Ein Kriegsminister ist in der BRD sowieso teuer bezahlter Water-head, da
im "Verteidigungsfall" unser(e) BundeskanzlerIn der/die oberste
FeldherrIn ( NICHT: -IM ! ) ist.
Apropros: Hat Fr. Dr. A. eigentlich irgendwo "gedient" ?
Uhu Uhuhu schrieb:> Michael K-punkt schrieb:>> Da sind wir dann bald alle Aufschneider.>> Du lenkst ab.
Na ja, wenn wir das Maß so streng anlegen sollten wir uns schon auch
fragen ob wir das bei uns selber auch so tun würden.
Michael K-punkt schrieb:> Uhu Uhuhu schrieb:>> Michael K-punkt schrieb:>>> Da sind wir dann bald alle Aufschneider.>>>> Du lenkst ab.>> Na ja, wenn wir das Maß so streng anlegen sollten wir uns schon auch> fragen ob wir das bei uns selber auch so tun würden.
Ich denke man kann bei einer Position wie die eines Ministers durchaus
stärkere Maßstäbe anlegen, als bei einem Otto-Normal-Bürger ohne
weiteren Einfluss
D. I. schrieb:> Michael K-punkt schrieb:>> Uhu Uhuhu schrieb:>>> Michael K-punkt schrieb:>>>> Da sind wir dann bald alle Aufschneider.>>>>>> Du lenkst ab.>>>> Na ja, wenn wir das Maß so streng anlegen sollten wir uns schon auch>> fragen ob wir das bei uns selber auch so tun würden.>> Ich denke man kann bei einer Position wie die eines Ministers durchaus> stärkere Maßstäbe anlegen, als bei einem Otto-Normal-Bürger ohne> weiteren Einfluss
Jaja, find ich ja auch. Aber als er die Diss geschrieben hat, wußte er
ja noch nicht, dass er mal Minister werden würde.
Was würden die wohl suchen und finden, wenn unsereiner in die Politik
gehen würde? In den USA kommen ja dann gerne Haschisch-Zigaretten als
Killerargument, die jemand in der Studentenzeit mal geraucht hat (ohne
dass ich das getan hätte oder gut finden würde).
Die Kids, die jetzt ihre Bilder bei facebook hochladen wie sie jemand
die Zunge rausstrecken, sind dann als mögliche Minister schon mal
undenkbar.
Hochproblematisch wäre es natürlich, wenn der gute Mann jetzt in einem
Bereich tätig wäre, die in direktem Zusammenhang mit der Diss stehen
würde.
Wenn also einer als Facharzt für Geburtshilfe firmiert und in
Wirklichkeit nur einmal dabei war, als ein Kalb mit einem Strick aus der
Kuh geholt wurde - DANN wirds kritisch.
Und noch einmal zu den Maßstäben: Da ist es unsäglich, dass z. B. der
Wiesheu so glimpflich davongekommen ist, gab es da nicht mal einen
schweren Autounfall mit einem Unfall-Todesopfer? Oder die Riege der
Bankler und Politiker, die bei der alpe-Adria mit dabeiwaren. Da
brauchen wir gar nicht in der Vergangenheit zu suchen um was zu finden,
was strengen Maßstäben nicht genügt.
Michael K-punkt schrieb:>> Ich denke man kann bei einer Position wie die eines Ministers durchaus>> stärkere Maßstäbe anlegen, als bei einem Otto-Normal-Bürger ohne>> weiteren Einfluss>> Jaja, find ich ja auch. Aber als er die Diss geschrieben hat, wußte er> ja noch nicht, dass er mal Minister werden würde.
Es handelt sich um Betrug und so eine Vorgeschichte würde ihn, währe
er Buchhalter, arbeitslos machen.
Sollen für Minister weniger strenge Maßstäbe gelten?
Erschwerend kommt in seinem Fall noch das künstlich aufgebaute Image als
der Tradition verpflichteter Ehrenmann mit hochadeligem Hintergrund.
Das ist eben wie mit Papiertüten: haut man auf die leere Tüte, passiert
nicht viel; bläst man sie vorher auf bis zum Anschlag, dann krachts ganz
gehörig.
Uhu Uhuhu schrieb:>> Jaja, find ich ja auch. Aber als er die Diss geschrieben hat, wußte er>> ja noch nicht, dass er mal Minister werden würde.
Als er die Diss abgegeben hat war er Minister. Er hat ja auch fleissig
Stoff vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages abgekupfert. Es ist
mir schleierhaft wie Manche dies noch kleinreden. Er hat seinen Dr.
benutzt um Diaeten abzustauben, Positionen zu bekleiden die Ihm mit dem
ersten Staatsexamen verwehrt geblieben waeren und gute Leute wie Oberst
Klein in die Pfanne zu hauen.
Florian *.* schrieb:> Als er die Diss abgegeben hat war er Minister.
Lt. Wikipedia hat er 2007 abgegeben, 2009 wurde er Minister. Vielleicht
hab ich aber auch was übersehen.
Er war da Bundestagsabgeordneter, hatte 0.0 wissenschaftliches
Interesse und hat das Ding geschrieben bzw. schreiben lassen,
um seine Karriere zu fördern.
Bisher dachte ich immer, ich könnte ihn nicht ausstehen, weil
ich gegelte Leute und Dampfplauderer hasse.
Jetzt hat man einen konkreteren Anlass, passt schon.
Nichtmal daß er Franke ist macht ihn erträglicher.
Ansbach Dragoner schrieb:> Platinenschwenker .. schrieb:>> Im Guttenplug-Wiki ist zu lesen, dass Guttenbergs Inanspruchnahme des>> wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages Kosten in Höhe von 20.000>> Euro verursacht haben soll.>> Wer hat das den schon wieder so schnell ausgerechnet und nach welcher> Methode?>> Darf jeder, ob qualifiziert oder unqualifiziert soetwas ins Wiki> schreiben?>> Und warum gibt es Leute die diese Behauptungen ungeprüft übernehmen und> damit hausieren gehen?
Ob das stimmt kann ich momentan leider auch nicht sagen. Ich kann mir
aber vorstellen, dass der wissenschaftliche Dienst des Bundestages den
Guttenberg so wie es scheint für seine Arbeit beauftragt haben soll
durchaus einiges Kosten verursacht. Vielleicht wird man da noch
genaueres erfahren.
7 Jahre sind auch nicht wenig für ne Dissertation.
Da hat man am Ende vergessen, was am Anfang eigentlich los war.
Auch halte ich es für gewagt, bei einem 500-seitigen Werk überhaupt den
Überblick zu behalten, WAS man eigentlich sagen möchte.
Aber bitte: warten wir es doch ab, was die Wissenschaftler dazu sagen.
Vielleicht kommt ja eine große Ernüchtigung über die Diss von so manchem
Geisteswissenschaftler...
Und die Natur- und Ing.-wissenschaften gewinnen etwas Oberhand. Hier
etwas zu fälschen ist deutlich schwerer und es wird von Kennern schnell
erkannt, wenn Dinge als eigenes Machwerk verwendet werden, die ein
anderer schon in einem Paper beschrieben hat.
Michael K-punkt schrieb:> Auch halte ich es für gewagt, bei einem 500-seitigen Werk überhaupt den> Überblick zu behalten, WAS man eigentlich sagen möchte.
Manchem geht es aber gar nicht darum, sondern nur um zwei
Buchstaben vor dem Namen.
Michael K-punkt schrieb:> Aber bitte: warten wir es doch ab, was die Wissenschaftler dazu sagen.> Vielleicht kommt ja eine große Ernüchtigung über die Diss von so manchem> Geisteswissenschaftler...
Es gibt viele solche Arbeiten, die nichts taugen.
Nur dumm, wenn man mit großen Worten wie Ehrlichkeit und
Aufrichtigkeit als Politiker hausieren geht :-)
Klaus Wachtler schrieb:> Es gibt viele solche Arbeiten, die nichts taugen.> Nur dumm, wenn man mit großen Worten wie Ehrlichkeit und> Aufrichtigkeit als Politiker hausieren geht :-)
In der Physik ist es ja auch vergleichsweise einfach, neue Dinge zu
untersuchen und dabei zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.
Bei Jura - was will man da groß schreiben? Da wird das Schnitzel zum
x-ten Mal in der Pfanne gewendet und was herauskommt ist mehr eine
philosophische Betrachtung als eine wirkliche Neuheit.
Klaus Wachtler schrieb:> Es gibt viele solche Arbeiten, die nichts taugen.> Nur dumm, wenn man mit großen Worten wie Ehrlichkeit und> Aufrichtigkeit als Politiker hausieren geht :-)
Und noch dümmer, wenn man dann auch noch beim Schummeln erwischt wird.
;)
Am dümmsten ist dann aber, einfach alles aalglatt an sich abtropfen zu
lassen. Nach dem Motto, was wollt ihr eigentlich, weist mir doch erst
mal nach was ich falsch gemacht habe.
Vielleicht hat Guttenberg auch auf ein Oder-Hochwasser am Hindukusch
gesetzt, dass ihm genügend Ablenkung von der Copy-and-Paste Affäre
beschert. ;)
>> Es gibt viele solche Arbeiten, die nichts taugen.
Wir haben mal ein Institut evaluiert, welches zur Blauen Liste gehörte
(heute Leibniz-Gemeinschaft). Bei der Durchsicht der dort vertretenen
Institute haben wir auch bei so manchem die Köpfe geschüttlet, ob DAS
jetzt für das Wohl der Menscheit notwendig ist und vom Steuerzahler zu
bezahlen...
Natürlich ist eine solche Einstellung sehr einseitig und mit Vorurteilen
behaftet. Dennoch wundere ich mich, dass man von so vielen Instituten
kaum etwas hört, auch wenn sie z. B. in den Medien vielbesprochene
Themen behandeln.
Michael K-punkt schrieb:> Auch halte ich es für gewagt, bei einem 500-seitigen Werk überhaupt den> Überblick zu behalten, WAS man eigentlich sagen möchte.
Dann sollte man keine 500 Seiten schreiben.
> Auch halte ich es für gewagt, bei einem 500-seitigen Werk überhaupt den> Überblick zu behalten, WAS man eigentlich sagen möchte.
Es reicht doch dicke, wenn man nicht vergisst, dass man sich die viele
Arbeit nur macht ( machen lässt ? ), auf dass man eine 1++ bekomme ...
Florian *.* schrieb:> Uhu Uhuhu schrieb:>>> Jaja, find ich ja auch. Aber als er die Diss geschrieben hat, wußte er>>> ja noch nicht, dass er mal Minister werden würde.
Das Zitat stammt nicht von mir!
Uhu Uhuhu schrieb:> Florian *.* schrieb:>> Uhu Uhuhu schrieb:>>>> Jaja, find ich ja auch. Aber als er die Diss geschrieben hat, wußte er>>>> ja noch nicht, dass er mal Minister werden würde.>> Das Zitat stammt nicht von mir!
Tja, Plagiatismus allenthalben! Oh Gott, wir können nun alle nicht mehr
Minister werden!
Dort hieß es Ehrenwort, hier beginnt es mit einer eidesstattlichen
Erklärung.
Mal sehen, wie es demnächst endet :-)
Ich würde aber nicht auf einen tödlichen Ausgang tippen, zumindest nicht
für ihn.
Klaus Wachtler schrieb:> Dort hieß es Ehrenwort, hier beginnt es mit einer eidesstattlichen> Erklärung.
Für mich ist die Parallele dieses "... ich betone: ...".
Klaus Wachtler schrieb:> Dort hieß es Ehrenwort, hier beginnt es mit einer eidesstattlichen> Erklärung.
Nicht ganz.
Zitat aus der SZ
"Karl-Theodor zu Guttenberg blieb eine eidesstattliche Versicherung
erspart, weil an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität
Bayreuth eine "ehrenwörtliche Erklärung des Bewerbers darüber" reicht,
dass "er die Dissertation selbständig verfasst und keine anderen als die
von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat""
Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/karriere/plagiatsvorwuerfe-gegen-zu-guttenberg-ein-vergehen-kein-versehen-1.1062176
Streng genommen hat er also bereits "seine Ehrenerklärung" abgegeben. ;)
> Mal sehen, wie es demnächst endet :-)>> Ich würde aber nicht auf einen tödlichen Ausgang tippen, zumindest nicht> für ihn.
Das wäre die Sache nicht wert. Soviel Ehre kann es gar nicht geben, um
kläglich in einer Badewanne zu enden. ;)
Michael K-punkt schrieb:> Man soll den Mund halt nicht so voll nehmen wie auf dem Bild!
"Ixh halte jetzt solange die Luft an, bis ihr mir meinen Doktortitel
zurück gebt *mit dem Fuß stampf*"
Klaus Wachtler schrieb:> In der SZ von morgen steht immerhin schon, daß lt. Seehofer> Guttenberg seinen Rücktritt erwägt.
Wäre dann der Beweis dafür, dass er kein Krisenmanagement beherrscht.
Hätte er gleich nach den ersten Vorwürfen in einer längeren Erklärung
sich räumütig der Öffentlichkeit präsentiert und alles zugegeben, wäre
die Sache bereits vom Tisch. Seine Doktorarbeit würde als mahnendes
Beispiel im Archiv verstauben - der Titel wäre zwar weg, aber das
Ministeramt und der Freiherr würde der Öffentlichkeit erhalten bleiben
und mit etwas weniger Borniertheit ab sofort könnte er neues Vertrauen
sich erarbeiten.
Aber so??! So geht alles den Bach runter ..
Besser wird das was als Nachfolger zu erwarten ist eh nicht.
Ja ich weiß. Ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob es jetzt noch eine
Chance für ihn gibt den Zug noch zu stoppen, nachdem die Vorwürfe mit
der Inanspruchsnahme des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags
aufgekommen sind. Mit jeden Tag den er verstreichen lässt wird es enger.
Kann sein das es bereits zu spät ist.
Ja, das wäre die Frage. Wer kommt NACH Guttenberg?
Vielleicht noch ein Nachruf: Einige Jungs werden sich freuen, dass Guddy
sich um die Abschaffung der Wehrpflicht gekümmert hat. Vielleicht gar
keine so schlechte Idee!
Also, wer wird der neue VM? Wen haben wir heute im Anschnitt oder gar im
Angebot?
Markus Söder? Mal kurz nachgesehen: (Zitat Wikipedia)
"Nach dem Abitur 1986 leistete Söder zunächst seinen Wehrdienst ab. 1987
begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, welches er 1991 mit
dem ersten juristischen Staatsexamen beendete."
also ein Guttenberg 2, der hat auch NUR das erste Staatsexamen.
Parallelen?
"Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für
Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrecht an der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Anschließend
absolvierte er bis 1993 ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk und
arbeitete danach als Redakteur. 1998 wurde er an der Universität
Erlangen-Nürnberg mit der Arbeit Von altdeutschen Rechtstraditionen zu
einem modernen Gemeindeedikt. Die Entwicklung der Kommunalgesetzgebung
im rechtsrheinischen Bayern zwischen 1802 und 1818 zum Dr. jur.
promoviert."
