Andrea W. schrieb:> Gibt es Eigenschaften die ein Chef haben muss, bzw. nicht haben sollte?
Welcher Chef? Der Chef-Chef-Chef oder bloß der Chef?
Im Technischen Bereich oder eher sowas wie Marketing, Vertrieb?
Abteilungsleiter, Geschäftsführer oder Firmeninhaber?
Die Frage ist wirklich zu allgemein.
Deshalb würde ich einfach mal 'Stromberg' empfehlen. :)
Die Soziologiearbeit-Warnleuchte wird bei mir auch nervös...
In meiner alten Firma hatten auch die meisten Angst vor dem da Oben. Da
wurde halt die kleine mittelständische Firma patriachisch geführt. Dies
muss nicht immer schlecht sein, aber dort wars schlecht. Und das
Schlechte hat sich auch in die weiteren Führungsebenen fortgepflanzt.
Wenn man dort das Maul aufgemacht hat bekam man kostenlos ein
Motivationsgespräch bei dem da Oben. Ich bin dort immer mal wieder
angetreten. Hilfe verschaffte mir hier nur ein Jobwechsel.
Chefs sind halt auch nur Menschen und wenn se ihre Macken als
Alleinherscher ausleben können machen das manche. Soll aber für die da
Oben keine Entschuldigung sein.
gruß
tom
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Wenn der oberste Chef ein grosser Arxxx ist, ist die Wahrscheinlichkeit,
dass die Ebenen darunter auch nicht besser sind sehr hoch.
Bei einem guten obersten Chef ist die Kommunikation oft durch die Ebenen
nach unten auch gut.
Ein guter Chef ist immer irgendwo ein kleines Arxxxloch (sorry für die
Ausdrücke).
Die Kunst ist kein großes zu werden.
Ein Motivator, die Kunst des Lobes und der berechtigten Kritik, Ziele
aufzeigen und selbst Kritik ertragen können (Chef, so klappt das nicht).
Andrea W. schrieb:> Gibt es Eigenschaften die ein Chef haben muss, bzw. nicht haben sollte?
Hi, Andrea,
die Frage nach den Eigenschaften führt in die Irre.
Ebenso die Kategorisierung nach Typen. Jeder Typ ist Mist. Weil, wer
eine "Rolle" zu spielen versucht, egal welche, der ist per definitionem
nicht authentisch.
Wir haben in der heutigen Wirtschaft vor allem zwei Kriterien für Deine
Antwort:
1. Die Personaler mit ihren Erwartungen, woran sie "Führungspotenzial"
erkennen.
2. Die Mitarbeiter, unter welchen Umständen sie bereit sind, für Dich
mehr zu leisten als für andere Führungskräfte.
Zu 1.: Das muss man erkunden und befriedigen. Örtliche Wissensträger
sollten gut Bescheid wissen.
Zu 2.: Hier ist ein Megatrend zu beachten, worin die Personaler nach
meiner Beobachtung noch im Vorgestern leben: Die Auswirkung der
Qualifizierung der Mitarbeiter auf die Zusammenarbeit.
"Erfolgreich ist der Mensch, wenn er bei 100 Entscheidungen 51mal das
Richtige trifft." (John Pierpont Morgan, Banker)
"Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen,
als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen." (Bernd Pischetsrieder,
Ex-BMW)
Wo beide Weisheiten zugleich zutreffen - und wo in D tun sie das nicht?
- da brauchen die Führungskräfte für wettbewerbsfähige Entscheidungen
das engagierte Mitdenken ihrer Mitarbeiter.
Das kann man aber nicht befehlen. Wer nach dem Organisationsprinzip
"Trennung von Kopf- und Handarbeit" führt, der will es auch gar nicht,
fällt deshalb minderwertige Entscheidungen und im Wettbewerb zurück.
Das bekommt eher, wer charismatisch führt: Charisma, natürliches: Wir
orientieren uns gern nach dem, der uns dorthin führt, wo wir selbst hin
wollen – wenn wir meinen, unter seiner Leitung sparen wir mehr Mühen als
unter der jedes anderen, der verfügbar ist.
Welche Eigenschaften braucht man dazu?
Gar keine.
Aber Fähigkeiten. Die bevorzugte Anwendung von Fähigkeiten deutet die
Umwelt dann als Eigenschaften.
Dazu insbesondere diese hier:
"Der Regent muß sich in die Lage eines Landmannes oder eines Handwerkers
versetzen und sich dann fragen: 'Wenn Du in diese Klasse von Menschen
geboren wärst, was würdest Du von dem Regenten verlangen?'." (Friedrich
der Große)
Die angestellte Führungskraft muss das doppelt machen - erstens aus
Sicht ihres Kunden, ihrer höheren Führungskraft, zweitens die Sicht aus
den Augen ihrer Mitarbeiter.
Was Du da siehst, das kann Dir keiner sagen. Da darfst Du auch gar nicht
auf andere hören. Kein Eindruck ist besser als Deiner.
Ciao
Wolfgang Horn
Hallo Andrea.
> Gibt es Eigenschaften die ein Chef haben muss, bzw. nicht haben sollte?
Jemand, der Chef werden will oder wenn er Chef ist, Chef bleiben will
sollte sich an Machiavellis "il Principe" halten.
Ca. 500 Jahre alt, aber wohl zeitlos.
Habe das Buch vor gut 15 Jahren mal über die Fernausleihe zum lesen
bekommen.
Eine aktuelle deutsche Ausgabe war damals weder zu kaufen noch in der
örtlichen Bücherei vorhanden. Wie es jetzt aussieht, weiss ich nicht.
Bedarf sollte eigentlich bestehen......
Das Buch wurde mir von meinem damaligen Chef nach Rausschmiss als
Karrierehilfe empfohlen. Ich habe es gelesen, und erkannt, das ich kein
Talent für Karriere habe. Aber.....nit dem dadurch geschärften Blick
erkannte ich anschliesslich deutlich, wie andere Karriere machen.
So gesehen könnte es ein gutes Lehrbuch sein.
Die Eigenschaften, die ein Chef braucht, kann er vermutlich nicht
wirklich komplett "lernen", sondern sie werden zu einem großen Teil
sozial vererbt.
Inwieweit das "soziale vererben" als "lernen" zu betrachten ist, sollen
die Soziologen und Psychologen mal unter sich abklären.
Was einen erfolgreichen Chef letztlich ausmacht, ist eine Kombination
von Intelligenz und Sadismus, zuzüglich gutem Fachwissen, schneller
Auffassungsgabe und einer guten Allgemeinbildung.
Ein Chef muss in erster Linie für sich selber gut sein. Weil ist er es
nicht, verdrängt ihn sofort jemand anderes, egal was er sonst für
Qalitäten hat und Leistungen bringen mag.
Ein Chef sollte emotional wenig Bindung an seinen Beruf und seine
Mitmenschen haben, dafür aber an seine Position haben.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Bernd Wiebus schrieb:> Jemand, der Chef werden will oder wenn er Chef ist, Chef bleiben will> sollte sich an Machiavellis "il Principe" halten.
Absolut richtig - hab ich auch vor 15 Jahren gelesen.
Ich denke auch das gehört zu den Büchern die man gelesen haben muss um
das Thema zu diskutieren.
Das 2. Werk vielleicht auch: Discorsi - über die Demokratien.
>...Discorsi - über die Demokratien
Wenn du die Discorsi wirklich gelesen hättest, würdest Du wissen, daß
Machiavelli hier seine grundlegenden Gedanken zu Staatsführung darlegt
und nicht speziell die Demokratien beschreibt.
Backflow schrieb:> Wenn du die Discorsi wirklich gelesen hättest, würdest Du wissen, daß> Machiavelli hier seine grundlegenden Gedanken zu Staatsführung darlegt> und nicht speziell die Demokratien beschreibt.
In der Tat - das weiß ich, da ich es gelesen habe - danke das du mich
darauf hingewiesen hast.
Hi, Bernd,
Zustimmung, Machiavelli sollte jeder gelesen haben, der Opfer von
Machtmissbrauch werden könnte.
