Seid gegrüßt hoch geschätzte Hardware-Bastler und Hardware-Bastlerinnen, ich möchte heute eure Aufmerksamkeit auf die FreedomBox Foundation [0] lenken. Das Projekt schickt sich an, einen Mangel des Internets zu beheben oder zumindest alternativen anbieten. Den Defekt haben mittlerweile viele Menschen identifiziert: durch die Benutzung von Cloud Services [1] (Facebook, Gmail, Flickr etc.) verlieren wir die Kontrolle über unsere Daten. Sie werden in der Cloud irgendwo gespeichert und es ist nicht so ganz klar was damit gemacht wird und vor allem von wem. Die Idee der FreedomBox beinhaltet den Umzug unserer Daten von zentralen Servern auf private, verteilte Server, die komplett unter der Kontrolle der Benutzer stehen. Es ist geplant als Hardware dafür sogenannte Plug Computer [2] einzusetzen. Auf diesen Systemen soll freie Software laufen, die alle gängigen Web 2.0 Dienste ersetzen kann. Außerdem gibt es zusätzlich noch die Idee im Fall der Fälle auch unabhängig von Internetdienstanbieter wie der Telekom zu sein. Darum sollen diese Server auch in der Lage sein Ad-hoc-Netze [3] zu bilden. Jedem, der nun mehr zum Thema wissen möchte, kann ich einen der überzeugenden Vorträge [4] von Eben Moglen, dem Gründer der Foundation ans Herz legen oder meinen Blog Post [5] empfehlen. Was hat das mit Hardware-Entwicklern zu tun? Das Projekt braucht Hardware. Gute Hardware. Eine Herausforderung sehe ich da, wenn ich die Anforderungsliste durchgehe. Die FreedomBox soll * 24/7 laufen * klein sein (größer als ein Ladegerät aber kleiner als ein Subnotebook) * leise sein * wenig Strom verbrauchen (15 Watt) * Debug Interfaces haben (Serial, JTAG) * Massenspeicher Interfaces haben, mindestens eines (USB, SATA, SD) * Netzwerk Interfaces haben, mindestens eines (Ethernet, WLAN) * genügend Speicher haben (mehr als 256MB) * preiswert sein (so preiswert es geht, aber nicht preiswerter) * und eventuell über Kryptographiekomponenten verfügen. Die Details zur Hardware werden im Wiki [6] diskutiert. Die erste Anlaufstelle für alle, die Interesse haben sich zu beteiligen ist die Diskussionsseite [7] (es gibt Mailing-Liste und Chat). Viele Grüße, Sebastian [0] http://freedomboxfoundation.org/ [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing [2] http://de.wikipedia.org/wiki/Plug_Computer [3] http://de.wikipedia.org/wiki/Mesh_Networks [4] http://isoc-ny.org/?p=1338 [5] http://www.soa-world.de/echelon/2011/04/stallman-was-right.html [6] http://wiki.debian.org/FreedomBox/TargetedHardware [7] http://freedomboxfoundation.org/discuss/index.en.html
ich finde es müssen viel mehr Menschen mit Facebook & Co auf die Schnauze fallen um etwas (z.B. Gesetze) zu ändern. Man muss einfach damit Rechnen das eine Daten im Internet nicht sicher sind.
Sebastian S. schrieb: > Die Idee der FreedomBox beinhaltet den Umzug unserer Daten von > zentralen Servern auf private, verteilte Server, die komplett unter der > Kontrolle der Benutzer stehen. Und der Foundation zuliebe werden fb und co dann die Datensätze der Personen löschen, sobald sie auf den privaten Rechnern sind? Irgendwie kapier ich das System nicht?
