Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Agilent vs Hameg


von maxwaldo/ (Gast)


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ich weiss es ist ein ziemlich ausgelutschtes Thema trotzdem traue ich 
mich mit meiner Frage "Welches Oszi ist das bessere" in die 
Oeffentlichkeit.
Wir haben uns bereits auf entweder das Hameg HMO 1022 incl. CAN Bus 
Option oder das Agilent MSOX 2012A festgelegt. Beide 2x100MHz beide 8 
Logic Kanaele, beide serielle Busse, beide etwa gleich teuer (wenn man 
beim Hameg die Option fuer CAN Bus mit dazurechnet). Agilent hat den 
etwas groesseren Bildschirm und derzeit ein Funktionsgenerator und 
Voltmeter mit im Ängebot" allerdings sind diese beiden "Schmakerln"fuer 
mich im Scope integriert eher unwichtig und bestenfalls "nice to 
have..." Eigentlich muesste ich jetzt jedes Geraet fuer ein paar Wochen 
ausprobieren, kann ich aber nicht, da ich im Ausland arbeite und mir 
eine Scope anlaesslich meiner naechsten Reise nach D beschaffen moechte. 
Mein altes Hameg (strictly analog) hat mir jetzt 15 Jahre treue Dienste 
geleistet. Beide Optionen stellen fuer mich einen Technolgiewechsel dar. 
Deshalb, hat jemand Erfahrung mit diesen Scopes? Vielleicht koennt ihr 
mir auch ein paar Hinweise geben, was ihr damit macht, damit ich eure 
Erfahrung etwas besser positionieren kann. Danke, schon mal im Voraus

von Sebastian S. (kleinbasti)


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Hallo maxwaldo,

maxwaldo/ schrieb:
> ich weiss es ist ein ziemlich ausgelutschtes Thema trotzdem traue ich
> mich mit meiner Frage "Welches Oszi ist das bessere" in die
> Oeffentlichkeit.

Das stimmt, und die Erfahrung zeigt, dass die Diskussion sehr schnell 
entarten kann!

> Wir haben uns bereits auf entweder das Hameg HMO 1022 incl. CAN Bus
> Option oder das Agilent MSOX 2012A festgelegt. Beide 2x100MHz beide 8
> Logic Kanaele, beide serielle Busse, beide etwa gleich teuer (wenn man
> beim Hameg die Option fuer CAN Bus mit dazurechnet).

Nun, ein paar Punkte zum Thema:

- mein jetziger Kenntnisstand ist, dass das Agilent MSO2012A Oszi 
derzeit keine Möglichkeit bietet CAN-Busse weder zu triggern noch zu 
analysieren. Auch nicht als Option.

- Agilent wird interessant ab der 3000er Serie. Die beginnt aber auch ab 
3000€.

- in der Preisklasse kann man mit einem HAMEG HMO1022 eigentlich nichts 
falsch machen. Die HMOs haben zwar ein kleineres Display, aber man kann 
damit arbeiten. Im Falle eines Falles hängt man einen externen Monitor 
dran oder remote per Laptop.

- HAMEG bietet in diesem Preissegment gute Qualität und auch die 
Möglichkeit mittels der HMO12 Option, CAN und LIN zu triggern und zu 
analysieren. Die Option ist auch günstig im Vergleich zu Agilent. 
(Agilent kann etwas mehr, da diese auch in bestimmten Gremien mitwirken 
und auch Automotive Prüfstände anbieten -> andere Erfahrungsklasse, 
Diskussion überflüssig).

- der Funktionsgenerator bei Agilent ist im Prinzip als Stütze für 
Komponententests gedacht (HAMEG hat einen dedizierten Komponententester 
integriert). Ebenfalls ist er nützlich im Microcontroller Design (PICs, 
AVRs) um "mal schnell" was zu probieren.

- der grösste Unterschied der zu vermerken wäre ist die wfs (waveforms 
per second). Diese ist bei Agilent(50000wfs) um das 25-Fache grösser als 
bei HAMEG (2000wfs), aber das auch nur weil Agilent auf seine Erfahrung 
mit speziellen ASICs setzt und diese nun günstig integrieren kann. Ist 
aber ein Feature, das nur bei bestimmten Signalintegritätsanalysen von 
nöten ist --> "Nice to have". Diesbezüglich ist HAMEG "klassisch" 
aufgebaut.

