Verklebtes Steckernetzteil / Notebooknetzteil öffnen. Eure Tipps sind gefragt.

OP #2570379
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Hallo,

ich habe hier zwei Netzteile, die ich gerne öffnen und ggf. reparieren 
möchte. Leider sind die Gehäusehälften miteinander verklebt. Bisher habe 
ich es eigentlich immer ganz gut geschafft derartige Netzteile zu 
öffnen. Hierzu habe ich sie mit einer Plastikkarte (z. B. Telefonkarte) 
an der Nut aufgehebelt. Leider sträuben sich die o. g. Netzteile zu 
sehr. Habt ihr noch einen anderen Tipp für mich. Soll ich die Netzteil 
in’s Tiefkühlfach oder in den Ofen legen, damit sich der Kleber löst?

Mit freundlichen Grüßen
Guido
: Verschoben durch Moderator
#2570445
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Guido C. schrieb:
> Leider sind die Gehäusehälften miteinander verklebt.

Wenn der Kleber nicht elastisch ist, dem Gerät über einen kleinen 
Holzklotz schonend rund herum über die Klebenaht/Ritze ein paar 
Hammerschläge applizieren. Der Kleber platzt oder bröselt in dem Gehäuse 
weg und man kann sich auf die Suche nach Rastnasen machen.
Fiese Schrauben findet man dann noch unter aufgeklebten Typenschildern 
etc.

mfg mf
Gast #2570452
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Ich hab mal ein kleines Steckernetzteil mit einer Mini Proxxon 
Trennscheibe aufgeflext, einfach amn Rand entlang. Das ging sehr gut, 
sogar so gut, dass ich ohne zu merken ein paar Elkos mit aufgeflext 
habe....
#2570470
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Guido C. schrieb:
> Hallo,
>
> ich habe hier zwei Netzteile, die ich gerne öffnen und ggf. reparieren
> möchte. Leider sind die Gehäusehälften miteinander verklebt.

Wenn das Gehäuse wirklich verklebt ist und keine versteckten
Schrauben hat, nehme  ich eine etwas dickere Säge und säge
damit nur eine Ecke ein. Dort kann man dann einen Schrauben-
zieher ansetzen und drehen. Meist knackt dann mindestens eine
Hälfte auf. Notfalls muss man die gegenüberliegende Ecke auch
ansägen. Das Gehäuse verschliesse ich dann mit gewöhnlichem
Alleskleber. Der ist weich genug , sodas ein eventuell nötiger
zweiter Reparaturversuch wesentlich problemloser ist.
Gruss
Harald
OP #2570610
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Hallo,

vielen Dank für die Rückmeldungen. Verschraubt sind die Netzteile 
definitiv nicht. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein.

Irgendwie hatte ich wohl auf ein Wunder-Spezial-Geheimtipp gehofft. So 
nach dem Motto: "Sprüh das Netzteil mit Kältespray ein, dann fallen die 
Gehäuseteile von alleine auseinander."

Wie bereits erwähnt habe ich bisher schon einige Netzteile mit einer 
Plastikkarte aufbekommen. Der Vorteil ist, dass die Gehäuseteile dabei 
nahezu unversehrt bleiben. Leider sträuben sich die zwei Netzteil, die 
derzeit vor mir liegen gegen diese Methode. Die Bearbeitungswerkzeuge 
werden sich somit wohl ändern. Zuerst kommt der Hammer, dann die 
Schraubzwinge (Schraubstock habe ich leider keinen) und falls alles 
nichts der Dremel zum Einsatz.

Harald Wilhelms schrieb:
> Stimmt. Da hilft es dann nur weiter, wenn man noch irgendein älteres,
> verschraubtes Netzteilgehäuse ohne Inhalt "in der Kiste" hat. :-)

Wie wahr.

Mit freundlichen Grüßen
Guido
Gast #2570613
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> Wenn das Gehäuse wirklich verklebt ist und keine versteckten
> Schrauben hat, nehme  ich eine etwas dickere Säge und säge
> damit nur eine Ecke ein. Dort kann man dann einen Schrauben-
> zieher ansetzen und drehen.

So mache ich das auch ...
OP #2570764
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Hallo,

ich sehe schon, ein Schraubstock muss her!

ralf r. schrieb:
> In den Schraubstock auf der einen Seite bei der Naht einen
> Schraubendreher mit einspannen und dann zudrehen bis es knackt und auf
> der anderen Seite wiederholen.

Verstehe ich das richtig, der Schraubendreher ist längs der Nacht 
eingespannt und drückt direkt auf selbige?