Hätten die Deutschen vor 1933 nur tüchtig Hitler gelesen, hätten sie
wohl nicht gewählt. Lesen bildet. Auch, wenn man von der anderen Seite
liest.
Meiner Meinung nach trägt die Sachlichkeit, Treffsicherheit und sein
Verzicht auf Gefälligkeiten zum Wert des "Fürsten" bei,
Machiavelli hat das Denken und Verhalten um die Macht meiner Meinung
nach sehr treffend geschrieben. Eben nicht so, wie wir eitlen Menschen
gern sehen, sondern eher so, wie wir uns tatsächlich verhalten. Deshalb
wohl hat ihn die Kirche auch so bekämpft, wurde sein Büchlein zum
Geheimtipp.
> Jemand, der Chef werden will oder wenn er Chef ist, Chef bleiben will> sollte sich an Machiavellis "il Principe" halten.
Danke für die Anregung.
Jain.
Ja: Seine Beschreibungen lesen sich grausamer als die von
Sozialromantikern, sind aber treffender und daher besser.
Nein: Seine Beschreibungen stammen aus der Zeit der großen
Bildungsunterschiede - dort die wenigen, reichen, gebildeten
Fürstensöhne, da die Masse der Knechte und Arbeiter, die mangels
Reichtum allenfalls Lesen, Schreiben, lernen konnten.
Heute hat die weitgehende Qualifizierung das weitgehend ausgeglichen:
"Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen,
als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen." (Bernd Pischetsrieder,
Ex-BMW)
Folgerung: Wer mit qualifizierten Mitarbeitern wettbewerbsfähige
Ergebnisse erreichen will, der muss deren engagiertes Mitdenken
gewinnen. Machiavelli aber hat für einen Fürsten in einer anderen
Situation geschrieben.
> Das Buch wurde mir von meinem damaligen Chef nach Rausschmiss als> Karrierehilfe empfohlen.
Oha. Warum hat er den Eklat nicht verhindern können?
> Ich habe es gelesen, und erkannt, das ich kein Talent für Karriere habe.
Oh ja, wieder ging dem Management ein kluger Kopf verloren, ein anderer
nahm dessen Platz ein...
> Die Eigenschaften, die ein Chef braucht, kann er vermutlich nicht> wirklich komplett "lernen", sondern sie werden zu einem großen Teil> sozial vererbt.
Das Denken in Eigenschaften und Charaktermerkmalen ist wohl so alt wie
die Geschichte, Adam sei aus Lehm gemacht mit allen Eigenschaften und
Merkmalen.
Unser technisches Denken ist da viel besser. Auch der Personalbereich
wandelt sich zum Denken in "Kompetenzen".
Zur "Vererbung": Wir lernen, wo es uns gefällt. Eltern, die ihre Kinder
lieben, sind hervorragende Lehrmeister. Schon im Tierreich.
Was man damals nicht hat bekommen können, das kann man nachholen.
Eine der größten Schwierigkeiten dabei ist das "Hexensyndrom" - um als
Hexe verbrannt zu werden braucht es keinen Pakt mit dem Teufel. Es
genügt, wenn die Dorfdeppen sich einig sind, wer die Hexe sein soll.
Im Berufsleben: Wenn sich Vorgesetzte und Kollegen einmal einig sind, wo
"der Platz im Leben" eines einzelnen sein soll, dann hilft auch
Weiterbildung nur begrenzt. Besser wechselt man dann.
> Inwieweit das "soziale vererben" als "lernen" zu betrachten ist, sollen> die Soziologen und Psychologen mal unter sich abklären.
Nö. Auch hier ist das eigene Urteil vorzuziehen. Da kann man wenigstens
draus lernen.
Wenn schon, dann Biologen oder die DNS fragen, was in ihr drin ist und
was von außen gelernt werden muss.
> Was einen erfolgreichen Chef letztlich ausmacht, ist eine Kombination> von Intelligenz und Sadismus, zuzüglich gutem Fachwissen, schneller> Auffassungsgabe und einer guten Allgemeinbildung.
All das findet man leider auch bei schlechten Bossen.
Das Denken in Eigenschaften und Charaktermerkmalen ist genauso weltfremd
wie die Vorverurteilung der Hexen.
Qualifizierte Mitarbeiter brauchen keine verlogenen Rollenspieler als
Bosse, sondern souveräne Chefs, die auch authentisch sind und glaubhaft.
Wichtiger als Rollenkenntnisse ist daher die Kunst der angehenden
Führungskräft, in jeder Situation selbst erkennen zu können, wie sie gut
handeln kann, wie besser - und gelegentlich auch, wie besser als die
Konkurrenten.
> Ein Chef muss in erster Linie für sich selber gut sein.
Danke. Mein Vorbild in dieser Sache:
"Gewiß habe ich nach Gewinn und Reichtum gestrebt, doch wesentlich
nicht, um sie zu genießen, ... (sondern) um die Mittel zur Ausführung
anderer Pläne und Unternehmen zu gewinnen..“ (Werner von Siemens, 1816
bis 1892)
Er hat sich zu seinem Egoismus bekannt. Das machte ihn glaubhafter als
manchen heutigen Unternehmer, der meint, den Sozialromantikern gefällig
lügen zu müssen.
> Ein Chef sollte emotional wenig Bindung an seinen Beruf und seine> Mitmenschen haben, dafür aber an seine Position haben.
Wieder ein differenziertes "Jain".
Ja: Nur eine Führungskraft, die stabil steht wie ein Leuchtturm, kann
ihren im Sturm schwankenden Mitarbeitern verläßliche Orientierung geben.
Sie darf sich nicht mitreißen lassen, sie braucht die Distanz der
"Hubschrauberperspektive" auf das Ganze und einen weiten Denkhorizont.
Ja: Führungskräfte müssen konsequent sein. Die Zukunft ihres Teams und
Unternehmens muss ihnen wichtiger sein als alles andere in der Arbeit.
Als Chef muss man bei Not auch entlassen können - und das auch
persönlich tun, statt sich feige hinter einem "Outplacement-Berater" zu
verstecken.
Nein: Wer seine Emotionen leugnet oder verdrängt, der belügt sich
selbst. Natürlich schmunzelt man mit seinen Leuten mit, natürlich
springt man beim gewonnenen _Auftrag auch mal vor Freude in die Luft,
natürlich ist man bei versemmeltem Angebot auch mal traurig - aber alles
mit Distanz und Überlegenheit.
Ciao
Wolfgang Horn
Dazu eine Anekdote über Enrico Fermi dem eines Tages gesagt wurde, er
würde Morgen einem erfolgreichem und daher fähigem General vorgestellt
werden der schon viele Schlachten gewonnen hätte.
Daraufhin sagte Fermi: Die anzahl der gewonnen Schlachten stehen in
keinem Zusammenhang zur Fähigkeit des Generals.
Der Ausgang einer Schlacht hängt von vielen Faktoren ab und ist
letztlich zufällig. Die Umstände aber klassifizieren eine Schlacht als
mehr oder weniger leicht oder schwer zu gewinnen. Ein General der viele
Schlachten gewonnen hat, hatte nur Glück, dagegen ein General der viele
Schlachten verloren hat, hat aus jeder etwas gelernt was man anders oder
besser machen muss. Ganz gegen die allgemeine Annahme ist damit der
General der die meissten Schlachten verloren hat der fähigste.
Das trifft auf Projektleiter die Projekte in den Sand setzen, Chefs die
Firmen in die Pleite führen und sogar Chirurgen die Patienten töten zu.
Mit einer Einschränkung: Es trifft nur auf die selbe Person zu - pfad a
= immer gewonnen mit Glück weil leicht oder pfad b = immer verloren weil
schwierige Aufgaben.
Es gibt dazu in der Vorlesung medizinische Statistik den Klassiker an
dem alle Studenten scheitern: Von welchem Arzt (A,B) würden Sie sich als
mitelschwerer Fall operieren lassen:
A - 80% überleben die OP, 20% sterben
B - 20% überleben, 80% sterben
Es wählen immer alle A und sterben damit zu 80%, bei Wahl B überleben
sie aber mit 80% - sozusagen Tod durch Dummheit.