Eine etwas genauere Stellungnahme findest Du auch hier:

http://www.mikrocontroller.net/attachment/113595/mikrocontrollernet_Antworten_HAMEG.pdf

Fazit, HAMEG wäre bei dem vorgestellten Preis erste Wahl. Ich persönlich 
würde es kaufen wenn das die Randbedingungen wären. Mehr Scope für das 
Geld wird von keinem anderen namhaften Hersteller angeboten. Einziges 
Manko, finde ich, ein Akku wäre nicht verkehrt gewesen. (Für mich sind 
namhaft: Rohde&Schwarz/Hameg, Agilent, LeCroy und Tektronix, wobei 
Tektronix nachgelassen hat).

Ein Hinweis  auf meine Arbeitstiere:
UNI-T 4152 --> eingesetzt vor allem beim messen von Trafos und Filter 
bei Netzteilen, Snubber, PWM Steuerungen von Motoren bis 400Vpp.
Agilent DSO3034A --> für serielle Busse,  Störfestigkeit von 
SPS-Signalen und im leichten Embedded-Design.

Für die ganz "schweren" Arbeiten mit LVDS-Signalen, JTAG und andere 
heiklen Themen mit schnelleren Prozessoren(>100MHz) und ADCs arbeiten 
wir mit anderen Oszi-Klassen was aber nicht zum Thema gehört.


Gruß,
kleinbasti

von maxwaldo (Gast)


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@kleinbasti,

danke fuer deine Ausfuehrungen. Das mit dem fehlenden CAN Bus beim 
Agilent habe ich jetzt auch herausgefunden, ich bin da einer Agilent 
Praesentation aufgesessen, die clever die 3000er mit der 2000er Serie 
vermischt. Ausserdem ist die Menueleiste  beim Agilent fest und kann 
nicht weggeklappt werden wie beim HAMEG, was den Vorteil der greosseren 
Bildschirmbreite quasi negiert. (Die Hoehe ist eh die gleiche).
Und last but not least, im Agilent ist Windows CE drin! Das tut weh!

Nochmals vielen Dank, Du hast mir weitergeholfen!

Gruss
Martin

von Olaf (Gast)


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> - mein jetziger Kenntnisstand ist, dass das Agilent MSO2012A Oszi
> derzeit keine Möglichkeit bietet CAN-Busse weder zu triggern noch zu
> analysieren. Auch nicht als Option.

Yep. Die Agilent sind nicht schlecht. Sie sind sogar besser wie das 
Hameg, aber man muss dann doppelt soviel bezahlen. Die kleinen koennen 
nicht dekodieren und das ist IMHO in der heutigen Controllerwelt ein 
totales Haben-Wollen Kriterium!
Wuerde man dagegen nur Schaltnetzteile oder aehnliches entwickeln dann 
wuerde ich auch eher das Agilent nehmen.

> - HAMEG bietet in diesem Preissegment gute Qualität und auch die
> Möglichkeit mittels der HMO12 Option, CAN und LIN zu triggern und zu
> analysieren. Die Option ist auch günstig im Vergleich zu Agilent.

Sie war letztes Jahr zur Einfuehrung sogar umsonst. :-)

> Einziges Manko, finde ich, ein Akku wäre nicht verkehrt gewesen.

Darafu kann ich gut verzichten. Was ich an den neuen Hamegs schade finde 
das ist der Soft-Ausschalter auf der Front. Da sind die 25xx besser, die 
haben noch einen richtigen Ausschalter.
Und schlecht ist leider auch die geringe Geschwindigkeit von USB/RS232 
oder Ethernet.

> nicht weggeklappt werden wie beim HAMEG, was den Vorteil der
> greosseren Bildschirmbreite quasi negiert. (Die Hoehe ist eh
> die gleiche).

Vor allem das Design der Oberflaeche oder der Darstellung beim Hameg 
insgesamt ist sehr gut durchdacht/gelungen. Die haben viel Informationen 
auf dem Bildschirm ohne das es schon stoert!

Was beim Hameg dagegen noch verbesserungswuerdig ist das ist die 
Platzierung der Daten bei der Quickview-funktion. Da kann es bei 
bestimmten Kurven vorkommen das sich die Readouts unleserlich 
ueberschreiben.

Was vielleicht ein bisschen bloed ist, zuhause habe ich ein HMO2022 und 
finde es etwas schade das ich so geizig war und mir kein 4-Kanal gekauft 
habe. In der Firma habe ich ein 2524 und finde es schade das ich keinen 
Komponententester habe. Aber man kann wohl nicht alles haben. :-D

Olaf

von wsp (Gast)


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Hallo, ich habe das Agilent MSO-X 2024 und bin sehr zufrieden.

Etwas gewoehnungsbeduerftig war zu Beginn die Bedienung, diese 
(Bedienung) ist allerdings nach einiger Zeit sehr intuitiv. Als einfach 
und schoen habe ich die Moeglichkeit empfunden mittels Browser auf das 
Oszilloskop zuzugreifen, bzw. den Bildschirm auf dem Noterbook 
darzustellen (speziell in der Lehre ein angenehmes Feature, da ich den 
Beamer nicht an das Scope klemmen muss).

