Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Welches RTOS für µC?


von Andi Ü. (and0riz0r)


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Hi Leute,

ich hab ein kleines Problem. Ich arbeite hier an der Uni und alle x 
Jahre gibt es mal etwas Geld für die Lehrstühle für 
Softwarebeschaffungen.
Jetzt hat sich hier irgendjemand in den Kopf gesetzt, dass wir am 
Lehrstuhl unbedingt eine RTOS-Entwicklungsumgebung kaufen müssen.
Die Sinnigkeit dieses Unterfangens habe ich sofort in Frage gestellt, da 
sich hier niemand mit so etwas auskennt.

Allerdings bin ich wohl ob meines geringen Einflusses hier gescheitert. 
Es wurde mir gesagt, dass es ja sein könnte, dass man das irgendwann in 
den nächsten x Jahren braucht, wenn man komplexere Programme auf µCs 
entwickelt. x ist 10.

Was mach ich jetzt? Was soll ich vorschlagen, was gekauft werden soll?

Micrium OS III ?
VxWorks?
Linux Embedded?
Windows CE?

Saudoofe Fragen, wenn man keinen Plan hat - ich schäm mich richtig :(.

Was muss man denn für sowas einkalkulieren? OS III scheint 1500 € zu 
kosten, falls ich da das richtige herausgesucht habe:
http://www.futureelectronics.com/en/Technologies/Product.aspx?ProductID=BBXCLKX000000PP1AMCR4009936

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Was sind die Vor-/Nachteile?

Ich weiß, des is echt ein dummer Post, aber ich hab momentan keine 
Ahnung was ich machen soll, vor allem, weil das den Herren nicht 
sonderlich früh einfällt und die Softwareliste jetzt sehr zeitnah 
gefüllt werden muss :/.

Lg
Andi
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Habt ihr denn schon irgendwelche Hardware ? Ich würde Linux bevorzugen, 
und zwar einfach deswegen, weil man da nicht vom Support eines einzelnen 
Providers abhängig ist und ein unendlicher Haufen von Entwicklern und 
Software schon da ist.
Ausserdem läuft es unter fast jeder Architektur und hat RT Erweiterungen 
wenn man mit der vorhandenen Timing Struktur nicht zufrieden ist. 
Zusätzlich ist es auch noch nahezu kostenlos, so dass man sich glich 
noch ein paar Embedded Controller dazu kaufen könnte.
von Peter D. (peda)


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Man kann Geld weitaus besser zum Fenster rausschmeißen.

Zum erstmal Kennenlernen reichen auch freie Tools:

http://www.freertos.org/


Peter
von Ralph (Gast)


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Naja RTOS und Windows ist schon mal nicht so einfach 
zusammenzubringen,......



Erstmal klären für welches Zielumgebung soll das ganze sein ?

Das kann von 8bitter mit wenigen KByte Ram  bis hin zu 64 bitter mit x 
GBytes an Ram alles sein.

Ebenso muss die Zielsetzung geklärt werden .
RealTime ?
API's ?
Grafik Unterstützung für Displays ?
Netzwerk ?
CAN , Flexray Unterstützung ?
.
.
.

Was soll die Entwicklungsumgebung können ?
IDE ?
Nur Konfigurationstool ?
Mehrere µC unterstützt ?
.
.
.
.

Also wie üblich bei solchen Fragen.
Erstmal klären und überlegen was man will oder soll, damit erledigen 
sich viele der Detailfragen von ganz alleine.

Mit diesen Punkten fällt die Auswahl des richtigen RTOS dann relativ 
leicht weil sich die Auswahl drastisch reduzieren wird.
von dunno.. (Gast)


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also, unser zuständiger prof für echtzeitsysteme würde windows generell 
von der liste streichen, und linux auch eher als ungünstige alternative 
ansehen - also für ein echtes RTOS.

er setzt VxWorks auf irgendwelchen Power-PC VME Racks ein.. was für die 
NASA gut genug ist.. ;)

die lizenzen sollen aber nach allem was ich weiß kein pappenstiel sein, 
und die umgebung setzt auch einiges an hardware voraus. teile des 
experimentiersystems sind im rahmen von diplomarbeiten geschaffen 
worden..

mfg
von Andi Ü. (and0riz0r)


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Matthias Sch. schrieb:
> Habt ihr denn schon irgendwelche Hardware ?

Wir haben ein paar Cortex M3 von Stellaris und ein paar PICs. 32-bit. 
Ansonsten aber nichts. Das ist u. Anderem der Witz in meinen Augen.

Peter Dannegger schrieb:
> Zum erstmal Kennenlernen reichen auch freie Tools:
>
> http://www.freertos.org/

Das wäre auch meine Meinung, aber wenn man die Kohle nicht verwendet, 
ist sie halt weg. Dummes System.

Ralph schrieb:
> Ebenso muss die Zielsetzung geklärt werden .
> RealTime ?
> API's ?
> Grafik Unterstützung für Displays ?
> Netzwerk ?
> CAN , Flexray Unterstützung ?

