Heute bekam ich eine seltsame mail von "career@de.bertrandt.com" - mit
Anrede meines Namens.
Allerdings kam kaum Text und ich soll ein unbekanntes PDF öffnen - die
mail kommt über die Server: mail.oetker.de (mail.oetker.de
Habt ihr auch sowas bekommen - ist das win Wurm, der Betrandt
misbraucht?
sowas habe ich von denen auch mal bekommen, war mein kleinstes Problem
an der Sache. Eigentlich finde ich das gar nicht mal schlecht, die
machen ein ganz normales Anschreiben und schicken es Dir als PDF.
Aber vera..t haben sie mich doch: ich interessiere mich für Job XY an
Ort A und habe noch eine Frage, bekomme eine Mail "Danke für Ihre
Bewerbung" via angehängtem PDF. Ich wieder zurückgemailt: Ich habe mich
nicht beworben, ich habe noch eine Frage zu dem ausgeschriebenen Job XY
am Ort A. Keine Antwort bekommen auf meine Frage, nur eine Mail: Würden
Sie den Job auch an Ort B antreten wollen (Ort viel unattraktiver)?
Keine Antwort von mir. Nach 3 Monaten kam eine Absage - also eine Absage
auf KEINE Bewerbung.
Willi
Markus Bühler schrieb:> Hallo,>> Firma Bertrandt schickt alle Anschreiben als Anhang im PDF Format raus.
Was soll man von solchen Firmen halten, die ihre Bewerber für
Internetausdrucker halten? Dort bewirbt sich doch keiner freiwillig wenn
er schon im Bewerbungsprozess mit solchem Schwachsinn konfrontiert wird.
Moment, jetzt laufen hier drei Sachen ineinander:
1) Unschönes Verhalten von Bertrandt in Sachen PDF-Anschreiben
2) Möglicher Virus als PDF, der nicht von B kommt!
3) Fehlverhalten von Bertrandt in Sachen Bewerbungsmanagement
Hier geht es um Punk 1) oder 2)
sec-sepp schrieb:> Was soll man von solchen Firmen halten, die ihre Bewerber für> Internetausdrucker halten?
Das ist gut formuliert! :-)
Man darf erwarten, dass aus dem Anschreiben hervor geht, worum es sich
handelt. Ich persönlich halte es schon für eine Unsitte, alles in HTML
zu versenden! Klartext ist angesagt.
Die Kommunikation mit unseren Bewerbern wird in pdf-Dokumenten gesendet
um sicherzustellen, dass die Dokumente einheitlich und in der von uns
gewünschten Form bei den Adressaten ankommen.
Tatsächlich kamen die Mails bisher von einem Server, der von der OEDIV,
eine Tochtergesellschaft der Oetker-Gruppe, gehostet wird.
Wir haben dies umgestellt, so dass nun die E-Mailadresse des Bearbeiters
in der Personalabteilung oder die Mailadresse career@bertrandt.com zu
sehen ist.
Vielen Dank für den Hinweis.
B. Zechmann schrieb:> Die Kommunikation mit unseren Bewerbern wird in pdf-Dokumenten gesendet
Eine unsinnige Idee, die dazu führt, dass man die Dokumente nicht
aufmacht, weil man nicht weiss, ob sie sauber sind. Klarer
Strategiefehler, Herr Zechmann. Als Leiter der IT sollten Sie einen
geschickteren Lösungsweg vorgeschlagen haben, die Authentizität Ihrer
verschickten Dokumente sicher zu stellen.
> Tatsächlich kamen die Mails bisher von einem Server, der von> einer Tochtergesellschaft der Oetker-Gruppe
Ein Fakt der beim Betrachter exakt den Eindruck erzeugt, nämlich SPAM
samt möglichem Virus. Als IT-Profi müssten Sie einen solchen Sachverhalt
antizipiert haben. Jeder Informatikstudent würde diesen Fallstrick im
Vorfeld erkennen.
B. Zechmann schrieb:> Wir haben dies umgestellt, so dass nun die E-Mailadresse des Bearbeiters> in der Personalabteilung oder die Mailadresse career@bertrandt.com zu> sehen ist.
Was immer noch nicht sicher aussagt, dass die mail von Ihnen kommt,
zumal bei der erstmaligen Ansprache niemand mit einer mail von Ihnen
rechnet. Zudem sind es genau solche "Strategien", an die sich die
Würmerversender dranhängen, in dem sie Ihre Adresse fälschen, weil sie
wissen, dass Betrandt unter dieser mail Adresse PDFs regulär versendet
und die potenziellen Empfänger es öffnen werden.
