Moin, ich bin auf der Suche nach einer möglichst günstigen CNC-Fräse für
Platinen bis 100x160 mm. Im Netz habe ich einiges gefunden, aber immer
nur ohne Software oder in Einzelteilen. Kann jemand ein günstiges
Komplettpaket empfehlen, inkl Software?
Günstig und fräsen ?
Wie soll das zusammenpassen ?
Schon die verschlissenen Hartmetallstichel kosten dich pro Eurokarte so
28 EUR Listenpreis.
Und dazu kommen noch die Abschreibungskosten der Maschine, die KILOMETER
zurücklegen muß. Eine Maschine, die nicht deutlich haltbarer gebaut ist
als normale (Metall-)fräsen, hält also nur ein paar Platinen lang, so
daß bei den billigen die Abschreibungskosten recht hoch werden weil sie
nicht so viele Platinen lang durchhalten.
Egal wie man also rechnet, Ätzen ist immer billiger.
Wenn man also wie du es mal wieder besonders billig haben will, sind
gefräste Leiterplatten immer der falsche Weg.
Hi,
auch wenn ich MaWins angaben zum Verschleiss für übertrieben halte
(deckt sich nicht mit eigenen Versuchen) so stimmt die Aussage im KErn
doch.
Das Layout durch Fräsen auf die Platine zu bringen ist scheinbar im
ersten Moment attraktiv, aber bei genauerer Betrachtung schnell
uninteressant.
Du umrundest ja mit dem Werkzeug alle LEiterbahnen was -je nach
komplexität der Platine- ewig lange wege bedeutet. Ein
Fräser/Gravierstichel hat aber nur eine begrenzte Lebenszeit
-insbesondere bei Glasfasermaterialien!- Alle paar Platinen musst du
also spätestens Wechseln... Und die sind Teuer!
Zudem dauert es eine ganze Zeit. Bei den "bastelerüblichen" Fräsen sind
zeiten von 30-120minuten für eine Platine keine Seltenheit (Abhängig von
Layout und Fräse) wobei die Fräse durchgehend Lärm und Staub produziert.
Die Auflösung ist stark begrenzt und von Ihren Elektrischen wie auch
Mechanischen Eigenschaften hat die Platine starke Unterschiede zu einer
"serienplatine".
Ätzen ist da schneller, unkomplizierter und viel Billiger!
Wo eine CNC Fräse aber wirklich Sinn macht, das ist Gehäusebearbeitung
oder das Bohren von Löchern auf der Platine(wenn man viele hat...)
Gruß
Carsten
> auch wenn ich MaWins angaben zum Verschleiss für übertrieben halte> (deckt sich nicht mit eigenen Versuchen) so stimmt die Aussage im KErn> doch.
MaWin nennt 28 Euro pro Platine. Wie hoch sind die Kosten nach deiner
Erfahrung?
Breitling schrieb:> MaWin nennt 28 Euro pro Platine. Wie hoch sind die Kosten nach deiner> Erfahrung?
Die entscheidende Frage ist erstmal, brauchst Du GFK, oder reicht
Pertinax, weil davon der Werkzeugverschleiss entscheidend abhängt. Ich
würde auch ungern Mengen an Glasstaub in der Wohnung haben wollen.
Mit dem Ding hier,
Beitrag "Re: Platinen ätzen, jetzt mal richtig"
hab ich mir eigentlich nur einen Kindheitstraum erfüllt, für die
Großserie ist das natürlich auch nichts, aber die Kosten halten sich im
Rahmen. Zum Fräsen nutze ich Gravierstichel (um die 5 €uro das Stück,
müsste noch mal nachsehen), die halten bei Pertinax etliche Eurokarten.
Das Layout mache ich mit Target, die Ansteuerung der Maschine (HW/SW)
ist selbst zusammengepfriemelt, könnte ich bei Bedarf auch hier zur
Verfügung stellen.
Hat zwar einiges an Arbeit, auch Rückschläge gekostet, mittlerweile bin
ich aber sehr zufrieden damit. Wohne zur Miete und hatte auch bisher
keine Probleme mit den Nachbarn.
mfG ingo
28 Euro pro Platine sind schon fast billig.
Wir haben so en Ding rumstehen...
http://www.lpkf.com/products/rapid-pcb-prototyping/circuit-board-plotter/
Kannst damit rechnen, 2 mal DINA4 vorder + Rückseite = einmal
Werkzeugwechsel mit 200 Euro :-D, es sei denn du hast Lust auf
ausgefranste Leiterbahnen.
Außerdem ist es nervig, dass über all noch Kupferflächen rumstehen. Beim
Löten macht man dann viel schneller Kurzschlüsse.
