Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Gegentaktstufe 2Mhz 200mA


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von Michael (Gast)


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Hallo,

ich muss ein 2Mhz Clock-Signal mit geringer Ausgangsleistung (ca.10mA) 
verstärken.
Die Spannung beträgt 3V und der Strom muss 200mA betragen können. Hat 
jemand eine Idee wie soetwas schnell zu realisieren ist? Ich dachte an 
eine einfache Gegentaktstufe mit zwei Bipolartransitoren, komme damit 
aber bei der Frequenz an deren Grenzen. Gibt es evtl. fertige Treiber 
die diesen Strom lifern können?

von Fetz (Gast)


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> Die Spannung beträgt 3V und der Strom muss 200mA betragen können. Hat
> jemand eine Idee wie soetwas schnell zu realisieren ist?

Ja, zumindest bei dem Teil kann ich dir helfen.

Wenn du mit deiner Schaltung fertig bist musst du den Strom messen, den 
diese verbraucht.

Dann rechnest du folgendes:
3V / (200mA - I), dann bekommst du den Widerstand, den du an die 3V 
anschließen musst, um exakt 200mA Strom zu verbrauchen.

von Fetz (Gast)


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Zum anderen ...

2MHz belastbar mit 200mA bei 3V ist schon anspruchsvoll ...

Hmm ... Wenn ich raten müsste, würde ich auf Class-D-Audio-Verstärker 
tippen ... oder etwas ähnliches, wo es darum geht, aus einem PWM eine 
hochbelastbare analoge Spannung zu erzeugen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Michael schrieb:
> Ich dachte an eine einfache Gegentaktstufe mit zwei Bipolartransitoren,
> komme damit aber bei der Frequenz an deren Grenzen.
Warum? Welche Transistoren hast du da ausgesucht?

von Falk B. (falk)


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@  Michael (Gast)

>ich muss ein 2Mhz Clock-Signal mit geringer Ausgangsleistung (ca.10mA)
>verstärken.
>Die Spannung beträgt 3V und der Strom muss 200mA betragen können.

Wozu muss ein Takt 200mA bringen? Nicht mal bei einer 50 Ohm Leitung 
braucht man 200mA bei 3V.

> Hat
>jemand eine Idee wie soetwas schnell zu realisieren ist? Ich dachte an
>eine einfache Gegentaktstufe mit zwei Bipolartransitoren, komme damit
>aber bei der Frequenz an deren Grenzen.

Kaum.

> Gibt es evtl. fertige Treiber die diesen Strom lifern können?

Nimm einen passenden MOSFET-Treiber, siehe MOSFET-Übersicht. Oder 
einfach einen 74HC04 und schalte alle Gatter parallel, macht 
~34mA/Gatter. Grenzwertig, könnte aber klappen.

MFG
Falk

von Michael (Gast)


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Ich brauche das für eine CLK-Leitung, diese hat eine Kapazität von fast 
10nF. Diese Kapazität muss mit 2Mhz umgeladen werden. Als Transistoren 
habe ich im Moment nur BC857 und BC847 die schaffen es fast, bei ca. 
1.5Mhz ist ende.

Ich versuche es mal mit dem Logik-Gatter.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Michael schrieb:
> Als Transistoren habe ich im Moment nur BC857 und BC847 die schaffen
> es fast, bei ca. 1.5Mhz ist ende.
Wie definierst du "Ende"?

>  BC857 und BC847 die schaffen es fast
Der BC847 kann laut Datenblatt max. 100mA.
Mit 200mA ist der schlicht&einfach überlastet...

von ArnoR (Gast)


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> ein 2Mhz Clock-Signal mit geringer Ausgangsleistung (ca.10mA)
> verstärken.
> Die Spannung beträgt 3V und der Strom muss 200mA betragen können.

Diese Werte erhält man aber nur bei einem Sinussignal. Bei Rechteck oder 
was in der Art ist der maximale Strom in die Lastkapazität von der 
Anstiegsgeschwindigkeit der Flanken abhängig und viel größer als 200mA.

> Ich versuche es mal mit dem Logik-Gatter.

Das wird bei Sinus nicht gehen. Auch der Mosfet-Treiber nicht.