Mit freundlichen Grüßen
Guido
(Firma: matzetronics) #2570786
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Ich spanne die Gehäuseschale ein, die auch die innere überstehende Naht 
trägt, und zwar so, das die andere Schale frei ist und nicht mit 
zusammengedrückt wird. Der Schraubendreher oder das Holzbrettchen sorgen 
dann für die 'Beule', an der der Klebstoff als erstes nachgibt.
Mein Schraubstock ist so gross, das ich die meisten Netzteile auch an 
den Längsseiten eindrücken kann. Sobald die Seiten losgelöst sind, geht 
es dann relativ einfach mit einem breiten Schraubendreher oder 
Bastelmesser weiter.
Gast #2570998
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> Mann hab ich geflucht, weil die in den neuesten Billigmäusen
> nun nicht nur 1 Schraube im Handballen-Bereich haben,
> sondern noch zwei futzelig kleine unter den vorderen Teflonfüßen.

Ja, diese chinesischen Billigarbeiter sind eine Qual.

Früher haben Ingenieure intelligent einfach zu fertigende
und einfach auseinanderzubauende Gehäuse konstruktiert,

ein Apple Macintosh II wurde noch von 1 Schraube zusammengehalten,
weil die Arbeitskosten (bei der Fertigung in den USA) hoch waren,

ein HP Deskjet 500 von 4 Klammern,

heutige Taiwanrechner haben hunderte Schräubchen weil das
Zusammenschrauben so billig ist.

Fortschritt sieht anders aus.
#2571068
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MaWin schrieb:
> heutige Taiwanrechner haben hunderte Schräubchen weil das
> Zusammenschrauben so billig ist.
>
> Fortschritt sieht anders aus.

Da sagst du was. Wo man vor ein paar Jahren noch Heißverstemmen als 
Standard in Thermoplast-Gehäusen sah, wird nun lieber eine Schraube von 
äußerst minderer Qualität in mieses sprödes Plastik reingedrückt. Von 
"Schrauben" kann da nicht die Rede sein.
Noch schöner wirds, wenn die Schrauben dann rausfallen und sich unter 
die Bauteile auf der Platine mischen -britzel-
mfg mf
#8046533
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Guido C. schrieb:

Irgendwie hatte ich wohl auf ein Wunder-Spezial-Geheimtipp gehofft. So nach dem Motto: "Sprüh das Netzteil mit Kältespray ein, dann fallen die Gehäuseteile von alleine auseinander."

"Oh nein, wieso macht er so ein altes Thema auf?"

Weil ich mich genau das hier frage, und auch, ob es vielleicht in 14 Jahren eine andere, bessere Methode gibt als (Gummi)Hammer, Gewalt, Schraubzwingen, Aufsägen, Heißluft und Aceton.

#8046682
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Immerhin gibts für nichtverklebte Gehäuse die Hebelgarnitur von Ifixit. Damit habe ich neulich einen Kärcher Kehrbesen mit gefühlt 100 Rastnasen geöffnet. Etwas, das sich keiner unserer Großväter je hätte träumen lassen. :)

Es bestehen Chancen, daß Klebstoff so teuer wird, daß die Industrie sich auf Rastnasen besinnt und zukünftig mehr Gehäuse so zu öffnen sind.

Für verklebte Nähte könnte es in 100 Jahren Geräte geben, die lokal so präzise Material wegnehmen oder erweichen, daß man die Teile unzerstört und mit kaum Materialverlust auseinanderbekommt.

In 200 Jahren ist dann schon Scotty an der Reihe, der den Sekundenkleber aus der Naht einfach wegbeamt.

: Bearbeitet durch User
#8046744
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Wenn nach dem Aufsägen und der Reparatur dort Material fehlt, dann muß eine Rolle Isolierband dran glauben. Bei den Quadern (Notebooknetzteile) geht das ganz gut. Schwarzes Isolierband 50% überlappend an einem Ende anfangen zu wickeln und dann bis rüber. Den Endzipfel noch ein bisschen verschweißen (Lötkolben) und fertig. Etwas rustikaler, aber ebenso praktikabel sind 1-2 Kabelbinder. Die gibt es ja auch in schwarz. Ich hatte hier ein Stecker-NT vom Netzwerk-Hub, das braucht alle 3-5 Jahre mal einen neuen Ausgangs-Elko. Das hat das Procedre schon 2-3x hinter sich :-)

#8047110
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Dann sind die Hersteller von Netzteilen ja quasi dumm, daß sie ihre Netzteile nicht einfach mit Klebeband umwickeln.

