Hi Leute, ich hab ein kleines Problem. Ich arbeite hier an der Uni und alle x Jahre gibt es mal etwas Geld für die Lehrstühle für Softwarebeschaffungen. Jetzt hat sich hier irgendjemand in den Kopf gesetzt, dass wir am Lehrstuhl unbedingt eine RTOS-Entwicklungsumgebung kaufen müssen. Die Sinnigkeit dieses Unterfangens habe ich sofort in Frage gestellt, da sich hier niemand mit so etwas auskennt. Allerdings bin ich wohl ob meines geringen Einflusses hier gescheitert. Es wurde mir gesagt, dass es ja sein könnte, dass man das irgendwann in den nächsten x Jahren braucht, wenn man komplexere Programme auf µCs entwickelt. x ist 10. Was mach ich jetzt? Was soll ich vorschlagen, was gekauft werden soll? Micrium OS III ? VxWorks? Linux Embedded? Windows CE? Saudoofe Fragen, wenn man keinen Plan hat - ich schäm mich richtig :(. Was muss man denn für sowas einkalkulieren? OS III scheint 1500 € zu kosten, falls ich da das richtige herausgesucht habe: http://www.futureelectronics.com/en/Technologies/Product.aspx?ProductID=BBXCLKX000000PP1AMCR4009936 Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Was sind die Vor-/Nachteile? Ich weiß, des is echt ein dummer Post, aber ich hab momentan keine Ahnung was ich machen soll, vor allem, weil das den Herren nicht sonderlich früh einfällt und die Softwareliste jetzt sehr zeitnah gefüllt werden muss :/. Lg Andi
Habt ihr denn schon irgendwelche Hardware ? Ich würde Linux bevorzugen, und zwar einfach deswegen, weil man da nicht vom Support eines einzelnen Providers abhängig ist und ein unendlicher Haufen von Entwicklern und Software schon da ist. Ausserdem läuft es unter fast jeder Architektur und hat RT Erweiterungen wenn man mit der vorhandenen Timing Struktur nicht zufrieden ist. Zusätzlich ist es auch noch nahezu kostenlos, so dass man sich glich noch ein paar Embedded Controller dazu kaufen könnte.
Man kann Geld weitaus besser zum Fenster rausschmeißen. Zum erstmal Kennenlernen reichen auch freie Tools: http://www.freertos.org/ Peter
Naja RTOS und Windows ist schon mal nicht so einfach zusammenzubringen,...... Erstmal klären für welches Zielumgebung soll das ganze sein ? Das kann von 8bitter mit wenigen KByte Ram bis hin zu 64 bitter mit x GBytes an Ram alles sein. Ebenso muss die Zielsetzung geklärt werden . RealTime ? API's ? Grafik Unterstützung für Displays ? Netzwerk ? CAN , Flexray Unterstützung ? . . . Was soll die Entwicklungsumgebung können ? IDE ? Nur Konfigurationstool ? Mehrere µC unterstützt ? . . . . Also wie üblich bei solchen Fragen. Erstmal klären und überlegen was man will oder soll, damit erledigen sich viele der Detailfragen von ganz alleine. Mit diesen Punkten fällt die Auswahl des richtigen RTOS dann relativ leicht weil sich die Auswahl drastisch reduzieren wird.
also, unser zuständiger prof für echtzeitsysteme würde windows generell von der liste streichen, und linux auch eher als ungünstige alternative ansehen - also für ein echtes RTOS. er setzt VxWorks auf irgendwelchen Power-PC VME Racks ein.. was für die NASA gut genug ist.. ;) die lizenzen sollen aber nach allem was ich weiß kein pappenstiel sein, und die umgebung setzt auch einiges an hardware voraus. teile des experimentiersystems sind im rahmen von diplomarbeiten geschaffen worden.. mfg
Matthias Sch. schrieb: > Habt ihr denn schon irgendwelche Hardware ? Wir haben ein paar Cortex M3 von Stellaris und ein paar PICs. 32-bit. Ansonsten aber nichts. Das ist u. Anderem der Witz in meinen Augen. Peter Dannegger schrieb: > Zum erstmal Kennenlernen reichen auch freie Tools: > > http://www.freertos.org/ Das wäre auch meine Meinung, aber wenn man die Kohle nicht verwendet, ist sie halt weg. Dummes System. Ralph schrieb: > Ebenso muss die Zielsetzung geklärt werden . > RealTime ? > API's ? > Grafik Unterstützung für Displays ? > Netzwerk ? > CAN , Flexray Unterstützung ? Eine Netzwerkunterstützung hätte ich auf jeden Fall angedacht. Und da wir hier abundzu mit Industriepartnern zusammenarbeiten wäre CAN schon eine nette Option. APIs sind immer gern gesehen, weil sie die Sachen erleichtern. RealTime und Grafik-Unterstützung schreibe ich jetzt eher eine untergeordnete Rolle zu. Ralph schrieb: > Was soll die Entwicklungsumgebung können ? > IDE ? > Nur Konfigurationstool ? > Mehrere µC unterstützt ? Also eine IDE wäre schon ziemlich gut. Wir haben Keil µVision. Kann man die weiterverwenden? Was meinst du mit "mehrere µC unterstüzt" - das kann doch jede IDE. Achso, es gibt wohl OS-IDEs die nur für einen Controllertyp gehen? Das wäre unvorteilhaft. Also mehrere verschiedene µC-Typen wäre schon gut. Was würde dann rauskommen? :-) -oder gibts das nicht?