Ich möchte auf eure Fragen und Einwände eingehen: Fragender schrieb: > Wo ist der Vorteil gegenüber einem anständigen NAS + DDNS? Ein einfach zu verwaltende Dateiserver mit Echtzeit Domain-Name Aktualisierung ist ein guter erster Ansatz. Es geht im weiteren auch darum, das ganze so einfach wie möglich zu gestalten: gute Software und kompakte, integrierte Hardware, die auch Laien nutzen können und wollen. Thomas O. schrieb: > ich finde es müssen viel mehr Menschen mit Facebook & Co auf die > Schnauze fallen um etwas (z.B. Gesetze) zu ändern. Man muss einfach > damit Rechnen das eine Daten im Internet nicht sicher sind. Es ist wahr, vielen ist der "ernst" der Lage nicht bewusst. Das ist auch eine wichtige Aufgabe der Foundation und eigentlich von jedem, der das Problem erkannt hat. Die Benutzer müssen darauf aufmerksam gemacht werden was da passiert. Und gleichzeitig muss eine Alternative angeboten werden: selbe Funktionalität, keine Bespitzelung - FreedomBox. verwirrt schrieb: > Und der Foundation zuliebe werden fb und co dann die Datensätze der > Personen löschen, sobald sie auf den privaten Rechnern sind? > Irgendwie kapier ich das System nicht? Du siehst es ganz richtig. Wir haben uns schon recht in die Bredouille manövriert. Daten die bei Facebook sind, sind nicht mehr unter der Kontrolle ihrer Besitzer. Aber noch ist nichts verloren. Wenn Benutzer auf verteile Systeme migrieren haben sie die Kontrolle über ihre (neuen) Daten. Es geht hier neben statische Daten wie Geburtsdatum und Anschrift auch um Nachrichten, Bilder, Termine, Freundschaftsverbindungen, Interessen etc. Es ist klar, die Wolke weiß schon sehr viel über ihre Benutzer. Aber es gibt keinen Grund, warum wir ihr noch mehr Informationen überlassen sollten. Sebastian
Wenn ich das richtig verstehe (die HP hab ich noch nicht angesehen) will das FreedomBox Projekt also keine Cloud, die aus einem großen Rechenzentrum besteht und von einem kleinen Personenkreis kontrolliert wird, sondern eine Cloud, von der jeder einen kleinen Teil im Wohnzimmer stehen hat und darauf seine eigenen Daten, die er selbst löschen kann wann er will, hat. Die Idee finde ich generell gut. Aber das Problem wird der unbedarfte Anwender sein. Damit dieses Konzept aufgeht müssen sich viele Leute finden, damit sich dann ein Sozial-Network entwickelt. Oder lässt sich das in Facebook integrieren? Ich bin da nicht so aktiv. Kann man da Inhalte von fremden Servern einbinden? Wer garantiert, dass die Inhalte nicht gespiegelt werden?
Silvan König schrieb: > Wenn ich das richtig verstehe (die HP hab ich noch nicht angesehen) will > das FreedomBox Projekt also keine Cloud, die aus einem großen > Rechenzentrum besteht und von einem kleinen Personenkreis kontrolliert > wird, sondern eine Cloud, von der jeder einen kleinen Teil im Wohnzimmer > stehen hat und darauf seine eigenen Daten, die er selbst löschen kann > wann er will, hat. Ja, genau so kann man die Idee verstehen. > Aber das Problem wird der unbedarfte Anwender sein. Richtig, die FreedomBox muss so benutzerfreundlich wie möglich sein. Man muss direkt loslegen können, nachdem man die Box ans Netzwerk gesteckt hat. > Damit dieses Konzept aufgeht müssen sich viele Leute > finden, damit sich dann ein Sozial-Network entwickelt. Oder lässt sich > das in Facebook integrieren? > Ich bin da nicht so aktiv. Kann man da Inhalte von fremden Servern > einbinden? Wer garantiert, dass die Inhalte nicht gespiegelt werden? Inwieweit eine Integration oder eine Art Brücke in existierende, zentralisierte Dienste existieren soll ist noch unklar. Der primäre Wunsch ist jedenfalls, dass viele Benutzer das Problem erkennen und zu einer guten Alternative wechseln können, die zwar zunächst etwas Mehraufwand bedeutet aber letztendlich vielleicht mehr kann und auf jeden Fall ohne Bespitzelung funktioniert. Sebastian
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