Von meiner Agentur (ein überwiegend IT-lastiger Dienstleister) erhalte
ich lediglich plain text emails, die kurz und knapp sind, die kein HTML
oder anderen Schnickschnacl enthalten und die man bedenkenlos öffnen
kann.
Und: die man auch unterwegs per PDA aufmachen und lesen kann, ohne einen
Riesendownload eines Anhangs öffnen zu müssen.
Ich werde meinen Dienstleister mal auf Sie ansetzen, dass er Ihnen mal
einen Experten schickt der Ihre IT und Ihre GF passend berät, wie man da
geschickter agieren kann.
B. Zechmann schrieb:> Tatsächlich kamen die Mails bisher von einem Server, der von der OEDIV,> eine Tochtergesellschaft der Oetker-Gruppe, gehostet wird.
Wir, als erfahrener Engineering Dienstleister mit ebenfalls abgespekter
IT, lassen ja schon seit Jahren unser gesamtes Bewerbermanagement bei
Nestle hosten. Das hat den Vorteil, dass wir bei jedem Bewerber, der
sich dort einlogged, ein Pfund Kaffee abstauben.
Die Vertragsdaten mit unseren Ingenieuren liegen wiederum in einer Cloud
bei Kraft-Jacobs-Suchard, was uns regelmssig einer gratis Tafel Schwyzer
Schoki einbringt, wenn es zu einem Abschluss kommt.
Sarkasmo Engineering schrieb:> B. Zechmann schrieb:>> Tatsächlich kamen die Mails bisher von einem Server, der von der OEDIV,>> eine Tochtergesellschaft der Oetker-Gruppe, gehostet wird.>> Wir, als erfahrener Engineering Dienstleister mit ebenfalls abgespekter> IT, lassen ja schon seit Jahren unser gesamtes Bewerbermanagement bei> Nestle hosten. Das hat den Vorteil, dass wir bei jedem Bewerber, der> sich dort einlogged, ein Pfund Kaffee abstauben.>> Die Vertragsdaten mit unseren Ingenieuren liegen wiederum in einer Cloud> bei Kraft-Jacobs-Suchard, was uns regelmssig einer gratis Tafel Schwyzer> Schoki einbringt, wenn es zu einem Abschluss kommt.
Dir ist schon bewusst, dass Oetker mehr ist, als nur Pizza, Kuchen etc.
...
Lebenskünstler schrieb:> Vieleicht war die Mail von Perschau oder Frunel?
Sie war in jedem Fall von einem Dienstleister. Für mich reicht diese
Information bereits, um sie in die Ablage P zu verschieben.
Ich frage mich immer wieder, was Menschen dazu bewegt, für diese
Sklaventreiber zu arbeiten.
Es muss doch jedermann einleichten, dass das Zwischenschalten von
Vermittlern nur Geld kostet, weil es zeitintensiver ist, Aufträge
auszulagern, wegen der Kommunikation und auch das "hosten" von
Mitarbeitern über mehrere Etagen hinweg Effizien kostet.
Keine Firma der Welt kann sich das in grossem Stil erlauben. Rechnen tut
sich das nur, wenn die so gewonnenen Mitarbeiter bzw deren
Arbeitsleistung in den ausgelagerten Werken insgesamt billiger ist, als
der interne Festangestellte.
Und das ist er nur dann, wenn er seltener krank ist, jünger ist,
arbeitsfähiger, keine Schulungen braucht und keine sonstigen
Sozialanspruche erwachsen.
Das Resultat dieser Betrachtung ist, dass man als Fachkraft beim
Dienstleister immer unter Wert arbeitet und nur dann einen Job hat, wenn
man im optimalen Alter ist. Der Dienstleister wird einen aber im Alter
nicht mitschleppen, wie seine Internen, sondern sich passend zu
MArtklage neue Lohnsklaven holen.
Schaut zu, dass ihr von den Dienstleistern wegkommt.
Michel schrieb:> Ich frage mich immer wieder, was Menschen dazu bewegt, für diese> Sklaventreiber zu arbeiten.
Dass man sein eigenes Geld verdient und nicht von staatlichen Almosen
abhängig ist?