Lösung:
A bekommt als Anfänger nur leichte bis mittlere Fälle
B bekommt als Profi nur mittlere bis schwere Fälle
Michael Lieter schrieb:> Der Ausgang einer Schlacht hängt von vielen Faktoren ab und ist> letztlich zufällig. Die Umstände aber klassifizieren eine Schlacht als> mehr oder weniger leicht oder schwer zu gewinnen. Ein General der viele> Schlachten gewonnen hat, hatte nur Glück, dagegen ein General der viele> Schlachten verloren hat, hat aus jeder etwas gelernt was man anders oder> besser machen muss. Ganz gegen die allgemeine Annahme ist damit der> General der die meissten Schlachten verloren hat der fähigste.>> Das trifft auf Projektleiter die Projekte in den Sand setzen, Chefs die> Firmen in die Pleite führen und sogar Chirurgen die Patienten töten zu.
Das kann man so nicht sagen.
Ein guter Unternehmer korrigiert beispielsweise fortwährend seine Fehler
und arbeitet am Unternehmen. Ein schlechter Unternehmer vermag das nicht
oder geht viellleicht unter, weil er Probleme gar nicht sieht.
Wer mehrere Pleiten hinlegt, erkennt dann eventuell schwerwiegende
Probleme nicht oder ist beratungsresistent.
Oder militärisch gesagt: nicht jede kleine Niederlage führt zur
verlorenen Schlacht :-)
Chris D.
Chris D. schrieb:> Ein guter Unternehmer korrigiert beispielsweise fortwährend seine Fehler> und arbeitet am Unternehmen. Ein schlechter Unternehmer vermag das nicht> oder geht viellleicht unter, weil er Probleme gar nicht sieht.>> Wer mehrere Pleiten hinlegt, erkennt dann eventuell schwerwiegende> Probleme nicht oder ist beratungsresistent.>> Oder militärisch gesagt: nicht jede kleine Niederlage führt zur> verlorenen Schlacht :-)
Es reicht ja aus einen Kunden zu haben der die Rechnung nicht bezahlt
und die Bank macht deine Firma dicht. Das kann man teilweise vorhersehen
aber da bleibt ein mächtiges zufälliges Element. In der Krise erlebt.
Eine äußerst erfolgreiche Firma ca. 150 Mitarbeiter mit vielen Aufträgen
von einem namhaften Konzern in Norddeutschland. Hochentwickelte
Technologie die man vielleicht 5 mal in Deutschland findet. Sehr fähige
Leute.
Die hätten nur Geld gebraucht um die Löhne weiter zahlen zu können und
auf andere Kunden umschwenken können - aber die Bank hat Nein gesagt.
Es gibt genug Beispiele - amerikanischer Bürgerkrieg: General Lee hat
fast jede Schlacht gegen die Förderation gewonnen aber den Krieg
verloren.
Michael Lieter schrieb:> Es reicht ja aus einen Kunden zu haben der die Rechnung nicht bezahlt> und die Bank macht deine Firma dicht. Das kann man teilweise vorhersehen> aber da bleibt ein mächtiges zufälliges Element.
Vor allem ist das ziemlich dumm, sich so von einem Kunden so abhängig zu
machen. Diversizifierung ist wichtig.
> Eine äußerst erfolgreiche Firma ca. 150 Mitarbeiter mit vielen Aufträgen> von einem namhaften Konzern in Norddeutschland. Hochentwickelte> Technologie die man vielleicht 5 mal in Deutschland findet. Sehr fähige> Leute.> Die hätten nur Geld gebraucht um die Löhne weiter zahlen zu können und> auf andere Kunden umschwenken können - aber die Bank hat Nein gesagt.
Deswegen: niemals eine Bank ins Boot holen.
Außerdem sollte man beizeiten Rücklagen bilden - das gibt Sicherheit und
eine Positon der Stärke aus der heraus man agieren kann. Ein Jahr ohne
Einnahmen jeglicher Art würde mich z.B. nicht kümmern.
Aber Rücklagen sind natürlich "böse", da sie keinen Gewinn bringen - bis
es kracht.
> Es gibt genug Beispiele - amerikanischer Bürgerkrieg: General Lee hat> fast jede Schlacht gegen die Förderation gewonnen aber den Krieg> verloren.
So etwas zum Beispiel :-)
Ich denke nur nicht, dass Pleities bessere Unternehmer sind.
Chris D.
@Michael Lieter
>...General der viele Schlachten gewonnen hat, hatte nur Glück,
Da ist Sunzi ("Die Kunst des Krieges") aber anderer Ansicht. Oder sollte
Dir der Klassiker unbekannt sein?
Backflow schrieb:> Da ist Sunzi ("Die Kunst des Krieges") aber anderer Ansicht. Oder sollte> Dir der Klassiker unbekannt sein?
Ja, ist mir nicht bekannt - könnte ich ja jetzt googeln - oder mit dir
diskutieren.
Hast du gedient? Dienstgrad
(nur um abschätzen zu können welche Einsicht du in militärische
Strategie aus persönlicher Erfahrung hast - denn Theorien gibt es
viele..)
>Hast du gedient? Dienstgrad
W15, OG. Aber ich habe nicht vor, mit Dir militärische Strategien zu
diskutieren.
>könnte ich ja jetzt googelnhttp://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kunst_des_Krieges_(Sunzi)
Sunzis Buch ist neben Clausewitz "Die Kunst des Krieges" eines der
zentralen Bücher über Militärstrategie, die auch Eingang in der
Managementliteratur Eingang gefunden haben.
Ich wollte nur den Bogen etwas weiter spannen.
Was mich an der obigen Dikusssion unter Berufung auf Machiavelli stört,
ist die Tatsache, daß Machiavelli auf die Böse Seite der Macht reduziert
wird.
Wenn man den Fürsten und die Discorsi unvoreingenommen liest, wird man
feststellen, daß seine Ideen im übertragenen Sinne auch heute vernünftig
sind.
Z.B. sein Ratschlag nach der Machtergreifung die notwenigen Grauamkeiten
in einer schnellen Aktion sofort auszuführen kann man oberfläch als
Aufruf zum ungezügelten Mord verstehen.
Im übertragenen Sinne kann das auch heißen, notwendige aber unpopuläre
Entscheidungen schnell zu treffen, als immer wieder zu zerreden.
Hallo Backflow.
> Was mich an der obigen Dikusssion unter Berufung auf Machiavelli stört,> ist die Tatsache, daß Machiavelli auf die Böse Seite der Macht reduziert> wird.
Eine Unterscheidung in "Gut" und "Böse" ist nach meiner Ansicht schon
Esoterik. Es kommt lediglich auf das funktionieren an, und ob es mir
etwas nützt.
Das ist jetzt allerdings eine Darstellung ohne Dimension in die Tiefe.
Natürlich habe ich mit Gruppen zu tun, und bin Teil einer Gruppe.
Insofern
kann es strategisch sinnvoll sein, vorübergehend die Gruppeninteressen
über meine eigenen zu Stellen.
>> Wenn man den Fürsten und die Discorsi unvoreingenommen liest, wird man> feststellen, daß seine Ideen im übertragenen Sinne auch heute vernünftig> sind.> Z.B. sein Ratschlag nach der Machtergreifung die notwenigen Grauamkeiten> in einer schnellen Aktion sofort auszuführen kann man oberfläch als> Aufruf zum ungezügelten Mord verstehen.> Im übertragenen Sinne kann das auch heißen, notwendige aber unpopuläre> Entscheidungen schnell zu treffen, als immer wieder zu zerreden.
Wenn Du aber Machiavelli so interpretierst, wird Machiavelli zum
Sozialromantiker. :O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
>Wenn Du aber Machiavelli so interpretierst, wird Machiavelli zum>Sozialromantiker
Was ist daran sozialromantisch sein, unpopuläre aber notwendige
Entscheidungen durchzuziehen?
Nach Machiavelli ist der gute (Allein)herrscher übrigens auch sparsam.
Hallo Wolfgang.
> Zustimmung, Machiavelli sollte jeder gelesen haben, der Opfer von> Machtmissbrauch werden könnte.
