt.
Die fertige Schaltung wird in einem Stahlgehäuse stecken - es geht daher 
eher um die Einflüsse, welche über die Kabel reinkommen und eben die 
HV-Bursts, welche auch aufs Gehäuse gehen.

Autor: Dennis (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Tobi schrieb:
> Die Y-Kondensatoren möglichst nah an die Störquelle setzten!
> Das bringt viel!

Ja, die sind direkt an den Anschlussklemmen für das Kabel. Sollte ich 
noch einen X-Konensator vorsehen am Eingang?

Autor: Tobi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Und das Stahlgehäuse liegt auf Erde (PE), nehme ich einfach mal an.

Man muß auch sagen, dass ein EMV Verhalten sehr stark vom Layout 
abhängt. Also kann ich dir nicht genau sagen, ob du noch einen 
X-Kondensator brauchst.
Wenns ganz blöd läuft, können solche Kondensatoren, falsch plaziert das 
EMV Verhlten auch verschlechtern. Kritisch ist das auch bei den 
Y-Kondensatoren (ich denke, das meine MaWin).
Gefühlsmäßig würd eich sagen, ein X-Kondensator schadet nicht, aber 
probiers einfach aus!

Autor: Dennis (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MaWin schrieb:
> aber wenn du ein dutzend Leitungen rausführst

OK, dann noch was genauer: Also rausgeführt werden nur Supply+ und 
Supply-, sowie PE (Gehäuseerdung). Die anderen Klemmen sind im 
Normalbetrieb im Gehäuse, welches zugeschraubt ist - diese werden bei 
Bedarf am Gerät genutzt.

MaWin schrieb:
> Normal baut man anders: Man baut erst mal, misst dann,
> überlegt was stört, und bekämpft diese Störung.

Ich kann leider im Vorfeld nicht sagen, was stört, das soll ja allgemein 
geschützt sein gegen jegliche Störeinstrahlungen, welche in der 
Industrie typischerweise vorkommen.

MaWin schrieb:
> Dann koppelst du aber über C1/C4 und C2/C5 eben genau
> diese hochfrequente Störung wieder niederohmig in deine
> Schaltung ein und machst damit die ganze Gleichtaktdrossel
> zunichte.

Also sind die Cs hinter den Ferriten eher Blödsinn?

MaWin schrieb:
> wobei Spulen in Reihe mit Dioden eher blöd wirken

In wie fern genau? Was passiert denn da?

MaWin schrieb:
> Sorry, so ein Murks kommt dabei raus, wenn man blind
> Bauteile zusammenstöpselt.

Naja, ich habe so etwas noch nie gemacht - daher frage ich. Ich wollte 
nur gerne erstmal selber was erstellen, als hier anzukommen und zu sagen 
"Ich brauche eine Schaltung...".

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Dennis schrieb:
>> Und was ist das für eine Schaltung?
> Ein 4-20mA Transmitter.
Du wirst also über die gleiche Schnittstelle dein Information 
übertragen.

Dann passt das nicht so ohne weiteres:
>> Was kommt da rein?
> Da kommen 12-36V DC rein.

Seis drum: da bringt doch die ganze Entkopplerei nichts, wenn dann der 
Stromregler über den R1 das komplette ungefilterte Spektrum abbekommt. 
Oder wofür ist der R1 da? Wohin geht die Leitung TEST+ und TEST-?

Du bist in einer recht komfortablen Lage:
Warum siehst du dir da nicht einfach an, wie andere das machen?
Sieh z.B. den Beitrag "Stromschleifen Transmitter 4-20mA"
http://www.vidisonic.com/2010/02/21/low-cost-4-20m...
Und die entsprechenden AppNotes dazu...

Autor: Tobi (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Dieser Filer funktioniert recht guit, und Die Y's nach den Spulen wirken 
sehrwohl!

Gruß Tobi

Autor: Tobi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bedingung ist natürlich eine harte Masse!
Die Mischung aus Elko's und keramischen C's ist nötig, um nieder- und 
hochfrequente Anteile wegzubekommen. Diese Schaltung ist für 3A und 35V 
bis 60V (48V nominal) Eingangsgleichspannung ausgelegt.

