Hallo,
habe die Schaltung des KW-Audions Ten-Tec 1253 in etwas vereinfachter
Weise nachgebaut, leider funktioniert es nicht.
Kann ich hier mal den Schaltplan posten zwecks gemeinsamer Analyse? Das
Teil ist (aus meiner Sicht) relativ kompliziert aufgebaut und ich habe
im Moment keine richtige Idee, wo noch Fehler sein könnten.
Fang erst mal an und prüfe ob die Spannungen anliegen und ob der
NF-Verstärker funktioniert. Dann taste Dich von hinten nach vorn.
Google findet einige Hinweise. z.B. http://www.db3om.de/tentec.htm
Hallo,
Danke für die Antwort!
Wie gesagt habe ich den Originalschaltplan z.T. abgewandelt.
Der NF-Verstärker geht, der Empfangskreis ist auch ok (beides mit einer
anderen Audionschaltung getestet).
Die Rückkopplung schlägt viel zu früh an, man hört aber keine Sender.
Bei dem anderen Audion hört man schon ohne RK relativ viele Sender
(direkter Vergleich mit selbem EK und NF-Verstärker innerhalb von 2
Minuten).
Ich poste in der Mittagspause mal den Schaltplan.
Hallo,
falls du schon jetzt mitlesen kannst: zu feste Kopplung bzw.
unbeabsichtigte Kopplung, es kann sich tatsächlich um ein Problem der
räumlichen Anordnung der Bauteile handeln.
Ein Audion ist gleichzeitig einfach und kompiliziert - hört sich
hirnrissig an, ist aber so, wie wohl jeder bestätigen kann der schonmal
eins gebaut hat.
Mal sehen was der Stromlaufplan hergibt, auch ein Foto von deinen Aufbau
kann evtl. helfen.
mfg
"Ham"
Ham schrieb:> zu feste Kopplung bzw.> unbeabsichtigte Kopplung, es kann sich tatsächlich um ein Problem der> räumlichen Anordnung der Bauteile handeln.
Möglich, aber unter 2MHz eher unwahrscheinlich, schätze ich. Glaube
eher, dass meine Luftdrehko-/Luftspulenkombi im Gegensatz zur
Kapazitätsdiode mit Ferritspule im Original viel zu wenig Verluste
aufweist...
Ham schrieb:> Mal sehen was der Stromlaufplan hergibt, auch ein Foto von deinen Aufbau> kann evtl. helfen.
Insellöttechnik, Foto kann ich heute Abend posten.
Hier ist irgendwo ein PDF mit Originalschaltplan
Beitrag "Kann jemand diese Audionschaltung erklären?"
Oder hier:
http://www.webrx.de/funkamateur/.archiv/pdf/test/1999/tt1253.pdfHam schrieb:> Ein Audion ist gleichzeitig einfach und kompiliziert - hört sich> hirnrissig an, ist aber so, wie wohl jeder bestätigen kann der schonmal> eins gebaut hat.
Das kann man laut sagen! Besonders, wenn unerfahrenerweise noch diverse
Flussmittel und bündelweise 30cm lange Krokoklemmen im Spiel sind ;-)
Schaltplan im Anhang!
Hallo,
erstmal fällt auf, dass Du Trimmer und Rückkopplung vertauscht hast. Ist
das Absicht?
>bündelweise 30cm lange Krokoklemmen
Das geht garnicht. Möglicherweise schwingt das Audion auf einer ganz
anderen Frequenz, als der Schwinkreis. Wenn Du die Krokodilklemmen-Kabel
bewegst, ändert sich dann die Rückkopplung/Schwingung?
Hast Du ein Oszi?
Schalte eventuell parallel zur Spule einen 1k Widerstand zur Bedämpfung.
Die hohe Dämpfung wird ja dann durch die Rückkopplung wieder aufgehoben.
Dann siehehst Du wenigstens, obs an der zu hohen Güte liegt.
Gruß, Bernd
Hallo
Beim Simulieren der Schaltung hab ich folgende Änderungen ausprobiert:
Zur Bedämpfung parallel zur Induktivität einen Widerstand 18k schalten.
R25 vorerst auf 10k ändern, der Verstellbereich von R5 wird dadurch
linearer. R6 bei ca. 50k positionieren, damit wird nicht nur die
Rückkopplung verändert, sondern auch der Arbeitspunkt von T3 verändert.
Mit R6 eher die Audioqualität optimieren.
Mit R5, wie vorgesehen, die Rückkopplung einstellen. R5 verändert die
Schleifenverstärkung des Oszillators ohne Rückwirkung auf den
Arbeitspunkt.
Gruß
PS:
(Bezeichnungen nach TenTec)
Hallo Bernd, Danke für die Antworten und fürs Simulieren!
B e r n d W. schrieb:> erstmal fällt auf, dass Du Trimmer und Rückkopplung vertauscht hast. Ist> das Absicht?
Nein, habs vertauscht, werde ich gleich umlöten und noch mal testen.
> Zur Bedämpfung parallel zur Induktivität einen Widerstand 18k schalten.
Ok.
> Schleifenverstärkung des Oszillators
Was ist eine Schleifenverstärkung?
> Hast Du ein Oszi?
Habe ein altes RFT Service-Oszi vom Flohmarkt, geht bis 5MHz.
Das mit den 30cm-Krokoklemmen war nur Spass, die, die ich für HF
benutze, sind wesentlich kürzer (max.5cm), meist nehme ich nur eine
einzelne Klemme, um zwei Kabel o.ä. zusammenzuklemmen.
Ok, dann werde ich gleich mal die vorgeschlagenen Änderungen löten.
Womit hast du das Audion simuliert?
Hallo
>Was ist eine Schleifenverstärkung?
Für einen Oszillator benötigt man ein verstärkendes Element und eine
Rückkopplung. Das Ganze bildet eine Schleife. Falls die Phase 0 Grad und
die Verstärkung >1 beträgt, fängt der Oszillator zu schwingen an.
>30cm-Krokoklemmen
Ich hatte angenommen, Du meinst diese Kabel mit je einer kleinen
Krokodilklemme an jedem Ende.