Macht ist nur zum Missbrauchen gut. Wenn Du Macht hast, aber nicht
Missbrauchst, wird sie gegen Dich selber verwendet.
> Hätten die Deutschen vor 1933 nur tüchtig Hitler gelesen, hätten sie> wohl nicht gewählt. Lesen bildet. Auch, wenn man von der anderen Seite> liest.
"Mein Kampf" ist unerträglich zu lesen. Langweiliger, paranoider
Schwachsinn. Ich kann verstehen, daß man den schnell aus der Hand legt.
Göbbels hat dagegen durchaus noch Unterhaltungswert. Heutzutage würde
er wohl eher eine Karriere wie Stefan Raab oder Harald Schmidt
anstreben.
Talent hätte er dazu mehr als genug gehabt. Aber es war wohl nicht die
Zeit dafür.
Aber ich denke nicht, daß das Lesen die Wahl Hitlers verhindert hätte.
Er mag es 33 nur mit Ach und Krach und Betrug geschafft haben, aber
hätte er es nicht geschafft, hätte er es halt beim nächsten mal
geschafft. Die Situation war reichlich verfault, und er hätte sie halt
nur weiter faulen lassen müssen. Mit 10-20% hätte er einfach die
Regierung weiter lähmen können, was die Reputation der Demokratie noch
weiter herabgesetzt hätte.
Es war übrigens sehr vielen durchaus klar, das sie sich mit der Wahl
Hitlers zu einem Massenraubmord verabredeten. In meiner Verwandschaft
war es so, und Harald Weltzer hat ja vergleichbares herausgefunden, wenn
vieleicht nicht so direkt, wie es mir von meiner Verwandschaft berichtet
wurde.
> Meiner Meinung nach trägt die Sachlichkeit, Treffsicherheit und sein> Verzicht auf Gefälligkeiten zum Wert des "Fürsten" bei,> Machiavelli hat das Denken und Verhalten um die Macht meiner Meinung> nach sehr treffend geschrieben. Eben nicht so, wie wir eitlen Menschen> gern sehen, sondern eher so, wie wir uns tatsächlich verhalten. Deshalb> wohl hat ihn die Kirche auch so bekämpft, wurde sein Büchlein zum> Geheimtipp.> Ja: Seine Beschreibungen lesen sich grausamer als die von> Sozialromantikern, sind aber treffender und daher besser.
Das scheint ja auch anscheinend eine Frage der Interpretation zu sein.
> Nein: Seine Beschreibungen stammen aus der Zeit der großen> Bildungsunterschiede - dort die wenigen, reichen, gebildeten> Fürstensöhne, da die Masse der Knechte und Arbeiter, die mangels> Reichtum allenfalls Lesen, Schreiben, lernen konnten.> Heute hat die weitgehende Qualifizierung das weitgehend ausgeglichen:
Das war wohl auch damals schon differenzierter zu sehen. Und auch heute
würde ich "Bildung" als nicht so "klassisch" ansehen.
Letztlich sind vermutlich "Peer groups" in der Jugend, aus denen dann
"Seilschaften werden", das ausschlaggebende. Klar, Vollpfosten hilft
auch die Seilschaft schon aus Eigennutz nicht lange weiter.....aber ohne
Seilschaft geht es auch nur für ganz wenige absolute Spitzenkönner.
Pech, wer nicht rechtzeitig in die passende Gang kommt.
> "Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen,> als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen." (Bernd Pischetsrieder,> Ex-BMW)
;-) Auch eine nette Umschreibung für Seilschaft.
> Folgerung: Wer mit qualifizierten Mitarbeitern wettbewerbsfähige> Ergebnisse erreichen will, der muss deren engagiertes Mitdenken> gewinnen. Machiavelli aber hat für einen Fürsten in einer anderen> Situation geschrieben.
Praktisch können Mitarbeiter nicht unendlich lange auf diese Art und
Weise geführt werden. Irgendwann merkt auch das dööfste Rentier, das die
Mohrrübe immer gleich weit vor der Nase baumelt. Oder es bekommt
tatsächlich mal ein Stück Mohrrübe, und verdirbt sich den Magen. ;-)
>> Das Buch wurde mir von meinem damaligen Chef nach Rausschmiss als>> Karrierehilfe empfohlen.> Oha. Warum hat er den Eklat nicht verhindern können?
Weil es kein "Eklat" war. :-) Er hatte sich halt verzockt. Er dachte,
daß aus Ausbildung und Fleiß Erfolg werden muss, und hatte übersehen,
das Softskills fehlen, die auch nicht nachzubessern waren. Naja, es war
vieleicht auch weniger als Hilfe, sondern eher als Erklärung gedacht.
>> Ich habe es gelesen, und erkannt, das ich kein Talent für Karriere habe.> Oh ja, wieder ging dem Management ein kluger Kopf verloren, ein anderer> nahm dessen Platz ein...
An klugen Köpfen ist kein Mangel. Sie Dich um. Es sind genug da. Mehr
als genug. Vieleicht siehst Du sie nur nicht, weil sie Dir nicht
gefallen oder weil Du Angst vor ihnen hast?
> Das Denken in Eigenschaften und Charaktermerkmalen ist wohl so alt wie> die Geschichte, Adam sei aus Lehm gemacht mit allen Eigenschaften und> Merkmalen.> Unser technisches Denken ist da viel besser. Auch der Personalbereich> wandelt sich zum Denken in "Kompetenzen".
Mmmh. Ich denke mir, daß die Menschheit mit der Formulierung von
Charaktermerkmalen eine sehr treffende zusammenstellung von
Kompetenzbündeln gemacht hat.
Letztlich helfen Einzelkompetenzen nicht weiter, wichtig ist der
Verbund, und es sind immer wieder ähnliche Konstellationen wichtig. Die
nennen wir dann Charakter, wenn es um persönliche Eigenschften geht.
Diese Charakterisierungen sind sehr lange aus Erfahrungswerten tradiert.
So weit weg von der Realität werden sie nicht liegen.
Allerdings könnte es sein, das in den wechselnden Lebensbedingungen der
Menchen sich immer wieder andere, ähnliche, aber keinesfalls komplett
andere Bündelungen als wichtig herausstellen.
Eine Jagdgesellschaft der Altsteinzeit hat anderen Bedarf als eine
Bäuerliche Gesellschaft des Neolithikums.
In den entvölkerten Landschaften nach Pestepedemien oder dem 30 jährigen
Krieg sind andere Qualitäten gefragt, als wärend des Krieges und
wäherend der Überpopulation des Hochmittelalters oder der Neuzeit.
> Zur "Vererbung": Wir lernen, wo es uns gefällt. Eltern, die ihre Kinder> lieben, sind hervorragende Lehrmeister. Schon im Tierreich.
Auch die können Fehler machen.
> Was man damals nicht hat bekommen können, das kann man nachholen.
Jain. Ich kann jetzt nicht Anfangen, das nachzuholen, was ich mit 16-25
verpennt habe. Wenn ich mich als 49 jähriger aufführe wie ein 16
jähriger, ich glaube das gäbe echt Ärger. :O)
Ich lerne nicht mehr so schnell wie früher. Ich vergesse schneller.
Körperlich bin ich nicht mehr so fit, und Erfahrung sehe ich eher als
Klotz am Bein.
Bei allem was ich tu und lasse, ich kann es nicht "aus dem Bauch"
heraus, weil meine Instinkte nicht funktionieren. Über den Kopf geht
durchaus, aber das ist zu langsam.
> Eine der größten Schwierigkeiten dabei ist das "Hexensyndrom" - um als> Hexe verbrannt zu werden braucht es keinen Pakt mit dem Teufel. Es> genügt, wenn die Dorfdeppen sich einig sind, wer die Hexe sein soll.> Im Berufsleben: Wenn sich Vorgesetzte und Kollegen einmal einig sind, wo> "der Platz im Leben" eines einzelnen sein soll, dann hilft auch> Weiterbildung nur begrenzt. Besser wechselt man dann.