Ach nee, auch hier gleich zum Dr. avanciert...
Wer könnte mal DESSEN Diss auf Plagiate checken???
Dr. Spaenle ist Geschichtler und Theologe - könnte also in Afghanistan
gleich als Feld-Geistlicher zum Einsatz kommen.
Qualifikationsmerkmal: Bayerische Schulen sind mindestens so schlecht
ausgerüstet wie die Jungs in Afghanistan
Dr. Heubisch ist Zahnarzt.
Qualifkationsmerkmal: Im Nahkampf ausgebildet (mit Mundmaske)
Dr. Beate Merk ist VOLLJURISTIN (Ja, zweites Staatsexmane inclusive)
Qualifiktaionsmerkmal: Sie ist gegen Killerspiele.
Now make your choice...
Tja, so haben die rechten Ultras in Springerverlag, hamburger Prawda
etc. pp. letztlich wohl ihr bestes Pferd rücksichtslos verheizt.
Daß er sich so verheizen ließ, deutet darauf, daß er nicht gerade das
Rennpferd ist, zu dem er hochstilisiert wurde.
War das etwa eine Symbiose zur Wahrheitsfindung?
Uhu Uhuhu schrieb:> Daß er sich so verheizen ließ, deutet darauf, daß er nicht gerade das> Rennpferd ist, zu dem er hochstilisiert wurde.
Er hatte doch nur die falschen Ghostwriter :-)
Schon lustig, Wedel glaubt nicht was nicht sein kann und nicht sein
darf. "Wie abgeschrieben? Das kann doch nicht sein!" (sinngemäß)
Wedel hat nicht einmal einen Blick in die Arbeit geworfen nach eigenen
Aussagen.
Jörges hält Guttenberg für zu schlau eine solche Dummheit zu begehen
sogar die Einleitung abzukupfern. Fazit Jörges: "Das hat er wohl nicht
selbst geschrieben" (sinngemäß).
Eilmeldung (20.02.2011;22:30/INDA)
Nach Informationen die dem Netzwerk "Iwans Nachrichtendienst Austria"
vor wenigen Minuten aus gut unterrichteten Insiderquellen zugespielt
wurden, erwägt der durch Vorwürfe bezüglich der Unwissenschaftlichkeit
seiner Dissertation in die Schlagzeilen gekommene Verteitigungsminister
der BRD, Karl-Theodor zu Guttenberg (39, CSU), von seinem Amt
zurückzutreten.
Guttenberg werde die Bekleidung des Amt des Verteidigunsministers
demnach mit Ende Februar ablegen, so die Informanten. Weiter hieß es:
"Der Minister will sich in Zukunft wieder vermehrt ausserpolitischen
Dingen widmen. Er hat das Amt mit bestem Wissen und Gewissen stets nach
seinen vollsten Möglichkeiten ausgefüllt, dabei kam aber oft das
Privatleben zu kurz." Die Frage nach seinem Nachfolger sei parteiintern
noch nicht vollständig gelöst, allerdings könne sich laut Stimmen aus
selbigen Kreisen Kanzlerin Dr. Angela Merkel (56, CDU) den derzeitigen
Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Dr. med. Wolfgang Böhmer (75, CDU),
gut für diesen Posten vorstellen.
Interview mit Prof. Dr. Eckhard Freise:
"Dr. zu Guttenberg kann seinen Titel nicht selbst ablegen. Das geht
nicht. Nur die Institution die ihm den Titel verliehen hat kann ihm den
Titel wieder entziehen". (sinngemäß, jedoch fast wörtlich)
Dann noch sein Nachsatz "Aber das kommt ja noch." (wörtlich)
Prof. Dr. Eckhard Freise meint
Man muss Guttenberg die bewusste Täuschung nachweisen. Getäuscht hat
er auf jeden Fall (so Freise). Ob er jedoch bewusst getäuscht hat das
ist die Frage und das muss man ihm laut Promotionsordnung erst mal
nachweisen (können).
Insofern hält Prof. Freise es möglich dass Guttenberg hier aus dem
Verfahren noch mit heiler Haut rauskommen kann.
Darüber scheint er allerdings nicht glücklich, weil seine Studenten
bereits jetzt sagen, "ich mach den Gugelberg".
Platinenschwenker .. schrieb:> Man muss Guttenberg die bewusste Täuschung nachweisen.
Das wäre bei einer handvoll fehlerfaften Zitaten schwierig, aber bei
über der Hälfte des Umfangs der Diss bleibt nichts, als bewußte
Täuschung.
Nur etwas offtopic:
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=4559
manchmal fällt der Apfel doch was weiter weg vom Stamm. Anscheinend ist
der Vater aus einem ganz anderen Holz geschnitzt als sein Sohn.
Uhu Uhuhu schrieb:> Platinenschwenker .. schrieb:>> Man muss Guttenberg die bewusste Täuschung nachweisen.>> Das wäre bei einer handvoll fehlerfaften Zitaten schwierig, aber bei> über der Hälfte des Umfangs der Diss bleibt nichts, als bewußte> Täuschung.
Ich weiß nicht ob du die Sendung gerade gesehen hast. Prof. Freise kennt
sich anscheinend mit dieser Thematik (Promotionsordnung) recht gut aus.
Es gibt anscheinend einen möglichen Auslegungsspielraum der Vokabel
"bewusst" in der Promotionsordnung. Bewusst muss demnach möglicherweise
nicht einfach heißen "habe ich getan" sondern "habe ich mit Vorsatz und
vielleicht sogar Böswilligkeit getan" so wie ich den Prof. hier
verstanden habe. Kann die Uni ihm (Guttenberg) das jedoch nicht
nachweisen, so gilt die Arbeit als wortwörtlich "aus dem
Prüfungsverfahren als geheilt hervorgegangen", d.h. er behält seinen
Titel.
Allerdings wenn die in Bayreuth hier wirklich so einen "Dreh"
konstruieren, dann werden sie sich selber beschädigen und den guten Ruf
solcher Arbeiten hierzulande ebenfalls und zwar nachhaltig.
Hier ein historischer Parallelfall:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Postel
War zwar kein Minister, aber auch ein falscher Doktor. Gegen Postel ist
KTG ein phantasieloser Stümper...
Erinnere dich was Guttenberg in seiner letzten Stellungnahme verlauten
lies, er nannte explizit er hätte nicht "bewusst" getäuscht. Jetzt nach
der Sendung glaube ich, er hat sich diesen Text bereits mit juristischem
Rat auf das was auf ihn zukommt bereits sehr gezielt formuliert. Er
weiß, auf welche Vokabel es ankommt.
Platinenschwenker .. schrieb:> er nannte explizit er hätte nicht "bewusst" getäuscht
Das kann er seiner Omma erzählen. Wer über 2/3 seiner Diss
zusammegeklaut hat, hat das bewußt getan, wenn er nicht völlig
unzurechnungsfähig und damit untauglich zu einem Ministeramt ist.
Und es handelt sich tatsächlich um Betrug, nicht nur um Täuschung: Durch
die Dissertation ist er zum Volljuristen geworden und hat damit die
Befähigung zum Richteramt, die er sonst durch das fehlende zweite
Staatsexamen nicht hätte.
Michael K-punkt schrieb:> Würd mich nicht wundern, wenn es Absicht war, die GUT-Story knapp vor> die HH-Wahl zu platzieren.... Das Wahlergebnis zeigt ja in diese> Richtung.
Wenn man das hätte strategisch ausnutzen wollen, dann hätte man sich das
doch noch viel länger aufgehoben. Die Hamburg-Wahl wär' dafür doch viel
zu schade.
Uhu Uhuhu schrieb:> Michael K-punkt schrieb:>> Das Wahlergebnis zeigt ja in diese Richtung.>> Die wären auch ohne Gutty abgeschifft...
Das glaub ich in Hamburg auch.
Wär das ganze Taktik gewesen, hätte man das ganze später, näher an die
anderen Landtagswahlen gelegt.
Uhu Uhuhu schrieb:> Michael K-punkt schrieb:>> Das Wahlergebnis zeigt ja in diese Richtung.>> Die wären auch ohne Gutty abgeschifft...
Aber sicher ist sicher. Mit 62 Sitzen hat jetzt die SPD die absolute
Mehrheit.
Ich bin kein SPD-Freak, aber es ist gut, dass es auch mal wieder ohne
Kompromisse mit irgendwelchem Koalitionsgedusel geht.
Durch diese Ränkespiele und vor allem durch die wechselnden Mehrheiten
dann im Bundestag wird es zunehmend unmöglich in diesem Land Dinge
voranzutreiben und umzusetzen.
Uhu Uhuhu schrieb:> Platinenschwenker .. schrieb:>> er nannte explizit er hätte nicht "bewusst" getäuscht>> Das kann er seiner Omma erzählen. Wer über 2/3 seiner Diss> zusammegeklaut hat, hat das bewußt getan, wenn er nicht völlig> unzurechnungsfähig und damit untauglich zu einem Ministeramt ist.>> Und es handelt sich tatsächlich um Betrug, nicht nur um Täuschung: Durch> die Dissertation ist er zum Volljuristen geworden und hat damit die> Befähigung zum Richteramt, die er sonst durch das fehlende zweite> Staatsexamen nicht hätte.
Natürlich hat er getäuscht. Entweder er hat all das selber verzapft oder
(so wie Jörges meinte) er hat diese "seine" Arbeit gar nicht erst selbst
geschrieben. In beiden Fällen hätte er nicht nur getäuscht, sondern auch
die Allgemeinheit belogen. Die Sache mit dem Wissenschaftlichen Dienst
ist ja auch noch hinzuzurechnen. Dennoch bin ich bespannt, ob die
Bayreuther Herrschaften ihn mit der Promotionsordnung drankriegen oder
ob die Vokabel "bewusst" den Spielraum eröffnet, um ihn davonkommen zu
lassen. Ich schätze mal, je länger es dauert, bis man sich dort über
seine Arbeit äußert, desto mehr könnte der Fall eintreten, dass er
davonkommt. Denn wenn die Sachlage für die Uni eindeutig ist gibt es
keinen Grund, nicht auch schnell die Arbeit zu verwerfen. Bin gespannt.
;)
Michael K-punkt schrieb:> Würd mich nicht wundern, wenn es Absicht war, die GUT-Story knapp vor> die HH-Wahl zu platzieren.... Das Wahlergebnis zeigt ja in diese> Richtung.
Ne, das hat nun wirklich nix damit zu tun. Das eine Frau Hohlmeier wie
heute geschehen sofort die Intrige als wahren Grund für Gutti's Dilemma
unterstellt ist die eine typische parteipolitische Reaktion. Das ist
aber Kappes, weil man dann bereits viel eher hätte die Arbeit angreifen
können. Oder noch besser, man hätte damit bis kurz vor den nächsten
Bundestagswahl gewartet. Dann wäre die Wirkung brachial gewesen. Denke
nur mal daran, Gutti hätte keinen seiner bereits zahlreichen
öffentlich-gebuchten Auftritte mehr abhalten können. Der hätte nur noch
Spott geerntet ebenso wie in Fernsehdiskussionen. Nein, Merkel muss die
Sache dringlichst vom Tisch haben. So eine offene Flanke kann sie sich
nicht leisten. Schon die Wahl im BaWü im März ist von entscheidender
Bedeutung für das schwarz-gelbe Lager und viel wichtiger als das kleine
Hamburg, wo das Hinschmeißen von Ole von Beust heute noch nachgewirkt
hat.
Gutti wird momentan zum innerkoalitionären "Sicherheitsrisiko". ;)
Den Wissenschaftlichen Dienst hat Gutti anscheinend nicht nur einmal für
sich arbeiten lassen laut
http://www.focus.de/politik/deutschland/guttenberg-weiteres-bundestags-gutachten-verwendet_aid_602178.html
Zitat
"In Wahrheit sind die nachfolgenden 15 Seiten, die Guttenberg auf Seite
199 mit der Fußnote einleitet, fast zur Gänze wörtliche Kopien des
Gutachtens, das FOCUS Online vorliegt.
Nur an wenigen Stellen griff Guttenberg marginal ein, änderte zum
Beispiel ein „obwohl“ durch ein „obgleich“. Zudem kürzte er die
Expertise leicht: Auf mehreren Seiten strich er jeweils ein paar Zeilen
oder einen Absatz."
Merkel will ihren Top-Mann aber auch ohne Doktortitel halten. Damit
versucht Merkel den Politiker Guttenberg wie die SZ schreibt vom
Wissenschaftler Karl-Theodor zu Guttenberg "zu trennen". Problem dabei,
die Frage der Glaubwürdigkeit ihres Verteidigungsministers wird Merkel
nicht mehr los werden.
Dazu hat auch das erzkonservative Blatt FAZ einen längeren, lesenswerten
Artikel geschrieben:
http://www.faz.net/-01ovxb
Platinenschwenker .. schrieb:> Dazu hat auch das erzkonservative Blatt FAZ einen längeren, lesenswerten> Artikel geschrieben:>> http://www.faz.net/-01ovxb
In der Tat lesenswert. Aber was soll das mit dem 'erzkonservative(n)
Blatt FAZ' in dem Zusammenhang?
Uhu Uhuhu schrieb:> Platinenschwenker .. schrieb:>> Dazu hat auch das erzkonservative Blatt FAZ einen längeren, lesenswerten>> Artikel geschrieben:>>>> http://www.faz.net/-01ovxb>> In der Tat lesenswert. Aber was soll das mit dem 'erzkonservative(n)> Blatt FAZ' in dem Zusammenhang?
Ist dir nicht schon öfter mal aufgefallen, dass das konservative Lager
mit den Helden "ihres Stammes" sehr viel glimpflicher umgeht, als mit
Verfehlungen aus dem anderen politischen Lager, beispielsweise aus dem
linken Spektrum? Das siehst du doch schon daran, dass sich einer wie
Paul Kirchhof erst gar nicht beschwerte als Guttenberg seine Texte
abkupferte. Ich möchte nicht wissen, wie viele wie Kirchhof schon lange
wussten, dass Guttenbergs Doktorarbeit nur so strotzt vor plagiathaften
Ungereimtheiten. Aber einem aus dem eigenen Laden lässt man halt solange
es irgend geht in Ruhe und gewähren. Wenn das Abkupfern nicht so
offensichtlich gewesen wäre, wie es ist, hätte auch die FAZ nicht
umgeschwenkt, sondern wie so oft die Linie "der politische Gegner will
dem was anhängen gefahren". Probiert haben's ja einige Blätter gleich zu
Beginn der ersten Enthüllungen mit ihrer Lescano + Ypsilanti + Attac
Kampa. Die FAZ hat aber wohl gemerkt, bei Guttenberg ist nichts mehr zu
retten für das eigene Lager, sonst blamiert man sich als seriöse Zeitung
noch bis auf die Knochen. Also wird Gutti (auch vom konservativen Lager)
nicht mehr mit Samthandschuhen angepackt und die Fakten werden (zum
Glück) gedruckt.