Eine Netzwerkunterstützung hätte ich auf jeden Fall angedacht. Und da 
wir hier abundzu mit Industriepartnern zusammenarbeiten wäre CAN schon 
eine nette Option.
APIs sind immer gern gesehen, weil sie die Sachen erleichtern.

RealTime und Grafik-Unterstützung schreibe ich jetzt eher eine 
untergeordnete Rolle zu.

Ralph schrieb:
> Was soll die Entwicklungsumgebung können ?
> IDE ?
> Nur Konfigurationstool ?
> Mehrere µC unterstützt ?

Also eine IDE wäre schon ziemlich gut. Wir haben Keil µVision. Kann man 
die weiterverwenden?

Was meinst du mit "mehrere µC unterstüzt" - das kann doch jede IDE. 
Achso, es gibt wohl OS-IDEs die nur für einen Controllertyp gehen?
Das wäre unvorteilhaft. Also mehrere verschiedene µC-Typen wäre schon 
gut.

Was würde dann rauskommen? :-)  -oder gibts das nicht?
von Peter D. (peda)


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Andi Ü. schrieb:
> Das wäre auch meine Meinung, aber wenn man die Kohle nicht verwendet,
> ist sie halt weg. Dummes System.

Dann besser für was reelles ausgeben, also Hardware.
Z.B. Entwicklungs-Boards, JTAG-Debugger usw.


Peter
von Max K. (makro)


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Wenn ihr das Keil µVision habt, dann ist dort doch schon das RTX dabei 
dh. wenn ihr die Prof-Version habt. Es ist in die IDE integriet und auch 
für kleine Prozs skalierbar, waqs Cortex betrifft.
von Purzel H. (hacky)


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Lasst doch mal ein paar Industrievertreter kommen und nennt Euer Budget. 
Die haben sicher tausend Vorschlaege.
Oder geht an eine Messe, zb die Embedded in Nuernberg, naechsten 
Februar.
von Ulrich (Firma: DC3AX) (uprinz)


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Hi!

Also ich schliesse mich da meinen Vorrednern an. Für ein RTOS Geld aus 
zu geben, ist gerade im Studentischen bereich sinnfrei. Es gibt mit 
CooCox, FreeRTOS, Nut/OS und vielen anderen Systemen alles was einen 
uController zum Leben erweckt, Real-Time oder nicht.
Mit CodeSourcery, eCos, yagarto, arm-gcc oder avr-gcc hat man Compiler, 
Assembler, Linker und GDB zur Verfügung. Mit 39€ für einen OpenOCD-USB 
pro Arbeitsplatz hat man dazu noch einen JTAG der fast alles 
programmiert und debuggt, was nötig ist.

Und die genannten Kombinationen decken dann alles ab was man als Student 
an uC braucht, also AVR, ARM und ARM/Cortex.

Dann nehmt das Geld, das ja weg muss, und kauft Euch ordentliche Scopes 
davon, am besten MSOs also 2..4x Analog und 16x digital, denn das hilft 
einem wirklich bei Embedded Entwicklungen.

Gruß, Ulrich
von iaoffline (Gast)


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Budgetverbraten halt, kommt überall zum Jahresende vor.

Nimm halt den Vertriebler deines Vertrauens der dir irgendein RTOS 
verkauft. Das schreibt er dir dann nächstes Jahr wieder gut und ihr 
besorgt euch was sinnvolles von dem Geld.
von JojoS (Gast)


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ich habe mit dem FreeRTOS auf einem Cortex M3 angefangen und das gefällt 
mir sehr gut. Es ist nur ein Kernel, d.h. es wird zusammen mit der 
Anwendung gelinkt und als ein monolithischer Block in den µC geladen.
Dieses OS hat so ziemlich alles was man braucht: Tasks, Prioritäten, 
Mailboxen, Semaphoren usw. was ein RTOS mitbringen sollte und was man 
lernen muss. Dazu gibt es einfache Tools wie StateViewer in einigen 
Entwicklungsumgebungen.
OS wie WinCE oder VxWorks erfodern 'fettere' Prozessoren und die Kosten 
verteilen sich auf die Entwicklungsumgebung (pro Nase) und 
Laufzeitlizenz pro Gerät. Für Ausbildung gibt es meist 
Sonderkonditionen, trotzdem dürfte das um einiges teuerer werden.
von Max K. (makro)


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Habe gerade eine Übersicht gefunden:

   http://www.arm.com/community/software-enablement/rtos-real-time-operating-system.php

Sind alle möglichen RTOSe drin für Cortex.
von Ralph (Gast)


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dunno.. schrieb:
> also, unser zuständiger prof für echtzeitsysteme würde windows generell
> von der liste streichen

Der Mann ist mir sympathisch :-)

Andi Ü. schrieb:
> Wir haben ein paar Cortex M3 von Stellaris und ein paar PICs. 32-bit.
> Ansonsten aber nichts. Das ist u. Anderem der Witz in meinen Augen.