Ich denke nicht, daß es Sinn macht, anderswo neu Anfangen zu wollen. Ich
kann meinen Problemen nicht davonlaufen. Sie sind in mir, sie sind ein
Teil von mir.
Hexen waren entweder störend, darum wollte man sie als Unruhestifter
oder Konkurenten loswerden. Dann waren sie das Opfer eines direkten
Machtkampfes, oder es waren Sonderlinge, die als Sündenböcke gebraucht
wurden, und sei es nur zur Volksbelustigung. Ich kann schlecht
verbergen, das ich ein Sonderling bin. Ziehe ich mir einen Anzug an,
erkennt man mich schon als Sonderling, weil ich mich darin unwohl fühle.
Gehe ich weg, ist es anderswo genauso. Eher schlechter.
Du kennst das "Totenschiff" von B. Traven? Nun, ich mag Heizer auf der
Jorike sein, aber die Alternative ist schlimmer.
>> Inwieweit das "soziale vererben" als "lernen" zu betrachten ist, sollen>> die Soziologen und Psychologen mal unter sich abklären.> Nö. Auch hier ist das eigene Urteil vorzuziehen. Da kann man wenigstens> draus lernen.> Wenn schon, dann Biologen oder die DNS fragen, was in ihr drin ist und> was von außen gelernt werden muss.
Ich weiss, das Du die Psychologen eher kritisch siehst, und nicht ganz
zu Unrecht. Die meisten Psychologie Diplom- und Doktorarbeiten kranken
an viel zu kleinen Stichproben oder nicht relevanten
Bevölkerungsschnitten der Studien.
Das ist dem geschuldet, das es sehr schwer ist überhaupt Leute für Tests
zu bekommen.
Ausserdem ist die Psychologie damit eine statistische Wissenschaft, die
durchaus zutreffende Aussagen über passende Bevölkerungsgruppen machen
kann. Ein Rückschluss auf das Verhalten des Einzelnen zu machen, ist
dann zwar möglich, aber auch unsicher. Hast Du bessere Ideen?
Das nächste Problem ist, das es sehr schwer ist, die Psychologie
ideologiefrei zu halten.
>> Das Denken in Eigenschaften und Charaktermerkmalen ist genauso weltfremd> wie die Vorverurteilung der Hexen.> Qualifizierte Mitarbeiter brauchen keine verlogenen Rollenspieler als> Bosse, sondern souveräne Chefs, die auch authentisch sind und glaubhaft.
Das mögen sie brauchen. Sie kriegen aber den, der noch weiter oben
Authentisch und glaubhaft wirkt. Fähig sein kann er ja trozdem.
> Wichtiger als Rollenkenntnisse ist daher die Kunst der angehenden> Führungskräft, in jeder Situation selbst erkennen zu können, wie sie gut> handeln kann, wie besser - und gelegentlich auch, wie besser als die> Konkurrenten.
Oft wiegt das, was ich nicht kann, viel schwerer als das was ich nicht
Kann. In einem Konkurenzkampf vieler gleich guter gewinnt der, der die
wenigsten Fehler macht.
Ausserdem kommt dann ein großer Zufallsfaktor hinzu.
> "Gewiß habe ich nach Gewinn und Reichtum gestrebt, doch wesentlich> nicht, um sie zu genießen, ... (sondern) um die Mittel zur Ausführung> anderer Pläne und Unternehmen zu gewinnen..“ (Werner von Siemens, 1816> bis 1892)> Er hat sich zu seinem Egoismus bekannt. Das machte ihn glaubhafter als> manchen heutigen Unternehmer, der meint, den Sozialromantikern gefällig> lügen zu müssen.
Das ist der Nachteil der Wissenschaft Psychologie. Die Leute wissen
genau, wo sie lügen müssen.
> Ja: Nur eine Führungskraft, die stabil steht wie ein Leuchtturm, kann> ihren im Sturm schwankenden Mitarbeitern verläßliche Orientierung geben.
Ein schiefes Bild. Die wenigsten "schwanken im Sturm" weil sie
orientierungslos sind, sondern sie wissen genau, was sie wollen. Das
Schwanken ist der Eindruck, den das Machtgerangel von aussen macht. :-)
> Nein: Wer seine Emotionen leugnet oder verdrängt, der belügt sich> selbst. Natürlich schmunzelt man mit seinen Leuten mit, natürlich> springt man beim gewonnenen _Auftrag auch mal vor Freude in die Luft,> natürlich ist man bei versemmeltem Angebot auch mal traurig - aber alles> mit Distanz und Überlegenheit.
Um den Bogen zum Anfang zurückzubiegen: Der konkrete Anlass, warum mich
mein damaliger Chef entlassen hat, war ein "Erfolg" den ich hatte.
Er fragte mich, wie ich den denn feiern würde, und ich sagte, das ich
mir eine Aspirintablette nehme und mich ins Bett lege, weil ich von der
Konzentration Kopfschmerzen bekommen hätte.
Jedenfalls fand mein Chef, das jemand, auf den Erfolg nicht wie Koks
wirkt, in seiner Firma keinen Platz hat. Sein Erfolg gibt ihm recht.
Nicht nur Distanz und Überlegenheit ist wichtig, es ist auch wichtig,
das "richtige" zu fühlen.
Der Unterschied zwischen einer Persönlichkeit und einer
Persönlichkeitsstörung ist lediglich, das die Persönlichkeit besser zur
Umwelt passt. Sonst gibt es keinen Unterschied.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Hallo Backflow.
>>Wenn Du aber Machiavelli so interpretierst, wird Machiavelli zum>>Sozialromantiker> Was ist daran sozialromantisch sein, unpopuläre aber notwendige> Entscheidungen durchzuziehen?
Weil "unpopuläre aber notwendige Entscheidungen" letztlich doch auf ein
Gemetztel hinauslaufen. Zumindest dürfte es reichlich Situationen geben,
wo das die naheliegendste Interpretation ist, wenn man denn Lust auf
metzteln hat.
> Nach Machiavelli ist der gute (Allein)herrscher übrigens auch sparsam.
Was ja kein Widerspruch ist.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
>Weil "unpopuläre aber notwendige Entscheidungen" letztlich doch auf ein>Gemetztel hinauslaufen.
Daß ist das ja das Traurige, daß sobald der Name Machiavelli fällt, alle
Leute, die sich nicht wirklich mit seinen Schriften beschäftigt haben,
automatisch immer auf Mord, Gemetzel und Tyrannei denken. Und das ist
eben falsch.
Nehmen wir doch unsere Dikussionen über die Renten und das
Gesundheitssystem. Anstatt hier einmal nachhaltige und wahrscheinlich
schmerzhafte Reformen schnell und "brutal" durchzuführen, wird jede Idee
in monatelangen Diskussionen zerredet, bis nichts Nachaltiges mehr übrig
bleibt, weil in der Diskussionszeit alle Lobbys ihre Bataillone in Ruhe
in Stellung bringen können.
Hallo Backflow.
>>Weil "unpopuläre aber notwendige Entscheidungen" letztlich doch auf ein>>Gemetztel hinauslaufen.> Daß ist das ja das Traurige, daß sobald der Name Machiavelli fällt, alle> Leute, die sich nicht wirklich mit seinen Schriften beschäftigt haben,> automatisch immer auf Mord, Gemetzel und Tyrannei denken. Und das ist> eben falsch.
Das kommt in dem Sinne ja nicht von Machiavelli, sondern von Leuten, die
ihn interpretieren.
Und weil diese Interpretation verbreitet ist, kannst du davon ausgehen,
das ein nicht unerheblicher Anteil der Interpretatoren aus möchtegern
Tyrannen besteht, die sich gegenseitig belauern. :-)
Wehe wenn sie losgelassen. Das Prinziep ist ja, sie so gegeneinander
auszuspielen, das sie sich gegenseitig in Schach halten. Nur manchmal
geht das eben schief....
> in monatelangen Diskussionen zerredet, bis nichts Nachaltiges mehr übrig> bleibt, weil in der Diskussionszeit alle Lobbys ihre Bataillone in Ruhe> in Stellung bringen können.
