http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,744608,00.html
Hallo,
das liest sich gerade wie eine April-April-Verarsche:
>Der Arbeitsmarkt boomt, die Lohnabschlüsse sind üppig - aber die Motivation der >Beschäftigten ist mies.
Interessant welche perverse Mutanten die Lobbyisten-Vereine böl/dpa-AFX
rausbringen können. Nicht schlecht. Staun, staun wie weit wir inzwischen
zur Bananenrepublik mutiert sind.
Nach Null-Runden oder gar Minus-Runden sind positive Abschlüsse üppig.
Interessanter ist der Satz aus dem Artikel:
Für Firmen sei es auch angesichts des Fachkräftemangels wichtig,
motiviertes Personal zu haben, hieß es weiter. Emotional hoch gebundene
Mitarbeiter tendierten seltener dazu, den Arbeitgeber zu wechseln,
während hohe Fluktuation Kosten verursache. Sie brächten zudem mehr
Anregungen für Verbesserungen ein. Das Verhalten von Führungskräften sei
ein wichtiger Faktor für die emotionale Mitarbeiterbindung.
Als Zeitarbeiter, selbst im hochqualifizierten Bereich, habe ich
praktisch keine Bindung an den Betrieb.
"Zwei Drittel der Angestellten arbeiten nur nach Vorschrift"
Nur?
Das ist alles so lächerlich! das sind richtige Asis!
Habe noch letztes Jahr bei einer Firma gearbeitet: kein Weihnachtsgeld,
keine Boni... .
Auf der Betriebsversammlung wurde vom Geschäftsführer und vom
Betriebsratvorsitzenden gejammmert, dass es uns sooo schlecht gehe. Die
Zeiten sind so hart und man könne deswegen kein Weihnachtsgeld zahlen.
Am Ende wurde schnell eine Folie aufgelegt, die letzen drei Jahre immer
nur Gewinne, also schwarze Zahlen. Das Wort Gewinn wurde kurz und leise
ausgesprochen und danach sofort wieder ABER... .
Interessant ist jedoch jemand in anderen Foren die Absicht dahinter gut
erkannt hat. Es hieß dass die Arbeitgeber erkannt haben dass die
Angestellten für tendenziell beschiessene Löhne nicht sonderlich
motiviert arbeiten, was für eine Entdeckung. Daraus nicht ausgeschlossen
wären sogar die Zeitarbeiter die ebenfalls sehr gut arbeiten müssen um
übernommen zu werden. (die berühmte Karotte vor dem Esel). Daraus wurde
dieser Artikel geboren der in einem leicht kritischen Ton über
Angestellte spricht.
Es wäre natürlich für alle beteiligten einfacher wenn angemessenen Löhne
bezahlt wären.
Selbst wenn man eine ernennenswerte Lohnerhöhung hätte (was heute schon
eine Ausnahme ist), man denke an die gierigen Gas- und Stromkonzerne, an
Spritpreise, Wasserversorger und Krankenkassen. Dann wird davon kaum was
bleiben.
>Naja, zumindest die VW'ler.>Chris D.
Von Dir hätte ich solch einen intellienzarmen Kommentar eigenlich nicht
erwartet.
Oder gibt es neuerdings einen extra Tarifabschluß für VWler?
Ich habe einfach auf die Frage, wer jetzt üppige Lohnabschlüsse hat,
geantwortet:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/automobil/0,2828,744160,00.html
Die anderen Dinge im Spiegel-Artikel sind Allgemeinplätze bzw. schon
seit Jahren bekannt. Gute Chefs ziehen daraus die richtigen Schlüsse :-)
Chris D.
Ordentliche Lohnerhöhungen sind meiner Meinung nach sowieso nur durch
einen Arbeitsplatzwechsel möglich.
Oder wer hat schon mal seinen Chef nach >5% mehr Lohn gefragt und das
dann auch noch bekommen ?
In diesem Sinne...
Paul
Backflow schrieb:> Oder gibt es neuerdings einen extra Tarifabschluß für VWler?
Ja, das nennt sich Haustarif.
Der Tarif bei VW liegt über den von Audi, dass sagt doch alles!
Gästchen schrieb:> aber die Motivation der>>Beschäftigten ist mies.