Michael K-punkt schrieb:> Bei einem Verteidigungsminister ist es auch egal, wenn mal ein Schuss> nach hinten losgeht. Dumm nur für die, die hinter ihm stehen.
:-)
Er hat doch heute ein neues Statement abgegeben, hat "noch mehr Fehler"
eingeräumt und wie er sagte in den 7 Jahren wohl Zitat "die Übersicht
verloren" über sein Schriftgut. Tja!
Platinenschwenker .. schrieb:> Ist dir nicht schon öfter mal aufgefallen, dass das konservative Lager> mit den Helden "ihres Stammes" sehr viel glimpflicher umgeht, als mit> Verfehlungen aus dem anderen politischen Lager, beispielsweise aus dem> linken Spektrum?
Willst du damit sagen, der Freiherr sei ein Linker?
Das ist er ganz bestimmt nicht, er ist nur anders knallerechts, als die
FAZ-Schreiber. Das Einzige, was man eventuell daraus schließen könnte
ist, daß es auch in rechten Zirkeln Fraktionen gibt, die sich
gegenseitig nichts schenken.
Aber eines ist mir schon öfters aufgefallen: "Erzkonservative" haben -
wenn sie nicht gerade mit ihren Ränkespielen beschäftigt sind - häufig
einen deutlich ausgeprägteren Willen zur Wahrheitsfindung, als "Linke".
Uhu Uhuhu schrieb:> Platinenschwenker .. schrieb:>> Ist dir nicht schon öfter mal aufgefallen, dass das konservative Lager>> mit den Helden "ihres Stammes" sehr viel glimpflicher umgeht,>> als mit Verfehlungen aus dem anderen politischen Lager,>> beispielsweise aus dem linken Spektrum? [Herv. d. I.]>> Willst du damit sagen, der Freiherr sei ein Linker?
Uhu, dein Parser hat ernsthafte Syntax-Probleme.
@ Иван S. (ivan)
Ivan du hast es erfasst und zu Uhu, die FAZ ist kein linkes Blatt und
der Freiherr ist natürlich kein Linker. Aber ich denke ich habe klar
beschrieben was ich meinte. Und den besseren Willen zur Wahrheitsfindung
im rechtskonservativen Lager halte ich für eine Wunschvorstellung. Da
müssten sie erst mal ehrlicher mit dem Thema Mindestlohn umgehen und
sofort ihre Arbeitgeber gesteuerten Lügenorganisationen die sich
"cristliche Gewerkschaften" schimpfen zurückziehen, ebenso wie ihre
Denkfabriken wie "Neue soziale Marktwirtschaft". All das sind
Lügenkonstrukte, die nur dazu dienen die Wertvorstellungen der
kapitalträchtigen, neokonservativen Wirtschaftslenker unserer
GEsellschaft aufzupfropfen. Einer Ursel von der Leyen (die die
Parteilinie umzusetzen hat) muss dann mühsam in endlosen Verhandlungen
das abgerungen werden, was vor 25 Jahren noch eine
Selbstverständlichkeit in unserem Land war, nämlich "Arbeit muss sich
wieder lohnen". Dieser Satz wird von denen, die ich gerade angesprochen
habe, stets nur immer in ihrem Sinn ausgelegt. Diese Herren meinen
nämlich in Wahrheit "Arbeit muss sich für große Unternehmen lohnen,
damit die Gewinnquote stimmt", der Rest interriert die Herren nicht. Ich
empfehle mal zu diesem Thema sich die Aufzeichnung des Gesprächs gestern
im ZDF mit Volker Panzer anzuschauen. Da war Götz Werner dabei. Wirklich
sehenswert, wenn man selber mal den Mut hat die ideologische Brille für
einen Moment abzusetzen.
So wie es scheint hat Guttenberg jetzt die Uni Bayreuth gebeten Zitat
"seinen Doktortitel zurückzunehmen". Prüfen muss die Uni wohl trotzdem,
wie es heißt.
Platinenschwenker .. schrieb:> Und den besseren Willen zur Wahrheitsfindung> im rechtskonservativen Lager halte ich für eine Wunschvorstellung.
Das ist schlicht eine Beobachtung. Ein Beispiel ist die FAZ i.S. KTG,
ein weiteres Michael Buback.
> Da> müssten sie erst mal ehrlicher mit dem Thema Mindestlohn umgehen und> sofort ihre Arbeitgeber gesteuerten Lügenorganisationen die sich> "cristliche Gewerkschaften" schimpfen zurückziehen, ebenso wie ihre> Denkfabriken wie "Neue soziale Marktwirtschaft".
Der Unterschied ist, daß sich die "Rechten" durchaus darüber im Klaren
sind, wenn sie Ideologie verbreiten. Die "Linken" haben da zuweilen
erhebliche Probleme. Letzere haben sogar einen ausgeprägten Hang, eigene
Lügen zu glauben.
Sobald Interessen eine Rolle spielen, geht die Wahrheitsliebe den Bach
runter.
Platinenschwenker .. schrieb:> Ist dir nicht schon öfter mal aufgefallen, dass das konservative Lager> mit den Helden "ihres Stammes" sehr viel glimpflicher umgeht, als mit> Verfehlungen aus dem anderen politischen Lager,
Stallgeruch ist ein Odeur aus Pi.... und Sch... . Es ist Voraussetzung
das du ein Ars.... bist um "rechts" zu sein. Das ganze rechte Lager ist
ein Haufen rücksichtsloser Selbstbediener, Profilneurotiker und sog.
Christen (ein verkommener Haufen dessen Restethik darin besteht sich
selbst bei gesetzlich geschützten Laberritualen reinzuwaschen).
Diese Mischpoche wird nur von wenigen fast! übertroffen, der "Mitte" und
den "Linken". Dazwischen ein paar hoffnungslos naive Idealisten,
homöopathisch aber homogen über die Fraktionen verteilt. Das ganze nennt
sich "Parteienlandschaft" eine Art Sickergrube des größten Abschaums.
Wer so etwas wählt tut mir nur Leid
Uhu Uhuhu schrieb:> Platinenschwenker .. schrieb:>> Und den besseren Willen zur Wahrheitsfindung>> im rechtskonservativen Lager halte ich für eine Wunschvorstellung.>> Das ist schlicht eine Beobachtung. Ein Beispiel ist die FAZ i.S. KTG,> ein weiteres Michael Buback.
Wie ich das mit der FAZ sehe sagte ich bereits. Ich halte die SZ
diesbezüglich für spürbar ausgewogener und ehrlicher.
Das Thema "Buback" ist für mich ein Randthema. Der Mindestlohn betrifft
viele Millionen Menschen.
> Der Unterschied ist, daß sich die "Rechten" durchaus darüber im Klaren> sind, wenn sie Ideologie verbreiten. Die "Linken" haben da zuweilen> erhebliche Probleme.
Naja, wenn sich "die Rechten" (bleiben wir mal bei dem Begriff) darüber
auch noch im klaren sind, dann handeln sie mit Vorsatz. Das macht die
Sache nicht besser, im Gegenteil. Das halte ich für schlimmer als wenn
Linke aus Überzeugung ihrer Quark verbreiten. Bei letzteren hat das des
öfteren dann eher was drolliges.
> Letzere haben sogar einen ausgeprägten Hang, eigene> Lügen zu glauben.
Vom Glauben sind wir alle irgendwo betroffen. WIR GLAUBEN in Mehrzahl
das ein auf Zinseszins basierendes exponentielles Wirtschaftssystem auf
Dauer unseren Wohlstand sichert. Dagegen ist zumindest noch keiner auf
die Strasse gegangen.
> Sobald Interessen eine Rolle spielen, geht die Wahrheitsliebe den Bach> runter.
Das gilt für viele, völlig unabhängig von der politischen Einstellung.
Platinenschwenker .. schrieb:> Naja, wenn sich "die Rechten" (bleiben wir mal bei dem Begriff) darüber> auch noch im klaren sind, dann handeln sie mit Vorsatz. Das macht die> Sache nicht besser, im Gegenteil.
So lange sie mit Vorsatz handeln, sind sie sich im Klaren darüber, was
sie tun.
Wenn ein KTG sich mit "Fehlern" herausredet, dann lügt er entweder, oder
er ist ein hoffnungsloser Dummkompf.
> Das halte ich für schlimmer als wenn Linke aus Überzeugung ihrer Quark> verbreiten.
Moralisch vielleicht, aber das ist nicht mein Ding. Leute, die Quark
verbreiten und den auch noch selbst glauben, sind hoffnungslose Idioten.
Das ist irreparabel.
@ Uhu
Wenn du mal ein Beispiel für ideologische Sichtweise haben möchtest was
hier zum Forenthema passt, dann schaue dir die letzte Anne Will Sendung
an und die Äußerungen der Strauss' Tochter Monika Hohlmeier zum Fall
Guttenberg. Ich sage nur, marginalisieren, nicht wahrnehmen und die
politische Intrige des Gegners ins Feld führen. Soviel zum Stichwort
"Wahrheitsliebe" im konservativen Lager.
Uhu Uhuhu schrieb:> Moralisch vielleicht, aber das ist nicht mein Ding. Leute, die Quark> verbreiten und den auch noch selbst glauben, sind hoffnungslose Idioten.> Das ist irreparabel.
Tja. Nur kann der Idiot nun mal per Definition nix für seine Idiotie. Er
ist einfach ein geistig armer Mensch. Oder wäre nach deiner Definition
wäre der Geistig Behinderte schlimmer als der Schlaumeier der mit
Vorsatz lügt? Ich hoffe nicht.
Platinenschwenker .. schrieb:> Vom Glauben sind wir alle irgendwo betroffen. WIR GLAUBEN in Mehrzahl> das ein auf Zinseszins basierendes exponentielles Wirtschaftssystem auf> Dauer unseren Wohlstand sichert.
Ich empfehle diesbezüglich immer die Lektüre der Werke von Silvio Gesell
und Prof. Bernd Senf, die Betrachtung des sogenannten Wunders von Wörgl
und die Gedanken zur Einführung einer vierten Gewalt, namentlich der
Monetative.
> Dagegen ist zumindest noch keiner auf die Strasse gegangen.
Unwahrscheinlich, mMn.
Iwan
Nur mal so am Rande: Ne Doktorarbeit schreibt sich mal nicht so von
alleine.
Ne wahre Story: Ich war in den USA und habe dort den Master gemacht.
(Master of Science). Am Semesterende wurden die Leute, die es geschafft
hatten auf der Sommerparty vom Dekan genannt und es gab Applaus - voll
geil!
Ich wartete darauf, dass nun auch MEINE Name käme...... aber er kam
NICHT.
Ich sprach die Sache an....
Die Administration hatte sämtliche Daten von mir gelöscht und so war ich
in der ganzen Uni-Verwaltung vollständig unbekannt.
Mit viel Mühe pfriemelten sie dann die Daten wieder zusammen und ich
habe den Master offiziell bekommen.
Doch der Tag war erst mal voll versaut.
Daher: Ein Uni-Abschluss ist mehr schon was anderes im Puff vordrängeln
und keine Haare am Sack haben. Da steckt auf jeden Fall ne Menge Arbeit
drin.
Für KTG sind die letzten Tage sicher ne riesen Enttäuschung.
> Für KTG sind die letzten Tage sicher ne riesen Enttäuschung.
Das mag sein, nur ist er nicht das Opfer. Die Gelackmeierten sind doch
seine Parteifreunde, die Kanzlerin, die Uni und all diejenigen, die
ehrlich ihre Arbeiten verfasst haben.
Übrigens morgen bei Maischberger in der ARD,
"Der Schummelbaron - Frechheit siegt".
Bin gespannt.
Platinenschwenker .. schrieb:> Das mag sein, nur ist er nicht das Opfer. Die Gelackmeierten sind doch
Es ist ungefähr so, wie wenn du in einer Raumfähre sitzt und einer lässt
tierisch einen fliegen... lüften unmöglich!
Michael K-punkt schrieb:> Es ist ungefähr so, wie wenn du in einer Raumfähre sitzt und einer lässt> tierisch einen fliegen... lüften unmöglich!
Raumfahrer haben sowieso Hornhaut in der Nase ;-)
Arno R. schrieb:> Mir wäre lieber er würde zurücktreten, ob mit oder ohne> Dr. Titel.>> Lügner und Betrüger haben wir genug in der Regierung.
Is ja jetztmal gut, denn die wenigsten mussten deswegen aufhören.
Und zur Erinnerung: die einzige Gewählte ist hier die Bundeskanzlerin,
die anderen sind lediglich ernannt; na gut, das vereidigt schiebe ich
noch hinterher.
Gerry E. schrieb:> Und zur Erinnerung: die einzige Gewählte ist hier die Bundeskanzlerin,> die anderen sind lediglich ernannt; na gut, das vereidigt schiebe ich> noch hinterher.
Na ich würde sagen nur der Bundespräsident ist gewählt. Die Kanzlerin
wird wohl vom Bundestag gewählt. klugscheiß ;)
Der Praesident auch nicht direkt sondern von der Bundesversammlung.
(besser klugscheiss)
Was kommt dabei raus, wenn man alle (!) deutschen Maenner mittelt?
: Christian Wulf.
Uhu Uhuhu schrieb:> Der Herr redet von Fehlern, dabei hat er nur einen gemacht: er hat> gedacht, den Betrug bemerkt keiner.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Geschichte mit Guttenberg nur
darum aufgetischt, um die entsprechenden Leute ein wenig von
Castor-Transporten abzulenken.
Arno R. schrieb:
>> Lügner und Betrüger haben wir genug in der Regierung.
..., nicht nur dort:
Lügen und Betrügen; It's not a bug, It is a feature. Aber nur wenn man
sich nicht erwischen läßt.
Dies freilich wird in Zeiten des Internets genauso schwieriger wie es,
wie das Lügen und Betrügen leichter wird, da hier die
Informationsfreiheit und gemeinsame Wissensbasis zu einer Parität führt,
welche auch den bisher Ohnmächtigen zur Verfügung steht und somit das
Machtinstrument des Herrschaftswissens zunehmend stumpf werden lässt.
Dies freilich ist wieder ein Prozess, welcher auch einen Gegenläfigen
nach sich zieht. Daran wird bereits tüchtig gewerkelt. Kontrolle und
Zensur im Inet... "Das INet darf kein Rechtsfreier Raum sein", jeder
denke sich da seinen Teil.
Was wir gerade in der arabischen Welt erleben ist ein Paradebeispiel
dieser Entwicklung, mit allen Nuancen.
Politiker(Lügner/Betrüger/Verbrecher)welche die Entwicklung der neuen
Informationsstrukturen verschlafen haben und so ihre Macht einbüßten,
und der Versuch sie durch Kontrolle/Störung dieser
Informationsstrukturen die Macht zurück zu erobern, und deren daran
Scheitern, das Wissen welches einmal in der Welt ist kurzfristig nicht
mehr zurückzuholen ist.
Namaste
"Den Doktortitel zurückgeben" - So etwas geht gar nicht und gibt es auch
nicht.