Klar. Warum sollten andere Deiner Lobby den Vortritt lassen? Mag ja
sein, das Du eine tolle Lösung hast. Das Problem ist, das es eine Menge
von Leuten gibt, die eben nicht von der "besseren" Lösung profitieren.
Deine Reformen würden zwangsläufig zu einer Vernichtung einer bestimmten
Klientel führen. Klar, das die sich dagegen wehrt. Darum müsstest Du sie
vorher niedermetzteln.
Das Ergebnis ist das gleiche. :O)
Darum liest jeder dort das Gemetzel, auch wenn es nicht explizit dort
steht.
Du gehst irgendwie davon aus, das Du Leuten den Selbstmord schmackhaft
reden kannst....das gelingt selbt Al Quaida nicht immer. :-)
Sozialromantik heisst für mich, überhaupt an das Vorhandensein von
Lösungen zu glauben.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
>...das gelingt selbt Al Quaida nicht immer
Jetzt verlassen wir glaube ich den seriösen Part.
>Sozialromantik heisst für mich, überhaupt an das Vorhandensein von>Lösungen zu glauben.
???? Es gibt immer eine Lösung bzw. Alternative. Notfalls auch die
Falsche.
Hallo zurück, Bernd,
Privatdiskussionen sind Belästigungen der Öffentlichkeit.
> Macht ist nur zum Missbrauchen gut.
Macht ist ein Mittel. Die Absicht des Handelnden kann kritisiert werden,
bevor der Staatsanwalt das Handeln bestraft. Aber wer in Übereinstimmung
mit den Gesetzen handelt, darf darin nicht gebremst werden.
> Aber ich denke nicht, daß das Lesen die Wahl Hitlers verhindert hätte.
Mag sein. "Hätte, wenn und aber" ist Zeitverschwendung.
Ist halt eine schöne Hoffnung, Lesen hätte auch damals bilden können.
>> Ja: Seine Beschreibungen lesen sich grausamer als die von>> Sozialromantikern, sind aber treffender und daher besser.> Das scheint ja auch anscheinend eine Frage der Interpretation zu sein.
Selbstverständlich. Immer. Wenn ein anderer Einspruch erhebt, könnte man
diskutieren.
>>> Nein: [Machiavellis] Beschreibungen stammen aus der Zeit der großen>> Bildungsunterschiede...> Das war wohl auch damals schon differenzierter zu sehen.
Die Verkomplizierung einer Aussage ist eine der leichtesten Übungen für
Abiturienten.
Die Aussage selbst ist wichtig, jede unnötige Verkomplizierung ist eher
Talmi als Gold.
> Letztlich sind...
Mag sein.
Ich meide das Ausufern der Diskussion mit der Erinnerung an die Fragen,
die in Unternehmen in der Marktwirtschaft über allem stehen:
1. Der Arbeitgeber: "Wie sichere ich die Zukunft und Mehrung meines
Vermögens?"
2. Der Arbeitnehmer: "Wie sichere ich die Zukunft und Mehrung meines
Einkommens?"
Denn wer die Zukunft opfert, der wird sie verlieren.
Wenn die beiden ihre gegenseitigen Absichten anerkennen, konzentrieren
sich weitere Fragen auf den besten Weg in diese gemeinsame Zukunft.
Die Frage "Angst vor dem da oben?" ist Indiz für schwerwiegende
Führungsfehler. Denn wo Arbeitnehmer und -geber sich einig sind wie eben
beschrieben, und auch konsequent in der Umsetzung der Folgerungen, da
hat kein tüchtiger Arbeitnehmer Anlass für Ängste vor seiner
Führungskraft.
Untüchtige und lernunfähige Arbeitnehmer auf dem Hallenboden und auf
Teppichboden haben aber sehr wohl sehr viel Anlass zur Befürchtung,
ausgeschieden zu werden.
Zurück zur Frage nach der Macht: Gut ist diejenige Macht, die im Rahmen
der Gesetze zum Erreichen des eigenen Zieles eingesetzt wird ohne
Behinderung eines Vertragspartner (Arbeitsvertrag) und damit auch ohne
Behinderung eines Kollegen.
Nun noch mal zurück zum Einfluss der Qualifikationsunterschiede auf die
bestmögliche Form der Zusammenarbeit, insbesondere zwischen
Führungskraft und ihren Mitarbeitern:
1. Wo die Qualifikationsunterschiede groß sind, da werden die
Qualifizierteren eher die Boss-Position erringen und ihre
unterqualifzierten Personen eher wie Sklaven halten, wie Fürsten ihre
Händler und Handwerker im Feudalismus oder wie Bosse ihre Arbeiter in
der Erfolgsära des Taylorismus nach dem Organisationsprinzip "Trennung
von Kopf- und Handarbeit".
2. Wo Pischetsrieders Weisheit aber eher wahr ist, da brauchen die
Führungskräfte für wettbewerbsfähige Entscheidungen das engagierte
Mitdenken ihrer Mitarbeiter. Diese freiwillige Mehrleistung müssen sie
sich erarbeiten - und Taylors Führungsprinzipien, Führungs- und
Motivationstechniken sind dafür denkbar ungeeignet.
>> "Die Kunst des Managements besteht ohnehin darin, mit weniger Wissen,>> als es die Mitarbeiter haben, diese zu führen." (Bernd Pischetsrieder,>> Ex-BMW)> ;-) Auch eine nette Umschreibung für Seilschaft.
Ich bin in einem inhabergeführten Unternehmen groß geworden. Einem sehr
erfolgreichen, gerade in Zeiten, wo die Konkurrenten wegstarben wie die
Wüstenwanderer am trockenen Wasserloch.
Die erfolgreiche Unternehmen war im Prinzip eine einzige große
"Seilschaft", kontaminiert allerdings von Personen, welche die
Führungsprinzipien leben wollten, die nur im Gegeneinander gut sind.
>> Folgerung: Wer mit qualifizierten Mitarbeitern wettbewerbsfähige>> Ergebnisse erreichen will, der muss deren engagiertes Mitdenken>> gewinnen. Machiavelli aber hat für einen Fürsten in einer anderen>> Situation geschrieben.>> Praktisch können Mitarbeiter nicht unendlich lange auf diese Art und> Weise geführt werden.
Klar - höchstens bis zur Rente.
Aber für die Zeit bis dahin schau Dich mal um in inhabergerführten
Unternehmen. Noch besser, wenn Du sie erneut besuchen kannst, nachdem
sie in einen Konzern integriert wurden - und dadurch die spezifischen
Erfolgsfaktoren der KMU verloren haben.
> Irgendwann merkt auch das dööfste Rentier, das die> Mohrrübe immer gleich weit vor der Nase baumelt.
Das klingt wie Originalton aus der tayloristischen Welt.
> An klugen Köpfen ist kein Mangel. Sie Dich um. Es sind genug da. Mehr> als genug.
Überfluß ist an eingebildeten Köpfen, ja.
> Vieleicht siehst Du sie nur nicht, weil sie Dir nicht> gefallen
Durchaus bekenne ich mich zu einem sehr persönlichen Geschmack in diesen
Fragen.
> Ich denke mir, daß die Menschheit mit der Formulierung von> Charaktermerkmalen eine sehr treffende zusammenstellung von> Kompetenzbündeln gemacht hat.> ...> Diese Charakterisierungen sind sehr lange aus Erfahrungswerten tradiert.> So weit weg von der Realität werden sie nicht liegen.
Die Kategorisierung in Feuer, Wasser, Erde und Luft ist auch nicht
realitätsfern - aber wer seinen Beruf darauf baut, der hängt lächerlich
zurück.
Zum Vergleich: Aristoteles war schon fortschrittlich mit seiner Lehre,
die Welt bestünde aus den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft.
Er hat die Elemente halt so modelliert, wie wir Menschen sie erst mal
erleben mit unseren Sinnen.
Aber seit Rutherford, Bohr, Hahn, Meitner, Pauli wissen wir, wie die
Zahl der Protonen die chemischen Eigenschaften bestimmen und damit was,
was wir beim Erblicken und Betasten wahrnehmen.
Das war mehrfacher Fortschritt seit Aristoteles.
