Halbtagsstellen für Ingenieure?

Gast #2089697
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Hallo,
gibt es eigentlich Halbtagsstellen für Ingenieure? Wenn ja, bei welchen 
Firmen am ehesten?

Mein Hintergrund ist der, dass ich Angstzustände und Panikattacken habe 
und noch ein paar weitere psychischen Probleme. Mein Studium habe ich 
abgeschlossen und suche jetzt einen Berufseinstieg. Ich bin natürlich in 
psychotherapeutischer Behandlung. Mein Therapeut hat mir empfohlen, nach 
einer Halbtagsstelle zu suchen. Mit der reduzierten Arbeitsbelastung 
würde ich wahrscheinlich eher zurechtkommen als gleich mit der vollen 
40h + x Woche.

Mir ist klar, dass ich bei einem Vorstellungsgespräch nichts von 
psychologischen Problemen erzählen darf. In diesem Fall brächte ich halt 
eine halbwegs glaubwürdige "Ausrede", warum ich eine Halbtagsstelle 
suche.

VG, Anonymus
Gast #2090302
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Bietet denn der Staat bzw. das ganze System an Sozialversicherung keine 
Unterstützung für solche Fälle an? Ich würde da mal nachfragen! Immerhin 
ist es auch für die viel besser, wenn eine psychisch angeschlagene 
Person einen halben Tag arbeitet und eventuell dem Arbeitgeber ein Teil 
des Lohns bezahlt wird, als wenn die Person nur herumsitzt, verblödet 
und von Sozialhilfe leben muss.

Was das Vorstellungsgespräch angeht: Leider sind wir in unserer Kultur 
noch nicht so weit, psychische Krankheiten zu akzeptieren. Wenn du im 
Rollstuhl oder mit einem verkrüppelten Arm ans Vorstellungsgespräch 
kommst, so wird das kaum ein Hinderungsgrund sein, bei einer psychischen 
Krankheit wohl viel eher.
Gast #2090373
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Anonymus schrieb:
> Welche Unternehmen haben eigentlich eine 35h-Woche?

Eigentlich alle mit IG-Metall-Vertrag. Für Ingenieure werden meistens 
trotzdem 40h-Verträge abgeschlossen. Prinzipiell steht aber jedem offen, 
den Vertrag auf 35h abzusenken, wenn man mal drin ist, sich mit dem 
Betriebsrat versteht und dabei den Chef nicht total verärgert.
Gast #2090580
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g.a.s.t. schrieb:
> 40h Wochenarbeitszeit ist für Ingenieure doch fast halbtags. Was im
> Arbeitsvertrag steht. ist zweitrangig. In der Realität arbeiten die
> meisten Ingenieure über 65h.

So ein Unsinn, 35h Stunden in der Woche, so gehört sich das. Man 
arbeitet ja um zu leben, und nicht anders herum. Und wenn es doch einmal 
ein paar Stunden mehr pro Woche werden, kann man hin und wieder einen 
Tag Freizeitausgleich nehmen. Mehr Arbeitsstunden müssen wirklich nicht 
sein.
Gast #2090624
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Anonymus schrieb:

> Mein Hintergrund ist der, dass ich Angstzustände und Panikattacken habe
> und noch ein paar weitere psychischen Probleme.

Wer nicht vollstens einsatzfähig ist, wird in unserer Arbeitswelt leider 
leider ausgegliedert, egal wie. Es gibt ja genug gesunden Nachschub.

Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, wieder ins Erwerbsleben zu 
kommen, ist die, sich eine Behinderung amtlich anerkennen zu lassen. Es 
gibt da sicher Mittel und Wege, wieder erwerbstätig zu werden, und wenn 
es bei deiner Einstellung in einer Firma einen öffentlichen Zuschuß auf 
Grund einer anerkannten und bestätigten Behinderung gibt.

Ich hatte solche Kollegen gelegentlich vor 30 Jahren mal. Im 
öffentlichen Dienst. Da gab es auch eine Abteilung, die sich 
Sozialbetreuung nennt. Das war für solche Leute der Rettungsanker. OK, 
man hat auch tausende Angestellte, und eine Personalverantwortung, da 
ist mal das eine oder andere nicht ganz im Lot. Heute würde man sagen: 
Vollkaskomentalität, so was geht gar nicht. Ab nach Hartz-IV.
Gast #2090650
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> So ein Unsinn, 35h Stunden in der Woche, so gehört sich das. Man
> arbeitet ja um zu leben, und nicht anders herum. Und wenn es doch einmal
> ein paar Stunden mehr pro Woche werden, kann man hin und wieder einen
> Tag Freizeitausgleich nehmen. Mehr Arbeitsstunden müssen wirklich nicht
> sein.

Sehe ich auch so. Aber viele haben eben keine Wahl. Entweder akzeptieren 
sie unbezahlte Überstunden ohne Ausgleich, oder sie werden rausgemobbt 
oder aus anderen vorgeschobenen Gründen freigesetzt. Die 
Ingenieurschwemme macht es möglich, dass sich dann gleich der nächste 
ausbeuten lässt.
Gast #2090757
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> Entweder akzeptieren sie unbezahlte Überstunden
Ich habe mein Leben lang noch keine unbezahlten Überstunden gemacht. Ich 
mache nur Unterstunden: Arbeite im Betrieb an meiner privaten 
Elektronik. Ich recherchiere Bauteile und sichte Schaltungen. Ich nehme 
nichts mit und entwickle auch nichts. Aber ich betreibe die 
zeitaufwändige Recherche. 5h die Woche wandern in meinen eigenen Kopf 
und nicht ins Projekt des Ausbeuters.
Gast #2091272
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> In sehr vielen Firmen gibt es Gleitzeitkonten, d.h. Überstunden werden
> sehr wohl erfasst.