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Tobi schrieb:
> Dieser Filer funktioniert recht guit
Ähm...
Wohin geht denn dieses Masse-Symbol?
Werden da einfach alle Cs zusammengeschaltet und gut?

EDIT:
> Bedingung ist natürlich eine harte Masse!
Ja, nur woher nehmen, bei einem Zweidraht-Anschluss (4-20mA Geber)?

Autor: Tobi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich dachte, er hat als 3. Anschluss PE.

Bei meinem gepostetem Schaltplan ist Das Masse Symbol ebefalls Erde.

Ich denke nur, dieser Filter wäre für Dennis übertrieben.

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja, so ist es: man weiß noch zu wenig, um eine halbwegs sinnvolle 
Aussage machen zu können... ;-)

Autor: Dennis (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Lothar Miller schrieb:
> Du bist in einer recht komfortablen Lage:
> Warum siehst du dir da nicht einfach an, wie andere das machen?

Also die Umsetzung für die 4-20mA sind ja nicht das Problem, die 
Schaltung habe ich ja und die funktioniert perfekt. Mir geht es ja nur 
um den Schutz am Eingang. Für die 4-20mA arbeite ich mit einem AD421.

Ich habe mal als Bild angehängt, wie es dann weitergeht - LOOP+ und 
LOOP- sind halt mit dem 2Pin-Header aus dem Schaltplan aus meinem ersten 
Posting verbunden.

Lothar Miller schrieb:
> Du wirst also über die gleiche Schnittstelle dein Information
> übertragen.

Naja...wenn man so will, klar. Die 4-20mA sind ja die Information - dazu 
kommt dann halt das HART-Signal, welches noch aufmoduliert wird. Hier 
muss ich natürlich auch aufpassen, dass ich keine Filter verwende, die 
mir schon das Signal (1200 und 2200 kHz) kurzschließen, bzw. zu stark 
dämpfen.

Lothar Miller schrieb:
> da bringt doch die ganze Entkopplerei nichts, wenn dann der
> Stromregler über den R1 das komplette ungefilterte Spektrum abbekommt

Das verstehe ich jetzt nicht. Wieso bekommt er durch den Widerstand dann 
Störungen? Der sitzt ha noch extra hinter den Filtern...so war zumindest 
der Plan.

Lothar Miller schrieb:
> Oder wofür ist der R1 da?

R1 ist dafür da, um, wenn nötig, eine künstliche Bürde im Stromkreis zu 
erzeugen. Dieser Widerstand ist für das Empfangen von HART-Modulationen 
notwendig. Es ist oft so, dass entweder bereits ein Widerstand von 250R 
irgendwo in der Leitung sitzt, oder dass die Leitung selber einen 
ausreichend hohen Widerstand darstellt. Sollte man jetzt mit einem 
Handheld ans Gerät gehen und der Widerstand in der Zuleitung reicht 
nicht aus, dann kann man so über den Jumper zusätzlich eine Bürde 
einfügen. Um diese zusätzliche Last nicht permanent im System zu haben, 
hab ich ihn "zu und abschaltbar" ausgeführt - er wird halt überbrückt 
oder nicht. Auf jeden Fall ist 250R der typischerweise in einer 
HART-Stromschleife notwendige Widerstand.

Lothar Miller schrieb:
> Wohin geht die Leitung TEST+ und TEST-?

Test+ und Test- dienen zum Schnellen überprüfen des Stromflusses. 
Schaltet man ein Multimeter an diese Test-Klemmen, so wird durch die 
Niederohmigkeit bei der Strommessung die Diode überbrückt und man kann 
den aktuellen Stromfluss messen, ohne den Stromkreis zu unterbrechen.

Tobi schrieb:
> Bedingung ist natürlich eine harte Masse!