Das ist nur ein PR-Trick vom Lügen-Baron, der Öffentlichkeit zu
suggerieren er ziehe Konsequenzen. Und die CxU fasselt immer noch von
Fußnoten und vergessenen Anführungszeichen und versucht eine Lapalie
draus zu machen.
Dabei kann sich jeder im GuttenPlag-Wiki¹ sein eigenes Bild machen, dass
der Google-Berg ganz offensichtlich mit voller Absicht abgeschrieben
hat. Warum sonst sollte er abgeschriebene Absätze leicht angepasst
haben, Füllwörter und Übergangsfloskeln eingebaut habe und u.a. von
einem Erst-Semester abgeschrieben haben?!?!
Einfache Studenten fliegen wegen geringeren Verfehlungen von der Uni.
Zum Glück gibt es aber das (böse) Internet: So kann jeder, der noch ein
Rest-Hirn hat, sich selbst objektiv informieren, ohne die rosa-rote
Brille bestimmter Massenmedien.
Die Guttenberg ist nichts weiter als ein einfacher Betrüger.
[1] http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki
Lafuter Z. (lafuter) schrieb:
> "Den Doktortitel zurückgeben" - So etwas geht gar nicht und gibt es auch> nicht.> Das ist nur ein PR-Trick vom Lügen-Baron, der Öffentlichkeit zu> suggerieren er ziehe Konsequenzen.
Geht in der Tat nicht. Darüber entscheidet die Uni.
> Und die CxU fasselt immer noch von> Fußnoten und vergessenen Anführungszeichen und versucht eine Lapalie> draus zu machen.
Sie versuchen zu marginalisieren und bei einem nicht kleinen Teil der
Bevölkerung klappt dieser Trick anscheinend auch. Noch dazu hat
Guttenberg die Öffentlichkeit mit seinen ersten Reaktionen nach Strich
und Faden belogen. Das vergessen die meisten dabei. Da hatte Guttenberg
die Vorwürfe nämlich noch als absurd und unzutreffend dargestellt.
> Zum Glück gibt es aber das (böse) Internet: So kann jeder, der noch ein> Rest-Hirn hat, sich selbst objektiv informieren, ohne die rosa-rote> Brille bestimmter Massenmedien.
Es haben sich bereits zahlreiche Hochschulprofessoren in guten
Fernsehbeiträgen zur Sache geäußert. Deren Meinung ist einhellig, hier
hat einer mit Vorsatz (anders (so sagen viele der Profs) ginge es bei
den vielen Textstellen ja gar nicht) betrogen. Der Titel gehöre deshalb
aberkannt.
Platinenschwenker .. schrieb:> Es haben sich bereits zahlreiche Hochschulprofessoren in guten> Fernsehbeiträgen zur Sache geäußert. Deren Meinung ist einhellig, hier> hat einer mit Vorsatz (anders (so sagen viele der Profs) ginge es bei> den vielen Textstellen ja gar nicht) betrogen. Der Titel gehöre deshalb> aberkannt.
Es will aber doch keiner wirklich diesen Verteidigungsminister weghaben.
Wer käme dann danach? Wer, bitteschön?
Vorhin sah ich bei einem Kumpel eine Reportage von 3 SAT.
http://www.3sat.de/page/?source=/nano/natwiss/152097/index.html
Daraus ging hervor, daß es eine ganze Mannschaft von Leuten gibt, die
gegen eine entsprechende Anzahl von Scheinen und Münzen ganze Diplom-
arbeiten zusammenbasteln.
MfG Paul
> Es will aber doch keiner wirklich diesen Verteidigungsminister weghaben.> Wer käme dann danach? Wer, bitteschön?
Kein Problem, das macht dann unsere Perle gleich mit !
Lt. GG ist schliesslich SIE im Verteidigungsfall
( auch wenn in diesem Fall ganz weit "vorne" am Hindukusch
"tragischerweise gefallen" wird )
ohnehin zuständig, und das spart zusätzlich Kosten ...
U. B. schrieb:>> Es will aber doch keiner wirklich diesen Verteidigungsminister weghaben.>> Wer käme dann danach? Wer, bitteschön?>> Kein Problem, das macht dann unsere Perle gleich mit !>> Lt. GG ist schliesslich SIE im Verteidigungsfall> ( auch wenn in diesem Fall ganz weit "vorne" am Hindukusch> "tragischerweise gefallen" wird )> ohnehin zuständig, und das spart zusätzlich Kosten ...
Ich gebe zu: der ist gut. ;-)
Gerry E. schrieb:> Platinenschwenker .. schrieb:>> Es haben sich bereits zahlreiche Hochschulprofessoren in guten>> Fernsehbeiträgen zur Sache geäußert. Deren Meinung ist einhellig, hier>> hat einer mit Vorsatz (anders (so sagen viele der Profs) ginge es bei>> den vielen Textstellen ja gar nicht) betrogen. Der Titel gehöre deshalb>> aberkannt.>> Es will aber doch keiner wirklich diesen Verteidigungsminister weghaben.> Wer käme dann danach? Wer, bitteschön?
Wer käme danach? Die Antwort darauf ist eigentlich relativ einfach: ein
anderer. ;)
Guttenberg verdankt seinen bisherigen Sympathiebonus eigentlich nur zwei
Umständen: Bei der Bevölkerung hat er Sympathie errungen, dank der
schönen Bilder, die mit ihm und seiner Frau in Liaison mit der Bild, der
Boulevardpresse und gewissen Fernsehsendern über Monate uns um die Ohren
gehauen wurden. Im Bundestag hat er mit dem Anpacken der
Bundeswehrreform und dem scharen der notwendigen Mehrheiten um sich
(auch und vor allem in den eigenen Reihen) Ansehen erworben. Jedoch ist
das Ansehen mit seinen vorschnellen Entscheidungen bzw. Fehlschlüssen
(er musste sich mehrfach korrigieren) bereits spürbar gesunken. Dazu
liest man am besten mal den Artikel in der FAZ
http://www.faz.net/-01ovxb
Sein Versuch in der Plagiataffäre zu Beginn die Vorwürfe als wörtlich
"absurd" und "nicht zutreffend" darzustellen setzt seine Linie der
krassen Fehleinschätzungen und der Selbstverliebtheit nahtlos fort. Bei
seinem letzten Auftritt in Hessen versuchte er die Leute derart für dumm
zu verkaufen, indem er ihnen vormachte ER Guttenberg sei DER Handelnde
in seiner Angelegenheit der Plagiatsaffäre, indem ER der Universität
doch "richtigerweise" bereits das Ruhen seines Doktortitels angeboten
hätte. Und die Narren haben es ihm mit Applaus abgekauft, weil sie alle
auf den schönredenden Blendkönig hereinfallen. In Wahrheit hat er
Scheibchenweise nur das zugegeben, was man ihm nachgewiesen hat. Er hat
nicht agiert, er hat nur reagiert. Seine "Krisenbewältigung" ist
eine einzige peinliche Katastrophe. Namhafte Professoren sehen das noch
aus ganz anderem Licht, nämlich das er sich mit seiner plumpen
Fälschung, von der er mal eben frech behauptet, sie sei wortwörtlich
"keine Absicht gewesen", schlicht strafbar gemacht hat. Ein Prof.
meinte, in solchen Fällen würde in der Regel ein Strafbefehl über 9000
Euro zugestellt und die Karriere bekäme einen Knick. Gelogen hat
Guttenberg auf jeden Fall, indem er plötzlich von "gravierenden Fehlern"
sprach, als er uns noch vor wenigen Tagen erzählte "höchstens mal ein
Kommafehler oder EIN nicht korrektes Zitat" seien in seiner in sieben
Jahren verfassten Doktorarbeit enthalten. Wenn Herr Guttenberg wie
geschehen an einem einzigen Wochenende plötzlich merkt, dass da
gravierende Fehler enthalten seien, warum ist er in einer Zeitspanne von
7 Jahren vor dem Abgabetermin nicht drauf gekommen? Und warum bekam er
für dieses Plagiat die Bestauszeichnung? Waren die alle blind oder war
da vielleicht Vitamin B im Spiel?
Dieser Minister nimmt es nicht so genau mit der Wahrheit, das steht
jetzt definitiv fest und ob so jemand wirklich geeignet ist, nicht nur
die deutschen Streitkräfte zu befehligen und uns im Ausland zu
vertreten, sondern auch in direkter Führung zwei
Bundeswehr-Universitäten unter sich zu vereinen, das sollte sich mal
jeder selbst gut überlegen.
Hm .. interessant. Jutta Ditfurth fiel heute ein wie sie ihn einmal
nannte: Der Schnösel aus dem Schloss. ;-)
Und dann erinnerte sie mal daran, dass hier ein Guttenberg als Jurist
doch eigentlich hätte im Bilde sein bzw. genau wissen müssen, was man
"darf" und was nicht.
Morgen (Mittwoch) stellt sich der Freiherr einer aktuellen Stunde im
Bundestag zu seiner Sache.
Um nochmal auf Gert Postel zurückzukommen: hier ist ein Fernsehauftritt
- leider in sehr bescheidener Ton- und Bildqualität, aber höchst
eindrucksvoll: http://www.gert-postel.de/tvprogramm.htm
Platinenschwenker .. schrieb:> Wer käme danach? Die Antwort darauf ist eigentlich relativ einfach: ein> anderer. ;)
Die Antwort ist falsch, es wird ein Politiker sein ;-).
Die nächste austauschbare Figur, Kasperletheater einer sklerotischen
Mediendemokratie. Es geht um (Selbst)Darstellung der nicht grundlos,
mäßig bezahlten Schauspieler.
Die Idee das ein einzelner in einem Riesenapparat groß was bewegen kann
oder gar besser machen kann ist einfach lächerlich. Dazu noch max. ein
paar Jahre.
Wer aber denkt das alles Gute von oben kommt (was nachweislich falsch
ist) der glaubt auch an Lichtgestalten wie Typen die nicht mal ihre
Diss. anständig fälschen können.
Einen besseren Duktus in Sachen Außen. und "Verteidigung" trifft meiner
Meinung nach diese Webseite:
http://www.german-foreign-policy.com/
Mir stößt an der Affäre noch was anderes auf: Könnte es sein, daß der
Hochadel eine Chance wittert, wieder die Macht zu übernehmen?
Wenn es gelingt, dem blaublütigen Betrüger eine Extrawurst zu braten,
dann ist das ein klares Signal, daß die Herrschaften nur ihren
Standesdünkel und ihr herrschaftliches Gehabe ordentlich zur Schau
stellen müssen, damit sie sich alles erlauben können.
Daß da - neben BILD, RTL, der hamburger Prawda etc. - auch einige
Herrschaften mit beeindruckender Familiengeschichte im Hintergrund
wirken, ist nicht zu übersehen. Suchen die etwa eine
traditionskompatible Verwendung für das berliner Stadtschloß?
Uhu Uhuhu schrieb:> Mir stößt an der Affäre noch was anderes auf: Könnte es sein, daß der> Hochadel eine Chance wittert, wieder die Macht zu übernehmen?
Dann schau die mal die Prozesse um Old Schwurhand (F. Zimmermann CSU
MdB) bzw. die eingestellten Ermittlungen gegen den doch so überhaupt
nicht korrupten Dr. h.c. H. Kohl (Ehrenwort 2.0) an.
Für einen Feudalstaat braucht es keine Adligen.
Florian *.* schrieb:> Endlich macht der Politikzirkus Spass
Karneval der Monokulturen, die heutige Anhörung des "reumütigen" Sünders
ist besser als jedes Kabarett ;-).
Jens Martin schrieb:> Für einen Feudalstaat braucht es keine Adligen.
Aber die Adeligen brauchen den Feudalstaat, um ihre alte Macht und
Herrlichkeit wieder herzustellen. Das Bürgertum hat so weit
abgewirtschaftet, daß den Herrschaften die Chancen für eine Übernahme
besser scheint, denn je in den vergangenen 50 Jahren.
Ich glaube nicht, daß es Zufall ist, daß eine Anna von Bayern schon 2009
eine Biographie dieses Jungspundes veröffentlicht hat. Zu diesem Klüngel
zählt auch die ultrarechte Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis.
Das könnte auch die Fraktionsbildung im rechten Spektrum erklären, die
man in der FAZ beobachten kann.
Siehe auch
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747016,00.html
Uhu Uhuhu schrieb:> Jens Martin schrieb:>> Für einen Feudalstaat braucht es keine Adligen.
Richtig, Deutschland ist einer. Landesfürsten, Pfründebewahrer,
Hofstaaten und deren Berichterstatter usw. usf. . Ein paar Figuren
kannst du austauschen, das nennt man dann Demokratie.
>> Aber die Adeligen brauchen den Feudalstaat, um ihre alte Macht und> Herrlichkeit wieder herzustellen. Das Bürgertum hat so weit> abgewirtschaftet, daß den Herrschaften die Chancen für eine Übernahme> besser scheint, denn je in den vergangenen 50 Jahren.
Da hat Dr. plag. ja wahrlich ganze Arbeit geleistet.
Bürgertum - Lügenadel 1:1
>> Ich glaube nicht, daß es Zufall ist, daß eine Anna von Bayern schon 2009> eine Biographie dieses Jungspundes veröffentlicht hat. Zu diesem Klüngel> zählt auch die ultrarechte Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis.
Gab und gibt es schon immer, die Inzucht regelt das biologisch ;-)
>> Das könnte auch die Fraktionsbildung im rechten Spektrum erklären, die> man in der FAZ beobachten kann.
Du siehst da halt nur was sonst zu blöd war ein ins Internet zu gehen.
>> Siehe auch> http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,7...
Dramatisierung ist in der Presse Tagesgeschäft, der größte Idiot war
hier eine Type dessen einzige Fähigkeit darin besteht das Mutti den
Typen mit dem richtigen Namen rangelassen hat
Jens Martin schrieb:> Uhu Uhuhu schrieb:>> Jens Martin schrieb:>>> Für einen Feudalstaat braucht es keine Adligen.>> Richtig, Deutschland ist einer. Landesfürsten, Pfründebewahrer,> Hofstaaten und deren Berichterstatter usw. usf. . Ein paar Figuren> kannst du austauschen, das nennt man dann Demokratie.
Selbstplagiat?
Armes Deutschland!
Da hocken 500 Abgeordnete und sülzen sich im Beisein des Fernsehens
stundenland mit abgedroschenen Phrasen über KTG die Ohren zu.
Haben die Leute nix besseres zu tun? Die Sache wird schon in Bayreuth
geprüft und sich am Mißgeschick zu ergötzen und sich gegenseitig
runterzuziehen ist keine Politikertugend.
Dies gilt im übrigen für ALLE Parteien, die da herumsitzen.
Na also.
Als nächstes müsste sich eigentlich sein Doktor-Vater etwas am Kopfe
kratzen... wie konnte so etwas passieren? Der Mann wird ja auch nach C4
bezahlt.