> Letztlich helfen Einzelkompetenzen nicht weiter, wichtig ist der> Verbund, und es sind immer wieder ähnliche Konstellationen wichtig. Die> nennen wir dann Charakter, wenn es um persönliche Eigenschften geht.
Deine findet im heutigen Zeitalter der "Soft Facts" gewiss viel
Zustimmung.
Als Teilnehmer in diesem Forum ist Dir aber der Fortschritt bekannt, den
Naturwissenschaft und Technik gemacht haben von der Steinzeit über die
Bronzezeit, Eisenzeit bis zur Kunststoffzeit.
Was ist das Entsprechende in dem Bereich, den selbst die Fachleute "Soft
Facts" nennen, also bekennen "wir rätseln selbst!"
Wer mit dem Gedanken einer Führungskarriere spielt, der braucht dazu
ähnliche Voraussetzungen wie ein Chemiker oder Antennenentwickler.
Alle drei brauchen Voraussetzungen für erfüllbare Prognosen und Zusagen.
Für Lernen aus eigener Erfahrung.
Alle drei brauchen brauchbare Modelle ihres Geschäfts. Alle drei
brauchen Modelle, an denen sie erkennen, wie ein Molekül funktioniert,
elektromagnetische Wellen und ein Dipol - und wie ein Team funktioniert.
Der große Unterschied, Nachteil und Schicksal der Führungskräfte: Auf
der einen Seite haben wir das Bohr'sche Atommodell und die Maxwell'schen
Gesetze, auf der anderen Seite haben wir ein psychotherapeutisches
Studium, das für Manager viel zu lange dauert, und deshalb müssen sich
die mit "Soft Facts" zufrieden geben.
„Aber über 70% aller Change-Projekte scheitern an Soft-Fact-Risiken!“
(Entschuldigung eines Change Managers)
Wieviel Kapital, wieviel Arbeitsplätze wurden in diesem "Missgeschick"
wohl vernichtet?
Bernd, wir brauchen Qualität nicht nur in Entwicklung, Produktion und
Service, sondern gerade auch in den "Soft Facts".
> ...Wenn ich mich als 49 jähriger aufführe wie ein 16> jähriger, ich glaube das gäbe echt Ärger. :O)
Hihi, klar.
Klar. Wer seine versäumte Pubertät nachholen will, der könnte so
lächerlich wirken wie Dr. Unrat Schon im Blauen Engel der Marlene
Dietrich.
Im Beruf aber sind anstehende Aufgaben zu erledigen. Niemand verlangt
von uns, dass wir im Alter der Grauhaarigen in den Overall des Lehrlings
steigen.
Aber wenn wir wenn etwas brauchen, das in deren Unterlagen stand, dann
können wir uns die holen und privat üben, wo keine Spötter lauern.
> Bei allem was ich tu und lasse, ich kann es nicht "aus dem Bauch"> heraus, weil meine Instinkte nicht funktionieren.
Widerprüche zwischen Realität und Theorie erzwingen Konflikte zwischen
Intellekt (=begriffliches Denken) und Intuition (anschauliches,
sinnesnahes Denken.
Daran ist aber weder die Realität schuld, noch Du.
Sondern eher die Denkweise Deiner Trainer in Sachen "Soft Facts".
Das Denken in Charaktermerkmalen führt nur dort zu verlässlichen
Prognosen, wo die Leute ihre Rollen beibehalten. Wo eine Rothaarige, die
von den Dorfdeppen als Hexe angesehen ist, sich dann auch artig in diese
Rolle ergibt und sich eine Katze und eine Eule zulegt.
Dies Denken versagt aber, wo die Leute freier sind.
> Ich denke nicht, daß es Sinn macht, anderswo neu Anfangen zu wollen.
Mancher Neuanfang hat schon funktioniert "erfolgreicher Aussteiger".
Auf jeden Fall muss er gut überlegt sein.
> Ich kann meinen Problemen nicht davonlaufen. Sie sind in mir, sie sind ein Teil
von mir.
Oh, oh, bloß keine Selbstaufgabe.
Klar - die Verbesserung körperlicher Ursachen hängt von der Kunst der
Ärzte ab.
Aber was immer Du im Bereich des Denkens und Verhaltens ein "Problem"
nennst, das ist das Symptom von Ursachen.
Verschiedene Modelle vermuten da verschiedene Ursachen:
a) Die Vier-Säfte-Lehre des Hippokrates findet sie in den Säften.
b) Die Astrologen finden sie im Geburtssdatum, unveränderbar.
c) Die Charakterlehre, beispielsweise Enneagramm, findet sie im
Charakter. Wohl auch unveränderbar.
d) Betrachten wir das Fühlen, Denken, Entscheiden und Handeln aber mit
der modernen Frage "wie funktioniert das?", dann beruht alles auf
Entscheidungsgrundlagen. Von denen einige angeboren sind, die übrigen
aber gelernt. Im Gelernten ist Fortschritt möglich wie vom Weltmodell
des Ptolemäus zu dem des Kopernikus.
> ...weil ich mich darin unwohl fühle.
Klar. Aber: "Wie funktioniert das Erlernen von Unwohlsein und Wohlsein?"
Antwort: Das hängt wesentlich von den persönlichen Misserfolgen und
Erfolgen ab und ihren Situationen.
Auf die Frage "Wie funktioniert mein Erfolg?" gibt es genauso wenig ein
Erfolgsrezept wie auf die Frage "wie halte ich auf dem Zweirad mein
Gleichgewicht?" In beiden Fällen ist das Üben nützlicher als das
Nachsinnen.
> Die meisten Psychologie Diplom- und Doktorarbeiten kranken> an viel zu kleinen Stichproben oder nicht relevanten> Bevölkerungsschnitten der Studien.
Viel mehr kranken sie an menschlicher Lernfähigkeit und Phantasie.
Galileo Galilei hatte Erfolg, als er Kugeln rollen ließ und sein
Fallgesetz aufstellte.
Psychologen haben es aber mit Klienten zu tun, die mitdenken und
urteilen.
Wissenschaftliche Methoden, die sich an dummen Kugeln bewähren, können
deshalb an klugen Klienten versagen.
> Ausserdem ist die Psychologie damit eine statistische Wissenschaft, die> durchaus zutreffende Aussagen über passende Bevölkerungsgruppen machen> kann.
Schon. Im Beruf aber haben wir es mit Individuen zu tun, die auf ihre
Individualität stolz sind.
(Mist, vorgestern das "Leben des Brian" verpasst mit der Szene "Wir sind
doch alle Individuen!", dem donnernden "Ja!!" aus der Menge und dem
dünnen Stimmchen "ich nicht!")
> Hast Du bessere Ideen?
Ja. Bewährt seit Christus, überdacht durch Immanuel Kant. Schön länger
bewährt in der Goldenen Regel:
„Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“
(„Quod tibi fieri non vis, alteri ne feceris!“, „Goldene Regel“,
römisches Sprichwort)
Im Straßenverkehr halten wir uns daran besser als im Beruf.
> Das nächste Problem ist, das es sehr schwer ist, die Psychologie> ideologiefrei zu halten.
Naturwissenschaften sind all ihren Aufgaben da frei von Ideologie, wo
deren Richtigkeit auch von einem Andersgläubigen geprüft werden kann.
Die Physik ist weitgehend frei von Ideologie - aber die Kopenhagener
Deutung der Ergebnisse Heisenbergs war ein Einfallstor für Ideologie.
Mit der Fragestellung "wie funktioniert das?" lassen sich längst nicht
so viele Spekalationen aufstellen wie mit Sigmunds Freuds
Fragestellungen.
Dafür sind für die Ergebnisse auch Facharbeiter zu gewinnen.
> Das mögen sie brauchen. Sie kriegen aber den, der noch weiter oben> Authentisch und glaubhaft wirkt. Fähig sein kann er ja trozdem.
Richtig. Aufklärung wirkt um so besser, je mehr der Mächtigen sie
erreicht haqt.
> ...In einem Konkurenzkampf vieler gleich guter gewinnt der, der die> wenigsten Fehler macht.