>Habe ein altes RFT Service-Oszi vom Flohmarkt, geht bis 5MHz.
Das sollte bei 2MHz reichen.
>Womit hast du das Audion simuliert?
LTspice
Es gibt Audionschaltungen, die haben einen weichen und andere einen sehr
plötzlichen Schwingungs-Einsatzpunkt. Da kann man noch ewig optimieren.
Oft wird jedoch beim Messen schon irgendwas verstimmt wenn man in die
Nähe kommt. Zum 1.Test würde ich mal 2 Windungen in die Spule einkoppeln
und auf dem Oszi ansehen wann die Schwingung einsetzt?
@oszi40
Ich hatte bei der Simulation den Eindruck, daß die Schaltung relativ
schnell eine ca. 100-200mV Schwingung aufbaut und diese dann konstant
hält. Das wäre ja für CW und SSB nicht schlecht. Für AM benötigt man
eher den weichen Einsatz knapp vor dem Schwingen.
Gegen diese Theorie spricht dieses Video:
http://www.youtube.com/watch?v=iFfeNUTsrYQ
Und dieser hat Driftprobleme:
http://www.youtube.com/watch?v=AMsOfabyUK4
> simuliert ... daß die Schaltung relativ> schnell eine ca. 100-200mV Schwingung aufbaut
Kommt beim Audion vor, und sollte mühsam optimiert werden entweder durch
losere Kopplung von Spulen oder oft feiner einstellbare Cs falls der
Aufbau einigermaßen günstig ist (was ich nicht näher geprüft habe).
So, habe jetzt die Verbesserungen vorgenommen.
Über 10 MHz kann man jetzt eine ganze Reihe von Sendern leise aber
deutlich empfangen, wenn die RK richtig eingestellt ist.
Das ganze Gerät ist auf jeden Fall ziemlich handempfindlich, wenn man
nur in die Nähe kommt, ändern sich Frequenz und RK.
Im unteren Bereich ab 1450KHz empfängt man RK-unabhängig leider gar
nichts.
Mein Vergleichsaudion mit FET-Eingang, Bipo-HF-Verstärkung und RK vom
Kollektor-R mit Ge-Dioden-Demodulator empfängt bei selber Spulen- und
Drehkoeinstellung ab 1450KHz einige Sender, dann nur Schrott und ab ca.
8MHz bis 16MHz allerlei Sender, alle mit guter Lautstärke. Es ist
wesentlich handunempfindlicher, aber anscheinend weniger trennscharf,
würde ich auf den ersten "Hörblick" sagen (trotz RK).
Als KH-Verstärker benutze ich einen LM386 mit vorgeschaltetem
FET-Impedanzwandler.
Vermutlich müsste ich bei dem Tentec-Audion noch die NF-Verstärkerstufe
um T4 aufbauen, um die Lautstärke anzugleichen.
Ob man statt dem von Tentec dafür verwendeten MPS6514 auch einen BC547B
nehmen könnte?
Ach ja, weil ich keine J310 vorrätig habe, verwende ich für T3 derzeit
J300 und für T2 einen BF256B. Wenn jemand andere Vorschläge zur
FET-Besetzung hat, bitte posten (habe die gebräuchlichsten vorrätig,
BF244, BF245, BF256, die meisten als A, B, und C). Die FETs sind derzeit
steckbar auf der Platine aufgebracht, um verschiedene Exemplare testen
zu können.
Wenn man, wie von Bernd vorgeschlagen, einen R von ca. 20k parallel zur
Empfangsspule schaltet, läßt die Handempfindlichkeit übrigens deutlich
nach und die RK setzt weicher ein.
Mein Hauptziel, ein (sehr) gut handhabbares Audion für den
Frequenzbereich von ca. 1,5MHz bis 3MHz zu erhalten, ist bisher noch
nicht erreicht.
So viel erst mal, weitere Ideen sind immer herzlich willkommen!
Werde jetzt auf dem Steckbrett eine zusätzliche NF-Verstärkerstufe zum
Zwischenschalten aufbauen...
Übrigens kommt mir die NF-Auskopplungm an D von T3 ziemlich "brutal"
vor, wäre ein R10 >>1K deutlich besser? Auch R11 mit 4k7 kommt mir
ziemlich "signalbelastend" vor.
Bei vergleichbaren Schaltplänen wird das Signal an D oft über 10k, 5n
und anschließendem Elko ausgekoppelt (R also 10x größer!)...
So, habe jetzt noch mal das andere Audion (s. Anhang) zum Vergleich
getestet, Ergebnis um ca. 1,5MHz herum:
-beim Tentec-Audion ist hier auch mit gut geregelter Rückkopplung fast
gar nichts bis überhaupt nichts zu empfangen
-das andere Audion empfängt hier im direkten Vergleich etliche Sender,
die z.T. schon ohne Rückkopplung zu hören sind
Erstes Fazit: der Tentec-Nachbau ist in der beschriebenen Form definitiv
zu unempfindlich. Vermutlich lieg eine recht hohe Signalschwelle vor,
die erst überschritten werden muss, damit überhaupt etwas empfangen
werden kann.
Hat jemand eine Idee, wo man ansetzen kann, um die Signalschwelle zu
senken etc.?
Der BF245 kommt wahrscheinlich am ehesten an den J310 ran.
>Vermutlich lieg eine recht hohe Signalschwelle vor
Wenn der T3 gleichrichten soll, solten am R9 wenigstens 1 Volt abfallen.
Das kann man mit R6 entsprechend einstellen. Sonst entsteht am D von T3
ein symetrisches HF-Signal, welches nicht demoduliert wird oder erst ab
größeren Signalen.
>wäre ein R10 >>1K deutlich besser?>Auch R11 mit 4k7 ziemlich signalbelastend
Da T4 einen recht geringen Eingangswiderstand hat, spielt R11 fast keine
Rolle. Würde man R10 erhöhen, gäbe es deshalb an letzterem einen
ziemlichen Spannungsabfall. Aber möglicherweise funktioniert die
AM-Demodulation erst richtig, wenn man den T4 dranbaut. Eventuell werde
ich die Schaltung zusammen mit T4 nochmal simulieren.