Du musst uns endlich alle Infos geben.

von Ralph B. (rberres)


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von Michael (Gast)


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Hallo nochmal,

die 100mA betreffen die DC Belastbarkeit. Die 200mA werden nur für das 
umladen der Leitungskapazität während des Flankenwechsels des 
CLK-Signals benötigt. Es handelt sich also nur um eine kurzzeitige 
Belastung.

Ich habe es jetzt mit einem Logik-Gatter aufgebaut und es funktioniert.

Danke für die Antworten.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael schrieb:

> Ich habe es jetzt mit einem Logik-Gatter aufgebaut und es funktioniert.

Vorsichtshalber mal Finger drauf halten.

von Michael (Gast)


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Ja, das ist kein Problem. Das ganze wird nur einmal kurz zur 
µControllerprogrammierung genutzt.

von nicolas (Gast)


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BUF634

von Falk B. (falk)


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@Michael (Gast)

>Ich brauche das für eine CLK-Leitung, diese hat eine Kapazität von fast
>10nF.

10nF? Was soll das für ein Monster sein? Koaxkabel ala RG58 & Co hat um 
die 150pF/m, mit 10nF hätte man dann 67m.
Aber auch diese Betrachtung ist so nicht korrekt. Denn eine derartig 
lange Leitung ist "elektrisch lang", sprich hier ist das Thema 
Wellenwiderstand voll aktuell. Und wenn man dann mit 50 Ohm 
terminiert, braucht man dennoch keine 200mA bei 3V, eher 60mA, gerade 
mal 1/3.

> Diese Kapazität muss mit 2Mhz umgeladen werden. Als Transistoren
>habe ich im Moment nur BC857 und BC847 die schaffen es fast, bei ca.
>1.5Mhz ist ende.

Schaltung? Oszibild?

Eine einfache Gegentakt-Ausgangssufe in Emitterschaltung lächelt bei der 
Freqeunz nur milde. OK, es ist ein Rechteck, da will man schon eine 
geringe Anstiegszeit haben, aber auch 50ns sollten da kein großes 
Problem sein.

MFG
Falk

von Falk B. (falk)


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@  Michael (Gast)

>Ja, das ist kein Problem. Das ganze wird nur einmal kurz zur
>µControllerprogrammierung genutzt.

Über ein 67m Kabel? Warum habe ich mal wieder das Gefühl, dass hier 
grundlegend was faul ist?

von Michael (Gast)


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Ja, nicht ganz. Es kommen noch parasitäre Kapazitäten von diversen 
Steckverbindern hinzu. Insgesamt ist die Leitung nur 2-3m lang.
Das ganze war so auch nicht geplant, aber wir müssen leider debuggen, 
und wir haben hier nicht soviele Möglichkeiten auf alle möglichen 
Bauteile zuzugreifen. Auch eine Lieferung würde einige Wochen dauern. 
Auf alle Fälle geht es so.

von Fetz (Gast)


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Falk Brunner schrieb:
> @  Michael (Gast)
>
>>Ja, das ist kein Problem. Das ganze wird nur einmal kurz zur
>>µControllerprogrammierung genutzt.
>
> Über ein 67m Kabel? Warum habe ich mal wieder das Gefühl, dass hier
> grundlegend was faul ist?

Das hab ich mir auch schon gedacht ...

Für sowas hätte ich wohl irgendwas wie RS485 verwendet ... Ein richtes 
Rechteck ohne Slew-Rate-Begrenzung über soviel Meter übertragen mit eine 
fetten Treiberstufe und dann ist das noch ein Clock-Signal ... Da krieg 
ich ein komisches Gefühl dabei ...

von Fetz (Gast)


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Michael schrieb:
> Auf alle Fälle geht es so.

Wahrscheinlich waren dann die Grundvoraussetzungen für die Funktion 
andere und die Logikgatter erfüllen die geringeren Voraussetzungen ohne 
Probleme :)

von noch einer (Gast)


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Diese Anwendung ist ein unnötiger Furz. Falls nun aber trotzdem diese 
Last so getrieben werden muss, dann könnte man sich auch mit einem 
LT1210 behelfen, vorausgesetzt man hat etwas Spannung zur Verfuegung

von W.S. (Gast)


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Michael schrieb:
> ich muss ein 2Mhz Clock-Signal mit geringer Ausgangsleistung (ca.10mA)
> verstärken.

TC4427
2A nach oben, bis zu 6A nach unten. 20 MHz sind grad noch so drin.
reicht dir das?

W.S.

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