Das gibt es natürlich. Aber eben nicht immer.

> Wieso es für viele Arbeitnehmer keinen Ausgleich
> geben soll, erschließt sich mir nicht.

Seltsame Frage.
Gast #2091277
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Kürzlich sah ich noch eine 3/4-Stelle als Entwickler im Fachbereich 
einer FH in RP. Hätte ja interessant sein können. EG10 TV-L. Da bekommt 
man etwa 1800€ brutto raus. Könnten so zwischen 1100 und 1200€ netto 
sein. Und die fehlenden 2 Stunden zur Vollzeit, macht man da sicher im 
Endeffekt auch noch gratis, genau so wie man auch bei 40-Stunden-Woche 
oft 50 Stunden macht, nämlich den Rest gratis. Da steckt kluges Kalkül 
dahinter.

Ich frage mich, was dazu führt, was der Hintergrund ist, da eine 
3/4-Stelle anzubieten. Von Frauen und Behinderten bevorzugt, war 
übrigens nicht die Rede. Das stand nirgendwo.

Bei Vollzeit hätte ich mich ja mal beworben. Aber so, muß man 
wahrscheinlich noch einen zusätzlichen Halbtagsjob annehmen, um 
finanziell über die Runden zu kommen.

Habe diese Woche im Nahverkehrsbus das Gespräch einer gerade 
ausgelernten Bäckereiverkäuferin am Nachbarsitzplatz mit bekommen. Sie 
hatte 1100€ netto. Das ist dann auch nicht viel weniger, als der 
Akademiker hat. Allerdings muß man sich in diesem Job nur ein paar Brote 
auswendig merken können, anders als beim Entwickler...
Gast #2091307
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Wilhelm schrieb: "Habe diese Woche im Nahverkehrsbus das Gespräch einer 
gerade ausgelernten Bäckereiverkäuferin am Nachbarsitzplatz mit 
bekommen. Sie
hatte 1100€ netto. Das ist dann auch nicht viel weniger, als der
Akademiker hat. Allerdings muß man sich in diesem Job nur ein paar Brote
auswendig merken können, anders als beim Entwickler..."

Ja, so ist das nun mal in einer Marktwirtschaft. Bäcker und Metzger 
braucht es auch in der Wirtschaftskrise. Auf Ingenieur-Leistungen 
dagegen kann man leicht verzichten. Die kauft man heute in Rumänien und 
in China ein.

Wer heute noch Ingenieur studiert, der sollte gleich nach der 
Immatrikulation in die Klappsmühle eingeliefert werden. Der hat nämlich 
gar nichts kapiert. Und wer so ein dummes Kammeraden-Schwein ist, dass 
er 65h pro Woche ohne Ausgleich arbeitet, dem gehört es nicht anders. 
Der Deutsche Michel war halt schon immer ein bekloppter, 
obrigkeitshöriger Dummkopf. Hat sich seit 1933 offensichtlich nicht 
geändert.
Gast #2091416
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Alex schrieb:

> Wer heute noch Ingenieur studiert, der sollte gleich nach der
> Immatrikulation in die Klappsmühle eingeliefert werden.

Wenn er nach dem Studium nicht zu den oberen 10% der Pyramidenspitze 
gehört, die sofort fast von selbst abgegrast werden. 1 Bewerbung, und 2 
Zusagen. Oder besser: Gar keine Bewerbung, und 5 Zusagen.

Da hast du völlig Recht. Ich hatte leider damals 1995 noch keine fremde 
Meinung zu meinem Vorhaben, es gab noch kein Internet, und auch nicht 
dieses Forum hier. Sonst hätte ich ganz sicher die Finger davon 
gelassen. OK, es war damals auch noch nicht wirtschaftlich so brenzlig 
wie heute.
Gast #2091492
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Backflow schrieb:

> Was hindert Dich jetzt daran, auf Bäckereifachverkäufer(in) umzusatteln.

Du Witzbold, hast wohl heute schon zu viel Karneval gefeiert??? ;-)

Eine Bäckereifachverkäufer(in) männlich und über 50 braucht kein Mensch 
mehr, wenn man da auch junge anziehende hübsche Frauen haben kann, die 
so den Verkauf fördern. Übrigens hab ich das auch noch nie gesehen. Auch 
keinen männlichen Kellner im Szene-Lokal über 50. Ist auch nicht so 
kundschaftsanlockend und verkaufsfördernd. Wenn es nicht gerade der Chef 
selbst ist...
Gast #2096289
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siehe Arbeitsgestze
Arbeitsteilzeitgestz

--, wenn dem keine wichtigen , betrieblichen Gründe entgegenstehen...
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tja . da haben wir es ja

nach Statistiken ca. 10 mill. psych. Erkrankte in D. mit ca. 30 millard. 
EUro Kosten

die Bombe tickt,

hoch lebe die soziale Marktwirtschaft

schaun wa mal..

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