Die Audio-Endstufe hat eine ähnliche Verstärkung wie der LM386 (~40dB).
Falls der T4 sinnlos wäre, hätten die ihn bestimmt weggelassen.
>ab 1450KHz einige Sender, dann nur Schrott
Eventuell solltest Du den 20k Dämpfungswiderstand mal bei Deinem
bisherigen Audion und nur im schrottigen Bereich anwenden.
Bernd
Ham schrieb:> Ein Audion ist gleichzeitig einfach und kompiliziert - hört sich> hirnrissig an, ist aber so,
Genauso ist es.Meine erste wirklich ernsthaften Empfangsversuche hab
auch mit einem Audion gemacht.Die Röhren waren RE 134 und später REN
904.
> Ein Audion ist gleichzeitig einfach und kompiliziert
Das letzte Quentchen an Empfindlichkeit, Trennschärfe ... bis an die
Grenze des Machbaren ist immer kompliziert. Ganz zu schweigen von der
Großsignalfestigkeit.
Aber wirklich komplex finde ich die Pendel-Audions.
Bauer schrieb:> Im unteren Bereich ab 1450KHz empfängt man RK-unabhängig leider gar> nichts.
Rückkopplung und Frequenz stehen in einen Zusammenhang. Das über einen
weiteren Bereich zu optimieren, ist genau die hohe Schule, wovon schon
Ham oben geschrieben hat.
Hallo (Audion)Bauer
Den C43 habe ich auf 100nF geändert und mit der Induktivität
experimentiert. Halbe Induktivität und doppelte Kapazität ergeben die
selbe Frequenz, jedoch wird das Ganze unempfindlicher gegen Berührung.
Die Güte geht auch etwas zurück. Nachteil: Der Bereich überstreicht
nicht mehr 1,6-7MHz.
Die NF-Vorstufe funktioniert gut, bei 10µV Eingangssignal kommen hinten
ca. 10mV NF raus.
Auf dem Bild kann man die Veränderung der Durchlass-Charakteristik in
Abhängigkeit der Rückkopplung erkennen. Durch die Rückkopplung wird
quasi eine kleine Resonanzspitze draufgesetzt. Die Selektivität im
Abstand >10kHz ändert sich kaum. Nur durch anziehen der Rückkopplung
wird das Nutzsignal um Faktor 10 angehoben, dadurch wird im Verhältnis
ein eventuelles Störsignal schwächer.
B e r n d W. schrieb:> Hallo (Audion)Bauer
;O)
(der Audionanbau scheint mir langsam unfreiwillig zum Beruf zu geraten
;-))
Hm, also, habe noch mal geschaut, FETs ausgetauscht und die NF-Stufe
aufgebaut. Bringt aber alles keinen richtigen Erfolg, auch im Bezug auf
die höheren KW-Bänder. Nur extremst (!) starke Rundfunksender können
empfangen werden.
Bernd, Danke für die zweite Simulation!
Kannst du eventuell man posten, welche Gleichspannungen unter LTspice an
den FET-Anschlüssen anliegen, insbesondere an D, S und G von T2 und T3?
Hallo,
besonders wichtig ist das Signal (D) am Drain von T3. Beim geringsten
Schwingungseinsatz muß die Spannung etwas absinken. Das sind zwar nur ~3
mV, aber nur dann findet eine AM-Demodulation statt. Diesen Einsatzpunkt
kann man mit P6 einstellen. Da T3 von T2 galvanisch durch C2 und C6
voneinander getrennt sind, kann dieser Effekt nur durch die
gleichgerichtete HF entstehen.
Die Gates liegen ja auf GND, nur beim T3 ist etwas HF überlagert.
Der J-Fet U309=J309 teilt sich mit dem J310 ein Datenblatt. Die
Schaltung sollte sich also fast wie das Original verhalten.
PS.
Das empfangene Signal beträgt 100µV Spitze mit einem AM-Modulationsgrad
von 70%.
Hm, das gibt mir zu denken...
Habe nämlich den Antennenverstärker um T1 weggelassen und speise das
HF-Signal über eine Langdrahtantenne und einen kleinen C direkt über
eine Anzapfung der Schwingkreisspule ein.
Kann das möglicherweise das Problem sein?
Nachtrag:
habe gestern Abend sowohl das FET/Bipo-Audion (Schaltbild siehe oben)
als auch den Tentec-Nachbau direkt an einer Loopantenne mit Drehko (als
Empfangskreis) getestet.
-Das Audion nach Tentec-Art konnte dabei in einem Bereich von 1,2MHz bis
24MHz rückgekoppelt werden (dann war an beiden Skalenenden Schluss). Es
wurden zahlreiche Rundfunksender sauber und schmalbandig empfangen
(ohne Antennenverstärker um T1). Die Rückkopplung funktioniert sehr
feinfühlig.
-Das FET/Bipo-Audion konnte zwar mehr Sender empfangen (war wesentlich
empfindlicher), es wurde aber auch viel mehr Schrott eingefangen. Unter
anderem war im kompletten unteren KW-Bereich ein starker MW-Ortssender
vernehmbar (konnte allerdings durch Loopdrehung ausgeblendet werden).
Stärkere KW-Sender wurden mit enormer Breite (bis zu 0,5MHz "rechts und
links") eingefangen. Wo das Band ruhiger war, konnten aber auch schwache
Sender vernommen werden, die beim anderen Audion nicht zu hören waren.
Die Rückkopplung funktionierte von 0,8MHz bis 24MHz problemlos und
vermutlich auch über beide Bereiche hinaus. Allerdings ist die RK nicht
so feinfühlig einstellbar, wie bei dem anderen Audion.
Hallo Bauer,
mit Deiner Loopantenne kommt ja dann ein weiterer Schwingkreis hinzu,
welcher die Weitab-Dämpfung verbessern sollte. Trotzdem schlägt ein
Ortssender durch. Hat das TenTec den Ortssender weggesteckt?
Wahrscheinlicher lag der nur untehalb der Empfangsschwelle.