Nun mal langsam. DER Phrasendrescher ist doch jetzt ganz klar endgültig
enttarnt und entlarvt. Der Freiherr hat die gesamte deutsche
Öffentlichkeit und das Parlament getäuscht über seine Qualifikation und
besitzt noch immer die Frechheit heute Bundestag zu behaupten, er habe
nicht mit Vorsatz gehandelt? Jeder der selbst entsprechende Texte
verfasst weiß, dass das nicht wahr sein kann. Davon zeugt schon die
Einleitung seiner Ex-Doktorarbeit, bei der er einen kompletten Absatz
abkupferte, aber eine Jahreszahl GEZIELT abänderte. DAS IST VORSATZ! So
ist es in zig Textstellen geschehen.
Die Uni Bayreuth hat ihm den Titel nun offiziell aberkannt. Aber auch
die Uni hat sich hier einen sehr schlanken Fuß gemacht. Sie haben sich
nicht die Zeit genommen (entgegen ihrer Ankündigung noch vor einem Tag)
die Arbeit GENAU zu prüfen, um den Vorsatz aufzudecken. Laut deren
Pressekonferenz war das NICHT TEIL DER PRÜFUNG. Da Guttenberg bereits
den Verzicht erklärt hatte, haben sie die eingehende Prüfung eines
Vorsatzes gar nicht erst unternommen. Deswegen sieht die Sache für
Guttenberg aber auch nicht besser aus. Denn auf Nachfrage der
Journalisten wurde seitens des Vorsitzenden bekundet, dass die Arbeit
ohne Zweifel als Plagiat anzusehen ist und der Vorsatz auch hätte
nachgewiesen werden können.
Und Guttenberg? Zeigt der sich wirklich und ehrlich reumütig? Eben gar
nicht, er besitzt gleich mal die Frechheit im Parlament darauf
hinzuweisen, mal solle aufpassen hier über seine Person nicht etwa in
wörtlich "üble Nachrede" zu verfallen (eine klare Drohung an die
Abgewordneten). Da zeigt sich dann plötzlich wieder GANZ DER JURIST, der
beim abkupfern, tricksen, täuschen, tarnen zweischenzeitlich völlig in
Vergessenheit geraten war.
Wer soll diesem Mann der auch heute wieder die Unwahrheit vertrat
künftig noch glauben? Er ist eben doch nur der laut Zitat von Jutta
Ditfurth "Schnösel aus dem Schloss", der es mit der Wahrheit nicht so
genau nimmt.
Es bleiben auf jeden Fall unbeantwortete Fragen im Raum, wie die der
Nutzung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags für
Privatangelegenheiten. War der verarmte Adel nicht in der Lage ein
solches Gutachten auch zu bezahlen? Der Freiherr lies statt dessen
lieber die Allgemeinheit blechen.
Sein Doktorvater darf sich jetzt rühmen wenigstens einmal in seiner
Hochschulzeit für "Blödsinn" (so hatte Guttenberg zuletzt seine
Doktorarbeit selbst ins Lächerliche gezogen) ein summa cum laude
vergeben zu haben. Was ist eine solche Auszeichnung im Angesicht der
Plagiatsaffäre jetzt eigentlich noch wert?
Die Universitäten der Bundeswehr dürfen sich jetzt "rühmen" einem
Schummeldoktoranden zu unterstehen. Sie sollten Guttenberg den
Plagiarius verleihen.
Übrigens hat Guttenberg für seine Privatangelegenheit, dem Brief an die
Uni, den Briefkopf des Verteidigungsministers benutzt. Wie war das noch
gleich mit der strikten Trennung zwischen dem Doktor zu Guttenberg und
dem Minister???
Nicht zu vergessen eine Heerschaar von wirklich fleißigen Doktoranden
oder promovierten Juristen....
Jetzt wird der Dr.-Titel ALLER Juristen verunglimpft. Wenn KTG irgendein
Hauswurst gewesen wäre, der in der Verbraucherberatung Mietverträge
feilhält - keiner hätte seine Arbeit genauer untersucht.
Die sich aber redlich um eine gute Arbeit bemüht haben, geraten jetzt in
Generalverdacht.
So wie man nach den Missbrauchsfällen hinter jedem Pfarrer einen
Triebtäter vermutet hat, wird man jetzt hinter jedem Dr. jur. einen
Abschreiberling vermuten.
Das ist gar nicht gut.
Ja und noch schlimmer, die Bild hat es geschafft die Denke des deutschen
Volkes (deine und meine Mitmenschen) so zu formieren, dass jetzt
vielerorts der wissenschaftliche Nachwuchs, der intellektuelle Anspruch
an uns alle zur Nebensache wird: (Originalzitat Zeitung)
"Scheiß auf den Doktor" = Scheiß auf Akademiker = Scheiß auf höhere
Bildung
Der hemdsärmige Adel nebst Schickse, der Schöngeist, Laberhannes, der
Blender in Reinkultur steuert und lenkt euer Glück (und eure Meinung).
Lasst den Oberen DAS Durchgehen, WAS man bei euch Kleinen mit Eifer
verfolgt, aufspürt und ahndet. Gewöhnt euch an zweierlei Maß.
Nun ja, in früheren Zeiten hätte man die Plagiatsvorwürfe auch nicht
publik gemacht sondern hätte KTG einfach damit erpresst.
Da Ehre etc. früher eine viel größere Rolle gespielt haben als heute,
hätte sich KTG vor 100 Jahren sehr wahrscheinlich ne Kugel durch den
Kopf gejagt. Weil es einfach peinlich ist abzuschreiben.
Heute wird das an die große Glocke gehängt, ohne auch nur im geringsten
daran zu denken, was andere Juristen, oder wie oben erwähnt, andere
Akademiker nun an Spott ertragen müssen..
DIES hätten sich die Herren Links-Professoren VORHER überlegen müssen.
> Jetzt wird der Dr.-Titel ALLER Juristen verunglimpft.
Ich halte den Sachverhalt für noch viel schlimmer, denn er zeigt das
wahre Gesicht unserer Gesellschaft.
Da ist Kanzlerin Merkel, die wie der Plagiator keinerlei
Unrechtsbewusstsein hat und aus machtpolitischen Gründen an ihm
festhält. Und da ist das Volk, dass auf diesen bayrischen
Berlusconi-Verschnitt fliegt, einfach weil ein klein-krimineller Macher
besser ist als die Lethargie der letzten Jahre.
In Zeiten solcher politischer Dekadenz werden die schlimmsten
Ausgeburten der Gesellschaft nach oben gespült. Das hatten wir alles
schon und es scheint sich zyklisch zu wiederholen.
Maximilian K. schrieb:> In Zeiten solcher politischer Dekadenz werden die schlimmsten> Ausgeburten der Gesellschaft nach oben gespült. Das hatten wir alles> schon und es scheint sich zyklisch zu wiederholen.
Das Dumme ist nur, dass durch das oben-wegspülen keine besseren
nachkommen.
Ich möchte mal sagen, IRGENDWAS findet sich bei jedem, was ihm als
Fallstrick dienen könnte.
Und die Presse und der einfache Mann auf der Straße geilen sich auf, wie
die Leute dann demontiert werden. Natürlich passiert dies zu Recht. Aber
wir haben es wohl auch nicht anders verdient, weil andere Typen in der
Politik gar keine Chancen haben.
Schwenkt KTG in Sachen Wehrdienst um : Umfaller und inkonsequent
Hält KTG an der Wehrpflicht fest : Erzkonservativer Prinzipienreiter
Tritt er sofort zurück: adeliges Weichei
Tritt er NICHT zurück: unverschämter Schnösel
Was bei uns fehlt ist das gemeinsame Ringen nach der besten Lösung.
Jeder kämpft nur noch darum, nach seiner Rede am besten dastehen zu
können. So etwas unterhöhlt die Demokratie genauso wie berlusconeskes
Verhalten.
Michael K-punkt schrieb:> Das Dumme ist nur, dass durch das oben-wegspülen keine besseren> nachkommen.
Und dennoch ist JEDER ersetzbar. Das gilt in der Privatwirtschaft so und
in der Politik schon lange. Alles andere wäre schlicht FÜHRERKULT.
> Ich möchte mal sagen, IRGENDWAS findet sich bei jedem, was ihm als> Fallstrick dienen könnte.
Irgendwas schon, aber um irgendwas geht es hier auch nicht, sondern um
einen massiven Betrug bzw. einer systematisch angelegten Täuschung.
> Und die Presse und der einfache Mann auf der Straße geilen sich auf, wie> die Leute dann demontiert werden. Natürlich passiert dies zu Recht. Aber> wir haben es wohl auch nicht anders verdient, weil andere Typen in der> Politik gar keine Chancen haben.
Die Chance hätte Guttenberg doch gehabt. Warum hat ihm nicht der
Adelstitel gereicht? Warum musste es der Doktortitel obendrein sein?
Jahrmarkt der Eitelkeiten?
> Schwenkt KTG in Sachen Wehrdienst um : Umfaller und inkonsequent> Hält KTG an der Wehrpflicht fest : Erzkonservativer Prinzipienreiter
Die Frage stellt sich nicht. Er hatte sich entschieden. Die Entscheidung
hat er aber sowieso niemals alleine getroffen.
> Tritt er sofort zurück: adeliges Weichei
Nein, dann hätte ihn ein Großteil noch mehr als Opfer gesehen, dafür
viele andere ihm Respekt gezollt. So war das beispielsweise bei Margot
Käßmann.
> Tritt er NICHT zurück: unverschämter Schnösel
Wie soll in einer Demokratie denn anders Verantwortung übernommen
werden?
> Was bei uns fehlt ist das gemeinsame Ringen nach der besten Lösung.
Das demokratische System ist anders angelegt. Man muss für seine
Vorstellungen um Mehrheiten kämpfen. Wenn Regierung und Opposition sich
stets einig wären, dann sollte man sich fragen, ob die Demokratie
überhaupt noch besteht. Parlamente in denen stets Einigkeit herrscht
sind meistens zentral auf bestimmte Doktrien ausgerichtet und gesteuert.
Das ist nicht unser Weg.
> Jeder kämpft nur noch darum, nach seiner Rede am besten dastehen zu> können. So etwas unterhöhlt die Demokratie genauso wie berlusconeskes> Verhalten.
In einer parlamentarischen Demokratie kommt nun mal erst die Aussprache,
der Redebeitrag und dann (irgendwann) die Entscheidung. Das vieles
dennoch zu kompliziert und intransparent ist, ist auch bekannt.
Nur mal zur Erinnerung, es sind schon wegen weit aus geringerer Vergehen
Bundesminister oder Amtsinhaber zurückgetreten. Guttenberg hatte in
vielen seiner Reden selbst Maßstäbe gesetzt. In der Entzauberung des
fränkischen Barons zeigt sich nun, dass seine Reden stets nur für
andere galten, jedoch nicht für ihn selbst.
Platinenschwenker .. schrieb:> Michael K-punkt schrieb:>>> Das Dumme ist nur, dass durch das oben-wegspülen keine besseren>> nachkommen.>> Und dennoch ist JEDER ersetzbar. Das gilt in der Privatwirtschaft so und> in der Politik schon lange. Alles andere wäre schlicht FÜHRERKULT.
Mir geht es auch nicht darum, die Leute für unersetzbar oder Führer-like
darzustellen. Ich meine nur, es ist ungünstig den Piloten aus dem
Fenster zu werfen, wenn ich keinen Ersatzpiloten unter den Fluggästen
habe.
>> Ich möchte mal sagen, IRGENDWAS findet sich bei jedem, was ihm als>> Fallstrick dienen könnte.>> Irgendwas schon, aber um irgendwas geht es hier auch nicht, sondern um> einen massiven Betrug bzw. einer systematisch angelegten Täuschung.
Richtig dargestellt wird sogar ne jungen-übliche Prügelei auf dem
Schulhof zu einem Hang zur Gewalt hochstilisiert.
Oder sie finden ein Photo auf Facebook, wo einer grad zu viel getrunken
hat - Alkoholproblem, für die Menschheit nicht tragbar.
>> Und die Presse und der einfache Mann auf der Straße geilen sich auf, wie>> die Leute dann demontiert werden. Natürlich passiert dies zu Recht. Aber>> wir haben es wohl auch nicht anders verdient, weil andere Typen in der>> Politik gar keine Chancen haben.>> Die Chance hätte Guttenberg doch gehabt. Warum hat ihm nicht der> Adelstitel gereicht? Warum musste es der Doktortitel obendrein sein?> Jahrmarkt der Eitelkeiten?
Völlig richtig, gerade das verfrühte Führen ist absolutes no-go.
>> Schwenkt KTG in Sachen Wehrdienst um : Umfaller und inkonsequent>> Hält KTG an der Wehrpflicht fest : Erzkonservativer Prinzipienreiter>> Die Frage stellt sich nicht. Er hatte sich entschieden. Die Entscheidung> hat er aber sowieso niemals alleine getroffen.
Ich will die Frage auch nicht stellen. Ich stelle nur fest, das JEDE
Entscheidung eines Politikers von der Gegenseite als GRUNDFALSCH
dargestellt werden kann.
>> Tritt er sofort zurück: adeliges Weichei>> Nein, dann hätte ihn ein Großteil noch mehr als Opfer gesehen, dafür> viele andere ihm Respekt gezollt. So war das beispielsweise bei Margot> Käßmann.>>> Tritt er NICHT zurück: unverschämter Schnösel
Auch hier: s.o. Es ist EGAL was er macht: er kriegt sein Fett weg!
>> Was bei uns fehlt ist das gemeinsame Ringen nach der besten Lösung.>> Das demokratische System ist anders angelegt. Man muss für seine> Vorstellungen um Mehrheiten kämpfen.
Hm, das sehe ich kritisch. Die Auseinandersetzung WAS geschehen soll ist
zweitrangig? Hauptsache ich sorge dafür, dass vom "Gegner" möglichst
viele gefoult werden und dann die "Mehrheit" stimmt?
Die Konsequenz ist ja dann, dass man über Sachverhalte gar nicht mehr
reden muss, sondern nur noch die von der anderen Partei mit Dreck
bewirft.
Demokratie hatte ich irgendwie anders verstanden...
> Wenn Regierung und Opposition sich> stets einig wären, dann sollte man sich fragen, ob die Demokratie> überhaupt noch besteht. Parlamente in denen stets Einigkeit herrscht> sind meistens zentral auf bestimmte Doktrien ausgerichtet und gesteuert.> Das ist nicht unser Weg.
Wenn man sich nicht persönlich diffamiert sondern um Fakten streitet -
hat man dann ein sich einiges Parlament? Leidet dadurch die Demokratie,
wenn man zuerst über die Sache spricht und nicht zu erst überlegt, wie
man den anderen völlig sachfremd in die Pfanne hauen kann?
Bei uns ist es doch so, das EGAL was die andere Partei sagt: es ist
grundsätzlich falsch. Auch wenn ein guter Gedanke mit dabei ist: Weg
damit, denn er stammt von den anderen...
> In einer parlamentarischen Demokratie kommt nun mal erst die Aussprache,> der Redebeitrag und dann (irgendwann) die Entscheidung. Das vieles> dennoch zu kompliziert und intransparent ist, ist auch bekannt.
