Wie Offset vom Eingangssignal am Impedanzwandler abziehen?

OP #2576006
Lesenswert?

Hallo,

ich habe zwar schon einige Einträge zu diesem Thema gefunden aber keine 
zielführenden, vielleicht liegt es daran weil ich keine 
Verstärkerschaltung sondern nur einen Spannungsfolger als 
Impedanzwandler verwende.

Mein Eingangssignal am Operationsverstärker ist mit einem unerwünschten 
Offset von 30mV beaufschlagt. Dieser Offset ist konstant von 0V bis 5V 
vorhanden. Jetzt möchte ich gerne diesen Offset abziehen, so dass ich 
nicht 5,030V sondern 5,000V erhalte.

Die bisher gefundenen Schaltungen basierten immer auf einen Verstärker. 
Ich möchte jedoch dieses Eingangssignal nicht verstärken, sondern nur 
als Spannungsfolger durchreichen.

Es wäre sehr freundlich wenn mir jemand helfen könnte.
Eine OP-Schaltung mit Berechnungen wäre vom großen Vorteil.

Vielen Dank
OP #2576079
Lesenswert?

Mini Float schrieb:
> Was machst du nachher mit deinem Signal? Per ADC in einen µC einlesen?
> Da kannst du deinen Offset doch einfach abziehen. Viele Einzelopamps in
> 8pinnigen Gehäusen haben zudem die Möglichkeit, einen Offsetabgleich
> durchzuführen.
> mfg mf

Leider wird das Signal nicht in einem ADC eingelesen, sondern 
weiterführend analog mit OPs verarbeiter, daher fällt die Möglichkeit 
einer Softwarekompensation aus.

Der Offsetabgleich ist ja nur geeignet um den internen Offset vom Op zu 
kompensieren und reicht meistens eh nur für +-10mV aus...


Ich benötige eine Art Subtrahierer, weiß aber nicht wie ich das 
Schaltungstechnisch auslegen kann bzw. soll.

Irgendwie muss das doch über eine OP-Schaltung zu bewerkstelligen sein 
oder?
Gast #2577119
Lesenswert?

Dennis P. schrieb:
> Spricht etwas gegen meine Auslegung der Schaltung ?

Ja. Du hast da einen Spannungsteiler gebaut; das entspricht der 
Multiplikation der Eingangsspannung mit einem konstanten Faktor. Ändere 
doch mal 'Eingangsspannung' und rechne nach.

Du brauchst aber einen Subtrahierer, der ist z.B. auf der von 
minifloat verlinkten Seite beschrieben. Oder, je nach Anwendung, einen 
Kondensator. Der macht den Gleichanteil dann ganz platt.
OP #2577308
Lesenswert?

Sven P. schrieb:
> Dennis P. schrieb:
>> Spricht etwas gegen meine Auslegung der Schaltung ?
>
> Ja. Du hast da einen Spannungsteiler gebaut; das entspricht der
> Multiplikation der Eingangsspannung mit einem konstanten Faktor. Ändere
> doch mal 'Eingangsspannung' und rechne nach.
>
> Du brauchst aber einen Subtrahierer, der ist z.B. auf der von
> minifloat verlinkten Seite beschrieben. Oder, je nach Anwendung, einen
> Kondensator. Der macht den Gleichanteil dann ganz platt.

Hallo Sven,

vielen Dank für deine Infos.

Ich habe den Artikel gelesen und dein Ratschlag mit dem Subtrahierer 
befolgt.

Im Anhang ist meine überarbeitete Version. Jedoch finde ich das als 
"Laie" sehr Aufwändig um nur 30mV Offset zu subtrahieren. Geht es nicht 
einfacher ???

Ich habe noch ein Quad OPamp im Schrank,... deshalb folgende Idee,

um die Spannungsquellen nicht zu belasten habe ich zwei Impedanzwandler 
für die Eingänge verwendet, beide führen über die 10k Spannungsteiler in 
den Subtrahierer, dann werden meine 30mV Offset subtrahiert und führen 
in den nachgeschalteten Invertierer, damit ich eine positive 
Ausgangsspannung erhalte. Die 30mV Offset zum Subtrahieren generiere ich 
aus einen Spannungsteiler.

Gibt es jetzt noch Nachteile mit dieser Schaltung ?

Kann ich eigentlich anstelle der 10k Widerstände auch andere Werte 
nehmen?

Welche Auswirkungen haben die Werte?

Und würdest du noch Kondensatoren einbauen zum stabilisieren? Quasi als 
Integrierer? Meine Eingangsspannung kann sich maximal alle 250ms ändern.
Angehängte Dateien:
Gast #2577322
Lesenswert?