Wir ätzen meistens und bohren dann nur noch damit.
Ein normaler Gravierstichel von LPKF hat einen Listenpreis von 14 EUR.
Man braucht pro Seite einen wenn es sich um eine ausgenutzte Eurokarte
handelt, nutzt man ihn für beide Seiten, wird das Ergebnis schon
schlechter. Und ja, immer Epoxy. Bei Pertinax mag das besser aussehen.
Breitling schrieb:>> auch wenn ich MaWins angaben zum Verschleiss für übertrieben halte>> (deckt sich nicht mit eigenen Versuchen) so stimmt die Aussage im KErn>> doch.>> MaWin nennt 28 Euro pro Platine. Wie hoch sind die Kosten nach deiner> Erfahrung?
Also genau kann ich das nicht sagen, da "fräsen" nicht wirklich die
Regel ist. Wir haben das mal gemacht um auszuprobieren ob das mit einer
vorhandenen Fräse geht und auch wie die Ergebnisse aussehen. ZWei
Eurokarten (unterschiedliches Layout) soppelseitig, beide würde ich
sagen mit durchschnittlicher komplexität (Analogtechnik + µC und zwei
drei externe CMOS4000er Bauteile, kpl. THT) War Epoxy.
Beide Platinen haben wir mit demselben Werkzeug gemacht, wobei zum
schluss aber das schon erkennbar war. Eine dritte wäre für THT
vielleicht sogar noch gerade brauchbar gewesen, für SMD aber definitiv
nicht mehr.
Eine Platine mit komplexen Digitalsystem, womöglich 32Bit µC mit
externem Ram und parallelen Datenbuss zur peripherie könnte ich mir
schon gut als schon mit einem Stichel pro Seite schwer realisierbar
vorstellen. UInd bei einer solchen Konstellation ist im Gegensatz zu
vielen Analogschaltungen ja auch kein Werkzeugschonendes LAyoutdesign
möglich.
Gruß
Carsten
hehe schrieb:> Außerdem ist es nervig, dass über all noch Kupferflächen rumstehen.
Aber das ist doch eine Sache des Layoutes?? Wenn ich entsprechend
Layoute habe ich bei der Fotopositivmethode doch auch "Kupferflächen
rumstehen"??
Nein ist keine Sache des Layoutes. Das Ding fräst dir NUR Konturen und
nie eine Fläche weg, sonst wirds noch teurer.
Hab leider grad kein passendes Bild da, aber als Beispiel wird das
angehängte genügen. Auf der Platine ist noch ewig viel Platz, aber wenn
du nur SMD Bauteile hast, bleiben ohne Ende Kupferdinger stehen.
Noch eine Frage. Warum willst du überhaupt eine Fräse???
Ich war auch immer richtig scharf auf so ein Teil und ich würde für
geschenkt auch sicher nicht nein sagen :-D
Vorteile sind:
Du kannst dir die lustigsten Formen fräsen lassen (spielt bei Prototypen
fast nie eine Rolle)
Du sparst dir das Bohren....
Nachteile:
Wenn du eine richtige Fräse (keine Frickellösung) haben möchtest, zahlst
du locker mal 10.000 Euronen. Jede Platine kostet richtig Holz. Der
Epoxydstaub muss abgesaugt werden, soll nicht so genund sein -> des Ding
ist auch noch richtig laut.
Lösung: Ätzen und ne gute Ständerbohrmaschine > 10.000 rpm
schneller, billger, besseres Ergebnis....
hehe schrieb:> Wenn du eine richtige Fräse (keine Frickellösung) haben möchtest, zahlst> du locker mal 10.000 Euronen. Jede Platine kostet richtig Holz. Der> Epoxydstaub muss abgesaugt werden, soll nicht so genund sein -> des Ding> ist auch noch richtig laut.
naja so schlimm ist es nun wirklcih nicht, sonst würde ja niemand mit
einer Fräse arbeiten.
Mit Ätzen erzielt man wirklich bessere Ergebnisse, aber zum Bohren und
Konturfräsen, für das Gehäuse oder für die Frontplatten gibt es nix
besseres als eine cnc fräse.
Ich war es einfach leid die zig hundert löcher pro ätzdurchgang per hand
zu bohren. also hab ich mir aus den vorhandenen bauteilen schnell eine
fräse selber gebaut (hardware, treiber, pc software und mc basierte
steuerung). Das hat mich genau 4 wochen gekostet und teuer war es auch
nicht.