So ganz untätig war ich in der Zwischenzeit auch nicht. Erst hab ich mal
rumgestöbert, was die Anderen so machen:
http://www.b-kainka.de/bastel3.htmhttp://www.andreadrian.de/sdr/#mozTocId269404http://www.g3ynh.info/circuits/hi-fi_am.htmlhttp://theradioboard.com/rb/viewtopic.php?t=3546http://www.circuitsonline.net/forum/view/97539
Dann wurden Eckpunkte für Verbesserungen festgelegt:
Um Rückwirkungen zu vermeiden, sollten die Funktionen auf einzelne
Stufen aufgeteilt werden. Die Stufen sollten sich so wenig als möglich
gegenseitug beeinflussen. Das Ten-Tec hat gute Ansätze, aber es hat
irgendwie ein Demodulator-Problem, es verschluckt kleine Signale. Die
meisten Demodulatoren haben unter 100mV einen schlechten Klirrfaktor.
Die Empfindlichkeit der meisten Audions hört bei ca. 100µV auf...
Dabei kam dann obige Schaltung raus, welche ich mal bei Gelegenheit
ausprobieren werde. Es interessieren mich 3 Dinge besonders: Die
Großsignalfestigkeit, die Eingangsempfindlichkeit und die Funktion der
beiden Dioden. Möglicherweise erzeugen die ja eine beim Empfang störende
Phasenschiebungen. Falls nicht, sollte die Rückkopplung sehr weich
einsetzen.
Es gäbe noch einen einen interessanten Punkt. Für AM wäre es ideal, wenn
der Oszillator relativ schnell auf den AM-Träger einrasten würde. Für CW
und SSB wäre das aber überhaupt nicht gut. Welche Bauart unterstützt ein
Einrasten und welche verhindert es. Kann man diese Funktion ein- bzw.
abschaltbar machen?
Gruß, Bernd
Hallo Bernd,
fasse mich kurz, habe grade nicht so viel Zeit. Auf jeden Fall schön,
dass du auch noch weiter mit der Verbesserung des Audions beschäftigt
bist!
Habe mittlerweile den größten Signalbedämpfer (besonders für tiefe
Frequenzen) ausgemacht, es ist C2 mit 32p. Wenn man den Wert bis aufs
zehnfache erhöht, wird die Empfindlichkeit wesentlich besser. Kommt dann
aber immer noch nicht an die vom FET/Bipo-Audion ran.
(alle Angaben ohne Antennenverstärker um T1, den werde ich aber die Tage
noch aufbauen; bringt er wirklich 52dB Gewinn, wie aus deinem Schaltbild
ersichtlich?).
> mit Deiner Loopantenne kommt ja dann ein weiterer Schwingkreis hinzu
Habe einfach die Loop als Schwingkreisspule des Audions verwendet (ohne
weitere Dämpfung, also kein R mit 18k o.ä. parallel).
> Hat das TenTec den Ortssender weggesteckt?
Komplett, war nichts mehr von zu hören, auch nach Vergrößerung von C2
nicht.
> Wahrscheinlicher lag der nur untehalb der Empfangsschwelle.
Möglich... (weitere Klärung wäre interessant)
> Dann wurden Eckpunkte für Verbesserungen festgelegt:> Um Rückwirkungen zu vermeiden, sollten die Funktionen auf einzelne> Stufen aufgeteilt werden.
Daran arbeite ich auch grade, bin bei EWB-Simulation auch auf
Sourceschaltung (bei dir J2) mit Rd=1K8 und Rs mit 1k gekommen.
> ...die Funktion der> beiden Dioden. Möglicherweise erzeugen die ja eine beim Empfang störende> Phasenschiebungen.
Würde mich auch mal interessieren. Phasenschiebungen ließen sich
möglicherweise durch Vergrößerung von C8 minimieren?!
> Für AM wäre es ideal, wenn> der Oszillator relativ schnell auf den AM-Träger einrasten würde.
Glaube, das tut ein Audion von Natur aus, es lässt sich gewissermaßen
vom empfangenen Träger "mitziehen".
Bei SSB fehlt wahrscheinlich der Träger, der das Audion "mitzieht".
Gute Frage!
Gruß,
Daniel
>Signalbedämpfer ausgemacht, es ist C2 mit 32p
Die HF bedämpft er aber kaum, nur die demodulierte NF. Falls es eine
Demodulatorstufe gibt, spielt der keine entscheidende Rolle mehr
>bringt er wirklich 52dB Gewinn?
Der Vorverstärker bringt ~18dB. Der Rest kommt von der Audion-Resonanz.
Der Übertrager bringt nochmals 9dB (1:3). Den Übertrager benötige ich
zur Anpassung, da meine Antenne auf 50 Ohm ausgelegt ist. Das ist eine
Magnetic-Loop mit 1,6m x 1,6m.
>Phasenschiebungen durch Vergrößerung von C8 minimieren
Meine Befürchtung ist eher die Änderung in der Sperrschichtkapazitäten
der Dioden, welche sich dann über T2 auf den Schwingkreis übertragen und
diesen dann Phasen- oder sogar Frequenzmodulieren.
B e r n d W. schrieb:>>Signalbedämpfer ausgemacht, es ist C2 mit 32p> Die HF bedämpft er aber kaum, nur die demodulierte NF.
Wie das?
Im Anhang eine Skizze, hatte bei dem "FET/Bipo"-Audion auch mal einen C
und R wie gezeigt vors Gate gesetzt (jew. 30p u. 1M), danach alles
ähnlich leise und empfangsschwach wie beim Tentec-Nachbau.
>>bringt er wirklich 52dB Gewinn?> Der Vorverstärker bringt ~18dB. Der Rest kommt von der Audion-Resonanz.>> Der Übertrager bringt nochmals 9dB (1:3). Den Übertrager benötige ich> zur Anpassung, da meine Antenne auf 50 Ohm ausgelegt ist. Das ist eine> Magnetic-Loop mit 1,6m x 1,6m.
Ah, I see ;O)
Magnetic-Loop mit 1,6m x 1,6m klingt schwer nach der Loop, die im
Funkamateur 05.2010 auf Seite 500 vorgestellt wird (Artikel von H.
Nussbaum mit zwei Aluprofilen, die verdreht zusammengeschraubt werden;
wollte ich die Tage (auch) mal nachbauen).