Es gehört aber auch eine Streitkultur dazu, die wir von den kleinen
Bürger fordern, sie im Parlament aber nicht wiederfinden.
Wenn sich Nachbarn persönlich angehen oder Kinder diese fiese Tour
fahren, dann finden wir das unmöglich. Bei den Parlamentarieren kenne
wir NUR dieses reflexartige WirsindieGuten-DiesindieSchlechten-Gewäsch.
Michael K-punkt schrieb:> Richtig dargestellt wird sogar ne jungen-übliche Prügelei auf dem> Schulhof zu einem Hang zur Gewalt hochstilisiert.> Oder sie finden ein Photo auf Facebook, wo einer grad zu viel getrunken> hat - Alkoholproblem, für die Menschheit nicht tragbar.
Unsinn. Das ist etwas völlig anderes als das Erschwindeln eines
Doktortitels.
> Auch hier: s.o. Es ist EGAL was er macht: er kriegt sein Fett weg!
Richtig, das hat er sich aber selbst zuzuschreiben, kein Grund für
Mitleid.
Der Lügen-Baron hat nicht als 12 jähriger Junge in einer Schulstunde
abgeschrieben, sondern er hat gerade mal vor vier Jahren, als Jurist
(!), eine Arbeit abgegeben, in der er auf rund 70% der Seiten
abgeschrieben hat. Schon das erste Wort, der erste Satz, der erste
Absatz war blank abgeschrieben.
Es ist gerade mal sieben (!!!) Tage her, da hat er noch alle Vorwürfe
vehement zurückgewiesen! Noch heute hat er die Frechheit zu behaupten,
er hätte das nicht bewusst gemacht, wäre überarbeitet etc.
Leute, macht mal die Augen auf: Der Mann lügt seit einer Woche wenn er
den Mund aufmacht. Nur was unbedingt nötig ist, wird irgendwie erklärt
und vermeintlich zugegeben und dabei gleich kleingeredet und
entschuldigt.
Nicht er ist schuld, nein, seine Familie und sein Job waren der Grund
dafür dass er überfordert war!
Aber er ist ja so ein tolles Vorbild: Er steht zu seinen Fehlern, und
gesteht sie ein (hüstel)... Die von der CxU immer so angeprangerten
bösen Internet-Raub-Mord-Kopierer können ja schön auf den Guttenberg
verweisen, genauso wie jeder einfache Ladendieb. Ist es nicht die CxU
die immer so viel Wert darauf legt, dass es keine "rechtsfreie Räume"
geben darf? Und war es nicht der Guttenberg, der die Tugend
"Verantwortung" etc. immer so hoch vor sich her getragen hat?
Es ist eben wie immer im Leben: Hochmut kommt vor den Fall. Wer schnell
aufsteigt, fällt schnell herunter. Je dicker der Lack, desto fragwürder
der Untergrund, usw.
Aber die Schlinge zieht sich immer enger und enger, Stück für Stück. Die
Nummer ist noch lange nicht vorbei...
Michael K-punkt (charles_b) schrieb:
> Ich will die Frage auch nicht stellen. Ich stelle nur fest, das JEDE> Entscheidung eines Politikers von der Gegenseite als GRUNDFALSCH> dargestellt werden kann.
Hier im konkreten Fall der Bundeswehrreform liegen die Vorstellungen gar
nicht so weit auseinander. Beispielsweise die Wehrplicht aufzugeben war
in den eigenen Reihen (CxU für alle x = (D v S))) weit aus umstrittener
als in der Opposition. Guttenbergs Verdienst war die eigenen Reihen hier
zu schließen (war bestimmt nicht einfach). Das bleibt sein Verdienst
(würde bleiben, wäre geblieben ;)).
> Bei den Parlamentarieren kenne> wir NUR dieses reflexartige WirsindieGuten-DiesindieSchlechten-Gewäsch
Das kommt oft so rüber, aber das ist ein Teil der Streitkultur. Ein
großes Übel insgesamt ist der leidige Fraktionszwang. Das erleben wir
gerade im Fall Guttenberg. Ein Generalsekretär mag ja noch kläffen, das
ist auch seine Aufgabe (z.B. Dobrint). Aber wie hier breitflächig
marginalisiert wird aus dem eigenen Lager (z.B. gestern Wolfgang
Bosbach, der sich schlicht auf das Testat der Uni berief, nach dem
Motto, "die Arbeit wurde bestausgezeichnet, was doch den Vorwürfen klar
wiederspreche") , obwohl doch alle wissen (sind alles Leute die das
Schreiben und Verwerten von Texten täglich praktizieren) wie peinlich
jenes ist, was der Freiherr auch gerade dem eigenen Lager beschert hat,
ist schon beachtlich. Das hätte Guttenberg seinen eigenen Leuten auch
ersparen können. Aber hier hat die Öffentlichkeit eine beachtliche
Mitschuld: Solange von Überall Popularitätsbekundungen kommen (vor allem
dank Bild), traut sich der eigene, schwarze Laden nicht das "Problem
Guttenberg" loszuwerden. Schmücken können sie sich mit ihm aber nicht
mehr. Das ist nach der endgültigen Aberkennung des Doktortitels nun
vorbei.
Eines bleibt, mit dem ((Frei-) Herren) werden ALLE wohl noch (weiteren)
"Spass" haben (manche echten Spass, andere eher lange Gesichter).
Guttenberg spaltet die Nation.
Wäre übrigens mal interessant zu wissen wie die Auslandspresse so
darüber schreibt (hab' diesbezüglich noch nix vernommen und mich auch
noch nicht informiert).
Ab jetzt darf man in diesem Scheißstaat die Kupferarbeit abdoktern, wenn
das Blut die richtige Farbe hat.
Narrenfreiheit für den Hochadel.
Armes Deutschland.
Platinenschwenker .. schrieb:> äre übrigens mal interessant zu wissen wie die Auslandspresse so> darüber schreibt (hab' diesbezüglich noch nix vernommen und mich auch> noch nicht informiert).
In den Chinesischen Foren wird rege ueber das Thema gesprochen.
Einerseits finden viele es gut, das der direkte, offene Angriff auf
einen Minister (ohne Billigung der Parteifuehrung) in Deutschland
ueberhaupt moeglich ist. Andererseits wird auch rege ueber die Erlangung
falscher Meriten diskutiert.
Es scheint weniger falsche Doktoren in China zu geben, da diese mehr an
Hochschulen gebunden sind. Der Dr. in der Politik oder Wirtschaft ist
sehr selten. Es besteht auch weniger Anreiz zur Erlangung.
Sollte ein Gutenberg in China auftauchen, erwartet den Betrueger die
Todesstrafe. In den Augen der Forenschreiber ist dies im Fall Guttenberg
durchaus legitim.
Florian *.* schrieb:> In den Chinesischen Foren wird rege ueber das Thema gesprochen.
Auch nicht schlecht aber wie ist es auf Madagaskar den Aleuten und den
Forschungsstationen in der Antarktis?
Meine Favoriten heute:
Gestern im Bundestag ...
"Herr von Guttenberg, was sagen Sie zu den Plagiatsvorwürfen?"
"Guttenberg, Guttenberg? Nie gehört, den Namen!"
Guttenberg: Ghostwriter enttarnt ... daß die Doktorarbeit von
Karl-Gustav Wilhelm Enno von und zu Guttenberg verfasst wurde.
Karl-Gustav Wilhelm Enno von und zu Guttenberg verstarb zwar bereits im
Jahre 1412, geistert aber immer noch jede Nacht durch Schloss
Guttenberg.
Gegen den hartnäckigen Widerstand des Ministers habe das Schlossgespenst
die Doktorarbeit verfasst und persönlich, ohne Wissen des Ministers, bei
der Universität Bayreuth eingereicht.
Quellen: Wozu?
und wenn man denkt es könnt nicht besser kommen dann setzt das Kabarett
des Lebens noch einen drauf:
Thilo Sarrazin: Sein Sohn lebt von Hartz IV
Quelle? BUNTEs Fachblatt für Lifestile
Platinenschwenker .. schrieb:> Wie man liest ist zu Guttenberg anscheined nicht der erste> Unionspolitiker der beim Schummeln erwischt wurde>> Der CDU-Kommunalpolitiker Andreas Kasper hat dafür einen Strafbefehl> hinnehmen müssen siehe>> http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/gestern-kasper-heute-guttenberg/
Leute, so sehr natürlich die Abschreiber selber schuld sind - wenn das
die Profs nicht merken, stimmt doch was am SYSTEM nicht.
Fahrschüler, die beim Prüfer XXX die Prüfung gemacht haben und dann
reihenweise als Geisterfahrer unterwegs sind würden schnell auffallen.
Ich vermute, die Profs ruhen sich auf C4 aus und lassen die Leute
schreiben was sie wollen. Eine ernsthafte Diskussion über Inhalte findet
nicht statt.
Eine Schande.
Zumindest im Fall Guttenberg ist die Uni Bayreuth nach meiner Ansicht
noch immer die Erklärung schuldig, wie eine Arbeit, die der Autor
(Guttenberg) inzwischen selbst als "Blödsinn" betituliert, eine
Bestauszeichnung erhalten konnte. Ich bin gespannt, ob diesbezüglich von
der Hochschulleitung noch was kommt. Mindestens die Studierenden in
Bayreuth haben denke ich eine Antwort darauf verdient.
Und während die Bild Leserschaft ihr Idol noch umarmt ist der Freiherr
schon wieder mit einer Unwahrheit auffällig geworden.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747577,00.html
Zitat
"Guttenberg hatte am Mittwoch vor dem Bundestag erklärt, es seien "vier
Ausarbeitungen" der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages "als
Primärquelle in die Arbeit eingeflossen""
Nun hat aber Bundestagspräsident Norbert Lammert wohl herausgefunden,
dass Guttenberg wenigstens sechs (an der Zahl) Gutachten in seine
Doktorarbeit ähem integriert ;) hat. Das hätte er sich jedoch vom
Bundestag genehmigen lassen müssen - hielt er wohl nicht für nötig.
Damit hat zu Guttenberg das Parlament schon wieder falsch informiert.
Aber vielleicht interessiert es inzwischen auch keinen Parlamentarier
mehr was zu Guttenberg überhaupt sagt, weil dessen Halbwärtszeit eh nur
wenige Tage beträgt. ;)
Heute auf Radio Vorarlberg im Anschluss an die Nachrichten sagte der
Moderator ganz lapidar: "Den Doktor habe ich nicht gemacht, ich habe
niemanden zum abschreiben gefunden."
Namaste
@ Captain Subtext
Guter Link!
Möglicherweise hat das hier
http://www.tagesspiegel.de/politik/750-000-euro-fuer-die-uni-bayreuth/3879402.html
die Note dieser Dissertation ein wenig beflügelt???
Es ist doch irgendwie komisch, wie plötzlich die Dinge sich zueinander
fügen. Mag sein, dass das ein Zufall ist. Vielleicht aber auch gerade
kein Zufall, sondern Teil eines Masterplanes, von dem wir nichts
erahnen?? Inwieweit hat die Uni selbst zum falschen Doktor verholfen?
Einen Grund gäbe es ja jetzt, bei den allgemein knappen
Haushaltsmitteln.
Hallo,
also ich finde schon das das Jeder für sich entscheiden sollte ob er
abschreibt oder nicht. Man muss dann allerdings auch damit rechnen das
es Konsequenzen hat sobald man dies tut. Immerhin ist man ja meistens
alt genug wenn man seine Dissertation beginnt.
Andy Klein schrieb:> Hallo,> also ich finde schon das das Jeder für sich entscheiden sollte ob er> abschreibt oder nicht.
Jeder macht Fehler. Aber die Art und Weise mit der dieser Möchtegern mit
dem Thema umgegangen ist spottet jeder Beschreibung. Feige verlogen dumm
und arrogant. Typisch Politiker halt. Nichts als heiße Luft getragen
von Anhängern die noch dümmer als er selbst sind.
Jens Martin schrieb:> Jeder macht Fehler.
Auch wenn ich mich wiederhole: Der einzige Fehler, den der Herr gemacht
hat, war zu glauben, der Betrug würde nicht auffallen. Alles andere war
Vorsatz.
Mögliche mildernde Umstände:
Als Adelssproß hat er von früher Kindheit an gelernt, daß seinesgleichen
noch immer mit anderem Maß gemessen wird, als Otto Normalverbraucher und
er sich deswegen so gut wie alles herausnehmen kann.
Dieser Defekt ist wohl irreparabel - nicht nur bei ihm persönlich,
sondern auch bei seinen Befürwortern.
Uhu Uhuhu schrieb:> Wie man mit abkupfernden Bundeswehrhochschul-Studenten verfährt:>> http://jurabilis.de/index.php?/archives/2939-In-re...
"Erschwerend ist zu Lasten des Soldaten zu berücksichtigen, dass er das
ihm entgegengebrachte Vertrauen des Kameraden, der ihm seine Unterlagen
zur Verfügung gestellt hat, gröblich missbraucht hat. Denn ein Offizier,
der sich entgegen seiner Verpflichtung zu beispielhaftem Verhalten gemäß
§ 10 Abs. 1 SG durch Vorlage einer abgeschriebenen Hausarbeit über alle
Bedenken und Skrupel hinwegsetzt, zeigt eine charakterliche
Fehleinstellung, die gerade eines Offiziers unwürdig ist."
Ebenda
Das gilt für einen Offizier aber nicht für den Paris Hilton der rechten
von allen ethischen Geistern verlassenen politischen Kaste. Von denen
ist außer Lügen Betrügen und in die eignen Taschen wirtschaften nichts
zu erwarten.
Uhu Uhuhu schrieb:> Endlich mal was aus Deutschland, das die ganze Welt interessiert...
.. und es wird für den nötigen Tuschelfaktor beim nächsten
Auslandsbesuch Guttenbergs sorgen. Die eigenen Reihen tuscheln ja
mittlerweile öffentlich (Böhmer's Äußerungen), die Wissenschaft beginnt
sich zu wehren und der Nachfolger vom Doktorvater des Freiherrn nennt
haut den Satz raus "Wir sind einem Betrüger aufgesessen".
Lesenswert: Wie Merkel's Kabinett sich die Verachtung der Wissenschaft
mitsamt der Akademiker in einem gut Teil der Bevölkerung zu eigen macht
http://www.sueddeutsche.de/karriere/guttenberg-und-die-plagiatsaffaere-die-verachtete-wissenschaft-1.1064590
Platinenschwenker .. schrieb:> Lesenswert: Wie Merkel's Kabinett sich die Verachtung der Wissenschaft> mitsamt der Akademiker in einem gut Teil der Bevölkerung zu eigen macht
Weit her geholt, es geht um den eigenen Saustall. Diese seltsamen
Argumente sind Politikern völlig egal. Der von Beruf Sohn Typ dessen
einzige Leistung das große Hosianna von Rechtspresse und -Parteien ist
soll halt gehalten werden.
Indirekt wird hier auch behauptet das die korrupten Bürohengste- und
Stuten qua Amtes Wirkung haben die über das Verwalten von Schulden,
Fehlsteuern von Geldern und Manipulation von Meinungen hinaus geht.
