Übertrager für DC Fernspeisung, wieso Mittelanzapfung?

Gast #2292494
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Hallo Forum,
folgende Sachlage: Ich muss die Information eines Clients, der über ein 
2-ader Kabel angeschlossen wird, auswerten.
Hierzu benötigt der Client 10V auf diesen Adern. Als "Gegenleistung" 
moduliert er auf diese Leitung ein Träger (50kHz), durch entsprechend 
getastet wird.
Ich bin ein Mensch der Digitaltechnik, weshalb meine Analogkentnisse 
leider sehr beschränkt sind. Als Testschaltung wird im Datenblatt die 
angefügte, linke Schaltung gezeigt (a).

Das Grundprinzip ist mir hierbei auch klar. Was mir noch nicht klar ist:
Wieso brauche ich einen Übertrager mit 2 Primär / 1 Sekundär Spule? Kann 
ich auch einen 1:1 Übertrager verwenden? Warum würde Schaltung (b) nicht 
funktionieren?!

Vielen Dank für eure Hilfe!

Jürgen
Angehängte Dateien:
#2292513
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@  Jürgen (Gast)

>Wieso brauche ich einen Übertrager mit 2 Primär / 1 Sekundär Spule?

Damit sich die Magnetfelder des Gleichstrom der zwei Spule aufheben.

>Kann
>ich auch einen 1:1 Übertrager verwenden?

Nein. Der Kern wird durch Gleichstrom vormagnetisiert und sättigt-> 
Induktivität "weg". Siehe Transformatoren und Spulen.

Das Gleiche hat man auch bei Power over Ethernet, dort nur mit zwei 
Trafos (RX und TX).

MFG
Falk
Gast #2292547
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Er hat Recht, die Schaltung a) ist so Blödsinn.

Bei Poe wird anders gespeist, bei Phantomspeisung auch, da fließt der 
Strom gegenläufig durch beide Trafoseiten.

http://www.elzet80.de/pic/poe/poe_1.gif

Du kannst die DC durch einen Kondensator wie in b) vom Übertrager 
fernhalten, musst die DC-Einspeisung aber am Kondensator und am oberen 
Abgriff des Übertragers machen, so dass der Strom nicht durch den 
Übertrager fliesst.

Dann musst Du aber die DC-Einspeisung für AC durch eine eingeschleuste 
Drossel hochohmig machen, sonst wird AC durch die DC-Einspeisung 
kurzgeschlossen.
Gast #2293052
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Jürgen schrieb:
> Die Schaltung a beschreibt offiziell die Vorgehensweise eines NTBAs auf
> Uk0 Seite. (Fremdspeisung) . Das ist das, was mich wundert, denn
> irgendetwas werden die sich doch dabei gedacht haben... ?!

Da werden Prioritäten gesetzt: Symmetrische Belastung der Leitung, keine 
für das Netz sichtbare Änderung gegenüber einer einfachen 
Trafoschaltung, Einsparung der Entkopplungsdrosseln (macht der Trafo 
quasi mit). Die Verzerrung durch die Verschiebung im Kern wird 
vernachlässigt, da a) eh nur 10mA max. fließen und b) nur digitale 
Signale übertragen werden.

Durch den Gleichstrom verschiebst Du die Hysterese-Kurve des Kerns. 
Sofern die Summe aus Gleichstrom und Wechselstrom den Kern nicht in die 
Sättigung treibt, ist das für digitale Signale akzeptabel. Für analoge 
(Phantomspeisung bei Mischpult) eher nicht, weil dadurch natürlich das 
analoge Signal verzerrt wird.

Auf der S0-Bus-Seite wird es dann wieder mit symetrischer Einspeisung 
wie bei POE gemacht. Da kann auch deutlich mehr Strom gezogen werden, 
glaub ich.

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