Uh,

ich frage mich, welchen bösen OPV du verwendest, der 30 mV 
Offsetspannung haben soll?
Selbst ein Standard-LM358 hat max. 3 mV Offsetspannung.
Hast du evtl. eine hochohmige Eingangsbeschaltung? Dann kriegst du durch 
die Bias-Ströme ebenfalls einen Fehler. Bedenke: 20 nA durch 1 MOhm sind 
schon 20 mV. Auch verschobene GND-Potenziale können die Ursache sein.

Beste Grüße, Marek
OP #2577356
Lesenswert?

Marek N. schrieb:
> Uh,
>
> ich frage mich, welchen bösen OPV du verwendest, der 30 mV
> Offsetspannung haben soll?
> Selbst ein Standard-LM358 hat max. 3 mV Offsetspannung.
> Hast du evtl. eine hochohmige Eingangsbeschaltung? Dann kriegst du durch
> die Bias-Ströme ebenfalls einen Fehler. Bedenke: 20 nA durch 1 MOhm sind
> schon 20 mV. Auch verschobene GND-Potenziale können die Ursache sein.
>
> Beste Grüße, Marek

Ich verwende keinen bösen OP sondern ein bösen Trennverstärker ISO124P.

Die Offsetspannung die ich kompensieren möchte kommt ja nicht vom OP, 
sondern wie ich oben erwöhnt habe, ist das Eingangssignal schon mit 30mV 
Offset beaufschlagt.


Die Eingangsspannung am ISO124P ist bei mir exakt 5,000 V die 
Ausgangsspannung leider 5,030V. Im Datenblatt ist auch dieser Offset 
erwähnt und liegt im Rahmen der Toleranzen. Nun geht es jetzt darum den 
Ausgang des Trennverstärkers exakt auf 5.000V zu trimmen,.. daher das 
ganze Problem.

Hoffentlich konnte ich das aufklären

Gruß
Dennis
Gast #2577493
Lesenswert?

>Die Eingangsspannung am ISO124P ist bei mir exakt 5,000 V die
>Ausgangsspannung leider 5,030V. Im Datenblatt ist auch dieser Offset
>erwähnt und liegt im Rahmen der Toleranzen. Nun geht es jetzt darum den
>Ausgang des Trennverstärkers exakt auf 5.000V zu trimmen,.. daher das
>ganze Problem.

Ich würde es so wie im Anhang machen, wenn denn eine +/-15V Speisung 
vorhanden ist. Der Vorteil der Schaltung ist, daß du die "Gain" nicht 
zusätzlich abgleichen mußt. Für R7, R8, R9 und R10 eventuell 0,1%-ige 
Ausführungen nehmen.
Angehängte Dateien:
Gast #2577627
Lesenswert?

Bei einem Spannungsfolger den +Eingang niederohmig zu beschalten, ist 
schon grenzwertig.

Da mit +/-15V eine ordentliche Versorgungsspannung zur Verfügung steht, 
hat man doch viel Spielraum, für eine 'ungefrickelte' Schaltung. 
Entweder läßt man dem (unbebasteten) Impedanzwandler zwei Invertierer 
folgen, wo man an einem -Eingang einen korrigierenden Offset dazugibt, 
oder man besinnt sich, dass eine konstante Spannung an einem Widerstand 
durch einen konstanten Strom erzeugt wird.

Mein Vorschlag: beim Impedanzwandler in die Rückkopplung zum -Eingang 
einen Widerstand von 1k einfügen und dort einen Strom von +30µA 
einspeisen. Schaltungen für Konstantstromquellen mit hoher 
Ausgangsimpedanz sollten überall auffindbar sein.
Tietze-Schenck Halbleiter-Schaltungstechnik ist die 1. Adresse dafür.
Gast #2577643
Lesenswert?

Oder noch einfacher: an Stelle der Stromquelle schaltet man einen 
Widerstand nach +15V, der am -Eingang bei 0V Eingangsspannung +30mV 
erzeugt und damit für 0V Ausgangsspannung sorgt. 500k zu 1k sollten 
passen.
Durch die eingefügte Verstärkung ergibt sich bei Vin 0,030V -> 5.030V 
als Vout 0,000V -> 5.020V. Ein einfacher Spannungsteiler reduziert die 
Ausgangsspannung auf 0,000V -> 5,000V.
Gast #2578005
Lesenswert?

>Bei einem Spannungsfolger den +Eingang niederohmig zu beschalten, ist
>schon grenzwertig.

Welche Schaltung meinst du jetzt? Meine? Die ist doch garnicht 
niederohmig, sondern hochohmig! Hast du den 100k Widerstand nicht 
gesehen??

>Entweder läßt man dem (unbebasteten) Impedanzwandler zwei Invertierer
>folgen,...