Hängt vor allem von den Schiedsrichtern ab.
Wo das Publikum entscheidet, da regiert der Plebs.
Überleben im Wettbewerb braucht aber nicht den "kleinsten gemeinsamen
Nenner" als Entscheidung, sondern Weitblick und sehr oft unbequeme
Investitionen.
>> [Siemens] hat sich zu seinem Egoismus bekannt. Das machte ihn>> glaubhafter als >> manchen heutigen Unternehmer, der meint, den>> Sozialromantikern gefällig lügen zu müssen.>> Das ist der Nachteil der Wissenschaft Psychologie. Die Leute wissen> genau, wo sie lügen müssen.
Diese Ursache kann ich nicht bestätigen.
Gefällige Lügen mögen kurzzeitig wirken, bis die Kunden sie als Lüge
erkannt haben.
> Ein schiefes Bild. Die wenigsten "schwanken im Sturm" weil sie> orientierungslos sind, sondern sie wissen genau, was sie wollen. Das> Schwanken ist der Eindruck, den das Machtgerangel von aussen macht. :-)
Hihi, jein:
Ja. Jeder Berufstätige mit Erfahrung weiß recht gut, was er möchte.
Nein: Die Orientierung kann nicht besser sein als die verfügbaren
(Straßen-)Karten.
Wo von "Soft Facts" gefaselt wird, da ist keine zuverlässige
Orientierung.
> Er fragte mich, wie ich den denn feiern würde, und ich sagte, das ich> mir eine Aspirintablette nehme und mich ins Bett lege, weil ich von der> Konzentration Kopfschmerzen bekommen hätte.> Jedenfalls fand mein Chef, das jemand, auf den Erfolg nicht wie Koks> wirkt, in seiner Firma keinen Platz hat. Sein Erfolg gibt ihm recht.
Seine Meinung. Wohl in treffender Einschätzung derjenigen, die das
Urteil sprechen über Erfolg oder Misserfolg.
> Der Unterschied zwischen einer Persönlichkeit und einer> Persönlichkeitsstörung..
Sorry, die herrschende Definition halte ich für den beruflichen Alltag
für belanglos.
Mein Kronzeuge ist die Abzocke in Sachen "Persönlichkeitsentwicklung" -
wer darin Trainer sein will, darf das, solange er nicht gegen das
Psychotherapiegesetz verstößt.
An der Definition "Geisteskrankheit" bemängele ich sogar, wie man etwas
für krank erklären könne, bevor man das in Spirutus gelegt hat.
Bis ein Pathologe etwas seziert hat, dem man treffend das Etikett
"Geist" anheften kann, halte ich den für eine Erfindung und dessen
"Geisteskrankheiten" für angedichtet - und nehme mir die Freiheit, die
offensichtlichen Symptome auch anders zu erklären.
Gelegentlich mit Erfolg.
Ciao
Wolfgang Horn
>Privatdiskussionen sind Belästigungen der Öffentlichkeit.
Ist mir neu, daß du hier die Entscheidungshoheit hast, wer was posten
darf.
>Naturwissenschaften sind all ihren Aufgaben da frei von Ideologie
Geschichte gehört vermutlich nicht zu Deinen Stärken.
Backflow schrieb:>>Sozialromantik heisst für mich, überhaupt an das Vorhandensein von>>Lösungen zu glauben.>> ???? Es gibt immer eine Lösung bzw. Alternative. Notfalls auch die> Falsche.
Das habe ich auch noch nie verstanden. Es gibt doch einfach Gleichungen
und sagen wir Problemstellungen die haben nicht mal theoretisch eine
Lösung.
Zum Beispiel das wir alle sterben müssen ist eine pysikalisch notwendige
Folge der Funktion unseres Universums - die gesammte Menschheit wird
sterben und alles war für die Katz - z.B. ein Problem für das es bisher
keine Lösung gibt. Man könnte die physikalischen Gesetze ändern - nur
befürchte ich das es der notwendigen Einsicht und Intelligenz mangelt,
da wir nicht mal die im Vergleich dazu lächerlich kleinen Probleme lösen
können.
>Es gibt doch einfach Gleichungen und sagen wir Problemstellungen>die haben nicht mal theoretisch eine Lösung.
Daß ist jetzt nicht Dein Ernst, das "wirkliche Leben" durch
mathematische Geleichungen beschreiben zu wollen?!
Selbst der Homo oeconomicus ist mittlerweile obsolet geworden.
Backflow schrieb:> Daß ist jetzt nicht Dein Ernst, das "wirkliche Leben" durch> mathematische Geleichungen beschreiben zu wollen?!
Das ist mein voller Ernst, auch wenn ich zugleich verstehe was du sagen
willst.
Letztlich ist unsere physikalische Wirklichkeit also das Leben,
tatsächlich mit mathematischen Modellen beschreibbar.
Ob allerdings überhaupt ein Mensch fähig wäre ein Modell dieser
Komplexität zu verstehen, wenn es denn mal eins gäbe, das weiß ich auch
nicht.
Am Ende scheitert ales aber genau daran.
>...also das Leben, tatsächlich mit mathematischen Modellen beschreibbar.
Ich bekomme immer mehr das Gefühl, mich mit Juri oder Heinrich zu
unterhalten.
Backflow schrieb:> Ich bekomme immer mehr das Gefühl, mich mit Juri oder Heinrich zu> unterhalten.
Muss ja eine mehrfach gespaltene Persönlichkeit besitzen wenn du die
alle in einer Person vereinen willst. Was ist mit Uhuhu und da gab es
auch mal so eine militante Lady die irgendwas mit Robotern zu tun
hatte...
Michael Lieter schrieb:> Muss ja eine mehrfach gespaltene Persönlichkeit besitzen...
Schon bei Juri endeten alle Diskussionen beim Thema Mathematik. Schade
das sich Michael auch nicht ganz davon lösen kann, die Wortwahl und der
Satzbau ist unverkennbar immer noch der gleiche. Aber eine gewisse
Besserung ist doch zu beobachten.
>...da gab es auch mal so eine militante Lady
OK, daß Michelle K. evtl. der gemeinsame Ursprung ist, soweit wollte ich
noch nicht gehen. Aber Deine Frage nach meinem Dienstgrad war schon ein
Indiz.
Ich habe jetzt keine Lust zum Suchen, aber auch Juris letzte Posts
handelten von irgendeinem militärischen Überfall.
Ich finde solche multiplen Persönlichkeiten hier im Forum eigentlich
eher langweilig, vor allem, wenn diese sich so schnell durch dieselbe
Themen- und Wortwahl ziemlich schnell selbst outen.
Hallo Backflow.
>>...das gelingt selbt Al Quaida nicht immer> Jetzt verlassen wir glaube ich den seriösen Part.
Wie seriös kann eine rhetorische Übertreibung sein?
>>Sozialromantik heisst für mich, überhaupt an das Vorhandensein von>>Lösungen zu glauben.> ???? Es gibt immer eine Lösung bzw. Alternative. Notfalls auch die> Falsche.
Es gibt Gegenbeispiele. Aber meist bevorzuge ich statt einer
(mutmaßlich)
falschen Lösung die Unterlassensalternative.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Hallo Michael.
>> Ich bekomme immer mehr das Gefühl, mich mit Juri oder Heinrich zu>> unterhalten.> Muss ja eine mehrfach gespaltene Persönlichkeit besitzen wenn du die> alle in einer Person vereinen willst.
Ist bin Foren und Chats gar nicht mal so selten. :O)
> Was ist mit Uhuhu und da gab es> auch mal so eine militante Lady die irgendwas mit Robotern zu tun> hatte...
Uhus Duktus passt am ehesten noch zu Backflow, und auch das nur mit der
Brechstange.
Es gibt aus der Literatur aber durchaus Beispiele, daß Leute so stark
ihren Schreibstil ändern, daß sie daran nicht mehr erkannt werden.
Was die Michelle angeht, Michelle kan auch ein Männername sein, denke
ich.
Der einzige hier, von dem ich weis, daß er "echt" ist bin ich. Und
manchmal zweifle ich auch daran noch. :O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de