Dann frage ich mich, wieso die Firmen nicht ins Ausland wandern, dort
sind die Löhne niedriger und die Motivation größer. Es passiert eher das
Gegenteil.
Habe selten so einen Scheiß gelesen, hier in Deutschland wird wie
verrückt gearbeitet, die Leute sind Motiviert (nur schlecht gelaunt).
Wer schon mal im Ausland gearbeitet hat weiß wovon ich rede.
... naja der Spiegel... da lese ich besser die Bild... .
>Oder wer hat schon mal seinen Chef nach >5% mehr Lohn gefragt und das>dann auch noch bekommen ?
Ich. ich bin als Techniker von 2500 auf 3000 gekommen. Das sind 20%.
Allerdings ist das jetzt schon 2,5 Jahre her. Vor 2 Jahren hab ich dann
aber doch gewechselt.
Hört endlich auf zu jammern und lasst mal den Finger im Arsch rumgehen!
Paul schrieb:> Ordentliche Lohnerhöhungen sind meiner Meinung nach sowieso nur durch> einen Arbeitsplatzwechsel möglich.> Paul
Eben.
Und selbst Arbetisplatzwechsel wird in diesem Artikel als etwas
Negatives erwähnt weil es ja diese bösen Kosten verursacht.
Heute kommt kein Chef einem mit einer angemessenen Gehaltserhöhung
entgegen, Null, Zero, rein gar nichts. An Geiz ist so etwas nicht mehr
zu überbieten. Stattdessen wird einem scheinheilig eine Gehaltserhöhung
nach einer Kündigung angeboten wenn man sich schon längst entschieden
hat zu gehen. Noch idiotischer geht es kaum.
Artur R. schrieb:> Dann frage ich mich, wieso die Firmen nicht ins Ausland wandern, dort> sind die Löhne niedriger und die Motivation größer. Es passiert eher das> Gegenteil.
Die sind halt noch mieser drauf ;-)
> Habe selten so einen Scheiß gelesen, hier in Deutschland wird wie> verrückt gearbeitet, die Leute sind Motiviert (nur schlecht gelaunt).> Wer schon mal im Ausland gearbeitet hat weiß wovon ich rede.
In dem Artikel ging es eher um die Bindung des AN an das Unternehmen.
Ich habe mir mal die letzte Gallup-Studie zu dem Thema durchgelesen (es
stand im Prinzip dasselbe drin):
Viele AN fühlen sich einfach nicht genug wertgeschätzt.
Motivation findet nicht nur über das Gehalt statt, sondern ganz
maßgeblich auch über die Wertschätzung, die die "Oberen" den "Unteren"
entgegenbringen.
Diese ist in der Tat gerade in größeren Unternehmen mau. Man meint: "der
kriegt doch Geld dafür!"
Dass ein Mensch keine Maschine ist, keine "human ressource", Probleme
zur Arbeit mitbringt und von dort mitnimmt, kommt wohl bei vielen Chefs
nicht an.
Ich hatte mal ein Gespräch mit einem anderen Informatiker. Dessen Chef
(war eine Bude mit 50 Leuten) kannte jeden Vornamen, jeden Geburtstag
und zum Geburtstag gab es für denjenigen immer ein "Gedeck vom Chef"
(Tablett mit Kaffee, Kuchen und einer Kleinigkeit) persönlich. Er nahm
sich einfach die Zeit, um seinem Mitarbeiter den Kaffee zu brühen, das
Tablett zusammenzustellen und ihm zu bringen. Der Chef ging auch
schonmal an Sommertagen mit ner Kiste Wasser durch die Büros und
verteilte Getränke. Lob wurde nicht per E-Mail sondern persönlich
übermittelt.
Alles kleine Gesten, die aber seine Wertschätzung ausdrücken.
Dementsprechend haben sich die Leute für den auch zerrissen.
Der am häufigsten genannte Kritikpunkt der Studie war übrigens:
"Mein Chef hört mir nicht zu!"
Da verstehe ich diese Chefs allerdings gar nicht mehr. Wie kann man so
blöd sein, die Vorschläge seiner Mitarbeiter zu ignorieren?