Also PE ist nicht GND der eigentlichen Schaltung, das stimmt schon. Die 
Masse in der Elektronik ist ihr eigenes Ding. Selbst der 
"Minus-Anschluss" in meinem Vorfilter ist nicht GND, sondern der AD421 
erzeugt das GND-Potential für die Elektronik. Intern sind die dann 
verbunden, klar, aber nicht direkt, sondern meist über Widerstände, aber 
das spielt sich im Inneren des ICs ab.
Also: PE != GND != "Minus-Anschluss"
Alle Kondensatoren hier im Vorfilter sind mit dem Metallgehäuse und der 
herausgeführten "Erd"-Leitung verbunden.

Tobi schrieb:
> Dieser Filer funktioniert recht guit, und Die Y's nach den Spulen wirken
> sehrwohl!

Der sieht natürlich auch recht aufwendig aus. Ich habe an so einem 
Transmitter natürlich eher ein stationäres Signal, welches sich meist 
garnicht ändert - Impulsströme treten eh nie auf.

Also mein Ziel:
- Gleichstrom muss durch :)
- EMV-Tests mit allem drum und dran (HF-Einstrahlungen, HV-Bursts,..) 
müssen "geschluckt" werden
- Meine HART-Modulation muss noch durch

So, wie ich meine Idee bis dato habe funktioniert mit HART, die Signale 
gehen rein und raus. Aber OK - die 1k2 und 2k2 Hz sind ja nun auch nicht 
der Hammer. Ich habe nur halt keinerlei praktische Erfahrungen mit der 
EMV-Thematik...daher wende ich mich an euch.

Autor: Christian S. (rockcher)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi Dennis!

Dein Schaltungsvorschlag lässt erkennen, dass Du die EMV-Problematik 
sehr ernst nimmst. Ich möchte an dieser Stelle noch einen Hinweis geben, 
der mir auffällig ist: Die Y-Kondensatoren C1 und C2 legst Du mit einer 
Spannungsfestigkeit von 1kV fest, jedoch sind die Y-Kondensatoren C4 und 
C5 nur mit 50V bzw. die Suppressordioden TVS1 und TVS2 mit 
wahrscheinlich 40V ausgelegt. Bitte überlege dei gewünschte 
Spannungsfestigkeit deiner Elektronik gegenüber PE/Erde! Hierbei sind 
natürlich auch die Abstände im Layout zu berücksichtigen ...

Anderseits finde ich auch das Vorhandensein der Kondensatoren C4 und C5 
zweifelhaft, da diese wiederum der HF über PE geführt einen Bypass 
bilden, um zu Ausgang zu gelangen!?!

Wie Du bereits erwähnt hast, werden aufgrund des geerdeten metallischen 
Gehäuse voraussichtlich "nur" die leitungsgeführten Störungen Probleme 
bereiten. Ein wichtige Aspekt wäre hier zu wissen, ob ungeschirmte oder 
geschirmte Leitungen eingesetzt werden und wenn geschirmte Leitungen 
verwendet werden, ob es bereits ein Schirmungskonzept gibt? Wie lang 
wird die angeschlossene Leitung erwartunggemäß sein?

Gruß
Christian

Autor: Dennis (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Christian S. schrieb:
> Die Y-Kondensatoren C1 und C2 legst Du mit einer
> Spannungsfestigkeit von 1kV fest, jedoch sind die Y-Kondensatoren C4 und
> C5 nur mit 50V

Hallo Christian - Danke für deine Antwort!
Also ich hatte gedacht, dass die ersten Kondensatoren einen HV-Impuls 
erstmal ableiten und die Spannung somit deutlich verringern. Bei C4 und 
C5 sollte dann nicht mehr so eine hohe Spannung ankommen. Aber OK, dass 
C4 und C5 eher schlecht sein könnten, hat mir hier ja auch schon wer 
geraten. Hatte ich so vorher nicht drüber nachgedacht, aber ich sehe es 
ein - die werde ich dann wohl rausschmeißen...

Christian S. schrieb:
> die Suppressordioden TVS1 und TVS2 mit
> wahrscheinlich 40V ausgelegt

So ist es. Hier dachte ich auch, dass bis zu den TVS-Dioden keine 
schnellen Impulse mehr durchkommen sollten. Die Spannungsfestigkeit von 
Störimpulsen wäre natürlich im Idealfall unendlich :) Aber naja...je 
höher, desto besser. Vielleicht sollten die Y-Cs ja auch noch etwas 
spannungsbelastbarer werden.