Die kleine ist nicht grad die schönste, aber macht alles in voller zu
friedenheit.
mehr infos gibts hier:
http://www.jtronics.de/werkstatt/cnc-pcb-fraese.html
Die ist ja auch nicht gekauft, sondern selbst gebaut.
Toll gemacht. Problem ist ich habe kein Metallwerkstatt zuhause und
könnte damit auch nicht umgehen. Hast du noch ein paar mehr
Informationen als auf deiner Hompepage? Da steht ja nichts zum
mechanischen Aufbau.
Wieviel hast du an reinen Materialkosten reingesteckt?
Jetzt bin ich doch wieder neidisch :-D
mehr infos... was willste denn wissen?
ich würd sagen, so bekommst du am ehesten was du wissen willst.
aber wenn du eh nicht bauen willst, bzw. kannst, dann hol dir lieber so
etwas...
http://www.cnc-step.de/
MaWin schrieb:> Egal wie man also rechnet, Ätzen ist immer billiger.
Kann ich nur zustimmen, hab selber einige gefräst. Auf die schnelle kann
man machen, wenn das Layout nicht komplex is.
Martin J. schrieb:> aber wenn du eh nicht bauen willst, bzw. kannst, dann hol dir lieber so> etwas...> http://www.cnc-step.de/
Ratte ich ab (High Z), ungleichmäßiger Verschleiß, trotz der Einstellung
von Umkehrspiel und WinPC - Professional. für leicht zerspanbares
Material reicht es aber allemal
Ingo Wendler schrieb:> Das Layout mache ich mit Target, die Ansteuerung der Maschine (HW/SW)>> ist selbst zusammengepfriemelt, könnte ich bei Bedarf auch hier zur>> Verfügung stellen.
Hallo Ingo,
das Angebot (HW/SW) zur Verfügung gestellt zu bekommen würde ich doch
mal gern in Anspruch nehmen. Ich hab bei mir im Keller noch so eine
defekte Laser Graviermaschine (Laser ist oK) bei er die Ansteuerung für
die Schrittmotoren defekt ist. Ich nehm mal an dass der uC einen Defekt
hat.
@hubi
Ich habe die Bungard im A3+ Format und sie macht einen unkaputtbaren
Eindruck. Bin sehr zufrieden mit den Bohrergebnissen, Isolationsfräsen
mache ich aber nicht damit, ich ätze lieber. Würde es gerne mal
ausprobieren,
mir fehlt allerdings dazu die Software ( habe die Maschine gebraucht
gekauft).
Wenn du die LPKF Maschine im Betrieb sehen willst, dort kannst du sie
dir live anschauen ( und eigene Platinen machen lassen) :
http://hci.rwth-aachen.de/mill
Gruß,
dasrotemopped
Markus Horbach schrieb:> Ich habe die Bungard im A3+ Format und sie macht einen unkaputtbaren> Eindruck. Bin sehr zufrieden mit den Bohrergebnissen, Isolationsfräsen> mache ich aber nicht damit, ich ätze lieber. Würde es gerne mal> ausprobieren,
Ich hab Sie auch, mit "Automatischen Werkzeug Wechsel", wenn man die
Prezison mit anderen Herstellen vergleicht
> http://www.cnc-step.de/ und Co.
Man merkt den Unterschied sofort.
Wenn du willst, kann ich dir ein File konvertieren, Ich hab die IsoCam
Pro.
Michael H. schrieb:> Hallo Ingo,> das Angebot (HW/SW) zur Verfügung gestellt zu bekommen würde ich doch> mal gern in Anspruch nehmen. Ich hab bei mir im Keller noch so eine> defekte Laser Graviermaschine (Laser ist oK) bei er die Ansteuerung für> die Schrittmotoren defekt ist. Ich nehm mal an dass der uC einen Defekt> hat.
Hallo Michael!
Habe mal zusammen getragen, was ich zu der Maschine noch in lesbarer
Form habe. Als ich damit begann (so um 1995 rum) sah die HW/SW-Situation
ja noch etwas anders aus, als heute. Das Material stammt fast
ausschließlich aus dem, hier gut bekannten, Restpostenhandel, bzw. dem
Baumarkt. Das Gerippe besteht aus Messingstangen 9x9mm, die sind
Masshaltig und verwindungssteif. Die Spindeln sind normale M6-Stangen,
mit Langmuttern. Die Schrittmotoren brauchen 200 Vollschritte für eine
Umdrehung, ich betreibe sie im Halbschrittmodus, da die Achsen in einem
beliebigen Verhältnis zueinander verfahren werden können, daher müssen
Motorresonanzen vermieden werden.