Manche Leute sind halt nicht in der Lage, sich so zu verkaufen, wie es
besser wäre. Sie brauchen einen "Zuhälter".
Es gibt auch Menschen, die für eine Festanstellung nicht geeignet sind,
da sie z.B. eine ihnen bekannte Krankheit haben, die sie zu einem
unbestimmten Zeitpunkt für längere Zeit ausfallen lassen wird.
So jemanden würde keine Festanstellung bekommen.
Michel schrieb:> Es muss doch jedermann einleichten, dass das Zwischenschalten von> Vermittlern nur Geld kostet, weil es zeitintensiver ist, Aufträge> auszulagern, wegen der Kommunikation und auch das "hosten" von> Mitarbeitern über mehrere Etagen hinweg Effizien kostet.
Wenn der Mitarbeiter in der Firma sitzt, kann man ihn quasi so
behandeln, als wäre er fest angestellt. Man kann ihn aber schnell
loswerden.
Michel schrieb:> Keine Firma der Welt kann sich das in grossem Stil erlauben. Rechnen tut> sich das nur, wenn die so gewonnenen Mitarbeiter bzw deren> Arbeitsleistung in den ausgelagerten Werken insgesamt billiger ist, als> der interne Festangestellte.
Du hast es erkannt: Es geht ums liebe Geld.
Michel schrieb:> Das Resultat dieser Betrachtung ist, dass man als Fachkraft beim> Dienstleister immer unter Wert arbeitet und nur dann einen Job hat, wenn> man im optimalen Alter ist. Der Dienstleister wird einen aber im Alter> nicht mitschleppen, wie seine Internen, sondern sich passend zu> MArtklage neue Lohnsklaven holen.
Nope. Ein Verleiher wird den Mitarbeiter solange halten, bis er sich
nicht mehr rechnet. Schließlich sichert der Mitarbeiter das Einkommen
des Verleihers. Anders wird es bei Festanstellungen auch nicht
gehandhabt.
Dass viele Firmen ihren Berwerbungs-Prozess bis zum finalen Gespräch
auslagern, ist eine Geldgeschichte.
Der Verleiher hat natürlich auch etwas vom Bewerbungsprozess:
Sollte ein Bewerber nicht für die Stelle vom Entleiher genommen werden,
hat man zumindest jemanden im Pool, um ihn für andere Kunden einsetzen
zu können. Da die Verleiher direkt vom Mitarbeiter profitieren, sind sie
auch engagierter als die Herrschaften der Arge.
STK500-Besitzer schrieb:> Nope. Ein Verleiher wird den Mitarbeiter solange halten, bis er sich>> nicht mehr rechnet. Schließlich sichert der Mitarbeiter das Einkommen>> des Verleihers. Anders wird es bei Festanstellungen auch nicht>> gehandhabt.
In einer echten Firma gibt es aber einen BR und man kann nicht so
einfach weggekündigt werden, jedenfalls nicht ohne Abfindung. Bei einem
DL ist es so, dass der Arbeitsplatz direkt wegfällt, wenn der Kunde den
Auftrag löscht und er damit das Recht hat einen ohne Abfindung
wegzukündigen.
Daher muss man beim DL die Abfindung ins Gehalt einkalkulieren. Zudem
muss man einkalkulieren, dass man bei längerer Krankheit weg ist vom
Fenster.
Wenn man beim DL nicht wenigstens 10%-15% mehr hat, lohnt das nicht.
STK500-Besitzer schrieb:> Es gibt auch Menschen, die für eine Festanstellung nicht geeignet sind,>> da sie z.B. eine ihnen bekannte Krankheit haben, die sie zu einem>> unbestimmten Zeitpunkt für längere Zeit ausfallen lassen wird.
Dann kommt man beim DL auch nicht weit(er). Im Gegenteil: Die
Mitarbeiter von ZA-Firmen sind meistens "best ager" jung und gesundt.
Wer die Kriterien des Leistungsesels nicht erfüllt fliegt.
Carsten H. schrieb:> Ob der Herr Zechmann das schon gelesen hat, dass er hier so abgekanzelt> wird?
Jo, ist ein wenig übertrieben. Aber hier gibt es offenbar einige
"Zechmann"-Preller.
Noch etwas zu
STK500-Besitzer schrieb:> Michel schrieb:>> Ich frage mich immer wieder, was Menschen dazu bewegt, für diese>> Sklaventreiber zu arbeiten.>> Dass man sein eigenes Geld verdient und nicht von staatlichen Almosen> abhängig ist?