Wenn mir so ein Ding unterkommt, landet es ohne weitere Untersuchung in der Elektroschrottkiste. 19V-Netzteile sind Schüttgut, ich wüsste nicht, wieso ich den Aufriss treiben sollte, so etwas zu reparieren, wenn es kaputtgehen sollte (allerdings ist mit in den letzten Jahrzehnten auch kein einziges Notebooknetzteil kaputtgegangen, vielleicht nutze ich ja auch die falschen).

#8047827
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Harald K. schrieb:

19V-Netzteile sind Schüttgut, ich wüsste nicht, wieso ich den Aufriss treiben sollte, so etwas zu reparieren, wenn es kaputtgehen sollte

Als derjenige, der das Thema neu geöffnet hat. Ich schaue mir aus Zeitvertreib defekte Geräte vom Sperrmüll an und versuche sie zu reparieren. Häufig ist da ein Netzteil kaputt, bei dem einfach die Kondensatoren ausgetrocknet sind. Habe hier eine schöne LED-Lupe mit Schwenkarm von einem Betrieb auf meiner Straße, die kommt mit externer Konstantstromquelle und braucht gelegentlich etwas Zeit um anzuspringen. Bei sowas möglichst zerstörungsfrei reinzukommen halte ich für mich für sinnvoll. Das mag wer anders anders sehen.

#8047871
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"Produkte müssen schon so designt sein, dass sie besser reparierbar sind. Das heißt zum Beispiel, dass sie mit normalen Werkzeugen auseinandergebaut werden können, ohne sie zu zerstören."

https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/konsum-und-produkte/recht-auf-reparatur

Ich fürchte aber, dass Gerätschaften wie Stecker- und Kabelnetzteile sowie Steckdosenleisten nicht darunter fallen.

: Bearbeitet durch User
#8047891
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Vielen Dank für die Blumen. Über irgendwelche Gesetze habe ich mich nie geschert, und werde ich auch nicht. Ist doch alles Schwachsinn, als ob sich dadurch mal was zum Positiven ändert.

Ich hätte mich nur sehr gefreut, wenn es halt mittlerweile einen tollen Trick für diese Teile gegeben hätte.

#8047902
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H. H. schrieb:

Knasti?

Nein, gar nicht. Ich beschäftige mich nur nicht mit irgendwelchen Regelungen, die angeblich irgendwas verbessern sollen. Auch das aktuelle Weltgeschehen oder was momentan mal berechtigt oder eher unberechtigt alle 5 Minuten im Fernsehen herunter gepredigt wird, interessiert mich nicht. Entweder löst das nur nicht änderbaren Frust aus oder betrifft mich eh nicht. Im Zweifel wird das neuste tolle Gesetz oder die Reform eh zu meinem Nachteil sein. Ich habe leider sehr reale Probleme, die mich direkt betreffen und täglich einschränken. Echter Schmerz verdrängt die Zeit für Weltschmerz.

Zu den Netzteilen. Ja, der Status Quo wird wohl das vorsichtige Eindrücken verschiedenster Stellen mit Schraubzwingen sein.

#8047962
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Wenn da ein echtes Eisenschwein drin ist, werfe ich die Netzteile nicht weg. Und meistens sind die dann auch noch verschraubt. Wobei die linear geregelten Netzteile gefühlt ewig halten.

Die billigen Schaltnetzteile sind Ultraschall geschweißt. Kleben wäre viel zu aufwendig und teuer.

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#8047971
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Harald W. schrieb:

Wenn das Gehäuse wirklich verklebt ist und keine versteckten Schrauben hat, nehme ich eine etwas dickere Säge und säge damit nur eine Ecke ein.

Holzunterlage, kleines Stück Latte und dann mit einem Hammer entlang der Nähte klopfen so dass sich das Plastik bewegt, aber die Platine im Inneren nicht die Kraft abbekommt. Das Plastik muss sich schon biegen, also nicht zu sachte schlagen. So habe ich bisher >90% der Geräte die verklebt waren auch zerstörungsfrei auf bekommen. Manchmal reißt auch das Plastik auf wenn es zu stark verklebt war, zum Beispiel bei Laptop-Akkus, aber das kann man dann wieder zu kleben und man sieht nichts.

Mit einer Säge würde ich da nicht hantieren, denn wenn man etwas zu tief sägt, dann kann man intern die Bauteile beschädigen. Nach meiner Erfahrung ist das ungünstiger als da seitlich eine Weile hoch zu kloppen.

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