Wenn jemand weiss, wo es klemmt, dann doch "meine Leute". Solche
Meinungen sind Gold wert.
In diesem Sinne: "Ohren auf!" :-)
Chris D.
>An Geiz ist so etwas nicht mehr zu überbieten.
Und wenn du Chef wärst würdest du dich Abends an die Tür stellen und
jedem Mitarbeiter einen 100€-Schein in die Hand drücken.
>Heute kommt kein Chef einem mit einer angemessenen Gehaltserhöhung>entgegen
Wie gesagt: 20% hab ich schon bekommen.
Immer diese Miesmacherei... seit froh dass es uns im internationalen
Vergleich so gut geht. In den USA hast du echte Probleme wenn du krank
wirst, in China hast du ne 60h Woche und 10 Tage Urlaub, in wieder
anderen Gegenden ist man froh wenn man einen halben Lieter nicht
verseuchtes Wasser am Tag bekommt.
DAS sind Arme Schweine, nicht wir!
Macht doch hier bitte mal jemand eine Jammerecke auf, damit hier jeden
Tag über das immer Gleiche gejammert werden kann.
Und damit jeder zufrieden behaupten kann in der Zeitung eine noch
dreistere "Lüge" gefunden zu haben. Derjenige ist dann zufrieden, und am
Jahresende wählen wir den Lügenkönig.
Wenn die Chefs und AGs alle so böse sind und so viel auf Kosten der ANs
verdienen, dann werdet doch einfach Chef und macht 'ne Bude auf. Stellt
euch 100 Mann (oder Frauen) an und verdient euch dumm und dusselig.
Scheint ja so einfach zu sein?
Genervter
ich schrieb:> Immer diese Miesmacherei... seit froh dass es uns im internationalen> Vergleich so gut geht. In den USA hast du echte Probleme wenn du krank> wirst, in China hast du ne 60h Woche und 10 Tage Urlaub, in wieder> anderen Gegenden ist man froh wenn man einen halben Lieter nicht> verseuchtes Wasser am Tag bekommt.
Ich frage mich nur warum wir uns an USA oder China anbiedern müssen wenn
wir längst höhrere Lebensstandards haben/hatten? USA legt ist mit ihrer
Sozialpolitik noch im Mittelalter. Dieses ständige Gerede "uns geht's
noch gut" erinnert mich an Stalingrad- Film wo ein deutscher Soldat nach
Hause schreibt: "Mein Freund ist tot und ich habe schon seit 3 Tagen
nichts mehr gegessen. Aber es geht mir gut."
Wie die Stalingrad-Schlacht zu Ende ging, wissen wir heute.
Wollen wir auch so enden?
das ist ein Gerücht, dass es einem in den USA als Kranker so schlecht
geht. Wer einen hochqualifizierten Job hat, ist über den Arbeitgeber
privat versichert. Diese Versicherungen zahlen Sachen, da kann man in
Deutschland nur davon träumen. Daher ist auch die Überlebenschance bei
Krebs in den USA höher als in Deutschland. Auch Arme sind in den USA
versichert, nämlich über Medicaid, Renter über Medicare.
Die einzigen denen es nicht so toll geht sind Leute aus der
Mittelschicht, die zu reich für die Armenversicherung Medicaid sind,
aber dennoch nicht über einen Arbeitgeber versichert sind.
MINTAkademiker schrieb:>Daher ist auch die Überlebenschance bei>Krebs in den USA höher als in Deutschland.
Das könnte stimmen. Habe hier in D im Bekanntenkreis schon Fälle erlebt,
wo z.B. ein Ü50-jähriger Bauarbeiter mit Krebs entsorgt wurde, und dann
zu allem Leid noch bei H4 landet. Mit allem dann erst richtig folgenden
Übel. Das beschleunigt den Tod ganz sicher. Das sind ja langwierige
Krankheiten, und auch die gesetzliche Krankenkasse zahlt den Lohnersatz
wohl nicht ewig.
Gut, es gibt zwar bei uns die Berufsunfähigkeitsversicherung. Nicht
jeder hat sie, und wenn, dann landen 2 von 3 akuten Fällen vor Gericht.
Da wird dann bis zum Erbrechen abgespeckt. So gesehen in einer TV-Doku
zum Thema.