Andi Ü. schrieb: > Das wäre auch meine Meinung, aber wenn man die Kohle nicht verwendet, > ist sie halt weg. Dummes System. Dann besser für was reelles ausgeben, also Hardware. Z.B. Entwicklungs-Boards, JTAG-Debugger usw. Peter
Wenn ihr das Keil µVision habt, dann ist dort doch schon das RTX dabei dh. wenn ihr die Prof-Version habt. Es ist in die IDE integriet und auch für kleine Prozs skalierbar, waqs Cortex betrifft.
Lasst doch mal ein paar Industrievertreter kommen und nennt Euer Budget. Die haben sicher tausend Vorschlaege. Oder geht an eine Messe, zb die Embedded in Nuernberg, naechsten Februar.
Hi! Also ich schliesse mich da meinen Vorrednern an. Für ein RTOS Geld aus zu geben, ist gerade im Studentischen bereich sinnfrei. Es gibt mit CooCox, FreeRTOS, Nut/OS und vielen anderen Systemen alles was einen uController zum Leben erweckt, Real-Time oder nicht. Mit CodeSourcery, eCos, yagarto, arm-gcc oder avr-gcc hat man Compiler, Assembler, Linker und GDB zur Verfügung. Mit 39€ für einen OpenOCD-USB pro Arbeitsplatz hat man dazu noch einen JTAG der fast alles programmiert und debuggt, was nötig ist. Und die genannten Kombinationen decken dann alles ab was man als Student an uC braucht, also AVR, ARM und ARM/Cortex. Dann nehmt das Geld, das ja weg muss, und kauft Euch ordentliche Scopes davon, am besten MSOs also 2..4x Analog und 16x digital, denn das hilft einem wirklich bei Embedded Entwicklungen. Gruß, Ulrich
Budgetverbraten halt, kommt überall zum Jahresende vor. Nimm halt den Vertriebler deines Vertrauens der dir irgendein RTOS verkauft. Das schreibt er dir dann nächstes Jahr wieder gut und ihr besorgt euch was sinnvolles von dem Geld.
ich habe mit dem FreeRTOS auf einem Cortex M3 angefangen und das gefällt mir sehr gut. Es ist nur ein Kernel, d.h. es wird zusammen mit der Anwendung gelinkt und als ein monolithischer Block in den µC geladen. Dieses OS hat so ziemlich alles was man braucht: Tasks, Prioritäten, Mailboxen, Semaphoren usw. was ein RTOS mitbringen sollte und was man lernen muss. Dazu gibt es einfache Tools wie StateViewer in einigen Entwicklungsumgebungen. OS wie WinCE oder VxWorks erfodern 'fettere' Prozessoren und die Kosten verteilen sich auf die Entwicklungsumgebung (pro Nase) und Laufzeitlizenz pro Gerät. Für Ausbildung gibt es meist Sonderkonditionen, trotzdem dürfte das um einiges teuerer werden.
Habe gerade eine Übersicht gefunden: http://www.arm.com/community/software-enablement/rtos-real-time-operating-system.php Sind alle möglichen RTOSe drin für Cortex.
dunno.. schrieb: > also, unser zuständiger prof für echtzeitsysteme würde windows generell > von der liste streichen Der Mann ist mir sympathisch :-) Andi Ü. schrieb: > Wir haben ein paar Cortex M3 von Stellaris und ein paar PICs. 32-bit. > Ansonsten aber nichts. Das ist u. Anderem der Witz in meinen Augen. Du wirst gar nicht glauben wollen was alles an RT systemen auf Cortex µC läuft. Gerade im Automobilbereich. Andi Ü. schrieb: > Und da > wir hier abundzu mit Industriepartnern zusammenarbeiten wäre CAN schon > eine nette Option. Heißt das ihr habt Partner im Automobilbereich ? Da wird CAN häufig verwendet. In dem Fall such mal nach AUTOSAR kompatiblen RTOS. zb VECTOR oder ELEKTROBIT Da werdet ihr euer Budget locker unterbringen können.