>>Phasenschiebungen durch Vergrößerung von C8 minimieren> Meine Befürchtung ist eher die Änderung in der Sperrschichtkapazitäten> der Dioden, welche sich dann über T2 auf den Schwingkreis übertragen und> diesen dann Phasen- oder sogar Frequenzmodulieren.
Du kannst ja eventuell die Sperrschichtkapazitäten einfach als
gesonderte Cs an die Dioden klemmen und die Kapazität jeweils von Hand
einstellen in Abhängigkeit von der an den Dioden anliegenden Spannung
(näherungsweise).
>von H. Nussbaum mit zwei Aluprofilen
Nein, das ist einfaches Kabel an die Wand getackert.
Die Größe hab ich mit dem MagnetLoop-Rechner so berechnet, daß sie
zwischen 20-160m eine saubere Resonanz hat. Bei der Auskoppelschleife
handelt es sich um ein am Ende zusammengelötetes Koaxkabel. Den Schirm
hab ich in der Mitte durchtrennt.
In etwa wie Aufbau C hier:
http://www.dg1sfj.de/hardware/hw_koppelschleife.html
Beim Abstimmen mit dem Drehhkondensator kommen bei den stärksten Sendern
immerhin über 50mV raus (Oszi).
Und für die Reise sowas?
http://www.g4fon.net/MagLoopTwo.htm
B e r n d W. schrieb:> Die Größe hab ich mit dem MagnetLoop-Rechner so berechnet, daß sie> zwischen 20-160m eine saubere Resonanz hat.
Was meinst du mit saubere Resonanz? Können bei Loops auch "schlechte
Resonanzen" entstehen?
> Beim Abstimmen mit dem Drehhkondensator kommen bei den stärksten Sendern> immerhin über 50mV raus (Oszi).
Klingt fett!
Ich überlege grade, ob es sinnvoll ist, für die Audion-Geschichte ein
HF-Steckbrett aus einer verkupferten Trägerplatine und "zerteilten"
Präzisions-IC-Fassungen zu löten (mit je 4 oder 5 Steckplätzen pro
"Insel").
Wenn man jedes mal die Teile umlöten muss, könnte das sonst schnell
nervig werden...
Hallo Bauer
>saubere Resonanz
Falls die Loop zu groß ist, hat sie schon ohne Drehkondensator eine
Eigenresonanz ähnlich wie ein Dipol. Die Resonanz wird dann aber
ziemlich breit. Auf noch höhere Frequenzen läßt sie sich nicht mehr
abstimmen. Ist sie zu klein, wird auch die Leistung klein.
Beispiel laut MagnetLoop-Rechner:
Leistung einer D=60cm runden Loop:
bei 20m: -14 dB
bei 40m: -25 dB
bei 160m: -46 dB
Im Vergleich eine 1,6m quadratische Loop:
bei 20m: -3 dB
bei 80m: -10dB
bei 160m: -30dB
Angaben immer im Vergleich zum Dipol.
Dabei spielt es nahezu keine Rolle, ob es sich um eine Loop mit mehreren
Windungen handelt. Mehreren Windungen machen IMHO nur bei sehr niedrigen
Frequenzen Sinn wegen des Frequenzverhältnisses/Verstellbereichs des
Drehkondensators. Also ab etwa MW abwärts.
Meine Audion-Schaltung hab ich jetzt doch aus reiner Neugier aufgebaut.
Sie spielt erstaunlich gut. Als Drossel habe ich 6µH für einen
Frequenzbereich 3450 - 14350 kHz gewählt. Schon tagsüber kommen einige
Sender rein und jetzt, um 22 Uhr, jede Menge. Von Ansprechschwelle keine
Spur.
Gerade höre ich Radio Taiwan, welches auf 6185 kHz von Sender in Skelton
ausgestrahlt wird. Es hat ein etwas schwächeres Signal und befindet sich
zwischen zwei stärkeren Sendern im 5kHz Raster. Im Hintergrund hört man
einen nervigen 5kHz Pfeifton. Jetzt weiß ich auch, warum jemand
5kHz/10kHz Kerbfilter eingebaut hat.
Meinen Vorverstärker mußte ich etwas modifizieren wegen aufgetretener
Übersteuerungen. Durch den auf 1.5k reduzierten Sourcewiderstand liegt
der Eingangswiderstand jetzt bei 200 Ohm dadurch konnte ich den
Eingangs-Übertrager auf 1:2 reduzieren. Falls jetzt noch was
übersteuert, wird das HF-Poti etwas zurückgedreht.
Etwas nervig ist der frequenzabhängige Einsatz der Rückkopplung. Dafür
habe ich momentan noch keine Lösung.
Gruß, Bernd
Danke für die Loop-Infos! Baue mir bald auch eine große Loop (habe
momentan nur eine "Kartonloop 35cm x 35cm, 4 Wdg. überbrückbar auf zwei
u. eine Wdg.).
B e r n d W. schrieb:> Meine Audion-Schaltung hab ich jetzt doch aus reiner Neugier aufgebaut.
Ach, ist ja cool! :O)
> Sie spielt erstaunlich gut.
Welchen Schaltplan hast du verwendet, den mit den beiden Dioden?
Welche FETs und welche Spannung (stabilisiert) kommen zum Einsatz? Sind
die Dioden auch "dabei"?
> Etwas nervig ist der frequenzabhängige Einsatz der Rückkopplung.
Glaube fast nicht, dass sich das über den großen Frequenzberich mit
einfachen Mitteln bereinigen läßt.
> Gerade höre ich Radio Taiwan, welches auf 6185 kHz von Sender in Skelton> ausgestrahlt wird. Es hat ein etwas schwächeres Signal und befindet sich> zwischen zwei stärkeren Sendern im 5kHz Raster.
Das klingt seeehr gut!!!
Schau mal, was ich gefunden habe.
Im Anhang das Schaltbild eines NRO-Audions. P1 erinnert an den
100K-Trimmer im Tentec-Schaltplan.
Man könnte fast meinen, das Tentec-Audion wäre mal als NRO Audion
geplant gewesen und dann doch zum RK-Audion weiterentwickelt worden.