Das halte ich für eher religiös, eine Gesellschaft müssen die Einwohner
schon selbst gestalten, Politker werden da nie helfen.
Was hat "IM Erika" was du nicht hast? Kein Gewissen? Die Fähigkeit
sinnloses Zeug zu stammeln und jemand hört zu?
Wen interessiert das Gelaber der Tanten und Onkel die nichts drauf haben
als n dickes Fell und eine möglichst dicke Brieftasche? Interessieren
Sie sich für mich, für dich oder gar für die "Wissenschaft"?
Es sind Politiker, eine "schmutziges Geschäft".
Wenn du eine Uni oder den Bildungssektor für respektabel hälst dann ist
das deine Sache? Ob nun die Ex FDJ-Tante da ne andere Meinung hat, Who
cares?
Der Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater, Oliver Lepsius zu dem Thema.
http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA> "...Mich würde die Einschätzung eines Psychologen interessieren..."
Die würde mich bei der halben Bundesregierung auch interessieren...
mfG
Jens Martin schrieb:> Weit her geholt, es geht um den eigenen Saustall.
Nein, nicht weit hergeholt, aber um den "eigenen Saustall" geht es in
der Tat.
Blickt man 1000 Jahre zurück in die Geschichte Mitteleuropas, findet man
sich in der "Blüte" des Mittelalters, dem Reich des Irrationalen, der
Religion, der Feudalherrschaft und der Leibeigenschaft. Der Einzelne
hatte nur dann gute Perspektiven, wenn er in die richtige Familie
geboren war.
Als Gegenpol zum ländlichen Feudalregime bildeten sich die Städte
heraus, in denen die einfachen Leute als Handwerker es durch eigeneTüchtigkeit zu etwas Wohlstand und vor allem Freiheit bringen konnten.
Stadtluft mach frei, war das geflügelte Wort.
Die Renaissance - Wiedergeburt - knüpfte im 14. bis 17. Jahrhundert dort
an, wo die Despotie die Weiterentwicklung der antiken Wissenschaften mit
Feuer und Schwert abgewürgt hatte.
Das Selbstbewußtsein des Bürger nahm zu und man sah nicht mehr ein,
warum man große Teile seines Sauerverdienten irgendwelchen Tagedieben
nachwerfen sollte, deren einziges Verdienst war, aus dem richtigen Schoß
gekrochen zu sein. 1789 übernahm das Bürgertum in Frankreich die Macht
und in Folge der Revolution entwickelte sich das 19. Jahrhundert zum
Jahrhundert der Wissenschaft.
Aber bereits Ende des 19. Jahrhunderts - mit dem aufkommen der
Arbeiterbewegung - kam das Bürgertum mehr und mehr in die Rolle der um
Machterhalt bemühten Herrscherklasse, während das Selbstbewußtsein der
Arbeiterklasse wuchs, die nun selbst Bildung für sich beanspruchte.
Das Humboldtsche Bildungsideal begann hinderlich für den Machterhalt zu
werden und das Bürgertum rückte mit zunehmender Dekadenz immer mehr
davon ab.
Mit dem Ende des Kalten Krieges war die letzte Notwendigkeit der
Verstellung gegenüber den Beherrschten weggefallen. Die Universitäten
wurden einer rabiaten "Bildungsreform" unterworfen, die mit den
akademischen Freiheiten, wie es sie vor 20 Jahren noch gab, radikal
Schluß machte.
Die Hochschulen wurden zu Drillanstalten umgebaut, deren Ziel es ist, in
möglichst kurzer Zeit und möglichst billig ein Heer von beschränkten,
aber willigen, weil jederzeit ersetzbaren Kopflangern auszuspucken.
"Akademische" Wegwerfartikel für die Industrie.
Und nun kommt ein Adelssproß daher, dessen Vorfahren ein
Milliardenvermögen aus der Blütezeit ihrer Sippe retten konnten und
macht eine kometenhafte Karriere als Politstar in diesem abgehalfterten
Klüngel von machtbesessenen Hohlköpfen, indem er nicht nur mit seinen
adeligen Manieren bei Emporkömmlingen und mit Hilfe von BILD & Co. auch
beim gemeinen Volk punktet, sondern sich zusätzlich noch auf dem Gebiet
als brillant profiliert, auf dem das Bürgertum zu dem wurde, was es
einmal war: der Wissenschaft.
Der Mann verkörperte die Überlegenheit des Adels über die verkommenen
Reste des Bürgertums - bis heraus kam, daß er seine Promotion
zusammengeklaut hatte.
Für die Herrschaftshandwerker in Berlin und sonstwo waren keine
Verrenkungen nötig, diesen Betrug als läßliche Sünde zu erklären - sie
hatten sich von den letzten Resten der bürgerlichen Ideale schon vor 20
Jahren verabschiedet.
Aber genau darin liegt der Skandal: sie verstehen sich als nichts
weiter, als als Steigbügelhalter des neuen Feudalstaates, einem Staat
ohne Bürger und Bürgerrechte.
Das ist "der eigene Saustall".
Uhu Uhuhu schrieb:> Für die Herrschaftshandwerker in Berlin und sonstwo waren keine> Verrenkungen nötig, diesen Betrug als läßliche Sünde zu erklären - sie> hatten sich von den letzten Resten der bürgerlichen Ideale schon vor 20> Jahren verabschiedet.
Mein lieber Uhu,
Handwerker auch nur in die Nähe dieser Gesellschaft zu
bringen, find ich übel.
Da gab es doch auch mal so ein Gesetz, " handwerklich schlecht
gemacht".
Handwerker sind die letzten, die da beteiligt sind! :)
Grüße Bernd
Bernd Funk schrieb:> Handwerker auch nur in die Nähe dieser Gesellschaft zu> bringen, find ich übel.
Handwerker sind diejenigen, die ein Werk mit ihren Händen ausführen - in
der Regel im Auftrag Dritter. Letzteres ist auch der Grund, warum ich
den Begriff in diesem Zusammenhang gebraucht habe.
Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Handwerk
Es gibt "ehrbare" Handwerker und andere, wie z.B. Einbrecher, oder
Killer. Dafür können die ehrbaren Handwerker nichts und müssen sich auch
nicht angesprochen fühlen.
Hände haben nun mal die meisten Menschen, nur damit arbeiten tun eben
nicht alle ;-)
Uhu Uhuhu schrieb:> Es gibt "ehrbare" Handwerker und andere, wie z.B. Einbrecher, oder> Killer. Dafür können die ehrbaren Handwerker nichts und müssen sich auch> nicht angesprochen fühlen.
Einbrecher und Killer sind Verbrecher.
Wo muß ich jetzt die Politiker einordnen?
Peter Funke schrieb:> Der Nachfolger von Guttenbergs Doktorvater, Oliver Lepsius zu dem Thema.> http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA>> "...Mich würde die Einschätzung eines Psychologen interessieren...">> Die würde mich bei der halben Bundesregierung auch interessieren...
Guttenberg muss bei seinen Gesprächspartnern so eine Art neuronale
Lähmung bestimmter Gehirnregionen, insbesondere des Bewertungszentrums
auslösen. Anders ist nicht mehr erklärbar, wie sich seine engste
Umgebung weiterhin schützend vor ihn stellt. Ich glaube die Herrschaften
um Merkel und co. haben sich total verrannt und wissen jetzt keinen
gangbaren Ausweg mehr. Aber die Augen zu und durch wird nicht aufgehen.
Man muss sich das mal vorstellen, der Verteidigungsminister wird
offiziell "Betrüger" genannt (vom Nachfolger des Doktorvaters) und
keiner schreit auf. In der Watergate Affäre nannte man Nixen "nur" einen
Gauner. :)
Die Unionsbasis rebelliert. Die Wissenschaft protestiert auf breiter
Front. Bundestagspräsident Lammert spricht vom "Sargnagel an der
Glaubwürdigkeit der politischen Klasse" und er ist nicht der einzige aus
der Union, der offen seinen Unmut bekunden. Guttenberg's Doktorvater
Häberle zerreißt nachträglich sein einstiges Urteil mit Ausdrücken wie
"unvorstellbaren Mängel .. schwerwiegend und nicht akzeptabel" und ist
gegrämtüber soviel Niedertracht.
Guttenberg selbst ist nur knapp überhaupt zur Promotion zugelassen
worden, weil seine Noten nur mäßig waren. Ausgerechnet von einem aus der
eigenen Partei. Das kann ein Zufall sein, dann ist es einer der vielen
Zufälle rund um Guttenberg.
"Professoren rebellieren gegen Guttenberg"
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/guttenberg-professoren-doktoranden
Jetzt reicht es wohl auch den Profs. Wann gab es sowas in diesem Land
eigentlich schon mal?
Schaut mal in die PDF-Liste!
http://www.hausdorff-research-institute.uni-bonn.de/mkreck/Erklaerung.pdf
Das Ding ist bereits zu lang zum ausdrucken! ;)
Hallo?
Die einzige Frage welche hier zu stellen ist: W a r u m um alles in der
Welt entschärfte die "Kanzlerin" diese Bombe nicht als es an der Zeit
war und auch jetzt nicht, seither war sie doch auch nicht zimperlich im
umgang mit der Säge?
Dahinter scheint zumindest mir ein nochviel größeres Problem (nur
welches) zu liegen, so das sie bereit ist die Kollateralschäden zu
schlucken in der Hoffnung das alles ließe sich nach kohlscher Manier
aussitzen, selbst wenn die reale Gefahr besteht das ihre eigene
Reputation und die der Bundesregierung von der Deutschlands ganz zu
schweigen den Bach runtergeht, selbst wenn es ihren Sessel kostet. so in
der Eckke schien mir diese "Lady" noch nie in ihrer Karriere. und das
beginnt mich zu beunruhigen. Der Grund für Ihr Verhalten lässt Ahnen,
das da ganz Andere die strippen ziehen.
Was kann der Mann noch an Schaden anrichten, über die BRD ausgießen, hat
er in der Hand, daß die Politik ihn wie Schockstarre ganz offen weiter
beim Lügen und Betrügen deckt und unterstützt.
Das stinkt doch zum Himmel!
Soviel wußte man schon vor 2 Jahren über ihn und schon damals war er für
"Skandälchen" gut.
http://go-with-us.de/pressemitteilung/der-internetskandal-report-karl-theodor-von-und-zu-guttenberg-von-guttenberg-zu-guttenberg-teil-1
Man darf gespannt sein was noch so ans Licht kommt und wie die Sache für
uns Ottonormalis ausgeht.
Namaste
Platinenschwenker .. schrieb:> Es ist aus und vorbei!
Im Gegenteil!
KTzG hat nur die Resettaste gedrückt.
Jetz beginnt erst der politische Aufstieg.
Das Volk will das so! Zum Beispiel als Kandidat für das MP-Amt in
Bayern.
Die CSU würde wieder über 50% bekommen.
Nein, für Guttenberg ist es erstmal aus und vorbei mit der Politik. Das
Verfahren in Bayreuth ist noch anhängig und wird ihn treffen. Er wird
dann mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft rechnen müssen.
Entsprechendes hat Guttenberg selbst in seiner Rücktrittsrede
angedeutet.
Für einen erneuten Einstieg in die Politik wird er die nächsten ein,
zwei Legislaturperioden nicht in Frage kommen, dafür war sein
Krisenmanagement zu katastrophal und eindeutig. Ob er überhaupt die
Bundeswehrreform gut vorbereitet hat (also dort gute Arbeit geleistet
hat) muss sich erst mal rausstellen. Vielleicht wird jetzt seine immer
so hoch gelobte Arbeit mit nüchternem Blick neu bewertet.
Der Bann ist vorbei - der Adel entzaubert - der Glanz entschwunden.
Platinenschwenker .. schrieb:> Nein, für Guttenberg ist es erstmal aus und vorbei mit der Politik.
Mit dieser klinisch-antiseptischen Einstellung kannst du keinen Bayern
beeindrucken.
In Bayern gilt eine Verfehlung als Empfehlung für einen Karrieresprung
nach oben. ;-)
Mir san mir! Die Nordlichter sind halt anders...
> In Bayern gilt eine Verfehlung als Empfehlung für einen Karrieresprung> nach oben. ;-)
Jetzt nicht mehr, auch nicht mehr in Bayern. Jetzt ist auch in Bayern
bekannt welches faule Ei man sich da ins Nest legen würde. Da müsste er
schon zu den freien Wählern gehen, da geht vielleicht noch was ..
Viel entscheidender als das Schicksal der Person KTzG ist der Schaden
den das Zögern der Kanzlerin angerichtet hat! Sie hat es schlicht dem
Delinquenten, sich selbst aus der Schußlinie zu nehmen an statt ihr Amt
zu nutzen und weiteren Schaden vom dt. Volk abzuwenden. Sie hat damit
nicht nur sich selbst beschädigt sondern auch ihr Amt, und die BRD als
Ganzes.
Selbst wenn mann auf die CDU gut verzichten kann, so hat sie wie schon
Kohl und Schröder vor ihr immer wieder nicht gehandelt als es mehr als
fällig war. Das sind keine handwerklichen Fehler, das sind Versäumnisse
und die haben wesentlich weitreichendere Folgen als schlichte Fehler.
Sie zeigen, das man das Amt nicht "so" ernst zu nehmen braucht.
Namaste
Platinenschwenker .. schrieb:> Jetzt nicht mehr, auch nicht mehr in Bayern. Jetzt ist auch in Bayern> bekannt welches faule Ei man sich da ins Nest legen würde.
Gib dir keine Mühe, du verstehst die Mentalität der Bayern nicht.
Von FJS lernen heisst Siegen lernen, zum Wohle des Nettozahlerlandes
Bayern.
Nachtreten ist nicht angebracht.
Das Notwendige wurde getan und gutt is.
Alles weitere soll die Uni und die Staatsanwaltschaft klaeren.
Eigentlich kann der Tread hier nun geschlossen werden.
Der arme Kerl musste zurücktreten, weil die Medien ihn grundlos gejagt
haben und wichtige Themen (Afghanistan, Ägypten, Libyen) in den
Hintergrund gedrängt wurden, nicht weil er gelogen und betrogen hat.
;-)
Aber insgesamt scheint das eine gute Strategie zu sein:
Zuerst einmal raus aus dem Rampenlicht, in ein paar Monaten
"unbeobachtet" alle Leichen aus dem Keller räumen und danach ein
Neuanfang wagen.
Trotzdem hat er nicht zugegeben dass er gelogen hat, und dass hat er.
Wenn über 70% aus zusammenkopierten Textbausteinen besteht, dann kann
man das nicht unbewußt tun.
Es sei denn mal leidet, wie Lepsius mutmaßt, an Realitätsverlust.
Also für die "Bayernfraktion" ich werfe ihm nicht Betrug vor, sondern
Lüge.
Ich denke nicht dass Die zu den bayrischen Kardinalstugenden gehört.
Und mal nicht so vorlaut, von wegen Nettozahler. Ich komme aus NRW,
unsere Elterngeneration hat die Bayern auch mal ganz gut gepampert.