Christian S. schrieb:
> Ein wichtige Aspekt wäre hier zu wissen, ob ungeschirmte oder
> geschirmte Leitungen eingesetzt werden und wenn geschirmte Leitungen
> verwendet werden

Danach kann ich leider nicht gehen - idealerweise werden natürlich 
geschirmte verwendet - aber ich habe mal gesehen, dass in der Industrie 
durchaus damit verdrahtet wird, was da ist...ist wirklich so - manche 
nehmen es nicht so ernst.

Christian S. schrieb:
> Wie lang
> wird die angeschlossene Leitung erwartunggemäß sein?

Auch hier: kein Richtwert. Irgendwann wird der Leitungswiderstand die 
maximal zulässige Bürde übersteigen.

Autor: Christian S. (rockcher)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Dennis,

ich möchte Dich nochmals auf die gewünchte / geforderte 
Spannungsfestigkeit der Elektronik gegenüber PE bzw. Erde eingehen, 
welche maßgeblich durch die TVS-Dioden mit 40V bestimmt wird. Da Du 
erwähnt hast, dass die Leitungslänge unbestimmt ist, kann diese 
voraussichtlich bis zu mehreren 100m liegen. Hierbei kann es nun 
vorkommen, dass das Erdpotential vor Ort am Gerät von dem Erdpotential 
an der Spannungsversorgung bzw. Auswerterelektronik sich erheblich 
unterscheidet. Sollten nun eine Spannungsdifferenz zwischen diesen 
beiden Erdpotentialen größer 40V entstehen, würden die TVS-Diode leitend 
und mit großer Wahrscheinlichkeit "abbrennen".

Bzgl. der Leitungsart - oftmals legt man sich in der Betriebsanleitung 
fest, ob geschirmte Leitungen anzuwenden sind. Sei es drum, die 
Anwendung von ungeschirmten Leitungen ist mit Sicherheit die größer 
Herausforderung, da in diesem Fall die Störgrößen direkt auf die 
Versorgungsleitungen / Signalleitungen gekoppelt werden anstatt auf den 
Schirm.

Du wirst mit dem SURGE-TEST konfrontiert werden, das ist ein 
energiereichr Impuls welcher im Fall einer ungeschirmten Leitung sowohl 
zwischen L+ und L- als auch zwischen L+ und PE bzw. L- und PE 
durchgeführt wird. Bei dem Test zwichen L+ und L- ist der vorhandene 
Varistor wirksam. Ich persönlich habe eine Abneigung gegen Varistoren 
und verwende lieber Suppressor-Dioden in der Bauart SMC, das hängt 
jedoch von den Anforderungen ab. Bei dem Test zwischen L+ und PE bzw. L- 
und PE werden die TVS-Dioden beansprucht. Auch hier gilt es die 
Anforderungen zu studieren, um abzuschätzen ob die verwendete Bauart SMA 
diesem Test widersteht.

Gruß
Christian

Autor: Dennis (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Christian S. schrieb:
> gewünchte / geforderte
> Spannungsfestigkeit der Elektronik gegenüber PE bzw. Erde eingehen

Hallo Christian! Danke für die ückmeldung, du scheinst dich damit ja 
doch auszukennen. Also zu diesem Punkt muss ich ehrlich gesagt sagen, 
dass ich da so noch garnicht drüber nachgedacht habe...ich dachte bis 
jetzt nur an die Betriebsspannung von maximal 36V und habe danach die 
Bauteile ausgewählt. Darf ich dich evtl. um deine Einschätzung bitten, 
was man hier ansetzen sollte?

Christian S. schrieb:
> Hierbei kann es nun
> vorkommen, dass das Erdpotential vor Ort am Gerät von dem Erdpotential
> an der Spannungsversorgung bzw. Auswerterelektronik sich erheblich
> unterscheidet. Sollten nun eine Spannungsdifferenz zwischen diesen
> beiden Erdpotentialen größer 40V entstehen, würden die TVS-Diode leitend
> und mit großer Wahrscheinlichkeit "abbrennen"

Da hast du natürlich recht. Die Potentialverschiebung könnte vorkommen.