Die Motoren werden von L6219 angesteuert, die sind auch heute noch
preisgünstig verfügbar. Die Werte für die Phasen und Ströme, kommen aus
der Schaltung "smtlog.png" in "doku", der die Schrittwinkel in
Binärformat (3 Bit für Halbschrittbetrieb) übergeben werden.
Die beiden Motoren für die Y-Achse werden synchron, von einem
gemeinsamen Kanal gesteuert. Ursprünglich steuerte ich dies über die
Parallelschnittstelle. Da das unter Windows nicht mehr geht, hängt jetzt
ein µC (AT89c2051, 22,118MHz) zwischen PC (RS232) und Motorendstufen und
übernimmt das Timing. Für jede Bewegung, werden ihm 3 Vektoren (je 32
Bit) für die Achsen, und je eine Schrittanzahl für Beschleunigungs-,
Plateau- und Bremsphase übergeben. Diese Bewegung führt er aus, dann
meldet er Vollzug an das Programm im PC.
Selbiges liest HPGL-Dateien, die von "Target" produziert wurden. Die
Dateien von den geknippsten Leiterplatten
Beitrag "Re: Platinen ätzen, jetzt mal richtig"
sind unter "Beispiele". Nett von Target sind auch die Textdateien, die
den Zusammenhang der HPGL-Stiftnummern mit Bohrerdurchmesser o.Ä
erläutern. Die werden dann im Einstellungen-Dialog zum Ein/Ausschalten
der Stifte angezeigt.
Ich bohre immer erst alle Bohrungen mit dem kleinsten Durchmesser
(0,6mm) vor, dann mit dem richtigen Durchmesser. Bisher hatte ich noch
keinen Bruch mit den VHM-Bohrern, aber einige sind doch schon etwas
stumpf.
Zum wichtigen Thema Höhenkompensation:
Da es kaum möglich ist, die Leiterplatte exakt plan aufzuspannen, führe
ich eine Kalibrierung durch: An das (stehende) Werkzeug wird eine Sonde
geklemmt, dann fährt die Maschine in einer 5x5mm-Matrix jeweils langsam
auf das Werkstück, bis die Sonde aufsetzt (eletrischer Durchgang) und
schnell wieder nach oben. Der µC meldet jetzt, wie viele Schritte das
waren. So kann ein Profil des "Gebirges" der Leiterplatte aufgenommen
werden, mit dem die Z-Achse dann für jede Koordinate korrigiert werden
kann. Die Zwischenwerte werden dann interpoliert.
Trotzdem sollte sich die Leiterplatte nicht durchbiegen, daher schiebe
ich vor dem Fräsen Stangen unter die Leiterplatte, die vor dem Bohren
wieder entfernt werden (hab ich auch schonmal vergessen, wie man sieht).
Falls jemand dieses Projekt benutzen möchte, werde ich aber wohl
trotzdem noch etwas Dokumentation nachliefern müssen.
Das Plotprogramm bietet eine Vorschau, die man, auch ohne Hardware, mit
den Beispieldateien testen kann. Wenn unter "Einstellungen" kein Layer
(Stift) gewählt ist, werden alle angezeigt. Die Hohrungen sind nur
Punkte.
Mit der Funktion "Justieren" bringt man das Werkzeug manuell auf die
Ausgangsposition Y=0 (unten), X=2,5 (das ist der, durch das Aufspannen
bedingte, nicht bearbeitbare Rand), Z=0,5 über dem Kupfer, wobei die
automatisch mit der Sonde durchgeführt werden kann (AutoJustage).
Das im Justieren-Fenster immer nur eine Koordinate eingegeben werden
kann, (die anderen werden dann auf 0 gesetzt) dient dem Schutz vor
Fehlbedienung. Diese Funktionen kann man aber auch nur nutzen, wenn
mindestens der Controller angeschlossen ist, weil das Programm sich
sonst aufhängt (wartet auf Antwort).
Das wars dann erstmal auf die Schnelle, mal drüberschauen, ob man davon
was gebrauchen kann...
mfG ingo
Hallo Ingo,
vielen Dank für die Info, werde mir das Ganze mal in Ruhe anschauen. Wie
gesagt ich brauch nur die X und Y Achse für meinen Gravierlaser. Das
Teil war einmal so aufgebaut dass die zu lasernde Kontur als HPGL über
USB an den uC übertragen würde und der uC dann wie ein Plotter
gearbeitet hat. Prinzipiell ist es egal ob die Datei dann als HPGL, PLT,
G-Code oder was auch immer zur Steuerung wandert. Hauptsache es kommt
nach dem Lasern dass raus was ich erstellt habe.
Gruß Michael