Was Du schreibst, impliziert, dass viele Ingenieure bei solchen
Zeitarbeitsfirmen arbeiten - und deren katastrophalen Bedingungen und
Behandlung akzeptieren müssen. Dies wiederum ist der Beste Beweis, dass
es keinen wirklichen Ingenieurmangel gibt.
Entschuldigung, Ihr habt es immer noch nicht verstanden:
Als Bewerber seid Ihr Bittsteller, Knierutscher, Schuhlecker. Hat der
Stellenausschreibende einen wie auch immer Sonderwunsch, dann habt Ihr
Euch für die Gnade, diesem Wunsch nachhecheln zu dürfen, zu bedanken.
Wer sich nciht daran hält, wird mit H4 bestraft.
Ciao
Willi Wacker schrieb:> r sich nciht daran hält, wird mit H4 bestraft.
und wer als AG glaubt, sich durch Tricks bei Bewerbungsgesprächen, durch
Ausbeutung, unangemessenes Verhalten und Drückereien, loyale Fachkräfte
ins Boot zu holen, der ist einer Illusion erlegen.
Das, was Ingenieure machen, erfordert ein Mass ein Einsatz, Genauigkeit
und Firmenverbundenheit, die sich nicht durch Druck, sondern
Zufriedenheit erwirken lässt. Die Firmen, die das noch nicht kapiert
haben, sollen und müssen aussterben.
B. Zechmann schrieb:> Die Kommunikation mit unseren Bewerbern wird in pdf-Dokumenten gesendet> um sicherzustellen, dass die Dokumente einheitlich und in der von uns> gewünschten Form bei den Adressaten ankommen.
Offensichtlich gibt es Firmen, denen ist das Erscheinungsbild der Mail
wichtiger, als deren Inhalt ...
Gruß
Jobst
> Re: Komische mail - angeblich von Bertrandt
Ging mir auch mal so.
Habe in meiner unnachahmlichen freundlichen Art geantwortet. Seit der
Zeit stehe ich bei denen, und bei ein paar anderen, wohl auf der
schwarzen Liste.
Sei der Zeit werde ich von denen auch nicht mehr belästigt. Auch eine
Möglichkeit Sklavenhändler auszufiltern.
Lebenskünstler schrieb:> Seit der>> Zeit stehe ich bei denen, und bei ein paar anderen, wohl auf der>> schwarzen Liste.
Hehehe - ich habe schon seit Längeer Zeit keine mail mehr von Bertrandt
bekommen und das hat einen einfachen Grund: Ich schliesse Zeitarbeit als
Anstellungsform aus und habe einen Mindeststundensazt unter dem ich
nicht arbeite. Bertrandt hat mir offenbar nichts anzubieten :-)
Wenn das alle konsequent machen würden, gäbe es dieses Problem nicht:
Beitrag "Die Situation am Arbeitsmarkt und warum wir selbst daran Schuld sind"
Willi Wacker schrieb:> Entschuldigung, Ihr habt es immer noch nicht verstanden:>> Als Bewerber seid Ihr Bittsteller, Knierutscher, Schuhlecker.
Da muss ich als in Personalfragen durchaus Erfarener widersprechen. Es
sind bestenfalls (oder schlimmstenfalls?) einige Firmen, die sich so
darstellen und Unterwürfigkeit verlangen. Die Unternehmenskultur vieler
Firmen ist dem gegenüber heute weiter, als Viele denken.
Etwas gesundes Selbstbewusstsein ist sinnvoll und oft auch nötig, wenn
es darum geht, Interessen der Abteilung zu verteidigen. Es geht nur
darum, mit den richtigen Leuten in der richtigen Weise zu sprechen.
Ein Gespräch mit einem Personaler ist daher anders anzulegen, als das
mit dem Abteilungsleiter.
Mein Tipp: Gespräche mit der Fachabteilung und der Personalabteilung
zeitlich trennen. Erst muss man mit der Fachabteilung grün sein, dann
klappt es auch mit den Personalern. Umgekehrt ist es schwerer.
IT-Ex-perte schrieb:> ...
Wenn du schon so paranoid bist, dass du nicht mal ein PDF auf deinem
Rechner öffnen willst, dann solltest du deinen Rechner vielleicht erst
gar nicht einschalten.