Christian S. schrieb:
> Bzgl. der Leitungsart - oftmals legt man sich in der Betriebsanleitung
> fest, ob geschirmte Leitungen anzuwenden sind

Ist richtig, das würde auch gemacht werden - empfohlen werden natürlich 
immer geschirmte Leitungen. Nur ob sich jeder dran hält...klar, absolut 
idiotensicher kann man nichts gestalten!

Christian S. schrieb:
> Ich persönlich habe eine Abneigung gegen Varistoren
> und verwende lieber Suppressor-Dioden in der Bauart SMC

Verrätst du mir, warum das so ist? Wo sin die Vor-/Nachteile von 
Varistoren gegenüber Supressor-Dioden? Steht smA/B/C lediglich für die 
Größe und die damit verbundene Möglichkeit zur Energieabsorbtion?

Autor: Christian S. (rockcher)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Dennis,

ich habe keinerlei Erfahrung im Anlagenbau, deshalb kann zum Thema 
Erd-Potentialverschiebung auch nur das wiedergeben, was ich meine gehört 
zu haben. In der Fachliteratur meine ich gelesen zu haben, dass diese 
Potentialverschiebung kleiner 10V sein sollte, anderfalls wäre die 
Erdung zu überprüfen und ggg. niederohmiger auszuführen. Im beiläufigen 
Gespräch mit Fachleuten habe ich von bis zu 70V gehört. Ob das jedoch 
der Realität entsprechen könnte, ich weiß nicht ... . Wenn ich die 
Verantwortung der Dimensionierung hätte, ich würde voraussichtlich 100V 
oder besser mehr wählen. Das ist jedoch auch abhängig von der Funktion, 
die die TVS-Dioden leisten sollen. Mir scheinen die zumindestens an 
dieser Stelle überflüssig zu sein, da Du bereits meintest Du würdest auf 
C4 und C5 verzichten. Vielleicht erläuterst Du nochmals deine 
Vorstellungen zu den TVS-Dioden!

Da fällt mir zum Thema Spannungsfestigkeit Elektronik gegenüber PE/Erde 
ein, das dies möglicherweise auch in einer Zulassung gefordert sein 
könnte. Sind irgendwelche Zulassungen geplant, SIL, ATEX usw.?

Noch ein Hinweis: Die Y-Kondensatoren C1 und C2 sind mit 1kV recht hoch 
dimensioniert, das ist auch gut so, aber ob das ausreichend ist wird der 
SURGE-Test im Rahmen der EMV-Überprüfungen zeigen. Die max. Spannung, 
mit welcher der SURGE-Test durchgeführt wird, hängt jedoch von der EMV 
Produktnorm ab - also blättere mal in der Norm.

Zu der Thematik Varistoren: Nun ist es ja so, dass jeder mal seine 
Erfahrungen macht und meine Erfahrungen mit diesen Bauteilen sind, dass 
diese bei Beanspruchung altern und ihre Eigenschaften leichte verändern, 
d.h. diese Bauteile überstehen, vorausgesetzt ist die richtige 
Dimensionierung, den EMV-Beanspruchungstest (hier SURGE) aber diesen 
eben auch nur einmal und kein zweites mal. Prüfe auch den Leckstrom bei 
max. Eingangsspannung ...

Jawohl, SMA/SMB/SMC kennzeichnen die Bauform und die hiermit verbundene 
Energieabsorbtion.

Gruß
Christian

Autor: Anja (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

übliche Sensoren in dem Bereich haben mindestens 500V Isolation zwischen 
PE und der Schaltung. (das gilt für alle Bauteile).

Ich habe auch schon Konzepte mit 2 Gehäusen gesehen:
Äußeres Gehäuse an PE.
Inneres Gehäuse mit 5,5 mm Luft und Kriechstrecke zum äußeren Gehäuse 
isoliert für EMV-Filterung. Hier reichen dann in der Regel Standard 
SMD-Bauelemente.

Gruß Anja

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.