Bezueglich Triggermoeglichkeiten / Erfassen von kurzen Stoerimpulsen hat 
mich das Scope ebenfalls sehr ueberzeugt.

Ich habe den Funktionsgenerator (fuer vergleichsweise viel Geld) 
freischalten lassen - diesen wuerde ich nicht mehr kaufen,... Jedes 
"stand alone" Geraet bietet mehr an Moeglichkeiten und Komfort.

Die Busdecodierung vermisse ich,..

Nochmals vor die Frage gestellt, wuerde ic heute die 3000er Serie (ggfs. 
mit einer geringeren Bandbreite, oder ohne Logikanalyzer) kaufen.

(zu Hameg kann ich leider nichts sagen)

Viele Gruesse
Winfried

von cg (Gast)


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Man beachte noch, dass das Hameg mit 2Mpts 20x mehr Speichertiefe als 
das Agilent hat. Eine große Speichertiefe ist für mich etwas, was ich 
nicht missen möchte. Bei meinen Problemstellungen ist das oft sehr 
geschickt.

Ich selbst arbeite mit einem HMO2524 und bin sehr zufrieden damit. Hameg 
bringt auch immer wieder Firmwareupdates heraus mit denen kleine Macken 
behoben werden: Sie kümmern sich also darum.
IMHO: Mehr Oszi für's Geld gabs damals nicht (die Agilents gabs gerade 
noch nicht, welches ich bevorzugen würde weiß ich in Ermangelung eines 
MSO 20xx nicht).

Grüße
Clemens

von Dorian H. (dorianh)


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Zu beachten ist noch um wieviel die Messposition bei DC-Messung 
verschoben werden kann.
Da ich mir grad ein neues Oszi kaufen will, hab ich heute 3 verschiedene 
Geräte verglichen, alle zwischen 2000 und 3000.
Agilent 2024a
Hameg HMO2024
Tektronix 2024B

Funktions- und Preismässig sind die alle 3 etwa gleich. Aber nun der 
grosse Unterschied.
Die Messposition Y-Position kann ich beim Hameg und beim Tektronix nur 
um die 10- bzw. 20-Fache V/div verschieben.
Was ich damit meine: z.B. wenn ich auf auf maximaler Auflösung messen 
will, stell ich die Volts/Div auf maximale ein, 10mV/Div. Nun kann ich 
meine Y-Position nur zwischen -100mV und 100mV verschieben.
Das ist für mich ganz schlecht, da ich Single supply habe und meine 
kleinen Signale alle auf einer Spannung von +1V reiten. Ich kann also 
meine Auflösung verschlechtern auf 100mV/Div (dann kann ich die 
Y-Position um 1 Volt verschieben), aber dann mess ich meine kleinen 
Signale nicht mehr (ausreichend). Oder irgendeine galvanische 
Entkopplung machen, damit ich mein GND Signal von der Messpitze auf die 
+1V Mittelspannung anhängen kann. Das ist auch blöd, unter anderem weil 
ich noch mit den andern Messspitzen Signale messe die nicht auf +1V 
bezogen sind. Ich könnte auch auf AC schalten und dann bei hoher 
Auflösung messen. Da mein Signal aber sehr träge ist, bringt mir dieser 
Ansatz auch nichts.

Beim Agilent 2024a kann ich jedoch die Y-Position um +/- 20 V 
verschieben. Das heisst ich könnte ein Signal das auf +12V reitet, ohne 
weiteres mit maximaler Auflösung von 10mV/Div messen.

Für meine Anwendung stellt sich daher keine Frage welches Gerät für mich 
in Frage kommt.


Freundliche Grüsse
Dorian

von Franz F. (franzman)


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Ich benutze ein Agilent MSO-3000 und trotzdem hätte ich noch nie einen 
so hohen DC Offset benutzt. Da schalte ich lieber um auf AC.

von walter (Gast)


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Beim Hameg kann man aber eine DC-Offset Spannung eingeben die bei 10 mV 
1V beträgt und zusätzlich die Y-Position um 10 Divs verschieben.
Also um einiges mehr als 100x

von Dieter W. (dds5)


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Naja, der thread wurde ja auch schon vor knapp 4 Jahren eröffnet, da hat 
sich inzwischen wohl einiges verbessert.

von Dorian H. (dorianh)


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@Walter: Das wusste ich nicht, danke für den Hinweis. Ist zumindest eine 
kleine Hilfe.
@Dieter Werner: zumindest hofft man das stark :)

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