Die NF-Demodulatin bei beiden "Audionten" scheint wohl beim FET über den
hohen Rs zu geschehen. Möglicherweise liegt da auch das Problem für die
geringe Empfindlichkeit des Tentec-Audions...
Hallo Bauer
Das ist im Prinzip ein Colpitts Oszillator. Demoduliert wird, wie beim
TenTec, an der Ugs / Id Kennlinie. Das ist die rote im obigen Bild. Im
Ruhezustand sollte man sich bei einem Arbeitspunkt Id << 1mA befinden.
Im Bild die rote Kurve links unten.
Die Rückkopplungseinstellung verändert diesen Arbeitspunkt. Umgekehrt
gibt es eine Rückwirkung durch die demodulierte AM auf den Arbeitspunkt
und auf die Rückkopplung, da sich mit dem Takt der AM die Ugs verändert.
Beim TenTec wird die AM am Drain ausgekoppelt, da ist die Rückwirkung
gering.
So sieht jetzt meine entgültige Schaltung aus. Die Rückkopplung konnte
ich noch durch R3=470 Ohm deutlich flacher hinbekommen. Bei der
Rückkopplungseinstellung hab ich noch was vereinfacht. Die Schaltung ist
so stabil, da kannst Du im Betrieb überall dranfassen. Sogar am
Schwingkreis läuft die Empfangsfrequenz höchstens 5kHz weg. Die
Eingangsempfindlichkeit ist an der Loop schon fast zu hoch, den
HF-Regler muß ich meistens zurückdrehen. Mit einer kurzen
Teleskopantenne ist man aber froh über die Reserve.
B e r n d W. schrieb:> Das ist im Prinzip ein Colpitts Oszillator.
Jetzt sehe ich es auch ;O)
B e r n d W. schrieb:> So sieht jetzt meine entgültige Schaltung aus.
Interessante Rückkopplungsidee! Werde ich gleich mal ausprobieren!
Bei mir funzt es jetzt auch mächtig, habe T3 einen Rs von 10K spendiert,
Rd gestrichen und den 100k-Poti komplett rausgeworfen. Signal für
HF-Gleichrichtung und RK werden an S von T3 abgegriffen. Ohne weitere
Verstärkung und direkte Gleichrichtung ist jetzt auf dem 80m-Band ohne
Ende CW zu hören. Auch viele, viele Radiosender. Das Teil ist jetzt
mindestens so empfindlich wie das FET/Bipo-Audion, fängt aber
erfreulicherweise KEINEN MW-Ortssender ein!
Übrigens alles ohne den Antennenvorverstärker um J1. Den will ich aber
langfristig dennoch einbauen zur Entkopplung des späteren
Audion-Empfangskreises.
(dass das FET/Bipo-Audion MW-Ortssender einfängt, liegt möglicherweise
an der Saugkreisspule, die auf ein Stück Ferritstab gewickelt ist)
Hier noch zwei Fragen:
Wird der Poti für die HF-Regelung vor J1 aus R20/R21 gebildet (1K) und
dämpft R2 (330 Ohm) das HF-Signal nicht zu sehr?
Was sind das für Spulen L1/L2 und wo würde die Stabantenne
angeschlossen?
Bauer schrieb:> Was sind das für Spulen L1/L2 und wo würde die Stabantenne> angeschlossen?
L1 und L2 bilden so eine Art 1:2 Spartrafo zum Hochtransformieren des
HF-Eingangssignals, stimmts? (so wie oben schon mal beschrieben)
Habe hier zwei Rinkkerne, außen 18mm, innen 10mm, der eine ist 6mm
breit, der andere 12mm. Beide aus einem eher glänzenden, gräulichen
Ferritmaterial.
Der mit 6mm Breite besitzt mit 20 Wicklungen ungefähr 154µH. Würden die
sich eignen, um einen solchen "Signal-Hochtransformierer" zu wickeln?
(bin nicht sicher, ob sie für so hohe Frequenzen geeignet sind...).
Induktivitätsmessgerät ist vorhanden.
>Bei mir funzt es jetzt auch mächtig
Freut mich zu hören!
>Übrigens alles ohne den Antennenvorverstärker um J1
Also wenn ich eine 50cm langes Kabel als Antenne dranhänge, bringt er
schon was. Aber jetzt würde ich eine andere Schaltung wählen, welche nur
8-10dB verstärkt und einfach nur in Richtung Antenne entkoppelt. Um CW
und SSB zu hören, muß man das Audion zum Schwingen bringen und dann wird
auch abgestrahlt. Erlaubt sind 2nW, das ist praktisch "Nichts".
>HF-Regelung vor J1 aus R20/R21 gebildet (1K)
Ja, das wird bei einfachen Empfängern oft so gelöst. Bei Vollausschlag
reduziert sich der Eingangswiderstand durch das 1k auf 47.5 Ohm. Wenn
man zurückregelt, stimmt zwar die Anpassung nicht mehr, aber ein
lineares Poti verhält sich durch die nachfolgende Last fast
logarithmisch.
>dämpft R2 (330 Ohm) das HF-Signal nicht zu sehr?
Da gibt es noch ein kleines Problem, beim Drehen des HF-Potis ändert
sich etwas die Rückkopplungseinstellung. Mit dem 330 Ohm hab ich
versucht, das etwas zu entschärfen. Die Dämpfung ist subjektiv nicht
bemerkbar.
>auf dem 80m-Band ohne Ende CW zu hören
Da ist grad Contest in Spanien, glaube ich. Bei mir wars ohne Ende SSB.
Leider kann man nicht zwischen oberem und unterem Seitenband
unterscheiden.
>Was sind das für Spulen L1/L2 / Spartrafo
Ja, das ist ein Doppellochkern-Übertrager 1:2, damit wird der Widerstand
im Verhältnis 1:4 transformiert.
http://toroids.info/BN-43-2402.php
Den Schwingkreis hab ich auf einen T50-7 Ringkern gewickelt. Ringkerne
haben ein geringes Streufeld. Das bedeutet auch umgekehrt, daß von außen
nichts in der Ringkern einstreuen kann. Das Material 7 (weiß) hat die
geringste Temperaturdrift. Mit einem T50-2 könnte man Eine Güte von bis
zu 300 erreichen. Der driftet dafür aber stärker.
http://toroids.info/T50-7.php>wo würde die Stabantenne angeschlossen?