An meiner Hochschule hat ein Professor ein einfaches RTOS selbst geschrieben. Er benutzt das auch als Beispielsystem für seine Vorlesungen. Das RTOS-System kann unter DOS(ist dann auch wirklich echtzeitfähig), für einen ATmega oder sonst ein Controller und zu Testzwecken auch unter Windows oder Linux gebaut und getestet werden. Ein Progrämmchen gibts noch dazu, das die Aktivitäten des Schedulers auswertet(input über COM-Port oder Textdatei) und grafisch aufbereitet, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Die ATmega-Boards im Embedded-Labor haben einen CAN-Controller+CAN-RTX an Bord. Damit wird schon fleißig kommuniziert. Ulrich P. schrieb: > Dann nehmt das Geld, das ja weg muss, und kauft Euch ordentliche Scopes > davon, am besten MSOs also 2..4x Analog und 16x digital, denn das hilft > einem wirklich bei Embedded Entwicklungen. mfg mf
Leute, ein großes Danke für eure Informationen! Damit hab ich es geschafft, die Herren zu überzeugen, dass wir sowas wirklich nicht brauchen und das es FreeRTOS oder ähnliches auch fürs erste tun würde (falls das jemals wirklich angegangen wird).
Auch wenn die Frage vorerst geklärt ist, so möchte ich doch noch Argumente für ein RTOS, das etwas kostet, vorbringen. -) Es ist bekannt, dass Firmen, oder eine große Firma, in denen öfters Projekte zu Diplomarbeiten gemacht werden, dieses OS verwenden. -) Es soll ein Lehrstuhl für Echtzeitsysteme o.ä. in den nächsten Jahren aufgebaut werden. Dann kann ein Student, von dem Ihr euch versprecht, dass er ein Zukünftiger Mitarbeiter ist, als bezahltes Diplomprojekt an der Uni ein RTOS schreiben, oder ein OS RTOS erweitern. In allen anderen Fällen sehe ich auch keinen vernünftigen Grund, warum eine Uni Geld für ein embedded OS ausgeben soll.
Andi Ü. schrieb: > Die Sinnigkeit dieses Unterfangens habe ich sofort in Frage gestellt, da > > sich hier niemand mit so etwas auskennt. Dann nehmt das AMX von KADAK, da gibts Board Support Packages für alle erdenklichen EVAL-Boards für 80x86, ARM, PowerPC, 68000, Coldfire, MIPS und Blackfin-Prozessoren. Auf dem Rechner installieren, passendes BSP aussuchen, konfigurieren, aufspielen, fertig! Für unser PowerPC-Board haben wir damals knapp zehn Minuten gebraucht, um ein lauffähiges System zu bekommen.
Argumente für ein RTOS braucht man nicht sammeln, wenn es um die besondere Fähigkeit der (genauer zu definierenden) Echtzeit geht. Man muss aber Argumente sammeln, warum man dafür Geld ausgeben will. Nur um das klar zu stellen, niemand war gegen ein RTOS, nur dagegen Geld dafür auszugeben, wenn noch niemand weiss wofür und warum. Natürlich kommt man als Firma auf den Zweig Geld für ein RTOS auszugeben, denn man will nur die eigendliche Anwendung programmieren und nicht auch den Kernel. Dafür müsste über einen zu großen Zeitraum zu viel KnowHow aufgebaut werden. Ergo kaufen und bei Problemen den mit gekauften Support in Anspruch nehmen. Aber Ihr seid doch an einer Uni, und es geht um einen zukünftigen Lehrstuhl für Echtzeitsysteme. Also braucht Ihr ein quelloffenes RTOS, damit Ihr hinein sehen, lernen und verstehen könnt. Oder war es die Fakultät für Management, Wirtschaft oder sowas? Dann müsst Ihr natürlich nicht verstehen, was Ihr da treibt, Ihr müsst es nur verkaufen... (SCNR) Wenn es um Lernen und Verstehen geht, ist OpenSource Eure Wahl. Gruß, Ulrich
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