Ohne diese Zahlungen würdet ihr immer noch eure Felder pflügen und nicht
im I-Net die Dicke-Lipppe riskieren.
mfG
> Viel entscheidender als das Schicksal der Person KTzG ist der Schaden> den das Zögern der Kanzlerin angerichtet hat!
Vor allem hat die Kanzlerin hier die eigenen konservativen Werte in
Grund und Boden getreten. Merkel hat sich statt dessen von der
Popularität einer Meute - angestachelt von Bild, BamS und
Hochglanzmagazinen - verleiten lassen ins Horn zu stoßen,
Examensarbeiten für unwichtigen Käse zu halten. Sie hat sich die
Bildungsverachtung breiter Teile der Bevölkerung zu eigen gemacht, statt
mal einen Moment echte Führung zu zeigen. Damit hat sie gezeigt, dass
sie in extremen Situationen das Land nicht führen kann. Mehr noch, fast
die gesamte politisch-konservative Elite hat versagt und nicht
aufbegehrt. Genau genommen hat die Guttenplugwiki Webseite die
Christlich-Konservative in Deutschland vorgeführt und bis ins Mark
blamiert. Merkel hat die Hochschulen in Deutschland schwer enttäuscht
und im Stich gelassen. Im grunde müsste Merkel mit zurücktreten.
Aber das größte Problem in dieser Angelegenheit waren unsere Mitbürger,
die diesem Blender aufgesessen sind. Deren Hang den redengewandten
Hochadel alles abzukaufen wie dreist es auch sei hat der Politik erst
das Feld eröffnet auf diesen Zug 'vox populi' aufzuspringen.
Platinenschwenker .. schrieb:> GUTTENBERG TRITT ZURÜCK!!!
Naja, das wussten wir doch schon vor eineinhalb Wochen.
Иван S. schrieb:> Eilmeldung (20.02.2011;22:30/INDA)>> [...] Guttenberg werde die Bekleidung des Amt [sic] des Verteidigunsministers> demnach mit Ende Februar ablegen [...]
Nein, ivan das wusste niemand. Da hast du allerdings ein gewieftes
Näschen als (inzwischen) alter Börsenzocker gehabt. Der Druck hat sich
aber erst die letzten 48 h über Guttenberg exponentiell aufgebaut. Vor
zwei Wochen war davon höchstens ein laues Lüftchen zu spüren.
Aber hinterher wollen natürlich immer alle schon alles gewusst haben,
gelle.
Platinenschwenker .. schrieb:>> In Bayern gilt eine Verfehlung als Empfehlung für einen Karrieresprung>> nach oben. ;-)> Jetzt nicht mehr, auch nicht mehr in Bayern. Jetzt ist auch in Bayern> bekannt welches faule Ei man sich da ins Nest legen würde. Da müsste er> schon zu den freien Wählern gehen, da geht vielleicht noch was ..
Warum? Er ist immer noch der beliebteste Politiker in Deutschland. Ich
denke nicht das man ihm den Rücktritt so übel nimmt das er dadurch
Nachteile erleidet.
Peter Funke schrieb:> Und mal nicht so vorlaut, von wegen Nettozahler. Ich komme aus NRW,> unsere Elterngeneration hat die Bayern auch mal ganz gut gepampert.> Ohne diese Zahlungen würdet ihr immer noch eure Felder pflügen und nicht> im I-Net die Dicke-Lipppe riskieren.
Ja richtig. Aber die Bayern haben es intelligent verstanden diese Hilfe
zur Unterstützung ihrer Selbsthife einzusetzen und so zum Zahlerland zu
werden.
Während die heutigen Empfängerländer seit Jahrzehnten von BY, BW und H
kassieren, ohne ihre Selbsthilfe zu aktivieren. Die Nordlichter halten
einfach nur die Hand auf und vergrößern ihre sozialen Wohltaten.
> Warum? Er ist immer noch der beliebteste Politiker in Deutschland. Ich> denke nicht das man ihm den Rücktritt so übel nimmt das er dadurch> Nachteile erleidet.
Das ist lange nicht eindeutig. Diese Floskel stützt sich auf eine Emnid
Umfrage, die auf rund 1000 bis 1500 Stimmen beruht und einer Umfrage an
Bildzeitungsleser. Die Abstimmungen auf verschiedenen anderen
Online-Zeitungen vermitteln ein ganz anderes Bild. Ganz abgesehen davon
ist die Internetgemeinde grundsätzlich viel schneller als sämtliche
Umfragen, die meistens Wochen alt sind. Lass das Thema mal ein paar
Wochen sacken, bis die Uni die Arbeit Guttenbergs endgültig gewertet
hat, dann wird man ein anderes Bild erhalten. Die meisten loben
Guttenberg für seine politische Arbeit, von der sie (dessen bin ich
sicher) im Detail kaum die Sache mit Kundus und auch nicht die Details
rund um den entlassenen General Schneiderhahn kennen. Viele denken noch
immer, das ganze ist aufgebauscht und vom politischen Gegner gesteuert.
Wenn die Leute mal ein paar gewichtige Worte über das was Guttenberg
getan hat von deutschen Hochschulprofessoren hören bzw. mitbekommen
(dazu muss man sich allerdings auch aktiv bemühen) ist die Sympathie für
den Fälscher schnell abgeklungen. Wenn sie natürlich nur die
Hochglanzmagazine mit der weinenden Gattin sich reinziehen wird die
Sympathie vielleicht sogar noch wachsen. Dennoch, in den klassischen
Parteien wird Guttenberg keine Rolle mehr spielen. Das hat er sich
selbst zu verdanken.
Er sollte sich (ernsthaft) im übrigen mal psychologisch untersuchen
lassen. Ich halte ihn nicht für dumm. Zu glauben man kommt mit so einer
Angelegenheit durch ist allerdings mehr als dumm. Das überhaupt zu
probieren deutet für mich auf eine deutliche Persönlichkeitsstörung hin.
Sein gesammter Umgang mit der Angelegenheit ist auch mehr als
verdächtig. Normal (was immer das heißen mag) war das jedenfalls nicht.
Man sollte ihn beobachten, sich um ihn kümmern.
Ansbach Dragoner schrieb:> Peter Funke schrieb:>> Und mal nicht so vorlaut, von wegen Nettozahler. Ich komme aus NRW,>> unsere Elterngeneration hat die Bayern auch mal ganz gut gepampert.>> Ohne diese Zahlungen würdet ihr immer noch eure Felder pflügen und nicht>> im I-Net die Dicke-Lipppe riskieren.>> Ja richtig. Aber die Bayern haben es intelligent verstanden diese Hilfe> zur Unterstützung ihrer Selbsthife einzusetzen und so zum Zahlerland zu> werden.> Während die heutigen Empfängerländer seit Jahrzehnten von BY, BW und H> kassieren, ohne ihre Selbsthilfe zu aktivieren. Die Nordlichter halten> einfach nur die Hand auf und vergrößern ihre sozialen Wohltaten.
Zu damaligen Wirtschaftswunderzeiten auch kein Kunststück, heutzutage
alles nicht mehr so einfach.
Außerdem ist das doch nach bayrischer Logik recht klug und
bewundernswert Andere zu betrügen, na merkste was?
Platinenschwenker .. schrieb:>> Warum? Er ist immer noch der beliebteste Politiker in Deutschland. Ich>> denke nicht das man ihm den Rücktritt so übel nimmt das er dadurch>> Nachteile erleidet.>> Das ist lange nicht eindeutig. Diese Floskel stützt sich auf eine Emnid> Umfrage, die auf rund 1000 bis 1500 Stimmen beruht und einer Umfrage an> Bildzeitungsleser.
Ich rede nur von den repräsentativen Umfragen, speziell dem ZDF
Politbarometer.
> Die Abstimmungen auf verschiedenen anderen> Online-Zeitungen vermitteln ein ganz anderes Bild. Ganz abgesehen davon> ist die Internetgemeinde grundsätzlich viel schneller als sämtliche> Umfragen, die meistens Wochen alt sind.
Abstimmungen im Internet kann man generell wenig glauben schenken. Wenn
dann repräsentative Umfragen.
> Lass das Thema mal ein paar> Wochen sacken, bis die Uni die Arbeit Guttenbergs endgültig gewertet> hat, dann wird man ein anderes Bild erhalten.
Glaub ich weniger.
> Die meisten loben> Guttenberg für seine politische Arbeit, von der sie (dessen bin ich> sicher) im Detail kaum die Sache mit Kundus und auch nicht die Details> rund um den entlassenen General Schneiderhahn kennen. Viele denken noch> immer, das ganze ist aufgebauscht und vom politischen Gegner gesteuert.
War es ja auch zwangsweise. Die Opposition übertreibt immer, egal wer
gerade Opposition ist :)
> Wenn die Leute mal ein paar gewichtige Worte über das was Guttenberg> getan hat von deutschen Hochschulprofessoren hören bzw. mitbekommen> (dazu muss man sich allerdings auch aktiv bemühen) ist die Sympathie für> den Fälscher schnell abgeklungen.
Glaube ich auch nicht. Wie schon öfters gesagt wurde, wissen die
meissten wohl sehr genau was da passiert ist.
> Dennoch, in den klassischen Parteien wird Guttenberg keine Rolle mehr> spielen.
Sehr gewagte These
> Normal (was immer das heißen mag) war das jedenfalls nicht.
Stimmt, rennt doch normalerweise jeder gerne ins offene Messer.
Platinenschwenker .. schrieb:> Er sollte sich (ernsthaft) im übrigen mal psychologisch untersuchen> lassen. Ich halte ihn nicht für dumm. Zu glauben man kommt mit so einer> Angelegenheit durch ist allerdings mehr als dumm. Das überhaupt zu> probieren deutet für mich auf eine deutliche Persönlichkeitsstörung hin.> Sein gesammter Umgang mit der Angelegenheit ist auch mehr als> verdächtig. Normal (was immer das heißen mag) war das jedenfalls nicht.> Man sollte ihn beobachten, sich um ihn kümmern.
In jedem Thread kommen aus irgend einer Ecke irgendwelche
Hobbypsychologen die sich anmaßen zweifelhafte Diagnosen oder zumindest
diagnoseähnliche Aussagen zu tätigen. Diese pseudopsychologisiererei
geht mir ehrlich gesagt schon auf's Skrotum.
Menschen sind eben nicht unfehlbar, hat nicht jeder von uns schon einmal
eine im nachhinein offensichtliche Dummheit begangen?
Iwan
Ansbach Dragoner schrieb:> Ja richtig. Aber die Bayern haben es intelligent verstanden diese Hilfe> zur Unterstützung ihrer Selbsthife einzusetzen und so zum Zahlerland zu> werden.> Während die heutigen Empfängerländer seit Jahrzehnten von BY, BW und H> kassieren, ohne ihre Selbsthilfe zu aktivieren. Die Nordlichter halten> einfach nur die Hand auf und vergrößern ihre sozialen Wohltaten.
Naja, wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen: bis 1986 hat Bayern
selbst reichlich kassiert, sie benötigten also 36 Jahre. 1986+36 = 2022
Schauen wir also erst dann, was ich wo bewegt hat :-)
Und NRW und Hamburg haben ein deutlich höheres Plus. Da muss sich Bayern
noch über einige Zeit strecken, um +/-0 zu kommen.
Soviel zu den Nordlichtern :-)
Nur die fleissigen Schwaben, die haben immer gezahlt :-)
--------------
Mich nervt diese ständige Jammerei auch auf Länderebene. Wem es schlecht
geht, dem muss man helfen. Das gilt für unseren Staat im Großen wie im
Kleinen. Nach dem Krieg lag Bayern über lange Zeit am Boden, da haben
sind die Kumpel eingetreten - jetzt ist es eben andersherum.
Natürlich muss man das überwiesene Geld vernünftig nutzen - aber der
Egoismus nervt.
Chris D.
Jörg S. schrieb:> Ich rede nur von den repräsentativen Umfragen, speziell dem ZDF> Politbarometer.
Ich kenne die Umfrage. Soweit ich mich erinnere stützt diese sich auf
die Emnid-Umfrage.
> Abstimmungen im Internet kann man generell wenig glauben schenken. Wenn> dann repräsentative Umfragen.
Das kann man so nicht sagen. Die Meinungsforscher sind selbst sehr
überrascht über die Diskrepanz dieser Meinungsumfragen. Es gab einen
Zeitungsartikel darüber. Selbst die Online-Umfrage der Bild ergab kein
Pro Guttenberg sondern ein Pro Rücktritt.
> Glaub ich weniger.
Warte es ab. Bis dahin wirst du auch neue Meinungsumfragen vernehmen
dürfen. Die meisten Leute informieren sich nur aus den Hauptnachrichten
und sehen werden Phoenix, noch lesen sie Guttenplugwiki, noch
ausführliche Zeitungsartikel. Mit etwas Glück bekommen sie vielleicht
noch mit wie die Hochschulen hier im Fall reagiert haben. Das ein- oder
andere "ARD-Spezial" wird helfen den Informationsstand anzugleichen.
> War es ja auch zwangsweise. Die Opposition übertreibt immer, egal wer> gerade Opposition ist :)
Zwischen Übertreiben und aufgebauscht gibt es einen gewichtigen
Unterschied. Den solltest du kennen.
> Glaube ich auch nicht. Wie schon öfters gesagt wurde, wissen die> meissten wohl sehr genau was da passiert ist.
Nein, sie wissen es eben nicht. Wüssten sie es, dann hätten sie ganz
anders reagiert. Die meisten denken noch immer hier sind ein paar
Lapalien Guttenbergs zu verzeichnen, über die man hinwegsehen kann. Hier
geht es aber um viel mehr.
>> Dennoch, in den klassischen Parteien wird Guttenberg keine Rolle mehr>> spielen.> Sehr gewagte These
Die gewagte These wäre anzunehmen, Guttenberg würde (doch noch) der
nächste Kanzler Deutschlands werden.
> Stimmt, rennt doch normalerweise jeder gerne ins offene Messer.
Den Satz verstehe ich nicht.
Ansbach Dragoner schrieb:> zum Wohle des Nettozahlerlandes Bayern.
Dümmliche Propaganda wird durch Wiederholung nicht besser.
Nach einer Cash Flow Rechnung kannst du gern diese Verdummungsfloskel
noch einmal posten. Sie wird dann in etwa die Schlagkraft eines
Guttenberg Statements zu seiner Dr.Arbeit haben. Die HRE (Bad Bank der
HypoVereins) die deine Landsleute der dummen Merkel aufgedrückt haben
(zugegeben ein genialer Coup dieser bayrischen Mafia, erst ausschlachten
dann ab nach Berlin) bitte auch noch abziehen.
Chris D. schrieb:> Mich nervt diese ständige Jammerei auch auf Länderebene.
Ich bin sehr dafür das dieses diebische Mia san Mia Pack in sein eigenes
Stammgebiet mit Zöllen und Grenzen absteckt. Dann wird es interessant
wer was zahlt und die Kohlebayern spielen endlich in der richtigen
"Landesliga".