Wird die gesondert als Schwingkreis abgestimmt? Die würde ich an den C10
anschließen und die Schaltung davor abklemmen. Dann sollte der Stab über
eine Koppelwicklung korrekt an die Eingangsimpedanz angepasst werden.
>Beide aus einem eher glänzenden, gräulichen>Ferritmaterial. 20 Wicklungen ungefähr 154µH
Schwierig da eine Aussage zu machen. Ringkerne aus Schaltnetzteilen,
Computer-Motherboards oder für Entstörzwecke vorgesehene sind eher nicht
geeignet. Die sind dann entweder für eine hohe Sättigung ausgelegt,
haben hohe Ummagnetisierungsverluste bzw. absorbieren HF absichtlich.
Aber probier es einfach aus. Der AL-Wert liegt dann bei ca. 375nH/Wdg.
Irgendjemand hat hier mal geschrieben: Nach dem Empfängerbau ist vor dem
Empfängerbau. Ich weiß, Du steckst noch mittendrin, aber was kommt als
nächstes? Ein Audion ist ja im Prinzip ein selbstschwingender
Direct-Conversion, also ein DC-Receiver. Ein Superhet?
Gruß, Bernd
Hallo,
Danke für die ausführlichen Antworten!
B e r n d W. schrieb:>>auf dem 80m-Band ohne Ende CW zu hören> Da ist grad Contest in Spanien, glaube ich.
Das glaube ich nach dem gestrigen Hörerlebnis ungesehen.
> Leider kann man nicht zwischen oberem und unterem Seitenband> unterscheiden.
Habe hier ein Buch von F. Sichla, in dem wird behauptet, dass das mit
einem Audion ginge, wenn ich es richtig verstanden habe. Muss noch mal
nachchauen.
B e r n d W. schrieb:>>wo würde die Stabantenne angeschlossen?> Wird die gesondert als Schwingkreis abgestimmt?
Eigentlich nicht. Gesonderten SK würde ich der Loop vorbehalten lassen.
B e r n d W. schrieb:> Aber probier es einfach aus. Der AL-Wert liegt dann bei ca. 375nH/Wdg.
Ok, werde ich mal testen.
B e r n d W. schrieb:> Irgendjemand hat hier mal geschrieben: Nach dem Empfängerbau ist vor dem> Empfängerbau. Ich weiß, Du steckst noch mittendrin, aber was kommt als> nächstes? Ein Audion ist ja im Prinzip ein selbstschwingender> Direct-Conversion, also ein DC-Receiver. Ein Superhet?
;O)
Habe mir als nächstes folgendes Projekt vorgenommen:
Mit einem TDA1072 einen Superhet für den Bereich von ca. ein bis zwei
MHz aufbauen (ev. höher, falls MW-Sender durchschlagen) und mit einem
SA612 einen Konverter aufbauen. Der Konverter soll mit einem
Quarzoszillator arbeiten und die Empfangsfrequenz in den Bereich des
Superhets (wie gesagt ca. 1 bis 2 MHz) konvertieren.
Empfangskreis -->
SA612 ---> Superhet
Oszillator ----->
Bin mir über die technischen Feinheiten noch nicht ganz im Klaren,
wollte als erstes den Superhet ans Laufen bringen und dann weiter sehen.
>> zwischen oberem und unterem Seitenband unterscheiden.> wird behauptet, dass das mit einem Audion ginge
Natürlich kann man beide empfangen. Aber man kann das Ungewünschte nicht
ausblenden. Wenn also jemand 3kHz oberhalb Deiner Empfangsfrequenz zu
senden beginnt stört es dich beim Empfang. Andere Empfängerkonzepte
können den Nachbarkanal durch entsprechende Filterung ausblenden.
>1 - 2 MHz (ev. höher, falls MW-Sender durchschlagen)
Mit 1-2 MHz wirst Du keine Freude haben.
527 - 1616 Mittelwelle
1810 - 2000 160m Amateurband
2250 - 2550 120m Tropenband
3150 - 3450 90m Tropenband
Die Tropenbänder sind in unseren Breiten relativ schwach zu hören.
Ansonsten gibt es das 160m Band und ein paar Funkdienste. Eventuell wäre
1.8 bis 2.8MHz geeignet. Das hängt aber auch davon ab, ob Quarze für
alle umzusetztenden Bereiche verfügbar sind. Und Vorsicht, falls auf der
Spiegelfrequenz starke Sender liegen. Dann benötigst Du für verschiedene
Bereich ein entsprechend breites und dennoch selektives Vorfilter.
Da Du aber sowiso schon zweimal umsetzen willst, warum nimmst Du nicht
eine höhere ZF wie z.B. 10.7MHz und machst einen Doppelsuper draus?
Zusammen mit einem SA612, und einem Oszillator von 10.8 bis 19.2 MHz
kann man in einem Rutsch von 100kHz bis 8.5MHz empfangen. Davor braucht
es nur einen Tiefpass.
B e r n d W. schrieb:> Eventuell wäre> 1.8 bis 2.8MHz geeignet.
Das wäre einen Versuch wert. Ich kann ja erst mal den TDA1072 für diesen
Frequenzbereich aufbauen. Vermutlich wären 1.7 bis 2.9MHz als
angepeiltes Ziel sinnvoller, um o.g. Bereich sicher zu treffen?!?
Wenn man auch SSB hören will, muss man im ZF-Bereich einen Träger mit
der ZF-Frequenz zufügen, nehme ich an.
Wie macht man CW hörbar? Hier liegt ja nur der unmodulierte Träger vor?
Mit einem Träger ähnlicher Frequenz mischen und dann hört man einen Ton
mit der Frequenz der Differenzfrequenz???
Über den Doppelsuper muss ich noch mal nachdenken. Habe, glaube ich,
auch noch irgendwo einen Schaltplan.