Du wirst gar nicht glauben wollen was alles an RT systemen auf Cortex µC 
läuft. Gerade im Automobilbereich.

Andi Ü. schrieb:
> Und da
> wir hier abundzu mit Industriepartnern zusammenarbeiten wäre CAN schon
> eine nette Option.

Heißt das ihr habt Partner im Automobilbereich ? Da wird CAN häufig 
verwendet.
In dem Fall such mal nach AUTOSAR kompatiblen RTOS. zb VECTOR oder 
ELEKTROBIT
Da werdet ihr euer Budget locker unterbringen können.
von Achim M. (minifloat)


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An meiner Hochschule hat ein Professor ein einfaches RTOS selbst 
geschrieben. Er benutzt das auch als Beispielsystem für seine 
Vorlesungen.

Das RTOS-System kann unter DOS(ist dann auch wirklich echtzeitfähig), 
für einen ATmega oder sonst ein Controller und zu Testzwecken auch unter 
Windows oder Linux gebaut und getestet werden. Ein Progrämmchen gibts 
noch dazu, das die Aktivitäten des Schedulers auswertet(input über 
COM-Port oder Textdatei) und grafisch aufbereitet, um die Zusammenhänge 
besser zu verstehen.

Die ATmega-Boards im Embedded-Labor haben einen CAN-Controller+CAN-RTX 
an Bord. Damit wird schon fleißig kommuniziert.

Ulrich P. schrieb:
> Dann nehmt das Geld, das ja weg muss, und kauft Euch ordentliche Scopes
> davon, am besten MSOs also 2..4x Analog und 16x digital, denn das hilft
> einem wirklich bei Embedded Entwicklungen.

mfg mf
von Andi Ü. (and0riz0r)


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Leute, ein großes Danke für eure Informationen! Damit hab ich es 
geschafft, die Herren zu überzeugen, dass wir sowas wirklich nicht 
brauchen und das es FreeRTOS oder ähnliches auch fürs erste tun würde 
(falls das jemals wirklich angegangen wird).
von horst (Gast)


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Auch wenn die Frage vorerst geklärt ist, so möchte ich doch noch 
Argumente für ein RTOS, das etwas kostet, vorbringen.

-) Es ist bekannt, dass Firmen, oder eine große Firma, in denen öfters 
Projekte zu Diplomarbeiten gemacht werden, dieses OS verwenden.

-) Es soll ein Lehrstuhl für Echtzeitsysteme o.ä. in den nächsten Jahren 
aufgebaut werden. Dann kann ein Student, von dem Ihr euch versprecht, 
dass er ein Zukünftiger Mitarbeiter ist, als bezahltes Diplomprojekt an 
der Uni ein RTOS schreiben, oder ein OS RTOS erweitern.

In allen anderen Fällen sehe ich auch keinen vernünftigen Grund, warum 
eine Uni Geld für ein embedded OS ausgeben soll.
von Gregor B. (Gast)


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Andi Ü. schrieb:
> Die Sinnigkeit dieses Unterfangens habe ich sofort in Frage gestellt, da
>
> sich hier niemand mit so etwas auskennt.

Dann nehmt das AMX von KADAK, da gibts Board Support Packages für alle 
erdenklichen EVAL-Boards für 80x86, ARM, PowerPC, 68000, Coldfire, MIPS 
und Blackfin-Prozessoren.

Auf dem Rechner installieren, passendes BSP aussuchen, konfigurieren, 
aufspielen, fertig!
Für unser PowerPC-Board haben wir damals knapp zehn Minuten gebraucht, 
um ein lauffähiges System zu bekommen.
von Ulrich (Firma: DC3AX) (uprinz)


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Argumente für ein RTOS braucht man nicht sammeln, wenn es um die 
besondere Fähigkeit der (genauer zu definierenden) Echtzeit geht. Man 
muss aber Argumente sammeln, warum man dafür Geld ausgeben will.

Nur um das klar zu stellen, niemand war gegen ein RTOS, nur dagegen Geld 
dafür auszugeben, wenn noch niemand weiss wofür und warum.

Natürlich kommt man als Firma auf den Zweig Geld für ein RTOS 
auszugeben, denn man will nur die eigendliche Anwendung programmieren 
und nicht auch den Kernel. Dafür müsste über einen zu großen Zeitraum zu 
viel KnowHow aufgebaut werden. Ergo kaufen und bei Problemen den mit 
gekauften Support in Anspruch nehmen.

Aber Ihr seid doch an einer Uni, und es geht um einen zukünftigen 
Lehrstuhl für Echtzeitsysteme. Also braucht Ihr ein quelloffenes RTOS, 
damit Ihr hinein sehen, lernen und verstehen könnt.
Oder war es die Fakultät für Management, Wirtschaft oder sowas? Dann 
müsst Ihr natürlich nicht verstehen, was Ihr da treibt, Ihr müsst es nur 
verkaufen... (SCNR)

Wenn es um Lernen und Verstehen geht, ist OpenSource Eure Wahl.

Gruß,
Ulrich
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