Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Externer Stromkreis an Mikrocontroller


von Freddy (Gast)


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Hallo,

ich habe ein Entwicklerboard von Nuvoton, welches über USB seine 
Versorgungsspannung bezieht, also ca. 3V. Jetzt möchte ich Verbraucher 
anschließen, die mehr Spannung benötigen, z.B. 5V oder 12V.

Nach langem Suchen kam hier im Forum öfter der Vorschlag ein externes 
Netzteil zu verwenden und die Massen miteinander zu verbinden. Leider 
habe ich noch keine Erklärung gefunden, wieso die Massen verbunden 
werden können. Welches Prinzip steckt dahinter? Geht das mit jedem 
Netzteil?
Nachdem es ja (mir nicht ganz klare) Besonderheiten bei z.B. 
Computernetzteilen in Bezug auf Schutzleiter oder Masseschleifen gibt, 
bin ich mir da nicht ganz sicher. Ich würde ein externes Steckernetzteil 
für die 5V bzw. 12V verwenden.
Wenn ich die Massen verbinde, behalten beide Spannungsquellen 
(Computer/USB und Steckernetzteil) trotzdem ihre ursprünglichen 
Potentialdifferenzen, aber jetzt bezogen auf die gleiche Masse? Wieso? 
Welche Risiken gibt es dabei?

Konzepte wie Pegelwandler sind mir bekannt, aber es geht mir eher um 
die physikalischen Grundsätze.

Ich will im Endeffekt den Mikrocontroller nur zum Senden/Emfpangen von 
Steuersignalen verwenden und leistungsstärkere, externe Stromkreise, die 
durch Transistoren an/aus geschaltet werden, zum Betreiben von 
Verbrauchern (Lampen, Relais, LEDs,...) verwenden. (Naja wo wie es halt 
gedacht ist ;)

Erklärungen oder zumindest Hinweise in die richtige Richtung wären 
super! Ich steh auf dem Schlauch :)

von T.A.E. (Gast)


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Freddy schrieb:
> Leider habe ich noch keine Erklärung gefunden, wieso die Massen
> verbunden werden können.

Die Netzteile besitzen eine galvanische Trennung zwischen dem 
Ausgangssignal und dem 230V-Netz. Sonst könnte es dir passieren, dass 
du, je nach dem, wie der Stecker in der 230V Steckdose steckt, am 
Ausgang gegenüber zB. der Heizung eine ungesunde Spannung von 230VAC 
hast.

Die Frage kann als nur lauten, wieso die Massen verbunden werden 
müssen. Ist das deine eigentliche Frage?

von David .. (volatile)


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Wenn du die Massen nicht verbindest, kann leicht eine Potentialdifferenz 
zwischen den Massen entstehen. Dann stimmen saemtliche Pegel zwischen 
den Schaltungen nicht und du faengst dir mindestens einen Haufen 
Probleme ein, schlimmstenfalls geht was kaputt.
Wenn du sie verbindest, sind +5V in einer Schaltung auch +5V bezogen auf 
Ground der anderen Schaltung :)

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Du kannst eine komplette Trennunng zwischen Steuer- und Leistungskreis 
erzielen, wenn du mit Optokopplern arbeitest. Die Optokoppler verhalten 
sich auf der Steuerseite (MC) wie eine LED. Damit verhinderst du 
jegliche Masseprobleme.
Optokoppler eigenen sich nicht für alle Anwendungen ( wenn du z.B. 
analoge Signale übertragen willst ), sind für Relais und andere Schalter 
aber gut geeignet. Auf der Leistungsseite wird noch eine Verstärkerstufe 
bennötigt, wenn du z.B. per Optokoppler ein Relais schalten willst.
Es gibt auch Optokoppler, die direkt einen Triac ansteuern können, um 
z.B. 230 Volt Kreise zu schalten.

von Freddy (Gast)


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Hallo,

vielen Dank für eure Antworten, jetzt bin ich schonmal etwas schlauer.

@T.A.E:
"Die Frage kann als nur lauten, wieso die Massen verbunden werden
müssen. Ist das deine eigentliche Frage?"

Nein, eigentlich eher wieso ich das machen "kann".

Wie David geschrieben hat:
"Wenn du die Massen nicht verbindest, kann leicht eine 
Potentialdifferenz
zwischen den Massen entstehen."

So in etwa habe ich mir das schon gedacht. Aber jetzt ist mir folgendes 
nicht klar:
Eine Spannungsquelle (z.B. Netzteil) generiert eine Potentialdifferenz 
von z.B. 12V. Ein anderer Stromkreis (z.B. USB) hat eine 
Potentialdifferenz von 3V.
Die Potentiale stehen ja zunächst (mit getrennter Masse) nicht in Bezug 
zueinander bzw. haben die Massen eine Potentialdifferenz untereinander.
Jetzt wird durch Verbinden der Massen deren Potentialdifferenz 
ausgeglichen (= auf 0 gesetzt). Da die Spannungsquellen eine bestimmte 
Potentialdifferenz erzeugen behalten beide Spannungsquellen ihre 
Potentialdifferenz, aber nun bezogen auf die gemeinsame Masse.
Ist das so korrekt? (Ich nehme mal ja an, da "Wenn du sie verbindest, 
sind +5V in einer Schaltung auch +5V bezogen auf Ground der anderen 
Schaltung :)")

Aber wieso? Weil Potentialdifferenzen nur eine relative Größe zwischen 
zwei Potentialen darstellen und die Potentiale an sich keinen absoluten 
Bezugspunkt haben?

Es geht mir um die physikalische, theoretische Grundlage (die ich 
anscheinend noch nicht ganz kapiert habe, vielleicht stell ich mich zu 
doof an ;).


Und mal andersherum gefragt:
Wann gibt es Probleme bei der Zusammenschaltung von Massen? Ich habe da 
etwas in Bezug auf Analog-Digital-Stromkreise gelesen, aber bisher noch 
keine (mir ausreichende) Erklärung gefunden.

(Hinweise auf die dahinterstehende Theorie oder Schlagworte wären auch 
sehr hilfreich.)


@Matthias:
Danke für die Erklärung zu den Optokopplern. Ich habe mir das mal 
angeschaut, aber wann bzw. wie oft werden Optokoppler im Gegensatz zu 
Transistoren eingesetzt? Ein Transistor ist billig verglichen mit einem 
Optokoppler und verbraucht weniger Platz. Ist es üblich auch kleinere 
Lasten wie z.B. ein paar LEDs mit Optokopplern anzusteuern? Für 
komplexere oder leistungsstärkere Schaltungen sehe ich einen Vorteil der 
Optokoppler.

von Michael U. (amiga)


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Hallo,

kommt ja immer wieder, diese Frage...

Du hast Entwicklerboard und "Leistungsbaugruppe" an verschiedenen 
Stromversorgungen. Zeichne Dir die Stromkreise für die Baugruppe 
Entwicklerboard, die Leistungsbaugruppe und den Ansteuerkreis, der beide 
verbindet, auf.

Auf welchem Weg soll der Steuerstromkreis geschlossen werden, wenn die 
GNDs der Spannungsquellen nicht verbunden sind???

Gruß aus Berlin
Michael

von Freddy (Gast)


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Hallo,

danke für eure Beiträge, ich bin das nochmal durchgegangen und habe es 
nun verstanden.

Grüße, Fred

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