Hallo Bauer
>1.7 bis 2.9MHz um o.g. Bereich sicher zu treffen
Der Oszillator sollte sich möglichst fein einstellen lassen und nicht
driften. Man kann auch ein Oszillatorsignal mit einem Quarzoszillator
mischen und diese Frequenz auf den ersten Mischer geben oder den
Oszillator in ein eigenes kleines abgeschirmtes Gehäuse bauen und ne
halbe Stunde warmlaufen lassen. Ich verwende z.B. einen Frequenzzähler,
welcher die ZF-Frequenz automatisch subtrahiert. Die Treffergenauigkeit
ist besser als 100 Hz.
>Habe auch noch irgendwo einen Schaltplan.
Gibts massig im Web wie z.B. hier:
http://www.qsl.net/va3iul/Homebrew_RF_Circuit_Design_Ideas/Homebrew_RF_Circuit_Design_Ideas.htm
Über den TDA1072 hab ich schon mal was gelesen:
http://pages.suddenlink.net/wa5bdu/1chiprx.htm
Bei einem anderen Projekt, welches ich aber gerade nicht finde, wurde
der BFO am Pin5 eingespeist. Dort konnte man per Poti die Amplitude
justieren. Der WA5BDU oben hatte das Problem, das ein zu starker BFO die
AGC veranlasste, zurückzuregeln.
Der AM-Rundfunk sendet im 5, im 9 und im 10kHz Raster. Optimal wären
zwei Filter 4.5 und mit 8kHz Bandbreite. Eine AM-Demodulation ist ja im
TDA1072 schon integriert.
Typische Filter für SSB haben eine Bandbreite von 2.4 bzw 2.7 kHz. Der
BFO (zugesetzter Träger) wird auf eine Frequenz 1.5kHz über bzw.
unterhalb der Filtermitte eingestellt, je nach Seitenband. An den
käuflichen Geräten wird nicht die Empfangsfrequenz der Filtermitte
angezeigt, sondern die Frequenz des zuvor entfernten Trägers.
Filter für CW sind typischerweise ca. 500-600 Hz breit. Der BFO wird auf
600-700Hz über oder unter der Filtermitte eingestellt. Bei einer ZF von
455kHz würde man den BFO von 453-457 kHz verstellbar machen. Das geht
mit einer Kapazitätsdiode oder manche verwenden eine in Sperrichtung
geschaltete LED.
Gruß, Bernd
Hallo Bernd!
B e r n d W. schrieb:> Ich verwende z.B. einen Frequenzzähler,> welcher die ZF-Frequenz automatisch subtrahiert. Die Treffergenauigkeit> ist besser als 100 Hz.
Sowas hatte ich auch schon überlegt, bietet sich ja an und ist relativ
leicht mit µC und Vorteiler zu machen, denke ich.
B e r n d W. schrieb:> Gibts massig im Web wie z.B. hier:> http://www.qsl.net/va3iul/Homebrew_RF_Circuit_Desi...
Coole Seite, da gibt es ja massig Projekte.
Die Doppelsuperschaltung, die ich meinte, nennt sich SWR1, war mal ein
ELV-Projekt, kann man auch irgendwo runterladen.
B e r n d W. schrieb:> Über den TDA1072 hab ich schon mal was gelesen:> http://pages.suddenlink.net/wa5bdu/1chiprx.htm
Ja, über diese Seite bin ich auch schon mal gestolpert, absolut cooles
Projekt!!! Kann leider kein CW entschlüsseln, ansonsten wäre es
interessant. (ich weiß, es gibt Morsedecoder für den PC, finde ich aber
eher unsportlich).
B e r n d W. schrieb:> Typische Filter für SSB haben eine Bandbreite von 2.4 bzw 2.7 kHz. Der> BFO (zugesetzter Träger) wird auf eine Frequenz 1.5kHz über bzw.> unterhalb der Filtermitte eingestellt, je nach Seitenband. An den> käuflichen Geräten wird nicht die Empfangsfrequenz der Filtermitte> angezeigt, sondern die Frequenz des zuvor entfernten Trägers.
Ach so funktioniert das mit den Seitenbändern!
B e r n d W. schrieb:> Filter für CW sind typischerweise ca. 500-600 Hz breit. Der BFO wird auf> 600-700Hz über oder unter der Filtermitte eingestellt.
Ist ja dann das gleiche Prinzip wie bei SSB, nur mit anderen
Frequenz-/Filterwerten.
Bin grade dabei, eine Loopantenne (D=180cm) zu konstruieren mit
Luftdrehko 2x 320pF + zuschaltbarer Parallelkapazität. Als
Spulenmaterial wollte ich das dickste Koaxkabel nehmen, das im Baumarkt
zu haben ist.
Mit der Karton-Loop 35cm x 35cm (4 Wdg.) werde ich nämlich
vorraussichtlich nicht mehr weit kommen bei den folgenden KW-Basteleien.
hewlett schrieb:> Ein ganz hervorragendes Audion, einfach und mit Loop oder Ringkern zu> betreiben.
Das mir der Spule vor dem Emitter ist ein interessanter Ansatz!!!
Mir ist aber noch nicht ganz klar, warum die Schaltung ab einem
bestimmten Arbeitspunkt an zu schwingen fängt...???
Schaqu mal hier:
http://www.b-kainka.de/bastel3.htm
Ich wette, hier könnte man auch mit guten Ergebnissen den 10k-R vor den
beiden Emittern durch eine Spule ersetzen...(?)
...hatte ich schon in einem anderen Beitrag gepostet, hier eine
vollständige Schaltung mit Varicapdiode, auch nach dem 2T-Prinzip
(Bibolar-NRO-Audion).
Bemerkenswert die Gegentaktendstufe in Minimalbeschaltung.
Es gibt noch ein zweites Video für das wohl einfachste aber sehr
effektive Audion, diesmal als Allwellenempfänger für MW mit Ferritstab
und für KW mit Ringkern und Drahtantenne.
http://www.youtube.com/watch?v=c-8zchIU4iU&feature=related
hewlett schrieb:> Keine nennenswerte Hysterese festgestellt
OK.
Kannst du erklären, warum das Ding überhaupt schwingewn kann? Hat das
mit dem 220p-C zwischen Kollektor und Emitter des HF-Ts zu tun?
(so eine Art Hartley-Oszillator?)