Wenn du das machst, hast du wieder die Toleranzen der Widerstände der 
zwei Inverter und mußt dann auch noch die Gesamtverstärkung abgleichen.

In meiner Schaltung ist das nicht erforderlich, weil nur äußerst gering 
abgeschwächt und verstärkt wird. Die Toleranzen der Widerstände fallen 
praktisch überhaupt nicht ins Gewicht.

>Mein Vorschlag: beim Impedanzwandler in die Rückkopplung zum -Eingang
>einen Widerstand von 1k einfügen und dort einen Strom von +30µA
>einspeisen.

Also die Korrekturspannung, mit der der Offset abgeglichen wird, sollte 
schon einstellbar sein. Sollte Dennis den ISO124 einmal auswechseln 
müssen und er hat dann einen Offset von -20mV, müßte er bei deiner 
Lösung eine neue Stromquelle einlöten, weil dann die Polarität nicht 
mehr stimmt...

Nein, die Offsetspannung sollte schon einstellbar sein.
Gast #2578050
Lesenswert?

isi schrieb:
> Welche Schaltung meinst du jetzt? Meine? Die ist doch garnicht
> niederohmig, sondern hochohmig! Hast du den 100k Widerstand nicht
> gesehen??

Doch, bei einem Impedanzwandler sind 100k niederohmig :-)

isi schrieb:
> Wenn du das machst, hast du wieder die Toleranzen der Widerstände der
> zwei Inverter und mußt dann auch noch die Gesamtverstärkung abgleichen.

Na und?

isi schrieb:
> Nein, die Offsetspannung sollte schon einstellbar sein.

Na und?

Du hättest bemerken können, dass meine überschlägige Berechnung der 
Ausgangsspannung nicht stimmt.

Anbei eine Schaltungsmöglichkeit. Eingang und Ausgang sollten klar sein. 
Es steht jedem frei, überall Trimmpotis zu verbauen.
Angehängte Dateien:
OP #2578055
Lesenswert?

Ja erstmal vielen Dank für eure Beiträge,

@isi

Ja das mit dem Auslöten bzw. mit der Austauschbarkeit sollte schon 
gegeben sein. Ich will die Möglichkeit haben den Offset in einen Rahmen 
der +-Toleranzen zu verstellen.

Als Konstantstromquelle habe ich noch einen REF200 im Angebot.
Hat schon gute Dienste für meine INAs geleistet...

Jetzt ist natürlich die Frage wie Stabil die Versorgungsspannungen 
meiner kleinen DC/DC Wandler bleiben zwecks Spannungsteiler. Vielleicht 
muss ich noch was glätten.

Ich werde mal die Versorgungsspannungen mit dem Oszi auf Ripple 
überprüfen...
Gast #2578069
Lesenswert?

>Naja Trimmpotis werde ich schon einsetzen weil trotz 0,1% Widerstände
>kann das ja nie genau werden.

Doch, es wird genau! Die Einzelfehler der Widerstände gehen mit 1k/100k 
gewichtet in die Rechnung ein. 1%-ige Widerstände machen sich also mit 
nur 0,01% Fehler bemerkbar. Simulier es doch mal...
Gast #2578497
Lesenswert?

Karel Marsalek schrieb:
> Wie hoch ist die niedrigste Frequenz Deines Eingangssignals? Vielleicht
> könntest Du einen Hochpassfilter einbauen...

Dennis P. schrieb:
> Naja das Signal bzw. die Eingangsspannung kommt von einem Prozessregler
> und hat eine Abtastzeit von 250ms, ich gehe davon aus, dass dann das
> Signal auch nur alle 250ms aktualisiert wird also eine konstante
> Frequenz von 4Hz.

Wie? Was?

Nur weil ein Signal im 250 ms Takt abgetastet wird, heißt das noch lange 
nicht, dass es gleichspannungsfrei ist. Mal ganz davon abgesehen gibt 
eine Abtastung mit 250 Hz eine obere Grenzfrequenz von 2 Hz.

Gruß
C.E.
Gast #2578634
Lesenswert?

>Und wie geht die Drift von VG1 in die Bewertung ein?

Was denn für eine Drift??

>Da braucht jemand einen Impedanzwandler und es wird eine Schaltung
>vorgeschlagen, die 0 Ohm Ausgangswiderstand der Quelle voraussetzt.

Die Schaltung hängt doch am Ausgang eines ISO124, wie Dennis selbst 
schreibt. Da braucht es keinen Impedanzwandler.

>Schon lustig.

Ja sehr lustig.

Willi, ich habe dir doch garnichts getan. Warum hörst du nicht endlich 
auf hier herumzustänkern??

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren